[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Tragmittel gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und einen Aufzug zum Befördern mindestens einer Last mit einem derartigen Tragmittel.
[0002] Tragmittel, die in einem Aufzug zum Befördern von Lasten verwendet werden, haben
in der Regel einen Rumpf, der mindestens einen Strang aus mehreren miteinander verseilten
oder verflochtenen Zugträgern umfasst und sich in der Längsrichtung des Tragmittels
erstreckt. Um die Tragmittel kontrolliert bewegen zu können, sind die Tragmittel üblicherweise
quer zu ihrer Längsrichtung geführt.
[0003] Aus EP 0672781 A1 ist beispielsweise ein Aufzug mit einem Seil bekannt, welches eine
runde Querschnittsfläche mit einer Breite A und einer Höhe B mit einem Verhältnis
A/B gleich 1 im unbelasteten Zustand oder nahe 1 in einem belasteten Zustand aufweist.
Das Seil ist an der Peripherie einer Treibscheibe in einer Führungsrille mit halbrundem
Querschnitt geführt und kann sich unter dem Einfluss von Torsionsmomenten in der Führungsrille
um seine Längsachse drehen.
WO 99/43589 zeigt einen Aufzug, bei dem ein flacher Riemen als Tragmittel zum Befördern
von Lasten verwendet wird. Der Riemen umfasst mehrere aus miteinander verseilten Zugträgern
bestehende, sich in der Längsrichtung des Tragmittels erstreckende, parallel zueinander
angeordnete Stränge und einen die Stränge umgebenden Mantel. Der Riemen hat einen
rechteckigen Querschnitt, dessen Umriss eine Breite A und eine Höhe B mit einem Verhältnis
A/B grösser als 1 aufweist. Der Riemen wird quer zu seiner Längsrichtung jeweils in
Führungsrillen geführt, die an der Peripherie einer Treibscheibe bzw. der Peripherie
von Rollen ausgebildet sind und einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Der Riemen
ist dabei so angeordnet, dass er mit seiner breiten Seite jeweils auf dem Grund der
jeweiligen Führungsrille aufliegt. Eine bevorzugte Ausführungsformen dieses Riemens
hat einen Querschnitt, für den das Verhältnis A/B wesentlich grösser als 1 ist, beispielsweise
A/B > 4. In diesem Fall ist der Riemen wesentlich breiter als hoch. Ein Riemen, der
wesentlich breiter als hoch ist, wird in einer Führungsrille - wenn er mit seiner
breiten Seite auf einer Führungsfläche aufliegt und unter einer Zugbelastung steht
- in der Regel quer zu seiner Längsrichtung derart geführt werden, dass er sich nicht
um seine Längsrichtung drehen kann. Allerdings wird die Führung eines derartigen Riemens
dadurch erschwert, dass bei einem Umlauf des Riemens um die Treibscheibe bzw. um die
Rollen relativ starke Störkräfte entstehen können, die fluktuierend auftreten und
auf den Riemen quer zu dessen Längsrichtung und parallel zur breiten Seite des Riemens
wirken. Derartige Störkräfte wirken destabilisierend hinsichtlich der Führung des
Riemens und können bewirken, dass der Riemen in einer Führungsrille eine fluktuierende
Seitwärtsbewegung in Richtung auf die Flanken der Führungsrille ausführt. Der Riemen
kann auf diese Weise in den Führungsrillen wiederholt gegen die Flanken der Führungsrillen
gepresst werden und dabei deformiert werden. Auf diese Weise kann der Verschleiss
des Riemens drastisch verstärkt werden. Unter dem Einfluss der Störkräfte kann der
Riemen unter Umständen über die Flanken einer Führungsrille wandern und die Führungsrille
verlassen. Es kann deshalb ein Problem sein, den Riemen zuverlässig in den jeweiligen
Führungsrillen zu halten.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, die genannten Nachteile zu vermeiden
und ein Tragmittel und einen Aufzug zum Befördern mindestens einer Last mit einem
derartigen Tragmittel derart zur Verfügung zu stellen, dass das Tragmittel quer zu
seiner Längsrichtung zuverlässig geführt werden kann und eine übermässige Verdrehung
des Tragmittels um dessen Längsrichtung vermieden werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Tragmittel mit den Merkmalen des Anspruchs 1
und einen Aufzug mit den Merkmalen des Anspruchs 9.
[0006] Das Tragmittel hat einen Rumpf, welcher mindestens einen Strang aus mehreren miteinander
verseilten oder verflochtenen Zugträgern umfasst und sich in der Längsrichtung des
Tragmittels erstreckt. Gemäss der Erfindung ist mindestens ein Führungskörper am Rumpf
befestigt ist, welcher Führungskörper sich in der Längsrichtung des Tragmittels erstreckt
und seitlich vom Rumpf absteht.
[0007] Der jeweilige Führungskörper kann so dimensioniert werden, dass an der Oberfläche
des Rumpfes neben dem Führungskörper ein sich in der Längsrichtung des Rumpfes erstreckender
Bereich zur Verfügung steht, der mit geeigneten Führungsmitteln in Kontakt gebracht
werden kann, um das Tragmittel bei einer Bewegung in seiner Längsrichtung quer zur
Längsrichtung zu führen. Da der Führungskörper am Rumpf befestigt ist, würde der Führungskörper
bei einer Drehung des Tragmittels um dessen Längsrichtung ebenfalls eine Drehbewegung
um die Längsrichtung des Tragmittels ausführen. Dadurch dass der Führungskörper seitlich
vom Rumpf absteht und sich in der Längsrichtung des Tragmittels erstreckt, kann eine
derartige Drehbewegung des Führungskörpers durch eine geeignet angeordnete Führungsvorrichtung
in vorgegebenen Grenzen gehalten oder verhindert werden. Da der Führungskörper am
Rumpf des Tragmittels befestigt ist, kann auf diese Weise eine Drehung des Tragmittels
um seine Längsrichtung in vorgegebenen Grenzen gehalten oder verhindert werden.
[0008] Dementsprechend kann das Tragmittel beispielsweise in einem Aufzug zum Befördern
von Lasten wie folgt verwendet werden. Das Tragmittel kann mit der jeweiligen Last
verbunden werden und derart angeordnet werden, dass es in seiner Längsrichtung bewegbar
ist und der Rumpf des Tragmittels mit mindestens einer Führungsfläche für den Rumpf
in Kontakt gebracht ist, um das Tragmittel quer zu seiner Längsrichtung zu führen.
Der Aufzug kann weiterhin mindestens eine Führungsvorrichtung für den jeweiligen Führungskörper
zum Limitieren oder Verhindern einer Drehung des Tragmittels um seine Längsachse umfassen.
[0009] In einem derartigen Aufzug können Torsionsmomente, die gegebenenfalls auf das Tragmittel
wirken, das Tragmittel lediglich innerhalb von Grenzen drehen bzw. verdrehen, die
durch die Anordnung der Führungsvorrichtung relativ zum jeweiligen Führungskörper
bestimmt sind. Torsionsmomente, die auf das Tragmittel wirken, werden gegebenenfalls
über den Führungskörper in die Führungsvorrichtung eingeleitet und durch die Wechselwirkung
zwischen dem Führungskörper und der Führungsvorrichtung so kompensiert, dass das Ausmass
einer Drehung bzw. Verdrehung des Tragmittels um seine Längsrichtung innerhalb der
vorgegebenen Grenzen bleibt.
[0010] Das erfindungsgemässe Tragmittel hat verschiedene Vorteile, insbesondere im Hinblick
auf Anwendungen in Aufzügen:
- Die Erfindung bietet die Möglichkeit, den Rumpf des Tragmittels bzw. die Führungsflächen
für den Rumpf einerseits und den Führungskörper bzw. die Führungsvorrichtung für den
Führungskörper andererseits jeweils unabhängig voneinander zu optimieren. Zur Führung
des Rumpfes sind beispielsweise Führungsflächen geeignet, die aufgrund ihrer Konstruktion
eine Drehung des Rumpfes um seine Längsrichtung nicht verhindern, falls ein Torsionsmoment
auf den Rumpf wirkt. Der Rumpf und die Führungsflächen für den Rumpf können beispielsweise
gezielt so aufeinander abgestimmt werden, dass die Führung des Rumpfes quer zu seiner
Längsrichtung optimiert wird, beispielsweise im Hinblick auf die Stabilität der Führung
oder bestimmte Verschleisserscheinungen. Bei dieser Optimierung kann es sekundär sein,
ob die Führungsflächen für den Rumpf Drehungen des Rumpfes um seine Längsrichtung
zulassen oder nicht. Gemäss der Erfindung werden Drehungen bzw. Verdrehungen des Rumpfes
um dessen Längsrichtung ohnehin mit Hilfe des Führungskörpers und einer Führungsvorrichtung
für den Führungskörper limitiert oder verhindert.
