[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Mikrodosiervorrichtung, auf Verfahren
zur dosierten Abgabe von Flüssigkeiten und auf Verfahren zum Einstellen eines gewünschten
Dosiervolumenbereichs bei Verwendung einer erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtung.
[0002] Gemäß dem Stand der Technik werden Volumina im Nanoliterbereich (10
-12 m
3) nicht mit herkömmlichen Pipetten dosiert, sondern bedürfen spezieller Verfahren,
um die erforderliche Präzision zu gewährleisten.
[0003] Neben den Kontaktverfahren, herkömmliche Dispenserverfahren, Pinprinting-Verfahren
etc., nehmen hierbei kontaktlose Verfahren eine herausragende Stellung ein.
[0004] Eine Klasse bekannter Verfahren beruht auf schnell schaltenden Ventilen. Hierzu wird
ein geeignetes Ventil, meist auf der Basis magnetischer oder piezoelektrischer Antriebe,
mit einem Medienreservoir über eine Leitung verbunden und in dieser ein Druck aufgebaut.
Durch das schnelle Schalten des Ventils mit einer Schaltzeit von weniger als 1 ms
wird kurzzeitig ein sehr großer Fluss erzeugt, so dass das Fluid selbst bei hohen
Oberflächenspannungen in der Lage ist, sich von der Abgabestelle zu lösen und als
Freistrahl auf ein Substrat zu treffen. Die Dosiermenge kann durch den Druck und/oder
die Schaltzeit des Ventils gesteuert werden.
[0005] Zur Erzeugung des Drucks gibt es bei dem oben beschriebenen Konzept mit geschaltetem
Ventil verschiedene Ansätze.
[0006] Eine schematische Darstellung, die einen ersten bekannten Lösungsansatz zeigt, der
als Syringe-Solenoid-Verfahren bezeichnet werden kann, ist in Fig. 7 gezeigt. Dabei
ist eine Fluidleitung 10 über ein schnell schaltendes MikrosolenoidVentil 12 mit einer
Spitze 14, die entfernbar sein kann, fluidmäßig verbunden. Am unteren Ende der Spitze
14 befindet sich eine Düsenöffnung 16. Das gegenüberliegende Ende der Fluidleitung
10 ist über ein Schaltventil 18 mit einer Spritzenpumpe 20 verbunden. Ferner ist ein
Fluidreservoir 22 über eine weitere Fluidleitung 24 ebenfalls mit dem Schaltventil
18 verbunden.
[0007] Das Schaltventil 18 besitzt zwei Schaltzustände. In einem ersten Schaltzustand ist
eine Pumpkammer 26 der Spritzenpumpe 20 über die Fluidleitung 24 mit dem Fluidreservoir
22 fluidmäßig verbunden, so dass Flüssigkeit 28 aus dem Fluidreservoir in die Pumpkammer
26 gesaugt werden kann, indem das Volumen der Pumpkammer 26 durch eine entsprechende
Bewegung des Kolbens 30 der Spritzenpumpe erhöht wird. Dieser Vorgang dient zum Befüllen
der Spritzenpumpe 20. Bei einem nachfolgenden Dosiervorgang wird das Schaltventil
18 umgeschaltet, um eine fluidmäßige Verbindung der Pumpkammer 26 über die Fluidleitung
10 mit dem Mikrosolenoidventil 12 zu bewirken. Unter Verwendung des Kolbens 30 wird
nun ein Druck auf die in der Pumpkammer 26 befindliche Flüssigkeit ausgeübt, so dass
durch schnelles Schalten des Mikrosolenoidventils 12 (Schaltzeit < 1 ms) Flüssigkeit
aus der Dosieröffnung 18 der Spitze 14 abgegeben werden kann. Dosiervorrichtungen
der in Fig. 7 gezeigten Art werden beispielsweise von der Firma Cartesian vertrieben.
[0008] Ein alternatives Prinzip, wie es beispielsweise von den Firmen Delo und Vermes praktiziert
wird, ist in Fig. 8 gezeigt. Bei diesem alternativen Verfahren ist ein Druckbehälter
40 vorgesehen, in dem sich eine unter Druck gesetzte Flüssigkeit 42 befindet. Ein
Auslass des Druckbehälters 40 ist über eine Fluidleitung 44 mit einem schnell schaltbaren
Ventil 46 verbunden, das wiederum über eine Fluidleitung 48 mit einer Düsenöffnung,
die in Fig. 8 lediglich schematische als Pfeil dargestellt ist, verbunden ist. Auch
bei dieser Anordnung kann durch schnelles Schalten des Ventils 46 Flüssigkeit im Freistrahl
aus der Düsenöffnung abgegeben werden.
[0009] Alternative bekannte Mikrodosiervorrichtungen sind beispielsweise in der DE-A-19802367,
der DE-A-19802368 und der EP-A-0725267 beschrieben. Die dort beschriebenen Mikrodosiervorrichtungen
umfassen eine Pumpkammer, an die eine flexible Membran angrenzt und die über eine
Zuleitung mit einem Reservoir und über eine Ableitung mit einer Düsenöffnung verbunden
ist. Ein Beispiel für eine solche Mikrodosierungsvorrichtung wird nachfolgend Bezug
nehmend auf die Fig. 9a-9c erläutert.
[0010] In Fig. 9a ist ein schematischer Querschnitt durch eine derartige Mikrodosiervorrichtung
im Ruhezustand gezeigt. Die Dosiervorrichtung umfasst einen Dosierkopf 50 und eine
Betätigungseinrichtung 52. Bei dem gezeigten Beispiel ist der Dosierkopf 50 durch
zwei miteinander verbundene Substrate 54, 56 gebildet, in denen jeweilige Ausnehmungen
erzeugt sind. Das erste Substrat 54 ist derart strukturiert, dass in demselben eine
Reservoirverbindung 58, ein Einlasskanal 60 und eine Dosierkammer 62 gebildet sind.
Das untere Substrat 56 ist derart strukturiert, dass in demselben eine Düsenverbindung
64, eine Düse 66, die einen Düsenkanal und eine Auslassöffnung aufweist, und ein Auslassbereich
68, der einen wesentlich größeren Querschnitt besitzt wie die Auslassöffnung der Düse
66, gebildet sind.
[0011] Durch die Strukturierung des oberen Substrats 54 ist in demselben ferner eine Membran
70 gebildet.
[0012] Die Betätigungseinrichtung 52 besitzt einen Verdränger 72, durch den die Membran
70 nach unten ausgelenkt werden kann, um das Volumen der Dosierkammer 62 zu reduzieren,
wie in Fig. 9b gezeigt ist. Durch diese Reduzierung des Volumens der Dosierkammer
72 ergibt sich zum einen ein Rückfluss 74 durch den Einlasskanal 60 und die Reservoirverbindung
58.
[0013] Zum anderen ergibt sich ein Vorwärtsfluss durch die Düsenverbindung 64 und die Düse
66, so dass am Auslassende der Düse 66 eine Abgabe von Flüssigkeit 76 stattfindet.
Das Verhältnis zwischen Rückfluss 74 und dosierter Flüssigkeit 76 hängt dabei von
dem Verhältnis des Flusswiderstands der Fluidverbindung zwischen Reservoir und Dosierkammer
zu dem Flusswiderstand zwischen Dosierkammer und Ausstoßöffnung der Düse 66 ab.
[0014] Im Anschluss an den Dosiervorgang wird der Verdränger 72 unter Verwendung der Betätigungseinrichtung
52 aufwärts bewegt, siehe Fig. 9c, so dass diese schließlich durch ihre Elastizität
die ursprüngliche Lage, wie sie in Fig. 9a gezeigt ist, wieder einnimmt. Durch dieses
Rückstellen der Membran 70 ergibt sich eine Zunahme des Volumens der Dosierkammer
62, so dass ein Wiederbefüllungsfluss 78 vom Reservoir durch die Reservoirverbindung
58 und den Einlasskanal 60 stattfindet. Um während dieser Phase ein Ansaugen von Luft
durch die Düse 66 zu verhindern, muss das Rückstellen der Membran 70 langsam genug
erfolgen, damit durch dasselbe Kapillarkräfte, die Flüssigkeit in der Düse 66 halten,
nicht überwunden werden.
[0015] Mikrodosierungsvorrichtungen, wie sie oben Bezug nehmend auf die Fig. 9a-9c beschrieben
sind, wurden ursprünglich für die Enzymdosierung in der Biochemie entwickelt. Unter
Verwendung dieser Vorrichtungen können Flüssigkeiten mit Viskositäten bis 100 mPas
in einem Volumenbereich von 1 nL bis 1000 nL sehr Medien-unabhängig und präzise dosiert
werden. Die zu dosierende Flüssigkeit wird hierbei durch Verdrängung aus der Dosierkammer
eines, vorzugsweise in Silizium gefertigten, Dosierchips im Freistrahl dosiert. Diese
Methode bedarf jedoch eines vergleichsweise komplexen Mikrobauteils.
[0016] Schließlich ist aus der US-3,683,212 ein Tröpfchenausstoßsystem bekannt, bei dem
ein rohrförmiger Piezowandler eine Fluidleitung mit einer Düsenplatte, in der eine
Düsenöffnung gebildet ist, verbindet. Ein Spannungspuls mit kurzer Anstiegszeit wird
an den Wandler angelegt, um eine Kontraktion des Wandlers zu bewirken. Die resultierende
plötzliche Abnahme des eingeschlossenen Volumens bewirkt, dass eine kleine Flüssigkeitsmenge
aus der Öffnung in der Öffnungsplatte ausgestoßen wird. Dabei wird die Flüssigkeit
unter keinem oder einem geringen statischen Druck gehalten. Die Oberflächenspannung
an der Öffnung verhindert, dass Flüssigkeit ausfließt, wenn der Wandler nicht betätigt
ist. Die ausgestoßene Flüssigkeit wird durch einen kapillaren Vorwärtsfluss von Flüssigkeit
in der Leitung ersetzt.
[0017] Es hat sich herausgestellt, dass gemäß der US-3,683,212 der Tropfen mit Hilfe eines
akustischen Prinzips ähnlich wie bei den piezoelektrischen Ink-Jet-Verfahren erzeugt
wird. Hierbei wird in einer starren Fluid-Leitung, beispielsweise einer starren Glaskapillare,
eine akustische Druckwelle erzeugt, die an der Abgabestelle lokal einen hohen Druckgradienten
zur Folge hat, der zur Tropfenablösung führt. Die Betätigungszeit des Aktors liegt
hier in der Größenordnung der Schallausbreitung im System, welche üblicherweise einige
Mikrosekunden beträgt. Deshalb sind in diesem Zusammenhang auch die akustische Impedanz
der Fluidleitungen unterhalb und oberhalb des Aktors für die Auslegung von Bedeutung.
Es handelt sich demnach um ein Impulsverfahren, bei welchem ein hoher akustischer
Impuls bei geringer Volumenverdrängung erzeugt wird. Anders ausgedrückt wird eine
Schallwelle mit Druckmaxima und Druckminima zwischen dem Ort der Betätigung und der
Abgabestelle erzeugt, wobei durch einen entsprechenden Druck an der Abgabestelle ein
Ausstoß von Flüssigkeit bewirkt wird. Gemäß der US-3,683,212 wird die Fluidleitung
lediglich vernachlässigbar verformt, wird im wesentlichen durch den Aktor nur Schall
übertragen und spielt die Elastizität der Fluidleitung keine entscheidende Rolle.
