[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnereivorbereitungsmaschine, insbesondere
eine Strecke oder eine Karde, mit einem mehrere Walzenpaare aufweisenden Streckwerk,
in welchem ein Faserverbund verstreckbar ist. Die Walzenpaare weisen hierbei Oberwalzen
und Unterwalzen auf. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Gehäuse für ein Streckwerk
einer derartigen Spinnereivorbereitungsmaschine.
[0002] Bei der Herstellung und Bearbeitung von Faserverbänden, insbesondere beim Kardieren
und Verstrecken, dürfen bestimmte, durch die zu verarbeitenden Materialien vorgegebene
Temperaturen nicht überschritten werden, um einen konstanten Prozeß und gleichbleibende
Qualität zu gewährleisten. Insbesondere bei Polyester-Fasermaterial, klebrigen Materialien
wie Baumwolle mit Honigtau oder bestimmten Chemiefaser-Mischungen ist eine Verstreckung
über 70 °C kaum mehr möglich. Bei sehr hohen Liefergeschwindigkeiten ab etwa 600 m/min
entstehen im Streckwerk jedoch bedingt durch die erhöhte Walkarbeit an den Streckwerkswalzen
relativ hohe Temperaturen, welche häufig zu Prozeßunterbrechungen durch Wickel führen.
Bei Anlauf der Maschinen ist hingegen die Temperatur an den Walzen oft zu niedrig,
so dass es ebenfalls zu Wickelbildung kommen kann. Darüber hinaus sind die klimatischen
Bedingungen in Spinnereien ohne Klimatisierung häufig starken Schwankungen unterworfen,
insbesondere sind große Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede im Tagesverlauf
feststellbar. Hierdurch kommt es ebenfalls häufig zu Prozeßunterbrechungen bei der
Verstreckung.
[0003] Üblicherweise werden die Streckwerke mit Absaugeinrichtungen versehen, welche Fasern
aus dem Streckwerk absaugen und hierbei auch Wärme mit abführen. Dennoch werden vor
allem bei hohen Liefergeschwindigkeiten Temperaturen von bis zu 100 °C an den Walzen
erreicht, so daß eine Verstreckung nicht mehr für alle Materialien möglich ist.
[0004] Die DE 37 03 357 A1 schlägt hierzu vor, die Oberwalzen des Streckwerks mit einem
Kühlsystem zu versehen. Die Oberwalze kann hierbei mittels eines Luftstromes gekühlt
werden, der durch das Innere des Walzenkernes geführt wird. Die Temperaturen an den
Oberwalzen können hierdurch gesenkt werden. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die Wärme
nicht in ausreichendem Maße abgeführt werden kann, um eine für die Verstreckung klebriger
Materialien geeignete Temperatur einzuhalten.
[0005] Aus der DE 1 921 208 ist es bekannt, zum Betrieb einer Arbeitsmaschine, insbesondere
einer Webmaschine, unter künstlich klimatisierten Bedingungen eine Haube über die
Maschine zu stülpen, welche die gesamte Maschine umschließt. Zur Klimatisierung ist
die Haube über Zu- und Abluftkanäle an eine Klimatisierungsanlage angeschlossen. Um
eine Zugänglichkeit zu der Maschine zu gewährleisten, können die Hauben durch eine
Hubvorrichtung gehoben oder gesenkt werden. Durch Klappen in der Haube kann die Maschine
bedient werden, ohne die gesamte Haube anheben zu müssen. Eine derartige die ganze
Maschine umschließende Haube ist jedoch sehr aufinrendig und kostenintensiv. Die Bedienung
der Maschine ist erschwert durch das Öffnen und Schließen der jeweiligen Klappen.
Um die Temperatur eines einzelnen Arbeitbereiches einzustellen, ist darüber hinaus
die Klimatisierung einer die ganze Maschine umschließenden Kammer energetisch nicht
sinnvoll.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Spinnereivorbereitungsmaschine zu
schaffen, welche auf einfache Weise eine Verstreckung aller Materialien unabhängig
von den die Maschine umgebenden klimatischen Bedingungen auch bei höheren Liefergeschwindigkeiten
ermöglicht.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst mit einer Spinnereivorbereitungsmaschine und einem Gehäuse
mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
[0008] Im Streckwerk einer erfindungsgemäßen Spinnereivorbereitungsmaschine ist ein Faserverbund
verstreckbar. Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf Strecken oder Karden mit
einem zugeordneten Streckwerk, sie ist jedoch auch in anderen Spinnereivorbereitungsmaschinen
mit einem Streckwerk, beispielsweise Kämmaschinen, einsetzbar. Das Streckwerk weist
mehrere Walzenpaare auf, welche aus Oberwalzen und Unterwalzen bestehen. Erfindungsgemäß
sind die Walzenpaare in einem Gehäuse angeordnet, welchem zur Absenkung der Temperatur
im Innenraum des Gehäuses mindestens eine Temperierquelle zugeordnet ist und welches
sie von Antriebseinheiten der Maschine abtrennt. Die Arbeitstemperatur im Streckwerk
bzw. an den Walzen kann hierdurch mit einfachen Mitteln auf einen geeigneten Wert
eingestellt werden, ohne die Bedienung der Maschine zu beeinträchtigen. Die gezielte
Temperierung nur eines vergleichsweise kleinen Arbeitsbereiches kann mit geringem
Energie- und Kostenaufwand bewerkstelligt werden. Eine zusätzliche Erwärmung des Streckwerks
durch umgebende wärmeentwickelnde Baueinheiten, wie beispielsweise die Streckwerkswalzen
antreibende Motoren, wird durch das Gehäuse ebenfalls verhindert. Das Gehäuse dient
somit auch als Temperaturschild gegenüber Wärmequellen, die außerhalb des Gehäuses
Teil der Spinnereivorbereitungsmaschine sind.
[0009] Vorteilhaft ist es auch, wenn das Gehäuse die Walzenpaare von dem die Maschine umgebenden
Raumklima abtrennt. Das Gehäuse kann aus Kunststoff oder auch aus Metall ausgebildet
sein. Zur Abtrennung kann eine Dämmschicht an den Gehäusewänden angeordnet sein, um
Kühlverluste in die Umgebung bzw. Wärmeaufnahme aus der Umgebung zu verhindern. Ebenso
können die Gehäusewände hierzu auch mit einer reflektierenden Schicht versehen sein.
