[0001] Die Erfindung betrifft ein hydrostatisches Getriebe gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Unter einem hydrostatischen Getriebe versteht man die Kombination einer Hydropumpe
(Primärteil) mit einem Hydromotor (Sekundärteil), im einfachsten Fall mit einem Hydrozylinder
deren Verdrängerräume im Betrieb idealerweise strömungswiderstandsfrei verbunden sind.
Derartige hydrostatische Getriebe bedürfen aufgrund der externen Leckagen der hydraulisch-mechanischen
Wandler (insbesondere Pumpen, Hydromotoren, in geringerem Umfang auch Hydrozylinder)
stets einer Einrichtung, die die Zuführung von Druckflüssigkeit in das Getriebe realisiert,
um diese Verluste auszugleichen und die Funktionsfähigkeit des Getriebes zu erhalten.
Durch diese Einrichtung muss insbesondere verhindert werden, dass sich in den Druckräumen
Kavitationserscheinungen ausbilden. Als besonders vorteilhaft erweist sich ein Getriebe
mit beidseitiger Einspannung des Abtriebsmotors (Sekundäreinheit). Durch diese Einspannung
kann sowohl die Antriebsdynamik als auch die Laststeifigkeit gegenüber herkömmlichen
Getrieben mit offenen Hydraulikkreisläufen wesentlich verbessert werden.
[0003] In der DE 40 08 792 A1 ist ein hydrostatisches Getriebe dargestellt, bei dem ein
Differentialzylinder über zwei Verstellpumpen mit Druckmittel versorgt wird. Die Verstellpumpen
werden von einem gemeinsamen Motor angetrieben, wobei über eine der Verstellpumpen
ein Ringraum mit einem bodenseitigen Zylinderraum des Zylinders verbunden ist, während
die andere Verstellpumpe den Zylinderraum aus einem Tank mit Druckmittel versorgt.
[0004] Die beiden Verstellpumpen werden über eine Steuereinheit derart angesteuert, dass
beispielsweise beim Ausfahren des Hydrozylinders der Zylinderraum mit etwas mehr Druckmittel
versorgt wird als zur Ausfahrbewegung erforderlich ist, während beim Einfahren des
Zylinders der Ringraum mit einer Überschussmenge versorgt wird. Durch diese Steuerung
wird im jeweils anderen Druckraum ein Gegenhaltedruck aufgebaut, so dass der Kolben
beidseitig eingespannt ist. Nachteilig bei dieser Lösung ist, dass die Ansteuerung
und Installation der Verstellpumpen einen erheblichen vorrichtungstechnischen Aufwand
erfordert.
[0005] Aus der CA 605,046 ist ein hydrostatisches Getriebe bekannt, bei der die Sekundäreinheit
über zwei von einem gemeinsamen Motor angetriebene Konstantpumpen mit Druckmittel
versorgt wird. Über eine der Konstantpumpen kann Druckmittel aus einem der Druckräume
des Hydrozylinders in den jeweils anderen Druckraum gefördert werden, während die
zweite Pumpe des Primärteils den bodenseitigen Zylinderraum mit Druckmittel aus einem
hydrostatischen Speicher versorgt. Dieser hydrostatische Speicher ist bei Umgehung
der beiden Pumpen mit den Druckräumen des Hydrozylinders verbindbar, so dass Leckageverluste
ausgeglichen werden und auch entsprechend des Drucks in diesem Speicher eine beidseitige
Einspannung erfolgt.
[0006] Ein solches Getriebe ist auch in FR 2 026 179 offenbart.
[0007] Nachteilig bei beiden Lösungen ist, dass die Einspannung der Sekundäreinheit (Abtriebsmotor)
nur äußerst schwierig an unterschiedliche Betriebsbedingungen anpassbar ist. Des weiteren
erfordern beide vorbeschriebenen bekannten Varianten einen hohen Aufwand zur Ansteuerung
der beiden Pumpen des Primärteils.
[0008] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein hydrostatisches Getriebe
zu schaffen, bei dem die Einspannung des Abtriebsmotors mit geringem vorrichtungstechnischen
Aufwand ermöglicht ist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein hydrostatisches Getriebe mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst.
