Garofen
[0001] Die Erfindung betrifft einen Garofen zum Behandeln von Gargut mittels Mikrowellen-Strahlung.
Insbesondere betrifft die Erfindung einen Garofen, der eine Behand-lung des Gargutes
sowohl mittels Mikrowellen-Strahlung als auch durch direkte Wärmezufuhr ermöglicht.
[0002] Garöfen bzw. Gargeräte, die das Gargut mit Mikrowellen-Strahlung zubereiten, werden
in Haushalten täglich verwendet. Auch solche Gargeräte, die sowohl mit Mikrowellen-Strahlung
als auch mit direkter Wärmezufuhr arbeiten, werden zunehmend verwendet. Letztere Garöfen
haben den Vorteil, dass das Gargut auch gleichzeitig mittels Mikrowellen-Strahlung
und direkter Wärmezufuhr behandelt werden kann. Die Mikrowellenbehandlung ermöglicht
eine kurze Zubereitungszeit. Der gleichzeitige Betrieb eines Heizelements stellt sicher,
dass die Speisen auch knusprig zubereitet werden.
[0003] Da die Mikrowellen-Strahlung für den menschlichen Organismus eine gesundheitliche
Gefahr darstellt, muss bei Gargeräten mit integrierter Mikrowellenfunktion die Mikrowellen-Strahlung
nach außen abgeschirmt oder zumindest deutlich abgeschwächt werden.
[0004] Dazu wird beispielsweise der durchsichtige Bereich der Tür, die den Garraum verschließt,
mit einem Metallgitter oder einer metallenen Lochplatte versehen. Dabei ist die Maschenweite
des Metallgitters bzw. der Lochdurchmesser der Lochplatte wesentlich kleiner als die
Wellenlänge der verwendeten Mikrowellen-Strahlung. Auf diese Weise wird ein Austreten
der Mikrowellen-Strahlung durch die Tür wirksam verhindert.
[0005] Die Mikrowellen-Strahlung kann jedoch auch durch einen Spalt zwischen der geschlossenen
Tür und dem Rahmen der Beschickungsöffnung des Gargeräts austreten. Um einen Garofen
auch in diesem Bereich wirkungsvoll gegen den Austritt von Mikrowellen-Strahlung abzudichten,
werden Mikrowellen-Abdichtungen verwendet. Die Mikrowellen-Abdichtung kann auf die
Tür des Gargeräts aufgesetzt sein, so dass sie in den Garraum eindringt. Die Mikrowellen-Abdichtung
kann auch innerhalb der Tür des Gargerätes integriert sein, so dass die Innenseite
der Tür flach ausgebildet sein kann. Als Mikrowellen-Abdichtungen können beispielsweise
eine Impedanzdrossel oder eine sogenannte λ/4-Tasche verwendet werden.
[0006] Die Impedanzdrossel ist beispielsweise aus der US 4,523,069 bekannt. Die Impedanzdrossel
ermöglicht es, durch an die Wellenlänge der verwendeten Mikrowellen angepasste geometrische
Abmessungen im Bereich des kritischen Spaltes eine hohe Impedanz auszubilden und dadurch
den Austritt der Mikrowellen durch den Spalt zu unterbinden.
[0007] Die λ/4-Tasche ist beispielsweise aus der US 3,182,164 und aus der DE 33 28 748 A1
bekannt. Die λ/4-Tasche umfasst einen Hohlraum mit einer elektrisch leitfähigen, insbesondere
metallenen Oberfläche. Der Hohlraum weist eine Öffnung auf, durch welche die Mikrowellen
in den Hohlraum eintreten können. Der innere Durchmesser des Hohlraums beträgt etwa
ein Viertel der Wellenlänge der verwendeten Mikrowellen. Dadurch werden die Mikrowellen
ausgelöscht bzw. zumindest deutlich abgeschwächt. Somit bilden die λ/4-Taschen eine
Falle oder eine Dämpfungseinrichtung für die Mikrowellen.
