[0001] Die Erfindung betrifft ein Bearbeitungssystem zur Bearbeitung von Werkstücken, insbesondere
von auf einer Fertigungsstraße angeordneten Werkstücken, sowie eine Werkzeugeinheit
zur Bearbeitung eines Werkstücks mit einem elektrischen steuerbaren Bearbeitungswerkzeug.
Insbesondere betrifft die Erfindung ein Bearbeitungssystem und eine Werkzeugeinheit
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 bzw. des Patentanspruchs
21.
[0002] Ein derartiges Bearbeitungssystem und eine derartige Werkzeugeinheit werden typischerweise
in der Montagetechnik, insbesondere bei der Automobilfertigung, eingesetzt. Ein derartiges
Bearbeitungssystem und eine derartige Werkzeugeinheit finden sich jedoch auch in anderen
Anwendungsgebieten, bei denen bei dem Zusammenbau eines Produkts mehrere einzelne
Montageschritte nacheinander an verschiedenen Positionen durchgeführt werden, zum
Beispiel bei der Serienfertigung von HiFi-Geräten etc.
[0003] Herkömmlicherweise besteht eine relativ feste Zuordnung der Bearbeitungswerkzeuge
zu den Montageabschnitten oder Bearbeitungsbereichen und somit ergeben sich hierbei
Probleme, wenn beispielsweise ein neuer Bearbeitungsschritt hinzugefügt und deshalb
ein neues Werkzeug bei der sequentiellen Bearbeitung eingeführt werden muss. Gleichermaßen
ergeben sich Probleme, wenn lediglich die Bearbeitungsreihenfolge der einzelnen Bearbeitungsschritte
geändert werden soll. Mit herkömmlichen im Kabelschlepp arbeitenden Bearbeitungswerkzeugen
ist dies nicht oder nur sehr umständlich möglich und die Erfindung bezieht sich insbesondere
auf ein Bearbeitungssystem und ein Bearbeitungswerkzeug, welche diese Probleme beseitigen
können.
[0004] Die voranstehend erwähnten Probleme werden nachstehend im Zusammenhang mit den beigefügten
Figuren näher erläutert.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0005] Wie in Fig. 1 gezeigt ist es derzeit in der Montagetechnik üblich ein Bearbeitungswerkzeug,
insbesondere ein handgeführtes elektrisch steuerbares Bearbeitungswerkzeug wie einen
Einfachschrauber oder einen Mehrfachschrauber 1, über eine Verbindungsstange 2 mit
einer Halteeinheit 3 zu verbinden, die in einer Verschiebhalteeinrichtung 4 aufgenommen
ist, wobei die Halteeinheit 3 verschiebbar in der Verschiebehalteeinrichtung 4 bewegbar
ist. Bei der Halteeinheit 3 handelt es sich üblicherweise um einen Laufkasten oder
eine Laufkatze, die mit einigen Rollen versehen ist, die in eine Laufschiene mit beispielsweise
U-förmigem Profil eingehängt sind, die als Verschiebehalteeinrichtung 4 verwendet
wird.
[0006] Wie schematisch in Fig. 1 dargestellt muss das Bearbeitungswerkzeug 1 natürlich mit
Energie versorgt werden, wofür eine Kabelschleppeinrichtung 3
1, 3
2, 3
3 ... 3
n verwendet wird. Typischerweise wird das an sich bei der Bearbeitung störende Kabel
5 für die Energiezuführung in Kabelhalteeinheiten 3
1, 3
2, 3
3 ... 3
n eingehängt, die ebenfalls in der Laufschiene 4 angeordnet sind. Das Bezugszeichen
6 in Fig. 1 bezeichnet eine Endbefestigung des Kabels 5 bevor dieses an eine Steuereinheit
STE für das Bearbeitungswerkzeug geführt wird. Über die KabelschleppEinrichtung werden
nicht nur die Energiezuführungsleitungen geführt, sondern auch Steuerleitungen und
Datenleitungen, da die Steuereinheit STE das Bearbeitungswerkzeug auf vorgegebene
Bearbeitungsparameter zur Ausführung eines vorgegebenen Bearbeitungsvorgangs einstellt
und unter Umständen auch Rückmeldungen von dem Bearbeitungswerkzeug 1 an die Steuereinheit
STE durchgeführt werden müssen, zum Beispiel Informationen über das abschließend erzielte
Drehmoment an festgezogenen Schrauben.
[0007] Ferner ist die Laufschiene 4 natürlich nicht auf eine rein gerade Konfiguration beschränkt,
wie in Fig. 1 gezeigt, sondern auch gebogene Ausbildungen sind denkbar, so dass das
Bearbeitungswerkzeug auch kurvenförmig entlang der Laufschiene 4 bewegbar ist.
[0008] Natürlich wird in einer Montagestraße nicht nur ein einzelnes Bearbeitungswerkzeug,
wie in Fig. 1 gezeigt, benötigt, sondern typischerweise werden mehrere Bearbeitungswerkzeuge
1-1, 1-2 abschnittsweise BA1, BA2 in eine Laufschiene 4 eingehängt, wie in Fig. 2a
gezeigt. In Fig. 2a bezeichnet das Bezugszeichen 8 ein sich bewegendes Band, WST1,
WST2 Werkestücke, beispielsweise Fahrzeuge, die sich mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit
v von einem Bearbeitungsbereich BA1 zu einem anderen Bearbeitungsbereich BA2 bewegen,
die Bezugszeichen 3-1, 3-2 bezeichnen die bereits in Fig. 1 gezeigten Halteeinheiten
(Laufkatzen) und die Bezugszeichen 5-1, 5-2 bezeichnen die jeweiligen Kabel zwischen
den Bearbeitungswerkzeugen 1-1, 1-2 und den jeweiligen Steuereinheiten ST1, ST2.
Wie in Fig. 2a gezeigt ist die gesamte Montage in Bearbeitungsabschnitte oder Bearbeitungsbereiche
BA1, BA2 etc. unterteilt, wobei jedes Bearbeitungswerkzeug 1-1, 1-2 nur in dem jeweiligen
ihm zugeordneten Bearbeitungsbereich entlang der Schiene 4 bewegbar sein soll. Dafür
werden Bereichsüberschreitungsdetektoren für eine minimale Warngrenze 7-1 und eine
maximale Warngrenze 7-2 bzw. 7-4 und 7-3 vorgesehen, so dass ein Alarm ausgegeben
wird, wenn die Werkzeuge die Bereiche verlassen. Ferner ist es möglich, Detektoren
vorzusehen, die dann, wenn eine drastische Bereichsüberschreitung stattfindet, einen
Bandstopp des Fertigungsbands 8 veranlassen. Die Steuereinheiten ST1, ST2 können auch
von einer Zentralverarbeitungseinrichtung ZV, beispielsweise über Funk oder Infrarot
oder über Kabel gemeinsam gesteuert werden.
[0009] Beispielsweise wird in einem Bearbeitungsbereich BA1 in Fig. 2a eine Türe montiert,
so dass die Steuereinheit ST1 das Werkzeug 1-1, WZ1 auf vorgegebene Parameter für
die Befestigung von Schrauben an den Türen einstellt. Im Bearbeitungsbereich BA2 wird
beispielsweise mit dem Werkzeug 1-2, WZ2 ein Kofferraumdeckel montiert, so dass die
Steuereinheit ST2 das Bearbeitungswerkzeug 1-2, WZ2 auf entsprechende Parameter dafür
einstellt. In der Automobiltechnik beträgt die Länge der jeweiligen Bearbeitungsabschnitte
beispielsweise 6m bis 12m.
[0010] In Fig. 2a lässt sich bereits ein grundlegendes Problem eines derartigen Bearbeitungssystems
SYS des Standes der Technik erkennen. Da die Kabelschleppeinrichtung 5-1, 5-2 ebenfalls
über Laufkatzen in die Schiene 4 eingehängt werden muss, muss bei der Bedienung des
jeweiligen Werkzeugs jeweils der gesamte Kabelbaum hin und her bewegt werden, was
sehr Bediener-unfreundlich ist. Zudem müssen, wenn ein weiteres Bearbeitungswerkzeug
eingeführt werden soll, zum Beispiel wenn der Bearbeitungsabschnitt BA2 in zwei weitere
Unterabschnitte unterteilt werden soll, die gesamten Laufkatzen des Kabelschlepps
sowie der Halteeinrichtung ausgewechselt werden, was extrem aufwendig ist. Dabei ist
es unter Umständen auch erforderlich, die Links-Rechts-Anordnung von Werkzeug und
Steuereinheit zu vertauschen, so dass sich auch deshalb eine Notwendigkeit ergeben
kann den gesamten Kabelschlepp sowie die Halteeinheiten 3-1, 3-2 aus der Laufschiene
4 herauszunehmen. Ferner müssen die Endschalter, d.h. die Bereichsüberschreitungsdetektoren
7-1 ... 7-4 an der Laufschiene neu eingerichtet werden. Jedes Bearbeitungswerkzeug
benötigt zudem einen einzelnen Kabelbaum. Alternativ, wenn eine flexible Verwendung
von Werkzeugen und ein flexibler Wechsel von Werkzeugen vorgesehen werden soll, müsste
eine parallele neue Schiene angeordnet werden, mit neuen Werkzeugen.
[0011] Das Einfügen von neuen Werkzeugen bzw. von neuen Bearbeitungsabschnitten oder Bearbeitungsbereichen
wird generell als "Umtakten" der Montagestraße bezeichnet. Dies wird näher in Fig.
2b erläutert. Die gesamte Montagestraße ist in einer Anzahl von Bearbeitungsabschnitten
BA1 ... BA6 unterteilt, wobei in jedem Bearbeitungsabschnitt ein definierter Bearbeitungsvorgang
ausgeführt werden soll, zum Beispiel das Festschrauben der Türe, des Sitzes, des Sichtfensters,
der Motorhaube, der Räder etc. Pro Bearbeitungsabschnitt BA1 ... BA6 sind typischerweise
sogar zwei oder mehrere Bearbeitungswerkzeuge 1-1, 1-2 vorgesehen, d.h. in jedem in
Fig. 2b gezeigten Bearbeitungsbereich kann die Anordnung in Fig. 2a einmal vorhanden
sein.
[0012] Wenn beispielsweise die Reihenfolge der Schritte BA1 ... BA6 verändert werden soll,
zum Beispiel derart, dass die Motorhaube vor dem Sichtfenster montiert werden soll,
so muss die Reihenfolge von BA4 mit BA3 vertauscht werden. Dies wird als Umtakten
des Bearbeitungssystems SYS bezeichnet. Wie voranstehend erläutert muss dabei das
Werkzeug mit seiner Halteeinheit sowie der gesamte Kabelschlepp ausgetauscht werden,
was äußerst umständlich ist.
Wenn ein neuer Takt eingeführt werden soll, beispielsweise die Befestigung einer Batterie
im Bearbeitungsschritt BA4' zwischen der Befestigung der Motorhaube und der Räder
in den Bearbeitungsschritten BA4, BA5, so müssen sämtliche aufgehängten Kabel beiseite
geschoben werden oder eine neue Schiene in einem zusätzlichen Takt eingeführt werden.
Dabei müssen auch wiederum die Positionsüberschreitungsdetektoren neu eingerichtet
werden. Das Umtakten sowie die Erweiterung einer Montagestrecke ist also sehr aufwendig
und der Kabelschlepp ist Bediener-unfreundlich.
ZUSAMNENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0013] Wie voranstehend unter Bezugnahme auf die Fig. 1 und auf die Fig. 2a, 2b erläutert
ist es im Stand der Technik nicht einfach möglich ein Umtakten oder eine Erweiterung
der Montagestrecke vorzunehmen, im wesentlichen deshalb, weil die jeweiligen Werkzeugeinheiten
mechanisch relativ fixiert den einzelnen Bearbeitungsabschnitten zugeordnet sind und
ein Austausch nicht leicht möglich ist.
[0014] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin ein Bearbeitungssystem und eine Werkzeugeinheit
bereitzustellen, die eine einfache Umtaktung bzw. Erweiterung einer Montagestraße
mit Werkzeugeinheiten in einer einfachen und Bediener-freundlichen Weise ermöglicht.
[0015] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Bearbeitungssystem (Anspruch 1) zur Bearbeitung
von Werkstücken, insbesondere von auf einer Fertigungsstraße angeordneten Werkstücken,
umfassend: eine Vielzahl von Werkzeugeinheiten jeweils mit einem elektrischen steuerbaren
Bearbeitungswerkzeug und einer Halteeinheit; eine Verschiebehalteeinrichtung, in der
die Halteeinheiten sequentiell aufgenommen sind, wobei die Halteeinheiten in der Verschiebeeinrichtung
verschiebbar aufgenommen sind; und eine Vielzahl von Steuereinheiten jeweils zur Einstellung
eines jeweiligen Bearbeitungswerkzeugs auf einen Satz von vorgegebenen Bearbeitungsparametern
zur Ausführung eines vorgegebenen Bearbeitungsvorgangs; wobei jede Werkzeugeinheit
eine Positionsbestimmungseinheit umfasst, die die Position der jeweiligen Werkzeugeinheit
entlang der Verschiebehalteeinrichtung bestimmt; die Steuereinheit Teil der Werkzeugeinheit
ist; und die Steuereinheit die Einstellung des jeweiligen Bearbeitungswerkzeugs auf
einen jeweiligen Bearbeitungsparametersatz in Abhängigkeit von der durch die Positionsbestimmungseinheit
bestimmten Position der Werkzeugeinheit vornimmt.
[0016] Diese Aufgabe wird auch gelöst durch eine Werkzeugeinheit (Anspruch 21) eines Bearbeitungssystems
zur Bearbeitung von Werkstücken, insbesondere von auf einer Fertigungsstraße angeordneten
Werkstücken, umfassend ein elektrisch steuerbares Bearbeitungswerkzeug; und eine Halteeinheit
zur Aufnahme in eine Verschiebehalteeinrichtung des Bearbeitungssystems; wobei eine
Steuereinheit vorgesehen ist, zur Einstellung des Bearbeitungswerkzeugs auf einen
Satz von vorgegebenen Bearbeitungsparametern zur Ausführung eines vorgegebenen Bearbeitungsvorgangs;
jede Werkzeugeinheit eine Positionsbestimmungseinheit umfasst, die die Position der
jeweiligen Werkzeugeinheit entlang der Verschiebehalteeinrichtung bestimmt; und die
Steuereinheit die Einstellung des jeweiligen Bearbeitungswerkzeugs auf einen jeweiligen
Bearbeitungsparametersatz in Abhängigkeit von der durch die Positionsbestimmungseinheit
bestimmten Position der Werkzeugeinheit vornimmt.
[0017] Erfindungsgemäß werden Werkzeugeinheiten über ihre jeweilige Halteeinheit in die
Verschiebehalteeinrichtung eingehängt, wobei jede Werkzeugeinheit autonom ihre Position
entlang der Verschiebehalteeinrichtung bestimmen kann. Eine Steuereinrichtung, die
ein Teil dieser einhängbaren Werkzeugeinheit ist, arbeitet direkt mit der Positionsbestimmungseinheit
zusammen und stellt das Bearbeitungswerkzeug in Abhängigkeit von der Position auf
bestimmte Bearbeitungsparameter ein. Bei einer Umtaktung müssen somit lediglich andere
Parametersätze in der jeweiligen Steuereinheit der Werkzeugeinheit vorgegeben werden.
Bei einer Erweiterung muss lediglich die Zuordnung von Bearbeitungsparametersatz und
Positionsbereich neu eingestellt werden.
VORTEILHAFTE AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0018] Vorzugsweise (Anspruch 2, 22) sind in den jeweiligen Steuereinheiten eine Vielzahl
von Bearbeitungsparametersätzen jeweils bestimmten Positionsbereichen zugeordnet,
so dass lediglich durch die Verschiebung der jeweiligen Werkzeugeinheit eine andere
Bearbeitungsaufgabe zugeordnet werden kann.
[0019] Eine Zentralverarbeitungseinheit (Anspruch 4) kann vorgesehen werden, um bei Einfügung
einer neuen Werkzeugeinheit die Bearbeitungsparametersätze und/oder die Positionsbereiche
in den jeweiligen Steuereinheiten der Werkzeugeinheiten neu zu konfigurieren. Damit
wird zentral eine Neuumtaktung des gesamten Systems ermöglicht, ohne dass es einem
Austausch der Werkzeugeinheiten bedarf.
[0020] Obwohl die Werkzeugeinheiten mit einem herkömmlichen Kabelschlepp versehen sein können,
um Energie an die Steuereinheiten zuzuführen, umfasst eine weitere Ausführungsform
des Bearbeitungssystems (Anspruch 5) eine Energiezuführungseinrichtung zur Zuführung
von Energie an die jeweiligen Steuereinheiten, wobei die Energiezuführungseinrichtung
Teil der Verschiebehalteeinrichtung ist und die Verschiebehalteeinrichtung und die
Halteeinheiten so ausgebildet sind, dass die elektrische Energie unabhängig von der
Position der Werkzeugeinheit mindestens an die Steuereinheit der Werkzeugeinheiten
geliefert wird. Das heißt, vorzugsweise wird die Energiezuführung über die Verschiebehalteinrichtung
vorgenommen, so dass es eines Kabelschlepps im herkömmlichen Sinn nicht bedarf.
[0021] Vorzugswiese ist die Verschiebehalteinrichtung eine Laufschiene und die Halteeinheit
der jeweiligen Werkzeugeinheit ist ein in die Halteschiene eingehängter Laufkasten
(Anspruch 6), wobei in die Laufschiene ein Stromleiter integriert ist und die Laufkästen
eine Stromabnehmereinrichtung umfassen, um Strom an die jeweilige Steuereinheit von
dem Stromleiter abzunehmen und zuzuführen (Anspruch 7, 23, 24). Somit wird jede Werkzeugeinheit
völlig unabhängig von irgendwelchen Kabeln, insbesondere unabhängig von der Energiezuführung
über Kabel.
[0022] Ferner ist es vorteilhaft in die Laufschiene eine integrierte Datenleitung oder integrierte
Datenschiene einzubauen (Anspruch 18), wobei der jeweilige Laufkasten der Werkzeugeinheit
eine Datenabnahmeeinrichtung umfasst, um Daten von der Datenschiene abzunehmen und
an die jeweilige Steuereinheit der Werkzeugeinheit zu führen. Somit kann ein bidirektionale
Datenkommunikation zwischen den jeweiligen Steuereinheiten und der Zentralverarbeitungseinheit
vorgenommen werden, ohne dass irgendwelche Kabel gezogen werden müssen.
[0023] Es ist jedoch auch möglich (Anspruch 17), die Datenkommunikation zwischen den Steuereinheiten
und der Zentralverarbeitungseinheit über eine Funkschnittstelle oder eine Infrarotschnittstelle
auszuführen. Ferner ist es möglich, dass Datensignale für die Datenkommunikation zwischen
der Zentralverarbeitungseinheit und der Steuereinheit über Kommunikationssignale vorgenommen
wird, die auf die Stromschiene moduliert sind (Anspruch 19).
[0024] Ferner ist es vorteilhaft, dass die Steuereinheit eine Alarmeinrichtung umfasst,
die einen Alarm ausgibt, wenn die Steuereinheit aufgrund der von der Positionsbestimmungseinrichtung
bestimmten Position bestimmt, dass eine Positionsbereichsüberschreitung stattgefunden
hat (Anspruch 29, 30).
[0025] Die Positionsbestimmungseinrichtung bestimmt vorzugsweise die relative Entfernung
zu einem Bezugspunkt entlang der Verschiebehalteinrichtung (Anspruch 8, 25).
[0026] Wenn die Laufschienen oder ein Teil der Laufschiene aus einem leitfähigen Material
gebildet ist, zum Beispiel einem leitfähigen Kunststoff, so kann die jeweilige Positionsbestimmungseinrichtung
die Positionsbestimmung von dem Anfangspunkt der Schiene als Bezugspunkt mittels einer
Spannungsabfallmessung bestimmen (Anspruch 9, 26).
[0027] Ferner kann in die Laufschiene ein Widerstandsmessstreifen integriert sein, so dass
lediglich der Widerstand entlang der Stromschiene gemessen werden muss (Anspruch 10,
26).
[0028] Ferner ist es möglich, dass die Positionsbestimmungseinrichtung die Position zu einem
bestimmten Bezugspunkt, beispielsweise dem Anfang der Schiene, mittels einer Laserentfernungsmessung
ausführt (Anspruch 11, 27).
[0029] Das Bearbeitungssystem kann ferner eine Werkstückpositions-Bestimmungseinrichtung
umfassen, um die Position der jeweiligen Werkstücke auf der Fertigungsstraße zu bestimmen
(Anspruch 12). Die Werkstückpositions-Bestimmungseinrichtung kann eine Werkstückgeschwindigkeits-Erfassungseinrichtung
umfassen (Anspruch 13), um die Position eines Werkstücks bestimmen zu können.
[0030] Ferner ist es möglich, dass die Zentralverarbeitungseinrichtung Energie an die Energiezuführungseinrichtung
der Verschiebehalteeinrichtung liefert (Anspruch 14), wobei entweder die Zentralverarbeitungseinrichtung
oder jede Werkzeugeinheit einen Spannungswandler umfassen kann (Anspruch 15, 16).
Mit der letzteren Ausführungsform wird eine vorgegebene Spannung an jede Steuereinheit
geliefert, die dann die Spannung in die jeweils für das Bearbeitungswerkzeug notwendige
Spannung umwandelt.
[0031] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Verbesserungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben. Ferner sei darauf hingewiesen, dass die Erfindung auch
weitere Ausführungsformen umfasst, die sich aus einer Kombination von Merkmalen ergeben,
die getrennt in den Patentansprüchen und/oder der Figurenbeschreibung aufgeführt sind.
[0032] Nachstehend wird die Erfindung anhand ihrer vorteilhaften Ausführungsformen unter
Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0033] In den Zeichnungen bezeichnen die gleichen oder ähnlichen Bezugszeichen gleiche oder
ähnliche Teile. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- ein herkömmliches Bearbeitungssystem mit einer Werkzeugeinheit im Kabelschlepp;
- Fig. 2a
- die Anordnung von mehreren Werkzeugeinheiten in verschiedenen Bearbeitungsabschnitten
gemäß dem Stand der Technik;
- Fig. 2b
- eine Erläuterung der Umtaktung und Einfügung von weiteren Bearbeitungsschritten in
einer Montagestraße;
- Fig. 3
- ein Überblicksdiagramm des erfindungsgemäßen Bearbeitungssystems mit erfindungsgemäßen
Werkzeugeinheiten; und
- Fig. 4
- eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Werkzeugeinheit bzw. der Verschiebehalteeinrichtung
des Bearbeitungssystems.
