[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Wasserfahrzeug, insbesondere Binnenschiff,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Solche Wasserfahrzeuge sind, beispielsweise aus DE 37 12 534 A1, bekannt und weisen
einen Rumpf zur Aufnahme von Nutzeinrichtungen sowie am Rumpf angeordnete Propulsionseinheiten
zur Bereitstellung einer Antriebskraft auf. Auf einer Unterseite des Rumpfs sind außerdem
im Bugbereich Führungselemente vorgesehen, die jeweils eine stehende, sich nach vorne
verjüngende Keilform aufweisen. Schließlich ist zwischen den Führungselementen ein
Teilbereich des Rumpfes vorgesehen, der in Form eines liegenden Keils ausgebildet
ist.
[0003] Bei Binnenschiffen wird die Umströmung des Schiffskörpers in flachem und seitlich
begrenztem Fahrwasser mit zunehmender Geschwindigkeit und zunehmender Schiffsbreite
problematisch.
[0004] Ein herkömmlicher Schiffsbug verdrängt das Wasser überwiegend seitlich nach außen,
wobei unter dem Schiffsboden immer weniger, bis kaum noch Wasser hindurchgeführt wird.
[0005] Das Schiff saugt sich sozusagen zum Fahrwassergrund an und die Geschwindigkeit der
seitlichen Umströmung nimmt zu. Das Wasser fließt dann immer schlechter ab und das
Schiff beginnt quasi einen Wasserberg vor sich herzuschieben. Dieser Berg kann nur
noch zwischen der Schiffsseite und dem Ufer abfließen, was wiederum zu einer immer
höheren seitlichen Strömungsgeschwindigkeit führt. Zusammen mit der immer geringer
werdenden unter dem Schiffsboden in Richtung Heck durchgeführten Wassermenge beeinträchtigt
dies unter anderem erheblich den Wirkungsgrad des oder der hinten mittig liegenden
Antriebspropeller. Zudem baut sich hinter dem Schiff eine starke Querwelle auf, die
das Schiff gewissermaßen festhält.
[0006] Bezogen auf die Verfügbarkeit von Wasser für den Antrieb des Schiffs wären bugseitig
prinzipiell optimale Propulsionsbedingungen gegeben, die aber bei herkömmlichen Schiffsbugformen
nicht genutzt werden können. Man versucht statt dessen beim Hinterschiff über aufwändige
Formgebungen und komplexe Propulsionsgeometrien, den vom Prinzip her schlechteren
Zustrombedingungen gleichwohl ein Optimum abzugewinnen. Die Wirkung von Querstrahlrudern
und horizontal liegenden Propeller-/Pumpensystemen im Vorschiff, wie sie heute in
Binnenschiffe eingebaut werden, ist durch die hohen Strömungsgeschwindigkeiten bzw.
durch den im Extremfall nicht mehr vorhandenen Zustrom von Wasser unter dem Schiff
natürlich auch deutlich reduziert.
[0007] Weitere Wasserfahrzeuge mit Führungselementen sind in DE 29 28 634 B1 sowie DE 696
12 995 T2 und DE 344 3137, welche als nächstliegender Stand der Technik betrachtet
wird, beschrieben.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Wasserfahrzeug der oben angegebenen Art zu schaffen, bei
dem nur ein Teil des Wassers von dem Bug zur Seite verdrängt wird und bei dem der
Wirkungsgrad für die Antriebsaggregate deutlich verbessert ist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch das Wasserfahrzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Das Wasserfahrzeug der oben angegebenen Art ist erfindungsgemäß dadurch
weitergebildet, dass die Propulsionseinheiten im Bugbereich zurückgesetzt zu den Führungselementen
angeordnet sind und dass die Propulsionseinheiten schwenkbar angeordnet sind.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Wasserfahrzeugs sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0011] Als erster Kerngedanke der Erfindung kann angesehen werden, im Bugbereich des Wasserfahrzeugs
eine Mehrzahl von Führungselementen vorzusehen, die eine stehende Keilform aufweisen
und sich nach vorne verjüngen. Durch diese Führungselemente wird eine erhebliche Teilmenge
des verdrängten Wassers nicht nach außen, sondern nach innen verdrängt.