[0010] Erfindungsgemäß hat das hydrostatische Getriebe einen Primärteil mit einer Pumpe,
über die Druckräume eines Abtriebsmotors mit Druckmittel versorgbar sind. Zum Ausgleich
von Leckagen und gegebenenfalls zum Einspannen des Abtriebsmotors (Sekundärteil) ist
erfindungsgemäß eine Ladeeinrichtung vorgesehen, die zwei von einem gemeinsamen Lademotor
angetriebene Ladepumpen hat. Diese sind jeweils einem Druckraum des Abtriebsmotors
zugeordnet, so dass durch geeignete Regelung des Lademotors eine beidseitige Einspannung
des Abtriebsmotors und der Ausgleich von Leckagen durchführbar ist.
[0011] Die Ladeeinrichtung mit dem Lademotor und den beiden vorzugsweise als Konstantpumpen
ausgeführten Ladepumpen lässt sich mit einem äußerst geringen vorrichtungstechnischen
Aufwand realisieren, wobei durch Regelung des Lademotors die Einspannung sehr einfach
an unterschiedliche Betriebsbedingungen anpassbar ist.
[0012] Dabei wird es bevorzugt, wenn der Lademotor momentengeregelt ist. Dabei wird das
Antriebsmoment des Lademotors vorzugsweise proportional zum Summendruck des hydrostatischen
Getriebes geregelt. Diese Abhängigkeit des Antriebsmoments M
A lässt sich nach der Gleichung

berechnen, wobei die V die Schluckvolumina der beiden Ladepumpen und p die Drücke
in den beiden Druckräumen des Abtriebsmotors sind.
[0013] Bei einer bevorzugten Variante der Erfindung sind die Schluckvolumina der beiden
Ladepumpen gleich groß.
[0014] Der Abtriebsmotor kann ein Differentialzylinder sein, es ist jedoch auch möglich
andere Verbraucher, beispielsweise einen Hydromotor oder einen Gleichgangzylinder
als Sekundärteil zu verwenden. Bei Verwendung eines Differentialzylinders als Abtriebsmotor
wird der Primärteil mit zwei Pumpen ausgeführt, wobei eine die beiden Druckräume miteinander
und die andere den größeren Druckraum mit dem Tank verbindet.
[0015] Die Pumpen der Schaltung werden vorzugsweise drehzahlgeregelt angesteuert. Die Schluckvolumina
sind dem Verbraucher (Hydromotor) so anzupassen, dass die Bilanz der Verschiebevolumenströme
ausgeglichen ist.
[0016] Sonstige vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand weiterer Unteransprüche.
[0017] Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand schematischer
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig.1 ein Hydraulik-Schaubild eines hydrostatischen Getriebes mit einem Differentialzylinder
als Verbraucher und
Fig.2 ein Ausführungsbeispiel mit einem Gleichgangzylinder als Verbraucher.
[0018] In Figur 1 ist ein hydrostatisches Getriebe 1 mit einem Primärteil 2, einem Sekundärteil
4 sowie einer Ladeeinrichtung 6 dargestellt. Das Sekundärteil 4 ist bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel durch einen Hydrozylinder 5 ausgebildet, der als Differentialzylinder
ausgeführt ist. Ein Differentialkolben 7 des Hydrozylinders unterteilt diesen in einen
bodenseitigen Zylinderraum 8 sowie einen kolbenstangenseitigen Zylinderraum 10. An
einer Kolbenstange des Differentialkolbens 7 greift eine Last L in Pfeilrichtung an.
[0019] Das Primärteil 2 hat zwei Pumpen 12, 14, die auf einer gemeinsamen Antriebswelle
16 eines drehzahlgeregelten Motors 18 sitzen. Dieser ist in der Drehrichtung umkehrbar,
so dass entsprechend auch die Förderrichtung der beiden Pumpen 12, 14 umkehrbar ist.
[0020] Die beiden Anschlüsse der Pumpe 14 sind über Leitungen 20, 22 mit dem Ringraum 10
bzw. dem Zylinderraum 8 des Hydrozylinders 5 verbunden, so dass bei Betätigung dieser
Pumpe 14 Druckmittel von einem Druckraum in den anderen Druckraum gefördert werden
kann.
