[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Korrosionsschutzmittel für funktionelle Flüssigkeiten,
ein dieses Korrosionsschutzmittel enthaltendes wassermischbares Konzentrat für funktionelle
Flüssigkeiten auf Wassergrundlage und dessen Verwendung.
[0002] Aufgrund ihrer Schwerentflammbarkeit und ihres geringen Umweltrisikos gewinnen funktionelle
Flüssigkeiten auf Wassergrundlage zunehmend an Interesse. Bei diesen funktionellen
Flüssigkeiten handelt es sich um Flüssigkeiten, die als Schmiermittel, Schleifmittel,
Kühl- und Schmiermittel für die Metallumformung und die Metallzerspanung und insbesondere
als Druckflüssigkeiten, namentlich als Hydraulikflüssigkeiten, eingesetzt werden.
Diese funktionellen Flüssigkeiten auf Wassergrundlage werden auch als HFA-Flüssigkeiten
beziehungsweise HFA-Hydraulikflüssigkeiten bezeichnet. Solche HFA-Hydraulikflüssigkeiten
werden insbesondere in den hydraulischen Strebausbausystemen von Bergwerken eingesetzt.
Sie werden vor Ort durch Vermischen von 1 bis 20 Gew.-% eines die notwendigen Wirkstoffe
enthaltenden wassermischbaren Konzentrats mit entsprechend 99 bis 80 Gew.-% Wasser
hergestellt. Die Konzentrate können als Schmierstoffe, synthetische Produkte oder
solche auf Mineralölbasis enthalten. In Abhängigkeit von der Zusammensetzung des wassermischbaren
Konzentrats erhält man als HFA-Hydraulikflüssigkeit entweder eine Emulsion (HFAE),
einschließlich einer Mikroemulsion, mit mineralischem oder synthetischem Öl, oder
Lösungen (HFAS). Solche HFA-Hydraulikflüssigkeiten besitzen die Viskosität von Wasser
und können in einem Temperaturbereich von +5°C bis +55°C eingesetzt werden.
[0003] Wenn eine solche funktionelle Flüssigkeit auf Wassergrundlage, beziehungsweise HFA-Hydraulikflüssigkeit,
keinen ausreichenden Korrosionsschutz sicherstellt, so führt dies an den mit dieser
funktionellen Flüssigkeit in Kontakt stehenden Werkstoffoberflächen, namentlich der
Hydraulikeinrichtungen, zur Ausbildung von Korrosion. Hierbei können insbesondere
Lochkorrosion, Muldenkorrosion, Kraterbildung oder aber auch die Abscheidung von belagbildenden
Korrosionsprodukten verursacht werden. Da eine derartige Korrosion namentlich beim
Einsatz der HFA-Hydraulikflüssigkeit in großen hydraulischen Systemen, wie im Strebausbau
von Bergwerken, unbedingt verhindert werden muß, enthalten diese wasserbasierten funktionellen
Flüssigkeiten Korrosionsschutzmittel und weitere Hilfsstoffe, wie tierische, pflanzliche,
mineralische und/oder synthetische Öle, Fette, Öl- oder Fettbestandteile als Schmiermittel,
Fettalkohole, Biozide, Fungizide, Komplexbildner, Schwermetallinhibitoren, nichtionische
oder anionische Emulgatoren, Dispergiermittel und Entschäumer.
[0004] Aus der EP 1 175 489 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von Schneidflüssigkeiten
auf Wassergrundlage bekannt, die eine Ölphase, eine wässrige Phase, ein Bakterizid
oder Fungizid und Hochdruckkomponenten enthalten. Als antikorrosive und/oder bakteriostatische
Mittel können diese Schneidflüssigkeiten organische Säuren, wie Sebacinsäure, enthalten.
[0005] Aus der DE 198 33 894 A1 ist ein wassermischbares Kühlschmierstoff-Konzentrat bekannt,
welches natürliche oder synthetische Mineralöle, Emulgatoren, Lösungsvermittler, Konservierungsstoffe,
Metallinhibitoren und andere übliche Additive enthält und zum Zwecke der Sicherstellung
einer Hautverträglichkeit einen pH-Wert von unter 7,7 aufweist. Als Korrosionsschutzmittel
kann dieses Konzentrat Umsetzungsprodukte von Borsäure mit primären oder tertiären
Alkanolaminen, ethoxylierte oder propoxylierte Fettsäuren oder Fettsäurealkanolamide,
Phosphorsäureester, Triazole der Thiadiazole entweder alleine oder in Kombination
enthalten. Wenngleich in dieser Druckschrift angegeben ist, daß mit diesen Konzentraten
ein wassergemischter Kühlschmierstoff hergestellt werden kann, dessen pH-Wert möglichst
nahe am Neutralpunkt liegt und der trotzdem nicht zur Rostbildung bei Metallteilen
führt, die mit einer wässrigen Lösung des Kühlschmierstoffes bearbeitet worden sind,
vermögen diese Konzentrate und die damit hergestellten funktionellen Flüssigkeiten
auf Wassergrundlage insbesondere im Hinblick auf ihre Korrosionswirkung nicht zu befriedigen.
Insbesondere können diese wasserbasierten Kühlschmierstoffe, wenn sie während längerer
Zeit mit Metalloberflächen in Kontakt stehen, wie es bei der Anwendung in Hydraulikeinrichtungen
der Fall ist, zur Korrosion der freiliegenden Metalloberflächen führen, namentlich
durch Lochfraß und die Abscheidung von unerwünschten Belägen.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, ein Korrosionsschutzmittel
für funktionelle Flüssigkeiten anzugeben, mit denen es gelingt, das Korrosionsschutzverhalten
solcher HFA-Flüssigkeiten, namentlich von HFA-Hydraulikflüssigkeiten für Hydrauliksysteme
ohne Beeinträchtigung der übrigen Anforderungen an eine solche funktionelle Flüssigkeit
in der Weise zu verbessern, daß ihr Einsatz in großvolumigen und äußerst kostspieligen
Hydraulikeinrichtungen, wie sie im Bergbau eingesetzt werden, möglich wird.
