| (19) |
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(11) |
EP 1 664 355 B9 |
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KORRIGIERTE NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis: Bibliographie entspricht dem neuesten Stand |
| (15) |
Korrekturinformation: |
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Korrigierte Fassung Nr. 1 (W1 B2) |
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Korrekturen, siehe Beschreibung |
| (48) |
Corrigendum ausgegeben am: |
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21.03.2018 Patentblatt 2018/12 |
| (45) |
Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
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18.10.2017 Patentblatt 2017/42 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.03.2011 Patentblatt 2011/13 |
| (22) |
Anmeldetag: 26.08.2004 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2004/009522 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2005/035797 (21.04.2005 Gazette 2005/16) |
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| (54) |
VERFAHREN ZUM SAMMELN UND BEHANDELN VON REAKTIONSGASEN AUS EINER ERZEUGUNGASANLAGE
FÜR SCHMELZFLÜSSIGE METALLE UND ENTSTAUBUNGSANLAGE HIERZU
METHOD FOR COLLECTING AND TREATING REACTION GASES FROM A PRODUCTION PLANT FOR MOLTEN
METAL AND DUST-REMOVING MACHINE THEREFOR
PROCEDE POUR ACCUMULER ET TRAITER DES GAZ REACTIONNELS ISSUS D'UNE INSTALLATION DE
PRODUCTION POUR METAUX EN FUSION, ET INSTALLATION DE DEPOUSSIERAGE A CET EFFET
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
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| (30) |
Priorität: |
23.09.2003 AT 15032003
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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07.06.2006 Patentblatt 2006/23 |
| (73) |
Patentinhaber: Primetals Technologies Austria GmbH |
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4031 Linz (AT) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- HAMPEL, Alfred
A-4040 Linz (AT)
- ENGELMANN, Anton
A-4115 Kleinzell (AT)
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| (74) |
Vertreter: Metals@Linz |
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Primetals Technologies Austria GmbH
Intellectual Property Upstream IP UP
Turmstraße 44 4031 Linz 4031 Linz (AT) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 1 551 813 DE-B- 1 039 084 FR-A- 1 350 871 GB-A- 872 088 GB-A- 996 332 US-A- 3 183 960 US-A- 3 395 512
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DE-A1- 2 239 578 DE-T2- 60 202 217 FR-A- 1 477 725 GB-A- 972 720 JP-A- S58 202 016 US-A- 3 224 841
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- BRANDES H.R. ET AL: 'Gas cleaning and secondary emissions control with energy recovery:
Part I-Basic osygen converters; Part II-Electric arc furnaces.' IRON AND STEEL ENGINEER
Januar 1992, Seiten 49 - 55
- Helmuth Ester, Heiner Brandes "Secondary fume emission control", Mannesmann Demag
Hüttentechnik, Vortrag gehalten am 23. September auf der "1993 Iron and Steel Exposition
and AISE Annual Convention return to Pittsburgh, September 20-23, in der "9:00 am
- Environmental session"
- Iron and Steel Engineer, July 1993, volume 70, No. 7, Seite 70 und 115, 116 zum Nachweis
des gehaltenen Vortrages
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[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Sammeln und Behandeln von Reaktionsgasen
aus Erzeugungsanlagen für schmelzflüssige Metalle, wobei metallhaltige Einsatzstoffe
in fester oder flüssiger Form in ein metallurgisches Gefäß eingebracht und unter Einwirkung
von Brennstoffen und Reaktionsstoffen umgesetzt werden und die das metallurgische
Gefäß verlassenden heißen, gasförmigen und staubbeladenen Reaktionsgase teilweise
einem Primärentstaubungsprozess und teilweise einem Sekundärentstaubungsprozess in
zugeordneten Staubabscheideeinrichtungen zugeführt werden, sowie eine Entstaubungsanlage
hierfür.
[0002] In einem Primärentstaubungsprozess werden die während eines kontinuierlichen Metallerzeugungsprozesses
entstehenden Reaktionsgase gekühlt und entstaubt, während in einem Sekundärentstaubungsprozess
vorzugsweise die während der Chargierung von Schrott und Roheisen aufsteigenden Reaktionsgase
weiter behandelt werden.
[0003] Im Detail betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Behandeln von Reaktionsgasen aus
Stahlerzeugungsanlagen und die hierfür notwendigen Entstaubungsanlagen, wobei eisenhältige
Einsatzstoffe, wie beispielsweise Roheisen, Schrott, Eisenerz etc., in fester oder
flüssiger Form in einen Stahlerzeugungskonverter, einen Lichtbogenofen, einen Kupolofen
oder in ein artverwandtes metallurgisches Gefäß eingebracht und unter der Einwirkung
von Brennstoffen und Reaktionsstoffen, wie Kohle, Sauerstoff, Erdgas, diversen Schlackenbildnern
und Legierungszusätzen, Stahl erzeugt wird. Die während des Erzeugungsprozesses in
großer Menge anfallenden Reaktionsgase werden direkt aus dem metallurgischen Gefäß
abgeleitet oder oberhalb des metallurgischen Gefäßes weitgehend abgesaugt und in einem
Primär- und einem Sekundärentstaubungsprozess weiter behandelt, wobei eine weitgehende
Entstaubung der Reaktionsgase erfolgt, bevor diese Reaktionsgase einer Verbrennung
(Abfackelung) oder Speicherung (bei ausreichendem Brennwert der Reaktionsgase) zugeführt
werden.
[0004] Aus der
US-A 4,050,682 und der
DE-C 22 39 578 sind bereits ein derartiges Verfahren und eine dementsprechende Vorrichtung zur Sammlung
und Behandlung von Reaktionsgasen aus einem Stahlerzeugungskonverter bekannt. Die
Reaktionsgase aus dem Konverter werden einerseits während des laufenden Produktionsprozesses
in eine Primärentstaubungsanlage übergeleitet und dort weiter behandelt und andererseits
während der Chargierphase, bei der der Konverter eine geneigte Position einnimmt,
in eine Sekundärentstaubungsanlage abgeleitet und dort einer weiteren Behandlung zugeführt.
