[0001] Die Erfindung betrifft eine Posteranordnung mit einem Grundgehäuse, in dem ein Endlosposter
angeordnet ist.
[0002] Plakatwerbung wird von den meisten Betrachtern nur kurz wahrgenommen. Dies gilt auch
dann, wenn sie sich länger im Blickfeld des Posters aufhalten. Werden die Motive gewechselt,
läßt sich die Aufmerksamkeit durch die Bewegung auch noch öfter auf ein weiteres Motiv
lenken.
[0003] Dies ist ein Grund, warum in sogenannten City-Light-Postern (CLP) mehrere Plakate
in einem Wechsler untergebracht werden. Aus Marketinguntersuchungen geht hervor, daß
Poster verschiedener Motive und Produkte nur dann gewechselt werden können, wenn der
Wechsel in weniger als 5 Sekunden vonstatten geht.
[0004] Typischerweise sind hier bis zu sechs Poster auf einer Rolle untergebracht, die dann
auf und ab durchgespult wird. Im Hochkantformat sind solche Wechsler sehr teuer. Zudem
ist das Konfektionieren der Plakatrollen sowie deren Austausch im Wechsler recht aufwendig.
[0005] CLPs werden als Wechsler wegen ihrer Kosten deswegen nur an Aufstellungsorten untergebracht,
wo einerseits zum Beispiel durch eine Ampel längere Betrachtungsphasen zu erwarten
sind und sie andererseits einigermaßen sicher vor Vandalismus sind. An den meisten
Aufstellorten sind deswegen nicht mehr als zwei Motive sinnvoll.
[0006] Bei Displays im Indoor-Bereich existieren Varianten von Endlospostern, in denen mehrere
Poster, zwei bis drei, in einer Schlaufe zusammengeklebt sind und über eine durch
einen Rolladenmotor permanent angetriebene Rolle kontinuierlich umgerollt werden.
Diese entstammen dann aber immer einem Werbethema. Der JUMA-Drive entstammt dem Anliegen,
durch ein praxisgerechteres Design sowohl die Aufstellungskosten als auch die Pflegekosten
drastisch zu senken.
[0007] Da in den meisten Fällen zwei Motive ausreichen, würde ein endloser Rollmechanismus
grundsätzlich ausreichen. Die bekannten Rollen sind allerdings nachteilig, da sie
nicht genügend halten und zu langsam rollen, da sie sperrig sind und da das Wechseln
des Posters zu lange dauert: zumeist sind sie ohne aufwendiges Zerschneiden und Verkleben
der aus der Druckerei gelieferten Poster nicht zu beschicken. Das ganze wechseln fertiger
Rollen geht sehr umständlich vonstatten. Sie reagieren empfindlich auf Temperatur-
und Luftfeuchtigkeitsveränderungen.
[0008] Die Erfindung hat vor diesem Hintergrund zunächst die Aufgabe, die gattungsgemäße
Vorrichtung derart weiter zu entwickeln, dass das Wechseln der Endlosplakates vereinfacht
wird.
[0009] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch den Gegenstand des Anspruchs 1.
[0010] Danach ist das Endlosposter auf einem Schwenkarm befestigt, der um eines seiner Enden
schwenkbar ist.
[0011] Die Erfindung ermöglicht es, das Endlosplakat schnell und einfach zu wechseln, da
der Schwenkarm in eine Stellung schwenkbar ist, in der das Plakat bzw, Poster leicht
ausgetauscht werden kann.
[0012] Besonders bevorzugt ist am Grundgehäuse eine relativ zum Grundgehäuse bewegliche
Gehäusetür angeordnet, wobei der Schwenkarm am Grundgehäuse oder an der Gehäusetür
angelenkt ist. Beide Varianten realisieren alle Vorteile der Erfindung, da der Schwenkarm
stets in eine von der Gehäusetür und dem Grundgehäuse beabstandete Zwischenstellung
schwenkbar ist, in der das Plakat bzw. Poster leicht ausgetauscht werden kann.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen,
[0014] Der kostengünstige Antrieb ist kompakt und funktionssicher.
[0015] Die vorteilhafte Beleuchtung innerhalb des Schwenkgitters bzw. vom inneren des Endlosposters
ermöglicht darüber hinaus eine gute Erkennbarkeit der Werbung auch in der Dunkelheit.
[0016] Die Erfindung ermöglicht es in besonderer Ausführung insbesondere auch, vollständige
Motive zu zeigen, wobei das Motiv auch eine motivspezifische Zeit still stehen kann.
Dabei kann der Motivwechsel durchaus auch in weniger als fünf Sekunden erfolgen. Darüber
hinaus wird die Lösung auch den klimatischen Bedingungen einer Outdoor-Installation
gerecht.
[0017] Vorzugsweise wird als Antriebseinrichtung ein robuster Gleichstromantrieb eingesetzt,
wie er auch im Automobilbau eingesetzt wird. Über ein Schneckengetriebe, das einen
sofortigen Stopp bei Stromabschaltung garantiert, wird eine Kunststorrwelle angetrieben,
die zur Traktionsverbesserung Gummiauflagen erhält. Diese Antriebseinheit ist auf
einen aus dem Gehäuse schwenkbaren Rahmen montiert in dem die Beleuchtung eingebracht
ist.