Die Abtrennung der Walzenpaare auch von dem umgebenden Raumklima ermöglicht in energetisch
besonders günstiger Weise die Einhaltung einer optimalen Betriebstemperatur.Eine Regelung
der Temperierquelle wird hierdurch ebenfalls vereinfacht.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die
mindestens eine Temperierquelle zum Erzeugen einer weitgehend konstanten Temperatur
im Bereich von vorzugsweise 40°C ausgebildet ist. Temperaturen im Streckwerk von etwa
40°C haben sich als für die Verstreckung optimal erwiesen. Wesentlich höhere Temperaturen
(ca. 60° bis 70°C) führen bei Chemiefasern häufig zu Strukturveränderungen bzw. Anschmelzen,
während bei Baumwollfasern mit zunehmender Temperatur Probleme durch Honigtau auftreten.
Temperaturen von 25°C und darunter führen jedoch ebenfalls zu Problemen durch Wickelbildung.
Durch eine weitgehend konstante Temperatureinhaltung mit Hilfe der Temperierquelle
kann daher beim Anlaufen der Maschine das Streckwerk auf einfache Weise sehr schnell
auf eine für die Verstreckung optimale Betriebstemperatur gebracht werden. Die Temperierquelle
ist somit in der Anlaufphase der Maschine auch zum Erwärmen des Gehäuses nutzbar.
Hierdurch kann eine gleichmäßige Qualität des erhaltenen Faserbandes unabhängig von
den Betriebszuständen der Spinnereivorbereitungsmaschine erhalten werden. Eine Wickelbildung
kann ebenfalls weitgehend vermieden werden.
[0011] Eine andere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die die mindestens
eine Temperierquelle zum Erzeugen verschiedener, einstellbarer Temperaturen ausgebildet
ist. Die Temperatur kann somit auf einfache Weise an die Betriebszustände der Maschine
angepasst werden. Ein Aufwärmen des Streckwerkes auf Betriebstemperatur ist hierdurch
besonders schnell möglich, ebenso kann je nach Material und klimatischen Gegebenheiten
eine jeweils optimale Betriebstemperatur eingestellt werden. In besonders vorteilhafter
Ausgestaltung der Erfindung ist die mindestens eine Temperierquelle sowohl als Kältequelle
wie auch als Wärmequelle einsetzbar. Als Temperierquelle können beispielsweise Peltierelemente
dienen, welche je nach Polung ein warme und eine gekühlte Seite aufweisen.
[0012] Ebenso kann jedoch auch eine Wärmequelle zusätzlich zu einer Kältequelle vorgesehen
sein, um das Streckwerk in der Anlaufphase zu erwärmen. Ausführungen, welche als Temperierquelle
lediglich eine Kältequelle aufweisen, sind jedoch ebenso möglich.
[0013] Eine andere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die mindestens
eine Temperierquelle eine zentrale Klimaanlage zur Versorgung mehrerer Maschinen ist.
Die Kühlung der Streckwerke mehrerer Maschinen ist hierdurch ebenso wie ein Erwärmen
in der Anlaufphase oder nach Betriebsunterbrechungen auf besonders wirtschaftliche
Weise möglich.
[0014] Eine weitere bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, daß die mindestens eine
Temperierquelle dezentral in oder an der Spinnereivorbereitungsmaschine angeordnet
ist. Hierdurch ist es möglich, in den einzelnen Maschinen eine individuelle Arbeitstemperatur
im Streckwerk zu erreichen. Energieaufwand und Kühlleistung können so optimal an die
jeweilige Maschine und das jeweilige zu verarbeitende Material angepaßt werden.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist als Temperierquelle
eine Kaltluftquelle an der Spinnereivorbereitungsmaschine angeordnet. Die Kaltluft
kann vorteilhafterweise gezielt auf die wärmeentwickelnden Bauteile, beispielsweise
die Oberwalzen, gerichtet sein, wodurch eine besonders gute Kühlung erzielt wird.
Da die Walkarbeit in den elastischen Bezügen der Streckwerksoberwalzen zu einer besonders
hohen Wärmeentwicklung in diesen Belägen führt, ermöglicht die Ausrichtung der Kaltluft
direkt auf die Oberwalzen eine besonders effiziente Kühlung. Wenn zudem der gesamte
Innenraums des Gehäuses von der Kaltluft durchströmt wird, wird zusätzlich auch eine
ausreichende Wärmeabfuhr aus dem gesamten Arbeitsbereich erreicht.
[0016] Vorteilhafterweise ist wenigstens eine Zuleitung für die Zufuhr eines von der Temperierquelle
bereitgestellten Kühlmediums durch eine Öffnung in das Gehäuse und eine Öffnung in
dem Gehäuse für die Abfuhr des Kühlmediums aus dem Gehäuse vorgesehen. Hierdurch kann
eine für die Temperierung des Streckwerks günstige Durchströmung erreicht werden.
[0017] Bei einem anderen vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist die mindestens eine Temperierquelle
in dem Gehäuse angeordnet, was eine besonders kompakte und konstruktiv einfache Ausführung
der Erfindung ermöglicht.
[0018] Bei einem entsprechenden Ausführungsbeispiel kann mindestens ein Teil der Gehäusewand
- ggf. zusätzlich zu anderen Maßnahmen zur Kühlung des Gehäuseinnenraums - gekühlt
werden, um die Temperatur im Gehäuse zu senken.
[0019] Ebenfalls vorteilhaft ist es, wenn die mindestens eine Temperierquelle mit dem Innenraum
eines hohlen Druckstabs verbunden ist, wobei das von der Temperierquelle bereitgestellte
Kühlmedium in den Hohlraum und von dort durch mindestens eine Öffnung des Druckstabs
austritt. Der Druckstab, welcher der Führung sogenannter schwimmender Fasern zwischen
zwei Streckwerkswalzenpaaren dient, ermöglicht somit zusätzlich eine gezielte Temperierung
des Gehäuses, insbesondere der beiden Streckwerkswalzen, zwischen denen er angeordnet
ist. Es können auch mehrere Druckstäbe in dem Gehäuse angeordnet sein, so daß Kühlmedium
gezielt an mehrere Walzen geführt werden kann. Ein für die Zufuhr von Kühlmedium geeigneter
Druckstab ist erfindungsgemäß zumindest teilweise hohl ausgeführt und weist eine Auslaßöffnung
für das Kühlmedium auf. Es können auch mehrere Öffnungen für das Kühlmedium vorgesehen
sein, um das zugeführte Kühlmedium gleichmäßig zu verteilen. Eine gezielte Erwärmung
der Walzen auf Betriebstemperatur zu Prozeßbeginn ist ebenfalls möglich.