[0008] Aus der US 4,584,447 ist eine Weiterentwicklung der λ/4-Taschen bekannt, bei denen
der Hohlraum mit einem Dielektrikum (Nichtleiter) gefüllt ist. Durch das Dielektrikum
wird die Wellenlänge der Mikrowellen innerhalb des Hohlraums verkleinert. Dies ermöglicht
kleinere Innenabmessungen des Hohlraums.
[0009] Die λ/4-Taschen gemäß der US 3,182,164, DE 33 28 748 A1 und US 4,584,447 sind jeweils
im Bereich des Spaltes zwischen geschlossener Tür und Umrahmung der Beschickungsöffnung
des Gargeräts in bzw. an der Tür angeordnet. Dadurch wird das Austreten von Mikrowellen
durch diesen Spalt unterbunden.
[0010] Aus DE 40 31 893 A1 ist ein reines Mikrowellengerät bekannt, bei dem Elemente, die
eine Falle für Wellen bilden, an einem inneren Teil eines Türrahmens angeordnet sind.
Diese Elemente werden durch ein Abformteil aus einem isolierenden Werkstoff, beispielsweise
aus Silikon, abgedeckt.
[0011] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Garofen zum Behandeln von Gargut mittels Mikrowellen-Strahlung
bereitzustellen, der eine effiziente Abschirmung bei einem verhältnismäßig geringen
konstruktiven Aufwand ermöglicht.
[0012] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand gemäß Patentanspruchs 1 gelöst.
[0013] Gemäß Patentanspruch 1 umfasst der Garofen zum Behandeln von Gargut mittels Mikrowellen-Strahlung:
a) wenigstens einem Garraum;
b) wenigstens einen Rahmen, der wenigstens eine Beschickungsöffnung des Garraumes
zumindest abschnittsweise umschließt;
c) wenigstens eine Tür zum Verschließen der Beschickungsöffnung, wobei die Tür im
geschlossenen Zustand die Beschickungsöffnung vollständig und eine Vorderseite des
Rahmens teilweise abdeckt; und
d) eine Mikrowellen-Abdichtung, die an der Vorderseite des Rahmens angebracht oder
anbringbar ist, wobei die Mikrowellen-Abdichtung im geschlossenen Zustand der Tür
neben einer Außenumfangsfläche oder einem Außenumfangsflächenabschnitt der Tür angeordnet
ist.
[0014] Die Kernidee der Erfindung liegt darin, dass die Mikrowellen-Abdichtung separat von
der Tür ausgebildet ist. Dies hat den Vorteil, dass die Tür unabhängig von der Mikrowellen-Abdichtung
ausgestaltet werden kann. Die bedeutet eine konstruktive Vereinfachung. Es ist nicht
unbedingt erforderlich, dass in der Tür, im Rahmen oder im Garraum Einrichtungen vorhanden
sind, um diejenige Mikrowellen-Strahlung abzuschirmen, die durch den Zwischenraum
zwischen Tür und Rahmen nach außen dringen könnte. Selbstverständlich besteht auch
die Möglichkeit, darüber hinaus zusätzliche Mikrowellen-Abdichtungen zu verwenden,
die beispielsweise innerhalb der Tür angeordnet sind.
[0015] Vorzugsweise umfasst die Mikrowellen-Abdichtung wenigstens einen langgestreckten
Abschnitt. Dadurch kann der langgestreckte Zwischenraum zwischen Tür und Rahmen abgedeckt
bzw. abgeschirmt werden.
[0016] Bei der bevorzugten Ausführungsform weist die Mikrowellen-Abdichtung wenigstens einen
Hohlraum auf. Dazu kann die Mikrowellen-Abdichtung wenigstens eine Profilschiene umfassen.
Dies bewirkt bei einer geeigneten geometrischen Ausgestaltung insbesondere Interferenzeffekte,
die eine Abschwächung oder Auslöschung elektromagnetischer Strahlung bewirken.
[0017] Beispielsweise umfasst die Mikrowellen-Abdichtung wenigstens eine U-Profilschiene.
