Zapfhahn für Getränke
Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Zapfhahn für Getränke, die drucklos oder mit einem
Gas, beispielsweise Kohlendioxid oder Stickstoff, beaufschlagt aus einem Behältnis
zu dem Zapfhahn gelangen und mit diesem in Trinkgefäße ausgeschenkt werden.
[0002] Für den Ausschank von Getränken kommen Zapfhähne der verschiedensten Gestalt und
technischen Bauart zum Einsatz. Da mit ihnen Lebens- bzw. Genussmittel ausgeschenkt
werden, müssen sie den in dieser Branche üblichen Hygienevorschriften genügen und
regelmäßig gereinigt werden. Deshalb sollten sie sich leicht und schnell reinigen
lassen. Derartige Zapfhähne bestehen im Wesentlichen aus einem Gehäuse mit innenliegendem,
den Getränkedurchtritt verschließenden Ventil sowie einem Griffstück zur Betätigung
des Ventils (DE 34 26 026, DE 199 32 840, DE 202 13 791). Der Nachteil dieser Zapfhähne
besteht darin, dass sich in ihrem Innern Absätze und Hinterschneidungen oder auch
Spalten befinden, die schwer zu reinigen sind. Solche Bereiche sind durch mechanische
Reinigungsmittel quasi nicht erreichbar, so dass sich im Laufe der Zeit dort Getränkereste
ansammeln und es zur Keimbildung und -Vermehrung kommen kann. In der Folge sind Qualitätsverluste,
beispielsweise Geschmacksveränderungen, bis hin zum Verderben des Getränks nicht auszuschließen.
Außerdem ist die Reinigung dieser Zapfhähne kompliziert und zeitaufwendig, insbesondere
dann, wenn der Zapfhahn aus vielen Einzelteilen besteht.
[0003] Der in der DE 101 07 111 beschriebene Zapfhahn für Getränke soll problemloser zu
reinigen sein, da er aus verhältnismäßig wenigen Teilen besteht. Zwar sind immer noch
sog. Toträume in Form von Absätzen bzw. Hinterschneidungen vorhanden, jedoch lassen
diese sich verhältnismäßig einfach reinigen, da sie von außen leichter mit mechanischen
Reinigungsmitteln zugänglich sind. Nachteilig ist allerdings seine verhältnismäßig
aufwendige Herstellung. Zunächst muss ein Kunststoffgehäuseteil hergestellt werden,
in das dann nacheinander ein Edelstahlteil als Zuleitung für das Getränk mit Ventilsitz
und Ventileinsatzführung und ein Edelstahlteil als Auslauftülle eingesetzt und flüssigkeitsdicht
miteinander verbunden werden müssen. Außerdem sind sowohl in das Kunststoffteil sowie
beide Edelstahlteile Belüftungskanäle einzubringen, die sich wiederum schwerer reinigen
lassen. Beim Zapfen von mit einem Gas beaufschlagten Getränk, insbesondere Bier, besteht
darüber hinaus das Problem, dass wegen der vorherrschenden Strömungsverhältnisse ein
schaumarmes Zapfen nicht möglich ist.
[0004] Ein ebenfalls leicht zu reinigender Zapfhahn besteht aus einem rohrförmigen Ventilgehäuse
mit einer nach unten verlaufenden Auslauftülle, die an ihrer Unterseite einen Ventilsitz
aufweist. Eine Ventilstange, die als Strömungskörper ausgebildet sein kann, ragt durch
das Ventilgehäuse und liegt unter dem Druck einer im Ventilgehäuse angeordneten und
gegenüber dem Getränkestrom abgedichteten Druckfeder am Ventilsitz dichtend an. Zum
Öffnen des Zapfhahns wird sie mittels eines Griffs gegen die Kraft dieser Druckfeder
angehoben, so dass der Ventilsitz freigegeben wird. Der Strömungskörper weist eine
ebene Unterseite auf, die sich in geschlossener Stellung des Hahns auf der gleichen
Höhe wie die Unterseite der Auslauftülle befindet (DE 695 14 373 T2). Der Nachteil
dieses Zapfhahns besteht darin, dass mit einem Gas beaufschlagte Getränke, wie beispielsweise
Bier, sich in der Auslauftülle nicht beruhigen, sondern mit einem hohen Schaumanteil
den Zapfhahn verlassen. Das Zapfen eines Biers dauert daher sehr lange.