[0007] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, daß es mit einer Kombination aus mindestens
drei verschiedenen an sich bekannten Korrosionsschutzadditiven, gelingt, das Korrosionsschutzverhalten
solcher HFA-Hydraulikflüssigkeiten in unerwartet starkem Maße zu verbessern, so daß
nicht nur die Lochkorrosion, die Muldenkorrosion und die Kraterbildung, sondern auch
die Abscheidung von belagbildenden Korrosionsprodukten vollständig vermieden werden
kann, die man bei der Verwendung herkömmlicher HFA-Flüssigkeiten bei dem nachfolgend
beschriebenen Spaltkorrosionstest entsprechend DSK Norm N 762 830 beobachtet.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist daher das Korrosionsschutzmittel gemäß Hauptanspruch.
Die Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausführungsformen dieses Erfindungsgegenstandes,
ein dieses Korrosionsschutzmittel enthaltendes wassermischbares Konzentrat für funktionelle
Flüssigkeiten auf Wassergrundlage, bevorzugte Ausführungsformen dieses Konzentrats
sowie seine Verwendung für die Herstellung eines Schmiermittels, eines Schleifmittels,
einer Hydraulikflüssigkeit oder eines Kühlschmiermittels auf Wassergrundlage für die
Metallumformung und Metallzerspanung.
[0009] Eine Ausführungsform der Erfindung betrifft daher ein Korrosionsschutzmittel für
funktionelle Flüssigkeiten, welches 5 bis 80 Gew.-% mindestens eines Fettsäurealkanolamids
auf der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen,
5 bis 80 Gew.-% mindestens eines Alkohols mit 2 bis 14 Kohlenstoffatomen und 5 bis
80 Gew.-% mindestens einer aromatischen Monocarbonsäure oder einer aliphatischen Dicarbonsäure
mit 10 bis 12 Kohlenstoffatomen enthält, wobei die Summe dieser Bestandteile 100 Gew.-%
beträgt und die Gewichtsprozent auf das Gewicht des Korrosionsschutzmittels bezogen
sind.
[0010] Es hat sich bei Vergleichsuntersuchungen, die in den nachfolgenden Beispielen und
Vergleichsbeispielen verdeutlicht werden, gezeigt, daß nur dann, wenn das Korrosionsschutzmittel
die drei angegebenen notwendigen Bestandteile enthält und die aromatische Monocarbonsäure
beziehungsweise die aliphatische Dicarbonsäure insgesamt 10 bis 12 Kohlenstoffatome,
einschließlich der Carboxylgruppen, aufweist, die unerwünschte Korrosion vollständig
vermieden werden kann, während beispielsweise bei Vorhandensein einer aliphatischen
Monocarbonsäure mit 10 Kohlenstoffatomen, wie der Neodecansäure, das Auftreten von
festen Ablagerungen und von Linienkorrosion nicht vermieden werden kann. Dieses Ergebnis
ist zweifellos als überraschend und für den Fachmann unerwartet anzusehen.
[0011] Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße Korrosionsschutzmittel 25 bis 60 Gew.-%
des mindestens einen Fettsäurealkanolamids, 15 bis 25 Gew.-% des mindestens einen
Alkohols mit 20 bis 50 Gew.-% der mindestens einen aromatischen Monocarbonsäure oder
aliphatischen Dicarbonsäure der oben definierten Art.
[0012] Als Fettsäurealkanolamide sind in dem erfindungsgemäßen Korrosionsschutzmittel vorzugsweise
solche auf der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 12 bis
18 Kohlenstoffatomen und Alkanolaminen mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, namentlich Monoethanolamin,
Diethanolamin, Triethanolamin, Monopropanolamin, Monoisopropanolamin, 2-Amino-2-methyl-1-propanol,
2-Amino-2-ethyl-1,3-propandiol und/oder Diglykolamin, welches auch als 2-Aminoethoxyethanol
oder Ethylenglykol-2-aminoethylether bezeichnet wird, enthalten.
[0013] Erfindungsgemäß besonders bevorzugte Fettsäurealkanolamide sind Kokosfettsäurealkanolamide
und Tallölfettsäuremonoalkanolamide, wie Kokosfettsäuremonoethanolamid, Kokosfettsäuremonopropanolamid,
Tallölfettsäuremonoethanolamid und Tallölfettsäuremonopropanolamid und insbesondere
auch Umsetzungsprodukte aus Kokosfettsäure, Kokosöl, Tallölfettsäure und/oder Tallöl
und Diglykolamin.
[0014] Das erfindungsgemäße Korrosionsschutzmittel enthält als zweiten zwingenden Bestandteil,
einen aliphatischen, aromatischen oder aliphatisch-aromatischen Mono- oder Dialkohol
mit vorzugsweise 3 bis 10 Kohlenstoffatomen und in besonders bevorzugter Weise Isopropanol,
n-Butanol, Butyldiglykol, Hexylenglykol, Butyltriglykol, Benzylalkohol und/oder Phenoxyethanol.
[0015] Die erfindungsgemäß als dritter wesentlicher Bestandteil des Korrosionsschutzmittels
eingesetzte aromatische Monocarbonsäure oder aliphatische Dicarbonsäure wird vorzugsweise
aus der Sebacinsäure, Undecandisäure, Dodecandisäure und p-tert-Butylbenzoesäure umfassenden
Gruppe ausgewählt. Als besonders günstig haben sich Mischungen aus diesen Säuren herausgestellt,
insbesondere Mischungen aus Undecandisäure und Dodecandisäure in einem auf das Gewicht
bezogenen Mischungsverhältnis von 3:1 bis 1:3 und insbesondere 1:1.
