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EP 1 653 483 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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03.05.2006 Patentblatt 2006/18 |
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Anmeldetag: 29.10.2004 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL HR LT LV MK |
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Anmelder: Nexans |
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75008 Paris (FR) |
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Erfinder: |
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- Bertges, Harald
41189 Mönchengladbach (DE)
- Hamacher, Heinz-Willi
41189 Mönchengladbach (DE)
- Winkelbauer, Walter
47057 Duisburg (DE)
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Vertreter: Döring, Roger |
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Patentanwalt,
Weidenkamp 2 30855 Langenhagen 30855 Langenhagen (DE) |
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Bemerkungen: |
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Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86 (2) EPÜ. |
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Mehradrige flexible elektrische Leitung |
(57) Es wird eine mehradrige flexible elektrische Leitung mit einem zentralen Tragelement
(3), mehreren das Tragelement (3) umgebenden Adern (1) aus isolierten feindrähtigen
Leitern sowie einem Kunststoffmantel (5) beschrieben, bei welchem das zentrale Tragelement
(3) aus einem drehungsfreien Stahlseil (3a) besteht, das mit einer äußeren Isolierschicht
(3b) versehen ist. Das Stahlseil (3a) besteht aus einer Kernlitze (6), einer ersten
auf die Kernlitze (6) aufgeseilten Lage aus mehreren Litzen (7) und einer auf die
erste Lage aufgeseilten zweiten Lage aus einer Vielzahl von Litzen (10), wobei die
Verseilrichtung und/oder die Verseillänge der Litzen (10) der zweiten Lage von der
Verseilrichtung und/oder der Verseillage der Litzen (7) der ersten Lage abweicht.
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[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine mehradrige flexible elektrische Leitung
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Flexible Leitungen finden ihre Anwendung z. B. als elektrische Versorgungsleitungen
für bewegliche Maschinen, wobei die Leitungen getrommelt bzw. geschleppt werden können.
Anwendungsorte sind Tagebau und Bergbau unter Tage.
[0003] Bei der Konstruktion derartiger Leitungen kommt es darauf an, das Dehnungsverhalten
der Leiter für kleine Biegeradien zu optimieren und der Leitung eine ausreichende
Zugfestigkeit zu geben.
[0004] Aus der DE-Z "Elektrodienst", 1983, Heft 1, Seite 26/27 ist eine Aufzugsteuerleitung
bekannt, bei welcher die Adern um ein Tragorgan zur Leitungsseele verseilt sind, und
die Leitungsseele von einem Kunststoffmantel umgeben ist. Die bekannte Leitung zeichnet
sich durch einen Leitungsaufbau aus, bei dem jeweils fünf Adern um einen zugfesten
Kern zu einem Bündel verseilt sind, und sechs dieser Bündel sind dann mit kurzer Schlaglänge
um das Tragorgan angeordnet, wobei das Tragorgan als drehungsfreies Stahlseil ausgebildet
ist. Die Vorteile dieser Konstruktion sind:
hohe Biegetüchtigkeit
hohe Flexibilität
absolute Stabilität des Aderverbandes.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine trommelbare Leitung für Energie- und/oder
Datenübertragung bereitzustellen, welche sehr hohen dynamischen Zugbelastungen ausgesetzt
werden kann und von daher unter den rauhen Bedingungen unter Tage verwendet werden
kann.
[0006] Die Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 erfaßten Merkmale gelöst.
[0007] Aufgrund des Aufbaus des hoch zugfesten und verdrehungsfreien Stahlseils vollzieht
sich ein Bruch der Seilelemente nach extrem langer Einsatzzeit in den zentralen Lagen
des Stahlseils, sodaß eine vorzeitige Beschädigung der Adern vermieden ist.
[0008] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen erfaßt.
[0009] Die Erfindung ist anhand der in den Figuren 1 und 2 schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
[0010] In der Figur 1 ist ein Schnitt durch eine Leitung nach der Lehre der Erfindung dargestellt.
Die Leitung weist drei Hauptadern 1 auf, welche aus einem hoch flexiblen, feindrähtigen
Kupferleiter 1 a und einer Isolierschicht 1 b auf der Basis von EPR bestehen. Zwischen
den Hauptadern 1 befinden sich Schutzleiter 2, die wie die Hauptadern 1 einen hoch
flexiblen, feindrähtigen Kupferleiter 2a und eine Isolierung 2b auf der Basis von
EPR aufweisen. Im Zentrum der Leitung ist ein Tragorgan 3 vorgesehen, welches ein
verdrehungsfreies Stahlseil 3a sowie eine isolierende Gummihülle 3b aufweist. Der
Mantel 5 besteht aus zwei Schichten 5a und 5b, zwischen denen ein Torsionsschutzgeflecht
4 vorgesehen ist. Die Schichten 5a und 5b bestehen vorteilhafterweise aus einem chlorhaltigen
Kautschuk, der ölbeständig, schwer entflammbar sowie weiterreiß- und abriebfest ist.
Das Torsionsschutzgeflecht ist aus hoch zugfesten und abriebfesten Kunststofffäden
aufgebaut.