Die Erfindung und ihre Vorteile
[0005] Der erfindungsgemäße Zapfhahn mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 hat demgegenüber
den Vorteil, dass er einfach herstellbar ist und in der Kombination von Verschlussstück
und Auslauf ein Strömungsregime aufweist, das bei Ausschank von mit Gas geförderten
Getränken noch im Auslauf eine Beruhigung der Strömung des Getränks bewirkt, so dass
das Getränk ohne großen Schaumanteil aus dem Zapfhahn austritt. Diese Strömungsberuhigung
trägt wesentlich dazu bei, ein Bier zügig "schwarz" zapfen zu können. An den Dichtbereich
schließt sich in Strömungsrichtung ein ringspaltförmiger Strömungsbereich an, d. h.
das Verschlussstück ist zapfenförmig verlängert. Der diesem Zapfen gegenüberliegende
Bereich des Auslaufs weist einen größeren Innendurchmesser auf, so dass zwischen Verschlussstück
und Auslauf ein ringspaltförmiger Durchgang vorhanden ist, bevor dem Getränk wieder
der gesamte Strömungsquerschnitt des Auslaufs zur Verfügung steht.
[0006] Darüber hinaus lässt sich der Zapfhahn sehr einfach reinigen. Er besteht quasi lediglich
noch aus zwei Baugruppen, nämlich einem den Getränkestrom leitenden Gehäuse und einem
über einen Zugbolzen mit dem Griffteil verbundenen Verschlussstück. Das Gehäuse kann
wiederum ein- oder mehrteilig ausgeführt sein. Die mehrteilige Ausführung hat den
Vorteil, dass sich der Zapfhahn dann leichter und preisgünstiger aus Edelstahl herstellen
lässt. Hierbei wird in der Regel das mit einem Getränkebehälter oder einer Schankeinrichtung
verbindbare Anschlussstück als separates Teil hergestellt, während der Grundkörper
sowie der sich an diesen anschließende Auslauf ebenfalls ein Teil bilden, Einteilig
lässt sich der Zapfhahn sehr gut als Spritzgussteil aus einem polymeren Werkstoff
herstellen. Das Anschlussstück ist lediglich ein ruhrförmiges Teil, das an seinem
freien Ende mit Mitteln zum Anschluss an den Getränkebehälter oder die Schankeinrichtung,
z. B. mit einem Außengewinde versehen ist. Seine Bohrung geht bis zum Grundkörper
ohne Absätze glatt durch. Auch der Grundkörper mit dem Auslauf weist im einfachsten
Fall bis auf eine Dichtkante eine im Wesentlichen glatt durchgehende Bohrung auf.
Bereiche zum Festsetzen von Getränkeresten, die zur Keimbildung neigen, wurden weitestgehend
vermieden. Dadurch lässt sich der Zapfhahn nach Ausbau des Verschlussstückes problemlos
reinigen.
[0007] Wie auch durch den Stand der Technik bereits bekannt, wird das Verschlussstück mittels
eines Federelements gegen die Dichtkante gedrückt. Dadurch ist die Dichtheit des Zapfhahns
in seiner Schließstellung gesichert, da das Federelement das Verschlussstück ständig
gegen die Dichtkante drückt. Zum Öffnen des Zapfhahns wird das Verschlussstück gegen
den Druck des Federelements mittels eines als Steuerelements wirkenden Griffs angehoben.