Die U-Profilschiene ist eine konstruktiv einfaches und somit kostengünstiges Mittel,
das als Mikrowellen-Abdichtung geeignet ist.
[0018] Bei der bevorzugten Ausführungsform weist die Mikrowellen-Abdichtung wenigstens einen
Innendurchmesser auf, der einem Viertel der Wellenlänge der vorgesehenen oder verwendeten
Mikrowellen-Strahlung entspricht. Dies bewirkt aufgrund der Interferenz eine Abschwächung
oder Auslöschung der Mikrowellen-Strahlung.
[0019] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Mikrowellen-Abdichtung eine Vielzahl von
Schlitzen aufweist. Die Schlitze sind dem Zwischenraum zwischen Tür und Rahmen zugewandt
und zum Eintreten der Mikrowellen-Strahlung in den Innenraum der U-Profilschiene vorgesehen.
[0020] Vorzugsweise ist zumindest ein Teil der Schlitze parallel zueinander angeordnet.
Auch dies trägt zu einer Dämpfung der Mikrowellen-Strahlung bei.
[0021] Dabei können sich die Schlitze senkrecht zur Längsrichtrichtung der Mikrowellen-Abdichtung
bzw. des langgestreckten Abschnitts der Mikrowellen-Abdichtung erstrecken. Dies ermöglicht
eine besonders effiziente Dämpfung der Mikrowellen-Strahlung.
[0022] Um einen weiteren Effekt zu nutzen, kann die Mikrowellen-Abdichtung von der Außenumfangsfläche
bzw. dem Außenumfangsflächenabschnitt der Tür geringfügig beabstandet sein. Dabei
beträgt der Abstand zwischen der Mikrowellen-Abdichtung und der Außenumfangsfläche
bzw. dem Außenumfangsflächenabschnitt der Tür beispielsweise zwischen 2 mm und 3 mm,
vorzugsweise etwa 2,5 mm. Durch die beiden parallelen Flächen bildet sich eine Kapazität,
die ebenfalls eine Auslöschung oder Abschwächung von Mikrowellen-Strahlung bewirkt.
[0023] Außerdem kann der Garofen eine Dichtung aufweisen, die bei geschlossener Tür den
Garraum nach außen hin gegen den Austritt von heißer Luft und/oder beim Garen entstehenden
Dünsten, Dämpfen und/oder Gerüchen abdichtet. Dies trägt zu einer Erhöhung des Wirkungsgrades
bei und verhindert das Austreten störender Gerüche.
[0024] Beispielsweise ist im geschlossenen Zustand der Tür die Dichtung zwischen dem Rahmen
und der Tür angeordnet. Vorzugsweise' ist die Dichtung an der Innenseite der Tür angebracht
oder anbringbar. Alternativ kann die Dichtung auch am Rahmen angebracht sein. Die
Dichtung ist aus einem elastischen und hitzebeständigen Material hergestellt.
[0025] Weiterhin kann die Tür wenigstens eine durchsichtige Scheibe aufweisen. Dies ermöglicht
stets einen Einblick in den Garraum, ohne die Tür zu öffnen. Dadurch wird ein Wärmeverlust
vermieden.
[0026] Zum Abdichten der Scheibe kann vorgesehen sein, dass auf die Scheibe ein Gitter,
eine Lochplatte oder dergleichen aus einem elektrisch leitfähigen Material aufgebracht,
insbesondere aufgedruckt ist. Damit kann Mikrowellen-Strahlung wirksam abgeschirmt
werden.
[0027] Dies lässt sich insbesondere dann erreichen, wenn bei dem Gitter, der Lochplatte
oder dergleichen die Maschenweite bzw. der Lochdurchmesser kleiner ist als die Wellenlänge
der vorgesehenen oder verwendeten Mikrowellen-Strahlung.
[0028] Vorzugsweise ist die Innenseite der Tür als eine im wesentlichen ebene Fläche ausgebildet.
Dadurch ist die Innenseite der Tür ohne vorstehende Kanten ausgebildet, wodurch das
Reinigen der Tür erleichtert wird. Auch die Verletzungsgefahr an der Tür wird verringert.
Dabei schließt die Innenseite der Tür mit dem Garraum des Garofens derart ab, dass
sie nicht in diesen hineinragt.
[0029] Insbesondere ist die Tür schwenkbar an dem Garofen angebracht, wobei vorzugsweise
die Tür über wenigstens ein Scharniergelenk schwenkbar an dem Garofen gelagert ist.
[0030] Gemäß einer alternativen Ausbildung kann die Tür des Garofen der Teil eines ausziehbaren
Backwagens sein. Solche Konstruktionen erleichtern den Zugang zum Garraum und die
Entnahme des Garguts aus dem Garofen.
[0031] Weiterhin kann eine Hochfrequenz-Abdichtung vorgesehen sein, die an der Vorderseite
des Rahmens oder der Innenseite der Tür angebracht oder anbringbar ist. Durch die
Kombination von Mikrowellen- und Hochfrequenz-Abdichtung wird die Effizienz der Abdichtung
erhöht. Die Hochfrequenz-Abdichtung kann als Profilleiste ausgebildet sein. Vorzugsweise
ist die Hochfrequenz-Abdichtung knapp unterhalb der Mikrowellen-Abdichtung an der
Vorderseite des Rahmens angebracht. Die Hochfrequenz-Abdichtung ist beispielsweise
aus Silizium hergestellt. Zusätzlich kann die Hochfrequenz-Abdichtung auch Graphitpartikel
zum Absorbieren von Strahlung aufweisen.
[0032] Insbesondere weist die Mikrowellen-Abdichtung eine Abdeckung auf. Die Abdeckung ist
vorzugsweise dem Design des Garofens angepasst. Die Abdeckung kann als Profilleiste
ausgebildet sein, die abschnittsweise formschlüssig mit der Mikrowellen-Abdichtung
ausgebildet ist. Da die Profilleisten auf einfache Weise ausgewechselt werden können,
kann auch das Design des Garofens leicht verändert und an das Design der Umgebung
angepasst werden.
[0033] Zusätzlich kann der Garofen Heizelemente oder dergleichen aufweisen, die für eine
direkte Wärmezufuhr zum Gargut vorgesehen sind. Beispielsweise können Widerstandsheizelemente
das Gargut mit Wärmestrahlung beaufschlagen. Insbesondere ist der Garofen für einen
Kombinationsbetrieb mit Mikrowellen-Strahlung und direkter Wärmezufuhr vorgesehen.
Dies ermöglicht aufgrund der Mikrowellen-Strahlung eine kurze Zubereitungszeit und
aufgrund der Wärmestrahlung eine knusprige Zubereitung von Speisen.
[0034] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die Mikrowellen-Abdichtung wenigstens
eine Impedanzdrossel. Die geometrischen Abmessungen der Impedanzdrossel sind an die
Wellenlänge der verwendeten Mikrowellen angepasst, wodurch im Bereich eines kritischen
Spaltes eine hohe Impedanz gebildet und der Austritt der Mikrowellen durch den Spalt
unterbunden wird.
[0035] Schließlich betrifft die Erfindung eine Mikrowellen-Abdichtung, die für den oben
beschriebenen Garofen vorgesehen ist.
[0036] Weitere Merkmale, Vorteile und besondere Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0037] Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile anhand
der Beschreibung konkreter Ausführungsformen und unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Perspektivansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Mikrowellen-Abdichtung
für ein erfindungsgemäßes Gargerät,
- Fig. 2
- einen Ausschnitt einer schematischen seitlichen Schnittansicht einer ersten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Gargerätes, und
- Fig. 3
- einen Ausschnitt einer schematischen Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Gargerätes.
[0038] In Fig. 1 ist eine bevorzugte Ausführungsform einer Mikrowellen-Abdichtung 16 dargestellt.
Die Mikrowellen-Abdichtung 16 ist als eine U-Profilschiene ausgebildet. Die U-Profilschiene
setzt sich aus drei Profilabschnitten, nämlich einem langen Schenkel 22, einem Mittelabschnitt
24 und einem kurzen Schenkel 26 zusammen.
[0039] Die Mikrowellen-Abdichtung 16 weist eine Vielzahl von langgestreckten rechteckförmigen
Schlitzen 28 auf, die sich in etwa senkrecht zur Längsrichtung der U-Profilschiene
erstrecken. Die Schlitze 28 erstrecken sich jeweils vollständig über die gesamte Länge
des kurzen Schenkels 26 und über den größten Teil der Länge des Mittelabschnitts 24.
Somit ist die Mikrowellen-Abdichtung 16 in etwa kammförmig oder rechenförmig ausgebildet
und umfasst eine Vielzahl von Zungen 30, die sich ebenfalls senkrecht zur Längsrichtung
der U-Profilschiene erstrecken. Zwischen zwei benachbarten Schlitzen 28 befindet sich
jeweils eine der Zungen 30.
[0040] Die Mikrowellen-Abdichtung 16 ist aus einem elektrisch leitfähigen Material hergestellt.
Vorzugsweise ist die Mikrowellen-Abdichtung 16 aus Metall, insbesondere aus Aluminium
oder Stahl hergestellt. Der Abstand zwischen dem langen Schenkel 22 und dem kurzen
Schenkel 26 entspricht dabei etwa einem Viertel der Wellenlänge der verwendeten oder
vorgesehenen Mikrowellen-Strahlung.
[0041] Die Schlitze 28 sind zum Eintreten der Mikrowellen-Strahlung vorgesehen. Da einer
der inneren Durchmesser der U-Profilschiene etwa einem Viertel der Wellenlänge der
Mikrowellen-Strahlung entspricht, interferieren die elektromagnetischen Wellen innerhalb
der U-Profilschiene. Dies führt zu einer Auslöschung oder zumindest Abschwächung der
Mikrowellen-Strahlung.
[0042] Die Mikrowellen-Abdichtung 16 kann bei einem Garofen insbesondere unmittelbar neben
dem Spalt zwischen einer Tür und einem Rahmen angeordnet werden. Der konstruktive
Aufwand für diese separat ausgebildete Mikrowellen-Abdichtung 16 ist dabei verhältnismäßig
gering. Dagegen wäre der konstruktive Aufwand für eine Mikrowellen-Abdichtung, die
innerhalb der Tür oder des Garofens angeordnet ist, wesentlich größer.
[0043] In Fig. 2 ist ein Ausschnitt einer schematischen seitlichen Schnittansicht einer
ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Garofens dargestellt. Der Garofen ist
zum Behandeln von Gargut sowohl mittels Mikrowellen-Strahlung als auch durch direkte
Wärmezufuhr vorgesehen. Auch die Kombination von Mikrowellen-Strahlung und direkter
Wärmezufuhr ist möglich.
[0044] Der Garofen umfasst einen Garraum 10 mit einer Beschickungsöffnung, die von einem
Rahmen 12 umgeben ist. In Fig. 2 ist derjenige Bereich des Rahmens 12 dargestellt,
der sich oberhalb des Garraumes 10 und gegenüber dem Scharniergelenk befindet. Weiterhin
umfasst der Garofen eine Tür 14, die im unteren Bereich des Rahmens 12 mittels eines
nicht dargestellten Scharniergelenks schwenkbar gelagert ist. Somit wird der Garraum
10 geöffnet, indem die Tür 14 von einer senkrechten Position in eine waagerechte Position
nach unten geklappt wird.
[0045] Die Tür 14 weist einen Türrahmen 18 auf. An ihrer Innenseite weist die Tür 14 eine
Scheibe 32 auf, die aus einem durchsichtigen Material, wie zum Beispiel Glas, Glaskeramik
oder dergleichen hergestellt ist. Der Türrahmen 18 weist in seinem zentralen Bereich
eine nicht dargestellte Ausnehmung auf, so dass die Tür 14 ein Sichtfenster umfasst.
Die Scheibe 32 ist mittels einer Dichtung 34 in den Türrahmen 18 eingesetzt. Auf der
Scheibe 32 ist ein Gitter oder eine Lochplatte aus einem elektrisch leitfähigen Material
aufgedruckt. Dabei ist die Maschenweite des Gitters bzw. der Durchmesser der Löcher
in der Lochplatte kleiner als die Wellenlänge der Mikrowellen-Strahlung. Somit kann
die Mikrowellen-Strahlung nicht durch die Scheibe 32 nach außen treten.
[0046] Die Dichtung 34 ist einerseits zum Abdichten der Scheibe gegenüber dem Türrahmen
18 vorgesehen. Andererseits ist die Dichtung 34 zum Abdichten der Tür 14 gegenüber
dem Rahmen 12 vorgesehen. Da die Dichtung 34 für die Mikrowellen-Strahlung durchlässig
ist, kann die Mikrowellen-Strahlung zwischen dem Rahmen 12 und der Tür 14 nach außen
gelangen. Um diese Mikrowellen-Strahlung zu unterdrücken oder abzuschwächen, befindet
sich an dem Rahmen 12 oberhalb der Tür 14 die Mikrowellen-Abdichtung 16, die in der
Fig. 1 dargestellt ist.
[0047] Die Mikrowellen-Abdichtung 16 ist an dem Rahmen 12 angebracht und erstreckt sich
parallel zur Oberkante der Tür 14. Die Mikrowellen-Abdichtung 16 ist so angeordnet,
dass die U-Profilschiene nach oben geöffnet ist. Durch die Schlitze 28 im Mittelabschnitt
24 der U-Profilschiene tritt die Mikrowellen-Strahlung in die Mikrowellen-Abdichtung
16 ein. Da der Innendurchmesser der U-Profilschiene etwa ein Viertel der Wellenlänge
der Mikrowellen-Strahlung beträgt, wird durch Interferenz die Mikrowellen-Strahlung
gelöscht oder zumindest abgeschwächt.
[0048] Weiterhin beträgt der Abstand zwischen der oberen Außenumfangsfläche der Tür 14 und
der Mikrowellen-Abdichtung 16 etwa 2,5 mm. Durch die beiden parallelen, metallenen
Flächen bildet sich eine Kapazität, die ebenfalls eine Auslöschung oder Abschwächung
von Mikrowellen-Strahlung bewirkt.
[0049] Alternativ zu der schwenkbaren Lagerung mittels der Scharniergelenks kann die Tür
14 auch ein Teil eines Einschubes sein, der nach Art einer Schublade in den Garraum
einführbar ist. Dies erleichtert den Zugang zum Garraum und die Entnahme des Garguts
aus dem Garofen.
[0050] In Fig. 3 ist eine schematische Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Gargerätes dargestellt. Gleiche oder vergleichbare Teile haben die selben Bezugszeichen
wie in Fig. 2. Der Garofen umfasst ebenfalls einen Rahmen 12, der die Beschickungsöffnung
des Garraumes 10 umschließt. Außerdem weist der Garofen eine Tür 14 auf, die im geschlossenen
Zustand die Beschickungsöffnung abdeckt und somit den Garraum 10 schließt. Die Tür
14 ist an ihrer Unterseite mit einem nicht dargestellten Scharniergelenk am unteren
Bereich des Rahmens 12 befestigt. Die Tür 14 ist somit schwenkbar gelagert.
[0051] An der Vorderseite des Rahmens 12 sind im oberen Bereich die Mikrowellen-Abdichtung
16 und eine Hochfrequenz-Abdichtung 36 angeordnet. Die Mikrowellen-Abdichtung 16 ist
gemäß Fig. 1 ausgebildet. Die Hochfrequenz-Abdichtung 36 ist als Profileiste ausgebildet
und erstreckt sich parallel zur Mikrowellen-Abdichtung 16. Die Hochfrequenz-Abdichtung
36 bewirkt ebenfalls eine Abschirmung von elektromagnetischer Strahlung.
