[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur pyrometallurgischen Erzeugung von Kupfer
in einem Konverter.
[0002] Bei der pyrometallurgischen Herstellung von sogenanntem Blisterkupfer werden als
Rohstoffe beispielsweise Kupferstein und/oder Sekundârrohstoffe eingesetzt. Ziel ist
es, das sogenannte Blisterkupfer in einer Reinheit von mindestens 96 Gew.-%, vorzugsweise
über 99 Gew.-% herzustellen. Dabei ist man selbstverständlich bestrebt, Reinheitsgrade
zu erreichen, die so dicht wie möglich an 100 Gew.-% liegen.
[0003] Ein wesentlicher Teil dieser Kupfererzeugung besteht in der sogenannten
"Konvertierung" in einem Konverter. Solche Konverter sind unter der Bezeichnung Peirce
Smith und Hoboken bekannt.
[0004] Für diese Konverterbehandlung wird eine kupferhaltige Schmelze zunächst in den Konverter
eingefüllt (in den Konverter chargiert).
[0005] In einer nächsten Behandlungsstufe werden Fremdbestandteile, insbesondere Eisensulfid,
so weit wie möglich beseitigt beziehungsweise in eine Schlacke überführt.
[0006] Dieser Vorgang, der auch als
"slagging" bezeichnet wird, hat das Ziel, die Kupferschmelze so weit zu reinigen, dass
diese zum ganz überwiegenden Teil nur noch aus Cu
2S besteht (auch
"white metal" genannt).
[0007] Zum
"slagging" gehört das anschließende Entfernen der Schlacke aus dem Konverter.
[0008] Um aus der Cu
2S-Schmelze nun Blisterkupfer zu machen, sind sekundärmetallurgische Verfahren bekannt,
bei denen in die Schmelze ein Gas, insbesondere Sauerstoff, eingeblasen wird (US 4,830,667).
Dabei werden der Schwefel und andere Fremdstoffe, beispielsweise Nickel, so weit wie
möglich entfernt. Der US 4,830,667 A ist zu entnehmen, dass ein Nickelgehalt von über
1,0 Gew.-% unerwünscht ist.
[0009] Zum Abschluss wird die so gebildete Blisterschmelze aus dem Konverter entnommen.
[0010] Dieses Verfahren wird vielfach angewendet, hat jedoch einige Nachteile. Zum Beispiel
beim
"slagging" muss die Schlacke meistens durch die.Chargieröffnung des Ofens entfernt
werden. Dabei besteht die Gefahr, dass wertvolle Kupferschmelze verloren geht. Das
Verfahren dauert relativ lang, wenn der genannte hohe Reinheitsgrad erhalten werden
soll.
[0011] In der DE 38 09 477 A1 wird ein Verfahren zum Entfernen von Schwefel aus Kupferschmelzen
beschrieben. Dabei wird die Schmelze mit einem sauerstoffhaltigen Gas in einer Höhe
oberhalb etwa der halben Badtiefe behandelt. Gleichzeitig wird Rührgas in einem merklichen
Abstand unterhalb der halben Badhöhe in die Schmelze eingeblasen und das Einblasen
des Rührgases nach Beendigung der Sauerstoffzufuhr fortgesetzt. Auf diese Weise soll
insbesondere der Gehalt an Schwefel und Nickel in der Schmelze reduziert werden.
[0012] Zur Reduzierung von ansatzbildenden und verschleißfördernden Spritzern beschreibt
die DE 42 05 657 A1 ein Verfahren zum Verblasen von Nichteisen-Einsatzmaterialien,
bei dem das Einsatzmaterial in einem Konverter eingeschmolzen und die Schmelze anschließend
durch Einblasen eines Gases unterhalb der Badoberfläche gerührt wird.
[0013] Die US 5,215,571 A betrifft ein Verfahren zum Konvertieren einer eisenhältigen Kupfermatte,
wobei auf die Oberfläche der Schmelze Sauerstoff aufgeblasen wird, während die Schmelze
selbst mit einem Inertgas gerührt wird.
[0014] Die Erfindung zielt darauf ab, das bekannte Verfahren zu optimieren. Dabei soll die
Kupfererzeugung entweder in kürzerer Zeit und/oder mit höherem Reinheitsgrad möglich
sein.