In der Primärentstaubungsanlage werden die kontinuierlich und im Wesentlichen in weitgehend
vorbestimmbaren, von den Einsatzstoffen abhängigen Mengen anfallenden Reaktionsgase
in einer gekühlten, den Konvertermund weitgehend abdeckenden Absaughaube gesammelt
und in einem mehrstufigen, zumeist zweistufigen, Entstaubungsprozess in Wäschern,
vorzugsweise Venturiwäschern, von der Staubbeladung befreit und gekühlt und anschließend
einer Verbrennung in einer Fackel zugeführt. Während der Chargierung von Einsatzstoffen,
insbesondere bei der Chargierung von Schrott, kommt es einerseits zu einer erhöhten
Staubbelastung und andererseits zu plötzlichen Verbrennungsprozesses der mit dem Stahlschrott
chargierten Verunreinigungen, wie Lacke, Öle, Kunststoffe, etc. Die hierbei entstehenden
Reaktionsgase aus dem geneigten Konvertergefäß werden in einer im Abstand oberhalb
des Konverters angeordneten weiteren Absaughaube einer Sekundärentstaubungsanlage
gesammelt und von dort einer Weiterbehandlung zugeführt. Dieser während der kurzen
Chargierzeiten bei gekipptem Konvertergefäß anfallende Reaktionsgasstrom wird ebenfalls
einem Wäscher zugeführt, wobei der für den Reaktionsgastransport vorgesehene Strömungskanal
zwischen dem ersten und dem zweiten Wäscher der Primärentstaubungsanlagen in diese
einmündet. Aus der
DE-C 22 39 578 ist es weiters bekannt die gereinigten und gekühlten Reaktionsgase einem Gasspeicher
zuzuführen und diese als Nutzgase einer weiteren Verwendung zuzuführen.
[0005] Primärentstaubungsanlagen mit feuerfesten Ausmauerungsmaterialien für Abgase sind
in den Dokumenten
US3395512A,
US3183960A und
FR1477725A gezeigt.
[0006] Wenn das metallurgische Gefäß zur Erzeugung schmelzflüssiger Metalle von einem Elektrolichtbogenofen
gebildet ist, werden Reaktionsgase während des laufenden Einschmelzprozesses üblicherweise
über ein Deckelloch des Ofengefäßes abgesaugt und einer Primärentstaubungsanlage zugeführt.
Während der Chargierung von Einsatzstoffen in den Lichtbogenofen, welche vorwiegend
aus Schrott, direkt reduziertem Eisen und heiß brikettiertem Eisen bestehen, ist der
Ofendeckel üblicherweise ausgeschwenkt und aufsteigende Reaktionsgase werden von einer
so genannten "Canopy-Haube" aufgefangen und einer Sekundärentstaubungsanlage zugeführt.
Die Entstaubungsanlagen sind analog zu den bei Konvertergefäßen eingesetzten aufgebaut.
[0007] Entstaubungsanlagen, wie sie beispielsweise aus der
US-A 4,050,682 bekannt sind, sind jedoch den heutigen Anforderungen, insbesondere hinsichtlich der
Chargierung von Stahlschrott in schlechter Qualität infolge einer hohen Verunreinigungsrate,
nicht gewachsen. Mit der Forderung nach einem umfassenden Recycling von Automobilen
und Haushaltsschrott (Haushaltsgeräte) ist der Schrott in beträchtlichen Mengen mit
einen hohen Anteil an Kohlenwasserstoffen aufweisenden Begleitstoffen, wie Kunststoffe,
Lacke, sonstigen organischen Stoffen, Öle, etc., sowie Aluminium und Zink versehen,
durch die bei der Verbrennung große Wärmemengen freigesetzt werden. Dieser belastete
Schrott weist zusätzlich einen hohen Feuchtegrad (Wasser, Schnee) auf. Dieser Schrott
wird beim Chargieren direkt mit flüssigem Metall in Kontakt gebracht, wobei dies bei
einem Elektrolichtbogenofen durch korbweises Chargieren auf ein flüssiges Schmelzenbad
und bei einem Blasekonverter entweder durch Chargieren von Flüssigmetall auf eine
Schrottvorlage oder durch Chargieren von Schrott in ein vorhandenes Schmelzenbad erfolgt.
Durch die plötzliche Hitzeeinwirkung in sehr kurzer Zeit entstehen Zerfallsprodukte,
wie CO, H
2, CH
4 oder ähnliche Produkte und Verbrennungsgase, die aus dem metallurgischen Gefäß austreten
und mit der Umgebungsluft gemischt werden. Der Anteil dieser Zerfallsprodukte und
die Temperatur in der Umgebung des metallurgischen Gefäßes sind hoch genug, um eine
unmittelbare Verbrennung dieser Zerfallsprodukte einzuleiten und eine beträchtliche
Menge von Reaktionsgasen und eine bedeutende Hitzeentwicklung in diesem Bereich zu
entwickeln. Das Sekundärentstaubungssystem, insbesondere die Canopy-Haube des Lichtbogenofens,
und die Sekundär-Absaughaube eines Stahlerzeugungskonverters sind auf die weitestgehende
Sammlung und Ableitung dieser Reaktionsgase ausgelegt, um Hitzestaus im Stahlwerksgebäude
und Verschmutzungen in und außerhalb dieses Bereiches zu vermeiden.
[0008] Im Sekundärentstaubungssystem sind zur Gasreinigung Staubabscheideeinrichtungen (Staubfilter)
angeordnet, für die aufgrund ihrer Bauart die Gaseintrittstemperatur von 130°c bis
160°C nicht überschritten werden sollte. Viele Stahlerzeuger und Hersteller von Nichteisenmetallen
haben in den vergangenen Jahren ihre Schrotteinsatzrate wesentlich erhöht, wobei insbesondere
der Anteil an mit brennbaren Stoffen kontaminierten Schrott stark angestiegen ist.