[0021] Ein Druckanschluss der weiteren Pumpe 12 ist über eine Druckleitung 24 mit dem Zylinderraum
8 des Hydrozylinders 5 verbunden. Eine Saugleitung 26 führt zu einem Tank, so dass
Druckmittel vom Tank in den Zylinderraum 8 oder von diesem zum Tank T förderbar ist.
[0022] Die Ladeeinrichtung 6 hat zwei Ladepumpen 30, 32, die über einen gemeinsamen Lademotor
34 und eine Welle 28 angetrieben werden. Der Lademotor 34 ist bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel als Synchronmaschine ausgeführt, prinzipiell kann jedoch auch
eine Asynchronmaschine verwendet werden. Die Druckanschlüsse der beiden Ladepumpen
30, 32 sind über Ladeleitungen 36 und 38 mit den Leitungen 20 bzw. 22 verbunden, die
mit den Räumen 8, 10 verbunden sind. Die beiden Sauganschlüsse der Ladepumpen 28,
30 sind über Tankleitungen 40, 42 mit dem Tank T verbunden, so dass bei Ansteuerung
des Lademotors 34 Druckmittel aus diesem Tank T über die Ladeleitungen 26, 38 zu den
Druckräumen 8, 10 des Hydrozylinders 5 förderbar ist, um Leckageverluste auszugleichen
und/oder eine beidseitige Einspannung des Hydrozylinders 5 vorzunehmen.
[0023] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Schluckvolumina der
beiden Pumpen 12, 14 und die Schluckvolumina der beiden Ladepumpen 28, 30 jeweils
gleich ausgeführt. Das Flächenverhältnis α des Differentialzylinders 5 muss dann 2:1
betragen.
[0024] Bei Ansteuerung des Lademotors 34 fördern beide Ladepumpen 28, 30 Druckmittel aus
dem Tank T in die beiden Druckräume 8, 10 des Hydrozylinders 5. Die Drücke p
A und p
B in den Druckkammern wirken proportional zum Fördervolumen der jeweiligen Ladepumpe
30, 32 als Lastmomente auf die Antriebswelle 28. Unter Vernachlässigung von Reib-
und Beschleunigungsmomenten lautet dann die Momentenbilanz an der Welle der Ladeeinheit

wobei p die Drücke in den Druckräumen, V die Schluckvolumina und M das auf die Welle
28 der Ladeeinheit 6 wirkende Abtriebsmoment des Motors 34 ist.
[0025] Der Summendruck des Getriebes p
sum berechnet sich nach

wobei β Gewichtungsfaktoren sind, deren Herleitung im folgenden ausführlich erläutert
wird. Bei dem erfindungsgemäßen Konzept werden die Drücke in den Druckräumen 8, 10
als Information über den Ladezustand des Getriebes genutzt, es zeichnet sich jedoch
dadurch aus, das aufgrund der Kompressibilität des Druckmediums sich aus Änderungen
des Belastungszustandes des Hydrozylinders 5 ergebende Druckänderungen nicht zu einer
Wechselwirkung mit der Ladeeinrichtung führen.
[0026] Wie sich aus den beiden vorbeschriebenen Gleichungen zur Berechnung von M
An und p
sum ergibt, findet an der Welle 28 der Ladeeinrichtung eine Summenbildung der Abtriebsmomente
statt, welche proportional zur Summendruckbildung (p
sum) ist, wenn das Verhältnis der Schluckvolumina V
1,A, V
1,B der beiden Ladepumpen 30, 32 gleich dem Verhältnis der Gewichtungsfaktoren β
A, β
B ist. Die Vorgabe des Summendrucks kann gesteuert über das Antriebsmoment erfolgen.
Jede Änderung des Ist-Summendrucks verursacht eine Änderung der Drehzahl, so dass
das Gleichgewicht wieder hergestellt wird, indem der erforderliche Ladevolumenstrom
bereitgestellt wird.
[0027] Mit einfachen Worten gesagt, bei Ansteuerung des Lademotors 34 wird über die beiden
Ladepumpen 30, 32 Druckmittel in die beiden Druckräume 8, 10 gefördert, so dass der
Hydrozylinder 5 beidseitig eingespannt wird. Es baut sich in den Druckräumen jeweils
ein Druck p
A, p
B auf, der in einem auf die Welle 28 der Ladeeinrichtung 6 wirkenden Rückstellmoment
resultiert. Diese Rückstellmoment wirkt dem Antriebsmoment der Ladepumpen 30, 28 entgegen.
Über die Momentensteuerung des Lademotors 34 wird der Motorstrom so eingestellt, dass
das gesteuerte oder geregelte Antriebsmoment dem erzeugten Rückstellmoment entspricht.
Für den Fall, dass keinerlei Leckage des hydrostatischen Getriebes auftritt, bleibt
dieses Rückstellmoment dann im wesentlichen konstant, wenn keine Änderung der Vorspannung
vorgenommen werden soll.
[0028] Demgemäß kommt die erfindungsgemäße Lösung mit einem Minimum an Sensorik aus, da
beispielsweise die Drücke in den Druckräumen nicht erfasst werden müssen, wie dies
beispielsweise in der Lösung gemäß der DE 40 08 792 A1 der Fall ist.
[0029] Anhand der beigefügten Tabelle seien im folgenden zum besseren Verständnis noch einige
theoretische Betrachtungen zur Wahl der Gewichtungsfaktoren β
A und β
B erläutert.
[0030] Die Drücke in den Druckräumen 8, 10 können zur Ableitung des Ladezustands des hydrostatischen
Getriebes 1 genutzt werden. Diese Drücke werden aber auch durch die Größe der Last
bestimmt. Im Zustand ohne Last (L = 0) werden die Drücke p zum einen durch das Flächenverhältnis
α (siehe Gleichung a) der Tabelle) bestimmt und zeigen zum anderen die Vorspannung
des hydrostatischen Getriebes an. Wird der Hydrozylinder 5 als leckagefrei angenommen
und die Leitungsanschlüsse des Hydrozylinders 5 hermetisch abgeschlossen, so bleibt
die einmal eingestellte Vorspannung erhalten und die Kammerdrücke p
A, p
B ändern sich nur in Abhängigkeit von der Last L. Dabei steigt ein Kammerdruck, während
der zweite sinkt. Die Summe p
sum (siehe oben) der gewichteten Drücke p sollte daher konstant bleiben und als Maß für
die Vorspannung dienen können.
[0031] Die Änderung der Drücke p
A, p
B aufgrund einer äußeren Last L muss in die Bestimmung der Gewichtsfaktoren β
A und β
B eingehen. Diese hängen vom Flächenverhältnis α und den hydraulischen Kapazitäten
der Zylinderräume und damit von der aktuellen Kolbenposition ab. Unter Annahme eines
konstanten Kompressionsmoduls lässt sich die Abhängigkeit von den hydraulischen Kapazitäten
auf eine Betrachtung der Länge der beiden Ölsäulen zurückführen. Wird der Ursprung
der Bewegungskoordinaten bei einem Hub x in der Mittenposition des Differentialkolbens
7 gewählt, so ist

wobei L
A = V
A, tot / A
A + h/2. Entsprechendes gilt für das Volumen VB, mit negativen Vorzeichen für die Auslenkung
aus der Mittenposition. Kennzeichnend für den Einfluss der hydraulischen Kapazitäten
auf die gegenläufige Änderung der Drücke p
A, p
B in den Druckräumen 8, 10 unter Last L ist das Verhältnis γ (siehe Gleichung g) in
der Tabelle) der Länge der Ölsäulen.
[0032] In der angesprochenen Tabelle sind diese Überlegungen in mathematischer Form zusammengefasst.
Als Ergebnis liegen die Gewichtungsfaktoren gemäß den Gleichungen k) und 1) vor, welche
eine Summenbildung aus den Drücken p
A und p
B erlauben, für die ein Einfluss der Lastverhältnisse eliminiert ist und die die gewünschte
Information über die Vorspannung des Getriebes zugänglich macht.
[0033] In der Tabelle sind die zur Berechnung der Gewichtungsfaktoren erforderlichen Parameter
den Gleichungen f) und e) entnehmbar. Anhand der Gleichungen c) und d) können die
in Abhängigkeit von einer Last auftretenden Druckänderungen in den Druckräumen 8,
10 ermittelt werden. Die Gleichung i) steht für den Summendruck in dem Fall, in dem
keine Last wirkt. Nach Gleichung j) wird der Summendruck im Lastfall berechnet.