[0020] Zur gezielten Zufuhr von Kühlmedium können auch eine oder mehrere Zuführeinrichtungen
für Kühlmedium in dem Gehäuse und hierbei bevorzugt zwischen jeweils zwei Ober- oder
Unterwalzen zweier benachbarter Walzenpaare angeordnet sein, welche wie der zuvor
beschriebene Druckstab mit der Temperierquelle verbunden sind. Das von der mindestens
einen Temperierquelle erzeugte Kühlmedium tritt durch eine oder mehrere Auslaßöffnungen
der jeweiligen, vorzugsweise hohlstabförmig ausgebildeten. Zuführeinrichtung aus.
Vorteilhafterweise wird das Kühlmedium über die gesamte oder nahezu die gesamte Walzenbreite
bzw. die Faserbandbreite auf die entsprechende Walzenoberfläche gerichtet.
[0021] Eine besonders vorteilhafte Ausführung der Erfindung sieht vor, daß von der mindestens
einen Temperierquelle bereitgestelltes Kühlmedium, beispielsweise Kaltluft, entgegen
der Verzugsrichtung durch das Gehäuse leitbar ist. Da die Temperaturentwicklung an
den stromabwärtigen Walzen höher ist als in den stromaufwärtigen Walzen, ermöglicht
die Durchströmung in Richtung des Temperaturgefälles in dem Gehäuse eine besonders
effiziente Kühlung.
[0022] Eine andere vorteilhafte Ausführung der Erfindung sieht vor, daß von der mindestens
einen Temperierquelle bereitgestelltes Kühlmedium, insbesondere Kaltluft, in Verzugsrichtung
durch das Gehäuse leitbar ist. Da im Hauptverzugsfeld ein größerer Faserflug entsteht
als im stromaufwärtigen Vorverzugsfeld, sind Absaugeinrichtungen bei bekannten Maschinen
häufig in Verstreckungs- bzw. Verzugsrichtung nach den Ausgangswalzen angeordnet.
Bei einer Durchströmung des Gehäuses in Verzugsrichtung kann in diesem Fall die Absaugung
vorteilhaft unterstützt werden.
[0023] Der zuvor beschriebene Vorteil, daß die durch das Gehäuse strömende Kaltluft - allgemein:
Kühlmedium - zusätzlich Fasern und/oder Schmutz aus dem Bereich des Verzugsfeldes
entfemt, ist auch bei einer Absaugung entgegen der Verzugsrichtung erzielbar. Statt
einer oder zusätzlich zu einer Saugluftquelle, die für die Absaugung zuständig ist,
kann bei entsprechend angepaßter Ausführung der Gehäusegeometrie auch eine Druckluftquelle
Verwendung finden, welche vorzugsweise mit der Temperierquelle verbunden ist, um mittels
der von der Temperierquelle bereitgestellten Luft Fasern und/oder Schmutz aus dem
Gehäuse zu transportieren.
In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die mindestens eine Temperierquelle
an eine elektronische Steuerungseinrichtung angeschlossen ist. Die Kühlleistung kann
hierdurch in Abhängigkeit von Umgebungsbedingungen und dem zu verarbeitenden Material
eingestellt werden. Zugleich kann zu Prozeßbeginn die Maschine besonders einfach und
schnell auf Betriebstemperatur gebracht werden, indem zunächst Wärme oder Warmluft
zugeführt wird.
[0024] Eine besonders bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die Temperierquelle
regelbar ist. Hierdurch wird die Einhaltung eines vorgegebenen Temperaturniveaus und
eine optimale Anpassung an verschiedene Betriebsbedingungen ermöglicht. Vorzugsweise
ist hierzu wenigstens ein Sensor zur Erfassung der Temperatur und/oder weiterer Parameter
in oder an dem Gehäuse angeordnet. Die Arbeitstemperaturen in verschiedenen Bereichen
des Streckwerks können hierdurch sowohl erfaßt als auch gezielt auf ein bestimmtes
Niveau eingestellt werden.
[0025] Ein erfindungsgemäßes Gehäuse für ein Streckwerk einer Spinnereivorbereitungsmaschine
ist derart ausgebildet, daß Walzenpaare des Streckwerkes, welche aus Ober- und Unterwalzen
bestehen, von dem Gehäuse umschließbar sind. Das Gehäuse trennt hierbei die Walzenpaare
von dem die Maschine umgebenden Raumklima und von weiteren Baueinheiten der Maschine
ab. Dem Gehäuse ist mindestens eine Temperierquelfe zuordenbar, so daß in dem Gehäuse
eine von der Umgebung nicht mehr im wesentlichen Maße abhängige oder sogar unabhängige
Temperatur erzeugt werden kann. Durch die Anordnung der Walzenpaare in dem Gehäuse
ist es möglich, nur den Arbeitsbereich des Streckwerkes gezielt und auf wirtschaftliche
Weise zu temperieren.
[0026] Vorteilhafterweise ist in dem Gehäuse mindestens eine Öffnung für die Zufuhr eines
von der Temperierquelle bereitgestellten Kühlmediums und eine Öffnung für die Abfuhr
des Kühlmediums aus dem Gehäuse sowie je eine weitere Öffnung für den Einlauf und
den Auslauf eines Faserverbundes vorgesehen. Hierdurch wird eine Zirkulation des Kühlmediums
ermöglicht, so daß die entstehende Wärme optimal abgeführt werden kann.