Diese Umstände führen zu wesentlich erhöhten Energieemissionen aus den metallurgischen
Gefäßen während des Chargierens von Schrott auf Flüssigstahl bzw. umgekehrt. Die überhitzten
Reaktionsgase können während der kurzen Transportzeit zu den Staubabscheideeinrichtungen
nicht ausreichend gekühlt werden und verursachen Überhitzungsschäden an den Filtereinrichtungen.
Die Beimischung von Kühlluft, vorwiegend Umgebungsluft, ist beschränkt, da kurzzeitig
hohe Reaktionsgasmengen entsprechend hohe Mengen an Kühlluft erfordern, die wiederum
eine unwirtschaftliche Überdimensionierung der Filteranlagen erzwingen.
[0009] Weiters kann die kurzzeitig anfallende große Gasmenge zu einer unvollständigen Verbrennung
von Zerfallsprodukten der Schrottbegleiter infolge von Sauerstoffmangel und zum Ansaugen
von unvollständig verbrannten Reaktionsgasen in das Leitungssystem der Sekundärentstaubungsanlage
führen. Kommt es in diesem Leitungssystem dann zum Eintritt von Umgebungsluft, insbesondere
im Fall einer Eindüsung von Kühlluft, vor dem Eintritt in die Staubabscheideeinrichtung,
so können explosionsartige Verpuffungen auftreten, die zur Zerstörung insbesondere
der Filtereinrichtungen führen.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Nachteile des bekannten Standes
der Technik zu vermeiden und ein Verfahren und eine Entstaubungsanlage für Reaktionsgase
aus einer Erzeugungsanlage für schmelzflüssige Metalle vorzuschlagen, durch welche
kurzfristig anfallende, große und heiße Reaktionsgasmengen mit möglichst klein dimensionierten
Anlagen sicher entstaubt werden können. Weiters sollen bestehende Entstaubungsanlagen
für die Aufnahme von kurzfristig anfallenden, hohen Reaktionsgasmengen vorbereitet
werden.
[0011] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß
bei einem Verfahren zum Betrieb einer Entstaubungsanlage gemäß Anspruch 9 zum Sammeln
und Behandeln von Reaktionsgasen aus einer Erzeugungsanlage für schmelzflüssige Metalle,
wobei metallhaltige Einsatzstoffe in fester oder flüssiger Form in ein metallurgisches
Gefäß eingebracht und unter Einwirkung von Brennstoffen und Reaktionsstoffen umgesetzt
werden und die das metallurgische Gefäß verlassenden heißen, gasförmigen und staubbeladenen
Reaktionsgase teilweise einem Primärentstaubungsprozess und teilweise einem Sekundärentstaubungsprozess
in zugeordneten Staubabscheideeinrichtungen zugeführt werden, gelöst. Die Lösung ist
dadurch gekennzeichnet, dass die dem Sekundärentstaubungsprozess zugeführten Reaktionsgase
vor dem Sekundärentstaubungsprozess einen Wärmespeicher durchströmen und von Reaktionsgasen
mit einer Reaktionsgas-Temperatur, die über der Wandtemperatur der Speicherelemente
aus Metall liegt, Wärme an den Wärmespeicher abgegeben wird und diese gespeicherte
Wärme an nachfolgende Reaktionsgase mit einer Reaktionsgas-Temperatur, die unter der
Wandtemperatur der Speicherelemente aus Metall liegt, wieder abgegeben wird.
Der Wärmespeicher arbeitet damit nach einem Regenerativprinzip, welches nur eine kurzzeitige
Wärmespeicherung während und kurz nach der Schrottchargierung vorsieht. Dadurch wird,
insbesondere in Relation zu einem Wärmetauscherprinzip, eine Investitionskosten sparende
Verfahrensweise ermöglicht.
Die den Wärmespeicher durchströmenden Reaktionsgase umfassen gegebenenfalls auch Luft
aus dem Umgebungsbereich des metallurgischen Gefäßes.
[0012] Zweckmäßig ist der Wärmespeicher so dimensioniert, dass 20 bis 70%, vorzugsweise
25 bis 50%, der von den Reaktionsgasen transportierten Wärmemenge im Wärmespeicher
gespeichert und von ihm nachfolgend wieder abgegeben wird.
[0013] Ein sicherer Schutz gegen Überhitzung in den Staubfiltern ist gegeben, wenn durch
die von den Reaktionsgasen an die Speicherelemente abgegebene Wärme die Temperatur
der Reaktionsgase auf eine Staubfilter-Eingangstemperatur von vorzugsweise weniger
als 180°C abgesenkt wird. Dieses Temperaturniveau entspricht der Verträglichkeit von
Schlauchfiltern und konventionellem Filtertuch unter kurzzeitiger Temperaturbelastung.
[0014] Ein sicherer Schutz gegen Überhitzung in den Staubfiltern kann auch dadurch erreicht
werden, dass den Reaktionsgasen nach dem Durchströmen des Wärmespeichers und vor dem
Eintritt in die Staubabscheideeinrichtung zusätzlich ein Kühlgas zugeführt und die
Temperatur der Reaktionsgase auf eine Staubfilter-Eingangstemperatur von vorzugsweise
weniger als 180°C abgesenkt wird. Durch die kombinierte Anwendung einer Reaktionsgaskühlung
durch Wärmespeicherung in einem regenerativen Wärmespeicher und durch Kühlung mit
Kühlgas ist im besonderen Maße eine Optimierung der Sekundärentstaubungsanlage in
ihrer Gesamtheit möglich.
[0015] Vorzugsweise werden die Reaktionsgase auf eine Staubfilter-Eingangstemperatur in
einem Temperaturbereich zwischen 130°C und 160°C abgesenkt. Durch die solcherart erreichte
Temperaturabsenkung der Reaktionsgase auf eine entsprechend niedrige Staubfilter-Eingangstemperatur
werden explosionsartige Nachverbrennungen im Staubfilter vermieden.