[0015] Die Erfindung geht von folgender Überlegung aus: Während des Befüllens (Chargierens)
des Konverters wird in dem Reaktor keine metallurgische Arbeit geleistet. Der Ofen
dient lediglich als
"Puffer" beziehungsweise
"Halteaggregat". Dies gilt auch für den letzten Verfahrensschritt, bei dem die Schmelze
aus dem Konverter entleert wird.
[0016] Diese Verfahrensstufen werden erfindungsgemäß ebenfalls zur sekundärmetallurgischen
Behandlung der Schmelze genutzt. Mit anderen Worten: bereits beim Chargieren des Konverters
soll ein Behandlungsgas in die Metallschmelze (Kupferschmelze) eingeleitet werden.
Dies hat den Vorteil, dass die sogenannte
"slagging"-Stufe praktisch zeitgleich mit dem Chargieren beginnt und nicht erst mit
zeitlicher Verzögerung. Der Konverter kann praktisch von der ersten Sekunde an im
Sinne einer Schmelzebehandlung genutzt werden.
[0017] Dies gilt bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Schmelze aus dem Konverter entfernt wird.
[0018] Eine Spülbehandlung während des
"Entschlackens" hat den Vorteil, dass die Entfernung von Fremdbestandteilen und die
Bildung der Schlacke beschleunigt werden.
[0019] In dieser Verfahrensstufe kann die Spülbehandlung zu einem weiteren Effekt genutzt
werden: Durch eine gezielte Bewegung des Metallbades lässt sich die Schlacke gezielt
in Richtung Konverter-Öffnung führen, wo sie anschließend abgezogen wird. Damit wird
eine präzisere Trennung zwischen Schlacke einerseits und Schmelze andererseits erreicht
und der im Stand der Technik beobachtete Verlust an Schmelze vermieden.
[0020] Danach betrifft die Erfindung in ihrer allgemeinsten Ausführungsform ein Verfahren
zur pyrometallurgischen Erzeugung von Kupfer in einem Konverter, mit folgenden Merkmalen:
- a) Chargieren des Konverters mit kupferhaltiger Schmelze,
- b) Behandlung der Schmelze derart, dass Fremdbestandteile in eine Schlacke überführt
werden, bis die Schmelze überwiegend nur noch aus Cu2S besteht,
- c) Entfernen der Schlacke aus dem Konverter,
- d) Einblasen von Gas in die Cu2S-haltige Schmelze zur Erstellung einer weitestgehend reinen Kupferschmelze durch
Entfernung von Schwefel,
- e) Entleeren des Konverters in ein nachgeschaltetes Aggregat, wobei
- f) auch während der Verfahrensstufen a), b), c) und e) Gas in die jeweilige Schmelze
eingeleitet wird.
[0021] Das in den Verfahrensstufen a), b), c) und e) verwendete Gas kann ebenso wie das
in der Verfahrensstufe d) eingesetzte Gas überwiegend oder vollständig aus Sauerstoff
bestehen. Ebenso sind andere Gase, auch Inertgase, möglich.
[0022] Am Ende der Verfahrensstufe d) kann der Anteil an Sauerstoff gezielt zurückgenommen
und durch einen Anteil an Inertgas ersetzt werden. Dabei kann der Anteil an Sauerstoff
anfangs deutlich über 50 % liegen, während der Anteil an .Inertgas zum Ende dieser
Verfahrensstufe hin über 50 % beträgt. Auf diese Weise kann der Anteil an Kupfer (I)-Oxid
minimiert werden. In der Verfahrensstufe e) kann die Inertgasbehandlung fortgesetzt
werden.
[0023] Der eigentliche Konvertierungsprozess in der Verfahrensstufe d) lässt sich chemisch
wie folgt darstellen:
2Cu
2S + 3O
2 ⇒ 2CU
2O + 2SO
2
2Cu
2O + Cu
2S ⇒ 6Cu + SO
2.
[0024] Die Entleerung eines Konverters mit 300 Tonnen Blisterkupfer dauert etwa eine Stunde.
Erfindungsgemäß soll auch während dieser Entleerungsstufe die Metallschmelze mit Gas
beaufschlagt (behandelt) werden. Damit kann die sekundärmetallurgische Behandlung
der Kupferschmelze über den gesamten Konvertierungsprozess ausgeführt werden.
[0025] Die Zuführung des Gases (der Gase) kann über eine Vielzahl von Gasspülelementen erfolgen.