[0018] Die Straffung des Posterbogens erfolgt durch eine nur eingelegte freie Tänzerwelle
bzw. -rolle. Dadurch und durch den Schwenkrahmen ist es möglich, zum Posterwechsel
einfach die Tänzerwelle zu entnehmen. Dann kann das Poster von der oberen Welle abgezogen
werden. Dies ist mit wenigen Handgriffen erledigt.
[0019] Auf die Posterrolle aufkonfektionierte Magnete markieren jeweils die Stoppstellen.
Die Stoppzeiten werden über eine einfache, regelbare elektronische Verzögerung eingestellt.
[0020] Nach den verschiedenen Varianten ergeben sich insbesondere in Kombination folgende
Vorteile:
- 1. ein Preisvorteil bei gleichzeitigem Technologiesprung durch Einsatz von hochbelastbaren
Komponenten aus dem Automobilbau,.
- 2. eine Vermeidung der sonst typischen "Teller-Bildung" (entstehend durch die Bildverformung)
durch das Zwei-Rollen-System,
- 3. ein Ausgleich der bei anderen Systemen unvermeidbaren Plakatlängen-Änderung durch
die besondere Ausführung der unteren Rolle,.
- 4. es sind keine Einbauten hinter dem Plakat notwendig, was in einer gleichmäßigen,
ungestörten Hinterleuchtung der Plakatfläche resultiert,
- 5. es ist ein einfaches Wechseln der Plakate durch vorkonfektionierte Bildrollen ohne
Verkleben, Verpressen oder Klemmen der Bilder möglich,
- 6. ein Vermeiden von Plakatriss oder einem Ablösen der Klemmstelle durch Einsatz der
vorkonfektionierten Bildrolle,
- 7. eine Verlängerung der Plakatlebensdauer durch im Gegensatz zu üblichen Wechslern
sanftes Verfahren,
- 8. ein gleichmäßiger Lauf durch Verzicht auf Klemmleisten, Einzelplakate und Stoßstellen,
dadurch verringerte Belastung der Antriebskomponenten,
- 9. eine Erhöhung von Plakat- und Antriebslebensdauer durch die Vermeidung von Richtungswechseln
im Roll-up-Vorgang.
[0021] Es ergeben sich zudem einige Vorteile hinsichtlich der Wartung:
1. Weitgehende Wartungsfreiheit, Minimierung der Komponentenzahl (Antrieb, Steuerung,
Beleuchtung, Chassis),
2. kein Verschleiß empfindlicher Klemmleisten,
3. Minimierung von Folgekosten und Kalkulationssicherheit durch Wartungsvereinbarung
und langfristig fixe Ersatzteilpreise,
4. der Einsatz teurer und anfälliger GSM-Technik und die damit verbundenen Betriebskosten
zur Fernüberwachung wird obsolet.
[0022] Besonders vorteilhaft erscheinen zusammengefasst:
- die Montage der Komponenten am Schwenkrahmen,
- die Nutzung des Endlosposters im Stop-and-go-Betrieb;
- eine mechanische Lösung beim Bremsen und Anfahren des Posters anstelle der sonst üblichen
aufwendigen Elektronik;
- die Realisierung der hohen Transportgeschwindigkeiten des Posters beim Wechselvorgang;
- eine Realisierung von Stoppmarkierungen über einfache Magnetschalter statt der sonst
üblichen Elektronik,
- die Ermöglichung der Nutzung der nicht gelagerten unteren Tänzerrolle trotz der hohen
Bewegungsgeschwindigkeiten,
- der Einsatz einer einfachen Klebetechnik zur Verbindung unterschiedlicher Poster,
die notfalls sogar vor Ort eingesetzt werden kann.
[0023] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezug auf die Zeichnung anhand von Ausführungsbeispielen
näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. la
- eine schematische Ansicht einer Posteranordnung mit einem Gehäuse;
- Fig. 1b
- eine Draufsicht auf die Anordnung aus Fig. 1 mit gestrichelt dargestelltem geöffneter
Gehäusetür;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch eine erste erfindungsgemäße Posteranordnung mit geöffnetem Gehäuse
und gestrichelt dargestellter Schwenkposition des Plakatarmes;
- Fig. 3
- einen Schnitt durch eine zweite erfindungsgemäße Posteranordnung mit geöffnetem Gehäuse
und gestrichelt dargestellter Schwenkposition des Plakatarmes;
- Fig 4a-c
- einen Plakatarm in einer Frontansicht, in einer Seitenansicht und in einer Draufsicht.
[0024] Fig. 1 zeigt eine Posteranordnung 1 mit einem fest stehenden, z.B. über Stützen 2
am Boden verankerten, Grundgehäuse 3 und einer daran beweglich, insbesondere um einer
vertikale Drehachse drehbar angeordneten, flügelartigen Gehäusetür 5. Die Gehäusetür
ist durchsichtig gestaltet und vorzugsweise mit einer durchsichtigen Glasscheibe 6
versehen.