[0016] Eine optimalen Festlegung der benötigten Kühlgasmengen wird dadurch erreicht, dass
der Istwert der Staubfilter-Eingangstemperatur kontinuierlich gemessen und die Menge
des dem Reaktionsgas zugemischten Kühlgasen in Abhängigkeit davon geregelt wird.
[0017] Weiters wird vorgeschlagen eine Entstaubungsanlage zum Sammeln und Behandeln von
Reaktionsgasen aus einer Erzeugungsanlage für schmelzflüssige Metalle, wobei die Erzeugungsanlage
ein metallurgisches Gefäß für die Aufnahme metallhaltiger Einsatzstoffe in fester
oder flüssiger Form und deren Umsetzung unter Einwirkung von Brennstoffen und Reaktionsstoffen
umfasst und dem metallurgischen Gefäß eine Primärentstaubungsanlage und einer Sekundärentstaubungsanlage
für die das metallurgische Gefäß verlassenden heißen, gasförmigen und staubbeladenen
Reaktionsgase zugeordnet sind, die mindestens eine Absaughaube, einen Strömungskanal
und eine Staubabscheideeinrichtung umfassen, die dadurch gekennzeichnet ist, dass
im Strömungskanal der Sekundärentstaubungsanlage ein Wärmespeicher zur Aufnahme von
Wärme aus dem durchströmenden Reaktionsgas und zur Abgabe von Wärme an das durchströmende
Reaktionsgas angeordnet ist, wobei der Wärmespeicher Speicherelemente aus Metall aufweist,
und wobei die Speicherelemente des Wärmespeichers von parallel zueinander angeordneten
Speicherplatten gebildet sind
und zwischen benachbarten Speicherelementen Strömungskanäle angeordnet sind,
und wobei die Speicherplatten mit angeschweißten Abstandshaltern 36 in vorbestimmten
Abstand zueinander festgelegt und mit durchgehenden Zugstäben 37 zu einem Modul verspannt
sind.
[0018] Der Wärmespeicher ist auf eine Kühlkapazität ausgelegt, die es ermöglicht, die anfallenden
Reaktionsgasmengen auch bei schlechter Schrottqualität bis zum Eintritt in den Staubfilter
auf eine ausreichend tiefe Staubfilter-Eingangstemperatur abzusenken.
[0019] Um kurzfristig eine große Wärmemenge speichern zu können, kann der Wärmespeicher
eine Vielzahl von Speicherelementen umfassen, wobei zwischen benachbarten Speicherelementen
Strömungskanäle für die Durchleitung der Reaktionsgase angeordnet sind.
[0020] Erfindungsgemäß sind die Speicherelemente des Wärmespeichers von parallel zueinander
angeordneten Speicherplatten gebildet. Durch ein weitgehend geradlinige Strömungsrichtung
der Reaktionsgase im Wärmespeicher ist der Strömungswiderstand der Speicherelemente
auf eine mögliches Minimum reduziert und der zusätzliche Leistungsbedarf des Gasgebläses
gering gehalten.
[0021] Um eine ausreichende Speicherwirkung der Speicherplatten und einen ausreichenden
Wärmeübergang zu erreichen, weisen die Speicherplatten eine Wandstärke von 1mm bis
5mm und einen Abstand zwischen benachbarten Speicherplatten von 30 mm bis 80 mm auf.
[0022] Eine zweckentsprechende Auslegung des Wärmespeichers wird erreicht, wenn die Speicherelemente
des Wärmespeichers mindestens 0,5 m
2 Kühlfläche pro 1 m
3/s Reaktionsgasdurchsatz aufweisen. Die Kühlfläche umfasst hierbei die vom Reaktionsgas
berührte Oberfläche des Wärmespeichers, insbesondere der Speicherelemente, während
des Durchströmens des Reaktionsgases durch den Wärmespeicher.
[0023] Eine Entstaubungsanlage mit minimierten Investitionskosten wird erreicht, wenn zwischen
dem Wärmespeicher und der Staubabscheideeinrichtung eine Eintragvorrichtung für ein
Kühlgas in den Strömungskanal vorgesehen ist. Bei besonders hohem Kunststoffanteil
im Schrott gelegentlich auftretende Temperaturspitzen der Reaktionsgase und besonders
hohe Reaktionsgasmengen mit hohem Temperaturniveau kann durch eine zusätzliche Kühlgaseindüsung
bzw. Kühlgasansaugung eine Temperaturabsenkung unmittelbar vor dem Staubabscheider
erreicht werden.
[0024] Die Einhaltung einer vorgegebenen Staubfilter-Eingangstemperatur wird sichergestellt,
wenn der Staubabscheideeinrichtung eingangsseitig eine Temperaturerfassungseinrichtung
zugeordnet ist, die mit einem Regler zur Regelung der Eintragvorrichtung für das Kühlgas
signaltechnisch verbunden ist.
[0025] Die erfindungsgemäße Entstaubungsanlage wird vorzugsweise bei metallurgischen Gefäßen,
wie einem Konverter, Lichtbogenofen oder Kupolofen eingesetzt.
[0026] Bei einer Neuauslegung einer Entstaubungsanlage oder einer Erzeugungsanlage für Flüssigmetall
mit einer Entstaubungsanlage ergeben sich durch die Anwendung des erfindungsgemäßen
Wärmespeichers folgende Vorteile:
- Die gesamte Entstaubungsanlage kann kleiner ausgelegt werden, da nur wenig oder keine
Kühlluft benötigt wird, um die Reaktionsgase vor der Staubabscheideeinrichtung auf
eine für die Staubabscheideeinrichtung zulässige Temperatur abzusenken.