[0016] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein wassermischbares Konzentrat für funktionelle
Flüssigkeiten auf Wassergrundlage und insbesondere für HFA-Hydraulikflüssigkeiten,
welches tierische, pflanzliche, mineralische und/oder synthetische Öle, Fette, Öl-
oder Fettbestandteile als Schmiermittel, Fettalkohole, Biozide, Fungizide, Komplexbildner,
Schwermetallinhibitoren, nichtionische oder anionische Emulgatoren, Dispergiermittel,
Entschäumer, Korrosionsschutzmittel und Wasser und übliche Zusätze als Rest enthält
und als wesentlichen erfindungsgemäßen Bestandteil 2 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 5
bis 15 Gew.-% des oben definierten Korrosionsschutzmittels enthält, wobei die Gewichtsprozent
auf das Gewicht des wassermischbaren Konzentrats bezogen sind.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform enthält das wassermischbare Konzentrat 1
bis 12 Gew.-%, bevorzugter 2 bis 8 Gew.-% mindestens eines Fettsäurealkanolamids auf
der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen,
1 bis 8 Gew.-% mindestens, bevorzugter 1,5 bis 5 Gew.-% eines Alkohols mit 2 bis 14
Kohlenstoffatomen und 1 bis 8 Gew.-%, bevorzugter 1 bis 5 Gew.-% einer aromatischen
Monocarbonsäure oder aliphatischen Dicarbonsäure mit 10 bis 12 Kohlenstoffatomen.
[0018] In vorteilhafter Weise enthält das wassermischbare Konzentrat ein Fettsäurealkanolamid
auf der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen
und Alkanolaminen mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, wobei als Alkanolamine Monoethanolamin,
Diethanolamin, Triethanolamin, Monopropanolamin, Monoisopropanolamin, 2-Amino-2-methyl-1-propanol,
2-Amino-2-ethyl-1,3-propandiol und Diglykolamin besonders bevorzugt sind. Noch bevorzugter
enthält das Konzentrat als Fettsäurealkanolamid ein Kokosfettsäuremonoalkanolamid
und/oder Tallölfettsäuremonoalkanolamid, insbesondere Kokosfettsäuremonoethanolamid,
Kokosfettsäuremonopropanolamid, Tallölfettsäuremonoethanolamid und/oder Tallfettsäuremonopropanolamid,
wobei gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsform als Fettsäurealkanolamid ein
Umsetzungsprodukt aus Kokosfettsäure, Kokosöl, Tallölfettsäure und/oder Tallöl und
Diglykolamin eingesetzt wird.
[0019] Vorzugsweise enthält das Konzentrat als Alkohol einen aliphatischen, aromatischen
oder aliphatisch-aromatischen Mono- oder Dialkohol mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen,
noch bevorzugter Isopropanol, n-Butanol, Butyldiglykol, Hexylenglykol, Butyltriglykol,
Benzylalkohol und Phenoxyethanol, wobei diese Alkohole einzeln oder in Form von beliebigen
Mischungen eingesetzt werden können.
[0020] Das wassermischbare Konzentrat enthält als aromatische Monocarbonsäure oder aliphatische
Dicarbonsäure vorzugsweise Sebacinsäure, Undecandisäure, Dodecandisäure oder p-tert-Butylbenzoesäure,
wobei diese Säuren einzeln oder in Form von Mischungen eingesetzt werden können. Hierbei
sind Mischungen aus Undecandisäure und Dodecandisäure in Gewichtsverhältnissen von
3:1 bis 1:3 und insbesondere von 1:1 besonders bevorzugt sind. Diese Mischungen haben
sich im Hinblick auf die Korrosionsschutzwirkung als besonders vorteilhaft erwiesen.
[0021] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann das erfindungsgemäße wassermischbare
Konzentrat 0,5 bis 3 Gew.-% einer bioziden Verbindung enthalten, die aus bioziden
quaternären Ammoniumverbindungen, Guanidinderivaten, O- oder N-Formalen, O- oder N-Acetalen,
Isothiazolinen, Isothiazolinonen, aliphatischen Aminen oder Diaminen, 3-Iod-2-propinyl-butylcarbamat,
Bis(3-aminopropyl)-dodecylamin und Mischungen davon ausgewählt ist. Als Fungizid oder
Bakterizid kann das Konzentrat 0,5 bis 3 Gew.-% eines fungiziden Pyridinderivats,
vorzugsweise Pyrithion oder ein Pyrithionderivat, wie 2-Pyridinthiol-1-oxid-Natriumsalz
enthalten.
[0022] Als Komplexbildner kann das erfindungsgemäße Konzentrat 0,5 bis 5 Gew.-% Ethylendiamintetraessigsäure
oder deren Alkali- oder Ammoniumsalze, Natriumcitrat, Natriumgluconat, N,N'-Disalicyliden
und/oder Derivate davon enthalten.
[0023] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße wassermischbare
Konzentrat 1 bis 8 Gew.-%, bevorzugter 2 bis 5 Gew.-% eines aus Phosphorsäureestern,
wie Ethylhexylphosphorsäure, Phosphonsäurederivaten, Diaminoxethylat, Triaminoxethylat,
Alkylimidazolinen, Polyaminnaphthensäureamiden, synthetischen oder natürlichen Sulfonaten,
wie Erdölsulfonaten, p-tert-Butylbenzoesäure, Tricarbonsäuren, Neodecansäure, 5- oder
6-Carboxy-4-hexyl-2-hexen-1-octansäure, gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren,
ethoxylierten oder propoxylierten Fettsäuren und Fettsäurealkanolamiden, Thiadiazolverbindungen
und Mischungen davon ausgewählten zusätzlichen Korrosionsschutzmittels.
[0024] Weiterhin kann als zusätzliches Korrosionsschutzmittel 3 bis 25 Gew.-% eines Umsetzungsprodukts
aus Borsäure und primären oder tertiären Alkanolaminen in dem erfindungsgemäßen wassermischbaren
Konzentrat enthalten sein.