Als Federelement kann eine Spiralfeder oder auch eine elastische Packung dienen. Letztere
kann dann noch zusätzlich eine Führungs- und Dichtfunktion gegenüber dem Grundkörper
übernehmen. Anstelle eines Federelements kann eine dauerhafte Dichtfunktion auch durch
eine selbsthaltende Führung des Zugbolzens erzielt werden.
[0008] Das Federelement kann innerhalb des Grundkörpers des Zapfhahns untergebracht sein.
Dadurch kann der Zapfhahn in seiner Bauhöhe klein gehalten werden. Wird das Federelement
innerhalb des Grundkörpers gekammert, wird der Eintritt von Getränkeflüssigkeit in
diesen Bereich verhindert, so dass sich der Reinigungsaufwand nochmals reduziert.
Dieser Vorteil kann unter Inkaufnahme einer leicht höheren Bauweise des Zapfhahns
aber auch dadurch erreicht werden, dass das Federelement außerhalb des Grundkörpers,
beispielsweise in der das Verschlussstück sichernden Überwurfmutter untergebracht
wird.
[0009] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Verlängerung des Verschlussstücks
mit in Strömungsrichtung abnehmenden Durchmesser konisch ausgebildet. Der diesem konischen
Teil gegenüberliegende Bereich des Auslaufs ist im gleichen Winkel konisch ausgebildet,
weist jedoch einen geringfügig größeren Durchmesser auf, so dass zwischen Verschlussstück
und Auslauf ein sich im Durchmesser kontinuierlich verringernder ringspaltförmiger
Durchgang vorhanden ist, bevor dem Getränk wieder der gesamte Strömungsquerschnitt
des Auslaufs zur Verfügung steht. Durch diese erzwungene kontinuierlich fortgesetzte
Verringerung des Strömungsquerschnitts wird der ringförmige Getränkestrahl wieder
auf einen Vollstrahl hin geformt, so dass sich das gasbeladene Getränk nochmals beruhig.
Dadurch verringert sich die Zeit für das Zapfen eines Biers noch weiter.
[0010] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Ende des Verschlussstücks
mit einem Radius versehen, um die ringförmige Strömung am Ende des Verschlussstücks
möglichst ruhig wieder zum Vollstrahl zusammenzuführen. Die Innenwandung des Auslaufs
kann in diesem Bereich bereits wieder zylindrisch sein, so dass sich der Strömungsquerschnitt
über dieser kurzen Distanz schneller vergrößert als es unter Beibehaltung des konischen
Verlaufs der Innenwandung der Fall wäre.
[0011] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Auslauf über
das Ende des Verschlussstücks hinaus verlängert und mit einem den Strömungsquerschnitt
nochmals einengenden Absatz versehen, wobei dieser Absatz sich vortcilhafterweise
in Höhe des Endes des Verschlussstückes befindet. Dadurch wird die ringförmige Strömung
rasch wieder zu einem beruhigten Vollstrahl vereint. Diese zusätzliche Beeinflussung
des Getränkestroms bringt weitere Vorteile beim Zapfen.
[0012] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das Verschlussstück eine
O-Ringdichtung auf, die bei geschlossenem Zapfhahn an der durch die Durchmesserreduzierung
der Innenwandung des Auslaufs gebildeten Dichtkante anliegt. Dadurch bedarf es eines
verhältnismäßig geringen Druckes des Federelements auf die Dichtkante.
[0013] Nach einer diesbezüglich vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung schließt sich
an die Dichtkante ein zylindrischer Dichtbereich mit demselben Durchmesser wie die
Einengung an. Dadurch wird die axiale Position des O-Ringes in diesem zylindrischen
Bereich variabel. Das Federelement wird sich also so lange ausdehnen, bis das Steuerelement
auf der auf den Grundkörper aufgeschraubten Überwurfmutter aufsitzt. Auf diese Weise
wird ein Spiel, das beispielsweise durch Fertigungstoleranzen beim Zugbolzen oder
Verschleiß der Gleitfläche des Steuerelements infolge längeren Betriebs entstehen
kann, automatisch ausgeglichen. Das Steuerelement klappert nicht, und beim Zapfen
braucht nicht erst ein Totbereich beim Schwenken des Steuerelements überwunden zu
werden.