PRINZIP DER ERFINDUNG
[0034] Fig. 3 zeigt ein Blockdiagramm des erfindungsgemäßen Bearbeitungssystems SYS. Das
Bearbeitungssystem SYS ist für die Bearbeitung von Werkstücken WST1, insbesondere
von auf einer Fertigungsstraße 8 angeordneten Werkstücken WST1, vorgesehen. Es umfasst
eine Vielzahl von Werkzeugeinheiten WE1, WE2, ..., WEn und eine Verschiebehalteeinrichtung
4.
[0035] Jede Werkzeugeinheit WE1, WE2, ..., WEn gemäß der Erfindung umfasst eine Halteeinheit
3-1, 3-2, ..., 3n, die jeweils in der Verschiebehalteeinrichtung 4 verschiebbar und
sequentiell aufgenommen sind. Ferner sind eine Vielzahl von Steuereinheiten ST1, ST2,
..., STn vorgesehen, um die jeweiligen Bearbeitungswerkzeuge WZ1, WZ2, WZn auf einen
vorgegebenen Satz von Bearbeitungsparametern zur Ausführung eines vorgegebenen Bearbeitungsvorgangs
einzustellen. Derartige Bearbeitungsparameter sind beispielsweise ein vorgegebenes
Drehmoment für einen Einfach- oder Mehrfachschrauber, zum Beispiel zum Anziehen von
Schrauben an bestimmten Teilen einer Automobilkarosserie.
[0036] Wie in Fig. 3 gezeigt, ist auch das Bearbeitungssystem SYS gemäß der Erfindung in
einzelne Takte oder Bearbeitungsabschnitte BA1, BA2, ..., BAn aufgeteilt, wobei in
jedem Bearbeitungsabschnitt ein oder mehrere Werkzeugeinheiten WE vorhanden sein können.
Jedem Bearbeitungsabschnitt bzw. jedem Bearbeitungswerkzeug ist dabei ein bestimmter
Bearbeitungsvorgang zugeordnet, der auch aus mehreren Arbeitsgängen bestehen kann,
zum Beispiel das Anziehen von Schrauben an einem Zylinderkopf sowie das Montieren
des Zylinderkopfs in der Automobilkarosserie. Wie in einer Fertigungsstraße üblich,
bewegen sich die Werkstücke WST1, z.B. Automobilkarosserien, auf der Fertigungsstraße
8 mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit v.
[0037] Gemäß der Erfindung, im Gegensatz zu der in Fig. 1 gezeigten Werkzeugeinheit, umfasst
die erfindungsgemäße Werkzeugeinheit WE1, WE2, ..., WEn die Halteeinheit 3-1, 3-2,
..., 3n, eine Positionsbestimmungseinheit PBE1, PBE2, ..., PBEn, die die Position
der jeweiligen Werkzeugeinheit entlang der Verschiebehalteeinrichtung 4 bestimmt,
und die Steuereinheit ST1, ST2, ..., STn selbst ist Teil der jeweiligen Werkzeugeinheit.
Die Steuereinheit stellt die jeweiligen Bearbeitungswerkzeuge auf einen jeweiligen
Bearbeitungsparametersatz in Abhängigkeit von der durch die Positionsbestimmungseinheit
bestimmten Position der Werkzeugeinheit ein. Dafür sind in der Steuereinheit ST1,
ST2, ..., STn jeweils ein Speicher MEM1, MEM2, ..., MEMn vorgesehen, in denen ein
oder mehrere Bearbeitungsparametersätze gespeichert sind. Diese Bearbeitungsparametersätze
sind jeweils bestimmten Positionsbereichen der Werkzeugeinheit entlang der Verschiebehalteeinrichtung
4 zugeordnet. Derartige Bearbeitungsparametersätze können zum Beispiel von der Zentralverarbeitungseinheit
ZV über eine Netzverbindung EN (beispielsweise ein Ethernet) eingestellt werden. So
kann die Zentralverarbeitungseinheit beispielsweise beim Umtakten der Bearbeitungsabschnitte
BA1, BA2, ..., BAn oder bei der Erweiterung der Bearbeitungsabschnitte, beispielsweise
der Hinzufügung eine Werkzeugeinheit oder der Hinzufügung eines Bearbeitungsabschnitts,
die Bearbeitungsparametersätze und/oder die Positionsbereiche neu konfigurieren.
[0038] Das heißt, über die Positionsbestimmungseinheit wird die Position des Werkzeugs erkannt
und somit können Bearbeitungsbereiche mit Min/Max-Grenzen für einen Bandstopp oder
einer Alarmausgabe festgelegt werden. Zum Beispiel umfasst die Werkzeugeinheit auch
eine Alarmeinrichtung in der Steuereinheit zur Ausgabe eines Alarms, wenn die Steuereinheit
aufgrund der von der PositionsbestimmungsEinrichtung PBE bestimmten Position bestimmt,
dass eine Positionsbereichsüberschreitung stattgefunden hat. Da aber die Positionsmessung
autonom von der jeweiligen Werkzeugeinheit durchgeführt wird, ist es nicht erforderlich,
mechanische Anschläge an der Verschiebehalteeinrichtung 4 vorzusehen.
[0039] Natürlich benötigt auch das Bearbeitungssystem SYS der Fig. 3 eine Energiezuführungseinrichtung
zur Zuführung von Energie jeweils an die Steuereinheiten, im einfachsten Fall auch
über einen Kabelschleppmechanismus. In vorteilhafter Weise ist erfindungsgemäß die
Energiezuführungseinrichtung Teil der Verschiebehalteeinrichtung 4 und die Verschiebehalteeinrichtung
4 und die Halteeinheiten 3-1, 3-2, ..., 3n sind so ausgebildet, dass die elektrische
Energie unabhängig von der Position der Werkzeugeinheit mindestens an die Steuereinheit
der Werkzeugeinheiten geliefert wird. Das heißt, eine Stromversorgung SVS ist mit
der Verschiebehalteeinrichtung 4 bzw. mit der Energiezuführungseinrichtung der Verschiebehalteeinrichtung
4 verbunden und liefert Energie zumindest an die Steuereinheit ST1, ST2, STn. Je nach
Spannung der Stromversorgung SVS kann eine getaktete Stromversorgung bzw. ein Trafo
in den Steuereinheiten ST1, ST2, ..., STn vorgesehen sein, um die zugeführte Energie
(Spannung) in eine für das jeweilige Bearbeitungswerkzeug WZ1, WZ2, WZn geeignete
Spannung umzuwandeln.
[0040] Es ist jedoch auch möglich, dass ein zentraler Trafo in der Stromversorgung SVS vorgesehen
wird, so dass dann über die Energiezuführungseinrichtung der Verschiebehalteeinrichtung
4 eine Spannung mit einem geänderten Pegel übertragen wird, so dass in den jeweiligen
Steuereinheiten ST1, ST2, ..., STn lediglich eine getaktete Stromversorgung vorgesehen
werden muss.
[0041] Typischerweise arbeiten die Bearbeitungswerkzeuge mit einer Gleichspannung von 160V,
so dass in diesem Fall von der zentralen Stromversorgung SVS eine Spannung von lediglich
110 V (abwärts gewandelt durch den Trafo) über die Verschiebehalteeinrichtung 4 übertragen
wird und dann in den jeweiligen Steuereinheiten die Umwandlung von 110V → 160 V stattfindet.
[0042] Deshalb kann ein Spannungswandler in der Stromversorgungseinrichtung SVS oder in
den jeweiligen Steuereinheiten ST1, ST2, ..., STn angeordnet werden, wobei die Anordnung
des Spannungswandlers in der Stromversorgung SVS besonders bevorzugt ist, da eine
niedrigere Spannung über die Verschiebehalteeinrichtung 4 bzw. deren Energiezuführungseinrichtung
übertragen werden kann.
[0043] Wie sich der vorangehenden Beschreibung entnehmen lässt, löst die voranstehend beschriebene
Werkzeugeinheit und das Bearbeitungssystem mit derartigen Werkzeugeinheiten, die eine
Halteeinheit, eine Steuereinheit, eine Positionsbestimmungseinheit und ein Bearbeitungswerkzeug
umfassen, bereits ohne die spezielle Ausbildung der Energiezuführungseinrichtung die
Aufgabe der Erfindung. Während es beim Stand der Technik beim Umtakten erforderlich
war, die einzelnen Bearbeitungseinheiten in den einzelnen Bearbeitungsabschnitten
auszutauschen, können erfindungsgemäß die einzelnen Bearbeitungseinheiten ihre absolute
Position entlang der einzelnen Bearbeitungsabschnitte beibehalten, wobei einfach durch
die Zuordnung von neuen Bearbeitungsparametersätzen ein anderer Bearbeitungsvorgang
ausgeführt werden kann. Dies gilt gleichermaßen, wenn das Bearbeitungssystem um eine
oder mehrere Werkzeugeinheiten erweitert werden sollte.
[0044] Wenn beispielsweise zwischen BA1 und BA2 eine weitere Werkzeugeinheit bzw. ein weiterer
Bearbeitungsschritt eingeführt werden soll, so ist es lediglich erforderlich, eine
weitere Werkzeugeinheit am Punkt BP auf die Verschiebehalteeinrichtung 4 aufzureihen
und dann eine erneute Zuordnung von Bearbeitungsvorgängen und Positionsbeziehungen
einzurichten. So übernimmt zum Beispiel die neu aufgeschobene Werkzeugeinheit die
nun die Erste auf der linke Seite ist, die Funktion von WE1 und der WE1 wird die Funktion
der neu einzufügenden Einheit zugewiesen.
[0045] Es ist natürlich insbesondere vorteilhaft, wenn die Energiezuführung sowie die Datenkommunikation
mit der Zentralverarbeitungseinrichtung ZV ebenfalls über die Verschiebehalteeinrichtung
4 vorgenommen wird. Bei den Bearbeitungswerkzeugen kann es sich beliebig um handgeführte
Einzelwerkzeuge oder Mehrfachbearbeitungswerkzeuge handeln.
[0046] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die Zentralverarbeitungseinrichtung
ZV, die einen Zentralrechner ZR, einen Leitrechner LR und einen Koppel-PC KPC umfasst,
mit der Fertigungsstraße 8 in Kommunikation steht, wobei eine Werkstückpositions-Bestimmungseinrichtung
vorgesehen ist, um die Position der jeweiligen Werkstücke WST auf einer Fertigungsstraße,
über der die Verschiebehalteeinrichtung 4 vorgesehen ist, zu bestimmen.
[0047] Die Werkstückpositions-Bestimmungseinrichtung kann beispielsweise eine Werkstückgeschwindigkeits-Erfassungseinrichtung
zur Erfassung der Werkstückgeschwindigkeit v umfassen, so dass beispielsweise der
Eintritt des Werkstücks in den Bearbeitungsbereich BA1 erfasst wird und dann über
die Geschwindigkeitsmessung die jeweilige Position des Werkstücks entlang des Transportsystems
8 bestimmt werden kann. Somit kann erkannt werden, in welchem Bearbeitungsbereich
BA1, BA2, ..., BAn sich die jeweiligen Werkstücke WST1, WST2, ..., WSTn befinden und
mit dieser Information kann die Zentralverarbeitungseinrichtung ZV gezielte Prozessvorgaben,
d.h. eine gezielte Einstellung von Bearbeitungsparametersätzen, in den jeweiligen
Steuereinheiten vornehmen, so dass die entsprechenden Positionsbeziehungen für die
jeweiligen Werkzeugeinheiten in Abhängigkeit von dem sich bewegenden Werkstück vorgegeben
werden können. Damit lässt sich auch eine Prozessabsicherung aufrechterhalten, z.B.
wenn über die Datenleitung EN von den Werkzeugeinheiten bzw. von deren Steuereinheiten
Rückmeldungen an die Zentralverarbeitungseinrichtung vorgenommen werden. Beispielsweise
lassen sich über die bidirektionale Datenkommunikation von der Zentralverarbeitungseinrichtung
ZV auch Information über Prozessvorgaben an die Steuereinheiten, Qualitätsdaten und
Werkstückkenndaten übertragen.
WEITERE AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0048] Wie voranstehend beschrieben, ist es gemäß des erfindungsgemäßen Bearbeitungssystems
SYS mit den erfindungsgemäßen Werkzeugeinheiten WE1, WE2, ..., WEn, die Halteeinheiten,
eine Steuereinheit mit einer Positionsbestimmungseinrichtung und Bearbeitungswerkzeuge
umfassen, möglich, durch die Hinzufügung einer Energiezuführungseinrichtung und einer
Datenkommunikationseinrichtung zu der Verschiebehalteeinrichtung 4 ein Montagesystem
nachzurüsten oder bei einer Neuinstallation nur mit einer integrierten Verschiebehalteeinrichtung
zu arbeiten.
[0049] Ferner ist es möglich, mehrere Werkzeuge bzw. Werkzeugeinheiten für einen Bearbeitungsbereich
vorzusehen, da keine störenden Kabelschleppeinrichtungen vorhanden sind. Ferner können
die Montagelinien einfach erweitert und umgetaktet werden und eine Prozessabsicherung
kann bereitgestellt werden, da zu jedem Zeitpunkt bekannt ist, in welchem Bearbeitungsbereich
sich ein Werkstück befindet, wobei das jeweilige Bearbeitungswerkzeug mit Parametersätzen
voreingestellt wird, die für einen bestimmten Bearbeitungsvorgang erforderlich sind.
Nachstehend werden spezielle Ausführungsformen der verschiedenen Einheiten und Einrichtungen
beschrieben, die voranstehend erwähnt wurden.
[0050] In vorteilhafter Weise handelt es sich bei der Verschiebehalteeinrichtung 4 um eine
Laufschiene, wobei die Halteeinheit 3-1, 3-2, 3-n ein in die Halteschiene eingehängter
Laufkasten oder Laufkatze ist. Als Stromzuführungseinrichtung kann in die Laufschiene
4 ein Stromleiter integriert sein, wobei die Laufkästen eine Stromabnahmeeinrichtung
umfassen, um Strom/Spannung an die jeweilige Steuereinheit abzunehmen und zuzuführen.
Insbesondere ist die integrierte Stromschiene vorteilhaft, da ein zentraler Trafo
in der Stromversorgungseinrichtung SVS vorgesehen werden kann und damit der in jeder
Steuereinheit im Stand der Technik vorhandene Transformator entfällt.
[0051] Mehrere Ausführungsformen sind für die Positionsbestimmungseinheit möglich. Die Positionsbestimmungseinrichtung
kann die relative Entfernung zu einem Bezugspunkt entlang der Laufschiene 4 bestimmen.
Ein derartiger Bezugspunkt BP kann beispielsweise der Anfang der Laufschiene 4 sein,
wie in Fig. 3 gezeigt. Ferner kann die Positionsbestimmungseinrichtung aber auch relative
Entfernungen zu anderen Werkzeugeinheiten oder relative Abstände zu Endpunkten der
jeweiligen Bearbeitungsbereiche BA1, BA2, ..., BAn bereitstellen.
[0052] Vorzugsweise ist zumindest ein Teil oder die gesamte Laufschiene aus einem leitfähigen
Material, beispielsweise einem leitfähigen Kunststoff, gebildet, wobei für die Positionsbestimmung
die Zentralverarbeitungseinrichtung ZV eine gegebene Mess-Spannung an den leitenden
Teil anlegt und die jeweiligen Positionsbestimmungseinrichtungen zur Positionsbestimmung
den Spannungsabfall entlang der Stromschiene messen (wenn der Widerstand der Stromschiene
bekannt ist).