- Speziell bei metallurgischen Gefäßen mit einer hohen Wärmeentwickung kann das Entstaubungssystem
auf eine angepasste Kapazität ausgelegt werden.
[0027] Bei einem Einbau eines erfindungsgemäßen Wärmespeichers in eine bestehende Erzeugungsanlage
für Flüssigmetall ergeben sich folgende Vorteile:
- späteres Öffnen der Kühlluftzufuhr oder überhaupt Entfall dieser Kühlung,
- eine wesentlich größere Reaktionsgasmenge kann abgeführt und behandelt werden,
- geringere Emissionsbelastung in und außerhalb der Produktionshallen,
- ein verringertes Risiko unverbrannte Reaktionsgase anzusaugen,
- minimiertes Risiko von Explosionen durch unverbrannte Reaktionsgase in der Entstaubungsanlage.
[0028] Allgemein ergeben sich folgende Vorteile durch den erfindungsgemäßen Wärmespeicher
in der Sekundärentstaubungsanlage:
- der Wärmespeicher benötigt keine zusätzlichen Kühlmedien für seinen Betrieb und damit
keine Zusatzausrüstungen hierfür,
- der Instandhaltungsaufwand für den Wärmespeicher ist minimal, da nahezu keine Staubablagerungen
auftreten,
- der Wärmespeicher benötigt lediglich 7 bis 10% des Druckverlustes der Sekundärentstaubungsanlage.
Dieser zusätzliche Energiebedarf an Gebläseantriebsleistung wird durch den geringeren
Gasanfall (keine oder wenig Kühlluft) kompensiert oder mehr als kompensiert.
[0029] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die beigefügten
Figuren Bezug genommen wird, die folgendes zeigen:
- Fig. 1:
- eine erfindungsgemäße Sekundärentstaubungsanlage in Verbindung mit einem Lichtbogenofen,
- Fig. 2:
- eine erfindungsgemäße Sekundärentstaubungsanlage in Verbindung mit einem Konverter,
- Fig. 3:
- ein Längsschnitt durch den Wärmespeicher einer Sekundärentstaubungsanlage mit modularem
Aufbau gemäß den Fig. 1 und 2,
- Fig. 4
- ein Querschnitt durch einen Modul eines Wärmespeichers gemäß Schnittlinie A-A in Fig.
3.
[0030] In den Figuren 1 und 2 sind anhand von zwei für die stahlerzeugende Grundstoffindustrie
typischen Anwendungsfällen die erfindungsgemäßen Sekundärentstaubungsanlagen schematisch
dargestellt.
[0031] Fig. 1 zeigt einen Elektrolichtbogenofen 1, wie er zum Einschmelzen von Stahlschrott
üblicherweise eingesetzt wird. Dieser Elektroofen weist ein Deckelloch 2 auf, an welches
dichtend ein Strömungskanal 3 anschließt, der Teil einer nicht näher dargestellten
und dem bekannten Stand der Technik entsprechenden Primärentstaubungsanlage ist. Durch
den Strömungskanal 3 werden während des kontinuierlichen Einschmelzprozesses und der
nachfolgenden Stahlbehandlungsprozesse Reaktionsgase aus dem Inneren des Ofenraumes
abgesaugt. Oberhalb des Lichtbogenofens ist unter dem Dach der nicht dargestellten
Ofenhalle eine Canopy-Haube 4 zum Sammeln von Reaktionsgasen aus dem Elektroofen,
die insbesondere während des Chargiervorganges von Schrott in eine Flüssigstahlvorlage
durch Verbrennen von Verunreinigungen des Schrotts entstehen, angeordnet. Während
des Chargiervorganges sind die Elektroden 5 und der Ofendeckel 6 aus der dargestellten
Betriebsposition des Elektroofens ausgeschwenkt und die Reaktionsgase können direkt
zur Canopy-Haube aufsteigen. Die in der Canopy-Haube 4 gesammelten Reaktionsgase werden
unter der Sogwirkung eines Gebläses 7 durch den Strömungskanal 8 in und durch einen
Wärmespeicher 9 gesaugt, in dem den Reaktionsgasen bei hoher Reaktionsgastemperatur
Wärme entzogen wird. Der Wärmespeicher 9 ist von mehreren in Reihe geschaltenen Speichermodulen
9a, 9b, 9c, 9d gebildet. Anschließend werden die auf etwa Staubfilter-Eintrittstemperatur
abgekühlten Reaktionsgase durch den Strömungskanal 10 in eine Staubabscheideeinrichtung
11 gesaugt, der als mehrstufiger Staubfilter ausgebildet ist und in dem eine weitgehende
Abscheidung des Staubes aus dem Reaktionsgas erfolgt. Anschließend wird dieses weitgehend
gereinigte Reaktionsgas vom Gebläse 7 über den Kamin 12 in die Umgebung abgeleitet.
[0032] Vor der Staubabscheideeinrichtung 11 mündet eine Eintragvorrichtung 13 für Kühlluft
in den Strömungskanal 10, die so ausgebildet ist, dass entlang der verbleibenden Wegstrecke
zur Staubabscheideeinrichtung eine weitgehend gleichmäßige Durchmischung und damit
Kühlung des Reaktionsgases erfolgen kann. Damit kann Reaktionsgas mit Spitzenwerten
hinsichtlich Reaktionsgasmenge und Reaktionsgastemperatur für die Staubabscheideeinrichtung
verarbeitbar vorbereitet werden. Zur Optimierung der Kühlluftzuführung ist eintrittsseitig
der Staubabscheideeinrichtung 11 eine Temperaturerfassungseinrichtung 14 im Strömungskanal
10 angeordnet, deren Messsignal in einem Regler 15 zu Steuerung der einzudüsenden
Kühlluftmenge in der Eintragvorrichtung 13 für Kühlluft herangezogen wird. Mit einer
Verschlussklappe 16 kann der Kühlluftstrom beispielsweise mengengeregelt werden.