[0025] Das erfindungsgemäße Konzentrat kann weiterhin 0,05 bis 1,5 Gew.-% Benzotriazol und/oder
Toluyltriazol und/oder Derivate davon als Schwermetallinhibitor enthalten.
[0026] Erfindungsgemäß enthält das mit Wasser mischbare Konzentrat als tierisches, pflanzliches,
mineralisches und/oder synthetisches Schmiermittel 3 bis 70 Gew.-% eines natürlichen
oder synthetischen Mineralöls, 2 bis 40 Gew.-% eines Esteröls, bei dem es sich um
übliche synthetische Esteröle handelt, die dem Fachmann geläufig sind, 1 bis 6 Gew.-%
eines phosphatierten und/oder ethoxylierten Alkohols und/oder 2 bis 35 Gew.-% eines
Polyalkylenglykols und/oder Polyvinylpyrrolidons, mit der Maßgabe, daß dieses Schmiermittel
10 bis 70 Gew.-% des wassermischbaren Konzentrats ausmacht.
[0027] Als Entschäumer kann das Konzentrat 0,05 bis 1 Gew.-% einer Siloxanverbindung enthalten,
während als Emulgator 1 bis 5 Gew.-% Oleoylsarcosid bevorzugt sind. Als Dispergiermittel
können 0,2 bis 5 Gew.-% eines Acrylpolymersalzes, insbesondere eines Salzes einer
Poly(meth)acrylsäure in dem Konzentrat enthalten sein.
[0028] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das wassermischbare Konzentrat nach
dem Verdünnen mit Wasser auf einen Konzentratgehalt von 1 bis 20 Gew.-%, bezogen auf
die erhaltene funktionelle Flüssigkeit, einen pH-Wert von 8,4 bis 9,8, vorzugsweise
von 9,0 bis 9,5 auf.
[0029] Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die Erfindung die Verwendung des oben
definierten wassermischbaren Konzentrats für die Herstellung eines Schmiermittels,
eines Schleifmittels, einer Hydraulikflüssigkeit oder eines Kühlschmiermittels auf
Wassergrundlage für die Metallumformung und die Metallzerspanung durch Vermischen
von 1 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-% des oben definierten wassermischbaren
Konzentrats, mit 99 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise 99 bis 95 Gew.-% Wasser. Unter spanloser
Metallumformung ist im Rahmen der erfindungsgemäßen Verwendung das Tiefziehen, Kaltfließpressen
oder Walzen zu verstehen, während die spanende Metallverarbeitungen das Drehen, Fräsen,
Bohren und Schleifen von Metallen umfaßt.
[0030] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, daß das erfindungsgemäße wassermischbare
Konzentrat auch beim Vermischen mit Wasser mit einer Härte von 3°dH bis 42°dH bei
einem Konzentratanteil von 2% HFA-Hydraulikflüssigkeit in Form von Emulsionen ergibt,
die auch nach 600 Stunden bei einer Temperatur von 50°C absolut stabil sind.
[0031] Das erfindungsgemäße Korrosionsschutzmittel wird durch einfaches Vermischen der Bestandteile
hergestellt. Das wassermischbare Konzentrat der vorliegenden Erfindung wird dadurch
hergestellt, daß man die in Wasser löslichen beziehungsweise in Wasser dispergierbaren
Bestandteile zunächst in Wasser einbringt, dann die öllöslichen Bestandteile in der
Ölkomponente löst oder dispergiert und dann die wasserhaltige Mischung langsam der
Mineralölmischung zusetzt.
[0032] Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
[0033] In den Beispielen und den Vergleichsbeispielen wird der mit dem erfindungsgemäßen
Korrosionsschutzmittel erzielte Korrosionsschutzeffekt mit Hilfe des Spaltkorrosionstests,
entsprechend der DSK Norm N 762 830 bestimmt. Das Verfahren der Korrosionsprüfung
mit Hilfe dieses Spaltkorrosionstests ist veröffentlicht in Glückauf 138 (2002) Nr.
5, Seiten 208-212. Das Verfahren besteht darin, daß die zu prüfende Druckflüssigkeit
oder Hydraulikflüssigkeit in einer definierten Stempeleinheit (Kolben-Zylinder) unter
rein statischen Bedingungen während 21 Tagen bei einer Luftfeuchtigkeit von 95% und
einer Prüftemperatur von 35°C gelagert wird. Der Spaltbereich ist zwischen der Zylinderinnenoberfläche
und einem auf dem Kolben befindlichen Bronzeteil ausgebildet. Auf dem Bronzeteil ist
ein handelsüblicher Dichtring aufgezogen. Nach einer Kontaktzeit mit der zu prüfenden
Flüssigkeit während 21 Tagen wird die Stempeleinheit demontiert und der Spaltbereich
auf der Zylinderinnenoberfläche im Hinblick auf eine Korrosionsausbildung untersucht.
Bei diesem Spaltkorrosionstest zeigt sich, daß bei unzureichendem Korrosionsschutz
neben einer Lochkorrosion und Kraterbildungen auch belagsähnliche, farblich sehr unterschiedliche
Korrosionsprodukte im Spaltbereich auf der Zylinderoberfläche abgelagert werden. Wenn
sich diese Beläge im Spaltbereich des Dichtrings auf der Zylinderoberfläche finden,
so finden sie sich in der Regel auch auf der Dichtringoberfläche und der Bronzeoberfläche.
Insbesondere sammeln sich an der Dichtlippe kleinere Partikel an, die für eine linienförmige
Korrosion in Umfangsrichtung der Zylinderoberfläche verantwortlich sind. Im Hinblick
auf die Definition des Begriffes "Spaltkorrosion" ist auf die Norm DIN EN ISO 8044-3.17
zu verweisen.