[0012] Ein weiterer Kerngedanke besteht darin, einen Teilbereich zwischen den keilförmigen
Führungselementen als liegenden Keil auszubilden, der sich ebenfalls stromaufwärts
verjüngt. Durch solch einen keilförmigen Teilbereich können die von den Führungselementen
nach innen verdrängten Wassermassen unter den Schiffsrumpf geleitet werden.
[0013] Ein dritter Kerngedanke besteht darin, die Propulsionseinheiten im Bugbereich zurückgesetzt
zu den Führungselementen anzuordnen. Hierdurch wird eine deutliche Verbesserung des
Wirkungsgrads der Propülsionseinheiten erzielt.
[0014] Ein vierter Kerngedanke kann schließlich darin gesehen werden, dass die Propulsionseinheiten
schwenkbar angeordnet sind. So kann beispielsweise ein Anstellwinkel der Propulsionseinheiten
spezifisch an die Fahrtgeschwindigkeit angepasst werden. Hieraus ergeben sich erhebliche
Vorteile im Hinblick auf den Wirkungsgrad der Antriebseinheiten.
[0015] Als ein erster wesentlicher Vorteil der Erfindung kann angesehen werden, dass den
Propulsionseinheiten im Unterschied zur Situation im Hinterschiff das Wasser vorne
mit dem Staudruck zugeführt wird. Der Staudruck wird dann über die Propulsionseinheiten
oder Propulsoren im Bugbereich reduziert, was bezogen auf das Wellenbild im Bugbereich
einen ähnlichen Effekt erwarten lässt, wie der Wulstbug bei herkömmlichen Schiffsformen.
[0016] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass es mit dieser neuen Bugform
zu einer deutlich geringeren Wellenbildung kommt, womit die Belastung von Uferzonen
im Vergleich mit herkömmlichen Binnenschiffen erheblich reduziert wird.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Führungselemente steuer-
und backbordseitig vorgesehen. Es kann dann eine besonders große Teilmenge des verdrängten
Wassers unter dem Wasserfahrzeug durchgeführt werden.
[0018] Eine besonders gute Manövrierfähigkeit des Wasserfahrzeugs wird erzielt, wenn die
Propulsionseinheiten, die zweckmäßig als Antriebspropeller ausgebildet sein können,
um eine vertikale Achse schwenkbar angeordnet sind. Auch eine Winkeleinstellung der
Antriebspropeller in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit wird so ermöglicht.
[0019] Der Teilbereich zwischen den Führungselementen kann so ausgebildet sein, dass er
im Wesentlichen die Bugform eines Seeschlittens aufweist. Die keilförmigen Führungselemente
können in der Art der Vorschiffsgeometrie eines Katamarans oder Semi-Katamarans ausgebildet
sein. Dabei handelt es sich um bekannte Rumpfformen, so dass diesbezüglich auf bekannte
Technologien zurückgegriffen und Kosten gespart werden können.
[0020] Eine Verbesserung der Strömungseigenschaften kann erzielt werden, wenn mindestens
eines der Führungselemente sich in stehender Keilform nach hinten verjüngt. Besonders
gute Resultate werden dabei erzielt, wenn bei mindestens einem Führungselement die
heckseitige Keilform stumpfer als die bugseitige Keilform ausgebildet ist.
[0021] Der Wirkungsgrad der Propulsionseinheiten kann verbessert werden, wenn die Führungselemente
Ausnehmungen aufweisen, in denen die Propulsionseinheiten angeordnet sind. Besonders
gute Ergebnisse werden erreicht, wenn die Propulsionseinheiten in Bereichen angeordnet
werden, in denen eine große Anzahl von Strömungslinien zusammenlaufen, beispielsweise
unmittelbar hinter einer heckseitigen Kante der Führungselemente.