[0033] Es ist vorteilhaft, wenn der Wärmespeicher 9 möglichst knapp vor der Staubabscheidevorrichtung
11 und möglichst weit entfernt von der Canopy-Haube 4 angeordnet ist, da über einen
langen Strömungskanal 8 erhebliche Wärmemengen durch die Wand des Strömungskanales
an die Umgebungsluft abgegeben werden können und damit die Reaktionsgase bereits mit
abgesenkter Temperatur in den Wärmespeicher 9 eintreten.
[0034] Mit einer Steuerklappe 17 im Strömungskanal 8, knapp oberhalb der Canopy-Haube, wird
die Ansaugmenge der Sekundärentstaubungsanlage gesteuert.
[0035] Fig. 2 zeigt einen zweiten Anwendungsfall einer Sekundärentstaubungsanlage der erfindungsgemäßen
Art bei einem kippbaren Blasekonverter in einem Blasstahlwerk. Während des kontinuierlichen
Erzeugungsprozesses ist der Konverter 20 in der dargestellten aufrechten Position
und eine gekühlte Absaughaube 21 mit geringem Abstand zur Konvertermündung 22 über
dieser angeordnet, die Teil einer Primärentstaubungsanlage ist. Der Konverter 20 ist
um die Kippachse 23 in die durch eine strichpunktierte Linie 24 angedeutete gekippte
Position verschwenkbar, in der die Schrottchargierung vorgenommen wird. Die in dieser
Lage bei der Schrottchargierung verstärkt austretenden Reaktionsgase werden von einer
Absaughaube 25 aufgefangen und in einer Sekundärentstaubungsanlage weiter behandelt.
Diese Sekundärentstaubungsanlage entspricht in ihrem strukturellen Aufbau der in Fig.
1 dargestellten und beschriebenen Entstaubungseinrichtung.
[0036] In den Figuren 3 und 4 sind konstruktive Details des Wärmespeichers dargestellt.
Der Wärmespeicher 9 umfasst ein in die Strömungskanäle 8, 10 eingebundenes Gehäuse
30, von welchem zwei Seitenwände 30a, 30b dargestellt sind und welches eine Eintrittsöffnung
31 und einer Austrittsöffnung 32 für den Durchtritt des Reaktionsgasstromes aufweist.
Der Reaktionsgasstrom durchströmt den Wärmespeicher auf kurzem Weg mit minimalem Widerstand
ohne Richtungsänderung. In das Gehäuse 30 sind aus einer Vielzahl von Speicherelementen
aufgebaute einzelne Speichermodule 9a, 9b, 9c, .. eingesetzt, die über einen Tragbalken
34 auf Traglaschen 35 des Gehäuses aufliegen. Die Speicherelemente bestehen aus Metallplatten,
vorzugsweise aus dünnen Blechtafeln, die mit angeschweißten Abstandshaltern 36 in
vorbestimmten Abstand zueinander festgelegt und mit durchgehenden Zugstäben 37 zu
einem Modul verspannt sind. Die Blechtafeln sind 2 mm dick und in einem Abstand von
60 mm zueinander angeordnet.
1. Verfahren zum Betrieb einer Entstaubungsanlage gemäß Anspruch 9 zum Sammeln und Behandeln
von Reaktionsgasen aus einer Erzeugungsanlage für schmelzflüssige Metalle, wobei metallhaltige
Einsatzstoffe in fester oder flüssiger Form in ein metallurgisches Gefäß eingebracht
und unter Einwirkung von Brennstoffen und Reaktionsstoffen umgesetzt werden und die
das metallurgische Gefäß verlassenden heißen, gasförmigen und staubbeladenen Reaktionsgase
teilweise einem Primärentstaubungsprozess und teilweise einem Sekundärentstaubungsprozess
in zugeordneten Staubabscheideeinrichtungen (11) zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Sekundärentstaubungsprozess zugeführten Reaktionsgase vor dem Sekundärentstaubungsprozess
einen Wärmespeicher (9) durchströmen und von Reaktionsgasen mit einer Reaktionsgas-Temperatur,
die über der Wandtemperatur der Speicherelemente aus Metall liegt, Wärme an den Wärmespeicher
abgegeben wird und diese gespeicherte Wärme an nachfolgende Reaktionsgase mit einer
Reaktionsgas-Temperatur, die unter der Wandtemperatur der Speicherelemente aus Metall
liegt, wieder abgegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass 20% bis 70%, vorzugsweise 25% bis 50%, der von den Reaktionsgasen transportierten
Wärmemenge im Wärmespeicher gespeichert und von ihm nachfolgend wieder abgegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die von den Reaktionsgasen an die Speicherelemente abgegebene Wärme die Temperatur
der Reaktionsgase auf eine Staubfilter-Eingangstemperatur von vorzugsweise weniger
als 180°C abgesenkt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass den Reaktionsgasen nach dem Durchströmen des Wärmespeichers und vor dem Eintritt
in die Staubabscheideeinrichtung ein Kühlgas zugeführt und die Temperatur der Reaktionsgase
auf eine Staubfilter-Eingangstemperatur von vorzugsweise weniger als 180°C abgesenkt
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das die Reaktionsgase auf eine Staubfilter-Eingangstemperatur in einem Temperaturbereich
zwischen 130°C und 160°C abgesenkt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Istwert der Staubfilter-Eingangstemperatur kontinuierlich gemessen wird und die
Menge des dem Reaktionsgas zugemischten Kühlgasen in Abhängigkeit davon geregelt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Kühlgas Kühlluft eingesetzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Speicherelemente (33) des Wärmespeichers (9) mindestens 0,5 m2 Kühlfläche pro 1 m3/s Reaktionsgasdurchsatz aufweisen.