Beispiele 1 bis 5 und Vergleichsbeispiele A bis E
[0034] Aus den in den nachfolgenden Tabellen 1 bis 3 angegebenen Bestandteilen werden zunächst
wassermischbare Konzentrate hergestellt, die dann im Verhältnis von 2 Gewichtsteilen
Konzentrat mit 98 Gewichtsteilen Wasser vermischt werden, unter Bildung einer HFA-Hydraulikflüssigkeit,
die bei dem oben angesprochenen Spaltkorrosionstest untersucht wird.
[0035] Für die Herstellung der wassermischbaren Konzentrate wird zunächst Wasser vorgelegt,
wonach Kaliumhydroxid zugegeben und unter Rühren gelöst wird. Anschließend werden
die jeweils verwendeten Säuren, wie Sebacinsäure, Dodecandisäure, Undecandisäure beziehungsweise
im Vergleichsbeispiel E Neodecansäure, zugesetzt, und es wird so lange bei einer Temperatur
von 50°C gerührt, bis der pH-Wert der Mischung bei 7 liegt. Anschließend werden Natriumcitrat
und Monoethanolamin zugesetzt und man läßt die Mischung unter Rühren auf 25°C abkühlen.
[0036] In einem getrennten Gefäß erwärmt man einen Teil des als Schmierstoff eingesetzten
aliphatischen Kohlenwasserstoffs (50%) und gibt anschließend die Fettsäurealkanolamide,
Natriumpetrolsulfonat unter Rühren zu und anschlie-βend den verbliebenen aliphatischen
Kohlenwasserstoff, gefolgt von den restlichen Bestandteilen. Anschließend mischt man
gut durch und gibt unter Rühren die in der ersten Stufe erhaltene wasserhaltige Mischung
zu der Mischung auf der Grundlage von aliphatischen Kohlenwasserstoffs zu. Man erhält
ein hellbraunes, klares, leicht viskoses Konzentrat, welches dann mit Wasser vermischt
wird unter Bildung einer funktionellen Flüssigkeit auf Wassergrundlage (HFA-Hydraulikflüssigkeit)
mit einem Gehalt von 2 Gew.-% des Konzentrats und 98 Gew.-% Wasser. Diese HFA-Hydraulikflüssigkeit
wird in den Spaltbereich der Stempeleinheit für den Spaltkorrosionstest eingebracht
und während 21 Tagen bei einer Luftfeuchtigkeit von 95% und einer Temperatur von 35°C
statisch gelagert. Nach der Öffnung der Stempeleinheit und dem Entfernen der darin
enthaltenen HFA-Hydaulikflüssigkeit wird die Prüfeinrichtung im Hinblick auf die Verschlammung
im Bodenbereich des Außenrohrs, im Spaltbereich und im Bronzekolbenbereich untersucht
und auf Ablagerungen vor der Reinigung im Innenrohr und im Außenrohr und auf Anlauffarbe
nach der Reinigung im Innenrohr und im Außenrohr und auf feste Ablagerungen an der
Innenfläche des Zylinders und im Spaltbereich des Zylinders sowie an der Oberfläche
des Bronzekolbens untersucht.
[0037] Wie in den nachfolgenden Tabellen 1 bis 3 angegeben ist, ergeben sich mit den HFA-Hydraulikflüssigkeiten
nach der vorliegenden Erfindung keinerlei Korrosionseffekte, während die Produkte
der Vergleichsbeispiele A bis B den Korrosionstest entsprechend der DSK Norm N 762
830 nicht bestehen, da sich sowohl Ablagerungen vor der Reinigung am Zylinder feststellen
lassen, ebenso wie feste Ablagerungen im Spaltbereich des Zylinders und eine linienförmige
Korrosion in Umfangsrichtung im Spaltbereich des Zylinders.
| Tabelle 1 |
Beispiel 1 |
Vergleich A |
Beispiel 2 |
Vergleich B |
| Bestandteile |
Gew.-% |
Gew.-% |
Gew.-% |
Gew.-% |
| Wasser |
28,0 |
31,6 |
28,0 |
32,0 |
| Toluyltriazol/Benzotriazol |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
| Fettalkoholpolyglykolether |
3,6 |
3.6 |
3.6 |
3.6 |
| Oleoylsarkosid |
1,8 |
1,8 |
1,8 |
1,8 |
| Hexanydrotriazin |
1,2 |
1,2 |
1,2 |
1,2 |
| aliphat. Kohlenwasserstoff Siedebereich <200°C (BNS 4) |
42,8 |
42,8 |
42,8 |
42,8 |
| Synthetisches Natriumpetrolsulfonat |
1,8 |
1,8 |
1,8 |
1,8 |
| Kaliumhydroxid |
1, 3 |
1,3 |
1.3 |
|
| Natriumcitrat |
0,9 |
0,9 |
0,9 |
0.9 |
| Triäthanolamin rein |
|
|
|
|
| Oleylethercarbonsäure 5 EO |
1,8 |
1,8 |
1,8 |
1,8 |
| 5-, 6-Carboxy-4-hexyl-2-cyclohexen-1-octansäure |
|
|
|
|
| Polysiloxan-Entschäumer |
0,25 |
0,25 |
0,25 |
0,25 |
| Monoethanolamin |
2,6 |
2,6 |
2,6 |
2,6 |
| Tallölfettsäure |
|
|
|
|
| 2-Ethylhexylphosphorsäure |
|
|
|
|
| 3-Jod-2Propinylbutylcarbamat |
0,35 |
0,35 |
0,35 |
0,35 |
| Bis(3-aminopropyl)-dodecyl-amin |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
| Kokosfettsäurealkanolamid |
|
|
3,0 |
3,0 |
| Tallölfettsäurealkanolamid |
6,3 |
6,3 |
3,3 |
3,3 |
| n-Butanol |
0,9 |
|
0,9 |
0,9 |
| Benzylalkohol |
