[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Messerwalze nach dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Eine derartige Messerwalze ist aus DE 33 020 038 des gleichen Anmelders bekannt.
Sie dient zum Ausschneiden von Fensteröffnungen in Rohlingen von Fensterbriefhüllen.
Bei dieser Messerwalze wird ein Folienmesser nach der Art eines Druckklischees auf
einer Stanzwalze aufgespannt und rein mechanisch gehalten. Das an seinen Enden abgekantete
Folienmesser ist an seiner vorlaufenden Kante an einem Trägerteil eingehangen und
an seinem nachlaufenden Ende mittels Halte- und Spannelementen geklemmt und gespannt.
Diese Messer müssen immer eine bestimmte Länge zwischen ihren Befestigungselementen
aufweisen und erfordern präzise ausgeführte Abkantungen. Zudem hat das Aufspannen
bzw. das Wechseln eines Folienmessers einen erheblichen Zeitaufwand zur Folge.
[0003] Nach der DE 198 41 8345 des gleichen Anmelders ist ebenfalls bekannt, Folienmesser
auf einer Messerwalze anzuordnen. Das Folienmesser wird hierbei mit einem abgekanteten,
vorderen Ende mit Hilfe einer Klemmleiste in einem Walzenschlitz festgelegt, während
der restliche Teil des Folienmessers mittels Magnetkraft auf der Peripherie eines
schalenförmig aufgebauten Messerzylinders gehalten ist. Die Fertigung von Walzenschlitz
und Klemmleiste sowie die Abkantung des Folienmessers verlangen eine hohe Präzission
und Arbeitsaufwand. Zudem muß bei einem Messerwechsel stets die Klemmleiste ein- und
ausgebaut werden.
[0004] In der EP 0 312 422 B1 ist eine rotierende Schneidvorrichtung offenbart, bei der
ein Folienmesser zum Ausstanzen von Fensteröffnungen nur mittels Magnetkraft auf der
Peripherie eines schalenartig aufgebauten Messerzylinders gehalten ist.
[0005] Zum Positionieren eines Folienmessers auf dem Messerzylinder wird die vorlaufende
Kante des Folienmessers an einer leicht aus der Zylinderperipherie herausragenden
Leiste angeschlagen und ausgerichtet. Diese Schneidvorrichtung erlaubt wohl eine schnelle
Positionierung und Festlegung eines Folienmessers auf dem Messerzylinder, hat aber
den Nachteil, daß sich das Folienmesser bei ungünstigen Schneidbedingungen auf dem
Messerzylinder verschieben kann, im schlimmsten Fall sogar zerstört wird. So ist mit
dieser Messerwalze nur ein Schneiden gegen eine mitlaufende Gegenwalze möglich, nicht
aber ein Schneiden gegen eine stationäre Gegenleiste.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Messerwalze, insbesondere für die
Herstellung von Briefhüllen, so zu gestalten, daß auf ihrem Walzenmantel angeordnete
Folienmesser schnell zu wechseln und mit ausreichender Genauigkeit positionier- und
festlegbar sind.
[0007] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles
von Anspruch 1. Weitere Merkmale der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen in Zusammenhang
mit der Beschreibung und Zeichnung hervor.
[0008] Die mit der Erfindung enielten Vorteile sind insbesondere darin zu sehen, daß die
Folienmesser schnell und komfortabel auf der Messerwalze zu wechseln und zu positionieren
sind. Hierbei sind die Folienmesser durch das Eingreifen der Halte- und Positionierzapfen
in die Schlitze der Basisplatte formschlüssig und durch magnetische Haltekräfte kraftschlüssig
auf der Umfangsfläche der Messerwalze gehalten. Vorteilhaft ist auch, daß während
dem Einfädeln der Halte- und Positionierzapfen in die Schlitze das Folienmesser achsparallel
auf der Messerwalze verschiebbar ist. In Verbindung mit einer leicht asymmetrischen
Anordnung der Halte- und Positionierzapfen auf einer Leiste ist eine variable achsparallele
Positionierung des Folienmessers möglich. Ein weiterer Vorteil ist auch, daß sich
bei der erfinderischen Messerwalze auch herkömmliche Folienmesser, wie in der parallelen
Anmeldung DE 198 41 834.5 beschrieben, mit winklig abgekanteten vorlaufenden Enden
und mit dafür angepaßten Klemmleisten einsetzen lassen.