[0014] Nach einer anderweitigen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Verschlussstück
in Strömungsrichtung vor dem Dichtbereich mit einem zylindrischen Führungsteil versehen,
das zum Durchtritt des Getränks mit radial am Umfang verteilten Ausnehmungen versehen
ist. Durch diese Führung kann auf eine zusätzliche Führung des Zugbolzens verzichtet
werden. In einer diesbezüglich vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die vom
Getränk beaufschlagte Stirnfläche des Verschlussstücks eben ausgebildet. Durch diese
Maßnahme wird der aus dem Anschlussstück ankommende Vollstrahl bereits im Grundkörper
radial gleichmäßig aufgeteilt und erhält so eine Vororientierung auf die beim Öffnen
des Zapfhahns ihm im Auslauf aufgezwungene Ringströmung. Es hat sich gezeigt, dass
dies ebenfalls zu einer Beruhigung des Getränkestroms und damit zum schaumarmen Zapfen
eines Biers beiträgt.
[0015] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden
Beispielbeschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und im Folgenden
näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Zapfhahn im Schnitt,
- Fig. 2
- die Baugruppe Verschlussstück mit Griffteil,
- Fig. 3
- das Gehäuse des Zapfhahns,
- Fig. 4
- einen Reinigungsadapter,
- Fig. 5
- einen Zapfhahn mit außenliegendem Federelement und
- Fig. 6
- einen Zapfhahn mit innenliegendem gekapselten Federelement.
[0017] Der erfindungsgemäße Zapfhahn weist eine Gehäuse 1 auf, das aus einem Grundkörper
2 mit einem Auslauf 3 und einem Anschlussstück 4 besteht. Das Anschlussstück 4 kann
mit einem Außengewinde für den Anschluss an eine Getränkeleitung oder ein Verbindungsstück
für den direkten Anschluss an ein Fass versehen sein. Nach oben ist der Grundkörper
offen und hier mit einem Gewindestück 5 versehen, das durch eine Überwurfmutter 6
verschließbar ist. In dem Grundkörper 2 befindet sich ein Verschlussstück 7, das über
einen durch die Überwurfmutter 6 hindurch geführten Zugbolzen 8 mit einem Griff 9
verbunden ist, der auf der Überwurfmutter 6 aufsitzt und zum Schwenken in vertikaler
Richtung eine Ausnehmung 10 aufweist. Die schwenkbare Verbindung von Zugbolzen 8 und
Griff 9 wird mittels eines Stiftes 11 realisiert. Die aufrechte Stellung des Griffs
9 bedeutet, dass der Zapfhahn geschlossen ist. Das Verschlussstück 7 ist im vorliegenden
Beispiel mit einer O-Ringdichtung 12 versehen, die in einem zylindrischen Dichtbereich
13 des Auslaufs 3 anliegt und dadurch den Auslauf 3 für den Getränkestrom sperrt.
An die O-Ringdichtung 12 schließt sich in Strömungsrichtung eine konische Verlängerung
14 an, die an ihrem Ende abgerundet ist. Der Auslauf 3 ist ebenfalls über seinen zylindrischen
Dichtbereich 13 hinaus verlängert, wobei er im Bereich der konischen Verlängerung
14 des Verschlussstücks 7 eine komplementäre konische Innenfläche 15 aufweist, die
einen geringfügig größeren Innendurchmesser aufweist als der jeweils gegenüberliegende
Außendurchmesser des Verschlussstücks 7, so dass sich an den zylindrischen Dichtbereich
13 ein sich im Durchmesser kontinuierlich verringernder ringspaltförmiger Strömungsbereich
16 mit konstanter Spaltbreite anschließt. In Höhe des abgerundeten Endes des Verschlussstücks
7 weist der Auslauf 3 noch einmal eine kurze zylindrische Innenfläche 17 auf, bevor
er durch eine den Strömungsquerschnitt abrupt einengende Absatzkante 18 schließlich
in ein Auslaufstück 19 mit zylindrischem Innendurchmesser übergeht.
