[0001] Die Erfindung betrifft eine planare Mikrowellenleitung mit einem dielektrischen Substrat
und einer planaren Anordnung eines ersten Mikrostreifenleiters und wenigstens eines
weiteren Mikrostreifenleiters, bei der ein Abstand des ersten Mikrostreifenleiters
und des weiteren Mikrostreifenleiters eine elektromagnetische Kopplung erlaubt, einem
ersten Bereich, in dem die Mikrowellenleitung eine erste Richtung besitzt, einem zweiten
Bereich, in dem die Mikrowellenleitung eine zweite Richtung besitzt, und einem Übergangsbereich,
in dem ein Wechsel von der ersten Richtung in die zweite Richtung auftritt.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 10,
also eines Verfahrens zum Führen einer Mikrowelle, die in einer solchen Mikrowellenleitung
propagiert.
[0003] Eine solche Mikrowellenleitung ist aus der DE 29 43 502 bekannt. Diese Schrift betrifft
sogenannte unterstützte Mikrostreifenleitungen, unter denen dort ein Verbund aus zwei
parallelen Metallflächen, einem parallel zu und zwischen diesen angeordneten dielektrischen
Träger und einem auf einer ersten Oberfläche des Träges angeordneten ersten streifenförmigen
Leiter verstanden wird. Nach der DE 29 43 502 soll auf der Oberfläche des Trägers
ein zweiter streifenförmiger Leiter angeordnet werden, der hauptsächlich parallel
zu dem ersten Leiter verläuft und mit diesem elektromagnetisch koppelbar ist. Für
den Fall einer Kurve in der Leitung schreibt diese Schrift vor, die erste und die
zweite Leitung durch einen Spalt in Richtung einer Halbierenden des Ablenkwinkels
zu unterbrechen und die ersten und die zweiten Leiter kreuzweise zu verbinden. Dadurch
soll die Länge der beiden Leiter längs der Kurve gleich gehalten werden. Das kreuzweise
Verbinden erfolgt mit Hilfe einer in der Leiterebene verlaufenden ersten Verbindung
und mit Hilfe einer zweiten Verbindung, die außerhalb der Leiterebene verläuft und
in Form einer Leiterdrahtbrücke realisiert ist.
[0004] Es ist auch bekannt, dass Diskontinuitäten im Signalweg wie offene Enden, Durchkontaktierungen
durch das Dielektrikum, Wellenwiderstandssprünge, Leitungskreuzungen oder Richtungsänderungen,
zum Beispiel Knicke im Leitungsverlauf, Verzerrungen in den elektromagnetischen Feldern
erzeugen, die übertragene Signale verfälschen.
[0005] Zum Beispiel weisen koplanare Mikrowellenleitungen ohne begleitende Masseschicht
auf einer Substratseite, die der Substratseite mit den planaren Mikrostreifenleitungen
gegenüberliegt, bei gerader Verlegung sehr gute Hochfrequenzeigenschaften auf. Bei
Richtungsänderungen, wie sie zum Beispiel bei einer Verlegung in Kreisbögen auftreten,
zeigen sich dagegen unerwünschte Signalverfälschungen und Verschiebungen des elektrischen
Masse-Nullpunktes.
[0006] Die bekannte Mikrowellenleitung weist mit den Unterbrechungen und der aus der Ebene
in die dritte Dimension hinausreichenden Leiterdrahtbrücke ebenfalls Diskontinuitäten
und damit unerwünschte Wellenwiderstandsprünge auf.
[0007] Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der Erfindung in der Angabe einer Richtungsänderungen
aufweisenden planaren Mikrowellenleitung mit minimierter Verfälschung übertragener
Signale.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einer Mikrowellenleitung der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass benachbarte Kanten des ersten Mikrostreifenleiters und des weiteren Mikrostreifenleiters
im Übergangsbereich eine gleiche Länge besitzen und der erste Mikrostreifenleiter
und der zweite Mikrostreifenleiter im Übergangsbereich kreuzungsfrei verlaufen.
[0009] Ferner wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass die Mikrowellen im Übergangsbereich kreuzungsfrei entlang von gleiche
Längen aufweisenden benachbarten Kanten des ersten Mikrostreifenleiters und des weiteren
Mikrostreifenleiters geführt werden.
[0010] Durch diese Merkmale wird die Aufgabe der Erfindung vollkommen gelöst. Dabei basiert
die Erfindung darauf, dass sowohl unterschiedliche Laufzeiten von Signalen auf miteinander
gekoppelten Mikrostreifenleitern, als auch Diskontinuitäten im Leitungsverlauf vermieden
werden. Wenn eine Mikrowellenleitung mit zunächst parallel in die erste Richtung verlaufenden
Mikrostreifenleitern in dem zweidimensionalen Übergangsbereich zur zweiten Richtung
eine Krümmung erfährt, ergibt sich ohne Gegenmaßnahmen zunächst eine Differenz zwischen
den Längen des äußeren Mikrostreifenleiters und des inneren Mikrostreifenleiters,
da die Bogenlängen unterschiedlicher Krümmungsradien unterschiedlich sind. Daraus
ergeben sich unterschiedliche Signallaufzeiten zwischen beiden gekoppelten Mikrostreifenleitern,
die gemeinsam das propagierende Signal übertragen.
[0011] Durch die erfindungsgemäß gleichen Längen der gekoppelten Mikrostreifenleiter im
Übergangsbereich wird die Ursache für Signalverfälschungen, die aus unterschiedlichen
Signalweglängen im zweidimensionalen Übergangsbereich von einer ersten Richtung auf
eine zweite Richtung resultieren, beseitigt. Durch den auch im Übergangsbereich weiter
in einer Ebene und kreuzungsfrei erfolgenden Verlauf der Mikrostreifenleiter werden
darüber hinaus Diskontinuitäten vermieden.
[0012] Wegen der Beseitigung dieser Ursachen von Signalverfälschungen sind aufwendige Analysen
der Verzweigung und die Einschaltung von kompensierenden Blindelementen nicht notwendig.
Die Erfindung stellt damit eine planare Mikrowellenleitung bereit, deren gute Hochfrequenzeigenschaften
auch bei gekrümmter Verlegung weitgehend erhalten bleiben.
[0013] Im Rahmen von Ausgestaltungen der Erfindung ist bevorzugt, dass die Mikrowellenleitung
einen zweiten Mikrostreifenleiter und einen dritten Mikrostreifenleiter als weitere
Mikrostreifenleiter aufweist.
[0014] Durch diese Ausgestaltung ergibt sich eine Koplanarleitung, die bekanntlich als kostengünstiger
Ersatz für eine Koaxialleitung verwendet werden kann. Es ist ein besonderer Vorteil
der Erfindung, dass sie auch bei solchen Koplanarleitungen verwendbar ist. Bei einer
Anwendung des Gegenstandes der DE 29 43 502 auf eine Koplanarleitung käme es dagegen
zu einer Vertauschung von Signalleiter und Abschirmleiter, was die Abschirm-Funktionalität
der Koplanarleitung zerstören würde. Bevorzugt ist auch, dass der Abstand des ersten
Mikrostreifenleiters von jedem weiteren Mikrostreifenleiter im ersten Bereich und
im zweiten Bereich jeweils konstant ist und im Übergangsbereich eine periodische Modulation
um einen Mittelwert herum aufweist, der dem Abstand im ersten Bereich und/oder im
zweiten Bereich entspricht.
[0015] Durch diese Ausgestaltung wird neben der Längengleichheit noch eine weitgehende Konstanz
des vom Abstand der Mikrostreifenleiter abhängigen Wellenwiderstands der Mikrowellenleitung
erzielt. Im Idealfall kompensieren sich Abschnitte mit größerem Abstand und damit
größerem Wellenwiderstand und Abschnitte mit kleinerem Abstand und damit kleinerem
Wellenwiderstand.
[0016] Ferner ist bevorzugt, dass sich die periodische Modulation des Abstands als Folge
einer periodischen Faltung wenigstens einer inneren Kante ergibt, die eine bestimmte
Wellenlänge besitzt.
[0017] Durch eine solche periodische Faltung lässt sich eine innere Kante wunschgemäß verlängern
und damit an die Länge einer weiter außen liegenden Kante eines benachbarten Mikrostreifenleiters
mit größerem Krümmungsradius angleichen.