[0009] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen, die in der Zeichnung
dargestellt sind, näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipskizze einer Schneidstation mit einer Messerwalze und einem stationärenGegenwerkzeug
- Fig. 2
- eine Prinzipskizze einer Schneidstation mit einer Messerwalze und einer rotierenden
Gegenwalze
- Fig. 3
- im Schnitt wesentliche Teile der Messerwalze und ihre Lagerung
- Fig. 4
- Teilschnitt des Walzenkörperteiles der Messerwalze mit Folienmesser
- Fig. 5
- eine Abwicklung des Walzenkörperteiles mit Folienmesser und Briefhüllenrohling
- Fig. 6
- Seitenansicht einer Leiste
- Fig. 7
- vergrößerter Ausschnitt einer Leiste
- Fig. 8
- Variante eines Halte- und Positionierzapfens
- Fig. 9
- Variante eines Halte- und Positionierzapfens
- Fig. 10
- Variante eines Halte- und Positionierzapfens
- Fig. 11
- Befestigung der Leiste
[0010] Gemäß dem in der Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel umfaßt eine Schneidstation
1 für Fensterbriefhüllen eine Messerwalze 2 und eine als Gegenwerkzeug dienende stationäre
Schneidleiste 3, zwischen denen eine Folge von Briefhüllenrohlingen 4 oder eine Briefhüllenbahn
hindurchgeführt und bearbeitet wird. Die Schneidleiste 3 ist mit einer Leiste 6 geklemmt
in einem Träger 5 gelagert und zusammen mit diesem zur Messerwalze 2 hin- und von
dieser weg bewegbar.
[0011] Die Schneidstation 1a gemäß Fig. 2 weist eine rotierende Gegenwalze 3a als Gegenwerkzeug
zur Messerwalze 2 auf, zwischen denen eine Folge von Briefhüllenrohlingen 4 oder eine
Briefhüllenbahn hindurchgeführt und bearbeitet wird. Die Gegenwalze 3a ist in einem
nicht gezeigten Träger gelagert und ist gemeinsam mit diesem zur Messerwalze 2 hin-
und von dieser weg bewegbar.
[0012] Ein von einer geradlinigen Transportbahn kommender Briefhüllenrohling 4 wird von
der Messerwalze 2 ergriffen und längs einer Kreisbahn unter dem Gegenwerkzeug, Schneidleiste
3 oder Gegenwalze 3a, hindurchgeführt, wobei eine Fensteröffnung 8' ausgeschnitten
wird. Zur Übernahme und zum Transport eines Briefhüllenrohlings 4 und eines aus einer
Fensteröffnung 8' ausgeschnittenen Fensterausschnittes bzw. Materialstückes 8, weist
die Messerwalze 2 (Fig. 4 und 5) an ihrem Umfang 9 eine Vielzahl von in Reihen 10
angeordneten Saugöffnungen 11 auf. Der Briefhüllenrohling 4 wird über einen Ansaug-
und Transportwinkelbereich a mittels Saugluft auf der Messerwalze 2 gehalten und sodann
an eine Walze 12 übergeben. Das Materialstück 8 wird mittels Saugluft in der Fenstermesserperipherie
gehalten und nach einem Ansaug- und Transportwinkelbereich β in einen Absaugtrichter
13 abgegeben.
[0013] Die Fig. 3 zeigt die Messerwalze 2, ihre Lagerung sowie ihre wesentlichen Teile im
Schnitt, jedoch ohne Folienmesser und ohne die zum Befestigen und Ausrichten eines
Folienmessers dienenden Teile.
[0014] Die Messerwalze 2 umfaßt eine Trägerwelle 14, die mit Hilfe von Kugellagern 15 in
Maschinengestellen 16,18 gelagert und mittels eines Zahnrades 17 antreibbar ist. Zwischen
den Maschinengestellen 16,18 ist ein zylindrisches Walzenkörperteil 19 auf der Trägerwelle
14 drehfest gelagert, an dessen Umfang 20 die Saugöffnungen 11 angeordnet sind. Im
Walzenkörperteil 19 sind im Abstand d von der Rotationsachse 2' der Messerwalze 2
Saugkanäle 21 achsparallel angeordnet, die mit den Saugöffnungen 11 in luftleitender
Verbindung stehen. Stirnseitig am Walzenkörperteil 19 ist ein Saugluftsteuerventil
31 angeordnet, das mittels einer Distanz- und Zentrierbuchse 32 drehfest an der Gestellwand
18 gelagert ist. Das Saugluftsteuerventil 31 weist zwei separate, konzentrisch angeordnete
Saugluftkanäle 39,40 auf, denen Frischluftkanäle 36,37 nachgeordnet sind. Die Saugluftkanäle
39,40 sind via einer Saugluftzuführung 38 mit einer nicht gezeigten Saugluftquelle
verbunden. Vom Saugluftkanal 39 bzw. 40 aus sind die Saugluftkanäle 21 über den Ansaug-
und Transportwinkelbereich a bzw. β mit Saugluft beaufschlagbar. Zum Saugluftsteuerventil
31 hin ist jedem Saugkanal 21 ein 3/3-Wegeventil 41 im Walzenkörperteil 19 zugeordnet.
Mit einem 3/3-Wegeventil ist ein Saugkanal 21 absperrbar oder über die Durchgangsbohrung
42 bzw. 43 mit dem Saugluftsteuerkanal 39 bzw. 40 verbindbar. Die Saugluftsteuerung
inklusive der 3/3-Wegeventile ist Gegenstand der parallelen deutschen Anmeldung 198
41 834.5 des gleichen Anmelders. Den Saugluftkanälen 39 bzs. 40 ist je ein Frischluftkanal
36 bzw 37 nachgeordnet, von wo aus ein Abbau des Unterdruckes in den Saugkanälen 21
und den Saugöffnungen 11 erfolgt.
[0015] In den Fig. 4 und 5 ist die Anordnung und Befestigung eines Folienmessers 24 auf
dem Walzenkörperteil 19 einer in einer Drehrichtung 23 umlaufenden Messerwalze 2 gezeigt.
Ein Folienmesser 24 weist eine dünne Basisplatte 61 aus magnetisch permeablen Material
mit einer Dicke d
1 auf, sowie eine Vorder- und eine Hinterkante 62,63 und Seitenkanten 64,65. Auf der
Basisplatte 61 ist mindestens eine einstückig ausgebildete scharfe Schneidkante 28
angeordnet, die eine bestimmte Schneidform bildet. Im Folienmesser 24, dessen Schneidkante
28 zum Ausschneiden einer Fensteröffnung 8' in einem Briefhüllenrohling 4 ausgebildet
ist, sind Durchbrüche 75 angeordnet, die mit Saugbohrungen 11 in luftleitender Verbindung
stehen. In Umlaufrichtung 23 der Messerwalze 2 gesehen, in einem an die vordere Kante
62 angrenzenden Bereich 67, sind Schlitze 68 in die Basisplatte 61 eingebracht. Die
Schlitze 68 sind in einer Flucht angeordnet und weisen eine Breite b, eine Länge d
5 und einen Abstand d
6 untereinander auf. Die Schlitze 68, die Schneidkante 28 und auch die Vorderkante
62 weisen eine vorbestimmte fixe Lagebeziehung zueinander auf.
[0016] Auf der Umfangsfläche 20 des Walzenkörperteils 19 ist mindestens eine Reihe 76 Halte-
und Positionierzapfen 66 angeordnet, die mit einer Höhe h radial aus der Umfangsfläche
20 herausragen, die in etwa der Dicke d
t der Basisplatte 61 entspricht. Die Halte- und Positionierzapfen 66 weisen dabei eine
Breite b
1 und einen Abstand d
2 untereinander auf. Die Breite b
1 ist so bemessen, daß sie der Schlitzbreite b entspricht.
[0017] Auf der Umfangsfläche 20 des Walzenkörperteiles 19 sind zudem rundum Magnetelemente
60 in Reihen 74 angeordnet, wobei sich jeweils eine Reihe 74 mit einer Reihe 10 von
Saugluftöffnungen 11 abwechselt.
[0018] Zum lagemäßig genauen Positionieren und Festlegen eines Folienmessers 24 auf dem
Walzenkörperteil 19 wird dieses an den Halte- und Positionierzapfen 66 eingehängt,
so daß die Halte- und Positionierzapfen 66 in die Schlitze 68 hineinragen. Während
des Einhängevorganges ist das Folienmesser 24 im Bereich der Schlitzlänge d
5 axial verschiebbar. Größere axiale Veränderungen sind durch Umsetzen des Folienmessers
24 in der Reihe 74 der Halte- und Positionierzapfen 66 erreichbar. Nach dem Einhängevorgang
ist das Folienmesser 24 mittels der Halte- und Positionierzapfen 66 in Umfangsrichtung
formschlüssig und mittels der Magnetelemente kraftschlüssig auf dem Walzenkörperteil
festgelegt, so daß selbst bei schwierigen Schneidbedingungen ein Verschieben des Folienmessers
24 auf der Umfangsfläche 20 nicht stattfindet.
[0019] In den Fig. 8-10 sind einige Formvarianten der Halte- und Positionierzapfen 66 gezeigt.
[0020] In einer besonderen Ausbildung der Messerwalze 2 sind die Halte- und Positionicrzapfen
66 an einer Leiste 27 angeformt, die pißgenau in einem achsparallelen Kanal 25 des
Walzenkörperteils 19 angeordnet und dort mittels Befestigungselementen 69 fixiert
ist. An den Endbereichen des Kanales 25 sind, wie Fig. 11 zeigt, verbreiternde Aussparungen
70 ausgebildet, in die in etwa radial ausgerichtete Gewinde einmünden, in die Klemmchrauben
71 eingeschraubt sind, welche mit ihren Köpfen 72 auf endseitig an den Leisten 27
angeformten Ansatzflächen 73 drücken und so die Leiste 27 im Kanal 25 festlegen. Auf
der Leiste 27 weisen die Halte- und Positionierzapfen 66 zueinander gleiche Abstände
d
2 auf, zu den Ansatzflächen 73 hin jedoch unterschiedliche Endabstände d
3 und d
4. Dabei ist d
4 um d
2/2 größer als d
3. In Bezug auf ihre Endabstände d
3, d
4 ist die Leiste 27 im Kanal 25 um 180° wendbar. Durch das Wenden der Leiste 27 in
Verbindung mit dem seitlichen Verschieben und Umsetzen eines Folienmessers 24 relativ
zu den Halte- und Positionierzapfen 66 ist in axialer Richtung jede Messerposition
auf dem Walzenkörperteil 19 erreichbar.
[0021] In einer weiteren, jedoch nicht gezeigten Ausbildung der Messerwalze 2 sind auf der
Umfangsfläche 20 verteilt mehrere Kanäle 25 angeordnet, in denen je nach Bedarf, abhängig
von Anzahl und Größe der Folienmesser 2, Leisten 27 oder nur Füllstücke angeordnet
sind.
[0022] Der Einsatz der mit der Erfindung offenbarten Technik ist schließlich nicht auf das
konkrete Ausfühmgsbeispiel beschränkt, vielmehr sind noch weitere Abwandlungen und
Ergänzungen möglich, ohne vom grundsätzlichen Erfindungsgedanken abzuweichen.
1. Folienmesser zum Anbringen an einer drehbaren Messerwalze (2), welches eine dünne
flexible Basisplatte (61) aus einem magnetisch permeablen Material aufweist, auf der
mindestens eine scharfe Schneidkante (28) hervorragt, die zu einer vorbestimmten Schneidform
ausgebildet ist, wobei die Basisplatte (61) eine Vorder- und eine Hinterkante (62,
63) sowie zwei gegenüberliegende Seitenränder (64, 65) aufweist, wobei in einem an
die Vorderkante (62) anschließenden vorderen Bereich (67) der Basisplatte (61) eine
Anzahl von zur Schneidkante (28) ausgerichteten Durchgangslöchern in einer Flucht
eingebracht ist, wobei die Durchgangslöcher eine Breite (b) aufweisen, die einer Breite
(b
1) von an der Messerwalze (2) vorgesehenen Halte- und Positionierzapfen (66) entspricht,
so dass das Folienmesser (24) axial umsetzbar, in Umfangsrichtung der Messerwalze
(2) jedoch fest und reproduzierbar an diesem positionierbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
• die Basisplatte (61) eine Dicke (d1) aufweist, die in etwa einer Höhe (h) entspricht, um welche die Halte- und Positionierzapfen
(66) aus der Messerwalze (2) herausragen, und
• die Durchgangslöcher Schlitze (68) sind, die eine solche Schlitzlänge (d5) aufweisen, dass das Folienmesser (24) bei in die Durchgangslöcher hineinragenden
Halte- und Positionierzapfen (66) im Bereich der Schlitzlänge (d5) axial verschiebbar ist.
2. Folienmesser nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet , dass
die Schlitzlänge (d5) kleiner ist als ein Abstand (d2) der Halte- und Positionierzapfen (66) und dass die Schlitze (68) einen Abstand (d6) voneinander aufweisen, welcher der Differenz aus dem Abstand (d2) der Halte- und Positionierzapfen (66) und der Schlitzlänge (d5) entspricht.
3. Folienmesser nach Anspruch 1 oder 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
Durchbrüche (75) vorgesehen sind, die mit an der Messerwalze (2) vorgesehenen Saugöffnungen
(11) in Luft leitende Verbindung gebracht werden können.