[0018] Oberhalb des zylindrischen Dichtbereichs 13 des Auslaufs 3 ist die Innenfläche des
Grundkörpers 2 einschließlich Gewindestück 5 ebenfalls zylindrisch ausgebildet. Der
zylindrische Bereich des Grundkörpers 2 bis zur Einmündung des Anschlussstücks 4 dient
als Führung für das Verschlussstück 7, das im vorliegenden Beispiel oberhalb seiner
O-Ringdichtung 12 ein mit radial gleichmäßig am Umfang verteilten Ausnehmungen 20
versehenes Führungsteil 21 aufweist, das mit einer ebenen Strömungsfläche 22 abschließt.
[0019] Aus der in den Fig. 2 und 3 gezeigten demontierten Darstellung wird deutlich, dass
der erfindungsgemäße Zapfhahn lediglich noch aus zwei Baugruppen besteht, nämlich
der Gehäusebaugruppe (Fig. 3) und der komplett dichtend in diese einsetzbare Baugruppe
der beweglichen Dicht- und Verschlussteile (Fig. 2). Letztere enthält alle Elemente
zur Abdichtung gegenüber dem Gehäuse 1. Dies betrifft sowohl die Abdichtung des Zugbolzens
8 durch eine O-Ringdichtung 23, die in einer Ringnut eines Führungsrings 24 gelagert
ist und gleichzeitig diesen auch gegenüber der Überwurfmutter 6 abdichtet, als auch
für eine im Mantel des Führungsrings 24 angeordneten O-Ringdichtung 25, die im zusammengebauten
Zustand an der Innenwandung des Grundkörpers 2 anliegt und hier den Getränkedurchtritt
verhindert. Der Führungsring 24 nimmt in seinem Innenraum eine Druckfeder 26 auf,
die mit ihrer Oberkante an der inneren Stirnfläche des Führungsrings 24 und mit ihrer
Unterkante an einem etwa in Höhe der Unterkante des Führungsrings 24 in den Zugbolzen
8 eingebrachten Anschlagstift 27 anliegt. Die Druckfeder 26 drückt das Verschlussstück
7 mit konstanter Kraft in den Dichtbereich 13 und sichert damit die senkrechte Stellung
des Griffs 1 "Zapfhahn geschlossen", so dass sowohl ein selbständiges Öffnen des Zapfhahns
als auch ein Tropfen verhindert wird. Die aus dem Zugbolzen 8 herausragenden Enden
des Anschlagstifts 27 sind in in dem Mantel des Führungsrings 24 befindlichen, in
den Fig. 5 und 6 erkennbaren Schlitzen 28 geführt. Aus Fig. 3 ist erkennbar, dass
in die Stirnfläche des Gewindestücks 5 des Gehäuses 1 eine Nut 29 eingebracht ist,
in die an der Stirnfläche des Führungsrings 24 diametral gegenüberliegende Zapfen
30 eingreifen können. Durch die Führung des Anschlagstifts 27 in den Schlitzen 28
des Führungsrings 24 sowie das Eingreifen der Zapfen 30 in die Nut 29 des Gehäuses
1 ist die gesamte Baugruppe der einsetzbaren Teile einschließlich dem Griff 9 gegenüber
dem Gehäuse 1 verdrehsicher. Aus Fig. 3 ist ferner der zylindrische Dichtbereich 13
des Auslaufs 3 deutlich erkennbar, der durch eine Durchmesserreduzierung der Innenbohrung
des Grundkörpers 2 entsteht. Die O-Ringdichtung 12 des Verschlussstücks 7 beginnt
an der durch die Durchmesserreduzierung entstandenen Kante zu dichten. Die axiale
Stellung der O-Ringdichtung 12 in dem Dichtbereich 13 ist durch die Ausdehnung der
Druckfeder 26 bestimmt, die wiederum von dem Maß des Abstands des Anschlagstifts 27
zu der Unterkante des Griffs 9 bzw. zu dessen Stift 11 abhängig ist. Die Druckfeder
26 wird also in jedem Fall das Verschlussstück 7 so weit in den Dichtbereich 13 hineindrücken,
bis die Unterkante des Griffs 9 auf der Stirnfläche der Überwurfmutter 6 aufliegt
und dient in diesem Fall also nicht nur der Schließfunktion des Zapfhahns sondern
auch zum Toleranzausgleich.