2, 7 |
|
2, 7 |
2, 7 |
| Butldiglykol |
|
|
|
|
| Sebacinsäure |
|
|
|
|
| Dodecandisäure |
1,35 |
1,35 |
1,35 |
|
| Undecandisäure |
1,35 |
1,35 |
1,35 |
|
| Neodecansäure (C10 Monocarbonsäure) |
|
|
|
|
| Summe |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
| pH-Wert nach dem Verdünnen |
9,3 |
8,8 |
9,2 |
9,4 |
| |
|
|
|
|
| Spaltkorrosionstest gemäß DSK N 762 830 |
keine Korrosion |
Ablagerungen im Zylinder, feste Ablagerungen, Linienkorrosion |
keine Korrosion |
Ablagerungen im Zylinder, feste Ablagerungen, Linienkorrosion |
| |
|
|
|
|
| Tabelle 2 |
Beispiel 3 |
Vergleich C |
Beispiel 4 |
Vergleich D |
| Bestandteile |
Gew.-% |
Gew.-% |
Gew.-% |
Gew.-% |
| Wasser |
25,7 |
30,1 |
59,0 |
62,5 |
| Toluytriazo/Benzotriazol |
0,2 |
0,2 |
0,2 |
0,2 |
| Fettalkoholpolyglykolether |
3,6 |
3,6 |
3,0 |
3.0 |
| Oleoylsarkosid |
1,8 |
1,8 |
1,0 |
1,0 |
| Hexahydrotriazin |
0,5 |
0,5 |
1,0 |
1,0 |
| aliphat. Kohlenwasserstoff Siede 42,8 bereich <200°C (BNS 4) |
42,8 |
42,8 |
13,0 |
13,0 |
| Synthetisches Natriumpetrolsulfonat |
1,8 |
1,8 |
1,0 |
1,0 |
| Kaliumhydroxid |
1,0 |
1,0 |
1,0 |
1,0 |
| Natriumcitrat |
0,9 |
0,9 |
1,0 |
1,0 |
| Triäthanolamin rein |
|
|
|
|
| Oleylethercarbonsäure 5 EO |
1,8 |
1,8 |
2,0 |
2,0 |
| 5-, 6-Carboxy-4-hexyl-2-cyclohexen-1-octansäure |
0,75 |
0,75 |
|
|
| Polysiloxan-Entschäumer |
0,25 |
0,25 |
0,5 |
0,5 |
| Monoethanolamin |
4,3 |
4,3 |
3,8 |
3,8 |
| Tallölfettsäure |
0,8 |
0,8 |
|
|
| 2-Ethylhexylphosphorsäure |
2,0 |
2,0 |
3,0 |
3,0 |
| 3-Jod-2Propinylbutylcarbamat |
|
|
|
|
| Bis(3-aminopropyl)-dodecyl-amin |
0,5 |
0,5 |
|
|
| Kokosfettsäurealkanolamid |
5,0 |
5,0 |
5,0 |
5,0 |
| Tallölfettsäurealkanolamid |
|
|
|
|
| n-Butanol |
0,9 |
|
1,0 |
|
| Benzylalkohol |
2,5 |
|
2,5 |
|
| Butldiglykol |
1,0 |
|
|
|
| Sebacinsäure |
1,0 |
1,0 |
|
|
| Dödecandisäure |
|
|
1 ,0 |
1,0 |
| Undecandisäure |
1,0 |
1,0 |
1,0 |
1.0 |
| Neodecansäure (C10 Monocarbonsäure) |
|
|
|
|
| Summe) |
100,00 |
100,00 |
100,0 |
100,0 |
| pH-Wert nach dem Verdünnen |
9,40 |
9,40 |
9,2 |
8,6 |
| |
|
|
|
|
| Spaltkorrosionstest gemäß DSK N 762 830 |
keine Korrosion |
Ablagerungen im Zylinder, feste Ablagerungen, Linienkorrosion |
keine Korrosion |
Ablagerungen im Zylinder, feste Ablagerungen, Linienkorrosion |
| |
|
|
|
|
| Tabelle 3 |
Beispiel 5 |
Vergleich E |
| Bestandteile |
Gew.-% |
Gew.-% |
| Wasser |
61,5 |
61,5 |
| Toluyltriazol/Benzotriazol |
0,2 |
0,2 |
| Fettalkoholpolyglykolether |
3,0 |
3,0 |
| Oleoylsarkosid |
1,0 |
1,0 |
| Hexahydrotriazin |
1,0 |
1,0 |
| aliphat. Kohlenwasserstoff Siedebereich <200°C (BNS 4) |
13,0 |
13,0 |
| Synthetisches Natriumpetrolsulfonat |
1,0 |
1,0 |
| Kaliumhydroxid |
1,0 |
1,0 |
| Natriumcitrat |
1,0 |
1,0 |
| Triäthanolamin rein |
2,0 |
2,0 |
| Oleylethercarbonsäure 5 EO |
2,0 |
2,0 |
| 5-, 6-Carboxy-4-hexyl-2-cyclohexen-1-octansäure |
|
|
| Polysiloxan-Entschäumer |
0,5 |
0,5 |
| Monoethanolamin |
0,3 |
0,3 |
| Tallölfettsäure |
|
|
| 2-Ethylhexylphosphorsäure |
|
|
| 3-Jod-2Propinylbutylcarbamat |
|
|
| Bis(3-aminopropyl)-dodecylamin |
|
|
| Kokosfettsäurealkanolamid |
5,0 |
5,0 |
| Tallölfettsäurealkanolamid |
|
|
| n-Butanol |
1,0 |
1,0 |
| Benzylalkohol |
1 ,5 |
1,5 |
| Butldiglykol |
3,0 |
3,0 |
| Sebacinsäure |
|
|
| Dodecandisäure |
1,0 |
|
| Undecandisäure |
1,0 |
|
| Neodecansäure (C10 Monocarbonsäure) |
|
2,0 |
| Summe |
100,00 |
100,00 |
| pH-Wert nach dem Verdünnen |
8,9 |
9,0 |
| |
|
|
| Spaltkorrosionstest gemäß DSK N 762 830 |
keine Korrosion |
Ablagerungen im Zylinder, feste Ablagerungen, Linienkorrosion |
| |
|
|
[0038] Namentlich das Vergleichsbeispiel E läßt erkennen, daß eine Hydraulikflüssigkeit
auf Wassergrundlage, die Neodecansäure, also eine C
10-Monocarbonsäure enthält, erhebliche Korrosionswirkungen entfaltet und demzufolge
für die Anwendung als HFA-Hydraulikflüssigkeit ungeeignet ist, während das erfindungsgemäße
Korrosionsschutzmittel und die es enthaltende HFA-Hydraulikflüssigkeit, welche sich
durch die erfindungsgemäße Auswahl der besonderen aliphatischen Dicarbonsäuren von
dem Produkt des Standes der Technik unterscheidet, keinerlei Korrosionswirkung zeigt
und ohne weiteres für den Einsatz in beispielsweise hydraulischen Strebausbausystemen
für den Bergbau geeignet ist.