[0022] Selbstverständlich können auch im Heckbereich des Rumpfs Propulsionseinheiten vorgesehen
sein. Dadurch kann eine noch größere Manövrierfähigkeit des Wasserfahrzeugs erreicht
werden.
[0023] Das Durchleiten des Wassers unter dem Schiffsrumpf kann verbessert werde, wenn auch
im Heckbereich des Rumpfs, insbesondere steuer- und backbordseitig, keilförmige Führungselemente
vorhanden sind. Auch diese Führungselemente können sich nach hinten in stehender Keilform
verjüngen. Gegebenenfalls können solche Führungselemente auch im Mittenbereich des
Rumpfs oder über die gesamte Rumpflänge verteilt, vorgesehen sein.
[0024] Das Durchleiten der Wassermassen unter dem Schiffsrumpf kann außerdem durch eine
Einrichtung zur Schmierung mit Luftblasen verbessert werden. Insbesondere kann es
sich dabei um Einrichtungen der in DE 103 07 795 beschriebenen Art handeln.
[0025] Bevorzugt sind an den Führungselementen Öffnungen, beispielsweise Wasserzufuhrschlitze,
vorgesehen, um den Propulsionseinheiten Wasser zuzuführen. Diese Wasserzufuhrschlitze
können zweckmäßig längs zur Fahrtrichtung angeordnet sein, wodurch außerdem verhindert
werden kann, dass Treibgut oder Eis in die Antriebseinheiten hereingedrückt werden
kann .
[0026] Die Geometrie der neuen innovativen Bugform ist auch hervorragend für die Eisfahrt
geeignet, wobei dann der Rumpf, insbesondere die bugseitigen Führungselmente, bevorzugt
zum Eisbrechen ausgebildet sind.
[0027] Die Katamaranrümpfe schneiden die Eisdecke durch Druck von oben auf. Nur etwa die
Hälfte der gebrochenen Schollen muss zur Seite verdrängt werden, die andere Hälfte
schiebt sich unter den Rumpf durch und wird über den beispeilsweise mit Luftblasen
geschmierten Boden reibungsarm nach hinten geführt. Eine spezielle Hinterschiffsform
verhindert dann, dass die hinteren Propulsoren von Eisschollen beschädigt werden können.
Um die bugseitigen Propulsionseinheiten bei solchen Eisfahrten zu schützen, sind zweckmäßig
Abdeckeinrichtungen zum wenigstens teilweisen Abdecken der Ausnehmungen in den Führungselementen,
in denen die Propulsionseinheiten angeordnet sind, vorgesehen.
[0028] Bei Eisfahrt mit geringem Tiefgang werden die vorderen Propulsoren abgeschaltet und
ein äußerer Tunnelschlitz wird jeweils an jeder Außenseite mit Hilfe einer in Schienen
geführten Abdeckeinrichtung, bei der es sich um eine Bugklappe handeln kann, bis zur
Höhe der Propulsoren von vorne gesehen abgedeckt. So können sich auch bei Fahrt im
Eis mit leerem Schiff oder in Ballast keine Eisschollen in die vorderen Propulsionstunnel
schieben.
[0029] Wesentlicher Kerngedanke der vorliegenden Erfindung ist also die Winkelstellung der
Antriebseinheiten in Verbindung mit der Geometrie der Bugform. Die Resultierende des
Propellerschubstrahles führt zu einem Vortrieb, wobei eine Reibung des Propellernachstroms
an der Bordwand weitgehend vermieden werden kann. Der Anstellwinkel der vorderen,
also bugseitigen Antriebseinheiten kann der Schiffsgeschwindigkeit immer optimal angepasst
werden. Besonders gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn die Antriebseinheiten
um eine vertikale Achse drehbar sind und damit in Abhängigkeit zur Fahrtgeschwindigkeit
in beliebigen Winkeln angestellt werden können.