[0027] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die Öffnungen
für Zufuhr und Abfuhr des Kühlmediums derart angeordnet, daß das Gehäuse in stromaufwärtiger
Richtung des Verzugsfeldes durchströmbar ist, wodurch ein optimales Zusammenwirken
mit einer eventuell zusätzlich angeschlossenen Einrichtung zur Entfernung von Fasermaterialien
möglich ist. Derartige Absaug- oder Abblaseinrichtungen transportieren Fasern und
Schmutz üblicherweise in stromaufwärtiger Richtung aus dem Verzugsfeld ab. Eine Durchströmung
des Gehäuses in stromabwärtiger Richtung des Verzugsfeldes kann jedoch ebenfalls vorteilhaft
sein, da das Kühlmedium die Bauteile zuerst erreicht, welche eine größere Wärmeentwicklung
aufweisen.
[0028] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß das Gehäuse
zumindest teilweise durchsichtig ausgeführt ist, um eine Sichtkontrolle des Streckvorganges
zu ermöglichen. Ebenso kann zur Sichtkontrolle ein durchsichtiges Fenster oder eine
durchsichtige Klappe an dem Gehäuse angeordnet sein.
[0029] Auch ist es vorteilhaft, wenn das Gehäuse zumindest zweiteilig ausgeführt ist, so
daß es zu Bedienungs- oder Wartungszwecken leicht geöffnet werden kann. Vorzugsweise
weist das Gehäuse hierzu ein Oberteil und ein Unterteil auf, wobei das Oberteil relativ
vom Unterteil beweglich ausgeführt ist. Ist das Oberteil des Gehäuses zum Öffnen schwenkbar
ausgeführt, ist die Handhabung besonders einfach. Vorteilhaft ist es auch, wenn das
Oberteil des Gehäuses mit einem Belastungsarm, an welchem die Oberwalzen des Streckwerkes
angeordnet sind, verbunden ist. Das Öffnen und Schließen des Gehäuses ist hierdurch
direkt mit dem Anheben bzw. Senken des Belastungsarmes verbunden, so daß zusätzliche
Arbeitsschritte bei der Maschinenbedienung und Wartung nicht nötig sind. Die konstruktive
Ausführung eines derartigen Gehäuses ist hierdurch ebenfalls erleichtert.
[0030] Einen andere, ebenfalls vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß das
Oberteil des Gehäuses mit einer Abdeckung, welche das gesamte Streckwerk abdeckt,
verbunden ist. Das Öffnen des Gehäuses erfolgt hierbei direkt mit dem Anheben der
Abdeckung. Alternativ ist das Oberteil des Gehäuses selbst als Abdeckung ausgebildet.
[0031] Eine weitere vorteilhafte Ausführung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß
das Gehäuse wenigstens eine weitere Öffnung aufweist, welche mit einer externen Druck
oder Saugluftquelle zusammenwirkt. Hierdurch ist es möglich, Fasermaterial und Schmutz
zuverlässig aus dem Verzugsfeld zu entfernen und abzutransportieren.
Weitere darüber hinausgehende Vorteile der Erfindung werden im Zusammenhang mit den
nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Spinnereivorbereitungsmaschine
in einer Seitenansicht,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Gehäuses für ein Streckwerk
mit einer Kaltluftquelle als Temperierquelle,
- Figur 3
- eine Detaildarstellung eines Streckwerkes mit einer Temperierquelle, die mit einem
Druckstab verbunden ist,
- Figur 4
- eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gehäuses in schematischer Darstellung,
- Figur 5
- eine weitere alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gehäuses in schematischer
Darstellung,
- Figur 6
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Gehäuses in zweiteiliger, schwenkbarer
Ausführung und
- Figur 7
- eine schematische Darstellung einer Kaltluftquelle zur Kühlung eines erfindungsgemäßen
Gehäuses.
[0032] In Figur 1 ist eine schematische Seitenansicht einer Strecke als Beispiel für eine
Spinnereivorbereitungsmaschine 1 gezeigt. Gemäß diesem Beispiel werden ein oder mehrere
Faserbänder FB (lediglich diese sind hier der Deutlichkeit halber von oben dargestellt)
der Strecke nebeneinander vorgelegt. Am Eingang der Strecke ist eine Verdichtungseinrichtung
für die Faserbänder 19 angeordnet. Nach Durchlaufen einer mechanischen Abtastvorrichtung
2, 3 wird der nunmehr komprimierte Faserverbund FB', der aus den mehreren einzeinen
Faserbändern FB besteht, in ein Streckwerk 4 geführt, welches das Kernstück der Strecke
bildet. Das Streckwerk 4 weist in der Regel drei Verzugsorgane bzw. Walzenpaare auf,
zwischen denen der eigentliche Verzug stattfindet. Diese sind das Eingangswalzenpaar
5a, 5b, das mittlere Walzenpaar 6a, 6b und das Ausgangs- oder auch Lieferwalzenpaar
7a, 7b, die sich mit in dieser Reihenfolge jeweils gesteigerter Umfangsgeschwindigkeit
drehen. Durch diese unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten der Walzenpaare wird
der Faserverbund FB' entsprechend dem Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeiten verzogen.
Das Eingangswalzenpaar 5a, 5b und das mittlere Walzenpaar 6a, 6b bilden das sog. Vorverzugsfeld
VF, das mittlere Walzenpaar 6a, 6b und das Lieferwalzenpaar 7a, 7b das sog. Hauptverzugsfeld
HF. Im Hauptverzugsfeld HF ist weiterhin ein Druckstab 8 angeordnet, der den Faserverbund
FB' umlenkt und somit für eine bessere Führung der Fasern sorgt, insbesondere der
nicht zwischen den zwei Walzenpaaren 6a, 6b und 7a, 7b geklemmten Fasern (sog. schwimmende
Fasern). Der verzogene Faserverbund FB' wird mit Hilfe einer Umlenkoberwalze 9 und
einer Bandformungseinrichtung 10 zusammengefaßt und über ein Kalanderwalzenpaar 11,
12 und einen geschwungenen Bandkanal 13 in einer Kanne 14 abgelegt.
[0033] Die Walzenpaare 5, 6, 7 des Streckwerks sind in einem Gehäuse 15 angeordnet, welches
sie sowohl vom umgebenden Raumklima als auch von weiteren Baueinheiten der Maschine
abtrennt. Im vorliegenden Beispiel sind nur die Verzugswalzen in dem Gehäuse angeordnet,
ebenso ist es jedoch möglich, auch die Kalanderwalzen 11,12 in dem Gehäuse anzuordnen,
wie in Fig. 6 dargestellt. Der Faserverbund FB' läuft durch eine Öffnung 22 in das
Gehäuse 15 ein bzw. durch eine weitere Öffnung 23 aus dem Gehäuse 15 heraus.