[0052] An der Vorderseite der Tür 14 befindet sich eine Frontblende 40 und ein Griff 42.
Oberhalb der Garofens befindet sich ein Überbau 44.
[0053] Weiterhin weist der Garofen gemäß Fig. 3 eine Abdeckung 38 auf, die als Profilleiste
ausgebildet ist. Der Abdeckung 38 ist abschnittsweise formschlüssig mit der Mikrowellen-Abdichtung
16 ausgebildet. Die Abdeckung 38 umschließt vollständig den kurzen Schenkel 26 und
teilweise den Mittelabschnitt 24 der U-Profilschiene.
[0054] Die Abdeckung 38 hat einerseits die Funktion, die Mikrowellen-Abdichtung 16 an das
Design der Frontblende 40 und des Überbaus 44 anzupassen. Andererseits hat die Abdeckung
38 die Funktion, den Benutzer vor Verletzungen durch die metallenen und somit möglicherweise
scharfkantige Mikrowellen-Abdichtung 16 zu schützen. Außerdem hat die Abdeckung 38
eine Kühlfunktion. Die Abdeckung 38 ist beispielsweise aus Kunststoff hergestellt.
[0055] Die Mikrowellen-Abdichtung 16 ist besonders einfach zu montieren und kann bei vielen
Garöfen auch nachträglich angebracht werden. Dadurch kann auch bei älteren Garöfen
mit Mikrowellenfunktion die Abschirmung verbessert werden.
[0056] Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Gargeräte gemäß Fig. 2 und Fig.
3 sowohl für den reinen Mikrowellenbetrieb als auch für den Betrieb mit konventionellen
Heizelementen geeignet sind. Unter den konventionellen Heizelementen sind dabei solche
Heizelemente zu verstehen, die dem Gargut die Wärme direkt zuführen, wie zum Beispiel
durch Wärmestrahlung, Wärmetransport und/oder Wärmekonvektion. Außerdem sind die Gargeräte
gemäß Fig. 2 und Fig. 3 auch für einen Kombinationsbetrieb geeignet, bei dem das Gargut
gleichzeitig mit Mikrowellenstrahlung und direkter Wärme beaufschlagt wird.
[0057] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist nicht nur auf dieses konkrete Beispiel beschränkt,
sondern auch in einer Vielzahl von Abwandlungen möglich, die im Rahmen fachgemäßen
Handelns liegen.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 10
- Garraum
- 12
- Rahmen
- 14
- Tür
- 16
- Mikrowellen-Abdichtung
- 18
- Türrahmen
- 22
- langer Schenkel
- 24
- Mittelabschnitt
- 26
- kurzer Schenkel
- 28
- Schlitz
- 30
- Zunge
- 32
- Scheibe
- 34
- Dichtung
- 36
- Hochfrequenz-Abdichtung
- 38
- Abdeckung
- 40
- Frontblende
- 42
- Griff
- 44
- Überbau
1. Garofen zum Behandeln von Gargut mittels Mikrowellen-Strahlung, wobei der Garofen
folgendes umfasst :
e) wenigstens einem Garraum (10);
f) wenigstens einen Rahmen (12), der wenigstens eine Beschickungsöffnung des Garraumes
(10) zumindest abschnittsweise umschließt;
g) wenigstens eine Tür (14) zum Verschließen der Beschickungsöffnung, wobei die Tür
(14) im geschlossenen Zustand die Beschickungsöffnung vollständig und eine Vorderseite
des Rahmens (12) teilweise abdeckt; und
h) eine Mikrowellen-Abdichtung (16), die an der Vorderseite des Rahmens angebracht
oder anbringbar ist, wobei die Mikrowellen-Abdichtung (16) im geschlossenen Zustand
der Tür (14) neben einer Außenumfangsfläche oder einem Außenumfangsflächenabschnitt
der Tür (14) angeordnet ist.
2. Garofen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mikrowellen-Abdichtung (16) wenigstens einen langgestreckten Abschnitt umfasst.