[0030] Weiterhin wird mit dem erfindungsgemäßen Wasserfahrzeug eine Bugform geschaffen,
bei der ganz gezielt ein Keil des anströmenden Wassers nicht nach außen zur Seite,
sondern unter das Schiff und zu den Antrieben gelenkt wird. Nur ein Teil des anströmenden
Wassers wird seitlich nach außen verdrängt.
[0031] Weitere Eigenschaften und Vorteile des erfindungsgemäßen Wasserfahrzeugs werden nachstehend
unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben.
[0032] Dort zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht der Bugform eines erfindungsgemäßen Wasserfahrzeugs;
- Fig. 2
- eine vertikale Schnittansicht in Richtung der Schiffslängsachse des Wasserfahrzeugs
aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine horizontale Schnittansicht des Wasserfahrzeugs aus Fig. 1 und
- Fig. 4
- eine weitere horizontale Schnittansicht des Wasserfahrzeugs aus Fig. 1.
[0033] Ein Ausführungsbeispiel eines als Binnenschiff 10 ausgebildeten erfindungsgemäßen
Wasserfahrzeugs 10 ist in den Fig. 1 bis 4 gezeigt. Äquivalente Komponenten sind jeweils
mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0034] Gezeigt ist jeweils ein Bugbereich 18 des erfindungsgemäßen Binnenschiffs 10. Auf
einer Deckfläche 50 des Rumpfs 12 können beliebige Nutzeinrichtungen 14 platziert
sein. Auf der dem Waser 20 zugewandten Unterseite 22 des Rumpfs 12 sind backbordseitig
und steuerbordseitig erfindungsgemäß keilförmige Führungselemente 24 vorgesehen. Die
Führungselemente 24 verjüngen sich erfindungsgemäß nach vorn zu bugseitigen Keilformen
26, die bei dem hier gezeigten Beispiel mit einem bugseitigen Ende 48 des Rumpfs abschließen
und im Wesentlichen quer zur Wasseroberfläche 34 verlaufen. Die Form der Führungselemente
24 kann daher als stehende Keilform angesehen werden.
[0035] Wie aus der horizontalen Schnittansicht in Fig. 3 ersichtlich, begrenzen die innen
liegenden Seitenflächen der keilförmigen Führungselemente 24 einen im Querschnitt
im Wesentlichen rechteckigen Teilbereich 28. Erfindungsgemäß ist dieser Teilbereich,
wie besonders gut in der perspektivischen Darstellung in Fig. 1 und der Vertikalschnittansicht
in Fig. 2 erkennbar, als liegender Keil 30 ausgebildet, der sich in Richtung des bugseitigen
Endes 48 des Rumpfs 12, also nach vorn, verjüngt.
[0036] Weiterhin sind in Fig. 3 auch Öffnungen 38 erkennbar, über welche den Propulsionseinheiten
16, wie in Fig. 4 noch genauer dargestellt, Wasser zugeführt wird. Diese Öffnungen
liegen längs zur Fahrtrichtung, wodurch ein Hineindrücken von Treibgut oder Eis in
die Antriebseinheiten 16, 32 weitgehend vermieden werden kann.
[0037] Durch das Zusammenwirken der seitlich angeordneten keilförmigen Führungselemente
24 mit dem als liegender Keil ausgebildeten Teilbereich 28 wird ein erheblicher Teil
des bugseitig auf den Rumpf auftreffenden Wassers zwischen die Führungselemente 24
und in Folge unter dem Rumpf 12 durchgeführt. Die im Wesentlichen parallel angeordneten
innen liegenden Seitenflächen der keilförmigen Führungselemente 24 bewirken dabei
ein besonders ruhiges Strömungsverhalten, da eine Wirbelbildung weitgehend vermieden
werden kann.