[0020] Zum Öffnen des Zapfhahns wird der Griff 9 um 90° nach vorne umgeklappt, wodurch über
die Verbindung mit dem Zugbolzen 8 das Verschlussstück 7 angehoben wird und der ringspaltförmige
Strömungsbereich 16 freigegeben wird. Durch den definierten Abstand des Stifts 11
zu dem Anschlagstift 27 ist der Hubweg des Verschlussstücks bei jedem vollständigen
Öffnen des Zapfhahns gleich, so dass die austretende Flüssigkeitsmenge bei maximal
geöffnetem Zapfhahn immer konstant ist. Zum Schließen des Zapfhahns wird der Griff
9 in die senkrechte Stellung zurück gekippt. Diese Bewegung wird durch die Kraft der
Druckfeder 26 unterstützt. Ein selbständiges Schließen des Zapfhahns ist ausgeschlossen.
[0021] Zur Reinigung des Zapfhahns wird die Überwurfmutter 6 von dem Gewindestück 5 abgeschraubt
und mit samt den Einbauten aus dem Gehäuse 1 herausgenommen. Die Öffnung wird nunmehr
durch den in Fig. 4 dargestellten Reinigungsadapter 31 dicht verschlossen. Nunmehr
kann das Gehäuse 1 gespült und beispielsweise mit Schwammbällchen gereinigt werden.
Die Einbauten werden separat gereinigt. Für eine chemische Reinigung können die Einbauten
im Gehäuse 1 verbleiben.
[0022] In Fig. 5 ist ein erfindungsgemäßer Zapfhahn mit einer außerhalb des Gehäuses 1 angeordneter
Druckfeder 32 dargestellt. Alle in dieser Ausführungsform verwendeten Teile, die auch
in der bereits beschriebenen Grundform gem, der Fig. 1 bis 3 gezeigt und beschrieben
wurden, wurden mit den gleichen Bezugsziffern wie in den Fig. 1 bis 3 versehen. Die
außen liegende Druckfeder 32 ist in einer um den Hubraum der Druckfeder 32 nach oben
verlängerten Überwurfmutter 33 untergebracht. Sie stützt sich einerseits an einer
auf den Zugbolzen 8 aufgeschobenen Schlitzscheibe 34 und mit ihrem gegenüberliegenden
Ende an einer auf die Überwurfmutter aufgeschraubten Kappe 35 ab. Der Vorteil dieser
Ausführungsform besteht darin, dass keine Flüssigkeit in den Federraum eindringen
kann. Dies kann auch dadurch erreicht werden, dass die in dem Gehäuse 1 angeordnete
Druckfeder 26, wie in Fig. 6 dargestellt, gekammert ist. Hierbei ist in den Führungsring
23 von unten eine Federaufnahme 36 eingesetzt und mit einer O-Ringdichtung 37 gegenüber
diesem abgedichtet. Die Druckfeder 26 stützt sich also über die Federaufnahme 34 auf
dem Anschlagstift 27 ab.
[0023] Als Material für den erfindungsgemäßen Zapfhahn wird hochwertiger Edelstahl 1.4301
oder Kunststoff verwendet.
[0024] Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein.