[0039] Dieses Ergebnis der sprunghaften Verbesserung der Korrosionsschutzwirkung durch die
erfindungsgemäße Kombination aus dem definierten Fettsäurealkanolamid, dem definierten
Alkohol und der definierten aromatischen Monocarbonsäure beziehungsweise den definierten
aliphatischen Dicarbonsäuren, ist überraschend und in keiner Weise zu erwarten gewesen.
1. Korrosionsschutzmittel für funktionelle Flüssigkeiten, umfassend 5 bis 80 Gew.-% mindestens
eines Fettsäurealkanolamids auf der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren
mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen, 5 bis 80 Gew.-% mindestens eines Alkohols mit 2 bis
14 Kohlenstoffatomen und 5 bis 80 Gew.-% mindestens einer aromatischen Monocarbonsäure
oder einer aliphatischen Dicarbonsäure mit 10 bis 12 Kohlenstoffatomen, wobei die
Summe dieser Bestandteile 100 Gew.-% beträgt und die Gew.-% auf das Gewicht des Korrosionsschutzmittels
bezogen sind.
2. Korrosionsschutzmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 25 bis 60 Gew.-%, des mindestens einen Fettsäurealkanolamids, 15 bis 25 Gew.-%
des mindestens einen Alkohols und 20 bis 50 Gew.-% der mindestens einen aromatischen
Monocarbonsäure oder aliphatischen Dicarbonsäure enthält, und die Summe dieser Bestandteile
100 Gew.-% beträgt.
3. Korrosionsschutzmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es Fettsäurealkanolamids auf der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren
mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen und Alkanolaminen mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen enthält.
4. Korrosionsschutzmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es Fettsäurealkanolamids auf der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren
mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen und Monoethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin,
Monopropanolamin, Monoisopropanolamin, 2-Amino-2-methyl-1-propanol, 2-Amino-2-ethyl-1,3-propandiol
und/oder Diglykolamin enthält.
5. Korrosionsschutzmittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß es als Fettsäurealkanolamid Kokosfettsäuremonoalkanolamid und/oder Tallölfettsäuremonoalkanolamid
enthält.
6. Korrosionsschutzmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es als Fettsäurealkanolamid ein Umsetzungsprodukt aus Kokosfettsäure, Kokosöl, Tallölfettsäure
und/oder Tallöl und Diglykolamin enthält.
7. Korrosionsschutzmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es als Fettsäurealkanolamid Kokosfettsäuremonoethanolamid, Kokosfettsäuremonopropanolamid
Tallölfettsäuremonoethanolamid und/oder Tallölfettsäuremonopropanolamid enthält.
8. Korrosionsschutzmittel nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß es als Alkohol einen aliphatischen, aromatischen oder aliphatisch-aromatischen Mono-
oder Dialkohol mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen enthält.
9. Korrosionsschutzmittel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß es als Alkohol Isopropanol, n-Butanol, Butyldiglykol, Hexylenglykol, Butyltriglykol,
Benzylalkohol und/oder Phenoxyethanol enthält.
10. Korrosionsschutzmittel nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es eine aromatische Monocarbonsäure oder aliphatische Dicarbonsäure ausgewählt aus
der Sebacinsäure, Undecandisäure, Dodecandisäure und p-tert-Butylbenzoesäure umfassenden
Gruppe enthält.
11. Wassermischbares Konzentrat für funktionelle Flüssigkeiten auf Wassergrundlage, enthaltend
tierische, pflanzliche, mineralische und/oder synthetische Öle, Fette, Öl- oder Fettbestandteile
als Schmiermittel, Fettalkohole, Biozide, Fungizide, Komplexbildner, Schwermetallinhibitoren,
nichtionische oder anionische Emulgatoren, Dispergiermittel, Entschäumer, Korrosionsschutzmittel
und Wasser und übliche Zusätze als Rest, dadurch gekennzeichnet, daß es als Korrosionsschutzmittel 2 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 15 Gew.-% des Korrosionsschutzmittels
nach einem der Ansprüche 1 bis 10 enthält, und die Gew.-% auf das Gewicht des Konzentrats
bezogen sind.
12. Konzentrat nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß es 1 bis 12 Gew.-% mindestens eines Fettsäurealkanolamids auf der Grundlage von gesättigten
oder ungesättigten Fettsäuren mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen, 1 bis 8 Gew.-% mindestens
eines Alkohols mit 2 bis 14 Kohlenstoffatomen und 1 bis 8 Gew.-% mindestens einer
aromatischen Monocarbonsäure oder aliphatischen Dicarbonsäure mit 10 bis 12 Kohlenstoffatomen
enthält.
13. Konzentrat nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß es 2 bis 8 Gew.-% des mindestens einen Fettsäurealkanolamids, 1,5 bis 5 Gew.-% des
mindestens einen Alkohols und 1 bis 5 Gew.-% der mindestens einen aromatischen Monocarbonsäure
oder aliphatischen Dicarbonsäure enthält.
14. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß es Fettsäurealkanolamide auf der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren
mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen und Alkanolaminen mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen enthält.
15. Konzentrat nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß es Fettsäurealkanolamide auf der Grundlage von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren
mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen und Monoethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin,
Monopropanolamin, Monoisopropanolamin, 2-Amino-2-methyl-1-propanol, 2-Amino-2-ethyl-1,3-propandiol
und/oder Diglykolamin enthält.
16. Konzentrat nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß es als Fettsäurealkanolamide Kokosfettsäuremonoalkanolamid und/oder Tallölfettsäuremonoalkanolamid
enthält.
17. Konzentrat nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß es als Fettsäurealkanolamid ein Umsetzungsprodukt aus Kokosfettsäure, Kokosöl, Tallölfettsäure
und/oder Tallöl und Diglykolamin enthält.
18. Konzentrat nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß es als Fettsäurealkanolamid Kokosfettsäuremonoethanolamid, Kokosfettsäuremonopropanolamid
Tallölfettsäuremonoethanolamid und/oder Tallölfettsäuremonopropanolamid enthält.
19. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Alkohol einen aliphatischen, aromatischen oder aliphatisch-aromatischen Mono-
oder Dialkohol mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen enthält.
20. Konzentrat nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Alkohol Isopropanol, n-Butanol, Butyldiglykol, Hexylenglykol, Butyltriglykol,
Benzylalkohol und/oder Phenoxyethanol enthält.
21. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß es eine aromatische Monocarbonsäure oder aliphatische Dicarbonsäure ausgewählt aus
der Sebacinsäure, Undecandisäure, Dodecandisäure und p-tert-Butylbenzoesäure umfassenden
Gruppe enthält.
22. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,5 bis 3 Gew.-% einer bioziden Verbindung, ausgewählt aus bioziden quaternären
Ammoniumverbindungen, Guanidinderivaten, O- oder N-Formalen, O- oder N-Acetalen, Isothiazolinen,
Isothiazolinonen, aliphatischen Aminen oder Diaminen, 3-Iod-2-propinyl-butylcarbamat,
Bis(3-aminopropyl)-dodecylamin und Mischungen davon als Biozid enthält.
23. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,5 bis 3 Gew.-% eines fungiziden Pyridinderivats, vorzugsweise Pyrithion oder
ein Pyrithionderivat, wie 2-Pyridinthiol-1-oxid-Natriumsalz als Fungizid oder Bakterizid
enthält.
24. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß sie 0,5 bis 5 Gew.-% Ethylendiamintetraessigsäure oder deren Alkali- oder Ammoniumsalze,
Natriumcitrat, Natriumgluconat, N,N'-Disalicyliden und/oder Derivate davon als Komplexbildner
enthält.
25. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß es 1 bis 8 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-% eines aus Phosphorsäureestern, wie
Ethylhexylphosphorsäure, Phosphonsäurederivaten, Diaminoxethylat, Triaminoxethylat,
Alkylimidazolinen, Polyaminnaphthensäureamiden, synthetischen oder natürlichen Sulfonaten,
wie Erdölsulfonaten, p-tert-Butylbenzoesäure, Tricarbonsäuren, Neodecansäure, 5-oder
6-Carboxy-4-hexyl-2-hexen-1-octansäure, gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren,
ethoxylierten oder propoxylierten Fettsäuren und Fettsäurealkanolamiden, Thiadiazolverbindungen
und Mischungen davon ausgewählten zusätzlichen Korrosionsschutzmittels enthält.
26. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß es 3 bis 25 Gew.-% eines Umsetzungsprodukts aus Borsäure und primären oder tertiären
Alkanolaminen als zusätzliches Korrosionsschutzmittel enthält.
27. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,05 bis 1,5 Gew.-% Benzotriazol und/oder Toluyltriazol und/oder Derivate davon
als Schwermetallinhibitor enthält.
28. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß es 3 bis 70 Gew.-% eines natürlichen oder synthetischen Mineralöls, 2 bis 40 Gew.-%
eines Esteröls, 1 bis 6 Gew.-% eines phosphatierten und/oder ethoxylierten Alkohols
und/oder 2 bis 35 Gew.-% eines Polyalkylenglykols und/oder Polyvinylpyrrolidons als
tierisches, pflanzliches, mineralisches und/oder synthetisches Schmiermittel, mit
der Maßgabe enthält, daß dieses Schmiermittel 10 bis 70 Gew.-% des Konzentrats ausmacht.
29. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,05 bis 1 Gew.-% einer Siloxanverbindung als Entschäumer enthält.
30. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß es 1 bis 5 Gew.-% Oleoylsarcosid und/oder ethoxylierte Oleylethercarbonsäure als
Emulgator enthält.
31. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,2 bis 5 Gew.-% eines Acrylpolymersalzes, insbesondere eines Salzes einer Poly(meth)acrylsäure
als Dispergiermittel enthält.
32. Konzentrat nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 31, dadurch gekennzeichnet, daß es nach dem Verdünnen mit Wasser auf einen Konzentratgehalt von 1 bis 20 Gew.-%,
bezogen auf die dabei erhaltene funktionelle Flüssigkeit, einen pH-Wert von 8,4 bis
9,8, vorzugsweise von 9,0 bis 9,5 aufweist.
33. Verwendung des wassermischbares Konzentrats nach mindestens einem der Ansprüche 11
bis 32 für die Herstellung eines Schmiermittels, eines Schleifmittels, einer Hydraulikflüssigkeit
und eines Kühlschmiermittels auf Wassergrundlage für die Metallumformung und Metallzerspanung
durch Vermischen von 1 bis 20 Gew.-% des Konzentrats mit 99 bis 80 Gew.-% Wasser.