TABELLE
| Druckverhältnis ohne Last |
Drücke unter Last: |
| a) pB,0 = α ·pA0 |
b) pA = pA,0 + ΔpA pB = pB,0 + pB |
| Druckänderungen unter Last bei leckagefreiem System und konstantem Kompressionsmodul
ausgehend vom Zustand |
| ohne Last: |
|
| c) ΔpA = -1 · pL/(α+γ) |
e) pL = FL / AB |
| d) ΔpB = γ · pL / (α+γ) mit: |
f) α=AA/AB |
| h) pL = pB - α · pA |
g) γ = (LA + x) / (LB - x) |
| Definition: |
|
| i) pSum = (α · pA,0 + pB,0) /2 |
| |
|
| Ansatz: |
|
| j) pSum = βA · pA + βB · pB |
| |
|
| Lösung: |
|
| k) βA=γ·α/(α+γ) |
| l) βB= α/(α+γ) |
[0034] Bei dem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel können die Gewichtungsfaktoren β
A und β
B durch geeignete Wahl der Schluckvolumina V
1,A und V
1,B der beiden Ladepumpen 30, 32 bestimmt werden, um die erforderliche Gewichtung der
Drücke in den Druckräumen 8, 10 bei der Summenbildung der aus ihnen resultierenden
Lastmomente zu erreichen.
[0035] Das Verhältnis der Schluckvolumina ist dann gegeben durch:

(siehe Tabelle).
[0036] Für den praxisrelevanten Fall konstanter Schluckvolumina V muss auf einen Arbeitspunkt
ausgelegt werden. Wählt man beispielsweise als Arbeitspunkt die Mittenposition des
Kolbens 7, so ist in diesem Fall der Hub x = 0 und somit das erforderliche Verhältnis
der Schluckvolumina γ = L
A / L
B = 1. D.h. bei Auslegung der Ladeeinrichtung auf diesen Arbeitspunkt können dann erfindungsgemäß
baugleiche Ladepumpen mit identischem Hubvolumen eingesetzt werden. Bei Auslegung
der Ladeeinrichtung auf einen anderen Arbeitspunkt müssen dann entsprechend die Hubvolumina
der Ladepumpen gemäß den in der Tabelle aufgeführten Gleichungen angepasst werden,
um den vorbeschriebenen Leckageausgleich und die Einspannung des Sekundärteils 4 vorzunehmen.
[0037] Bei dem vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel ist der Abtriebsmotor durch einen Differentialzylinder
(5) gebildet, der über die Ladeeinrichtung (6) und die Pumpenanordnung (2) mit den
beiden drehzahlgeregelten Pumpen (12, 14) mit Druckmittel versorgt ist.
[0038] In Figur 2 ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, bei der an Stelle des Differentialzylinders
ein Gleichgangzylinder (44) verwendet ist, bei dem in der dargestellten Mittelstellung
die beiden Druckräume (46, 48) das gleiche Volumen aufweisen. Da bei einem Gleichgangzylinder
(44) die beiden Druckräume (46, 48) mit dem gleichem Querschnitt ausgebildet sind,
ist das Flächenverhältnis α = 1. Es kann dann auf die Pumpe 12 verzichtet werden,
über die beim vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel Druckmittel aus dem Tank T in den
größeren Zylinderraum (8) oder in umgekehrter Richtung von diesem Tank T gefördert
werden kann, um die Verschiebevolumenströme auszugleichen. In Fig. 2 oben ist desweiteren
angedeutet, dass anstelle des Gleichgangzylinders 44 auch ein anderer Verbraucher,
beispielsweise ein Hydromotor 50 einsetzbar ist.
[0039] Im übrigen entspricht die Schaltung aus Figur 2 dem vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel,
so dass weitere Erläuterungen entbehrlich sind.
[0040] Anstelle der als Konstantpumpen ausgeführten Ladepumpen 30, 32 könnten auch Verstellpumpen
eingesetzt werden, dies würde zwar eine genauere Steuerung oder Regelung der Einspannung
ermöglichen, würde jedoch die Investitionskosten erhöhen.