Bezugszahlenliste
[0025]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Grundkörper
- 3
- Auslauf
- 4
- Anschlussstück
- 5
- Gewindestück
- 6
- Überwurfmutter
- 7
- Verschlussstück
- 8
- Zugbolzen
- 9
- Griff
- 10
- Ausnehmung
- 11
- Stift
- 12
- O-Ringdichtung
- 13
- Zylindrischer Dichtbereich
- 14
- Konische Verlängerung
- 15
- Konische Innenfläche
- 16
- Ringspaltförmiger Strömungsbereich
- 17
- Zylindrische Innenfläche
- 18
- Absatzkante
- 19
- Auslaufstück
- 20
- Ausnehmungen
- 21
- Führungsteil
- 22
- Strömungsfläche
- 23
- O-Ringdichtung
- 24
- Führungsring
- 25
- O-Ringdichtung
- 26
- Druckfeder
- 27
- Anschlagstift
- 28
- Schlitze
- 29
- Nut
- 30
- Zapfen
- 31
- Reinigungsadapter
- 32
- Außen liegende Druckfeder
- 33
- Überwurfmutter
- 34
- Schlitzscheibe
- 35
- Kappe
- 36
- Federaufnahme
- 37
- O-Ringdichtung
1. Zapfhahn für Getränke, bestehend aus einem Grundkörper, in den ein Anschlussstück
zum Anschluss an ein Behältnis oder eine Getränkeleitung, beispielsweise einer Schankanlage,
mündet und an dem ein nach unten gerichteter Auslauf angeordnet ist, in dem sich ein
den Strömungsquerschnitt dicht verschließendes, als Strömungskörper ausgebildetes
Verschlussstück befindet, das über einen Zugbolzen mit einem Steuerelement zum Steuern
des Getränkedurchflusses verbunden ist und mittels eines Federelements entgegen seiner
Öffnungsrichtung gegen den durch eine Einengung des Querschnitts des Auslaufs gebildeten
Dichtbereich gedrückt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Auslauf (3) und das Verschlussstück (7) über den Dichtbereich (13) hinaus verlängert
sind und der Durchmesser der Verlängerung (14) des Verschlussstücks (7) kleiner ist
als der Innendurchmesser des Auslaufs (3) in diesem Bereich, so dass sich an den Dichtbereich
(13) ein ringspaltförmiger Strömungsbereich (16) anschließt.
2. Zapfhahn nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verlängerung (14) von Auslauf (3) und Verschlussstück (7) konisch ausgebildet
ist, so dass sich der ringspaltförmige Strömungsbereich (16) konisch verjüngt.
3. Zapfhahn nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ende der Verlängerung (14) des Verschlussstücks (7) einen Radius aufweist.
4. Zapfhahn nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Innenwandung des Auslaufs 3 im Bereich des Radius zylindrisch ist.
5. Zapfhahn nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Auslauf (3) über das Ende des Verschlussstücks (7) hinaus verlängert ist und
in dieser Verlängerung einen den Strömungsquerschnitt nochmals einengenden Absatz
(18) aufweist.
6. Zapfhahn nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich der Absatz (18) in Höhe des Endes des Verschlussstücks (7) befindet.
7. Zapfhahn nach einem der Anspruche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verschlussstück (7) eine O-Ringdichtung (12) aufweist, die bei geschlossenem
Zapfhahn an der durch die Einengung des Querschnitts des Auslaufs (3) gebildeten Dichtkante
anliegt.
8. Zapfhahn nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich an die Dichtkante ein kurzer zylindrischer Dichtbereich (13) anschließt
9. Zapfhahn nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verschlussstück (7) in Strömungsrichtung vor dem Dichtbereich (13) einen mit
Ausnehmungen (20) versehenen zylindrischen Führungsteil (21) aufweist.
10. Zapfhahn nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass, die vom Getränk beaufschlagte Stirnfläche (22) des Verschlussstückes (7) eben ist.