[0038] Zur Aufnahme von Antriebspropellern 32 als Propulsionseinheiten 16 sind in den beiden
Führungselementen 24 Ausnehmungen 42 vorgesehen. Die Antriebspropeller 32 sind dort
um eine vertikale Achse, also um einen Azimutalwinkel, schwenkbar montiert. Bevorzugt
sind die Antriebspropeller 32 dabei über mindestens 180° drehbar, wobei prinzipiell
aber auch größere Drehwinkel realisierbar sind. Auf diese Weise kann, insbesondere
wenn auch heckseitig entsprechende Antriebsaggregate vorgesehen sind, eine hervorragende
Manövrierfähigkeit des erfindungsgemäßen Binnenschiffs 10 erzielt werden.
[0039] Die Führungselemente 24 verjüngen sich nach hinten zu heckseitigen Keilformen 36,
die im Vergleich zu den bugseitigen Keilformen stumpfer 26 ausgebildet sind und die
sich im Wesentlichen ebenfalls quer zur Wasseroberfläche 34 erstrecken, d.h. ebenfalls
stehende Keilformen darstellen.
[0040] Der besonders vorteilhafte Strömungsverlauf, der mit der erfindungsgemäßen Bugform
erzielt werden kann, ist schematisch in Fig. 4 mit Hilfe einer Mehrzahl von Pfeilen
46 veranschaulicht. Im Zusammenspiel mit dem als liegender Keil 30 ausgbildeten Teilbereich
28 und den Seitenflächen der keilförmigen Führungselemente 24 erhält man durch die
Ausbildung der bug- und heckseitigen Keilformen 26, 36 der Führungselemente 24 einen
Strömungsverlauf, bei dem hinter den heckseitigen Keilformen 26 besonders viele Strömungslinien
zusammenlaufen. Die Antriebspropeller 32 sind also genau dort angeordnet, wo besonders
viele Strömungslinien zusammenlaufen. Neben dem besonders ruhigen Strömungsverhalten
und der geringen Wellenbildung wird dadurch bei der Erfindung eine deutliche Verbesserung
des Wirkungsgrads der Propulsionseinheiten 32 erreicht.
[0041] Erfindungsgemäß wird ausgehend von der Bugform des Seeschlittens in Verbindung mit
der vorderen Geometrie eines Semi-Katamarans die dargestellte Bugform in Verbindung
mit azimutierenden, senkrecht stehenden Propellerantrieben realisiert. Auch bei sehr
flachem Wasser wird bei der neuen Buggeometrie nur ein Teil des Wassers vor dem Schiff
von dem Bug zur Seite verdrängt und der Rest wird durch den Bug unter das Schiff geführt
bzw. den Frontantriebspropellern zugeführt.
[0042] Der Bug besteht daher im Wesentlichen aus drei Keilen, jeweils einem Keil stehend
außen, ähnlich der Vorschiffsgeometrie eines Katamarans (oder Semi-Katamarans) und
in der Mitte dazwischen einem liegenden Keil, ähnlich der Bugform eines Seeschlittens.
[0043] Die äußeren Bugteile, d.h. die Katamarankeile, verdrängen einen Teil des Wassers
vor dem Schiff nach außen, während die liegende Keilform des Seeschlittens das Wasser
zwischen den Katamaranrumpfteilen unter das Schiff und an die außen in den Katamaranrumpfteilen
liegenden Propulsoren, die vorliegend als senkrecht angeordnete azimutierende Propeller
ausgeführt sind, führt.
[0044] Die Propulsoren sind jeweils in einer Art Tunnel in den seitlichen Bugrümpfen so
angeordnet, dass sie über mindestens 180° geschwenkt werden können, also auch Schub
zur Seite und nach vorne, z.B. zum Abbremsen des Schiffs, ausüben können.