9. Entstaubungsanlage zum Sammeln und Behandeln von Reaktionsgasen aus einer Erzeugungsanlage
für schmelzflüssige Metalle, wobei die Erzeugungsanlage ein metallurgisches Gefäß
für die Aufnahme metallhaltiger Einsatzstoffe in fester oder flüssiger Form und deren
Umsetzung unter Einwirkung von Brennstoffen und Reaktionsstoffen umfasst und dem metallurgischen
Gefäß eine Primärentstaubungsanlage und einer Sekundärentstaubungsanlage für die das
metallurgische Gefäß verlassenden heißen, gasförmigen und staubbeladenen Reaktionsgase
zugeordnet sind, die mindestens eine Absaughaube (4, 25), einen Strömungskanal (8,
10) und eine Staubabscheideeinrichtung (11) umfassen, dadurch gekennzeichnet, dass im Strömungskanal (8, 10) der Sekundärentstaubungsanlage ein Wärmespeicher (9) zur
Aufnahme von Wärme aus dem durchströmenden Reaktionsgas und zur Abgabe von Wärme an
das durchströmende Reaktionsgas angeordnet ist,
wobei der Wärmespeicher (9) Speicherelemente aus Metall aufweist, und wobei die Speicherelemente
des Wärmespeichers (9) von parallel zueinander angeordneten Speicherplatten gebildet
sind,
und zwischen benachbarten Speicherelementen Strömungskanäle angeordnet sind
und wobei die Speicherplatten mit angeschweißten Abstandshaltern (36) in vorbestimmten
Abstand zueinander festgelegt und mit durchgehenden Zugstäben (37) zu einem Modul
verspannt sind.
10. Entstaubungseinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Speicherplatten eine Wandstärke von 1 bis 5 mm aufweisen und der Abstand benachbarter
Speicherplatten 30 bis 80 mm beträgt.
11. Entstaubungsanlage nach einem der Ansprüche 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Wärmespeicher (9) und der Staubabscheideeinrichtung (11) eine Eintragvorrichtung
(13) für ein Kühlgas in den Strömungskanal (10) vorgesehen ist.
12. Entstaubungsanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Staubabscheideeinrichtung (11) eingangsseitig eine Temperaturerfassungseinrichtung
(14) zugeordnet ist, die mit einem Regler (15) zur Regelung der Eintragvorrichtung
(13) für das Kühlgas signaltechnisch verbunden ist.
13. Entstaubungsanlage nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärentstaubungsanlage einem metallurgischen Gefäß zugeordnet ist, welches
von einem Konverter (20), Lichtbogenofen (1) oder Kupolofen für die Stahlerzeugung
gebildet ist.
1. Process for operating a dedusting installation according to Claim 9 for collecting
and treating reaction gases from a production plant for molten metals, in which metal-containing
feed materials in solid or liquid form are introduced into a metallurgical vessel
and reacted under the action of fuels and reaction materials, and the hot, gaseous
and dust-laden reaction gases which leave the metallurgical vessel are fed in part
to a primary dedusting process and in part to a secondary dedusting process in associated
dust separation devices (11), characterized in that the reaction gases which are fed to the secondary dedusting process flow through
a heat accumulator (9) prior to the secondary dedusting process, and heat is released
from reaction gases at a reaction gas temperature which is above the wall temperature
of the metal accumulator elements to the heat accumulator, and this accumulated heat
is released again to subsequent reaction gases at a reaction gas temperature which
is below the wall temperature of the metal accumulator elements.
2. Process according to Claim 1, characterized in that 20% to 70%, preferably 25% to 50%, of the heat quantity transported by the reaction
gases is accumulated in the heat accumulator and subsequently released again by the
latter.
3. Process according to Claim 1 or 2, characterized in that the heat released from the reaction gases to the accumulator elements is used to
lower the temperature of the reaction gases to a dust filter inlet temperature of
preferably less than 180°C.
4. Process according to one of the preceding claims, characterized in that a cooling gas is fed to the reaction gases after they have flowed through the heat
accumulator and before they enter the dust separation device, and the temperature
of the reaction gases is lowered to a dust filter inlet temperature of preferably
less than 180°C.
5. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the reaction gases are lowered to a dust filter inlet temperature in a temperature
range between 130°C and 160°C.
6. Process according to either of Claims 4 and 5, characterized in that the actual value of the dust filter inlet temperature is measured continuously, and
the quantity of cooling gases admixed to the reaction gas is controlled as a function
thereof.
7. Process according to one of Claims 4 to 6, characterized in that the cooling gas used is cooling air.
8. Process according to Claim 1, characterized in that the accumulator elements (33) of the heat accumulator (9) have at least 0.5 m2 of cooling surface area per 1 m3/s of reaction gas throughput.
9. Dedusting installation for collecting and treating reaction gases from a production
plant for molten metals, the production plant comprising a metallurgical vessel for
receiving metal-containing feed materials in solid or liquid form and reacting them
under the action of fuels and reaction materials, and the metallurgical vessel being
assigned a primary dedusting installation and a secondary dedusting installation for
the hot, gaseous and dust-laden reaction gases leaving the metallurgical vessel, which
dedusting installations at least comprise an extractor hood (4, 25), a flow passage
(8, 10) and a dust separation device (11), characterized in that a heat accumulator (9) for taking up heat from the reaction gas flowing through it
and for releasing heat to the reaction gas flowing through it is arranged in the flow
passage (8, 10) of the secondary dedusting installation, the heat accumulator (9)
having metal accumulator elements, and the accumulator elements of the heat accumulator
(9) being formed by accumulator plates that are arranged parallel to one another,
and flow passages being arranged between adjacent accumulator elements; and the accumulator
plates being fixed at a predetermined distance from one another by welded-on spacers
(36) and clamped using continuous tensioning rods (37) to form a module.
10. Dedusting device according to Claim 9, characterized in that the accumulator plates have a wall thickness of from 1 to 5 mm, and the distance
between adjacent accumulator plates is from 30 to 80 mm.
11. Dedusting installation according to either of Claims 9 and 10, characterized in that an introduction apparatus (13) for introducing a cooling gas into the flow passage
(10) is provided between the heat accumulator (9) and the dust separation device (11).