[0018] Bevorzugt ist auch, dass sich die periodische Modulation des Abstands durch Faltung
gegenüberliegender Kanten benachbarter Mikrostreifenleitungen mit unterschiedlichen
Wellenlängen ergibt.
[0019] Durch diese Ausgestaltung lassen sich Ausbuchtungen in den Verläufen der Kanten weitgehend
an das Ideal eines parallelen Verlaufs annähern, so dass Abweichungen des Abstandes
beider Kanten von einem Mittelwert sehr gering sind.
[0020] Bevorzugt ist auch, dass eine Zahl von Faltungsperioden, also eine Zahl von Wellenlängen,
auf einer inneren Kante der Mikrowellenleitung gleich ist mit einer Zahl von Faltungsperioden
auf jeder anderen inneren Kante der Mikrowellenleitung.
[0021] Durch diese Ausgestaltung ergeben sich minimale Abstandsabweichungen von einem mittleren
Abstand auch bei Mikrowellenleitungen mit mehr als zwei miteinander gekoppelten Mikrostreifenleitungen.
[0022] Ferner ist bevorzugt, dass die Längen aller Kanten aller Mikrostreifenleitungen in
einem Übergangsbereich gleich sind. Alternativ ist bevorzugt, dass zumindest die Längen
der inneren Kanten gleich sind, wobei die Längen der äußeren Kanten unterschiedlich
sein dürfen.
[0023] Durch diese Ausgestaltung wird auch bei Mikrowellenleitungen mit mehr als zwei gekoppelten
Mikrostreifenleitungen eine durch Laufzeit-Differenzen bedingte Verfälschung von übertragenen
Signalen vermieden.
[0024] Bevorzugt ist auch, dass die Amplitude der Faltung mit kürzer werdender Wellenlänge
ansteigt.
[0025] Als Folge ergibt sich der Vorteil, dass die Länge einer Kante mit geringerem Krümmungsradius
und vorgegebener Zahl von Faltungsperioden durch eine Vergrößerung der Faltungsamplitude
beliebig genau an die Länge einer benachbarten Kante mit größerem Krümmungsradius
und gleicher Zahl von Faltungsperioden angepasst werden kann.
[0026] Bevorzugt ist auch, dass die kürzeste Wellenlänge einer Faltung einer Kante der Mikrowellenleitung
länger als die Wellenlänge einer höchsten über die Mikrowellenleitung übertragenen
Nutzsignalfrequenz ist.
[0027] Im Allgemeinen treten Wechselwirkungen wie Beugungsphänomene zwischen Strukturen
und Wellen dann auf, wenn die geometrischen Abmessungen der Strukturen in der Größenordnung
der Wellenlänge liegen. Dadurch, dass die kürzeste Wellenlänge der Struktur in Rahmen
dieser Ausgestaltung kleiner ist als die Wellenlänge, die sich aus der höchsten (erlaubten)
Frequenz des übertragen Nutzsignals ergibt, werden solche unerwünschten Wechselwirkungen
vermieden.
[0028] Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und den beigefügten Figuren.
[0029] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
Zeichnungen
[0030] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Draufsicht einer planaren Mikrowellenleitung auf einem dielektrischen
Substrat;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Mikrowellenleitung und das Substrat der Fig. 1; und
- Fig. 3
- eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Mikrostreifenleitung mit Merkmalen
der Erfindung.
[0031] Im Einzelnen zeigt Figur 1 eine planare Mikrowellenleitung 10, die sich auf einem
dielektrischen Substrat 12 erstreckt und einen ersten Mikrostreifenleiter 14 sowie
zwei weitere Mikrostreifenleiter 16 und 18 aufweist. Figur 1 zeigt damit eine Koplanarleitung
als Mikrowellenleitung 10. Die Koplanarleitung entspricht bekanntlich einer planaren
Koaxialleitung. Ein erster Abstand 20 zwischen dem ersten Mikrostreifenleiter 14 und
einem zweiten Mikrostreifenleiter 16 als weiterem Mikrostreifenleiter ist so bemessen,
dass bei der Übertragung von Mikrowellen eine elektromagnetische Kopplung zwischen
dem ersten Mikrostreifenleiter 14 und dem zweiten Mikrostreifenleiter 16 auftritt.
Analog ist ein zweiter Abstand 22 zwischen dem ersten Mikrostreifenleiter 14 und einem
dritten Mikrostreifenleiter 18 als weiterem Mikrostreifenleiter so bemessen, dass
bei der Übertragung von Mikrowellen eine elektromagnetische Kopplung zwischen dem
ersten Mikrostreifenleiter 14 und dem dritten Mikrostreifenleiter 18 auftritt.
[0032] Der erste Mikrostreifenleiter 14 entspricht dem Innenleiter einer Koaxialleitung
und die weiteren Mikrostreifenleiter 16 und 18 sind mit dem Außenleiter (Schirm) einer
Koaxialleitung zu vergleichen. Die Breite des ersten Mikrostreifenleiters 14, die
Abstände 20 und 22 sowie die Dielelektrizitätskonstante des dielektrischen Substrates
12 bestimmen im Wesentlichen den Wellenwiderstand Z der Mikrowellenleitung 10. Eine
solche koplanare Mikrowellenleitung 10 besitzt sehr gute Hochfrequenzeigenschaften,
solange sie gerade verlegt werden kann. In der Figur 1 ist die Mikrowellenleitung
10 in einem ersten Bereich 24 in eine erste Richtung und in einem zweiten Bereich
26 in eine zweite Richtung gerade verlegt. Der Richtungswechsel von der ersten Richtung
in die zweite Richtung und umgekehrt geschieht in einem Übergangsbereich 28, in dem
die Mikrostreifenleiter 14, 16 und 18 der Mikrowellenleitung 10 gekrümmt verlegt sind.
Daher weisen auch Kanten 30, 32, 34, 36, 38 und 40 der drei Mikrostreifenleiter 14,
16 und 18 im Übergangsbereich 28 eine Krümmung auf.
[0033] Dabei weist die Mikrowellenleitung 10 der Figur 1 die Besonderheit auf, dass von
den Kanten 30, 32, 34, 36, 38 und 40 zumindest benachbarte Kanten 34 und 32 sowie
36 und 38 des ersten Mikrostreifenleiters 14 und des zweiten Mikrostreifenleiters
16 sowie des ersten Mikrostreifenleiters 14 und des dritten Mikrostreifenleiters 18
im Übergangsbereich 28 eine gleiche Länge besitzen und kreuzungsfrei verlaufen. Diese
Ausgestaltung der Länge der Kanten 34, 32 und 36, 38 basiert auf der Erkenntnis, dass
beim Transport hochfrequenter Signale über die Mikrostreifenleitung 10 die höchsten
Feldstärken an den inneren Kanten 32, 34, 36 und 38 der Mikrostreifenleiter 14, 16
und 18 auftreten. Dadurch, dass die Längen der Kanten 34, 32, 36 und 38 unter einander
gleich sind, treten keine Laufzeitunterschiede von an den Kanten 34, 32, 36 und 38
entlanglaufenden Signalen auf. Die gleiche Länge der Kanten 34, 32, 36 und 38 wird
bei der Ausgestaltung nach Figur 1 dadurch erreicht, dass der Abstand zwischen dem
ersten Mikrostreifenleiter 14 und dem zweiten Mikrostreifenleiter 16 und/oder zwischen
dem ersten Mikrostreifenleiter 14 und dem zweiten Mikrostreifenleiter 18 eine periodische
Modulation um einen Mittelwert herum aufweist. Der Mittelwert entspricht dem Abstand
20 und/oder dem Abstand 22 der Mikrostreifenleiter 14 und 16, bzw. 14 und 18 im ersten
Bereich 24 und/oder im zweiten Bereich 26. Durch die Modulation wird eine innere Kante,
z.B. die Kante 34, periodisch näher an eine äußere Kante, z.B. die Kante 32 herangeführt
und von der äußeren Kante weggeführt. Im Vergleich zu einem rein parallelen Verlauf
der Kanten 34 und 32 wird die innere Kante 32 durch das periodische Annähern und Entfernen
verlängert, was ihre Verkürzung durch den kleineren Krümmungsradius im Idealfall kompensiert.
Das gleiche gilt für eine Verlängerung der Kante 40 zur Angleichung an die Länge der
Kante 36. Außerdem wird die Länge der Kante 36 an die Länge der Kante 34 angeglichen,
so dass die Kanten 34, 32, 36 und 38 beim Gegenstand der Figur 1 gleich sind. Wie
bereits erwähnt, sollen dabei Mittelwerte von Abstandsmaxima und Abstandsminima im
Übergangsbereich 28 dem zugehörigen Konstantenabstand im ersten Bereich 24 und/oder
zweiten Bereich 26 entsprechen.
[0034] Zur Veranschaulichung zeigt Figur 1 Abstandsmaxima 42 und Abstandsminima 44, die
im Übergangsbereich 28 liegen und deren Mittelwerte dem Abstand 20 aus dem ersten
Bereich 24 entsprechen. Wie bereits erwähnt wurde, kann in einer Ausgestaltung der
Erfindung auch vorgesehen sein, dass die Längen sämtlicher Kanten 30, 32, 34, 36,
38 und 40 untereinander gleich sind bzw. die Längen der Kanten 32, .....40 an die
Länge der aufgrund ihres Krümmungsradiusses längsten Kante 30 angeglichen sind. Dabei
kann die Angleichung durch eine sinusartige Faltung der inneren Kanten 32, ...., 40
erzeugt werden, bei der jede innere Kante 32, ...., 40 die gleiche Zahl von Wellen
trägt. Dadurch wird die Wellenlänge umso kürzer, je weiter innen eine Kante liegt.
Dass die Länge jeder Kante der Länge einer anderen Kante entspricht, ergibt sich daraus,
dass die Amplitude der Faltung mit kürzer werdender Wellenlänge ansteigt. Mit anderen
Worten: die Amplitude der innersten Kante 40 ist größer als die Amplitude der Kante
38, die wiederum größer als die Amplitude der inneren Kante 36 usw. ist. Zur Veranschaulichung
zeigt die Figur 2 einen Schnitt durch das dielektrische Substrat 12 und die daraufliegende
Mikrowellenleitung 10 mit Mikrostreifenleitungen 18, 14 und 16. Figur 2 zeigt damit
insbesondere einen Schnitt durch eine Koplanarleitung ohne begleitende Masse auf einer
der Mikrowellenleitung 10 abgewandten Seite 46 des Substrates 12.
[0035] Fig. 3 zeigt eine alternative planare Mikrowellenleitung 10.1, die nur einen ersten
Mikrostreifenleiter 14.1 und einen weiteren Mikrostreifenleiter 16.1 aufweist. Auch
hier ist ein erster Abstand 20.1 zwischen dem ersten Mikrostreifenleiter 14.1 und
dem zweiten Mikrostreifenleiter 16.1 als weiterem Mikrostreifenleiter so bemessen,
dass bei der Übertragung von Mikrowellen eine elektromagnetische Kopplung zwischen
dem ersten Mikrostreifenleiter 14.1 und dem zweiten Mikrostreifenleiter 16.1 auftritt.
[0036] Die Breite des der beiden Mikrostreifenleiter 14.1 und 16.1, ihr Abstand 20.1 und
die Dielelektrizitätskonstante des dielektrischen Substrates 12, das die Mikrostreifenleiter
14.1, 16.1 trägt, bestimmen im Wesentlichen den Wellenwiderstand Z der Mikrowellenleitung
10.1. In der Figur 3 ist die Mikrowellenleitung 10.1 in einem ersten Bereich 24.1
in eine erste Richtung und in einem zweiten Bereich 26.1 in eine zweite Richtung gerade
verlegt. Der Richtungswechsel von der ersten Richtung in die zweite Richtung und umgekehrt
geschieht in einem Übergangsbereich 28.1, in dem die Mikrostreifenleiter 14.1 und
16.1 der Mikrowellenleitung 10.1 gekrümmt verlegt sind.
[0037] Auch bei der Ausgestaltung der Fig. 3 weisen zumindest die benachbarten Kanten 34.1
und 32.1 des ersten Mikrostreifenleiters 14.1 und des zweiten Mikrostreifenleiters
16.1 im Übergangsbereich 28.1 eine gleiche Länge in Verbindung mit einem kreuzungsfreien
Verlauf auf. Die gleiche Länge der Kanten 34.1 und 32.1 wird auch bei der Ausgestaltung
nach Figur 1 dadurch erreicht, dass der Abstand zwischen dem ersten Mikrostreifenleiter
14.1 und dem zweiten Mikrostreifenleiter 16.1 eine periodische Modulation um einen
Mittelwert herum aufweist. Der Mittelwert entspricht dem Abstand 20.1 der Mikrostreifenleiter
14. und 16.1 im ersten Bereich 24.1 und/oder im zweiten Bereich 26.1. Durch die Modulation
wird die Kante Kante 34.1 periodisch näher an die Kante 32.1 herangeführt und von
dieser weggeführt. Im Vergleich zu einem rein parallelen Verlauf der Kanten 34.1 und
32.1 wird die Kante 34.1 durch das periodische Annähern und Entfernen vergleichsweise
stärker verlängert, was ihre relative Verkürzung gegenüber der Kante 32.1, die durch
den kleineren Krümmungsradius bedingt ist, im Idealfall kompensiert.
[0038] Dabei sollen Mittelwerte von Abstandsmaxima 42.1 und Abstandsminima 44.1 im Übergangsbereich
28.1 dem zugehörigen konstanten Abstand 22.1 im ersten Bereich 24.1 und/oder zweiten
Bereich 26.1 entsprechen. Die periodische Modulation entspricht damit im Wesentlichen
der vergleichbaren periodischen Modulation in der Fig. 1, tritt aber beim Gegenstand
der Fig. 3 deutlicher in Erscheinung.
[0039] Die Angleichung der Längen der inneren Kanten 34.1, 32.1 kann wieder durch eine sinusartige
Faltung der inneren Kanten 34.1 32.1 erzeugt werden, bei der jede innere Kante 34.1,
32.1 die gleiche Zahl von Wellen trägt. In der Ausgestaltung der Fig. sind dies jeweils
drei Halbwellen. Dadurch wird die Wellenlänge umso kürzer, je weiter innen eine Kante
liegt. Dass die Länge der Kante 32.1 der Länge der Kante 34.1 entspricht, ergibt sich
daraus, dass die Amplitude der Faltung mit kürzer werdender Wellenlänge ansteigt.
Mit anderen Worten: die Amplitude der inneren Kante 34.1 ist größer als die Amplitude
der Kante 32.1. In der Ausgestaltung der Fig. 3 unterscheiden sich die Amplituden
etwa um einen Faktor 3. Die äußeren Kanten 30.1 und 36.1 besitzen bei der Ausgestaltung
der Fig. 3 ihre gewissermaßen natürliche Bogenlänge, sie sind also unterschiedlich
lang. Dies ist in den meisten Fällen unproblematisch, weil die hochfrequenten Signale
entlang der miteinander koppelnden inneren Kanten 32.1 und 34.1 propagieren. Es versteht
sich, dass diese Abwandlungen auch bei der koplanaren Ausgestaltung der Fig. 1 verwendbar
ist.
[0040] Es versteht sich ferner, dass die gleiche Länge der inneren Kanten 34.1, 32.1 oder
der kanten in der Fig. 1 nicht nur durch eine sinusartige Faltung sondern auch durch
andere Arten der Faltung erzielt werden kann. Ein Beispiel einer anderen Art der Faltung
ergibt sich zum Beispiel durch eine Verwendung von Abschnitten von Geraden, Parabelbögen
oder allgemeiner durch Bögen oder Abschnitte von Polynomen.
1. Planare Mikrowellenleitung (10) mit einem dielektrischen Substrat (12) und einer planaren
Anordnung eines ersten Mikrostreifenleiters (14) und wenigstens eines weiteren Mikrostreifenleiters
(16, 18), bei der ein Abstand (20, 22) des ersten Mikrostreifenleiters (14) und des
weiteren Mikrostreifenleiters (16, 18) eine elektromagnetische Kopplung erlaubt, einem
ersten Bereich (24), in dem die Mikrowellenleitung (10) eine erste Richtung besitzt,
einem zweiten Bereich (26), in dem die Mikrowellenleitung (10) eine zweite Richtung
besitzt, und einem Übergangsbereich (28), in dem ein Wechsel von der ersten Richtung
in die zweite Richtung auftritt, dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Kanten (34, 32, 36, 38) des ersten Mikrostreifenleiters (14) und des
weiteren Mikrostreifenleiters (16, 18) im Übergangsbereich (28) eine gleiche Länge
besitzen und der erste Mikrostreifenleiter und der zweite Mikrostreifenleiter im Übergangsbereich
kreuzungsfrei verlaufen.
2. Mikrowellenleitung (10) nach Anspruch 1 mit einem zweiten Mikrostreifenleiter (16)
und einem dritten Mikrostreifenleiter (18) als weitere Mikrostreifenleiter (16, 18).
3. Mikrowellenleitung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (20, 22) des ersten Mikrostreifenleiters (14) von jedem weiteren Mikrostreifenleiter
(16, 18) im ersten Bereich (24) und im zweiten Bereich (26) jeweils konstant ist und
im Übergangsbereich (28) eine periodische Modulation um einen Mittelwert herum aufweist,
der dem Abstand (20, 22) im ersten Bereich (24) und/oder im zweiten Bereich (26) entspricht.
4. Mikrowellenleitung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die periodische Modulation des Abstands als Folge einer periodischen Faltung
einer inneren Kante (32,34,36, 38) ergibt, die eine bestimmte Wellenlänge besitzt.
5. Mikrowellenleitung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die periodische Modulation des Abstands durch Faltung gegenüberliegender Kanten
(34, 32, 36, 38) benachbarter Mikrostreifenleitungen (14, 16, 18) mit unterschiedlichen
Wellenlängen ergibt.
6. Mikrowellenleitung (10) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zahl von Faltungsperioden auf einer inneren Kante (32, 34, 36, 38) der Mikrowellenleitung
(10) gleich ist mit einer Zahl von Faltungsperioden auf jeder anderen inneren Kante
(32, 34, 36, 38) der Mikrowellenleitung (10).
7. Mikrowellenleitung (10) nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Längen aller Kanten (34, 32, 36, 38, 40) aller Mikrostreifenleitungen (14, 16,
18) in einem Übergangsbereich (28) einander gleich sind.
8. Mikrowellenleitung (10) nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Amplitude der Faltung mit kürzer werdender Wellenlänge ansteigt.
9. Mikrowellenleitung (10) nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die kürzeste Wellenlänge einer Faltung einer Kante (32, 34, 36, 38, 40) der Mikrowellenleitung
(10) länger als die Wellenlänge einer höchsten über die Mikrowellenleitung (10) übertragenen
Nutzsignalfrequenz ist.
10. Verfahren zum Führen einer Mikrowelle, die in einer planaren Mikrowellenleitung (10)
propagiert, wobei die Mikrowellenleitung (10) ein dielektrisches Substrat (12) und
eine planare Anordnung eines ersten Mikrostreifenleiters (14) und wenigstens eines
weiteren Mikrostreifenleiters (16, 18) aufweist, und bei der ein Abstand (20, 22)
des ersten Mikrostreifenleiters (14) und des weiteren Mikrostreifenleiters (16, 18)
eine elektromagnetische Kopplung erlaubt, und wobei die Mikrowellenleitung ferner
einen ersten Bereich (24), in dem die Mikrowellenleitung (10) eine erste Richtung
besitzt, einen zweiten Bereich (26), in dem die Mikrowellenleitung (10) eine zweite
Richtung besitzt, und einen Übergangsbereich (28) besitzt, in dem ein Wechsel von
der ersten Richtung in die zweite Richtung auftritt, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellen im Übergangsbereich kreuzungsfrei entlang von gleiche Längen aufweisenden
benachbarten Kanten (34, 32, 36, 38) des ersten Mikrostreifenleiters (14) und des
weiteren Mikrostreifenleiters (16, 18) geführt werden.