[0034] Das Gehäuse 15 weist weiterhin je eine Öffnung 16, 17 für Zufuhr und Abfuhr eines
Kühlmediums K auf, welche vorliegend beide über Leitungen 18 mit einer Kühlmedium
K produzierenden Temperierquelle 20 verbunden sind. Um eine besonders gleichmäßige
Temperierung im Gehäuse 15 zu erzielen, kann die Zufuhr und Abfuhr des Kühlmediums
K auch über zwei oder mehrere Öffnungen erfolgen (s. Fig. 4). In einer nicht dargestellten
Alternative ist lediglich die Zufuhröffnung 16 an die Temperierquelle 20 angeschlossen,
während die Öffnung 17 das erwärmte Kühlmedium K direkt an die Raumumgebung abgibt.
Im vorliegenden Beispiel ist die Temperierqueffe 20 dezentral an der Maschine 1 angeordnet;
eine zentrale Temperierquelle 20 zur gemeinsamen Versorgung mehrerer Maschinen 1 ist
jedoch ebenso möglich. Durch die Temperierquelle 20 kann im Streckwerk 4 eine auch
für höhere Liefergeschwindigkeiten (beispielsweise oberhalb von 500 m/min für Polyester
oder klebrige Baumwolle) geeignete Temperatur eingehalten werden.
[0035] Mittels der Temperierquelle 20 kann in bestimmten Betriebszuständen, beispielsweise
beim Anlaufen der Maschine 1, das Streckwerk 4 bzw. die es umgebende Luft in dem Gehäuse
15 erwärmt werden. Die Temperierquelle 20 kann hierzu über eine zusätzliche Wärmequelle
verfügen oder aber über eine Kältequelle, welche auch als Wärmequelle betreibbar ist.
Liefert die Temperierquelle 20 eine weitgehend konstante Temperatur, kann auch hierdurch
der Innenraum das Gehäuse 15 erwärmt werden, sofern die Temperatur in dem Gehäuse
15 unter dieser Temperatur liegt.
[0036] Eine weitere Variante der Erfindung sieht vor, das aus dem Gehäuse 15 abgeführte
Kühlmedium K zur Kühlung der - hier nicht dargestellten - Antriebsmotoren der Maschine
1 weiter zu verwenden. Die Leitung 18 zur Abfuhr des Kühlmediums K ist hierzu nicht
mit der Temperierquelle 20 verbunden, sondern führt über eine weitere Leitung 40 zu
den zu kühlenden Antriebseinheiten. Insbesondere bei höheren Umgebungstemperaturen
von etwa 40 °C, wie sie in nicht klimatisierten Spinnsälen oder Heißländern häufig
vorkommen, kann mit dem abgeführten Kühlmedium immer noch eine gute Kühlung der Antriebseinheiten
erreicht werden. Zusätzlich kann noch nicht erwärmte Kaltluft bzw. Kühlmedium K über
eine weitere Leitung 41 aus der Zuleitung 18 abgezweigt werden und ebenfalls zur Kühlung
der Antriebseinheiten verwendet werden.
[0037] Durch die Anordnung der Walzenpaare 5, 6, 7 in dem Gehäuse 15 muß nur ein vergleichsweise
kleiner Bereich gekühlt werden, so daß eine geeignete Arbeitstemperatur wirtschaftlich
und bei geringem Energieaufwand erreicht werden kann. Thermische Einflüsse angrenzender
Baueinheiten und aus der Umgebung werden durch das Gehäuse 15 ebenfalls abgeschirmt.
Die Verstreckung eines Faserverbundes FB' beliebigen Materials ist hierdurch auch
bei hohen Liefergeschwindigkeiten jederzeit möglich. Prozeßunterbrechungen durch schwankende
klimatische Bedingungen in der Umgebung der Spinnereivorbereitungsmaschine 1 werden
ebenfalls weitgehend verhindert, so daß eine derartige Maschine eine gegenüber anderen
bekannten Maschinen gesteigerte Produktionsleistung aufweist. Werden bei der Verstreckung
gefärbte Materialien eingesetzt, kann durch die Kühlung zusätzlich eine Veränderung
temperaturempfindlicher Farbpigmente verhindert werden.
[0038] Die Temperierquelle 20 beinhaltet eine Regeleinrichtung 21, so daß die Arbeitstemperatur
im Streckwerk 4 in Abhängigkeit bestimmter Parameter geregelt werden kann. Die Kühlleistung
kann hierzu beispielsweise abhängig von den Temperaturen an den Oberwalzen 5a (oder
6a) und 7a, welche mit Sensoren 25 erfaßt werden, angepaßt werden. Zusätzlich kann
die Feuchtigkeit in der Streckzone auf einen geeigneten Wert eingestellt werden. Die
Temperierquelle 20 kann jedoch auch mit einer Steuerungseinrichtung versehen bzw.
verbunden sein, welche eine einfache Anpassung an verschiedene Betriebsbedingungen
ermöglicht. Ist die Temperierquelle 20 beispielsweise durch eine Klimaanlage gebildet,
kann diese auf einfache Weise genutzt werden, um das Streckwerk vor dem Betreiben
auf ein definiertes Temperaturniveau zu erwärmen. Hierdurch können in jedem Betriebszustand
der Maschine für die Verstreckung optimale Bedingungen bereitgestellt werden. Eine
besonders effektive Kühlung der Walzenpaare 5, 6, 7 kann erreicht werden, wenn das
Kühlmedium K der Temperierquelle 20 direkt auf die Oberwalzen 5a, 6a, 7a des Streckwerks
4 gerichtet ist, wie in Fig. 2 dargestellt. Hierzu ist eine Kaltluftquelle in dem
Gehäuse 15 angeordnet, welche über mehrere Ausströmkanäle die Oberwalzen 5a, 6a, 7a
anströmt. Je nach Anordnung der Kaltluftquelle können einzelne Bereiche gezielt gekühlt
werden, wobei auch die Anordnung mehrerer Kaltluftquellen in dem Gehäuse 15 möglich
ist. Ebenso kann die Kaltluftquelle derart angeordnet werden, daß die Walzenpaare
5, 6, 7 durch nur einen Ausströmkanal von der Kaltluft überströmt werden. Eine derartige
Kaltluftquelle kann zur gezielten Kühlung einzelner Bauteile auch zusätzlich zu einer
zentralen oder dezentralen Temperierquelle 20 angeordnet sein.
