[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Werkstücken gemäß dem Oberbegriff
von Patentanspruch 1
[0002] Bei der Fertigung von komplexen Werkstücken, wie etwas Zylinderköpfen von Brennkraftmaschinen,
werden üblicherweise viele verschiedene Bearbeitungsvorgänge hintereinander durchgeführt.
Zwischen diesen Arbeitsvorgängen ist es erforderlich, Messvorgänge durchzuführen,
um den Arbeitsfortschritt zu überprüfen und eine Qualitätskontrolle zu ermöglichen.
Viele der Bearbeitungsvorgänge sind mit einer Verschmutzung des Werkstückes verbunden,
was sich beispielsweise darin äußert, dass Kühlmedium oder Hohnöl auf dem Werkstück
haftet oder Späne von spanabhebenden Bearbeitungsvorgängen am Werkstück zurückbleiben.
Um genaue und unverfälschte Messungen zu ermöglichen, ist es erforderlich, diese Rückstände
von den betreffenden Teilen des Werkstückes zu entfernen, was derzeit zumeist in der
Weise geschieht, dass die Werkstücke händisch mit Druckluftpistolen angeblasen werden.
Problematisch dabei ist, dass auch bei Verwendung von aufwendigen geräuschverminderten
Druckluftpistolen eine große Lärmentwicklung auftritt. Darüber hinaus werden bei der
händischen Reinigung die anhaftenden Rückstände zerstäubt und stellen so einerseits
eine Verletzungsgefahr und andererseits eine Verschmutzung dar, die die Luft am Arbeitsplatz
der Person belastet.
[0003] Neben diesen Nachteilen ist anzumerken, dass die händische Reinigung, insbesondere
bei komplexen Werkstücken, arbeitsintensiv ist und dadurch nicht nur Personalkosten
verursacht, sondern auch die Produktion verlangsamt.
[0004] Eine bekannte Alternative zu händischen Reinigung sind Reinigungsmaschinen, in denen
die Bauteile zunächst einem flüssigen Reinigungsmedium ausgesetzt werden und danach
getrocknet werden. Solche Reinigungsmaschinen sind extrem aufwendig und kostenintensiv
und verursachen durch die erforderlichen Zykluszeiten eine erhebliche Verlangsamung
des Produktionsprozesses.
[0005] Aus der EP 0 158 904 A ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Reinigen von Körpern
von anhaftendem Staub bekannt. Dabei werden die Körper, wie etwa Metallbehälter für
Ton- oder Videobänder, durch eine Reinigungsschleuse transportiert und mit Gebläseluft
beaufschlagt. Eine solche Vorrichtung ist zur Reinigung von Gegenständen gut geeignet,
wenn die Verunreinigung primär aus Staub besteht. Die Reinigung von Werkstücken, die
mit Rückständen, wie etwa Spänen, Honöl oder dergleichen verunreinigt sind, ist mit
einer solchen Vorrichtung nicht möglich.
[0006] Die DE 29 36 779 A zeigt eine Vorrichtung zum Reinigen von Kraftfahrzeugbremsen,
bei der die zu reinigende Bremse durch eine Absaughaube abgedeckt wird und durch bewegliche
Düsen mit Druckluft beaufschlagt wird. Eine ähnliche Vorrichtung zur Reinigung von
Luftfiltern ist in der US 4,808,234 A beschrieben. Es hat sich jedoch herausgestellt,
dass solche Vorrichtungen in der Praxis nicht in der Lage sind, innerhalb von kurzer
Zeit eine ausreichende Reinigung von Werkstücken zu ermöglichen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das Verfahren der oben beschriebenen Art
so weiterzubilden, dass auch bei fest anheftenden und schwierig zu entfernenden Verunreinigungen
innerhalb kurzer Zeit eine ausreichende Reinigung erzielt wird. Dabei sollen die Geräuschemissionen
minimiert werden und das Verletzungsrisiko, sowie die Verschmutzung der Raumluft soll
minimiert werden. Weiters soll die Vorrichtung einfach und kostengünstig herstellbar
sein und einen geringen Platzbedarf aufweisen.
[0008] Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Durchführung
eines solchen Verfahrens anzugeben.
[0009] Erfindungsgemäß werden diese Aufgaben durch die Merkmale von Patentanspruch 1 gelöst.
Ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung ist es, dass die Beaufschlagung
des Werkstückes durch die Einzelstrahlen so erfolgt, dass punktuell eine ausreichend
hohe Energie erzielt wird, um auch fest anhaftende Verunreinigungen abzutragen. Weiters
ist wichtig, dass die einzelnen Strahlen in verschiedenen Richtungen auf das Werkstück
gerichtet werden, um einerseits auch konkave oder schwer zugängliche Bereich des Werkstückes
zu erreichen und andererseits, um die Ablösung von fest anhaftenden Rückständen zu
erleichtern.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren schieben sich die einzelnen Strahlen wie eine
Spachtel über das Werkstück und reinigen es von den anhaftenden Rückständen.
[0011] Als Reinigungsmedium im Sinne der Erfindung ist primär Druckluft vorgesehen, da diese
leicht verfügbar und kostengünstig ist. Für spezielle Anwendungen kann es aber auch
angezeigt sein, andere Reinigungsmedien einzusetzen, wie beispielsweise Inertgase,
wie etwa Stickstoff, wenn Fragen des Explosionsschutzes oder der Verhinderung von
Korrosion wesentlich sind.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren kann besonders günstig eingesetzt werden, wenn der
Druck des Reinigungsmediums zwischen 0,5 bar und 10 bar, vorzugsweise zwischen 0,9
bar und 8 bar beträgt.
[0013] Eine weitere besonders begünstigte Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Verfahrens
sieht vor, dass das Werkstück relativ zur Reinigungskammer bewegt wird. Auf diese
Weise ist es möglich, alle Bereich des Werkstückes zuverlässig einer Reinigung zu
unterziehen und dadurch eine Materialverschleppung in den jeweilig nächsten Bearbeitungsschritt
zuverlässig zu verhindern. In einer ersten Ausführungsvariante des Verfahrens, das
eine Relativbewegung vorsieht, wird das Werkstück im Inneren der Reinigungskammer
gedreht. Bei relativ kompakten Werkstücken, wie etwas Zylinderköpfen oder dergleichen,
ist es auf diese Weise möglich, eine Relativbewegung des Werkstückes innerhalb einer
Reinigungskammer zu bewirken, deren Abmessungen nicht wesentlich größer als die des
Werkstückes sind. Besonders günstig ist es dabei, wenn eine erste Gruppe von Einzelstrahlen
in einem Winkel gegen die Drehrichtung eine zweite Gruppe von Einzelstrahlen in einer
Richtung in Richtung der Drehachse und eine dritte Gruppe von Einzelstrahlen in Drehrichtung
auf das Werkstück gerichtet werden. Es hat sich herausgestellt, dass durch eine solche
Ausbildung eine besonders günstige Reinigungswirkung erzielt werden kann. Zusätzlich
zu dieser Neigung können die Einzelstrahlen auch noch in einem Winkel gegenüber der
Normalebene zur Drehachse geneigt sein, um schwerer zugängliche Bereiche des Werkstückes
zu erfassen.
[0014] Alternativ zur Drehung des Werkstückes kann auch eine translatorische Bewegung vorgesehen
sein. Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass eine erste Gruppe von Einzelstrahlen
in einen Winkel gegen die Bewegungsrichtung eine zweite Gruppe von Einzelstrahlen
senkrecht zur Bewegungsrichtung und eine dritte Gruppe von Einzelstrahlen in einem
Winkel in Bewegungsrichtung auf das Werkstück gerichtet werden. Grundsätzlich kann
die Relativbewegung der oben beschriebenen Art durch eine Bewegung des Werkstückes
gegenüber der Reinigungskammer oder gegenüber von Düsen zur Erzeugung der Strahlen
erfolgen oder aber auch durch eine Bewegung der Reinigungskammer bzw. der Düsen gegenüber
dem Werkstück.
[0015] Es ist auch möglich, Sacklöcher oder Gewindebohrungen besonders intensiv zu reinigen,
indem eine oder mehrere Düsen in diese eingeführt, in ihnen bewegt, unter Umständen
kurz angehalten und wieder herausbewegt werden.
[0016] Eine besondere Vereinfachung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dadurch erzielt,
dass das Reinigungsmedium frei aus der Reinigungskammer ausströmt. Auf diese Weise
kann auf eine Absaugung oder dergleichen verzichtet werden.
[0017] Weiters betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Reinigung von Werkstücken
von anhaftenden Arbeitsmedien und/oder Arbeitsrückständen mit einer Reinigungskammer
und mit Mitteln zum Einbringen eines gasförmigen Reinigungsmediums. Zur Erfüllung
der oben beschriebenen Aufgaben ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Mittel zum
Einbringen eines gasförmigen Reinigungsmediums als Düsen ausgebildet sind, die mindestens
in drei Gruppen angeordnet sind, und dass die Düsen der mindestens drei Gruppen in
unterschiedlichen Winkeln auf das Werkstück gerichtet sind. Wie oben beschrieben,
können mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung nicht nur Lärmemissionen und eine Verunreinigung
der Arbeitsluft vermieden werden, sondern es können auch mit relativ geringem Aufwand
Materialverschleppungen selbst dann vermieden werden, wenn fest anhaftende Rückstände
vorliegen.
[0018] Ein besonders kostengünstiger Betrieb der Vorrichtung wird erreicht, wenn die Düsen
als Druckluftdüsen ausgebildet sind.
[0019] Der konstruktive Aufbau der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist besonders günstig,
wenn die Düsen einer Gruppe auf mindestens einem gemeinsamen Verteilerrohr angeordnet
sind. Diese Ausbildung ermöglicht einen einfachen Umbau der Vorrichtung, wenn diese
auf einen neuen Typ von zu reinigenden Werkstücken umgebaut werden soll. Eine weitere
Vereinfachung der Umrüstung wird dadurch erzielt, dass die Düsen einstellbar ausgeführt
sind.
[0020] Eine erste bevorzugte Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht
eine Einrichtung zu Herstellung einer Relativbewegung zwischen dem Werkstück und den
Düsen vor. Diese Relativbewegung kann wie oben beschrieben rotatorisch oder translatorisch
sein. Zur Herstellung der Relativbewegung sind verschiedene Varianten möglich. So
kann einerseits das Werkstück innerhalb der Reinigungskammer bewegt werden. Andererseits
kann das Werkstück in der Reinigungskammer fest gelagert sein, wobei jedoch die Düsen
über das Werkstück bewegt werden. Schließlich ist es möglich, dass die Reinigungskammer
auf eine Fördereinrichtung zur Förderung von Werkstücken absenkbar oder in der Form
eines Tunnels, der von den Werkstücken durchlaufen wird, ausgebildet ist.
[0021] Vorzugsweise sind im Inneren der Reinigungskammer Gitterstrukturen vorgesehen, um
aufgewirbelten Sprühnebel und Flüssigkeitsteilen aufzufangen und abzuleiten. Grundsätzlich
besteht die Gefahr, dass sich der Sprühnebel, der sich aus den weggeblasenen Rückständen
bildet, am Werkstück niederschlägt und dieses erneut verunreinigt. Weiters ist es
möglich, dass einzeine Fiüssigkeitströpfchen, die vom Werkstück weggeblasen werden,
an den Wänden der Reinigungskammer abprallen und wieder auf das Werkstück zurückgeschleudert
werden. Das Auftreten dieser Effekte kann die erforderliche Behandlungsdauer des Werkstückes
in unerwünschter Weise vergrößern und die Reinigungsleistung verringern. Um dies zu
vermeiden, sind die oben beschriebenen Gitter vorgesehen, an denen der Sprühnebel
anhaftet und größere Tropfen bildet, so dass der Sprühnebel nicht mehr zu Werkstück
zurückkehrt. Weiters wird auf diese Weise ein Zurückprallen von wegspritzenden Rückstandstropfen
sicher verhindert.