Solche Gasspülelemente (Gasspülsteine) sind insbesondere aus der Behandlung von Stahlschmelzen,
seit Jahrzehnten bekannt. Solche Gasspülelemente können erfindungsgemäß ohne weiteres
übernommen werden. Es können dabei sowohl Gasspülelemente mit gerichteter Porosität
als auch solche mit ungerichteter Porosität verwendet werden. Die erste Gruppe ist
dadurch charakterisiert, dass in den Spülelementen mehr oder weniger geradlinige Schlitze
oder Kanäle ausgebildet sind, durch die das Gas hindurchgeführt wird. Gasspülelemente
mit ungerichteter Porosität sind wie ein
"Schwamm" gestaltet. Das Gas muss sich durch den Körper von Pore zu Pore hindurchbewegen.
[0026] Solche Gasspülelemente (oder auch düsenartige Gasspüleinrichtungen) können einzeln
oder in Gruppen im Boden und/oder der Wand des Konverters eingesetzt werden. Erfindungsgemäß
ist vorgesehen, dass sie einzeln, in vorwählbaren Gruppen oder alle zusammen aktiviert
werden können. Dabei können wiederum einzelne Gasspülelemente oder Gruppen von Gasspülelementen
mit unterschiedlichem Gas beziehungsweise unterschiedlichem Gasdruck beschickt werden.
[0027] Vorzugsweise ist dazu eine entsprechende Gasregelung vorgesehen. Diese kann so eingestellt
werden, um die Metallschmelze in eine solche Bewegung zu setzen, dass die darauf schwimmende
Schlacke eine bestimmte Strömungsrichtung erhält, beispielsweise in Richtung Abstich-Öffnung.
[0028] Das Verfahren kann so geführt werden, dass während sämtlicher Behandlungsstufen und
ununterbrochen Gas(e) in die Schmelze eingeführt (eingeblasen, eingedüst) wird.
[0029] Dabei können sowohl das Gas als auch die Gasmenge beziehungsweise der Gasdruck während
der einzelnen Behandlungsstufen verändert werden.
[0030] Bei einem Konverter, der beispielsweise 300 Tonnen Kupferblister aufnehmen kann,
können beispielsweise 10 Gasspülelemente vorgesehen werden, jedes mit einer Spülrate
von beispielsweise 200 Litern je Minute.
[0031] Das Verfahren ermöglicht eine deutlich beschleunigte pyrometallurgische Kupferherstellung
mit einem Reinheitsgrad, der mindestens dem Reinheitsgrad gemäß Stand der Technik
entspricht und deutlich über 99,5 Gew.-% liegen kann.
1. Verfahren zur pyrometallurgischen Erzeugung von Kupfer in einem Konverter, mit folgenden
Merkmalen:
a) Chargieren des Konverters mit kupferhaltiger Schmelze,
b) Behandlung der Schmelze derart, dass Fremdbestandteile in eine Schlacke überführt
werden, bis die Schmelze überwiegend nur noch aus Cu2S besteht,
c) Entfernen der Schlacke aus dem Konverter,
d) Einblasen von Gas in die Cu2S-haltige Schmelze zur Erstellung einer weitestgehend reinen Kupferschmelze durch
Entfernung von Schwefel,
e) Entleeren des Konverters in ein nachgeschaltetes Aggregat, wobei
f) auch während der Verfahrensstufen a), b), c) und e) Gas in die jeweilige Schmelze
eingeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem während der Verfahrensstufe a) ein überwiegend
aus Sauerstoff bestehendes Gas in die Schmelze eingeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem während der Verfahrensstufe b) ein überwiegend
aus Sauerstoff bestehendes Gas in die Schmelze eingeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem während der Verfahrensstufe d) ein überwiegend
aus Sauerstoff bestehendes Gas in die Schmelze eingeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem während der Verfahrensstufe e) ein überwiegend
aus Sauerstoff bestehendes Gas in die Schmelze eingeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem zumindest in der zweiten Hälfte der Verfahrensstufe
e) das zugeführte Gas zumindest teilweise ein Inertgas ist.
7. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Einleiten von Gas über eine Vielzahl von Gasspülelementen
erfolgt, die in vorwählbarer Kombination und/oder mit vorwählbarem Gasdruck und mit
gleichen oder unterschiedlichen Gasen beschickbar sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem das Einleiten des Gases so erfolgt, dass die Schlacke
bei der Verfahrensstufe c) gezielt in Richtung einer Entnahmeöffnung geleitet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem während sämtlicher Verfahrensstufen ununterbrochen
Gas in die Schmelze eingeleitet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem das Gas während der einzelnen Verfahrensstufen
in unterschiedlicher Zusammensetzung, Menge und/oder mit unterschiedlichem Gasdruck
eingeleitet wird.
1. A method for the pyrometallurgical production of copper in a converter, comprising
the following features:
a) charging of the converter with copper-containing melt,
b) treatment of the melt in such a way that foreign components are converted into
a slag, until the melt predominantly consists solely of Cu2S,
c) removal of the slag from the converter,
d) blowing of gas into the Cu2S-containing melt in order to establish a largely pure copper melt by removal of sulphur,
e) emptying of the converter into a downstream unit, whereby
f) gas is also introduced into the respective melt during process steps a), b), c)
and e).
2. The method according to claim 1, wherein a gas consisting predominantly of oxygen
is introduced into the melt during process step a).
3. The method according to claim 1, wherein a gas consisting predominantly of oxygen
is introduced into the melt during process step b).
4. The method according to claim 1, wherein a gas consisting predominantly of oxygen
is introduced into the melt during process step d).
5. The method according to claim 1, wherein a gas consisting predominantly of oxygen
is introduced into the melt during process step e).
6. The method according to claim 1, wherein the gas supplied is at least partially an
inert gas at least in the second half of process step e).
7. The method according to claim 1, wherein the introduction of gas takes place via a
plurality of gas rinsing elements, which can be charged in a preselectable combination
and/or with a preselectable gas pressure and with the same or different gases.
8. The method according to claim 7, wherein the introduction of the gas takes place in
such a way that the slag is conveyed selectively in process step c) in the direction
of a removal opening.
9. The method according to claim 1, wherein gas is introduced into the melt uninterruptedly
during all the process steps.
10. The method according to claim 9, wherein the gas is introduced in a different composition,
quantity and/or with different gas pressure during the individual process steps.
1. Procédé d'obtention pyrométallurgique de cuivre dans un convertisseur, avec les caractéristiques
suivantes :
a) chargement du convertisseur avec la matière fondue cuprifère,
b) traitement de la matière fondue de telle sorte que les composants étrangers soient
transférés dans une scorie jusqu'à ce que la matière fondue ne consiste plus en majeure
partie qu'en Cu2S,
c) élimination de la scorie du convertisseur,
d) soufflage de gaz dans la matière fondue contenant le Cu2S pour la réalisation, par élimination du soufre, d'un bain de cuivre fondu pur dans
une très large mesure,
e) vidage du convertisseur dans un organe en aval, sachant que
f) même pendant les étapes de procédé a), b), c) et e), du gaz est insufflé dans la
matière fondue respective.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, pendant l'étape a) du procédé, un gaz
qui consiste essentiellement en oxygène est introduit dans la matière fondue.
3. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, pendant l'étape b) du procédé, un gaz
qui consiste essentiellement en oxygène est introduit dans la matière fondue.
4. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, pendant l'étape d) du procédé, un gaz
qui consiste essentiellement en oxygène est introduit dans la matière fondue.
5. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, pendant l'étape e) du procédé, un gaz
qui consiste essentiellement en oxygène est introduit dans la matière fondue.
6. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, dans la deuxième moitié au moins de
l'étape e) du procédé, le gaz introduit est au moins en partie un gaz inerte.
7. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'introduction du gaz s'effectue par
une multitude d'éléments de balayage par gaz qui peuvent être alimentés en combinaisons
présélectionnables et/ou à pression de gaz présélectionnable et avec les mêmes gaz
ou des gaz différents.
8. Procédé selon la revendication 7, dans lequel l'introduction du gaz s'effectue de
telle sorte que, dans l'étape c) du procédé, les scories sont conduites de façon ciblée
en direction d'une ouverture de soutirage.
9. Procédé selon la revendication 1, dans lequel du gaz est introduit de façon ininterrompue
dans la matière fondue pendant toutes les étapes du procédé.
10. Procédé selon la revendication 9, dans lequel le gaz est introduit pendant les différentes
étapes du procédé en différentes compositions, en différents débits et/ou à différentes
pressions de gaz.