[0025] Das eigentliche Poster bzw. das Plakat ist als um eine erste Rolle 7 und eine ausgleichende
Tänzerrolle 8 geschlungenes Endlosposter 9 ausgebildet (siehe auch Fig. 4). Dabei
ist die erste Rolle 7 drehbar aber hinsichtlich ihrer Drehachse ortsfest an einem
Schwenkarm 10 angeordnet, der relativ zum Grundgehäuse 3 und zur Gehäusetür 5 drehbar
gelagert ist.
[0026] Vorzugsweise weist der Schwenkarm 10 einen Schwenkrahmen 11 auf, der über wenigstens
einen - hier zwei - seitliche Drehbeschläge 12, 13 schwenkbar entweder am Grundgehäuse
2 (Fig. 2) oder an der Gehäusetür 5 (Fig. 3) angelenkt ist.
[0027] Dabei ist erste Rolle 7 mit der relativ zum Schwenkarm festen Drehachse wiederum
vorzugsweise oberhalb des Schwenkrahmens 11 angeordnet und mit Hilfe einer Elektromotor-Getriebeanordnung
14 drehbar, die am Schwenkrahmen 11 befestigt ist und vorzugsweise auf einem aus dem
Autotnobilbereich bekannten, kostengünstigen Gleichstrommotor aufbaut.
[0028] Die Tänzerrolle 8 ist dagegen unterhalb des Grundrahmes 11 frei angeordnet bzw. in
den unteren Bereich des Endlosposters 9 eingelegt, wobei ihre Drehachse entsprechend
der Tänzerrollenfunktion relativ zum Schwenkrahmen 11 nicht ortsfest sondern ausgleichend
veränderlich ist.
[0029] In dem Schwenkrahmen 11, dessen Breite im wesentlichen der Breite des Endlosposters
entspricht, sind ein oder mehrere Lichtquellen, insbesondere Leuchtstoffröhren 15
oder dg1. angeordnet, die das Endlosposter von innen beleuchten, so dass die Werbung
auf dem Endlosposter auch bei Dunkelheit gut sichtbar ist.
[0030] Der Schwenkarm ermöglicht es, das Endlosposter 9 in eine Schwenkstellung zwischen
der geöffneten Gehäusetür 5 und dem Grundgehäuse 2 zu schwenken. Dies erleichtert
die Handhabung und dabei insbesondere das Wechseln des Endlosposters erheblich, wobei
sich ergänzend auch die freie Tänzerrolle 8 ergänzend ebenfalls besonders vorteilhaft
auswirkt.
Bezugszeichen
[0031]
- Posteranordnung
- 1
- Stützen
- 2
- Grundgehäuse
- 3
- Gehäusetür
- 5
- Glasscheibe
- 6
- Rolle
- 7
- Tänzerrolle
- 8
- Endlosposter
- 9
- Schwenkarm
- 10
- Schwenkrahmen
- 11
- Drehbeschläge
- 12, 13
- Elektromotor-Getriebeanordnung
- 14
- Leuchtröhren
- 15
1. Posteranordnung mit einem Grundgehäuse, in dem ein Endlosposter angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Endlosposter (9) auf einem Schwenkarm (10) befestigt ist, der um eines seiner
Enden schwenkbar ist,
2. Posteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das am Grundgehäuse (2) eine relativ zum Grundgehäuse (3) bewegliche Gehäusetür
(5) angeordnet ist, wobei der Schwenkarm (10) am Grundgehäuse (2) oder an der Gehäusetür
(5) angelenkt ist.
3. Posteranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, das der Schwenkarm (10) einen Schwenkrahmen (11) aufweist, der über wenigstens einen
oder mehrere Drehbeschläge (12, 13) schwenkbar am Grundgehäuse (2) oder an der Gehäusetür
(5) angelenkt ist.
4. Posteranordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das am Schwenkrahmen eine erste Rolle (7) drehbar aber hinsichtlich ihrer Drehachse
ortsfest angeordnet ist.
5. Posteranordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Endlosposter um die erste Rolle (7) oberhalb des Schwenkrahmcns (11) und um eine
zweite Rolle (8) unterhalb des Schwenkrahmens (11) geschlungen ist.
6. Posteranordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Rolle als in den unteren Bereich des Endlosposters eingelegte freie Tänzerrolle
(8) ausgebildet ist.
7. Posteranordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Rolle (7) mit der relativ zum Schwenkarm festen Drehachse (11) mit Hilfe
einer Elektromotor-Getriebeanordnung (14) drehbar ist, die am Schwenkrahmen (11) befestigt
ist und vorzugsweise auf einem Gleichstrommotor aufbaut.
8. Posteranordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das im Rahmen innerhalb des Endlosposters ein oder mehrere Lichtquellen, insbesondere
Leuchtröhren (15) oder dgl. angeordnet sind, die das Endlosposter von innen beleuchten.