[0039] Die Öffnungen 22, 23 für das Fasermaterial sind in der vorliegenden Darstellung durch
Gummimanschetten oder abgerundete Edelstahlkanten 27 gegen die Umgebung abgedichtet.
Zum Öffnen des Gehäuses 15, beispielsweise zu Bedienzwecken, ist das Gehäuse zweiteilig
mit einem abnehmbaren Oberteil 15a sowie einem an der Maschine 1 angeordneten Unterteil
15b ausgeführt.
[0040] An der Öffnung 17 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel eine Abluftleitung 18
angeschlossen. Diese kann beispielsweise mit einer Saugquelle verbunden sein, um die
im Gehäuse erwärmte Kaltluft aus dem Gehäuse herauszuführen. Alternativ (nicht dargestellt)
führt die Öffnung 17 direkt zur Raumumgebung, d.h. es ist keine Abluftleitung vorgesehen.
Über die Öffnung 16 kann der Kaltluftquelle noch nicht gekühlte Luft zugeführt werden.
Statt der hier dargestellten Kaltluftquelle kann auch eine andere Temperierquelle
20 in oder an dem Gehäuse 15 angeordnet sein, wobei die Öffnung 16 mit der Temperierquelle20
verbunden ist. Die Öffnung 17 kann, wie oben ausgeführt, mit einer Saugquelle verbunden
sein, direkt zur Raumumgebung führen oder über eine Abluftleitung 18 zur Temperierquelle20
zurückführen, wie in Fig. 1 dargestellt. Auch die dargestellte Kaltluftquelle kann
beispielsweise zu Prozeßbeginn dem Erwärmen des Gehäuses 15 dienen.
[0041] Figur 3 zeigt eine Detaildarstellung der Walzenpaare 5, 6, 7 eines Streckwerks 4.
Die Walzenpaare 5, 6, 7 sind auch hier in einem - nicht dargestellten - Gehäuse 15
angeordnet. Die Temperierquelle 20 zur Kühlung der Walzen 5, 6, 7 bzw. des Gehäuses
15 ist hier derart mit dem Innenraum eines zumindest teilweise hohlen Druckstabs 8
verbunden, daß das Kühlmedium K über mindestens eine Auslaßöffnung 29 in dem Druckstab
8 in die thermisch höher belastete Zone des Hauptverzugsfeldes eingebracht werden
kann. Um eine gleichmäßige Kühlung der Walzenpaare 5, 6, 7 zu erreichen, können auch
mehrere Druckstäbe 8 an oder zwischen den Walzenpaaren 5, 6, 7 angeordnet sein. Auch
ein derartiger hohler Druckstab 8 kann genutzt werden, um dem Gehäuse 15 Wärme zuzuführen.
Alternativ oder zusätzlich können eine oder mehrere Zuführeinrichtungen 24 für Kühlmedium
K im Inneren des Gehäuses 15 zwischen den Walzenpaaren 5, 6, 7 angeordnet sein, wie
hier in gestrichelten Linien dargestellt. Die Zuführeinrichtungen 24 können beispielsweise
hohlstabförmig mit einer oder mehreren Auslaßöffnungen 29 ausgeführt sein, über welche
Kühlmedium K gezielt an die zu kühlenden Walzen geleitet wird, so daß eine effektive
Kühlung erreicht wird. Die Auslaßöffnungen 29 einer Zuführeinrichtung 24 können direkt
auf die jeweilige stromaufwärtige und die stromabwärtige Walze gerichtet sein. Die
Auslaßöffnungen 29 für die eine und die andere Walze können somit in einem Winkel
zueinander ausgerichtet sein (bei Querschnittsbetrachtung).
[0042] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Zuführeinrichtungen 24 paarweise zwischen
den Walzen angeordnet sind, so daß Oberwalzen 5a, 6a, 7a und Unterwalzen 5b, 6b, 7b
durch je eine Zuführeinrichtung 24 mit Kühlmedium K beaufschlagt werden. Die Zuführeinrichtung(en)
24 haben gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform keinen Berührungskontakt mit dem
Faserband FB' (wie in Figur 3 dargestellt).
[0043] Oberhalb des Streckwerks 4 ist eine herkömmliche Absaugeinrichtung 30 angeordnet,
die mit Hilfe einer nachgeschalteten, nur schematisch dargestellten Saufluftquelle
31 Fasern, Schmutz und Wärme aus dem Streckwerksbereich abtransportiert. Neben der
Kühlung kann mit dieser Anordnung eine besonders gute Entfernung von Fasermaterial
und Schmutz aus dem Verzugsfeld erreicht werden, da die Schmutz- und Fremdpartikel
aus dem Hauptverzugsfeld HF mit bzw. von dem Kühlmedium K der Absaugeinrichtung 30
zugeführt werden.
[0044] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gehäuses 15 bzw.
einer erfinderischen Spinnereivorbereitungsmaschine (1). Die Öffnungen 16, 17 für
die Zu- und Abfuhr des Kühlmediums K sind hier derart angeordnet, daß das Gehäuse
15 in stromaufwärtiger Richtung, d.h. in Verzugsrichtung, durchströmt wird. Um eine
besonders gleichmäßige Durchströmung und Kühlung des Streckwerkes 4 zu erreichen,
sind an dem Gehäuse je zwei Öffnungen 16, 17 für Zu- und Abfuhr des Kühlmediums K
angeordnet. Das Kühlmedium K wird durch eine Temperierquelle20 über die Öffnungen
16 dem Gehäuse 15 zugeführt. Durch diese Anordnung bilden sich zwei parallele Strömungen
aus, so daß Oberwalzen 5a, 6a, 7a und Unterwalzen 5b, 6b, 7b gleichmäßig gekühlt werden.
Die Luft- bzw. Kühlmittelstrome führen hierbei die Wärme aus den Verzugsfeldern VF,
HF zuverlässig ab. Darüber hinaus werden Fasern und Schmutz aus den Verzugsfeldern
VF, HF vom Kühlmittelstrom mitgerissen, so daß keine zusätzliche Absaug- oder Abblaseinrichtung
nötig ist. Das Kühlmedium K sowie die enthaltenen Faser- und Schmutzpartikel strömen
über die Öffnungen 17 aus dem Gehäuse 15 aus.
[0045] Eine weitere alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gehäuses 15 bzw.
einer erfinderischen Spinnereivorbereitungsmaschine ist in Fig. 5 dargestellt. Das
Gehäuse 15, welches auch hier zweiteilig ausgeführt ist, wird ebenfalls in stromaufwärtiger
Richtung von einem Kühlmedium K durchströmt. Zusätzlich ist oberhalb der Walzen 5,
6, 7 eine Absaugeinrichtung 30 mit einer nachgeschalteten Saugquelle 31 zur Entfernung
von Fasern und Schmutz aus den Verzugsfeldern VF, HF angeordnet. Das Gehäuse 15 weist
hierzu eine weitere Öffnung 40 auf. Statt der Absaugeinrichtung 30 kann hierzu ebenfalls
eine Abblaseinrichtung (Druckluftquelle) vorgesehen sein.
[0046] Fig. 6 zeigt eine Ausführung eines zweiteiligen Gehäuses 15, bei welchem das Oberteil
15a, in welchem die Zufuhr- und die Abfuhröffnungen 16, 17 vorgesehen sind, schwenkbar
ausgeführt ist (s. f
1). Das Oberteil 15a ist hierzu mit dem Belastungsarm 32 verbunden, so daß beim Hochschwenken
des Belastungsarmes 32 um eine Achse 35 das Gehäuse 15 geöffnet wird. Das Oberteil
15a kann hierzu fest an dem Belastungsarm 32 montiert sein oder nur lose auf diesem
aufliegen. Das Unterteil 15b ist an der Spinnereivorbereitungsmaschine 1 angeordnet.
Im vorliegenden Beispiel sind auch die Kalanderwalzen 11,12, an welchen ebenfalls
eine erhebliche Wärmeentwicklung stattfindet, in dem Gehäuse angeordnet. Um eine Zugänglichkeit
zu dem Streckwerk 4 von der Oberseite aus auch bei aufliegendem Beiastungsarm 32 zu
gewähren, ist an dem Gehäuse 15 eine um eine Achse 34 schwenkbare Klappe 33 (s. f
2) vorgesehen. Diese kann auch aus durchsichtigem Material gefertigt sein, um eine
Sichtkontrolle des Streckvorganges bei geschlossenem Gehäuse 15 zu ermöglichen. Mit
den Bezugszeichen 36 sind Kunststoffabstandshalter bezeichnet, die zugleich eine höhere
Dichtigkeit des Gehäuses 15 gewährleisten können.
[0047] Eine schematische Darstellung einer Temperierquelle 20 zur Temperierung eines erfindungsgemäßen
Gehäuses 15 ist in Fig. 7 dargestellt. Über den Anschluß 37 wird die Temperierquelle
20 mit Druckluft beaufschlagt. Durch irreversible, adiabatische Ausdehnung im Inneren
der Temperierquelle 20 wird Kaltluft K erzeugt, welche über den Anschluß 38 aus der
Temperierquelle20 ausströmt. Bei konstantem Druck und konstanter Temperatur der einströmenden
Luft kann Kaltluft K von weitgehend konstanter Temperatur zur Verfügung gestellt werden.
Durch ein Verstellventil 39 ist die Temperatur bzw. das ausströmende Volumen der Kaltluft
K einstellbar. Mit einer derartigen Kaltluftquelle 20 kann die Arbeitstemperatur im
Inneren des Gehäuses 15 auf besonders einfache, kostengünstige und platzsparende Weise
erzeugt werden. Die Temperierquelle 20 kann hierzu in oder an dem Gehäuse 15 angeordnet
sein, ebenso ist auch die Anordnung mehrerer Temperierquellen20 möglich.
[0048] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Es
sind vielmehr zahlreiche Abwandlungen der Erfindung und Kombinationen im Rahmen der
Patentansprüche möglich.
1. Spinnereivorbereitungsmaschine (1), insbesondere Strecke oder Karde, mit einem mehrere
Walzenpaare (5, 6, 7), bestehend aus Oberwalzen (5a, 6a, 7a) und Unterwalzen (5b,
6b, 7b), aufweisenden Streckwerk (4), in welchem ein Faserverbund (FB) verstreckbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenpaare (5, 6, 7) in einem Gehäuse (15) angeordnet sind, weiches sie von
Antriebseinheiten der Maschine (1) abtrennt, und daß dem Gehäuse (15) mindestens eine
Temperierquelle (20) zugeordnet ist zum Kühlen und/oder Erwärmen des Innenraums des
Gehäuses (15).
2. Spinnereivorbereitungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (15) die Walzenpaare (5,6,7) von dem die Maschine (1) umgebenden Raumklima
abtrennt.
3. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) zum Erzeugen einer weitgehend konstanten
Temperatur im Bereich von vorzugsweise 40°C ausgebildet ist.
4. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) zum Erzeugen verschiedener, einstellbarer
Temperaturen ausgebildet ist.
5. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) eine Kältequelle umfasst.
6. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) eine Wärmequelle umfasst.
7. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) eine zentrale Klimaanlage zur Versorgung
mehrerer Maschinen (1) ist.
8. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperier quelle (20) dezentral in oder an der Spinnereivorbereitungsmaschine
(1) angeordnet ist.
9. Spinnereivorbereitungsmaschine nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß als Temperierquelle (20) eine Kaltluftquelle in oder an der Spinnereivorbereitungsmaschine
(1) angeordnet ist.
10. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Zuleitung (18) für die Zufuhr eines von der mindestens einen Temperierquelle
(20) bereitgestellten Kühlmediums (K) durch eine Öffnung (16) in das Gehäuse (15)
und eine Öffnung (17) in dem Gehäuse (15) für die Abfuhr des Kühlmediums aus dem Gehäuse
(15) vorgesehen sind.
11. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) in dem Gehäuse (15) angeordnet ist.
12. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) mit dem Innenraum mindestens eines hohlen
Druckstabs (8) verbunden ist, wobei das von der Temperierquelle (20) bereitgestellte
Kühlmedium (K) in den Hohlraum und von dort durch mindestens eine Öffnung des Druckstabs
(8) austritt.
13. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Gehäuse (15) wenigstens eine Zuführeinrichtung (24) für Kühlmedium (K) angeordnet
ist, welche mit der mindestens einen Temperierquelle (20) verbunden ist und welche
wenigstens eine Auslaßöffnung (29) aufweist, durch die das von der Temperierquelie
(20) bereitgestellte Kühlmedium (K) austritt.
14. Spinnereivorbereitungsmaschine nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Zuführeinrichtung (24) hohlstabförmig ausgebildet ist.
15. Spinnereivorbereitungsmaschine nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Auslaßöffnung (29) auf eine der Walzen (5a, 6a, 7a, 5b, 6b, 7b)
gerichtet ist.
16. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Luftstrom, insbesondere Kaltluft, von der mindestens einen Temperierquelle (20)
auf die Oberwalzen (5a, 6a, 7a) des Streckwerks (4) gerichtet ist.
17. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß von der mindestens einen Temperierquelle (20) bereitgestelltes Kühlmedium (K), insbesondere
Kaltluft, entgegen der Verzugsrichtung durch das Gehäuse (15) leitbar ist.
18. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß von der mindestens einen Temperierquelle (20) erzeugtes Kühlmedium (K), insbesondere
Kaltluft, in Verzugsrichtung durch das Gehäuse (15) leitbar ist.
19. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Kühlmedium (K) von der mindestens einen Temperierquelle (20) derart durch das Gehäuse
(15) führbar ist, daß Fasern und/oder Schmutz mitgerissen und aus dem Gehäuse (15)
entfernt werden.
20. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gehäuse (15) eine Saugluftquelle (31) zugeordnet ist zum Entfernen von Fasern
und/oder Schmutz mittels Saugluft.
21. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) mit einer Druckluftquelle verbunden ist,
um mittels der von der Temperierquelle (20) bereitgestellten Luft Fasern und/oder
Schmutz aus dem Gehäuse (15) zu transportieren.
22. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) mit einer elektronischen Steuerungseinrichtung
verbunden ist.
23. Spinnereivorbereitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Temperierquelle (20) regelbar ist.
24. Spinnereivorbereitungsmaschine nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß zur Regelung der mindestens einen Temperierquelle (20) wenigstens ein Sensor (25)
zur Erfassung der Temperatur und/oder weiterer Parameter in und/oder an dem Gehäuse
(15) angeordnet ist.
25. Gehäuse (15) für ein Streckwerk (4) einer Spinnereivorbereitungsmaschine (1), insbesondere
nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Streckwerk (4) mehrere Walzenpaare
(5, 6, 7), bestehend aus Oberwalzen (5a, 6a, 7a) und Unterwalzen (5b, 6b, 7b), aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (15) zum Umschließen der Walzenpaare (5, 6, 7) ausgebildet ist, um die
Walzenpaare (5, 6, 7) von dem die Maschine (1) umgebenden Raumklima und von weiteren
Baueinheiten der Maschine (1) abzutrennen und wobei dem Gehäuse (15) weiterhin mindestens
eine Temperierquelle (20) zuordenbar ist.
26. Gehäuse nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß es mindestens eine Öffnung (16) für die Zufuhr eines von der Temperierquelle (20)
bereitgestellten Kühlmediums (K) und eine Öffnung (17) für die Abfuhr des Kühlmediums
aus dem Gehäuse (15) sowie je eine weitere Öffnung (22, 23) für den Einlauf und den
Auslauf eines Faserverbundes (FB'), aufweist.
27. Gehäuse nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (16, 17) für die Zufuhr und die Abfuhr des Kühlmediums (K) derart angeordnet
sind, daß das Gehäuse (15) in oder entgegen der Verzugsrichtung des Faserverbundes
(FB') von dem Kühlmedium (K) durchströmbar ist.
28. Gehäuse nach einem der Ansprüche 24 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (15) zumindest teilweise durchsichtig ausgeführt ist.
29. Gehäuse nach einem der Ansprüche 24 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (15) ein durchsichtiges Fenster oder eine durchsichtige Klappe aufweist.
30. Gehäuse nach einem der Ansprüche 24 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß zum Öffnen des Gehäuses das Gehäuse (15) zumindest zweiteilig ausgeführt ist.
31. Gehäuse nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (15) ein Oberteil (15a) und ein Unterteil (15b) aufweist und das Oberteil
(15a) relativ zum Unterteil (15b) beweglich ausgeführt ist.
32. Gehäuse nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß das Oberteil (15a) des Gehäuses (15) schwenkbar ausgeführt ist.
33. Gehäuse nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß das Oberteil (15a) des Gehäuses (15) mit einem Belastungsarm (32), an welchem die
Oberwalzen (5a, 6a, 7a) des Streckwerks (4) angeordnet sind, verbunden ist.
34. Gehäuse nach Anspruch 31 oder 32, dadurch gekennzeichnet, daß das Oberteil (15a) des Gehäuses (15) mit einer Abdeckung, welche das Streckwerk (4)
abdeckt, verbunden ist oder selbst als Abdeckung ausgebildet ist.
35. Gehäuse nach einem der Ansprüche 24 bis 33, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (15) wenigstens eine weitere Öffnung (40) aufweist, welche mit einer
externen Druck- oder Saugluftquelle (31) zusammenwirkt.
36. Druckstab (8) für ein Streckwerk (4) einer Spinnereivorbereitungsmaschine (1), insbesondere
nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Streckwerk (4) mehrere Walzenpaare
(5, 6, 7), bestehend aus Oberwalzen (5a, 6a, 7a) und Unterwalzen (5b, 6b, 7b), aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Druckstab (8) einen Hohlraum aufweist, welcher mit einer Temperierquelle (20)
verbindbar ist und weiterhin wenigstens eine Auslaßöffnung (29) für ein Kühlmedium
aufweist.