[0041] Offenbart ist ein hydrostatisches Getriebe mit einem Abtriebsmotor, der über eine
von einem Motor angetriebene Pumpe mit Druckmittel versorgt ist. Zum Ausgleich von
Leckagen und zur Einspannung des Abtriebsmotors ist das hydrostatische Getriebe mit
einer Ladeeinrichtung ausgeführt, die erfindungsgemäß zwei von einem gemeinsamen Lademotor
angetriebene Ladepumpen hat, über die jeweils ein Druckraum des Abtriebsmotors mit
Druckmittel versorgbar ist.
Bezugszeichenliste:
[0042]
- 1
- hydrostatisches Getriebe
- 2
- Primärteil
- 4
- Sekundärteil
- 5
- Hydrozylinder
- 6
- Ladeeinrichtung
- 7
- Kolben
- 8
- Zylinderraum
- 10
- Ringraum
- 12
- Pumpe
- 14
- Pumpe
- 16
- Antriebswelle
- 18
- Motor
- 20
- Leitung
- 22
- Leitung
- 24
- Druckleitung
- 26
- Saugleitung
- 28
- Welle
- 30
- Ladepumpe
- 32
- Ladepumpe
- 34
- Lademotor
- 36
- Ladeleitung
- 38
- Ladeleitung
- 40
- Tankleitung
- 42
- Tankleitung
- 44
- Gleichgangzylinder
- 46
- Druckraum
- 48
- Druckraum
- 50
- Hydromotor
1. Hydrostatisches Getriebe mit einem Abtriebsmotor (5, 44) dessen Zulauf- und Rücklaufanschluss
mit zumindest einer von einem Motor (18) angetriebenen Pumpe (14) verbunden sind,
über die Druckmittel zwischen einem Druckraum (8, 10, 46, 48) und einem anderen Druckraum
(10, 8, 46, 48) des Abtriebsmotors (5, 44) förderbar ist und mit einer Ladeeinrichtung
(6), über die der Abtriebsmotor (5, 44) beidseitig hydraulisch einspannbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladeeinrichtung (6) zwei von einem gemeinsamen, geregelten Lademotor (34) angetriebene
Ladepumpen (30, 32) hat, über die jeweils ein Druckraum (8, 10, 46, 48) des Abtriebsmotors
(5, 44) aus einem Tank (T) mit Druckmittel versorgbar ist, so dass Leckagen ausgleichbar
und/oder die vorbestimmte Vorspannung des Abtriebsmotors (5) einstellbar ist.
2. Hydrostatisches Getriebe nach Patentanspruch 1, wobei der Lademotor (34) momentengeregelt
ist.
3. Hydrostatisches Getriebe nach Patentanspruch 2, wobei das geregelte Antriebsmoment
(AM) des Lademotors (34) in Abhängigkeit von:

einstellbar ist, wobei
V1,A, V1,B : Schluckvolumina der Ladepumpen (30, 32)
und
pA, pB : Druck in den Druckräumen (8, 10) des Antriebsmotors
ist.
4. Hydrostatisches Getriebe nach Patentanspruch 3, wobei das Schluckvolumen (V) der Ladepumpen
(30, 32) gleich ist.
5. Hydrostatisches Getriebe nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die
Ladepumpen (30, 32) Konstantpumpen sind.
6. Hydrostatisches Getriebe nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei der
Antriebsmotor ein Differentialzylinder (5) ist, dessen größerer Zylinderraum (8) über
eine zweite Pumpe (12) mit dem Tank (T) verbunden ist, so dass Druckmittel zwischen
diesem Tank (T) und dem Zylinderraum (8) förderbar ist.
7. Hydrostatisches Getriebe nach Patentanspruch 6, wobei die Pumpen (12, 14) mit dem
gleichen Schluckvolumen ausgeführt sind und das Flächenverhältnis (α) des Differentialzylinders
(5) 2:1 ist.
8. Hydrostatisches Getriebe nach einem vorhergehenden Patentanspruch, wobei die vorhandenen
Pumpen (12, 14) drehzahlgeregelt sind.
1. A hydrostatic transmission with an output motor (5, 44), the inlet and return connections
of which are connected to at least one pump (14) which is driven by a motor (18) and
by means of which a pressure medium can be fed between one pressure chamber (8, 10,
46, 48) and another pressure chamber (10, 8, 46, 48) of the output motor (5, 44),
and with a charge device (6), by means of which the output motor (5, 44) is hydraulically
loadable at both ends, characterised in that the charge device (6) has two charge pumps (30, 32) which are driven by a common,
controlled charge motor (34) and by means of which a respective pressure chamber (8,
10, 46, 48) of the output motor (5, 44) can be supplied with the pressure medium from
a reservoir (T) so that leaks can be compensated for and/or the predetermined bias
of the output motor (5) can be adjusted.
2. A hydrostatic transmission according to claim 1, wherein the charge motor (34) is
torque-controlled.
3. A hydrostatic transmission according to claim 2, wherein the controlled driving torque
(M) of the charge motor (34) is adjustable as a function of:

where
V1,A, V1,B = absorption volumes of the charge pumps (30, 32)
and
pA, pB = pressure in the pressure chambers (8, 10) of the drive motor.
4. A hydrostatic transmission according to claim 3, wherein the absorption volume (V)
of the charge pumps (30, 32) is the same.
5. A hydrostatic transmission according to any one of the preceding claims, wherein the
charge pumps (30, 32) are fixed-displacement pumps.
6. A hydrostatic transmission according to any one of the preceding claims, wherein the
drive motor is a differential cylinder (5), the larger cylinder chamber (8) of which
is connected to the reservoir (T) via a second pump (12) so that the pressure medium
can be fed between this reservoir (T) and the cylinder chamber (8).
7. A hydrostatic transmission according to claim 6, wherein the pumps (12, 14) are constructed
with the same absorption volume, and the surface area ratio (α) of the differential
cylinder (5) is 2:1.
8. A hydrostatic transmission according to any preceding claim, wherein the pumps (12,
14) provided are speed-controlled.
1. Transmission hydrostatique avec un moteur de sortie (5, 44) dont le raccord d'admission
et le raccord de retour sont reliés à au moins une pompe (14) entraînée par un moteur
(18), par laquelle un moyen de pression peut être transporté entre une chambre de
pression (8, 10, 46, 48) et une autre chambre de pression (10, 8, 46, 48) du moteur
de sortie (5, 44), et avec un dispositif de charge (6), par lequel le moteur de sortie
(5, 44) peut être enserré hydrauliquement des deux côtés, caractérisée en ce que le dispositif de charge (6) possède deux pompes de charge (30, 32) entraînées par
un moteur de charge (34) réglé commun, par lesquelles une chambre de pression (8,
10, 46, 48) du moteur de sortie (5, 44) peut à chaque fois être alimentée en moyen
de pression à partir d'un réservoir (T), de sorte que les fuites peuvent être compensées
et/ou la précontrainte prédéfinie du moteur de sortie (5) peut être ajustée.
2. Transmission hydrostatique selon la revendication 1, le moteur de charge (34) étant
réglé en couple.
3. Transmission hydrostatique selon la revendication 2, le couple d'entraînement (AM)
réglé du moteur de charge (34) pouvant être ajusté en fonction de :

où
v
1,A, V
1,B : volumes d'admission des pompes de charge (30, 32)
et
P
A, P
B = pression dans les chambres de pression (8, 10) du moteur d'entraînement
4. Transmission hydrostatique selon la revendication 3, le volume d'admission (V) des
pompes de charge (30, 32) étant identique.
5. Transmission hydrostatique selon l'une quelconque des revendications précédentes,
les pompes de charge (30, 32) étant des pompes à cylindrée constante.
6. Transmission hydrostatique selon l'une quelconque des revendications précédentes,
le moteur d'entraînement étant un cylindre différentiel (5) dont la plus grande chambre
de cylindre (8) est relié au réservoir (T) par une deuxième pompe (12), de sorte que
le moyen de pression peut être transporté entre ce réservoir (7) et la chambre de
cylindre (8).
7. Transmission hydrostatique selon la revendication 6, les pompes (12, 14) étant réalisées
avec le même volume d'admission et le rapport de surface (α) du cylindre différentiel
(5) étant de 2:1.
8. Transmission hydrostatique selon une revendication précédente, les pompes existantes
(12, 14) étant réglées en vitesse de rotation.