1. Wasserfahrzeug, insbesondere Binnenschiff,
mit einem Rumpf (12) zur Aufnahme von Nutzeinrichtungen (14),
wobei auf einer Unterseite (22) des Rumpfs (12) im Bugbereich (18) steuerbord- und
backbordseitig je ein Führungselement (24) vorgesehen ist, das jeweils eine stehende,
sich nach vorne verjüngende Keilform aufweist,
wobei zwischen den zwei Führungselementen (24) ein Teilbereich (28) des Rumpfs (12)
vorgesehen ist, der in Form eines liegenden Keils (30) ausgebildet ist, und
mit Propulsionseinheiten (16), die am Rumpf (12) angeordnet sind, zur Bereitstellung
einer Antriebskraft,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass im Bugbereich (18) jeweils mindestens eine Propulsionseinheit (16) zurückgesetzt
zum jeweiligen Führungselement (24) angeordnet ist,
b) dass die Propulsionseinheiten (16) schwenkbar angeordnet sind und
c) dass die Führungselemente (24) Ausnehmungen (42) aufweisen, in denen die Propulsionseinheiten
(16) angeordnet sind.
2. Wasserfahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Propulsionseinheiten (16) um eine vertikale Achse (40) schwenkbar angeordnet
sind.
3. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Propulsionseinheiten (16) als Antriebspropeller (38) ausgebildet sind.
4. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Teilbereich (28) im Wesentlichen die Bugform eines Seeschlittens aufweist.
5. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eines der Führungselemente (24) sich nach hinten in Form eines stehenden
heckseitigen Keils (36) verjüngt.
6. Wasserfahrzeug nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei mindestens einem Führungselement (24) die heckseitige Keilform (36) stumpfer
als die bugseitige Keilform (26) ausgebildet ist.
7. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Heckbereich des Rumpfs (12) zusätzliche Propulsionseinheiten (16) vorgesehen sind.
8. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass auch im Heckbereich des Rumpfs (12), insbesondere steuer- und backbordseitig, Führungselemente
mit stehender Keilform vorhanden sind, die sich nach hinten verjüngen.
9. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass Abdeckeinrichtungen zum wenigstens teilweisen Abdecken der Ausnehmungen (42) vorgesehen
sind.
10. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rumpf (12), insbesondere die bugseitigen Führungselemente (24), zum Eisbrechen
ausgebildet sind.
11. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Einrichtung zur Schmierung mit Luftblasen vorgesehen ist, insbesondere wie in
DE 103 07 795 beschrieben.
12. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Anstellwinkel der Propulsionseinheiten (16) an eine Fahrtgeschwindigkeit anpassbar
ist.
13. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den Führungselementen (24) Wasserzufuhrschlitze (38) für die Propulsionseinheiten
(16) vorgesehen sind, wobei die Wasserzufuhrschlitze (38) längs zur Fahrtrichtung
angeordnet sind.
1. Watercraft, particularly inland waterway vessel, having
a hull (12) for receiving working equipment (14),
wherein on an underside (22) of the hull (12) in the bow region (18) is provided on
both the starboard and port side in each case one guide element (24), which in each
case has a vertical, forwardly tapering wedge shape,
and wherein between the two guide elements (24) is provided a partial area (28) of
the hull (12), which is constructed in the form of a horizontal wedge (30),
and having propulsion units (16) located on hull (12) for providing a driving force,
characterized in that
a) in the bow region (18) is provided in each case at least one propulsion unit (16)
set back with respect to the given guide element (24),
b)the propulsion units (16) are pivotably located and
c) the guide elements (24) have recesses (42) in which are located the propulsion
units (16).
2. Watercraft according to claim 1, characterized in that the propulsion units (16) are pivotable about a vertical axis (40).
3. Watercraft according to one of the claims 1 or 2, characterized in that the propulsion units (16) are constructed as driving propellers (38).
4. Watercraft according to one of the claims 1 to 3, characterized in that the partial area (28) essentially has the bow shape of a sea sledge.
5. Watercraft according to one of the claims 1 to 4, characterized in that at least one of the guide elements (24) tapers rearwards in the form of a vertical,
stern-side wedge (36).