- Die Führungskörper für das Tragmittel sind mit Technologien realisierbar, die sich
bei der Herstellung konventioneller Tragmittel bereits bewährt haben. Weiterhin sind
Tragmittel gemäss der Erfindung kompatibel mit Komponenten, die in konventionellen
Aufzugsanlagen zum Führen oder Treiben von konventionellen Tragmitteln verwendet werden.
Das Tragmittel kann beispielsweise mit einer Treibscheibe und/oder mit Rollen quer
zu seiner Längsrichtung geführt werden. An der Peripherie der Treibscheibe bzw. and
der jeweiligen Rolle kann jeweils eine Führungsfläche für den Rumpf des Tragmittels
ausgebildet werden, beispielsweise in Form einer Führungsrille. Existierende Aufzugsanlagen
können deshalb auch mit Tragmitteln gemäss der Erfindung ausgestattet werden. Eine
Nachrüstung ist mit wenig Aufwand möglich.
- Für die Konstruktion des Rumpfes des Tragmittels können beispielsweise Konzepte vorteilhaft
genutzt werden, die sich bei Seilen bewährt haben. Der Rumpf kann wie ein konventionelles
Seil aufgebaut sein und beispielsweise einen Querschnitt mit einem runden Umriss aufweisen,
beispielsweise mit einem kreisrunden Umriss (d.h. mit einem Verhältnis Breite A zu
Höhe B gleich 1). Der Rumpf kann ferner einen einzigen, mehrere miteinander verseilte
Zugträger umfassenden Strang mit einem Querschnitt mit ebenfalls rundem, beispielsweise
kreisrundem Umriss umfassen. Ein derartig geformter Rumpf kann beispielsweise bei
einer Bewegung in seiner Längsrichtung in Führungsrillen mit einem Halbrundprofil
quer zur Längsrichtung des Rumpfes mit grosser Stabilität, geringem Abrieb und geringer
Lärmentwicklung geführt werden. Diesen Vorteilen steht gegenüber, dass ein derartiger
Rumpf aufgrund seiner Form in einer Führungsrille mit Halbrundprofil derart geführt
ist, dass er um seine Längsrichtung drehbar ist, falls nicht zusätzliche Massnahmen
ergriffen werden. Drehungen des Rumpfes können in vorgegebenen Grenzen gehalten werden,
indem der Rumpf gemäss der Erfindung mit einem Führungskörper versehen wird und eine
Führungsvorrichtung für den Führungskörper zur Verfügung gestellt wird.
- Die Erfindung ist nicht speziell zugeschnitten auf Tragmittel mit einem Rumpf mit
einem runden oder kreisrunden Querschnitt. Auf der Grundlage der Erfindung können
vorzugsweise Tragmittel wirksam vor Verdrehungen geschützt, deren Rumpf einen Querschnitt
mit einer Breite A und Höhe B mit einem Verhältnis A/B von 0.5 bis 2 aufweist. Unter
"Breite A" und "Höhe B" sollen in diesem Zusammenhang die maximalen Erstreckungen
eines Querschnitts des Rumpfes in jeweils zwei vorgegebenen orthogonalen Richtungen
verstanden werden. Natürlich kann auch ein Tragmittel mit einem Rumpf, bei dem eine
der Grössen A oder B um mehr als einen Faktor 2 grösser als die jeweils andere Grösse
ist (A/B<0.5 bzw. A/B>2), mit einem Führungskörper gemäss der Erfindung ausgestattet
werden. Im letzteren Fall kann der Rumpf in einer an den die Querschnittsform des
Rumpfes angepasste Führungsrille meist derart (formschlüssig) geführt werden, dass
eine Drehung des Rumpfes um seine Längsrichtung innerhalb der Führungsrille wegen
der Form des Rumpfes kaum möglich ist (ohne das Tragmittel zu beschädigen). Im letzteren
Fall brächte es keinen Vorteil, wenn der Rumpf mit einem Führungskörper gemäss der
Erfindung ausgestattet wird.
[0011] In einer Ausführungsform des Tragmittels kann der Rumpf des Tragmittels auch mehr
als einen Strang aus jeweils mehreren miteinander verseilten oder verflochtenen Zugträgern
umfassen. Der Führungskörper kann unmittelbar an einem Strang oder gegebenenfalls
an mehreren Strängen befestigt sein.
[0012] Alternativ kann die Oberfläche des jeweiligen Rumpfes von einem Mantel gebildet sein,
der die jeweiligen Stränge umschliesst. In diesem Fall kann der jeweilige Führungskörper
am Mantel befestigt sein. In einer Variante dieses Konzepts ist vorgesehen, dass der
Mantel und der Führungskörper einstückig ausgebildet sind. Diese Variante ist vorteilhaft
im Hinblick auf die Herstellung. Der Mantel und die jeweiligen Führungskörper können
beispielsweise aus demselben Werkstoff und insbesondere gemeinsam in einem einzigen
Produktionsschritt hergestellt werden. Zur Herstellung des Mantels und des jeweiligen
Führungskörpers sind beispielsweise Werkstoffe und Verfahren geeignet, die sich bereits
bei der Herstellung von Mänteln für konventionelle Seile bewährt haben. Als Werkstoff
für den jeweiligen Führungskörper bzw. Mantel sind beispielsweise Kunststoffe, Polymere,
Elastomere bzw. thermoplastische Materialien geeignet. Der Führungskörper und/oder
der Mantel können auch jeweils mit mindestens einem Verstärkungselement zum mechanischen
Verstärken des Führungskörpers versehen werden. Mit letzteren Massnahmen kann erreicht
werden, dass die mechanische Stabilität des jeweiligen Führungskörpers bzw. des jeweiligen
Mantels verbessert und/oder die Verschleissfestigkeit des Führungskörpers und/oder
des Mantels verbessert wird.
[0013] Eine weitere Ausführungsform des Tragmittels weist zwei Führungskörper auf, die sich
in der Längsrichtung des Tragmittels erstrecken, seitlich vom Rumpf abstehen und derart
angeordnet sind, dass sie an einer Oberfläche des Rumpfs durch einen Zwischenraum
getrennt sind und/oder an gegenüberliegenden Seiten des Tragmittels angeordnet sind.
In diesem Fall ist an der Oberfläche des Rumpfes zwischen den beiden Führungskörpern
ein streifenförmiger Bereich ausgebildet, der sich in der Längsrichtung des Führungskörpers
erstreckt. Dieser Bereich des Rumpfes kann mit einer Führungsfläche für den Rumpf
in Kontakt gebracht werden, um das Tragmittel quer zu seiner Längsrichtung zu führen.
Gemäss der Erfindung können für beide Führungskörper jeweils eine Führungsvorrichtung
zum Limitieren oder Verhindern einer Drehung des Tragmittels um seine Längsachse vorgesehen
werden. Diese Konfiguration hat den Vorteil, dass Drehungen des Tragmittels sowohl
in einer Drehrichtung als auch in der entgegengesetzten Drehrichtung mit einfachen
Mitteln limitiert oder verhindert werden können.
[0014] Eine Führungsvorrichtung für den jeweiligen Führungskörper kann gemäss der Erfindung
in mehreren Varianten realisiert werden.
[0015] Gemäss einer Variante umfasst die Führungsvorrichtung für den jeweiligen Führungskörper
einen mechanischen Anschlag. Der mechanische Anschlag wird am Tragmittel derart angeordnet,
dass eine Drehung des Tragmittels um seine Längsrichtung in einer vorgegebenen Drehrichtung
zumindest im Bereich eines Längsabschnitts des Tragmittels durch einen mechanischen
Kontakt zwischen dem Anschlag und dem Führungskörper limitiert oder verhindert ist.