[0018] Aus der DE 4314343 C2 ist eine Vorrichtung zur Dosierung von Flüssigkeiten bekannt,
die einen Flüssigkeitszuführungsschlauch aufweist, der mit seinem einem Ende mit einem
Flüssigkeitsreservoir in Verbindung steht und dessen anderes Ende offen ist. Der Schlauch
liegt an einem Wiederlagersockel an und auf der dem Wiederlagersockel gegenüberliegenden
Seite des Schlauches ist ein Hammer vorgesehen. Der Hammer ist in periodische Schwingungen
in Richtung quer zur Schlauchachse versetzbar, so dass durch den Hammer der gesamte
Schlauchquerschnitt gequetscht wird, d.h. die Durchflussfläche im Wesentlichen auf
Null gebracht wird. Dadurch werden impulsartige Kraftstöße auf den Schlauch ausgeübt
und einzelne Flüssigkeitstropfen aus dem offenen Ende ausgetrieben.
[0019] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Mikrodosiervorrichtung
mit einem einfachen Aufbau zu schaffen, die ferner vorzugsweise eine problemlose Änderung
eines abzugebenden Dosiervolumens ermöglicht. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden
Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur dosierten Abgabe von Flüssigkeiten zu schaffen.
[0020] Diese Aufgabe wird durch Mikrodosiervorrichtungen nach den Ansprüchen 1 und 9 und
ein Verfahren gemäß den Ansprüchen 20, 29 und 30 gelöst.
[0021] Die vorliegende Erfindung schafft eine Mikrodosiervorrichtung mit folgenden Merkmalen:
einer Fluidleitung, die einen flexiblen Schlauch, vorzugsweise Polymerschlauch, aufweist,
mit einem ersten Ende zum Verbinden mit einem Flüssigkeitsreservoir und einem zweiten
Ende, an dem sich eine Auslassöffnung befindet; und
einer Betätigungseinrichtung, die einen Verdränger mit einstellbarem Hub aufweist,
durch den das Volumen eines Abschnitts des flexiblen Schlauchs, veränderbar ist, um
dadurch durch Bewegen des Verdrängers zwischen einer ersten Endstellung und einer
zweiten Endstellung Flüssigkeit als freifliegende Tröpfchen oder als freifliegender
Strahl an der Auslassöffnung abzugeben, wobei der Schlauch in zumindest der ersten
Endstellung oder der zweiten Endstellung teilweise zusammengedrückt ist.
[0022] Ferner schafft die vorliegende Erfindung eine Mikrodosiervorrichtung mit folgenden
Merkmalen:
einer Fluidleitung mit einem ersten Ende zum Verbinden mit einem Flüssigkeitsreservoir
und einem zweiten Ende, an dem sich eine Auslassöffnung befindet, wobei die Fluidleitung
einen Abschnitt aufweist, entlang dem ein Querschnitt der Fluidleitung veränderbar
ist, um eine Änderung des Volumens der Fluidleitung zu bewirken;
einer Betätigungseinrichtung, die an einer Position entlang des Abschnitts der Fluidleitung
angeordnet ist, zum Bewirken einer Änderung des Volumens der Fluidleitung, um dadurch
Flüssigkeit als freifliegende Tröpfchen oder freifliegenden Strahl aus der Auslassöffnung
abzugeben,
wobei ein Verhältnis einer fluidischen Impedanz zwischen der Position der Betätigungseinrichtung
und der Auslassöffnung zu einer fluidischen Impedanz zwischen dem Flüssigkeitsreservoir
und der Position der Betätigungseinrichtung durch Ändern der Position der Betätigungseinrichtung
variierbar ist, so dass ein an der Auslassöffnung abgegebenes Dosiervolumen dadurch
um zumindest 10% variierbar ist.
[0023] Unter fluidische Impedanz ist dabei die Kombination aus fluidischem Widerstand und
fluidischer Induktivität zu verstehen, die durch die Länge und den Flussquerschnitt
einer Leitung bestimmt wird.
[0024] Die vorliegende Anmeldung ermöglicht somit eine Einstellbarkeit des Dosiervolumens
durch entweder ein Einstellen des Hubs der Betätigungseinrichtung und/oder ein Einstellen
der Position der Betätigungseinrichtung entlang einer Fluidleitung, deren Volumen
veränderbar ist.
[0025] Eine solche Variierbarkeit des Verhältnisses der genannten Flusswiderstände kann
vorzugsweise erreicht werden, indem die Fluidleitung zwischen Flüssigkeitsreservoir
und Ausstoßöffnung mit einem im wesentlichen linearen Aufbau ausgebildet wird, d.
h. zwischen Flüssigkeitsreservoir und Ausstoßöffnung einen Querschnitt ohne sprunghafte
Querschnittänderungen besitzt. Im einfachsten Fall kann dies erreicht werden, indem
die Fluidleitung zwischen Flüssigkeitsreservoir und Ausstoßöffnung im Ruhezustand
einen im wesentlichen konstanten Querschnitt aufweist.
[0026] Die vorliegende Erfindung erfordert keine feinmechanischen oder mikrostrukturierten
Bauteile, wie sie bei anderen Tropfenerzeugern notwendig sind, wodurch die Herstellungskosten
deutlich verringert werden können und die Betriebssicherheit erhöht wird. Ferner können
die fluidführenden Teile als Einwegbauteile einfach aus Kunststoff, beispielsweise
Polyimid, hergestellt werden, wodurch eine aufwendige Reinigung beim Medienwechsel
entfällt.
[0027] Erfindungsgemäß wird ferner keine begrenzte Druckkammer zur Druckerzeugung eingesetzt,
sondern ein variabler "aktiver Bereich". Dadurch ergeben sich Optimierungsmöglichkeiten
für unterschiedliche Fluide durch Variation der Verdrängerposition, d. h. Ändern der
Position der Betätigungseinrichtung entlang des Abschnitts der Fluidleitung, entlang
dem ein Querschnitt der Fluidleitung veränderbar ist, um eine Änderung des Volumens
der Fluidleitung zu bewirken. Durch eine axial asymmetrische Volumenänderung kann
eine Vorzugsrichtung eines Flüssigkeitsflusses in der Fluidleitung in Richtung Auslassöffnung
erzeugt werden. Ferner kann eine einfache Änderung des maximalen Dosiervolumens herbeigeführt
werden, indem der "aktive Bereich" beispielsweise durch Verwendung eines größeren
Verdrängers vergrößert wird, wobei eine solche Änderung des maximalen Dosiervolumens
ohne konstruktive Änderungen an den fluidführenden Teilen auskommt. Schließlich kann
eine potentielle Druckdifferenz zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung explizit
vorgesehen sein, um eine Vorzugsrichtung bei einer Wiederbefüllung zu gewährleisten
oder ein Auslaufen der Flüssigkeit aus der Auslassöffnung zu verhindern. Somit können
auch Medien dosiert werden, die nicht durch Kapillarkräfte in der Fluidleitung bewegt
werden können.
[0028] Die vorliegende Erfindung schafft ferner ein Verfahren zur dosierten Abgabe von Flüssigkeiten,
mit folgenden Schritten:
Befüllen einer Fluidleitung, die einen flexiblen Schlauch, vorzugsweise Polymerschlauch,
aufweist, mit einer zu dosierenden Flüssigkeit;
Bewirken einer Volumenänderung eines Abschnitts des flexiblen Schlauchs durch einen
Verdränger mit einstellbarem Hub, um dadurch durch Bewegen des Verdrängers zwischen
einer ersten Endstellung und einer zweiten Endstellung Flüssigkeit als freifliegende
Tröpfchen oder als freifliegender Strahl an einer Auslassöffnung der Fluidleitung
abzugeben,
wobei der Schlauch zumindest in der ersten Endstellung oder der zweiten Endstellung
teilweise zusammengedrückt ist.
[0029] Die vorliegende Erfindung schafft darüber hinaus Verfahren zum Einstellen eines gewünschten
Dosiervolumens bei einem Dosiervorgang unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtung,
das folgenden Schritt aufweist:
Anordnen der Betätigungseinrichtung an einer vorbestimmten Position entlang des Abschnitts
der Fluidleitung, so dass bedingt durch das sich dabei ergebende Verhältnis fluidischer
Impedanzen bei einem Schritt des Bewirkens einer Änderung des Volumens der Fluidleitung
ein gewünschtes Dosiervolumen abgegeben werden kann.
[0030] Die vorliegende Erfindung schafft ferner ein Verfahren zum Einstellen eines gewünschten
Dosiervolumens bei einem Dosiervorgang unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtung,
das folgenden Schritt aufweist:
Auswählen eines Verdrängers mit einer axialen Länge bezüglich des Abschnitts der Fluidleitung,
die angepasst ist, um bei einem Schritt des Bewirkens einer Änderung des Volumens
der Fluidleitung die Abgabe eines gewünschten Dosiervolumens zu ermöglichen.
[0031] Die vorliegende Erfindung ermöglicht somit zusätzliche Freiheitsgrade bei der Einstellung
eines gewünschten Dosiervolumens. Zum einen kann bei einem vorgegebenen Hub und somit
einer vorgegebenen Verdrängung der Betätigungseinrichtung ein gewünschtes Dosiervolumen
durch die oben genannten Schritte eingestellt werden. Ist der Hub und somit die Verdrängung
der Betätigungseinrichtung einstellbar, so kann durch die oben genannten Schritte
ein gewünschter Dosiervolumenbereich eingestellt werden, wobei dann das jeweilige
in dem gewünschten Dosiervolumenbereich liegende Dosiervolumen durch Einstellen des
Hubs bzw. der Verdrängung der Betätigungseinrichtung eingestellt werden kann.
[0032] Eine charakteristische Eigenschaft und ein erheblicher Vorteil von Volumenverdrängersystemen,
wie sie durch die vorliegende Erfindung realisiert werden, besteht darin, dass bei
denselben das Dosiervolumen von der Viskosität der zu dosierenden Flüssigkeit weitgehend
unabhängig ist.
[0033] Darüberhinaus kann gemäß der vorliegenden Erfindung die Betätigungseinrichtung zusammen
mit der Fluidleitung ausgelegt sein, um als Extremfall der Volumenverdrängung ein
vollständiges Abquetschen der Fluidleitung durch den Verdränger zu ermöglichen. In
diesem Fall kann zusätzlich eine Ventilfunktion implementiert werden. Die Möglichkeit
eines vollständigen Unterbrechens der Fluidleitung zwischen Reservoir und Abgabestelle
kann somit einen weiteren Vorteil gegenüber bekannten Verfahren darstellen.
[0034] Bei den erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtungen wird, im Unterschied zur Lehre
der US-3,683,212, ein kontinuierlicher Druckgradient über die gesamte Fluidleitung
aufgebaut, wobei das Fluid ausgehend vom Verdränger regelrecht aus der Leitung geschoben
wird. Das gesamte zwischen Verdränger und Auslassöffnung befindliche Fluid wird in
Richtung der Auslassöffnung bewegt. Akustische Phänomene spielen hierbei keine Rolle,
da sich die Volumenverdrängung auf einer Zeitskala von weinigen Millisekunden (wesentlich
langsamer als bei Impulsverfahren) abspielt.
[0035] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug
nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a-1c
- schematische Querschnittansichten zur Erläuterung eines Ausführungsbeispiels eines
erfindungsgemäßen Dosiervorgangs;
- Fig. 2a-2d
- schematische Ansichten eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtung;
- Fig. 3
- schematisch eine Bildsequenz der Tropfenentstehung;
- Fig. 4
- ein Diagramm, das mittels eines Prototypen erzeugte Tropfenvolumina zeigt;
- Fig. 5a und 5b
- schematische Darstellungen zur Veranschaulichung, wie bei einer erfindungsgemäßen
Mikrodosiervorrichtung ein Dosiervolumenbereich einstellbar ist;
- Fig. 6a und 6b
- schematische Ansichten zur Veranschaulichung, wie erfindungsgemäß alternativ ein Dosiervolumenbereich
einstellbar ist;
- Fig. 7-9
- schematische Darstellungen bekannter Mikrodosiersysteme; und
- Fig. 10a und 10b
- schematische Darstellungen alternativer Ausführungsbeispiele erfindungsgemäßer Mikrodosiervorrichtungen.
[0036] Bezug nehmend auf die schematischen Darstellungen in den Figuren 1a bis 1c werden
nachfolgend die wesentlichen Merkmale der vorliegenden Erfindung sowie das derselben
zugrundeliegende Konzept erläutert.
[0037] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren zur
Erzeugung von Mikrotropfen bzw. Mikrostrahlen, vornehmlich im Nanoliter- bis Picoliterbereich.
Zentrales Element einer erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtung ist eine fluidführende
Leitung, die einen flexiblen Schlauch aufweist und deren Einlassöffnung mit einem
Flüssigkeitsreservoir verbunden ist, in welchem sich das zu dosierende Medium befindet.
Am anderen Ende der Leitung befindet sich eine Auslassöffnung, durch die die zu dosierende
Flüssigkeit abgegeben werden kann. Die fluidführende Leitung ist vorzugsweise vornehmlich
aus einem elastischen Material gefertigt, so dass das Volumen der Leitung zwischen
Einlassöffnung und Auslassöffnung durch Deformation der Leitung, beispielsweise Zusammenpressen
derselben, variiert werden kann.
[0038] Die wesentlichen Elemente einer erfindungsgemäßen Dosiervorrichtung während verschiedener
Phasen eines Dosiervorgangs sind in den Fig. 1a bis 1c gezeigt.
[0039] Wie in Fig. 1a gezeigt ist, umfasst eine Fluidleitung 100, bei der es sich bei bevorzugten
Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung um einen elastischen Polymerschlauch
handelt, ein einlassseitiges Ende 102, das zur Verbindung mit einem Flüssigkeitsreservoir
dient, und ein auslassseitiges Ende 104, an dem Mikrotropfen bzw. Mikrostrahlen abgegeben
werden können. Das auslassseitige Ende 104 kann somit auch als Düse bezeichnet werden.
Jeweilige Wände 106 des elastischen Polymerschlauchs 100 sind in den Fig. 1a bis 1c
durch gestrichelte Linien dargestellt.
[0040] Eine Betätigungseinrichtung 108 in Form eines Verdrängers ist vorgesehen, der ein
Verbindungsteil 110 aufweist, an dem der Verdränger 108 an einem Betätigungsglied
zum Treiben des Verdrängers 108 angebracht werden kann.
[0041] Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel besitzt der elastische Polymerschlauch von
seinem Einlassende 102 bis zu seinem Auslassende 104 einen im wesentlichen konstanten
Querschnitt, der in der Regel kreisförmig sein wird.
[0042] Bei einer solchen Mikrodosiervorrichtung kann ein Bereich 112, der unterhalb des
Verdrängers 108 angeordnet ist, als Dosierkammerbereich bezeichnet werden, der durch
die Position des Verdrängers 108 bezüglich des elastischen Polymerschlauchs 100 definiert
ist. Ein Bereich 114, der im wesentlichen am rechten Ende des Verdrängers 108 beginnt,
stellt einen Auslasskanal dar, der den Verdrängerbereich 112 mit dem Auslassende 104
fluidmäßig verbindet. Ein Bereich 116, der in den Figuren verkürzt dargestellt ist
und sich vom linken Ende des Verdrängers 108 nach links erstreckt, stellt einen Einlasskanal
dar, der den Verdrängerbereich 112 mit dem Einlassende 102 fluidmäßig verbindet.
[0043] Wie in Fig. 1a ferner gezeigt ist, kann der Verdränger 108 eine schräg zur Wand 106
des Polymerschlauchs 100 verlaufende Verdrängeroberfläche 120 umfassen, was im Betrieb
der Mikrodosiervorrichtung die Erzeugung einer Vorzugsrichtung eines Flüssigkeitsflusses
in Richtung Auslassöffnung 104 durch eine axial asymmetrische Volumenänderung ermöglicht.
[0044] Im folgenden wird die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtung
erläutert.
[0045] Bei Inbetriebnahme des Dosiersystems wird die Fluidleitung 100 entweder über eine
extern erzeugte Druckdifferenz oder durch Kapillarkräfte von selbst befüllt.
[0046] Eine extern erzeugte Druckdifferenz kann beispielsweise angelegt werden, indem ein
Flüssigkeitsreservoir verwendet wird, indem die Flüssigkeit unter Druck gesetzt wird.
[0047] Beim Anlegen eines bezüglich des Auslassendes positiven statischen Drucks (Überdruck)
ist zu beachten, dass der Druck, mit dem die Flüssigkeit in der Leitung 100 beaufschlagt
wird, nicht größer ist als die Kapillarkräfte, durch die die Flüssigkeit in der Leitung
gehalten werden, da sonst ein Lecken von Flüssigkeit aus dem Auslassende 104 im nicht
betätigten Zustand der Mikrodosiervorrichtung stattfinden würde.
[0048] Alternativ kann ein bezüglich des Auslassendes negativer Druck (Unterdruck) angelegt
werden, um im nicht-betätigten Zustand ein Auslaufen von Flüssigkeit aus dem Auslassende
zu verhindern, falls die Kapillarkräfte hierzu zu schwach sind. Dieser entgegenwirkende
Druck muss beim Auffüllen durch die Kapillarkräfte überwunden werden.
[0049] Zu Beginn eines Dosiervorgangs wird in einer ersten Phase, die als Dosierphase bezeichnet
werden kann, Flüssigkeit aus der Leitung durch eine Verringerung des Leitungsvolumens
zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung verdrängt. Dies wird erreicht, indem der
Verdränger 108 nach unten, d. h. in Richtung zu dem Polymerschlauch 100 hin bewegt
wird, so dass eine Kompression des Polymerschlauchs im Verdrängerbereich 112 stattfindet.
Diese Abwärtsbewegung ist in Fig. 1b durch Pfeile 122 dargestellt. Der Verdrängerbereich
112 stellt somit den aktiven Bereich der erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtung
dar.
[0050] Die aufgrund dieser Volumenänderung der Fluidleitung 100 aus der Leitung verdrängte
Flüssigkeit wird zu den Enden der Leitung hinausgepresst oder durch eine Veränderung
des Leitungsquerschnitts an anderer Stelle gespeichert, wenn die Leitung eine fluidische
Kapazität aufweist.
[0051] Durch die durch eine schnelle Bewegung 122 des Verdrängers 108 bedingte Volumenänderung
der Fluidleitung 100 findet zum einen ein Flüssigkeitsfluss zu der Auslassöffnung
104 hin statt, wie durch einen Pfeil 124 angezeigt ist. Zum anderen findet ein Rückfluss
in das Flüssigkeitsreservoir durch den Einlasskanal 116 statt, wie durch einen Pfeil
126 angezeigt ist. Durch den Vorwärtsfluss 124 findet an der Auslassöffnung 104 ein
Flüssigkeitsausstoß in der Form eines Mikrotropfens bzw. Mikrostrahls statt.
[0052] Welcher Anteil der Flüssigkeit dabei durch die Auslassöffnung 104 als Strahl bzw.
Tropfen abgegeben wird, hängt von der Position, Art und Dynamik der Volumenänderung
ab. Wie bereits oben ausgeführt wurde, kann durch eine axial asymmetrische Volumenänderung,
wie sie durch den Verdränger 108 und insbesondere die Verdrängeroberfläche 120 desselben
bewirkt wird, eine Vorzugsrichtung der Strömung in Richtung Auslassöffnung 104 herbeigefügt
werden. Zur Erzeugung eines Strahls oder Tropfens, der in der Dosierphase am Auslassende
104 abgegeben wird, erfolgt die Volumenänderung hinreichend schnell, um dem Flüssigkeitstropfen
bzw. Flüssigkeitsstrahl den erforderlichen Impuls zu übertragen, damit dieser sich
von der Auslassöffnung 104 lösen kann. Dabei spielen sowohl die Flüssigkeitseigenschaften,
wie beispielsweise die Dichte, die Viskosität, die Oberflächenspannung und dergleichen,
als auch eine Druckdifferenz, die zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung vorliegen
kann, eine entscheidende Rolle. Ferner sind die fluidischen Widerstände zwischen Auslassöffnung
104 und dem aktiven Bereich 112, in dem die Volumenänderung erfolgt (d. h. die fluidische
Impedanz des Auslasskanals 114), sowie die fluidische Impedanz des Leitungsstücks
zwischen aktivem Bereich 14 und Einlassöffnung 112 (d. h. die fluidische Impedanz
des Einlasskanals 116) bestimmend für das Verhältnis zwischen abgegebener Dosiermenge
(Vorwärtsfluss 124) und der in das Reservoir zurückgeleiteten Flüssigkeitsmenge (Rückwärtsfluss
126). Eine gute Dosierqualität kann beispielsweise erreicht werden, wenn die Volumenänderung
in der Nähe der Auslassöffnung 104 mit einer hohen Dynamik (beispielsweise 50 nL innerhalb
einer Millisekunde) erfolgt.
[0053] Durch die Positionierung des Verdrängers in der Nähe der Auslassöffnung 104 kann
bewirkt werden, dass die fluidische Impedanz des Auslasskanals 114 verglichen mit
der fluidischen Impedanz des Einlasskanals 116 gering ist, so dass ein großer Teil
der verdrängten Flüssigkeit aus der Auslassöffnung 104 ausgestoßen wird. Dabei kann
dann davon gesprochen werden, dass der Verdränger in der Nähe der Auslassöffnung 104
angeordnet ist, wenn die Länge des Einlasskanals 116 mindestens doppelt so groß ist
wie die Länge des Auslasskanals 114, bevorzugter mindestens fünfmal so groß und noch
bevorzugter mindestens zehnmal so groß ist.
[0054] Nach dem Ausstoß des Flüssigkeitstropfens bzw. Flüssigkeitsstrahls wird in einer
zweiten Phase, die als Wiederbefüllphase bezeichnet werden kann, das Volumen zwischen
Einlassöffnung 102 und Auslassöffnung 104 wieder vergrößert. Dies wird erreicht, indem
der Verdränger 108 in Richtung eines Pfeils 132 von der Fluidleitung 100 wegbewegt
wird, wie in Fig. 1c gezeigt ist. Aufgrund dieser Volumenänderung strömt Flüssigkeit
aus dem Reservoir durch die Einlassöffnung 102 und den Einlasskanal 116 in die Leitung
und insbesondere in den aktiven Bereich 112 derselben, wie in Fig. 1c durch einen
Pfeil 134 angezeigt ist. Das Einsaugen von Luft durch die Auslassöffnung 104 wird
bei entsprechend kleinen Leitungsquerschnitten durch Kapillarkräfte verhindert. Alternativ
kann aber durch eine hydrostatische Druckdifferenz zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung
eine Vorzugsrichtung zur Befüllung aus dem Reservoir vorgegeben werden. Hierzu könnte
beispielsweise wiederum das Flüssigkeitsreservoir mit einem Druck beaufschlagt werden.
[0055] Am Ende der Wiederbefüllungsphase liegt dann wieder die in Fig. 1a) gezeigte Situation
vor, wobei dann wieder ein Dosiervorgang stattfinden kann.
[0056] Die Fig. 2a bis 2d zeigen einen Tropfengenerator unter Verwendung einer erfindungsgemäßen
Mikrodosiervorrichtung mit entsprechenden Halterungen für die Fluidleitung bzw. die
Betätigungseinrichtung. Fig. 2a zeigt eine Seitenansicht des Tropfenerzeugers, während
Fig. 2b eine Unteransicht desselben darstellt. In Fig. 2c ist eine Schnittansicht
entlang der Linie A-A von Fig. 2b gezeigt, während Fig. 2d eine Vergrößerung des Abschnitts
B im Maßstab 5:1 darstellt.
[0057] Der in den Fig. 2a bis 2d gezeigte Tropfenerzeuger umfasst einen Polyimidschlauch
150, der beispielsweise einen Innendurchmesser von 200 µm aufweisen kann. Zur Lagerung
des Polyimidschlauchs 150 ist ein Lagerblock 152 und ein Widerlagerblock 154 vorgesehen.
In dem Lagerblock 152 und/oder dem Widerlagerblock 154 ist eine Führungsrille vorgesehen,
in die der Polyimidschlauch eingelegt wird, so dass der Polyimidschlauch zwischen
Lagerblock und Widerlagerblock auf eine stabilisierte Weise sicher gelagert ist. Der
Lagerblock 152 und der Widerlagerblock 154 sind beispielsweise unter Verwendung von
Halteschrauben 156 an einem Halteabschnitt 160 einer Halterung 162 angebracht. Die
Halterung 162 ist ferner ausgebildet, um auf der dem Widerlager 154 gegenüberliegenden
Seite des Polyimidschlauchs 150 einen Verdränger 164 zu halten, mit dessen Hilfe der
Schlauch im aktiven Bereich desselben zusammengepresst werden kann, wodurch die erfindungsgemäße
Volumenänderung zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung erzielt wird. Der Verdränger
wird dabei durch einen Piezostapelaktor (nicht gezeigt) angetrieben, dessen Auslenkung
elektronisch kontrolliert werden kann, und der über einen Adapter 166 mit dem Verdränger
164 verbunden ist. Um eine Vorzugsrichtung eines Tropfenausstoßes 168 durch die Auslassöffnung
des Polyimidschlauchs 150 zu bewirken, besitzt der Verdränger 164 wiederum eine relativ
zu dem Polyimidschlauch geschrägte, d. h. in einem Winkel verlaufende, Verdrängungsoberfläche.
[0058] Die Halterung 162 umfasst ferner eine Aufnahme 170 für die Antriebseinheit in Form
des Piezostackaktuators. Ferner kann die Halterung 162 eine dieselbe durchdringende
Ausnehmung 172 aufweisen, um ein Anbringen derselben an einem Gerät, das auch die
Antriebseinheit enthält, beispielsweise unter Verwendung einer Schraubverbindung zu
ermöglichen.
[0059] Entsprechend des in den Fig. 2a bis 2d gezeigten Aufbaus wurde ein Prototyp aufgebaut
und erfolgreich experimentell getestet. Fig. 3 zeigt unterschiedliche Phasen eines
mittels des Prototyps durchgeführten Dosiervorgangs, wobei jeweils der Polyimidschlauch
150 mit seinem Auslassende 180 gezeigt ist.
[0060] Fig. 4 zeigt die abgegebene Masse in Mikrogramm bei einer Anzahl von 1800 Dosiervorgängen
unter Verwendung des Prototyps, wobei als zu dosierende Flüssigkeit Wasser verwendet
wurde. Die mittlere Tropfenmasse betrug 22,57 µg, bei einer Standardabweichung σ von
0,35 µg. Der Polyimidschlauch hatte einen Durchmesser von 200 µm. Die in Fig. 4 dargestellte
gravimetrische Messung der Reproduzierbarkeit belegt, dass mit dem erfindungsgemäßen
Konzept eine Präzision erreicht werden kann, die zumindest der von herkömmlichen Dosiervorrichtungen
entspricht und derselben sogar überlegen ist.
[0061] Bezug nehmend auf die Fig. 5a, 5b, 6a und 6b wird nachfolgend dargelegt, wie bei
einer erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtung ein gewünschtes Dosiervolumen bzw.
ein gewünschter Dosiervolumenbereich eingestellt werden kann.
[0062] In den Fig. 5a und 5b ist schematisch der Polymerschlauch 100 gezeigt, dessen Einlassöffnung
102 mit einem Flüssigkeitsreservoir 200 fluidmäßig verbunden ist, und dessen Auslassende
104 eine Ausstoßöffnung darstellt. Der aktive Bereich 112 sowie der Auslasskanal 114
und der Einlasskanal 116 sind durch die Position des Verdrängers 108 definiert. Bei
der in Fig. 5a gezeigten Anordnung besitzen der Einlasskanal 116 und der Auslasskanal
114 im wesentlichen gleiche Längen x
1 und x
2, so dass die fluidische Impedanz derselben bei angenommenem konstanten Querschnitt
des Schlauchs 100 im wesentlichen identisch ist. Somit würde bei der gezeigten Form
des Verdrängers 108', die keine Flussvorzugsrichtung zur Folge hat, eine durch den
Verdränger 108' bewirkte Volumenverdrängung zur Folge haben, dass gleich große Flüsse
in Richtung der Auslassöffnung 104 und der Einlassöffnung 102 fließen. Bei Vernachlässigung
der fluidischen Kapazität der Schlauchleitung 100 würde somit das durch die Auslassöffnung
104 ausgestoßene Volumen halb so groß sein wie die durch den Verdränger 108' bewirkte
Volumenverdrängung.
[0063] Gemäß Fig. 5b ist der Verdränger 108' in der Nähe der Auslassöffnung 104 angeordnet.
Anders ausgedrückt ist die Länge x
1 des Einlasskanals 116 etwa fünfmal so groß wie die Länge des Auslasskanals x
2. Somit ist die fluidische Impedanz des Einlasskanals 116 bei konstantem Querschnitt
des Schlauchs 100 fünfmal so hoch wie der des Auslasskanals 114, so dass ein viel
größerer Anteil der durch den Verdränger 108' bewirkten Volumenänderung einen Fluss
in Richtung der Auslassöffnung 104 und somit einen Ausstoß durch dieselbe bewirkt.
[0064] Auf die oben angegebene Weise kann durch Änderung der Position des Verdrängers relativ
zu der Fluidleitung 100 ein gewünschtes Dosiervolumen eingestellt werden. Ermöglicht
ferner die Antriebseinrichtung des Verdrängers eine selektive Einstellung des Hubs
desselben, d.h. eine selektive Einstellung der Bewegung desselben um unterschiedliche
Entfernungen senkrecht zu der Fluidleitung, so dass der Verdränger abhängig von seiner
Ansteuerung unterschiedliche Volumenänderungen bewirken kann, so kann die obige Einstellung
der Position eine Einstellung eines gewünschten Dosiervolumenbereichs darstellen,
während die endgültige Einstellung des gewünschten Dosiervolumens in dem eingestellten
Dosiervolumenbereich durch eine entsprechende Ansteuerung des Verdrängers durchgeführt
wird.
[0065] Erfindungsgemäß ist das an der Auslassöffnung abgegebene Dosiervolumen durch eine
Änderung der Position des Verdrängers einstellbar, solange das Verhältnis der Flusswiderstände
von Einlasskanal und Auslasskanal durch Änderung der Position des Verdrängers merklich
geändert werden kann. Unter merklich soll dabei eine solche Änderung verstanden werden,
die eine Änderung eines an der Auslassöffnung abgegebenen Dosiervolumens um zumindest
10% zur Folge hat, wobei der tatsächliche Einstellbereich davon abhängen wird, über
welchen Bereich die Position des Verdrängers eingestellt werden kann. Dabei können
unter Verwendung der erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtungen auch Änderungen des
abgegebenen Dosiervolumens um 50% und darüber durch Änderung der Position des Verdrängers
realisiert werden. Diese erfindungsgemäße Einstellbarkeit des Verhältnisses der Flusswiderstände
von Einlasskanal und Auslasskanal ist erfindungsgemäß vorzugsweise dadurch möglich,
dass zwischen Dosierkammer, d. h. aktivem Bereich, und Einlasskanal bzw. Auslasskanal
keine sprunghaften Querschnittsänderungen stattfinden. Bei noch bevorzugteren Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung ist der Querschnitt der Fluidleitung vom Segment der Verdrängung,
d. h. dem aktiven Bereich, bis zur Auslassöffnung im Ruhezustand konstant. Weiterhin
besitzt bei bevorzugten Ausführungsbeispielen die gesamte Fluidleitung zwischen Flüssigkeitsreservoir
und Auslassöffnung einen im wesentlichen konstanten Querschnitt.
[0066] Eine zweite Möglichkeit, wie erfindungsgemäß ein gewünschtes Dosiervolumen bzw. ein
gewünschter Dosiervolumenbereich eingestellt werden kann, ist den Fig. 6a und 6b zu
entnehmen. Gemäß Fig. 6a weist der Verdränger 108' eine Länge l
1 entlang des Schlauchs 100 auf, während gemäß Fig. 6b ein Verdränger 208 eine Länge
l
2 entlang des Schlauchs 100 aufweist. Die Länge l
2 ist größer als die Länge l
1, so dass der Verdränger 208 bei gleichem Hub eine größere Volumenänderung der Fluidleitung
100 ermöglicht. Somit kann erfindungsgemäß durch eine Änderung der Länge des Verdrängers
entlang der Fluidleitung bei gleichbleibendem Hub ein gewünschtes Dosiervolumen oder,
ähnlich den obigen Erläuterungen, ein gewünschter Dosiervolumenbereich eingestellt
werden.
[0067] Die vorliegende Erfindung schafft somit eine Mikrodosiervorrichtung, die eine mit
einem zu dosierenden Medium gefüllte Fluidleitung aufweist, deren eines Ende mit einem
Fluidreservoir verbindbar ist und an deren anderem Ende sich eine Auslassöffnung befindet,
sowie eine Betätigungseinrichtung, durch die das Volumen eines bestimmten Segmentes
der Fluidleitung zeitlich verändert werden kann, so dass durch die Volumenänderung
Flüssigkeit als freifliegende Tröpfchen oder als freifliegender Strahl an der Auslassöffnung
abgegeben wird. Erfindungsgemäß kann die gesamte Fluidleitung durch einen flexiblen
Polymerschlauch gebildet sein. Alternativ kann nur das angesprochene bestimmte Segment
durch einen flexiblen Polymerschlauch gebildet sein, während Zuleitung und Ableitung
von diesem Segment durch eine starre Fluidleitung gebildet sind.
[0068] Wie oben ausgeführt wurde, findet erfindungsgemäß die Verdrängung an einem elastischen
Segment der Fluidleitung statt. Vorzugsweise kann das elastische Segment in der Fluidleitung,
beispielsweise der flexible Polymerschlauch bzw. die Membran, nach einer Betätigung
von alleine dem Ausgangszustand wieder einnehmen, so dass der Verdränger nicht fest
mit der Fluidleitung verbunden sein muss, so dass die Fluidleitung als einfaches Einwegbauteil
ausgeführt sein kann.
[0069] Die vorliegende Erfindung umfasst auch Tropfengeneratoren, bei denen mehrere erfindungsgemäße
Mikrodosiervorrichtungen parallel angeordnet werden. Solche parallel angeordneten
Mikrodosiervorrichtungen können separat angesteuert werden, um jeweils unterschiedliche
Flüssigkeiten oder gleiche Flüssigkeiten zu dosieren. Alternativ kann ein Tropfengenerator
mehrere Fluidleitungen aufweisen, die gleichzeitig durch einen Verdränger angesteuert
werden, so dass durch dieselben gleiche oder unterschiedliche Flüssigkeiten dosiert
werden können. Zu diesem Zweck können die Einlassenden der unterschiedlichen Fluidleitungen
mit den gleichen oder unterschiedlichen Flüssigkeitsreservoiren verbunden sein.
[0070] Eine erfindungsgemäße Mikrodosiervorrichtung kann somit aus einem oder mehreren Mikrotropfenerzeugern
bestehen, die jeweils ein mit einem zu dosierenden Medium gefüllte (elastische) fluidische
Leitung aufweisen, deren eines Ende eine Einlassöffnung aufweist, welche mit einem
Flüssigkeitsreservoir verbunden ist, und an deren anderem Ende sich eine Auslassöffnung
befindet, wobei zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung eine Druckdifferenz bestehen
kann und einer Betätigungseinrichtung, durch die das Volumen der Leitung zwischen
Flüssigkeitsreservoir und Auslassöffnung zeitlich verändert werden kann, wobei in
einer ersten Phase das fluidische Volumen zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung
mit ausreichender Geschwindigkeit von seinem anfänglichen Volumen auf ein kleineres
Volumen verringert wird, wodurch ein Mikrotropfen bzw. Mikrostrahl durch die Auslassöffnung
ausgestoßen wird und ein Teil des verdrängten Volumens zur Einlassöffnung entweichen
kann, wobei das Volumen des Mikrotropfens bzw. Mikrostrahls plus das durch die Einlassöffnung
ins Reservoir zurückweichende Volumen im wesentlichen der durch die Betätigungseinrichtung
herbeigeführten Volumenänderung entspricht, und einer zweiten Phase, in welcher das
Volumen zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung wieder vergrößert wird, wodurch
sich die fluidische Leitung durch Druck oder Kapillarkräfte getrieben wieder aus dem
Reservoir befüllt.
[0071] Neben der bezugnehmend auf die Figuren 2a bis 2d beschriebenen Halterung kann auch
eine automatisierte Halterung vorgesehen sein, die ein automatisches Einstellen der
Position des Verdrängers zu der Fluidleitung beispielsweise ansprechend auf ein Signal,
dass einen gewünschten Dosiervolumenbereich bzw. ein gewünschtes Dosiervolumen anzeigt,
ermöglicht.
[0072] Unter Verwendung der erfindungsgemäßen Mikrodosiervorrichtungen werden somit vorzugsweise
an einer Auslassöffnung, die in Kontakt mit der umgebenden Atmosphäre steht, einzelne
freifliegende Mikrotröpfchen erzeugt, um dadurch Flüssigkeit als freifliegende Tröpfchen
oder freifliegender Strahl an der Auslassöffnung abzugeben. Dabei ermöglicht die vorliegende
Erfindung das Ausstossen eines Tröpfchens bereits bei einem einzelnen Betätigungszyklus
der Betätigungseinrichtung, während dem der Verdränger einmal eine Reduzierung des
Volumens der Fluidleitung bewirkt, um dadurch das Tröpfchen auszustossen.
[0073] Die vorliegende Erfindung ermöglicht eine Einstellung des Dosiervolumens durch Einstellen
des Hubs der Bewegungseinrichtung und/oder das Anordnen der Betätigungseinrichtung
an einer vorbestimmten Position entlang des Abschnitts einer Fluidleitung. Zusätzlich
kann ein Verdränger mit einer angepassten axialen Länge ausgewählt werden.
[0074] Bei Verwendung eines einstellbaren Hubes zum Einstellen des Dosiervolumens ist der
Hub h der Betätigungseinrichtung bzw. des Verdrängers variabel und kleiner als der
Durchmesser des Schlauches, d.h. die Querschnittabmessung desselben in Richtung der
Bewegung des Verdrängers der Betätigungseinrichtung.
[0075] In dem Fall, dass der gesamte Schlauchquerschnitt gequetscht wird, d.h. die Durchflussfläche
im Wesentlichen auf Null gebracht wird, wie es bei der DE 4314343 C2 gefordert ist,
wird das Tropfenvolumen durch die Ausdehnung des Hammers entlang der Schlauchachse
und durch den Schlauchdurchmesser bestimmt. Durch das Zusammenquetschen des Schlauches
wird das gesamte im relevanten Schlauchabschnitt befindliche Volumen verdrängt. Näherungsweise
gilt für das verdrängte Volumen, welches dann - bei gleichbleibender sonstiger Anordnung
- das Tropfenvolumen im Wesentlichen bestimmt:

[0076] Dabei stellt V das verdrängte Volumen dar, a die Länge des Verdrängers dar und d
den Durchmesser des Schlauchs dar.
[0077] Demgegenüber spielt bei einem Verdränger mit einstellbarem Hub der Hub h, um welchen
der Verdränger bewegt wird, eine entscheidende Rolle. Dabei richtet sich das verdrängte
Volumen nach dem Hub h und kann näherungsweise durch das Volumen eines seitlich beschnittenen
Zylinders beschrieben werden:

[0078] Dabei stellt h die Distanz dar, um die der Schlauch zusammengedrückt wird.
[0079] Durch diese Abhängigkeit des verdrängten Volumens V vom Hub h und dessen beschriebene
Auswirkung auf das Tropfenvolumen ermöglicht die vorliegende Erfindung eine variable
Einstellung des Dosiervolumens ohne einen Schlauch mit unterschiedlichem Durchmesser
bzw. einem Verdränger mit unterschiedlichen Abmessungen verbinden zu müssen.
[0080] Erfindungsgemäß existiert ein Zusammenhang zwischen Volumenverdrängung und Tropfenerzeugung
bzw. Tropfenvolumen bei einem einzelnen Dosiervorgang, so dass die vorliegende Erfindung
auch ein Dosieren bei einer nicht periodischen Anregung ermöglicht. Dies ist unter
anderem dann vorteilhaft, wenn gezielte nicht periodische Muster auf ein Substrat
gedruckt werden sollen.
[0081] Bei den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen ist die Betätigungseinrichtung jeweils
ausgelegt, um eine Betätigung des Schlauchs ausgehend von einem ungequetschten Zustand
desselben zu bewirken. Alternativ sind auch Ausführungsbeispiele möglich, bei denen
der Schlauch in Standby-Modus teilweise oder vollständig abgequetscht, d.h. zusammengedrückt
ist. Eine schematische Querschnittdarstellung eines derartigen Ausführungsbeispiels
ist in Fig. 10a gezeigt. Der Schlauch 100 liegt mit seiner Rückseite an einem Gegenhalteelement
300 an. Auf der gegenüberliegenden Seite des Schlauchs 100 ist ein Piezoaktor 302
an einer Halterung 304 einer Betätigungseinrichtung befestigt. Am vorderen Ende des
Piezoaktors 302 ist ein Verdränger 306 angeordnet.
[0082] Bei der in Fig. 10a gezeigten Anordnung ist der Schlauch 100 im Standby-Modus vollständig
abgequetscht. Der Dosierzyklus startet mit einem langsamen Zurückfahren des Piezoaktors
302, so dass der Querschnitt des Schlauchs 100 teilweise freigegeben wird. Während
dieser Phase fließt Flüssigkeit aus dem Reservoir, mit dem der Schlauch 100 an dem
der Auslassöffnung 104 gegenüberliegenden Ende 102 verbunden ist, in den vormals gequetschten
Bereich, um das sich vergrößernde Schlauchvolumen zu kompensieren. Der eigentliche
Dosiervorgang mit der Tropfenbildung am Auslassende 104 erfolgt dann mit dem schnellen
Ausfahren des Piezoaktors 302, um das Schlauchvolumen wieder zu verringern. Das dosierte
Volumen wird ebenso wie bei den oben beschriebenen Ausführungsformen durch den Stellweg
des Piezoaktors 302 definiert und kann somit durch Variation der Betriebsspannung
bzw. über die Variation des Lade- bzw. Entladestroms beim Piezoaktor 302 gesteuert
werden. Vorteilhaft an der in der Fig. 10a gezeigten Konfiguration ist, dass der abgeklemmte
Schlauch gegenüber dem normal offenen Schlauch eine deutlich geringere Verdunstungsrate
an zu dosierendem Medium aufweist.
[0083] Die Ausführungsform beinhaltet also einen integrierten Verschlussmechanismus. Nachteilhaft
ist jedoch, dass bei kommerziell verfügbaren, konventionellen Piezostapelaktoren der
ausgefahrene Zustand des Piezoaktors derjenige Zustand ist, bei dem die elektrische
Spannung angelegt ist. Beim Wegnehmen der elektrischen Spannung wird der Piezostapel
kürzer, eingefahrener Zustand. Dies bedeutet in Konsequenz, dass das in Fig. 10a gezeigt
Ausführungsbeispiel eines integrierten Verschlussmechanismus einen kontinuierlichen,
wenn auch geringen, Energieverbrauch nach sich zieht. Um die Vorteile des integrierten
Verschlussmechanismus voll nutzen zu können, ist es bei dem in Fig. 10a gezeigten
Ausführungsbeispiel vorteilhaft, kontinuierlich eine elektrische Spannung anzulegen
bzw. den Piezoaktor aufzuladen, auch wenn das Dosiersystem nicht in Gebrauch ist.
[0084] Ein integrierter Verschlussmechanismus mit einem reduzierten Energieverbrauch ist
implementierbar, indem die Betätigungseinrichtung mit einer Vorspannungseinrichtung,
beispielsweise einer Feder, versehen wird, die den Verdränger gegen den Polymerschlauch
drückt, um im Standby-Modus eine teilweise oder vollständige Abquetschung des Schlauchs
zu erreichen. Die Betätigungseinrichtung weist dann vorzugsweise einen Aktor auf,
der angeordnet ist, um den Verdränger gegen die Kraft der Vorspannungseinrichtung
zu bewegen und den Schlauchquerschnitt teilweise oder vollständig freizugeben.
[0085] Ein Ausführungsbeispiel für einen derartigen integrierten Verschlussmechanismus ist
in Fig. 10b gezeigt. Der Schlauch 100 liegt wiederum gegen eine Gegenhaltevorrichtung
310 an. Eine Betätigungsvorrichtung umfasst bei diesem Ausführungsbeispiel eine Kombination
einer Feder 312 und eines Piezostapelaktor 314. Die Betätigungsvorrichtung umfasst
ferner einen Verdränger 316, der starr mit einer Betätigungsplatte 318 gekoppelt ist.
Als beispielhafte Koppeleinrichtungen sind zwei Koppelstangen 320 und 322 in Fig.
10b gezeigt. Die Feder 312 liegt an ihrem rechtseitigen Ende an einem Gegenhaltelement
324 an und drückt im nicht-betätigten Zustand des Aktors 314 den Verdränger 316 gegen
den Schlauch 100, um diesen abzuquetschen. Diese Ausführungsform ermöglicht die Realisierung
einer Dosiervorrichtung, deren Schlauch bei ausgeschalteter elektrischer Versorgungsspannung
gequetscht ist, so dass dieselbe einen integrierten Verschlussmechanismus ohne kontinuierlichen
Energieverbrauch besitzt.
[0086] Im ausgeschalteten Zustand wird durch die Feder der Verdränger 316 so auf den Schlauch
100 gedrückt, dass dieser an die Gegenhalterung 310 angedrückt und abgequetscht ist.
Soll ein Dosiervorgang erfolgen, so wird der Piezoaktor 314 durch Anlegen einer elektrischen
Spannung ausgefahren und somit der Verdränger 316 gegen die Federkraft zurückgestellt.
Der Schlauch entspannt sich und die zu dosierende Flüssigkeit strömt aus dem Reservoir,
das mit der der Auslassöffnung 104 gegenüberliegenden Seite 102 des Schlauchs verbunden
ist, ein. Durch schnelles Zurückfahren des Piezostapelaktors 318 wird der Schlauch
100 über die Feder 312, die hierzu ausreichend stark dimensioniert ist, wieder gequetscht.
Die Feder ist steif genug dimensioniert, damit Flüssigkeit als freifliegender Strahl
aus der Ausstoßöffnung 104 ausdosiert wird. Das dosierte Volumen wird wiederum durch
den Stellweg des Piezoaktors definiert und kann somit durch Variation der Betriebsspannung
bzw. über die Variation des Lade- bzw. Entladestroms beim Piezostapelaktor gesteuert
werden.
[0087] An dieser Stelle sei festgehalten, dass die Bezug nehmend auf die Figuren 10a und
10b erläuterten Ausführungsbeispiele auch funktionieren, wenn der Schlauch dabei nicht
vollständig abgequetscht wird.
[0088] Bei den Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung, bei denen das Dosiervolumen
über den einstellbaren Hub des Verdrängers bzw. der Betätigungseinrichtung eingestellt
wird, wird der Verdränger zwischen einer ersten Endstellung und einer zweiten Endstellung
bewegt, wobei der Polymerschlauch in der ersten Endstellung oder der zweiten Endstellung
teilweise zusammengedrückt ist. Die erste Endstellung definiert dabei ein größeres
Schlauchvolumen als die zweite Endstellung, so dass durch ein Bewegen des Verdrängers
aus der ersten Endstellung in die zweite Endstellung Flüssigkeit aus dem Ausstoßende
ausdosiert wird. Die erste Endstellung kann dann dabei einen vollständig entspannten
Zustand des Schlauchs definieren oder einen teilweise zusammengedrückten Zustand desselben.
Die zweite Endstellung kann einen teilweise zusammengedrückten Zustand oder einen
vollständig zusammengedrückten Zustand des Polymerschlauchs umfassen. Anders ausgedrückt
wird bei den erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen, bei denen das Dosiervolumen
durch einen einstellbaren Hub der Betätigungseinrichtung einstellbar ist, die Schlauchwand
durch die Betätigungseinrichtung bzw. den Verdränger über einen Teil des lichten Querschnitts
des flexiblen Polymerschlauchs bewegt. Im Gegensatz dazu wird bei einem vollständigen
Abquetschen des Schlauchs aus einem nicht zusammengequetschten Zustand zu einem vollständig
zusammengequetschten Zustand die Schlauchwand über den gesamten lichten Querschnitt
des Schlauchs bewegt.
[0089] Auch die in den Figuren 10a und 10b gezeigten Ausführungsbeispiele können derart
implementiert sein, dass die Position der Betätigungseinrichtung variierbar ist, um
dadurch das aus der Auslassöffnung abgegebene Dosiervolumen variieren zu können.
1. Mikrodosiervorrichtung mit folgenden Merkmalen:
einer Fluidleitung (100; 150), die einen flexiblen Schlauch aufweist, mit einem ersten
Ende (102) zum Verbinden mit einem Flüssigkeitsreservoir (200), und einem zweiten
Ende, an dem sich eine Auslassöffnung (104) befindet; und
einer Betätigungseinrichtung, die einen Verdränger (108; 108'; 208; 306; 316) mit
einstellbarem Hub aufweist, durch den das Volumen eines Abschnitts des flexiblen Schlauchs
veränderbar ist, um dadurch durch Bewegen des Verdrängers (108; 108'; 208; 306; 316)
zwischen einer ersten Endstellung und einer zweiten Endstellung Flüssigkeit als freifliegende
Tröpfchen oder als freifliegender Strahl an der Auslassöffnung (104) abzugeben, wobei
der Schlauch zumindest in der ersten Endstellung oder der zweiten Endstellung teilweise
zusammengedrückt ist.
2. Mikrodosiervorrichtung nach Anspruch 1, bei der der flexible Schlauch aus Polyimid
besteht.
3. Mikrodosiervorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, bei der der flexible Schlauch zumindest
einen Abschnitt, in dem derselbe keine sprunghaften Querschnittsänderungen aufweist,
aufweist, so dass durch Ändern der Position der Betätigungseinrichtung (108; 108';
164; 208) entlang des Abschnitts ein Verhältnis einer fluidischen Impedanz zwischen
der Position der Betätigungseinrichtung und der Auslassöffnung (104) zu einer fluidischen
Impedanz zwischen dem ersten Ende (102) und der Position der Betätigungseinrichtung
variierbar ist, so dass ein an der Auslassöffnung (104) abgegebenes Dosiervolumen
um zumindest 10% variierbar ist.
4. Mikrodosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der durch den Verdränger
(108; 108'; 208; 306; 316) der Schlauch über eine vorbestimmte Länge komprimierbar
ist, um die Volumenänderung des Schlauchs zu bewirken.
5. Mikrodosiervorrichtung nach Anspruch 4, bei der der Verdränger (108) eine Form aufweist,
um eine bezüglich des Schlauchs axial asymmetrische Volumenänderung zu bewirken.
6. Mikrodosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, die ferner eine Einrichtung
(150, 152, 162) zum Halten der Betätigungseinrichtung an einer oder der Position entlang
des Schlauchs aufweist.
7. Mikrodosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, die eine Vorspannungseinrichtung
(312) aufweist, um den Schlauch durch den Verdränger (316) in einen vollständig oder
teilweise zusammengedrückten Zustand vorzuspannen.
8. Mikrodosiervorrichtung nach Anspruch 7, bei der die Betätigungseinrichtung einen Aktor
(314, 320, 322) aufweist, der angeordnet ist, um den Verdränger (316) gegen die Vorspannung
der Vorspannungseinrichtung (312) zu bewegen.
9. Mikrodosiervorrichtung mit folgenden Merkmalen:
einer Fluidleitung (100; 150) mit einem ersten Ende (102) zum Verbinden mit einem
Flüssigkeitsreservoir (200) und einem zweiten Ende, an dem sich eine Auslassöffnung
(104) befindet, wobei die Fluidleitung (100; 150) einen flexiblen Abschnitt aufweist,
entlang dem ein Querschnitt der Fluidleitung veränderbar ist, um eine Änderung des
Volumens der Fluidleitung zu bewirken;
einer Betätigungseinrichtung (108; 108'; 164; 208), die an einer Position entlang
des Abschnitts der Fluidleitung angeordnet ist, zum Bewirken einer Änderung des Volumens
der Fluidleitung, um dadurch Flüssigkeit als freifliegende Tröpfchen oder freifliegender
Strahl aus der Auslassöffnung (104) abzugeben,
wobei ein Verhältnis einer fluidischen Impedanz zwischen der Position der Betätigungseinrichtung
(108; 108'; 164; 208) und der Auslassöffnung (104) zu einer fluidischen Impedanz zwischen
dem ersten Ende (102) und der Fluidleitung (100; 150) und der Position der Betätigungseinrichtung
durch Ändern der Position der Betätigungseinrichtung variierbar ist, so dass ein an
der Auslassöffnung (104) abgegebenes Dosiervolumen dadurch um zumindest um 10% variierbar
ist.
10. Mikrodosiervorrichtung gemäß Anspruch 9, bei der die Betätigungseinrichtung einen
Verdränger (108; 108'; 164; 208) aufweist, durch den der Abschnitt der Fluidleitung
(100; 150) über eine vorbestimmte Länge komprimierbar ist, um die Volumenänderung
des Abschnitts der Fluidleitung zu bewirken.
11. Mikrodosiervorrichtung nach Anspruch 10, bei der der Verdränger (108) eine Form aufweist,
um eine bezüglich des Abschnitts der Fluidleitung ( 100; 150) axial asymmetrische
Volumenänderung zu bewirken.
12. Mikrodosiervorrichtung gemäß einem der Ansprüche 9 bis 11, die ferner eine Einrichtung
(150, 152, 162) zum Halten der Betätigungseinrichtung an der Position entlang des
Abschnitts der Fluidleitung aufweist.
13. Mikrodosiervorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, bei der die Fluidleitung
(100; 150) zwischen dem ersten Ende (102) und der Ausstoßöffnung (104) im Ruhezustand
keine sprunghaften Querschnittsänderungen aufweist.
14. Mikrodosiervorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, bei der die Fluidleitung
(100; 150) zwischen dem ersten Ende (102) und der Auslassöffnung (104) im Ruhezustand
einen im wesentlichen konstanten Querschnitt aufweist.
15. Mikrodosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, die ferner eine Einrichtung
zum Beaufschlagen der Fluidleitung mit einer Druckdifferenz aufweist.
16. Mikrodosiervorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, bei der die Fluidleitung
(100; 150) eine solche Querschnittsfläche aufweist, dass eine zu dosierende Flüssigkeit
durch Kapillarkräfte durch dieselbe bewegt werden kann.
17. Mikrodosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, die eine Mehrzahl von jeweiligen
Fluidleitungen aufweist, so dass gleichzeitig oder nacheinander mehrere gleiche oder
unterschiedliche Flüssigkeiten abgegeben werden können.
18. Mikrodosiervorrichtung nach Anspruch 17, die eine Betätigungseinrichtung zum gleichzeitigen
Bewirken der Volumenänderung der Mehrzahl von Fluidleitungen aufweist.
19. Mikrodosiervorrichtung nach Anspruch 18, bei der die Betätigungseinrichtung ein gemeinsamer
Verdränger ist.
20. Verfahren zur dosierten Abgabe von Flüssigkeiten, mit folgenden Schritten:
Befüllen einer Fluidleitung (100; 150), die einen flexiblen Schlauch aufweist, mit
einer zu dosierenden Flüssigkeit;
Bewirken einer Volumenänderung eines Abschnitts des flexiblen Schlauchs durch einen
Verdränger (108; 108'; 208; 306; 316) mit einstellbarem Hub, um dadurch durch Bewegen
des Verdrängers (108; 108'; 208; 306; 316) zwischen einer ersten Endstellung und einer
zweiten Endstellung Flüssigkeit als freifliegende Tröpfchen oder als freifliegender
Strahl an einer Auslassöffnung (104) der Fluidleitung (100; 150) abzugeben, wobei
der Schlauch zumindest in der ersten Endstellung oder der zweiten Endstellung teilweise
zusammengedrückt ist.
21. Verfahren gemäß Anspruch 20, das ferner den Schritt des Bereitstellens eines Verdrängers
(108; 108 ; 164; 208) an einer Position entlang des Schlauchs aufweist, durch den
der Schlauch über eine vorbestimmte Länge komprimierbar ist, um die Volumenänderung
des Abschnitts desselben zu bewirken.
22. Verfahren gemäß Anspruch 21, bei dem die Fluidleitung (100; 150) ein erstes, mit einem
Flüssigkeitsreservoir (200) verbundenes Ende (102) und ein zweites Ende, an dem sich
die Auslassöffnung (104) befindet, aufweist, das ferner folgenden Schritt aufweist:
Auswählen der Position des Verdrängers entlang des Schlauchs, um ein Verhältnis einer
fluidischen Impedanz zwischen der Position des Verdrängers (108; 108'; 164; 208) und
der Auslassöffnung (104) zu einer fluidischen Impedanz zwischen dem ersten Ende (102)
und der Position der Betätigungseinrichtung einzustellen, um dadurch durch das Bewirken
der Volumenänderung ein gewünschtes Dosiervolumen an der Auslassöffnung (104) abzugeben.
23. Verfahren nach Anspruch 21 oder 22, das ferner einen Schritt des Auswählens eines
Verdrängers (108; 108'; 164; 208) mit einer hinsichtlich des flexiblen Schlauchs axialen
Länge aufweist, um unter Verwendung des Verdrängers die Volumenänderung zu bewirken
und ein gewünschtes Dosiervolumen an der Auslassöffnung (104) abzugeben.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 23, bei dem beim Schritt des Bewirkens der
Volumenänderung eine hinsichtlich des flexiblen Schlauchs axial asymmetrische Volumenänderung
durchgeführt wird, um in der Fluidleitung (100; 150) einen Flüssigkeitsfluss mit einer
Vorzugsrichtung zu der Auslassöffnung (104) hin zu bewirken.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 24, das ferner einen Schritt des Beaufschlagens
der Fluidleitung (100; 150) mit einem statischen Druck aufweist.
26. Verfahren nach Anspruch 25, bei dem der statische Druck bezüglich des Auslassendes
ein Überdruck ist, um beim Bewirken der Volumenänderung in der Fluidleitung (100;
150) einen Flüssigkeitsfluss mit einer Vorzugsrichtung zu der Auslassöffnung (104)
hin zu bewirken und/oder um eine Wiederbefüllung nach einem Dosiervorgang zu unterstützen.
27. Verfahren nach Anspruch 25, bei dem der statische Druck bezüglich des Auslassendes
ein Unterdruck ist, um ein Auslaufen von Flüssigkeit aus dem Auslassende zu verhindern,
wenn keine Volumenänderung bewirkt wird.
28. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 27, das ferner nach dem Schritt des Bewirkens
einer Volumenänderung einen Schritt des Rückgängigmachens der Volumenänderung, so
dass der Schlauch in den Ausgangszustand zurückkehrt, aufweist, wobei während dieses
Schritts eine kapillare Wiederbefüllung der Fluidleitung (100; 150) stattfindet.
29. Verfahren zum Einstellen eines gewünschten Dosiervolumens bei einem Dosiervorgang
unter Verwendung einer Mikrodosiervorrichtung nach Anspruch 9, mit folgendem Schritt:
Anordnen der Betätigungseinrichtung (108; 108'; 164) an einer vorbestimmten Position
entlang des Abschnitts der Fluidleitung (100; 150), so dass bedingt durch das sich
dabei ergebende Verhältnis von fluidischen Impedanzen bei einem Schritt des Bewirkens
einer Änderung des Volumens der Fluidleitung (100; 150) ein gewünschtes Dosiervolumen
an der Auslassöffnung (104) abgegeben werden kann.
30. Verfahren zum Einstellen eines gewünschten Dosiervolumens bei einem Dosiervorgang
unter Verwendung einer Mikrodosiervorrichtung nach Anspruch 10, mit folgendem Schritt:
Auswählen eines Verdrängers (108; 108'; 164; 208) mit einer axialen Länge (l1, l2) bezüglich des Abschnitts der Fluidleitung (100; 150), die angepasst ist, um bei
einem Schritt des Bewirkens einer Änderung des Volumens der Fluidleitung (100; 150)
die Abgabe eines gewünschten Dosiervolumens an der Auslassöffnung ( 104) zu ermöglichen.
1. Microdosing apparatus, comprising:
a fluid conduit (100; 150) having a flexible tube with a first end (102) for connecting
to a liquid reservoir (200) and a second end where an outlet opening (104) is located;
and
an actuating device having a displacer (108; 108'; 208; 306; 316) with adjustable
hub, by which the volume of a portion of the flexible tube can be changed, to thereby
dispense liquid as free flying droplets or as free flying jet at the outlet opening
(104) by moving the displacer (108; 108'; 208; 306; 316) between a first end position
and a second end position, wherein the tube is partly compressed at least in the first
end position or the second end position.
2. Microdosing apparatus according to claim 1, wherein the flexible tube consists of
polyimide.
3. Microdosing apparatus according to claim 1 or 2, wherein the flexible tube has at
least one portion wherein the same has no erratic cross section changes, so that by
changing the position of the actuating device (108; 108'; 164; 208) along the portion,
a ratio of a fluidic impedance between the position of the actuating device and the
outlet opening (104) to a fluidic impedance between the first end (102) and the position
of the actuating device is variable, so that the dosing volume output at the outlet
opening (104) is variable by at least 10%.
4. Microdosing apparatus according to one of claims 1 to 3, wherein the tube can be compressed
across a predetermined length by the displacer (108; 108'; 208; 306; 316) in order
to effect the volume change of the tube.
5. Microdosing apparatus according to claim 4, wherein the displacer (108) has a form
to effect an axially asymmetric volume change with regard to the tube.
6. Microdosing apparatus according to one of claims 1 to 5, further having a means (150,
152, 162) for holding the actuating device at one or the position along the tube.
7. Microdosing apparatus according to one of claims 1 to 6 having a biasing means (312)
to bias the tube into a fully or partly compressed state through the displacer (316).
8. Microdosing apparatus according to claim 7, wherein the actuating device has an actuator
(314, 320, 322), which is disposed to move the displacer (316) against the bias of
the biasing means (312).
9. Microdosing apparatus, comprising:
a fluid conduit (100; 150) with a first end (102) for connecting to a fluid reservoir
(100) and a second end where an outlet opening (104) is located, the fluid conduit
(100; 150) having a flexible portion along which a cross section of the fluid conduit
can be varied to effect a change of the volume of the fluid conduit;
an actuating device (108; 108'; 164; 208) disposed at a position along the portion
of the fluid conduit for effecting a change of the volume of the fluid conduit to
thereby dispense liquid as free flying droplets or free flying jet from the outlet
opening (104),
wherein a ratio of a fluidic impedance between the position of the actuating device
(108; 108'; 164; 208) and the outlet opening (104) to a fluidic impedance between
the first end (102) and the fluid conduit (100; 150) and the position of the actuating
device is variable by changing the position of the actuating device, so that a dosing
volume dispensed at the outlet opening (104) is thereby variable by at least 10%.
10. Microdosing apparatus according to claim 9, wherein the actuating device has a displacer
(108; 108'; 164; 208) by which the portion of the fluid conduit (100; 150) can be
compressed across a predetermined length to effect the volume change of the portion
of the fluid conduit.
11. Microdosing apparatus according to claim 10, wherein the displacer (108) has a form
to effect an axially asymmetric volume change with regard to the portion of the fluid
conduit (100; 150).
12. Microdosing apparatus according to one of claims 9 to 11, further having a means (150,
152, 162) for holding the actuating device at the position along the portion of the
fluid conduit.
13. Microdosing apparatus according to one of claims 1 to 12, wherein the fluid conduit
(100; 150) has no erratic cross section changes between the first end (102) and the
outlet opening (104) in the resting state.
14. Microdosing apparatus according to one of claims 1 to 12, wherein the fluid conduit
(100; 150) has a substantially constant cross section between the first end (102)
and the outlet opening (104) in the resting position.
15. Microdosing apparatus according to one of claims 1 to 14, further having a means for
providing the fluid conduit with a pressure difference.
16. Microdosing apparatus according to one of claims 1 to 15, wherein the fluid conduit
(100; 150) has such a cross section area that a liquid to be dosed can be moved through
the same by capillary forces.
17. Microdosing apparatus according to one of claims 1 to 16, having a plurality of respective
fluid conduits, so that several equal or different liquids can be dispensed simultaneously
or successively.
18. Microdosing apparatus according to claim 17, having an actuating device for simultaneously
effecting the volume change of the plurality of fluid conduits.
19. Microdosing apparatus according to claim 18, wherein the actuating device is a common
displacer.
20. Method for dosed dispensing of liquids, comprising the steps of:
filling a fluid conduit (100; 150) having a flexible tube with a liquid to be dosed;
effecting a volume change of a portion of the flexible tube by a displacer (108; 108';
208; 306; 316) with adjustable hub, to thereby dispense liquid as free flying droplets
or as free flying jet at an outlet opening (104) of the fluid conduit (100; 150) by
moving the displacer (108; 108'; 208; 306; 316) between a first end position and a
second end position, wherein the tube is partly compressed at least in the first end
position or the second end position.
21. Method according to claim 20, further comprising the step of providing a displacer
(108; 108'; 164; 208) at a position along the tube, by which the tube can be compressed
across a predetermined length to effect the volume change of the portion of the same.
22. Method according to claim 21, wherein the fluid conduit (100; 150) has a first end
(102) connected to a fluid reservoir (200) and a second end where the outlet opening
(104) is located, further comprising the step of:
selecting the position of the displacer along the tube to adjust a ratio of a fluidic
impedance between the position of the displacer (108; 108'; 164; 208) and the outlet
opening (104) to a fluidic impedance between the first end (102) and the position
of the actuating device, to thereby dispense a desired dosing volume at the outlet
opening (104) by effecting the volume change.
23. Method according to claim 21 or 22, further comprising a step of selecting a displacer
(108; 108'; 164; 208) with a length axial with regard to the flexible tube, to effect
the volume change by using the displacer and to dispense a desired dosing volume at
the outlet opening (104).
24. Method according to one of claims 20 to 23, wherein in the step of effecting the volume
change, a volume change axially asymmetric with regard to the flexible tube is performed
to effect a fluid flow with a preferred direction towards the outlet opening (104)
in the fluid conduit (100; 150).
25. Method according to one of claims 20 to 24, further comprising a step of providing
the fluid conduit (100; 150) with a static pressure.
26. Method according to claim 25, wherein the static pressure with regard to the outlet
end is an overpressure to effect a fluid flow with a preferred direction towards the
outlet opening (104) when effecting the volume change in the fluid conduit (100; 150),
and/or to support a refill after a dosing process.
27. Method according to claim 25, wherein the static pressure with regard to the outlet
end is a subpressure to prevent leaking of liquid from the outlet end when no volume
change is effected.
28. Method according to one of claims 20 to 27, further comprising a step of reversing
the volume change after the step of effecting a volume change, so that the tube returns
to the initial state, wherein during this step a capillary refill of the fluid conduit
(100; 150) takes place.
29. Method for adjusting a desired dosing volume during a dosing process by using a microdosing
apparatus according to claim 9, comprising the step of:
disposing the actuating device (108; 108'; 164) at a predetermined position along
the portion of the fluid conduit (100; 150), so that due to the resulting ratio of
fluidic impedances in the step of effecting a change of the volume of the fluid conduit
(100; 150), a desired dosing volume can be dispensed at the outlet opening (104).
30. Method for adjusting a desired dosing volume in a dosing process by using the microdosing
apparatus according to claim 10, comprising the step of:
selecting a displacer (108; 108'; 164; 208) with an axial length (l1, l2) with regard to the portion of the fluid conduit (100; 150), which is adapted to
allow dispensing of a desired dosing volume at the outlet opening (104) in the step
of effecting a change of the volume of the fluid conduit (100; 150).
1. Dispositif de microdosage aux caractéristiques suivantes :
un conduit à fluide (100 ; 150) présentant un flexible souple, avec une première extrémité
(102) pour le raccordement à un réservoir à fluide (200), et une deuxième extrémité
à laquelle se trouve une ouverture de sortie (104) ; et
un dispositif d'actionnement présentant un organe de refoulement (108 ; 108' ; 208
; 306 ; 316) à course réglable par lequel peut être modifié le volume d'un segment
du flexible souple, pour délivrer ainsi, par déplacement de l'organe de refoulement
(108 ; 108' ; 208 ; 306 ; 316) entre une première position de fin de course et une
deuxième position de fin de course, du liquide sous forme de gouttes libres ou de
jet libre à l'ouverture de sortie (104), le flexible étant partiellement comprimé
au moins dans la première position de fin de course ou la deuxième position de fin
de course.
2. Dispositif de microdosage selon la revendication 1, dans lequel le flexible souple
est réalisé en polyimide.
3. Dispositif de microdosage selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le flexible souple
présente au moins un segment dans lequel il ne présente pas de variations de section
brusques, de sorte que par la modification de la position du dispositif d'actionnement
(108 ; 108' ; 164 ; 208) le long du segment peut être varié un rapport entre une impédance
fluidique entre la position du dispositif d'actionnement et l'ouverture de sortie
(104) et une impédance fluidique entre la première extrémité (102) et la position
du dispositif d'actionnement, de sorte qu'un volume de dosage délivré à l'ouverture
de sortie (104) puisse être varié d'au moins 10%.
4. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel le flexible
peut être comprimé sur une longueur prédéterminée par l'organe de refoulement (108
; 108' ; 208 ; 306 ; 316), pour provoquer la variation de volume du flexible.
5. Dispositif de microdosage selon la revendication 4, dans lequel l'organe de refoulement
(108) présente une forme pour provoquer une variation de volume axialement asymétrique
par rapport au flexible.
6. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 1 à 5, présentant, par ailleurs,
un dispositif (150, 152, 162) destiné à maintenir le dispositif d'actionnement en
une ou la position le long du flexible.
7. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 1 à 6, présentant un dispositif
de prétension (312), pour prétendre le flexible par l'organe de refoulement (316)
à un état entièrement ou partiellement comprimé.
8. Dispositif de microdosage selon la revendication 7, dans lequel le dispositif d'actionnement
présente un actionneur (314, 320, 322) qui est disposé de manière à déplacer l'organe
de refoulement (316) à l'encontre de la prétension du dispositif de prétension (312).
9. Dispositif de microdosage aux caractéristiques suivantes :
un conduit à fluide (100 ; 150) avec une première extrémité (102) pour le raccordement
à un réservoir à fluide (200) et une deuxième extrémité à laquelle se trouve une ouverture
de sortie (104),
le conduit à fluide (100 ; 150) présentant un segment souple le long duquel peut être
variée une section du conduit à fluide, pour provoquer une variation du volume du
conduit à fluide ;
un dispositif d'actionnement (108 ; 108' ; 164 ; 208), qui est disposé en une position
le long du segment du conduit à fluide, pour provoquer une variation du volume du
conduit à fluide, pour délivrer ainsi le liquide sous forme de gouttes libres ou de
jet libre de l'ouverture de sortie (104),
un rapport entre une impédance fluidique entre la position du dispositif d'actionnement
(108 ; 108' ; 164 ; 208) et l'ouverture de sortie (104) et une impédance fluidique
entre la première extrémité (102) et le conduit à fluide (100 ; 150) et la position
du dispositif d'actionnement pouvant être varié en variant la position du dispositif
d'actionnement, de sorte qu'un volume de dosage délivré à l'ouverture de sortie (104)
puisse être varié d'au moins 10%.
10. Dispositif de microdosage selon la revendication 9, dans lequel le dispositif d'actionnement
présente un organe de refoulement (108 ; 108' ; 164 ; 208) par lequel le segment du
conduit à fluide (100 ; 150) peut être comprimé sur une longueur prédéterminée, pour
provoquer la variation de volume du segment du conduit à fluide.
11. Dispositif de microdosage selon la revendication 10, dans lequel l'organe de refoulement
(108) présente une forme pour provoquer une variation de volume axialement asymétrique
par rapport au segment du conduit à fluide (100 ; 150).
12. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 9 à 11, présentant, par ailleurs,
un dispositif (150, 152, 162) destiné à maintenir le dispositif d'actionnement à la
position le long du segment du conduit à fluide.
13. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 9 à 12, dans lequel le conduit
à fluide (100 ; 150) ne présente, à l'état de repos, pas de variations de section
brusques entre la première extrémité (102) et l'ouverture de sortie (104).
14. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 1 à 12, dans lequel le conduit
à fluide (100 ; 150) présente, à l'état de repos, une section sensiblement constante
entre la première extrémité (102) et l'ouverture de sortie (104).
15. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 1 à 14, présentant, par ailleurs,
un dispositif destiné à soumettre le conduit à fluide à une différence de pression.
16. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 1 à 15, dans lequel le conduit
à fluide (100 ; 150) présente une surface de section telle qu'un liquide à doser peut
être déplacé à travers ce dernier par des forces capillaires.
17. Dispositif de microdosage selon l'une des revendications 1 à 16, présentant une pluralité
de conduits à fluide respectifs, de sorte que puissent être délivrés, simultanément
ou successivement, plusieurs liquides identiques ou différents.
18. Dispositif de microdosage selon la revendication 17, présentant un dispositif d'actionnement
destiné à provoquer simultanément la variation de volume de la pluralité de conduits
à fluide.
19. Dispositif de microdosage selon la revendication 18, dans lequel le dispositif d'actionnement
est un organe de refoulement commun.
20. Procédé pour délivrer des liquides de manière dosée, aux étapes suivantes consistant
à :
remplir un conduit à fluide (100 ; 150) présentant un flexible souple avec un liquide
à doser ;
provoquer une variation de volume d'un segment du flexible souple par un organe de
refoulement (108 ; 108' ; 208 ; 306 ; 316) à course réglable, pour délivrer ainsi,
par le déplacement de l'organe de refoulement (108 ; 108' ; 208 ; 306 ; 316) entre
une première position de fin de course et une deuxième position de fin de course,
du liquide comme gouttes libres ou comme jet libre à une ouverture de sortie (104)
du conduit à fluide (100 ; 150), le flexible étant partiellement comprimé au moins
dans la première position de fin de course ou la deuxième position de fin de course.
21. Procédé selon la revendication 20, présentant, par ailleurs, l'étape consistant à
mettre à disposition un organe de refoulement (108; 108' ; 164; 208) à une position
le long du flexible par lequel le flexible peut être comprimé sur une longueur prédéterminée,
pour provoquer une variation de volume du segment de ce dernier.
22. Procédé selon la revendication 21, dans lequel le conduit à fluide (100 ; 150) présente
une première extrémité (102) connectée à un réservoir à fluide (200) et une deuxième
extrémité à laquelle se situe l'ouverture de sortie (104), présentant, par ailleurs,
l'étape suivante consistant à :
sélectionner la position de l'organe de refoulement le long du flexible, pour régler
un rapport entre l'impédance fluidique entre la position de l'organe de refoulement
(108 ; 108' ; 164 ; 208) et l'ouverture de sortie (104) et une impédance fluidique
entre la première extrémité (102) et la position du dispositif d'actionnement, pour
délivrer ainsi, en provoquant la variation de volume, un volume de dosage souhaité
à l'ouverture de sortie (104).
23. Procédé selon la revendication 21 ou 22, présentant, par ailleurs, une étape consistant
à sélectionner un organe de refoulement (108 ; 108' ; 164 ; 208) avec une longueur
axiale par rapport au flexible souple, pour provoquer la variation de volume à l'aide
de l'organe de refoulement et délivrer un volume de dosage souhaité à l'ouverture
de sortie (104).
24. Procédé selon l'une des revendications 20 à 23, dans lequel est réalisée, à l'étape
consistant à provoquer la variation de volume, une variation de volume axialement
asymétrique par rapport au flexible souple, pour provoquer dans le conduit à fluide
(100 ; 150) un flux de liquide avec une direction préférée vers l'ouverture de sortie
(104).
25. Procédé selon l'une des revendications 20 à 24, présentant, par ailleurs, une étape
de soumission du conduit à fluide (100 ; 150) à une pression statique.
26. Procédé selon la revendication 25, dans lequel la pression statique est, en ce qui
concerne l'extrémité de sortie, une surpression, pour provoquer, lors de la provocation
de la variation de volume dans le conduit à fluide (100 ; 150), un flux de liquide
avec une direction préférée vers l'ouverture de sortie (104) et/ou pour assister un
nouveau remplissage après une opération de dosage.
27. Procédé selon la revendication 25, dans lequel la pression statique est, par rapport
à l'extrémité de sortie, une dépression, pour éviter une sortie de liquide à l'extrémité
de sortie lorsqu'il n'est pas provoqué de variation de volume.
28. Procédé selon l'une des revendications 20 à 27, présentant, par ailleurs, après l'étape
consistant à provoquer une variation de volume, une étape consistant à annuler la
variation de volume, de sorte que le flexible retourne à l'état de départ, pendant
cette étape ayant lieu un nouveau remplissage capillaire du conduit à fluide (100
; 150).
29. Procédé pour régler un volume de dosage souhaité dans une opération de dosage à l'aide
d'un dispositif de microdosage selon la revendication 9, avec l'étape suivante consistant
à :
disposer le dispositif d'actionnement (108 ; 108' ; 164) en une position prédéterminée
le long du segment du conduit à fluide (100 ; 150), de sorte qu'il puisse, par suite
du rapport en résultant entre les impédances fluidiques dans une étape consistant
à provoquer une variation du volume du conduit à fluide (100 ; 150), être délivré
un volume de dosage souhaité à l'ouverture de sortie (104).
30. Procédé pour régler un volume de dosage souhaité dans une opération de dosage à l'aide
d'un dispositif de microdosage selon la revendication 10, avec l'étape suivante consistant
à :
sélectionner un organe de refoulement (108 ; 108' ; 164 ; 208) avec une longueur axiale
(I1, I2) par rapport au segment du conduit à fluide (100 ; 150) qui est adaptée de manière
à permettre, dans une étape consistant à provoquer une variation du volume du conduit
à fluide (100 ; 150), la délivrance d'un volume de dosage souhaité à l'ouverture de
sortie ( 104).