6. Watercraft according to claim 5, characterized in that in the case of at least one guide element (24) the stern-side wedge shape (36) is
more obtuse than the bow-side wedge shape (26).
7. Watercraft according to one of the claims 1 to 6, characterized in that additional propulsion units (16) are provided in the stern region of the hull (12).
8. Watercraft according to one of the claims 1 to 7, characterized in that rearwardly tapering guide elements with a vertical wedge shape are also provided
in the stern region of the hull (12), particularly on the starboard and port sides.
9. Watercraft according to one of the claims 1 to 8, characterized in that covering devices are provided for at least partly covering recesses (42).
10. Watercraft according to one of the claims 1 to 9, characterized in that the hull (12), particularly the bow-side guide elements (24) are constructed for
icebreaking.
11. Watercraft according to one of the claims 1 to 10, characterized in that an air bubble lubrication device is provided, particularly as described in DE 103
07 795.
12. Watercraft according to one of the claims 1 to 11, characterized in that a setting angle of the propulsion units (16) can be adapted to the speed of travel.
13. Watercraft according to one of the claims 1 to 12, characterized in that on the guide elements (24) are provided water supply slots (38) for the propulsion
units (16), said water supply slots (38) being positioned longitudinally to the direction
of travel.
1. Bateau, en particulier navire fluvial comportant une coque (12) prévue pour recevoir
des équipements utilitaires (14),
dans lequel, sur un côté inférieur (22) de la coque (12) dans la zone de l'étrave
(18), respectivement côté tribord et côté bâbord, un élément de guidage (24) a une
forme cunéiforme verticale se rétrécissant vers l'avant est prévu,
entre les deux éléments de guidage (24), une zone partielle (28) de la coque (12)
est en forme de clavette (30) couchée, et
des unités de propulsion (16) sont disposées sur la coque (12) pour fournir une force
d'entraînement,
caractérisé en ce que
a) dans la zone de l'étrave (18) respectivement au moins une unité de propulsion (16)
est disposée en retrait par rapport à l'élément de guidage (24) concerné,
b) les unités de propulsion (16) sont pivotantes, et
c) les éléments de guidage (24) présentent des évidements (42) logeant les unités
de propulsion (16).
2. Bateau selon la revendication 1,
caractérisé en cé que
les unités de propulsion (16) pivotent autour d'un axe vertical (40).
3. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
les unités de propulsion (16) sont des hélices (38).
4. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
la zone partielle (28) présente essentiellement la forme de l'étrave d'un berceau
de lancement.
5. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce qu'
au moins un des éléments de guidage (24) se rétrécit vers l'arrière en formant un
coin vertical (36) côté arrière.
6. Bateau selon la revendication 5,
caractérisé en ce que
sur au moins un élément de guidage (24), la forme cunéiforme côté arrière (36) est
plus obtuse que la forme cunéiforme côté étrave (26).
7. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce qu'
à l'arrière de la coque (12), on prévoit des unités de propulsion supplémentaires
(16).
8. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que
même à l'arrière de la coque (12), en particulier côté tribord et côté bâbord, des
éléments de guidage cunéiformes verticaux se rétrécissent vers l'arrière.
9. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que
des dispositifs de recouvrement recouvrent au moins partiellement les évidements (42).
10. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 9,
caractérisé en ce que
la coque (12), en particulier les éléments de guidage côté étrave (24) sont conçus
pour briser la glace.
11. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 10,
caractérisé en ce qu'
on prévoit un dispositif de graissage avec des bulles d'air, en particulier comme
décrit dans le document DE 103 07 795.
12. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 11,
caractérisé en ce que
les unités de propulsion (16) ont un angle d'incidence adapté à une vitesse de marche.
13. Bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 12,
caractérisé en ce que
les éléments de guidage (24) comportent des fentes d'acheminement de l'eau (38) pour
les unités de propulsion (16), les fentes d'acheminement de l'eau (38) étant disposées
longitudinalement au sens de la marche.