[0016] Gemäss einer weiteren Variante umfasst die Führungsvorrichtung für den jeweiligen
Führungskörper zwei mechanische Anschläge. Die beiden mechanischen Anschläge sind
bezüglich des Führungskörper derart angeordnet, dass der Führungskörper zwischen den
beiden mechanischen Anschlägen geführt ist und eine Drehung des Tragmittels um seine
Längsrichtung in einer ersten Drehrichtung zumindest im Bereich eines Längsabschnitts
des Tragmittels durch einen mechanischen Kontakt zwischen dem Führungskörper und einem
der Anschläge und eine Drehung des Tragmittels um seine Längsrichtung in der zur ersten
Drehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung zumindest im Bereich eines Längsabschnitts
des Tragmittels durch einen mechanischen Kontakt zwischen dem Führungskörper und dem
anderen der Anschläge limitiert oder verhindert ist..
[0017] Gemäss einer weiteren Variante sind sowohl die Führungsfläche für den Rumpf des Tragmittels
als auch die Führungsvorrichtung für den jeweiligen Führungskörper an der Peripherie
einer Rolle angeordnet. Der Begriff "Rolle" soll im Rahmen der Erfindung auch stellvertretend
für die Begriffe "Treibscheibe" bzw. "Scheibe" stehen.
[0018] Die Führungsfläche für den Rumpf kann beispielsweise in einer Führungsrille an der
Peripherie der Rolle ausgebildet sein. Der jeweilige Führungskörper kann am Rumpf
des Tragmittels so angeordnet sein, dass der Führungskörper von der Peripherie her
zugänglich ist, insbesondere wenn das Tragmittel in der Längsrichtung bewegt wird.
Auf diese Weise ist es möglich, den Führungskörper mit einfachen Mitteln zu führen.
Die Führungsvorrichtung für den Führungskörper kann beispielsweise neben der Führungsfläche
für den Rumpf an der Peripherie der Rolle angeordnet sein.
[0019] Die Führungsrille kann beispielsweise so geformt sein, dass der Rumpf teilweise aus
der Führungsrille herausragt. In diesem Fall ist der jeweilige Führungskörper besonders
leicht von der Peripherie der Rolle her zugänglich. Der jeweilige Führungskörper kann
beispielsweise so am Rumpf des Tragmittels angeordnet sein, dass er ebenfalls aus
der Führungsrille herausragt. Der Führungskörper kann beispielsweise so am Rumpf des
Tragmittels angeordnet sein, dass er seitlich über einen der Ränder der Führungsrille
herausragt. In diesem Fall kann die Rolle so ausgebildet sein, dass ein Bereich der
Oberfläche der Rolle neben der Führungsrille als Führungsvorrichtung für den Führungskörper
dient: Dieser Bereich dient als mechanischer Anschlag für den Führungskörper und limitiert
bzw. verhindert eine Drehung des Tragmittels durch einen mechanischen Kontakt mit
dem Führungskörper. Diese Variante hat verschiedene Vorteile. Sie stellt einerseits
eine einfache Realisierung einer Führungsvorrichtung gemäss der Erfindung dar. Sie
kann beispielsweise mit konventionellen Rollen realisiert werden, vorausgesetzt, neben
einer Führungsfläche (Führungsrille) für den Rumpf des Tragmittels ist an der Oberfläche
eine Fläche vorhanden, mit der der Führungskörper entweder in Kontakt steht oder,
im Falle einer Drehung des Tragmittels um seine Längsrichtung, in Kontakt gerät. Die
Form des Querschnitts des Tragmittels muss lediglich entsprechend an die Form der
Führungsfläche (Führungsrille) angepasst sein. Weiterhin kann - abhängig von der Art
der Führung des Rumpfes an der Rolle - der Rumpf an der Führungsfläche derart geführt
sein, dass an der Führungsfläche ein Torsionsmoment den Rumpf eingeleitet wird, wenn
das Tragmittel in seiner Längsrichtung bewegt wird. Letzteres ist beispielsweise der
Fall, wenn ein Abschnitt des Tragmittels an der Führungsfläche in einer Richtung bewegt
wird, die nicht parallel - sondern "schräg" - zu der auf den Abschnitt wirkenden Zugkraft
wirkt (wenn beispielsweise die auf den Abschnitt wirkende Zugkraft nicht senkrecht
zu der Drehachse der Rolle gerichtet ist). Im vorliegenden Fall wirkt die Führungsvorrichtung
für den Führungskörper unmittelbar an der Rolle auf das Tragmittel. Demnach können
Torsionsmomente, die gegebenenfalls an der Rolle (über den Rumpf) in das Tragmittel
eingeleitet werden, unmittelbar an der Rolle selbst kompensiert werden. Auf diese
Weise können Verdrehungen des Tragmittels besonders effizient limitiert oder verhindert
werden, insbesondere Verdrehungen derjenige Abschnitten des Tragmittels, in denen
das Tragmittel nicht geführt ist (beispielsweise in einem Abschnitt zwischen zwei
Rollen oder in einem Abschnitt zwischen einer Rolle und einer Endbefestigung für eines
der Enden des Tragmittels).
[0020] In einer weiteren Variante ist die Führungsfläche für den Rumpf des Tragmittels und
die Führungsvorrichtung für den Führungskörper derart ausgebildet, dass der Rumpf
und der Führungskörper formschlüssig auf jeweils zwei gegenüberliegenden Seiten geführt
sind. Auf diese Weise sind Bewegungen des Rumpfes quer zu dessen Längsrichtung in
einer beliebigen Richtung und Drehbewegungen des Rumpfes mit beliebigem Drehsinn limitiert
bzw. verhindert. Zu diesem Zweck kann der Rumpf des Tragmittels und der Führungskörper
beispielsweise formschlüssig zwischen zwei Rollen geführt sein. Alternativ kann der
Rumpf des Tragmittels und der Führungskörper formschlüssig (gegebenenfalls mit etwas
Spiel) durch einen Führungskanal geführt sein.
[0021] Im Folgenden werden weitere Einzelheiten der Erfindung und insbesondere vorteilhafte
Ausführungsbeispiele der Erfindung erläutert anhand schematischer Zeichnungen. Es
zeigen:
- Fig. 1:
- einen Aufzug zum Befördern einer Aufzugskabine und eines Gegengewichts mittels bewegbarer
Tragmittel;
- Fig. 2:
- einen Abschnitt eines der Tragmittel gemäss Fig. 1 mit Führungskörpern gemäss der
Erfindung aus zwei verschiedenen Perspektiven;
- Fig. 3:
- Tragmittel gemäss Fig. 2 mit Führungsvorrichtungen für die jeweiligen Führungskörper
aus zwei verschiedenen Perspektiven;
- Fig. 4:
- Tragmittel wie in Fig. 3 mit einer Variante der Führungsvorrichtungen für die jeweiligen
Führungskörper aus zwei verschiedenen Perspektiven;
- Fig. 5:
- Tragmittel wie in Fig. 3 mit einer weiteren Variante der Führungsvorrichtungen für
die jeweiligen Führungskörper aus zwei verschiedenen Perspektiven.
[0022] Fig. 1 zeigt einen Aufzug 1 zum Befördern mindestens einer Last mit mindestens einem
bewegbaren, mit der Last verbundenen Tragmittel 7 gemäss der Erfindung. Die Fig. 2
und 3 stellen weitere Einzelheiten des Aufzugs 1 dar.
[0023] Der Aufzug 1 umfasst im vorliegenden Fall zwei mit zwei Tragmitteln 7 beförderbare
Lasten: eine Aufzugskabine 3 und ein Gegengewicht 5. Jedes Tragmittel 7 weist zwei
Enden auf, welche mit Endbefestigungen 7' bzw. 7" an einer Tragstruktur 2 befestigt
sind.