[0022] In der Folge wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine erste Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2
- einen Schnitt nach Linie II-II in Fig. 1;
- Fig. 3
- ein Detail einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer axonometrischen Darstellung
in vergrößertem Maßstab;
- Fig. 4
- ein weiteres Detail einer erfindungsgemäßen Vorrichtung im Schnitt;
- Fig. 5
- und Fig. 6 Details von Düsen;
- Fig. 7
- eine weitere Ausführungsvariante der Erfindung im Schnitt; und
- Fig. 8
- einen Schnitt nach Linie VIII-VIII in Fig. 1.
[0023] Die Vorrichtung der Fig. 1 und Fig. 2 besteht aus einer Reinigungskammer 1 mit einem
Deckel 1a, in der ein Werkstück 2 gelagert ist. Seitlich des Werkstückes 2 sind jeweils
drei als Verteilerrohre ausgebildete Blasleisten 3a, 3b, 3c vorgesehen, die mit einer
Vielzahl von Düsen 4 versehen sind. Das Werkstück 2 ist von Aufnahmen 5 gehalten,
die drehbar in der Reinigungskammer 1 angeordnet sind und von einem Motor 6 angetrieben
sind, um das Werkstück 2 um eine waagrechte Achse 8 in der Richtung des Pfeils 7 zu
drehen. Auf ersten Verteilerrohren 3a ist jeweils eine erste Gruppe 4a von Düsen 4
vorgesehen, die entgegen der Drehrichtung 7 auf das Werkstück 3 gerichtet sind. Eine
zweite Gruppe 4b von Düsen 4 auf zweiten Verteilerrohren 3b ist in Richtung der Achse
8 ausgerichtet. Eine dritte Gruppe 4c von Düsen 4 auf Verteilerrohren 3c ist in einem
Winkel in Richtung der Drehrichtung 7 auf das Werkstück 2 gerichtet. Auf diese Weise
werden auch Ausnehmungen, Bohrungen, hinterschnittene Bereich oder dergleichen des
Werkstücks 2 zuverlässig gereinigt.
[0024] Im unteren Bereich der Reinigungskammer 1 ist eine Ausströmöffnung 9 vorgesehen,
durch die das Reinigungsmedium zusammen mit dem abgeblasenen Arbeitsmedium ausströmen
kann.
[0025] Drucklufterzeuger 11 versorgen über Verteilungsleitungen 12 die einzelnen Verteilerrohre
3a, 3b, 3c. Selbstverständlich können bestehende Druckluftnetze entsprechend genutzt
werden.
[0026] In Fig. 3 ist der Aufbau einer Blasleiste 3 in vergrößertem Maßstab dargestellt.
Die Blasleiste 3 besteht aus einem kastenförmigen Grundkörper 10, in dem eine Vielzahl
von Düsen 4 eingeschraubt ist. Die Ausströmrichtung der Düsen 4 ist einstellbar, um
eine Anpassung an das jeweilige Werkstück 3 leicht und schnell vornehmen zu können.
[0027] Fig. 4 zeigt die Blasleiste von Fig. 3 im Detail. Der Grundkörper 10 besitzt einen
Innenraum 14, in dem die Druckluft zugeführt wird. An der Oberseite 16 ist eine Vielzahl
von Schraubnippeln 15 vorgesehen, die Ausströmöffnungen 17 mit Achsen 15a aufweisen.
Auf den Schraubnippeln 15 sind Düsen 4 aufgesetzt, die aus einem kalottenförmigen
Halteabschnitt 18, einem Rohrabschnitt 19 und einer Düsenspitze 20 bestehen, in dem
mehrere Düsenöffnungen 21 vorgesehen sind, um eine Mehrlochdüse zu bilden. Die austretenden
Strahlen sind mit 22 angedeutet. Die Düsen 4 sind durch Überwurfmuttern 23 schwenkbar
gehalten und können auf diese Weise nach Bedarf eingestellt und an das jeweils zu
reinigende Werkstück angepasst werden.
[0028] Zur Vereinfachung der Darstellung ist in der Fig. 4 nur eine Düse 4 eingezeichnet.
In der Praxis werden die Schraubnippel 15 teilweise durch nicht dargestellte Verschlüsse
verschlossen, wenn an der betreffenden Stelle keine Düse erforderlich ist. Die Achse
24a der Düse 4 aus der ersten Gruppe 4a ist in einem Winkel 25a von 25° zur Achse
15a geneigt, wobei die Neigung gegen die Bewegungsrichtung des Werkstücks, die mit
dem Pfeil 27 angedeutet ist.
[0029] Die Achse 24b der nicht dargestellten Düsen 4 der zweiten Gruppe fällt mit der Achse
15a zusammen, und die Achse 24c der dritten Gruppe 4c ist in einem Winkel 25c von
25° zur Achse 15a geneigt, wobei die Neigung in Bewegungsrichtung des Werkstücks erfolgt.
[0030] Zusätzlich zu der oben beschriebenen Neigung in oder gegen die Bewegungsrichtung
kann eine weitere Neigung senkrecht dazu, also um eine in der Zeichenebene liegende
Achse 26a, die senkrecht auf die Achse 24a ist, vorliegen.
[0031] Fig. 5 zeigt eine Düsenspitze 20 einer Düse 4 im Detail. Neben einer zentralen Düsenöffnung
21a sind weitere schlitzförmige Düsenöffnungen 21b radial zwischen Leitrippen 28 angeordnet.
[0032] Fig. 6 zeigt eine Düse 4 von vorne, bei der mehrere Düsenöffnungen 21c nebeneinander
angeordnet sind.
[0033] In Fig. 7 und Fig. 8 ist eine weitere Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung dargestellt. Die Reinigungskammer 1 ist dabei in Form einer Haube ausgebildet,
die über eine Hebevorrichtung 12 auf ein Förderband 13 absenkbar ist, auf dem das
Werkstück 2 transportiert wird. Ähnlich wie bei der oben beschriebenen Vorrichtung
sind in der Reinigungskammer 1 Verteilerrohre 3a, 3b, 3c vorgesehen, die mit Düsen
4 ausgestattet sind, die gegen, senkrecht und in Förderrichtung orientiert sind. Bei
dieser Ausführungsvariante erfolgt die Reinigung des Werkstückes 2 während des Transportes
des Werkstückes 2 auf dem Förderband 13, das somit die erwünschte Relativbewegung
zwischen dem Werkstück 2 und den Düsen 4 bewirkt.
[0034] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann in praktisch allen bestehenden Bearbeitungslinien
eingesetzt werden. Sie ist im Aufbau einfach und unkompliziert und bedarf nach einer
richtigen Justierung praktisch keiner Kontrolle oder Überprüfung. Die Vorrichtung
benötigt wenig Energie, da die Abblasvorgänge so eingestellt werden können, dass sie
nur so lange dauern, wie für eine rasche und effektive Reinigung erforderlich ist.
Durch die erfindungsgemäße Anlage wird die Emission von gesundheitsgefährlichen Aerosolen
verhindert und die Lärmentwicklung kann in großem Umfang vermieden werden. Die Werkstücke
sind in kürzester Zeit absolut sauber und frei von Rückständen.
1. Verfahren zur Reinigung von Werkstücken (2) von anhaftenden Arbeitsmedien und/oder
Arbeitsrückständen, bei dem die Werkstücke (2) in die Reinigungskammer (1) eingebracht
werden und in der Reinigungskammer (1) mit einem gasförmigen Reinigungsmedium beaufschlagt
werden, um die anhaftenden Arbeitsmedien und/oder Arbeitsrückstände abzublasen, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablasen durch eine Vielzahl von Einzelstrahlen (22) erfolgt, die in mindestens
drei Gruppen auf das Werkstück (2) gerichtet werden, wobei jede Gruppe einen unterschiedlichen
Auftreffwinkel auf das Werkstück (2) aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Reinigungsmedium Druckluft verwendet wird und dass der Druck des Reinigungsmediums
zwischen 0,5 bar und 10 bar, vorzugsweise zwischen 0,9 bar und 8 bar beträgt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (2) relativ zur Reinigungskammer (1) bewegt wird und vorzugsweise innerhalb
der Reinigungskammer (1) gedreht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Gruppe von Einzelstrahlen in einem Winkel gegen die Drehrichtung (7) eine
zweite Gruppe von Einzelstrahlen in einer Richtung in Richtung der Drehachse und eine
dritte Gruppe von Einzelstrahlen in einem Winkel in Drehrichtung auf das Werkstück
(2) gerichtet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (2) translatorisch gegenüber der Reinigungskammer (1) bewegt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Gruppe von Einzelstrahlen in einen Winkel gegen die Bewegungsrichtung
eine zweite Gruppe von Einzelstrahlen senkrecht zur Bewegungsrichtung und eine dritte
Gruppe von Einzelstrahlen in einem Winkel in Bewegungsrichtung auf das Werkstück (2)
gerichtet werden.
7. Vorrichtung zur Reinigung von Werkstücken (2) von anhaftenden Arbeitsmedien und/oder
Arbeitsrückständen mit einer Reinigungskammer (1) und mit Mitteln zum Einbringen eines
gasförmigen Reinigungsmediums, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Einbringen eines gasförmigen Reinigungsmediums als Düsen (4) ausgebildet
sind, die mindestens in drei Gruppen (4a, 4b, 4c) angeordnet sind, und dass die Düsen
(4) der mindestens drei Gruppen (4a, 4b, 4c) in unterschiedlichen Winkeln auf das
Werkstück (2) gerichtet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsen (4) als Druckluftdüsen, vorzugsweise als einstellbare Mehrlochdüsen ausgebildet
sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsen (4) einer Gruppe auf mindestens einem gemeinsamen Verteilerrohr angeordnet
sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsen (4) einer ersten Gruppe (4a) in einem Winkel (25a) zwischen 10° und 35°
zu einer Normalen (15a) auf das Verteilerrohr (3) geneigt sind, dass die Düsen (4)
einer zweiten Gruppe (4b) parallel zu einer Normalen (15a) auf das Verteilerrohr (3)
sind und dass die Düsen (4) einer dritten Gruppe (4c) in einem Winkel (25c) zwischen
10° und 35° zu einer Normalen (15a) auf das Verteilerrohr (3) entgegengesetzt zu den
Düsen (4) einer ersten Gruppe (4a) geneigt sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung zur Herstellung einer Relativbewegung zwischen dem Werkstück (2)
und den Düsen (4) vorgesehen ist, die als Spanneinrichtung ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine bewegliche Lagerung der Düsen (4) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungskammer (1) auf eine Fördereinrichtung (13) zur Förderung von Werkstücken
(2) absenkbar ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungskammer (1) eine Ausströmöffnung für das Reinigungsmedium aufweist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren der Reinigungskammer (1) Gitterstrukturen vorgesehen sind, um aufgewirbelten
Sprühnebel und Flüssigkeitsteilen aufzufangen und abzuleiten.