Alternativ kann in die Laufschiene 4 auch ein Widerstandsmessstreifen integriert sein,
wobei die Positionsbestimmungseinrichtung die Positionsbestimmung über den erfassten
Widerstand entlang der Stromschiene 4 vornimmt. Es ist auch möglich, die Positionsbestimmung
über eine Laserentfernungsmessung vorzunehmen, bei der eine in der Werkzeugeinheit
vorgesehene Laserentfernungs-Messeinrichtung eine relative Entfernung zu einem gegebenen
Bezugspunkt BP bestimmt.
[0053] Ferner ist, wie voranstehend bereits erwähnt, eine vorteilhafte Ausführungsform für
die Datenkommunikation zwischen der Zentralverarbeitungseinheit ZV und den einzelnen
Steuereinheiten darin zu sehen, dass die Datenkommunikation über eine in der Laufschiene
vorgesehene integrierte Datenschiene vorgenommen wird, wobei wiederum der Laufkasten
3-1, .... 3-2, ..., 3n eine Datenabnahmeeinrichtung umfasst, um Daten von der Datenschiene
abzunehmen und diese der jeweiligen Steuereinheit zuzuführen. Es ist jedoch auch möglich,
dass die Datenverarbeitungseinrichtung mit den jeweiligen Steuereinheiten über Kommunikationssignale
kommuniziert, die auf die in der Stromschiene vorhandenen Stromsignale moduliert sind.
[0054] Die Zentralverarbeitungseinrichtung ZV kann aber mit den Steuereinheiten auch über
eine Funkschnittstelle oder eine Infrarotschnittstelle kommunizieren. Derartige Kommunikationen
werden, wie voranstehend erwähnt, deshalb vorgenommen, um vorgegebene Bearbeitungsparametersätze
und deren Zuordnung zu Positionsbereichen, sowie eine Rückkopplung von erfassten Daten
während des Bearbeitungsvorgangs an die Zentralverarbeitungseinrichtung ZV vornehmen
zu können.
[0055] Ein Beispiel einer Werkzeugeinheit WE ist in Fig. 4 zusammen mit einer Laufschiene
4 gezeigt. In Fig. 4 bezeichnet das Bezugszeichen 4 die Laufschiene, die unten offen
ist, wobei die Halteeinrichtung 3 gebildet aus zwei Rollen 12-1, 12-2 mit einer entsprechenden
Befestigungseinrichtung in diesen Laufkasten 4 eingehängt ist. Eine vertikale Führung
wird durch die Nut N und durch den Steg S bereitgestellt. Die Energieversorgung wird
über zwei Leiter 11 vorgenommen, die in die Laufschiene 4 integriert sind. Wie in
Fig. 4 dargestellt, umfasst die Halteeinrichtung dafür einen Stromabnehmerschleifer
SAS, der die Stromschienen 11 kontaktiert.
[0056] Ferner kann in der Laufschiene 4 eine Datenleitung 10 und ein Wegemeßsystem 9 für
die Positionsbestimmung vorgesehen sein. Der Laufkasten oder die Laufkatze 3 umfasst
auch Abnahmeeinrichtungen beispielsweise zur Messung des Widerstands der Positionsbestimmungsschiene
9 und eine Datenabnahmeeinrichtung zur Abnahme bzw. Einspeisung von Datensignalen
in die Datenleitung 10.
[0057] Die Bezugszeichen 2-1, 2-2 bezeichnen Verbindungsstangen zur Steuereinheit ST bzw.
zum Werkzeug WZ.
[0058] Andere Ausführungsformen der Stromschiene 4, beispielsweise mit einem U-förmigen
Profil, welches oben offen ist, sind ebenfalls möglich. Ferner ist es möglich, die
Positionsbestimmung über einen Rotationssensor in den jeweiligen Rollen 12-1, 12-2
vorzunehmen, vorausgesetzt, dass kein Durchrutschen der Rollen entlang der Längsrichtung
der Laufschiene 4 auftritt. Wie mit der Ausführungsform in Fig. 4 gezeigt, ist es
durch die Anordnung der integrierten Stromschiene 11, der integrierten Datenleitung
10, und der integrierten Wegemessleitung 9 möglich, das Bearbeitungswerkzeug WZ mit
geeigneten Parametern zu steuern, Energie ohne einen Kabelschlepp zuzuführen und insbesondere
ein einfaches Umtakten und Erweitern des Montagesystems vorzunehmen. Dieses kabelschlepplose
Montagesystem wird deshalb als Schienennetzwerk-Montagesystem oder Railnet-Montagesystem
bezeichnet.
GEWERBLICHE ANWENDBARKEIT
[0059] Wie voranstehend erläutert, wird bei dem erfindungsgemäßen Bearbeitungssystem und
bei den erfindungsgemäßen Werkzeugeinheiten ermöglicht, eine Montagelinie in flexibler
Weise und bedienerfreundlich umzutakten und umzukonfigurieren. Obwohl voranstehend
vereinzelt Bezugnahmen auf Automobilfertigungsstraßen durchgeführt wurden, ist die
vorliegende Erfindung nicht darauf beschränkt, sondern kann in einer Vielzahl von
anderen Anwendungsfällen verwendet werden, beispielsweise in der Serienfertigung von
Hifi-Produkten, Waschmaschinen, Halbleiterbestückungsvorrichtungen, etc., bei denen
eine abschnittsweise Bearbeitung von Werkstücken vorgenommen wird.
[0060] Deshalb sind zahlreiche weitere Ausführungsformen und Verbesserungen der Erfindung
möglich, ohne von dem Schutzumfang abzuweichen, so wie er in den beigefügten Patentansprüchen
definiert ist. Zahlreiche Variationen und Veränderungen können deshalb von einem Durchschnittsfachmann
auf Grundlage der obigen Lehren durchgeführt werden.
[0061] Bezugszeichen in den Ansprüchen dienen lediglich Illustrationszwecken und engen den
Schutzumfang der Ansprüche nicht ein.
WEITERE ASPEKTE DER ERFINDUNG SIND:
[0062]
1. Bearbeitungssystem (SYS) zur Bearbeitung von Werkstücken, insbesondere von auf
einer Fertigungsstraße angeordneten Werkstücken, umfassend:
a) eine Vielzahl von Werkzeugeinheiten jeweils mit einem elektrischen steuerbaren Bearbeitungswerkzeug
und einer Halteeinheit;
b) eine Verschiebehalteeinrichtung, in der die Halteeinheiten sequentiell aufgenommen
sind, wobei die Halteeinheiten in der Verschiebehalteeinrichtung verschiebbar aufgenommen
sind; und
c) eine Vielzahl von Steuereinheiten jeweils zur Einstellung eines jeweiligen Bearbeitungswerkzeugs
auf einen Satz von vorgegebenen Bearbeitungsparametern zur Ausführung eines vorgegebenen
Bearbeitungsvorgangs;
dadurch gekennzeichnet, dass
d) jede Werkzeugeinheit eine PositionsbestimmungsEinheit umfasst, die die Position der
jeweiligen Werkzeugeinheit entlang der Verschiebehalteeinrichtung bestimmt;
e) die Steuereinheit Teil der Werkzeugeinheit ist; und
f) die Steuereinheit die Einstellung des jeweiligen Bearbeitungswerkzeugs auf einen
jeweiligen Bearbeitungsparametersatz in Abhängigkeit von der durch die Positionsbestimmungseinheit
bestimmten Position der Werkzeugeinheit vornimmt.
2. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Steuereinheiten der jeweiligen Werkzeugeinheiten eine Vielzahl von Bearbeitungsparametersätzen
jeweils bestimmten Positionsbereichen der Werkzeugeinheit zugeordnet gespeichert sind.
3. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Zentralverarbeitungseinheit vorgesehen ist, die in den jeweiligen Steuereinheiten
die Bearbeitungsparametersätze einstellt.
4. Bearbeitungssystem nach Aspekt 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet, dass bei Einfügung einer neuen Werkzeugeinheit in die Verschiebhalteeinrichtung die Zentralverarbeitungseinheit
die Bearbeitungsparametersätze und/oder die Positionsbereiche neu konfiguriert.
5. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Energiezuführungseinrichtung vorgesehen ist, zur Zuführung von Energie jeweils
an die Steuereinheiten, wobei die Energiezuführungseinrichtung Teil der Verschiebehalteinrichtung
ist und die Verschiebehalteeinrichtung und die Halteeinheiten so ausgebildet sind,
dass die elektrische Energie unabhängig von der Position der Werkzeugeinheit mindestens
an die Steuereinheit der Werkzeugeinheiten geliefert wird.
6. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verschiebehalteinrichtung eine Laufschiene ist und die Halteinheit ein in die
Halteschiene eingehängter Laufkasten ist.
7. Bearbeitungssystem nach Aspekt 6 und 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Laufschiene ein Stromleiter integriert ist und die Laufkästen eine Stromabnehmereinrichtung
umfassen, zur Abnahme und Zuführung von Strom an die jeweilige Steuereinheit.
8. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Positionsbestimmungseinrichtung die relative Entfernung zu einem Bezugpunkt entlang
der Verschiebehalteeinrichtung bestimmt.
9. Bearbeitungssystem nach Aspekt 8 und 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Teil der Laufschiene aus einem leitfähigem Material gebildet ist, die
Zentralverarbeitungseinrichtung eine vorgegebene Messspannung an den leitfähigen Teil
anlegt und die Positionsbestimmungseinrichtung zur Positionsbestimmung den Spannungsabfall
entlang der Stromschiene misst.
10. Bearbeitungssystem nach Aspekt 8 und 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Laufschiene ein Widerstandsmessstreifen integriert ist und die Positionsbestimmungseinrichtung
zur Positionsbestimmung den Widerstand entlang der Stromschiene misst.
11. Bearbeitungssystem nach Aspekt 8 und 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Positionsbestimmungseinrichtung zur Positionsbestimmung eine Laserentfernungsmessung
zum Bezugspunkt ausführt.
12. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Werkstückpositionsbestimmungseinrichtung vorgesehen ist, zur Bestimmung der Position
der jeweiligen Werkstücke auf einer Fertigungsstraße, über der die Verschiebehalteeinrichtung
vorgesehen ist.
13. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Werkstückpositionsbestimmungseinrichtung eine Werkstückgeschwindigkeits-Erfassungseinrichtung
umfasst.
14. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung eine vorgegebene Energie an die Energiezuführungseinrichtung
liefert.
15. Bearbeitungssystem nach Aspekt 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung einen Spannungswandler umfasst.
16. Bearbeitungssystem nach Aspekt 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Werkzeugeinheit einen Spannungswandler umfasst.
17. Bearbeitungssystem nach Aspekt 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung mit den jeweiligen Steuereinheiten die Einstellung
über eine Funk- oder Infrarotschnittstelle vornimmt.
18. Bearbeitungssystem nach Aspekt 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung mit den jeweiligen Steuereinheiten die Einstellung
der Bearbeitungsparametersätze über eine in der Laufschiene vorgesehene integrierte
Datenschiene vornimmt, wobei der Laufkasten eine Datenabnahmeeinrichtung umfasst,
zur Abnahme der Daten von der Datenschiene und zur Zuführung an die jeweilige Steuereinheit.
19. Bearbeitungssystem nach Aspekt 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung mit den jeweiligen Steuereinheiten über Kommunikationssignale
kommuniziert, die auf die Stromschiene moduliert sind.
20. Bearbeitungssystem nach Aspekt 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bearbeitungswerkzeug ein handgeführtes Einzelwerkzeug oder ein Mehrfachbearbeitungswerkzeug
ist.
21. Werkzeugeinheit eines Bearbeitungssystems (SYS) zur Bearbeitung von Werkstücken,
insbesondere von auf einer Fertigungsstraße angeordneten Werkstücken, umfassend:
a) ein elektrisch steuerbares Bearbeitungswerkzeug; und
b) eine Halteeinheit zur Aufnahme in eine Verschiebehalteeinrichtung des Bearbeitungssystems
(SYS);
dadurch gekennzeichnet, dass
c) eine Steuereinheit vorgesehen ist, zur Einstellung des Bearbeitungswerkzeugs auf
einen Satz von vorgegebenen Bearbeitungsparametern zur Ausführung eines vorgegebenen
Bearbeitungsvorgangs;
d) jede Werkzeugeinheit eine PositionsbestimmungsEinheit umfasst, die die Position der
jeweiligen Werkzeugeinheit entlang der Verschiebehalteeinrichtung bestimmt; und
e) die Steuereinheit die Einstellung des jeweiligen Bearbeitungswerkzeugs auf einen
jeweiligen Bearbeitungsparametersatz in Abhängigkeit von der durch die Positionsbestimmungseinheit
bestimmten Position der Werkzeugeinheit vornimmt.
22. Werkzeugeinheit nach Aspekt 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Steuereinheit eine Vielzahl von Bearbeitungsparametersätzen jeweils bestimmten
Positionsbereichen der Werkzeugeinheit zugeordnet gespeichert sind.
23. Werkzeugeinheit nach Aspekt 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Halteinheit ein eingehängter Laufkasten ist.
24. Werkzeugeinheit nach Aspekt 23,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Laufkasten eine Stromabnehmereinrichtung umfasst.
25. Werkzeugeinheit nach Aspekt 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Positionsbestimmungseinrichtung die relative Entfernung zu einem Bezugpunkt entlang
der Verschiebehalteeinrichtung bestimmt.
26. Werkzeugeinheit nach Aspekt 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
Positionsbestimmungseinrichtung zur Positionsbestimmung den Spannungsabfall oder den
Widerstands entlang einer Stromschiene misst.
27. Werkzeugeinheit nach Aspekt 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Positionsbestimmungseinrichtung zur Positionsbestimmung eine Laserentfernungsmessung
ausführt.
28. Werkzeugeinheit nach Aspekt 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bearbeitungswerkzeug ein handgeführtes Einzelwerkzeug oder ein Mehrfachbearbeitungswerkzeug
ist.
29. Werkzeugeinheit nach Aspekt 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Alarmeinrichtung in der Steuereinheit vorgesehen ist, zur Ausgabe eines Alarms,
wenn die Steuereinheit aufgrund der von der Positionsbestimmungseinrichtung bestimmten
Position bestimmt, dass eine Positionsbereichsüberschreitung stattgefunden hat.
30. Bearbeitungssystem nach Aspekt 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Alarmeinrichtung in der Steuereinheit vorgesehen ist, zur Ausgabe eines Alarms,
wenn die Steuereinheit aufgrund der von der Positionsbestimmungseinrichtung bestimmten
Position bestimmt, dass eine Positionsbereichsüberschreitung stattgefunden hat.
1. Bearbeitungssystem (SYS), insbesondere eine Fertigungsstraße (8) zur Fertigung von
Fahrzeugen (WST1, WST2; Fig. 2a; Fig. 3),
mit einer Vielzahl von Werkzeugeinheiten (WE1, WE2, WEn);
wobei über eine Zuführungseinrichtung (4; 3-1; 3-2; 3-n) zumindest eine Zuführung
von Energie (SVS) jeweils an die Werkzeugeinheit (WE1, WE2, WEn) und eine Datenkommunikation
zwischen Werkzeugeinheit (WE1, WE2, Wen) und einer Zentralverarbeitungseinrichtung
(ZV) ermöglicht wird;
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Werkstück-Erfassungseinrichtung (ZV; ZR; LR; KPC) für das Werkstück (WST1, WST2)
vorgesehen ist; und
eine Werkstückpositions-Bestimmungseinrichtung zur Positionsbestimmung jedes Werkstücks
(WST1, WST2) vorgesehen ist; und wobei
die Zentralverarbeitungseinrichtung (ZV) gezielte Prozessvorgaben in der jeweiligen
Werkzeugeinheit (WE1, WE2, WEn) vornimmt.
2. Bearbeitungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Werkstück-Erfassungseinrichtung (ZV; ZR; LR; KPC) den Eintritt des Werkstücks
(WST1, WST2) in einen Bearbeitungsbereich (BA1, BA2, BAn) einer Fertigungsstraße (8)
erfasst.
3. Bearbeitungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Werkstückpositions-Bestimmungseinrichtung die Position des Werkstücks (WST1, WST2)
entlang einer Fertigungsstraße (8) bestimmt.
4. Bearbeitungssystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung (ZV) als gezielte Prozessvorgaben Bearbeitungsparametersätze
in den jeweiligen Werkzeugeinheiten (WE1, WE2, WEn) einstellt.
5. Bearbeitungssystem nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Werkstückpositions-Bestimmungseinrichtung über die Positionsbestimmung des Werkstücks
(WST1, WST2) erkennt, in welchem Bearbeitungsbereich (BA1, BA2, BAn) der Fertigungsstraße
(8) sich das Werkstück (WST1, WST2) bewegt; und
die Zentralverarbeitungseinrichtung (ZV) die Bearbeitungsparametersätze in den jeweiligen
Werkzeugeinheiten (WE1, WE2, WEn) in Abhängigkeit von der Bewegung des Werkstücks
(WST1; WST2) einstellt.
6. Bearbeitungssystem nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Werkstückpositions-Bestimmungseinrichtung über die Positionsbestimmung des Werkstücks
(WST1, WST2) erkennt, in welchem Bearbeitungsbereich (BA1, BA2, BAn) der Fertigungsstraße
(8) sich das Werkstück (WST1, WST2) bewegt; und
die Zentralverarbeitungseinrichtung (ZV) die Bearbeitungsparametersätze in den jeweiligen
Werkzeugeinheiten (WE1, WE2, WEn) den Bearbeitungsbereichen (BA1, BA2, BAn) zuordnet.
7. Bearbeitungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführungseinrichtung (4) Teil einer Verschiebehalteeinrichtung (4) ist.
8. Bearbeitungssystem (SYS) nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
a) eine Vielzahl von Werkzeugeinheiten jeweils mit einem elektrischen steuerbaren Bearbeitungswerkzeug
und einer Halteeinheit;
b) eine Verschiebehalteeinrichtung, in der die Halteeinheiten sequentiell aufgenommen
sind, wobei die Halteeinheiten in der Verschiebehalteeinrichtung verschiebbar aufgenommen
sind; und
c) eine Vielzahl von Steuereinheiten jeweils zur Einstellung eines jeweiligen Bearbeitungswerkzeugs
auf einen Satz von vorgegebenen Bearbeitungsparametern zur Ausführung eines vorgegebenen
Bearbeitungsvorgangs; wobei
d) jede Werkzeugeinheit eine PositionsbestimmungsEinheit umfasst, die die Position der
jeweiligen Werkzeugeinheit entlang der Verschiebehalteeinrichtung bestimmt;
e) die Steuereinheit Teil der Werkzeugeinheit ist; und
f) die Steuereinheit die Einstellung des jeweiligen Bearbeitungswerkzeugs auf einen
jeweiligen Bearbeitungsparametersatz in Abhängigkeit von der durch die Positionsbestimmungseinheit bestimmten Position der Werkzeugeinheit vornimmt.
9. Bearbeitungssystem nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Steuereinheiten der jeweiligen Werkzeugeinheiten eine Vielzahl von Bearbeitungsparametersätzen
jeweils bestimmten Positionsbereichen der Werkzeugeinheit zugeordnet gespeichert sind.
10. Bearbeitungssystem nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Zentralverarbeitungseinheit vorgesehen ist, die in den jeweiligen Steuereinheiten
die Bearbeitungsparametersätze einstellt.
11. Bearbeitungssystem nach Anspruch 9 und 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei Einfügung einer neuen Werkzeugeinheit in die Verschiebhalteeinrichtung die Zentralverarbeitungseinheit
die Bearbeitungsparametersätze und/oder die Positionsbereiche neu konfiguriert.
12. Bearbeitungssystem nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Energiezuführungseinrichtung Teil der Verschiebehalteinrichtung ist und die Verschiebehalteeinrichtung
und die Halteeinheiten so ausgebildet sind, dass die elektrische Energie unabhängig
von der Position der Werkzeugeinheit mindestens an die Steuereinheit der Werkzeugeinheiten
geliefert wird.
13. Bearbeitungssystem nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verschiebehalteinrichtung eine Laufschiene ist und die Halteinheit ein in die
Halteschiene eingehängter Laufkasten ist.
14. Bearbeitungssystem nach Anspruch 13 und 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Laufschiene ein Stromleiter integriert ist und die Laufkästen eine Stromabnehmereinrichtung
umfassen, zur Abnahme und Zuführung von Strom an die jeweilige Steuereinheit.
15. Bearbeitungssystem nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Positionsbestimmungseinrichtung die relative Entfernung zu einem Bezugpunkt entlang
der Verschiebehalteeinrichtung bestimmt.
16. Bearbeitungssystem nach Anspruch 15 und 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Teil der Laufschiene aus einem leitfähigem Material gebildet ist, die
Zentralverarbeitungseinrichtung eine vorgegebene Messspannung an den leitfähigen Teil
anlegt und die Positionsbestimmungseinrichtung zur Positionsbestimmung den Spannungsabfall
entlang der Stromschiene misst.
17. Bearbeitungssystem nach Anspruch 15 und 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Laufschiene ein Widerstandsmessstreifen integriert ist und die Positionsbestimmungseinrichtung
zur Positionsbestimmung den Widerstand entlang der Stromschiene misst.
18. Bearbeitungssystem nach Anspruch 15 und 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Positionsbestimmungseinrichtung zur Positionsbestimmung eine Laserentfernungsmessung
zum Bezugspunkt ausführt.
19. Bearbeitungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Werkstückpositionsbestimmungseinrichtung eine Werkstückgeschwindigkeits-Erfassungseinrichtung
umfasst.
20. Bearbeitungssystem nach Anspruch 10 und 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung eine vorgegebene Energie an die Energiezuführungseinrichtung
liefert.
21. Bearbeitungssystem nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung einen Spannungswandler umfasst.
22. Bearbeitungssystem nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Werkzeugeinheit einen Spannungswandler umfasst.
23. Bearbeitungssystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung mit den jeweiligen Steuereinheiten die Einstellung
über eine Funk- oder Infrarotschnittstelle vornimmt.
24. Bearbeitungssystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung mit den jeweiligen Steuereinheiten die Einstellung
der Bearbeitungsparametersätze über eine in der Laufschiene vorgesehene integrierte
Datenschiene vornimmt, wobei der Laufkasten eine Datenabnahmeeinrichtung umfasst,
zur Abnahme der Daten von der Datenschiene und zur Zuführung an die jeweilige Steuereinheit.
25. Bearbeitungssystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentralverarbeitungseinrichtung mit den jeweiligen Steuereinheiten über Kommunikationssignale
kommuniziert, die auf die Stromschiene moduliert sind.
26. Bearbeitungssystem nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bearbeitungswerkzeug ein handgeführtes Einzelwerkzeug oder ein Mehrfachbearbeitungswerkzeug
ist.