3. Garofen nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mikrowellen-Abdichtung (16) wenigstens einen Hohlraum aufweist.
4. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mikrowellen-Abdichtung (16) wenigstens eine Profilschiene umfasst.
5. Garofen nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mikrowellen-Abdichtung (16) wenigstens eine U-Profilschiene umfasst.
6. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mikrowellen-Abdichtung (16) wenigstens einen Innendurchmesser aufweist, der einem
Viertel der Wellenlänge der vorgesehenen oder verwendeten Mikrowellen-Strahlung entspricht.
7. Garofen'nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mikrowellen-Abdichtung (16) eine Vielzahl von Schlitzen (28) aufweist.
8. Garofen nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Teil der Schlitze (28) parallel zueinander angeordnet ist.
9. Garofen nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schlitze (28) sich senkrecht zur Längsrichtrichtung der Mikrowellen-Abdichtung
(16) bzw. des langgestreckten Abschnitts der Mikrowellen-Abdichtung (16) erstrecken.
10. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mikrowellen-Abdichtung (16) von der Außenumfangsfläche bzw. dem Außenumfangsflächenabschnitt
der Tür (14) geringfügig beabstandet ist.
11. Garofen nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Abstand zwischen der Mikrowellen-Abdichtung (16) und der Außenumfangsfläche bzw.
dem Aüßenumfangsflächenabschnitt der Tür (14) zwischen 2 mm und 3 mm, vorzugsweise
etwa 2,5 mm beträgt.
12. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Dichtung (34), die bei geschlossener Tür (14) den Garraum (10) nach außen hin
gegen den Austritt von heißer Luft und/oder beim Garen entstehenden Dünsten, Dämpfen
und/oder Gerüchen abdichtet.
13. Garofen nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
im geschlossenen Zustand der Tür (14) die Dichtung (34) zwischen dem Rahmen (12) und
der Tür (14) angeordnet ist.
14. Garofen nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dichtung (34) an der Innenseite der Tür (14) angebracht oder anbringbar ist.
15. Garofen nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dichtung (34) aus einem elastischen Material hergestellt ist.
16. Garofen nach einem der Ansprüche 12 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dichtung (34) aus einem hitzebeständigen Material hergestellt ist.
17. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tür (14) wenigstens eine durchsichtige Scheibe (32) aufweist.
18. Garofen nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf die Scheibe (32) ein Gitter, eine Lochplatte oder dergleichen aus einem elektrisch
leitfähigen Material aufgebracht, insbesondere aufgedruckt ist.
19. Garofen nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, dass
beim dem Gitter, der Lochplatte oder dergleichen die Maschenweite bzw. der Lochdurchmesser
kleiner ist als die Wellenlänge der vorgesehenen oder verwendeten Mikrowellen-Strahlung.
20. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Innenseite der Tür (14) als eine im Wesentlichen ebene Fläche ausgebildet ist.
21. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Innenseite der Tür (14) mit dem Garraum (10) des Garofens derart bündig abschließt,
dass sie nicht in diesen hineinragt.
22. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tür (14) schwenkbar an dem Garofen angebracht ist.
23. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tür (14) über wenigstens ein Scharniergelenk schwenkbar an dem Garofen angebracht
ist.
24. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tür (14) Bestandteil eines ausziehbaren Backwagens ist.
25. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Hochfrequenz-Abdichtung (36), die an der Vorderseite des Rahmens (12) oder der
Innenseite der Tür (14) angebracht oder anbringbar ist.
26. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
die Mikrowellen-Abdichtung (16) eine Abdeckung (38) aufweist.
27. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Garofen Heizelemente oder dergleichen aufweist, die für eine direkte Wärmezufuhr
zum Gargut vorgesehen sind.
28. Garofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Garofen für einen Kombinationsbetrieb mit Mikrowellen-Strahlung und direkter Wärmezufuhr
vorgesehen ist.
29. Mikrowellen-Abdichtung, die für den Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 28 vorgesehen
ist.