[0024] Das Tragmittel 7 ist über eine drehbar gelagerte Treibscheibe 10 geführt, welche
an der Tragstruktur 2 - zusammen mit einem (nicht dargestellten) Antrieb für die Treibscheibe
10 - angeordnet ist. Das Tragmittel 7 ist im Bereich des Längsabschnitts, der sich
zwischen der Treibscheibe 10 und der Endbefestigung 7' erstreckt, zusätzlich um zwei
Umlenkrollen 9, die beide an der Kabine 3 befestigt sind, geführt. Dadurch ist eine
2:1 Aufhängung für die Kabine 3 realisiert. Das Tragmittel 7 ist im Bereich des Längsabschnitts,
der sich zwischen der Treibscheibe 20 und der Endbefestigung 7" erstreckt, zusätzlich
um eine Umlenkrolle 9, die am Gegengewicht 5 befestigt ist, geführt. Dadurch ist eine
2:1 Aufhängung für das Gegengewicht 5 realisiert. Wenn die Treibscheibe 10 in eine
Rotation um ihre Drehachse versetzt wird, werden Traktionskräfte auf das Tragmittel
7 übertragen und das Tragmittel 7 in seiner Längsrichtung bewegt. Dies bewirkt, dass
das Tragmittel 7 um die Umlenkrollen 9 läuft und gleichzeitig die Aufzugskabine 3
und das Gegengewicht 7 jeweils gegenläufig -je nach Drehrichtung der Treibscheibe
10 - aufwärts bzw. abwärts bewegt werden, wie in Fig. 1 durch je einen Doppelpfeil
an der Kabine 3 und am Gegengewicht 5 angedeutet ist.
[0025] Bei einer Fahrt der Kabine 3 beeinflussen die Treibscheibe 10 und die Umlenkrollen
9 die Bahn, der die Tragmittel 7 bei ihrer Bewegung in ihrer Längsrichtung folgen.
Die Bereiche an der Peripherie der Rollen 9 und 10, die mit dem jeweiligen Tragmittel
7 bei einer Fahrt der Kabine 3 in Kontakt geraten, bilden dabei eine Führung für das
Tragmittel 7.
[0026] Fig. 2 zeigt einen Längsabschnitt des Tragmittels 7 aus zwei verschiedenen Perspektiven:
Im rechten Teil der Fig. 2 ist ein Querschnitt des Tragmittels 7 dargestellt, der
linke Teil zeigt den Längsabschnitt in einer 3-dimensionalen Darstellung, betrachtet
von schräg oben.
[0027] Das Tragmittel 7 umfasst: (i) einen Rumpf, der aus einem aus mehreren Zugträgern
gebildeten Strang 20 und einem den Strang 20 umgebenden Mantel 30 besteht, und (ii)
zwei Führungskörpern 35 und 36, die jeweils mit dem Mantel 30 fest verbunden sind,
sich in der Längsrichtung des Tragmittels 7 erstrecken und seitlich vom Rumpf abstehen.
[0028] Der Strang 20 umfasst: einen zentralen Zugträger 25; mehrere Zugträger 26, die in
einer ersten Lage 20.1 um den Zugträger 25 geschlagen sind; mehrere Zugträger 27,
die in einer zweiten Lage 20.2 um die Lage 20.1 geschlagen sind; und mehrere Zugträger
28, die in einer dritten Lage 20.3 um die Lage 20.2 geschlagen sind. Im vorliegenden
Fall sind die Lagen 20.1, 20.2 und 20.3 jeweils konzentrisch um den Zugträger 25 angeordnet.
[0029] Die Zugträger 25, 26, 27 und 28 können jeweils ein Draht oder eine Litze aus Drähten,
Naturfasern und/oder Fasern (51, 81) aus einem synthetischen Material, beispielsweise
aus Aramid, sein. Der Strang 20 ist somit wie ein konventionelles Seil aufgebaut.
Die Zugträger 25, 26, 27 und 28 können so miteinander verseilt sein, dass der Strang
20 unter einen Zugbelastung nicht drehungsfrei ist.
[0030] Der Mantel 30 ist schlauchartig ausgebildet und an der Innenseite in Kontakt mit
den Zugträgern 28 der Lage 20.3. Die Wandstärke des Mantels 30 ist entlang des Umrisses
des Stranges (im Rahmen der üblichen Herstellungstoleranzen) konstant. Der Rumpf des
Tragmittels 7 hat demnach einen Querschnitt mit einem im Wesentlichen kreisrunden
Umriss und eine Breite A und eine Höhe B im Verhältnis A/B=1 (siehe Fig. 2). Letzteres
ist zumindest der Fall, wenn das Tragmittel unbelastet ist. Bedingt durch die auf
das Tragmittel wirkenden Zugkräfte kann das Tragmittel 7 derart an die Oberflächen
der Rollen 9 bzw. der Treibscheibe 10 gepresst werden, dass der Querschnitt des Rumpfes
zumindest in einzelnen Längsabschnitten des Tragmittels 7 deformiert wird und eine
von einem Kreis abweichende Form annimmt.
[0031] Die beiden Führungskörper 35 und 36 haben jeweils die Form eines Quaders und sind
parallel zum Zugträger 25 und spiegelbildlich auf gegenüberliegenden Seiten des Tragmittels
7 angeordnet. Die Führungskörper 35 und 36 liegen ausserdem auf einer gemeinsamen
Hauptachse 37 (Fig. 2 und 3), wobei ein Querschnitt durch den Mantel 30 und die Führungskörper
35 und 36 symmetrisch bezüglich der Hauptachse 37 ist. Letzteres hat den Vorteil,
dass das Tragmittel 7 auf beiden Seiten der Hauptachse 37 jeweils mit denselben Mitteln
geführt werden kann.
[0032] Die Führungskörper 35 und 36 und der Mantel 30 können beispielsweise aus einem Kunststoff,
aus Polymeren, Elastomeren bzw. thermoplastischen Materialien wie z.B. Polyurethan
oder Natur- oder Kunstgummi oder Silikongummi gefertigt sein. Es ist möglich, die
Führungskörper 35 und 36 und den Mantel 30 aus demselben Werkstoff zu fertigen und
einstückig herzustellen. Der Mantel 30 und die Führungskörper 35 und 36 können beispielsweise
gemeinsam auf den Strang 20 aufgetragen werden mittels Extrusion eines geeigneten
Werkstoffs (beispielsweise Polyurethan) oder Vulkanisieren eines geeigneten Werkstoffs
(beispielsweise Gummi) unter Verwendung geeigneter Formgebungsmittel (beispielsweise
Matrizen), die sowohl dem Mantel 30 als auch den Führungskörpern 35 und 36 die jeweils
vorgesehene Form geben. Alternativ können der Mantel 30 und die Führungskörper 35
und 36 separat realisiert werden und anschliessend an Nahtstellen, die in Fig. 2 durch
gestrichelte Linien angedeutet sind, miteinander verbunden werden (beispielsweise
- je nach Werkstoff - durch Kleben, Verschmelzen, etc.).
[0033] Die Fig. 3 zeigt im Detail, wie die Tragmittel 7 an der Treibscheibe 10 geführt sind.
Die Treibscheibe 10 und die Tragmittel 7 sind aus zwei verschiedenen Perspektiven
dargestellt, um die räumlichen Verhältnisse zu verdeutlichen. Die strichpunktierte
Linie in Fig. 3 markiert jeweils die Drehachse 10' der Treibscheibe 10. Der rechte
Teil der Fig. 3 zeigt die die Treibscheibe 10 in einem Schnitt III-III gemäss Fig.
1 derart, dass die Drehachse 10' in der Zeichenebene liegt. Demgegenüber ist im Falle
des linken Teils der Fig. 3 die Perspektive des Betrachters so gewählt, dass die Drehachse
10' schräg zur Zeichenebene liegt. Von den Tragmitteln 7 ist jeweils lediglich ein
Längsabschnitt gezeigt, dessen eines Ende die Treibscheibe 10 an der Peripherie berührt
und dessen anderes Ende im Zwischenraum zwischen der Treibscheibe 10 und der am Gegengewicht
5 angeordneten Umlenkrolle 9 angeordnet ist. Die übrigen Teile des Tragmittels 7 sind
nicht dargestellt, um die Peripherie der Treibscheibe 10 im Detail sichtbar zu machen.
[0034] In der Fig. 3 ist die Treibscheibe 10 im Zustand einer Rotation um die Drehachse
10' dargestellt. Die Drehrichtung der Rotation ist im linken Teil der Fig. 3 durch
Pfeile gekennzeichnet, die die Drehachse 10' in der Form von Kreissegmenten umgeben.
Die Zugmittel 7 werden in dieser Situation - der Drehrichtung der Treibscheibe 10
entsprechend - in ihrer Längsrichtung bewegt (im linken Teil der Fig. 3 sind die Mäntel
30 der Tragmittel 7 jeweils mit einem Pfeil versehen, der die Richtung der Bewegung
des jeweiligen Tragmittels angibt). Die Fig. 3 zeigt demnach jeweils einen Längsabschnitt
des jeweiligen Tragmittels 7 beim Auflaufen auf die Treibscheibe 10.
[0035] Die Oberfläche der Treibscheibe 10 ist (an der Peripherie der Treibscheibe 10) in
fünf verschiedene, in Richtung der Drehachse 10' nacheinander angeordnete Bereiche
eingeteilt:
- In Segmente 11, 13 und 15, die die Form der Mäntel von Zylindern mit jeweils gleichem
Durchmesser haben und rotationssymmetrisch bezüglich der Drehachse 10' angeordnet
sind;
- eine Führungsrille 12, die zwischen den Segmenten 11 und 13 angeordnet ist und an
ihren Rändern stufenlos an die Segmente 11 bzw. 13 grenzt, und
- eine Führungsrille 14, die zwischen den Segmenten 13 und 15 angeordnet ist und an
ihren Rändern stufenlos an die Segmente 13 bzw. 15 grenzt.
[0036] Die Führungsrillen 12 und 14 sind parallel zueinander und rotationssymmetrisch bezüglich
der Drehachse 10' angeordnet. Die Führungsrillen 12 und 14 sind hinsichtlich ihrer
Form identisch und weisen insbesondere dieselbe Breite D auf.
[0037] Wie die Fig. 3 zeigt, ist jedes Tragmittel 7 so angeordnet, dass der Rumpf des jeweiligen
Tragmittels 7 in eine der Führungsrillen 12 bzw. 14 jeweils tangential zum Grund der
jeweiligen Führungsrille 12 bzw. 14 und im Wesentlichen senkrecht zur Drehachse 10'
einläuft.
[0038] Die Führungsrillen 12 und 14 bilden jeweils eine Führungsfläche für den Rumpf eines
der Tragmittel 7 und sind so ausgebildet, dass das jeweilige Tragmittel 7 quer zu
seiner Längsrichtung geführt ist. Zu diesem Zweck ist die Form eines Querschnitts
der Führungsrille 12 bzw. 14 wie folgt an die Form eines Querschnitts des jeweiligen
Tragmittels 7 angepasst:
- Die Führungskörper 35 und 36 des Tragmittels 7 sind so dimensioniert, dass sie an
der äusseren Oberfläche des Rumpfs des Tragmittels 7 durch Zwischenräume getrennt
sind, und begrenzen in einem dieser Zwischenräume einen streifenförmigen, sich in
der Längsrichtung des Tragmittels 7 erstreckenden Bereich 31 der Oberfläche des Rumpfs.
Der Bereich 31 ist - in einem Querschnitt - konvex gekrümmt und hat eine Breite, die
grösser oder gleich der Breite D der Führungsrille 11. Weiterhin ist die Führungsrille
12 bzw. 14 - in einem Querschnitt - so geformt, dass der jeweilige Bereich 31 entlang
des Umrisses des Querschnitts mit der Führungsrille 12 bzw. 14 in Kontakt bringbar
ist. Aufgrund der Zugkräfte, die die Aufzugskabine 3 und das Gegengewicht 5 im Tragmittel
7 generieren, wird das Tragmittel 7 in die Führungsrille 12 bzw. 14 gezogen und an
den Grund und die Flanken der Führungsrille 12 bzw. 14 gepresst. Der Bereich 31 kann
somit zwischen den Rändern Führungsrille 12 bzw. 14 geführt werden. Auf diese Weise
ist der Rumpf des jeweiligen Tragmittels 7 in der Führungsrille 12 bzw. 14 bei einem
Umlauf um die Treibscheibe 10 und somit bei einer Bewegung in seiner Längsrichtung
jeweils quer zu seiner Längsrichtung geführt.
- Wie Fig. 3 zeigt, sind die Breite A und die Höhe B des Rumpfes des Tragmittels 7 so
gewählt, dass ein Längsabschnitt des Tragmittels 7, der in der Führungsrille 12 bzw.
14 geführt ist, in radialer Richtung bezüglich der Drehachse 10' aus der Führungsrille
12 bzw. 14 herausragt. Insbesondere ragen die Führungskörper 35 und 36 im Bereich
eines solchen Längsabschnitts in Richtung der Drehachse 10' über die jeweiligen Ränder
der Führungsrille 12 bzw. 14 derart hinaus, dass die Führungskörper 35 bzw. 36 bei
einem Umlauf des jeweiligen Tragmittels 7 um die Treibscheibe 10 an der Peripherie
der Treibscheibe 10 im Bereich eines der Segmente 11, 13 bzw. 15 geführt sind. Die
Führungskörper 35 bzw. 36 sind bezüglich der Segmente 11, 13 bzw. 15 bevorzugt mit
etwas Spiel (> 0 mm, vorzugsweise 0.1 mm oder mehr) geführt, wie in Fig. 3 angedeutet
ist. Die Führungskörper 35 und 36 werden daher nicht benötigt, um die Tragmittel 7
quer zu ihrer Längsrichtung zu führen.
[0039] Im vorliegenden Fall hat jede Führungsrille 12 bzw. 14 (ebenso wie der Rumpf des
Tragmittels 7 im Bereich 31) einen Querschnitt in der Form eines Kreissegments. Wäre
das Tragmittel 7 nicht mit den Führungskörpern 35 und 36 ausgestattet, dann könnte
der Rumpf des Tragmittels 7 wegen seiner runden Form in der Führungsrille 12 bzw.
14 gedreht werden, wenn ein Torsionsmoment auf das Tragmittel 7 wirkt.
[0040] In Fig. 3 sind die Tragmittel 7 jeweils in einer Stellung gezeigt, in der die Hauptachsen
37 parallel zur Drehachse 10' der Treibscheibe gerichtet sind. In dieser Stellung
weisen die Führungskörper 35 und 36 jeweils einen vorbestimmten Abstand d gegenüber
der Oberfläche der Treibscheibe 10 auf. Die Grösse des Abstands d bestimmt, in welchem
Ausmass die Tragmittel 7 um ihre Längsrichtung gedreht werden können.
[0041] Im Falle desjenigen Tragmittels 7, dessen Rumpf in der Führungsrille 12 geführt ist,
bildet das Segment 11 einen mechanischen Anschlag für den Führungskörper 35 und das
Segment 13 einen mechanischen Anschlag für den Führungskörper 36: Wird das Tragmittel
7 in der Führungsrille 12 um seine Längsrichtung gedreht (beispielsweise bei Einwirkung
eines Torsionsmoment), dann wird - abhängig von der Drehrichtung der Drehung - entweder
der Führungskörper 35 gegen das Segment 11 gedrückt und die Drehung des Tragmittels
7 somit limitiert oder verhindert (in einer ersten Drehrichtung) oder der Führungskörper
36 gegen das Segment 13 gedrückt und die Drehung des Tragmittels 7 somit limitiert
oder verhindert (in der zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung). Durch
eine Wechselwirkung des Führungskörpers 35 mit dem Segment 11 (bei einer Drehung in
der ersten Drehrichtung) oder durch eine Wechselwirkung des Führungskörpers 36 mit
dem Segment 13 (bei einer Drehung in der zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten
Drehrichtung) können auf das Tragmittel 7 wirkende Torsionsmomente kompensiert werden.
Das Segment 11 stellt demnach eine Führungsvorrichtung für den Führungskörper 35 dar
und hat die Funktion, eine Drehung des Tragmittels 7 in der Führungsrille 12 in der
ersten Drehrichtung zu limitieren oder zu verhindern. Entsprechend stellt das Segment
13 eine Führungsvorrichtung für den Führungskörper 36 dar und hat die Funktion, eine
Drehung des Tragmittels 7 in der Führungsrille 12 in der zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten
Drehrichtung zu limitieren oder zu verhindern.
[0042] Die vorstehenden Erläuterungen sind auf das Tragmittel 7, das in der Führungsrille
14 geführt ist, analog anwendbar. Im Falle dieses Tragmittels 7 stellt das Segment
13 einen mechanischen Anschlag und somit eine Führungsvorrichtung für den Führungskörper
35 dar und hat die Funktion, eine Drehung des Tragmittels 7 in der Führungsrille 14
in einer ersten Drehrichtung zu limitieren oder zu verhindern. Weiterhin stellt das
Segment 15 einen mechanischen Anschlag und somit eine Führungsvorrichtung für den
Führungskörper 36 dar und hat die Funktion, eine Drehung des Tragmittels 7 in der
Führungsrille 14 in der zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung zu
limitieren oder zu verhindern.
[0043] Die Umlenkrollen 9 weisen an ihrer Peripherie Strukturen auf, die den Führungsrillen
12 und 14 und den Segmenten 11, 13 und 15 strukturell und funktionell entsprechen,
um den Rumpf und die Führungskörper 35 und 36 des jeweiligen Tragmittels 7 beim Umlauf
um die Umlenkrollen 9 in derselben Weise wie an der Peripherie der Treibscheibe 10
zu führen. Dementsprechend sind die Tragmittel 7 an den Umlenkrollen 9 so geführt,
dass Drehungen der Tragmittel 7 an den Umlenkrollen 9 ebenso limitiert oder verhindert
sind wie an der Treibscheibe 10. Auf diese Weise werden Verdrehungen der Tragmittel
7 auf der gesamten Länge des jeweiligen Tragmittels 7 verhindert oder das Ausmass
von Verdrehungen auf der gesamten Länge des jeweiligen Tragmittels 7 in Grenzen gehalten.
[0044] Die Fig. 1-3 zeigen Ausführungsbeispiele, bei denen jedes Tragmittel 7 bzw. der Rumpf
und die Führungskörper des Tragmittels 7 lediglich einseitig geführt sind. Die Fig.
4 und 5 zeigen Weiterentwicklungen, die eine zweiseitige Führung erlauben.
[0045] Die Weiterentwicklung gemäss Fig. 4 beruht auf einer Abwandlung der in Fig. 3 dargestellten
Anordnung. Zwei parallel angeordnete und in ihrer Längsrichtung bewegbare Tragmittel
7 sind bei einer Bewegung in ihrer Längsrichtung zwischen zwei Rollen geführt: Die
Tragmittel 7 sind jeweils an einer Seite (wie in der Anordnung gemäss Fig. 3) an der
Peripherie der Treibscheibe 10 und an der jeweils anderen Seite an der Peripherie
einer Rolle 40 geführt. Die Rolle 40 ist dabei so angeordnet, dass ihre Drehachse
40' parallel zur Drehachse 10' der Treibscheibe 10 ausgerichtet ist und dass zwischen
der Treibscheibe 10 und der Rolle 40 ein Zwischenraum 46 vorhanden ist, der an seiner
engsten Stelle eine (minimale) Weite W (> 0) aufweist.
[0046] Die Fig. 4 zeigt eine Anordnung der Treibscheibe 10, der Rolle 40 und der Tragmittel
7 aus zwei verschiedenen Perspektiven: Die Anordnung ist im rechten Teil der Fig.
4 so dargestellt, dass die Drehachsen 10' und 40' parallel zur Zeichenebene ausgerichtet
sind, und im linken Teil der Fig. 4 derart, dass die Drehachsen 10' und 40' schräg
zur Zeichenebene ausgerichtet sind.
[0047] Die Treibscheibe 10 und die Rolle 40 sind jeweils im Zustand einer Rotation dargestellt,
wobei die Drehrichtung der jeweiligen Rotation im linken Teil der Fig. 4 durch Pfeile,
die die Drehachse 10' bzw. die Drehachse 40' in der Form von Kreissegmenten umgeben,
gekennzeichnet ist. Entsprechend sind die Tragmittel 7 im Zustand einer mit der Rotation
der Treibscheibe 10 und der Rotation der Rolle 40 synchronen Bewegung in ihrer Längsrichtung
dargestellt. Von jedem der Tragmittel 7 ist jeweils ein (sich geradlinig erstreckender)
Längsabschnitt gezeigt, der tangential von der Peripherie der Treibscheibe 10 und
tangential von der Peripherie der Rolle 40 abläuft und senkrecht zu den Drehachsen
10' und 40' angeordnet ist, wobei die Bewegungsrichtung des jeweiligen Längsabschnitts
im linken Teil der Fig. 4 durch einen parallel zur Längsrichtung des Tragmittels 7
gerichteten Pfeil angegeben ist.
[0048] Wie Fig. 4 zeigt, weist die Rolle 40 in einem radialen Schnitt an der Peripherie
ein Profil auf, das identisch mit dem entsprechenden Profil der Treibscheibe 10 ist.
Dementsprechend ist die Oberfläche der Rolle 40 an der Peripherie in fünf verschiedene,
in Richtung der Drehachse 40' nacheinander angeordnete Bereiche eingeteilt:
- In Segmente 41, 43 und 45, die die Form der Mäntel von Zylindern mit jeweils gleichem
Durchmesser haben und rotationssymmetrisch bezüglich der Drehachse 40' angeordnet
sind;
- eine Führungsrille 42, die zwischen den Segmenten 41 und 43 angeordnet ist und an
ihren Rändern stufenlos an die Segmente 41 bzw. 43 grenzt, und
- eine Führungsrille 44, die zwischen den Segmenten 43 und 45 angeordnet ist und an
ihren Rändern stufenlos an die Segmente 43 bzw. 45 grenzt.
[0049] Weiterhin hat (jeweils in Richtung der Drehachse 40') das Segment 41 dieselbe Breite
wie das Segment 11, das Segment 43 dieselbe Breite wie das Segment 13 und das Segment
45 dieselbe Breite wie das Segment 15. Ausserdem haben die Führungsrillen 12, 14,
42 und 44 jeweils in einem Querschnitt dasselbe, der Querschnittsform des Rumpfes
des Tragmittels 7 entsprechende Profil.
[0050] Gemäss Fig. 4 ist eines der Tragmittel 7 so angeordnet und die Weite W so gewählt,
dass
- eine Seite des Rumpfes dieses Tragmittels 7 quer zu dessen Längsrichtung formschlüssig
(gegebenenfalls ohne Spiel) in der Führungsrille 12 geführt ist, während die andere
Seite des Rumpfes quer zur Längsrichtung des Tragmittels 7 formschlüssig (gegebenenfalls
ohne Spiel) in der Führungsrille 42 geführt ist;
- das Führungselement 35 dieses Tragmittels 7 im Zwischenraum 46 auf der der Treibscheibe
10 zugewandten Seite (mit etwas Spiel) formschlüssig bezüglich des Segments 11 geführt
ist und auf der der Rolle 40 zugewandten Seite (mit etwas Spiel) formschlüssig bezüglich
des Segments 41 geführt ist, und
- das Führungselement 36 dieses Tragmittels 7 im Zwischenraum 46 auf der der Treibscheibe
10 zugewandten Seite (mit etwas Spiel) formschlüssig bezüglich des Segments 13 geführt
ist und auf der der Rolle 40 zugewandten Seite (mit etwas Spiel) formschlüssig bezüglich
des Segments 43 geführt ist.
[0051] Die Führungsrillen 12 und 42 bilden somit Führungsflächen für den Rumpf dieses Tragmittels
7, um das Tragmittel 7 quer zu seiner Längsrichtung zu führen. Die Führungsrillen
12 und 42 führen diesen Rumpf formschlüssig auf zwei gegenüberliegenden Seiten und
somit nahezu entlang seines gesamten Umfangs (abgesehen von zwei streifenförmigen
Bereichen mit einer jeweiligen Breite von ungefähr W in der Umgebung der Führungselemente
35 und 36). Der Rumpf dieses Tragmittels 7 kann deshalb die Führungsrillen 12 und
42 quer zur Längsrichtung des Rumpfes nicht ohne weiteres verlassen (d.h. nicht ohne
Beschädigung). Auf diese Weise ist eine besonders zuverlässige Führung des Rumpfes
quer zu dessen Längsrichtung gewährleistet.
[0052] Im Hinblick auf Drehungen dieses Tragmittels 7 um die Längsrichtung bilden die Segmente
11 und 41 jeweils einen mechanischen Anschlag für den Führungskörper 35 und die Segmente
13 und 43 einen mechanischen Anschlag für den Führungskörper 36.
[0053] Drehungen dieses Tragmittels 7 um die Längsrichtung sind dadurch eingeschränkt bzw.
verhindert, dass
- bei einer Drehung in einer ersten Drehrichtung der Führungskörper 35 an das Segment
11 und der Führungskörper 36 an das Segment 43 stösst und somit die Drehung limitiert
und
- bei einer Drehung in der entgegengesetzten Drehrichtung der Führungskörper 35 an das
Segment 41 und der Führungskörper 36 an das Segment 13 stösst und somit die Drehung
limitiert.
[0054] Im Falle dieses Tragmittels 7 bilden somit die Segmente 11 und 41 Führungsvorrichtungen
für den Führungskörper 35 zum Limitieren oder Verhindern von Drehungen des Tragmittels
7 um die Längsrichtung in beliebigen Drehrichtungen und entsprechend die Segmente
13 und 43 Führungsvorrichtungen für den Führungskörper 36 zum Limitieren oder Verhindern
von Drehungen des Tragmittels 7 um die Längsrichtung in beliebigen Drehrichtungen.
[0055] Demnach ist ein wesentlicher Vorteil der Anordnung gemäss Fig. 4 darin zu sehen,
dass ein einziger der Führungskörper 35 oder 36 bereits genügt, um Drehungen in beliebigen
Drehrichtungen auf einen vorbestimmten Winkelbereich zu beschränken. Der Winkelbereich
kann minimiert werden durch eine entsprechende Vorgabe der Weite W.
Im vorliegenden Fall ist es weiterhin vorteilhaft, dass die Führungskörper 35 und
36 spiegelbildlich auf gegenüberliegenden Seiten des Tragmittels 7 bzw. symmetrisch
zur Hauptachse 37 angeordnet sind (Fig. 2 und 3). Bei einer Drehung des Tragmittels
7 um seine Längsrichtung in einer beliebigen Drehrichtung werden jeweils sowohl der
Führungskörper 35 als auch der Führungskörper 36 an einen mechanischen Anschlag gedrückt.
Torsionsmomente, die gegebenenfalls über die Führungskörper 35 und 36 in die Segmente
11 und 43 bzw. 13 und 41 eingeleitet werden können, wirken in der Regel symmetrisch
bezüglich der Mitte des Rumpfes. Dadurch werden gegebenenfalls beide Führungskörper
35 und 36 gleichmässig belastet. Letzteres verbessert die Verschleissfestigkeit des
Tragmittels 7.
[0056] Die vorstehenden Betrachtungen gelten analog für das andere der Tragmittel 7 gemäss
Fig. 4, dessen Rumpf auf einer Seite in der Führungsrille 14 der Treibscheibe 10 und
auf der anderen Seite in der Führungsrille 44 der Rolle 40 jeweils formschlüssig geführt
ist. Im Falle dieses Tragmittels 7 bilden die Segmente 13 und 43 Führungsvorrichtungen
für den Führungskörper 35 zum Limitieren oder Verhindern von Drehungen um die Längsrichtung
in beliebigen Drehrichtungen und entsprechend die Segmente 15 und 45 Führungsvorrichtungen
für den Führungskörper 36 zum Limitieren oder Verhindern von Drehungen um die Längsrichtung
in beliebigen Drehrichtungen.
[0057] Die Weiterentwicklung gemäss Fig. 5 beruht auf einer Abwandlung der in Fig. 3 dargestellten
Anordnung. Zwei parallel angeordnete und in ihrer Längsrichtung bewegbare Tragmittel
7 sind - wie in der Anordnung gemäss Fig. 3 - bei einer Bewegung in ihrer Längsrichtung
jeweils in einer der Führungsrillen 12 und 14 der Treibscheibe 10 geführt. Die Weiterentwicklung
gemäss Fig. 5 ist aus zwei verschiedenen Perspektiven dargestellt: im rechten Teil
der Fig. 5 so, dass die Drehachse 10' der Treibscheibe 10 parallel zur Zeichenebene
angeordnet ist, und im linken Teil derart, dass die Drehachse 10' schräg zur Zeichenebene
ausgerichtet ist.
[0058] Wie in der Fig. 3 ist die Treibscheibe 10 im Zustand einer Rotation um die Drehachse
10' dargestellt. Die Drehrichtung der Rotation ist im linken Teil der Fig. 5 durch
Pfeile gekennzeichnet, die die Drehachse 10' in der Form von Kreissegmenten umgeben.
Die Zugmittel 7 werden synchron mit der Rotation der Treibscheibe 10 in ihrer Längsrichtung
bewegt (im linken Teil der Fig. 5 ist der Rumpf des jeweiligen Tragmittels 7 mit einem
Pfeil versehen, der die Richtung der Bewegung angibt). Die Fig. 5 zeigt demnach jeweils
einen Längsabschnitt des jeweiligen Tragmittels 7 beim Einlaufen in die entsprechende
Führungsrille 12 bzw. 14. Die übrigen Teile der Tragmittel 7 sind nicht dargestellt.
[0059] An der Treibscheibe 10 sind die Rümpfe der Tragmittel 7 quer zu ihrer Längsrichtung
lediglich auf einer Seite geführt. Entsprechend sind die Führungskörper 35 und 36
der Tragmittel 7 an den Segmente 11, 13 und 15 der Treibscheibe 10 nur auf einer Seite
geführt. Um die Stabilität der Führung zu verbessern, ist gemäss Fig. 5 eine Führungseinrichtung
50 für die Tragmittel 7 in der Nähe der Treibscheibe angeordnet. Die Führungseinrichtung
50 besteht aus einem Block, in welchem für jedes Tragmittel 7 drei Führungskanäle
51, 52 und 53 ausgebildet sind. Die Führungskanäle 51, 52, 53 haben die folgenden
Eigenschaften:
- Die Führungskanäle 51, 52, 53 sind nebeneinander angeordnet und an ihren Seiten miteinander
verbunden.
- Die Innenseiten der Führungskanäle 51, 52 und 53 liegen parallel zur Längsrichtung
des jeweiligen Tragmittels 7 und bilden Führungsflächen für den Rumpf und die Führungskörper
35 und 36 des Tragmittels 7.
- Der Rumpf des Tragmittels 7 wird durch den Führungskanal 51, der Führungskörper 35
durch den Führungskanal 52 und der Führungskörper 36 durch den Führungskanal 53 geführt.
- Der Führungskanal 51 ist so geformt, dass der Rumpf des Tragmittels 7 quer zu seiner
Längsrichtung auf zwei gegenüber liegenden Seiten formschlüssig geführt ist.
- Der Führungskanal 52 ist so geformt, dass der Führungskörper 35 auf zwei gegenüber
liegenden Seiten formschlüssig geführt ist.
- Der Führungskanal 53 ist so geformt, dass der Führungskörper 36 auf zwei gegenüber
liegenden Seiten formschlüssig geführt ist.
[0060] Der Rumpf des Tragmittels 7 kann den Führungskanal 51 quer zur Längsrichtung des
Rumpfes nicht ohne weiteres verlassen (d.h. nicht ohne Beschädigung). Das Tragmittel
7 wird deshalb im Führungskanal 51 quer zu seiner Längsrichtung zuverlässig geführt.
Da die Führungseinrichtung 50 unmittelbar neben der Treibscheibe 10 angeordnet ist,
kann auf diese Weise das Tragmittel 7 mit grösserer Stabilität an der Treibscheibe
11 geführt werden.
[0061] Im Hinblick auf Drehungen dieses Tragmittels 7 um die Längsrichtung bilden die Innenseiten
des Führungskanals 52 jeweils mechanische Anschläge für den Führungskörper 35 und
die Innenseiten des Führungskanals 53 jeweils mechanische Anschläge für den Führungskörper
36.
[0062] Drehungen dieses Tragmittels 7 um die Längsrichtung sind an der Führungseinrichtung
50 dadurch eingeschränkt bzw. verhindert, dass
- bei einer Drehung in einer ersten Drehrichtung der Führungskörper 35 an eine der Innenseiten
des Führungskanals 52 und der Führungskörper 36 an eine der Innenseiten des Führungskanals
53 stösst und somit die Drehung limitiert und
- bei einer Drehung in der entgegengesetzten Drehrichtung der Führungskörper 35 an eine
andere der Innenseiten des Führungskanals 52 und der Führungskörper 36 an eine andere
der Innenseiten des Führungskanals 53 stösst und somit die Drehung limitiert.
[0063] Somit bildet der Führungskanal 52 eine Führungsvorrichtung für den Führungskörper
35 zum Limitieren oder Verhindern von Drehungen des Tragmittels 7 um die Längsrichtung
in beliebigen Drehrichtungen und entsprechend der Führungskanal 53 eine Führungsvorrichtung
für den Führungskörper 36 zum Limitieren oder Verhindern von Drehungen des Tragmittels
7 um die Längsrichtung in beliebigen Drehrichtungen.
[0064] Ein Vorteil der Anordnung gemäss Fig. 5 ist darin zu sehen, dass ein einziger der
Führungskörper 35 oder 36 bereits genügt, um Drehungen in beliebigen Drehrichtungen
auf einen vorbestimmten Winkelbereich zu beschränken. Der Winkelbereich wird bestimmt
durch die Abmessungen der Führungskanäle 52 bzw. 53. Im vorliegenden Fall ist es weiterhin
vorteilhaft, dass die Führungskörper 35 und 36 spiegelbildlich auf gegenüberliegenden
Seiten des Tragmittels 7 angeordnet sind (Fig. 2 und 3). Bei einer Drehung des Tragmittels
7 um seine Längsrichtung in einer beliebigen Drehrichtung werden jeweils sowohl der
Führungskörper 35 als auch der Führungskörper 36 an einen mechanischen Anschlag gedrückt.
Dadurch werden gegebenenfalls beide Führungskörper 35 und 36 gleichmässig belastet.
Letzteres verbessert die Verschleissfestigkeit des Tragmittels 7.
[0065] Um die Verschleissfestigkeit des Tragmittels 7 noch zu verbessern, können die Führungskörper
35 und 36 und/oder der Mantel 30 noch zusätzlich mit einem oder mehreren Verstärkungselementen
zum mechanischen Verstärken versehen werden. Die Verstärkungselemente können beispielsweise
aus Fasern bestehen, die für Strukturverstärkungen geeignet sind (beispielsweise Aramid-,
Polyester-, Glas- oder Kohlefasern), oder aus gewebten oder geflochtenen Strukturen
aus solchen Fasern. Die Verstärkungselemente können beispielsweise in die Führungskörper
35 und 36 und/oder in den Mantel 30 eingebettet werden oder an der Oberfläche der
Führungskörper 35 und 36 und/oder an der Oberfläche des Mantels 30 angeordnet werden.
1. Tragmittel (7),
mit einem Rumpf, welcher mindestens einen Strang (20) aus mehreren miteinander verseilten
oder verflochtenen Zugträgern (25, 26, 27, 28) umfasst,
welcher Rumpf sich in der Längsrichtung des Tragmittels (7) erstreckt und
eine Querschnittsfläche mit einer Breite (A) und einer Höhe (B) mit einem Verhältnis
Breite / Höhe (A/B) von vorzugsweise 0.5 bis 2 aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Führungskörper (35, 36) am Rumpf befestigt ist, welcher Führungskörper
(35, 36) sich in der Längsrichtung des Tragmittels (7) erstreckt und seitlich vom
Rumpf absteht.
2. Tragmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
zwei der Führungskörper (35, 36) derart angeordnet sind, dass sie an einer Oberfläche
des Rumpfs durch einen Zwischenraum (31) getrennt sind und/oder an gegenüberliegenden
Seiten des Tragmittels (7) angeordnet sind.
3. Tragmittel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Rumpf einen Mantel (30) umfasst, der die jeweiligen Stränge (20) umgibt.
4. Tragmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der jeweilige Führungskörper (35, 36) am Mantel (30) befestigt ist und/oder dass
der Führungskörper (35, 36) und der Mantel (30) einstückig ausgebildet sind.
5. Tragmittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
der Führungskörper (35, 36) und/oder der Mantel (30) mindestens ein Verstärkungselement
zum mechanischen Verstärken des Führungskörper (35, 36) und/oder des Mantels (30)
umfasst.
6. Tragmittel nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass
der Rumpf an seiner Oberfläche neben dem Führungskörper (35, 36) einen streifenförmigen
Bereich (31) aufweist, der sich in der Längsrichtung des Tragmittels (7) erstreckt
und mit einer Führungsfläche (12, 14, 42, 44, 51) für den Rumpf in Kontakt bringbar
ist, um das Tragmittel (7) quer zu seiner Längsrichtung zu führen.
7. Tragmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die Oberfläche des Rumpfes im streifenförmigen Bereich (31) in einem Querschnitt konvex
gekrümmt ist.
8. Tragmittel nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass
der jeweilige Zugträger (25, 26, 27, 28) eine Litze oder ein Draht ist.
9. Aufzug (1) zum Befördern mindestens einer Last (3, 5) mit mindestens einem mit der
Last verbundenen, in seiner Längsrichtung bewegbaren Tragmittel (7) nach einem der
Ansprüche 1-8, wobei der Rumpf des Tragmittels (7) mit mindestens einer Führungsfläche
(12, 14, 42, 44, 51) für den Rumpf in Kontakt gebracht ist, um das Tragmittel (7)
quer zu seiner Längsrichtung zu führen, und
mindestens eine Führungsvorrichtung (11, 13, 15, 41, 43, 45, 52, 53) für den jeweiligen
Führungskörper (35, 36) zum Limitieren oder Verhindern einer Drehung des Tragmittels
(7) um seine Längsrichtung vorgesehen ist.
10. Aufzug nach Anspruch 9, wobei
die Führungsvorrichtung einen mechanischen Anschlag (11, 13, 41, 43, 45, 52, 53) umfasst
und eine Drehung des Tragmittels (7) durch einen mechanischen Kontakt zwischen dem
Anschlag (11, 13, 15, 41, 43, 45, 52, 53) und dem Führungskörper (35, 36) limitiert
oder verhindert ist.
11. Aufzug nach Anspruch 9, wobei
die Führungsvorrichtung zwei mechanische Anschläge (11, 41; 13, 43;) umfasst und der
Führungskörper (35) zwischen den beiden mechanischen Anschlägen geführt ist und eine
Drehung des Tragmittels in einer ersten Drehrichtung durch einen mechanischen Kontakt
zwischen dem Führungskörper (35) und einem der Anschläge (11, 13) und eine Drehung
des Tragmittels in der zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung durch
einen mechanischen Kontakt zwischen dem Führungskörper (35) und dem anderen der Anschläge
(41, 43) limitiert oder verhindert ist.
12. Aufzug nach einem der Ansprüche 9-10, wobei
das Tragmittel um eine Rolle (10, 40) geführt ist und die Führungsfläche (12, 14,
42, 44) an einer Oberfläche der Rolle (10, 40) und/oder in einer Rille (12, 14, 42,
44) an einer Oberfläche der Rolle ausgebildet ist.
13. Aufzug nach Anspruch 12, wobei
die Führungsvorrichtung (11, 13, 15, 41, 43, 45) an der Rolle (10, 40) neben der Führungsfläche
(12, 14, 42, 44) angeordnet ist.
14. Aufzug nach Anspruch 13, wobei ein Bereich der Oberfläche der Rolle neben der Führungsfläche
(12, 14, 42, 44) den mechanischen Anschlag (11, 13, 15, 41, 43, 45) bildet.
15. Aufzug nach einem der Ansprüche 11, wobei
der Rumpf des Tragmittels (7) zwischen zwei Rollen (10, 40) geführt ist und die jeweiligen
Anschläge (11, 13, 15, 41, 43, 45) an den jeweiligen Rollen (10, 40) ausgebildet sind.
16. Aufzug nach einem der Ansprüche 9-15, wobei
der Rumpf des Tragmittels (7) und der Führungskörper (35, 36) formschlüssig zwischen
zwei Rollen (10, 40) geführt sind oder
der Rumpf des Tragmittels (7) und der Führungskörper (35, 36) formschlüssig durch
einen Führungskanal (51, 52, 53) geführt sind.