[0011] Das Tragorgan 3 kann vorteilhafterweise als Steuerleiter bzw. als Überlastkontrolleiter
verwendet werden.
[0012] Die Hauptadern 1 und die Schutzleiter 2 sind auf das Tragorgan 3 aufgeseilt.
[0013] Die Figur 2 zeigt das Stahlseil 3a in vergrößertem Maßstab.
[0014] Das Stahlseil 3a besteht aus einer Kernlitze 6 aus beispielsweise sieben Einzeldrähten.
[0015] Die Kernlitze ist von vier Litzen 7 umgeben, welche jeweils aus sechsundzwanzig Einzeldrähten
aufgebaut sind.
[0016] In den Zwickeln zwischen den Litzen 7 sind vier kleinere Litzen 8 vorgesehen. Die
Durchmesser der Litzen 7 und 8 sind so aufeinander abgestimmt, daß sie eine gemeinsame
Umhüllende 9 tangieren.
[0017] Eine äußere Lage ist aus sechzehn Außenlitzen gebildet, die wie die Kernlitze 6 aus
jeweils sieben Einzeldrähten bestehen.
[0018] Die Litzen 7 der ersten Lage sind mit einer Schlaglänge von 35 mm auf die Kernlitze
6 aufgeseilt. Die Außenlitzen 10 der zweiten Lage sind mit einer Schlaglänge von 50
mm auf die erste Lage aufgeseilt.
[0019] Das auf diese Weise aufgebaute Tragorgan verleiht der Leitung eine extrem hohe Biegewechselfestigkeit
und somit eine sehr lange Lebensdauer.
[0020] Im Extremfall ist durch den Seilaufbau gewährleistet, daß zunächst die Drähte der
inneren Lage zu Bruch gehen, und somit eine Beschädigung der Hauptadern vermieden
bzw. zumindest hinausgezögert wird.
1. Mehradrige flexible elektrische Leitung mit einem zentralen Tragelement (3), mehreren
das Tragelement (3) umgebenden Adern (1) aus isolierten feindrähtigen Leitern sowie
einem Kunststoffmantel (5), bei welchem das zentrale Tragelement (3) aus einem drehungsfreien
Stahlseil (3a) besteht, das mit einer äußeren Isolierschicht (3b) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Stahlseil (3a) aus einer Kernlitze (6), einer ersten auf die Kernlitze (6) aufgeseilten
Lage aus mehreren Litzen (7) und einer auf die erste Lage aufgeseilten zweiten Lage
aus einer Vielzahl von Litzen (10) besteht, wobei die Verseilrichtung und/oder die
Verseillänge der Litzen (10) der zweiten Lage von der Verseilrichtung und/oder der
Verseillage der Litzen (7) der ersten Lage abweicht.
2. Mehradrige Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Verseilzwickeln der ersten Lage weitere Litzen (8) angeordnet sind, deren
Durchmesser geringer ist als der Durchmesser der Litzen (7) der ersten Lage, und daß
die Litzen (7) der ersten Lage und die weiteren Litzen (8) eine gemeinsame Umhüllende
von innen tangieren.
3. Mehradrige Leitung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Adern (1) Schutzleiter (2) angeordnet sind.
4. Mehradrige Leitung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierung der Adern (1) aus Ethylen-Propylen.Gummi (EPR) besteht.
5. Mehradrige Leitung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenmantel (5) aus zwei Schichten (5a,5b) aus einem Kautschuk besteht, und daß
zwischen den zwei Schichten (5a,5b) ein Torsionsschutzgeflecht (4) aus hoch zugfesten
Kunststofffäden eingebettet ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Mehradrige flexible elektrische Leitung mit einem zentralen Tragelement (3), mehreren
das Tragelement (3) umgebenden Adern (1) aus isolierten feindrähtigen Leitern sowie
einem Kunststoffmantel (5), bei welchem das zentrale Tragelement (3) aus einem drehungsfreien
Stahlseil (3a) besteht, das mit einer äußeren Isolierschicht (3b) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Stahlseil (3a) aus einer Kernlitze (6), einer ersten auf die Kernlitze (6) aufgeseilten
Lage aus mehreren Litzen (7) und einer auf die erste Lage aufgeseilten zweiten Lage
aus einer Vielzahl von Litzen (10) besteht, wobei die Verseilrichtung und/oder die
Verseillänge der Litzen (10) der zweiten Lage von der Verseilrichtung und/oder der
Verseillänge der Litzen (7) der ersten Lage abweicht.
2. Mehradrige Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Verseilzwickeln der ersten Lage weitere Litzen (8) angeordnet sind, deren
Durchmesser geringer ist als der Durchmesser der Litzen (7) der ersten Lage, und daß
die Litzen (7) der ersten Lage und die weiteren Litzen (8) eine gemeinsame Umhüllende
von innen tangieren.
3. Mehradrige Leitung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Adern (1) Schutzleiter (2) angeordnet sind.
4. Mehradrige Leitung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierung der Adern (1) aus Ethylen-Propylen-Gummi (EPR) besteht.