12. Dedusting installation according to Claim 11, characterized in that on the inlet side the dust separation device (11) is assigned a temperature-recording
device (14), which is signal-connected to a controller (15) for controlling the introduction
apparatus (13) for introducing the cooling gas.
13. Dedusting installation according to one of Claims 9 to 12, characterized in that the secondary dedusting installation is assigned to a metallurgical vessel which
is formed by a converter (20), an arc furnace (1) or a cupola furnace for steelmaking.
1. Procédé d'exploitation d'une installation de dépoussiérage selon la revendication
9 pour collecter et traiter des gaz réactionnels issus d'une installation de production
pour métaux en fusion, des matériaux d'insertion contenant du métal étant introduits
sous forme solide ou liquide dans un récipient métallurgique et convertis sous l'effet
de combustibles et de matières réactionnelles, et les gaz réactionnels chauds, gazeux
et chargés de poussières qui quittent le récipient métallurgique alimentant en partie
un processus de dépoussiérage primaire et en partie un processus de dépoussiérage
secondaire dans des dispositifs de dépôt de poussière (11) associés, caractérisé en ce que les gaz réactionnels qui alimentent le processus de dépoussiérage secondaire traversent
un accumulateur thermique (9) avant le processus de dépoussiérage secondaire et en ce que de la chaleur provenant des gaz réactionnels qui ont une température de gaz réactionnel
supérieure à la température de paroi des éléments d'accumulateur en métal est fournie
à l'accumulateur thermique, et cette chaleur accumulée est restituée à des gaz réactionnels
suivants ayant une température de gaz réactionnel qui est inférieure à la température
de paroi des éléments d'accumulateur en métal.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que 20% à 70%, de préférence 25% à 50%, de la quantité de chaleur transportée par les
gaz réactionnels est accumulée dans l'accumulateur thermique et encore restituée ensuite
par celui-ci.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que, grâce à la chaleur fournie aux éléments d'accumulateur par les gaz réactionnels,
la température des gaz réactionnels est abaissée à une température d'entrée pour filtre
anti-poussières de préférence inférieure à 180°C.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un gaz de refroidissement est amené aux gaz réactionnels après la traversée de l'accumulateur
thermique et avant l'entrée dans le dispositif de dépôt de poussières et la température
des gaz réactionnels est abaissée à une température d'entrée pour filtre anti-poussières
de préférence inférieure à 180°C.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les gaz réactionnels sont abaissés à une température d'entrée pour filtre anti-poussières
dans un domaine de température entre 130°C et 160°C.
6. Procédé selon l'une des revendications 4 ou 5, caractérisé en ce que la valeur réelle de la température d'entrée pour filtre anti-poussières est mesurée
en continu et la quantité de gaz de refroidissement mélangé au gaz réactionnel est
réglée en fonction de cette température.
7. Procédé selon l'une des revendications 4 à 6, caractérisé en ce que de l'air de refroidissement est utilisé en tant que gaz de refroidissement.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les éléments d'accumulateur (33) de l'accumulateur thermique (9) présentent au moins
0,5 m2 de surface de refroidissement pour 1 m3/s de débit de gaz réactionnels.
9. Installation de dépoussiérage pour la collecte et le traitement de gaz réactionnels
issus d'une installation de production pour métaux en fusion, l'installation de production
comprenant un récipient métallurgique pour la réception de matériaux d'insertion contenant
du métal sous forme solide ou liquide et leur conversion sous l'effet de combustibles
et de matières réactionnelles, et une installation de dépoussiérage primaire et une
installation de dépoussiérage secondaire pour les gaz réactionnels chauds, gazeux
et chargés de poussières qui quittent le récipient métallurgique étant associées au
récipient métallurgique, lesquelles installations comprennent au moins une hotte d'aspiration
(4, 25), un canal d'écoulement (8, 10) et un dispositif de dépôt de poussières (11),
caractérisée en ce qu'un accumulateur thermique (9) destiné à absorber de la chaleur du gaz réactionnel
circulant et à fournir de la chaleur au gaz réactionnel circulant est situé dans le
canal d'écoulement (8, 9) de l'installation de dépoussiérage secondaire, l'accumulateur
thermique (9) comprenant des éléments d'accumulateur en métal et les éléments d'accumulateur
de l'accumulateur thermique (9) étant formés par des plaques d'accumulateur disposées
parallèlement les unes aux autres, et des canaux d'écoulement étant situés entre des
éléments d'accumulateur contigus ; et les plaques d'accumulateur étant fixées à une
distance prédéterminée les unes des autres au moyen d'espaceurs (36) soudés et étant
mises en contrainte, formant ainsi un module, au moyen de tirants (37) traversants.
10. Installation de dépoussiérage selon la revendication 9, caractérisée en ce que les plaques d'accumulateur ont une épaisseur de paroi comprise entre 1 mm et 5 mm
et la distance entre des plaques d'accumulateur contiguës est comprise entre 30 mm
et 80 mm.
11. Installation de dépoussiérage selon l'une des revendications 9 à 10, caractérisée en ce qu'un dispositif d'alimentation (13) pour un gaz de refroidissement est prévu dans le
canal d'écoulement (10), entre l'accumulateur thermique (9) et le dispositif de dépôt
de poussières (11).
12. Installation de dépoussiérage selon la revendication 11, caractérisée en ce qu'un dispositif de saisie de température (14), qui est relié par signaux à un régulateur
(15) permettant le réglage du dispositif d'alimentation (13) pour le gaz de refroidissement,
est associé au dispositif de dépôt de poussières (11) sur le côté d'entrée.
13. Installation de dépoussiérage selon l'une des revendications 9 à 12, caractérisée en ce que l'installation de dépoussiérage secondaire est associée à un récipient métallurgique
qui est formé par un convertisseur (20), un four à arc (1) ou un cubilot pour la production
d'acier.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente