[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Antriebsanordnung zum Antrieb einer Leitungstrommel
eines fahrbaren Verbrauchers, insbesondere eines Krans, gemäß dem Oberbegriff von
Anspruch 1.
[0002] Bei elektrisch oder hydraulisch angetriebenen fahrbaren Verbrauchern wie Kränen,
insbesondere Spreader-Kränen, oder auch Baumstamm-Zerlegeeinrichtungen in der Forstwirtschaft
etc. wird die elektrische/hydraulische Antriebsenergie dem Verbraucher in der Regel
von einem Festanschluss aus über eine Versorgungsleitung zugeführt. Zum Längenausgleich
der Versorgungsleitung beim Verfahren des Verbrauchers wird hierbei bekanntermaßen
eine durch einen Motor angetriebene Leitungstrommel eingesetzt, auf die die Versorgungsleitung
auf- bzw. abgewickelt wird. Dabei besteht bekanntermaßen das Problem, dass sich der
Wickeldurchmesser der Versorgungsleitung auf der Leitungstrommel in Abhängigkeit von
der Position des Verbrauchers ändert, was wiederum zu einer Änderung der Zugspannung
führt, mit der die Versorgungsleitung auf die Leitungstrommel aufgewickelt wird.
[0003] In diesem Zusammenhang ist es aus der DE 39 21 679 C2 bekannt, die Leitungstrommel
durch einen elektrischen Asynchronmotor und einen Frequenzumformer anzutreiben, der
das Drehmoment des Motors in Abhängigkeit von einem Drehwinkelgeber steuert, welcher
die momentane Rotorposition des Elektromotors erfasst.
[0004] Weiterhin ist es aus der DE 33 10 311 C2 bekannt, die Leitungstrommel über einen
Elektromotor anzutreiben, der über einen Frequenzumformer angesteuert wird, der die
Drehzahl des Elektromotors in Abhängigkeit von einem Fühler, der den Wickeldurchmesser
bestimmt, sowie einem Fühler, der die Verfahrgeschwindigkeit des Verbrauchers bestimmt,
zu regeln.
[0005] Die zuvor genannten beiden Schriften geben dem Fachmann keinen Hinweis darauf, die
Leitungstrommel durch einen Hydraulikmotor anzutreiben, und hierbei das vom Hydraulikmotor
bereitgestellte Drehmoment in Abhängigkeit von der Drehwinkelposition der Leitungstrommel
zu regeln.
[0006] Demgemäß ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine alternative Anordnung
zum Antrieb einer Leitungstrommel eines verfahrbaren Verbrauchers zu schaffen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
[0008] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0009] Gemäß der Erfindung umfasst eine hydraulische Antriebsanordnung zum Antrieb einer
Leitungstrommel eines fahrbaren Verbrauchers, insbesondere eines Krans, einen hydraulischen
Antriebsmotor, welcher antriebsmäßig mit der Leitungstrommel gekoppelt ist. Der Antriebsmotor
wird über eine Hydraulikpumpe, vorzugsweise eine hydraulische Regelpumpe, mit Hydraulikflüssigkeit
versorgt.
[0010] Gemäß der Erfindung umfasst die erfindungsgemäße Antriebsanordnung weiterhin eine
Stelleinrichtung zur Veränderung des Drucks der dem Antriebsmotor von der Hydraulikpumpe
zugeführten Hydraulikflüssigkeit, die ein elektrisch ansteuerbares Proportionalventil
aufweist, welches durch eine elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung in
Abhängigkeit von den Signalen eines mit der Leitungstrommel gekoppelten Drehwinkelgebers,
der die momentane Winkelposition der Leitungstrommel ermittelt, in der Weise angesteuert
wird, dass der Antriebsmotor die Leitungstrommel bei abgewickelter Leitungstrommel
mit einem niedrigen Drehmoment und bei aufgewickelter Leitungstrommel mit einem hohen
Drehmoment beaufschlagt.
[0011] Das Proportionalventil sorgt hierbei in Abhängigkeit von den Signalen der Steuerungseinrichtung
für eine Anpassung des Drucks, und damit des vom hydraulischen Antriebsmotor ausgeübten
Drehmoments, wobei es auf Grund der nachfolgend noch näher beschriebenen Regelung
des Volumens der dem Antriebsmotor zugeführten Menge an Hydraulikflüssigkeit lediglich
zu einem Rückfluss von sehr geringen Hydraulikölmengen über eine mit dem Proportionalventil
verbundene Rücklaufleitung kommt, da beispielsweise bei stehendem Hydraulikantrieb
ein Druckverlust von lediglich wenigen Tropfen in der Leitung bereits eine deutliche
Reduzierung des Leitungsdrucks - und damit des Drehmoments - bewirkt.
[0012] Gemäß der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Hydraulikpumpe eine über
einen mit im Wesentlichen konstanter Drehzahl laufenden elektrischen Antriebsmotor
angetriebene Regelpumpe, vorzugsweise eine Axialkolbenpumpe, bei der das Fördervolumen
durch Verändern des Neigungswinkels einer in der Pumpe enthaltenen umlaufenden Scheibe
veränderbar ist, die einen oder mehrere Pumpenkolben zur Förderung der Hydraulikflüssigkeit
betätigt. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass der zugehörige elektrische Antriebsmotor
mit konstanter Drehzahl laufen kann, und bei einer Absenkung der benötigten Antriebsleistung
für den hydraulischen Antriebsmotor, beispielsweise wenn der zugehörige Kran zum Stillstand
kommt, lediglich der Neigungswinkel der Scheibe geändert wird, so dass das Pumpenvolumen
theoretisch auf Null reduziert wird, und somit überhaupt gar keine Antriebsleistung
benötigt wird. Anders ausgedrückt läuft die Pumpenscheibe in der Pumpe 01, ohne die
Kolben zu bewegen, wodurch die Aufheizung der Hydraulikflüssigkeit in vorteilhafter
Weise erheblich reduziert wird.
[0013] Der mit konstanter Drehzahl laufende elektrische Antriebsmotor ist hierbei vorzugsweise
ein bekannter Drehstrom-Elektromotor, der in bekannter Weise mit einer Drehzahl von
50 Hz umläuft. Durch die erfindungsgemäße Kombination eines solchen Drehstrom-Elektromotors
mit einer von diesem angetriebenen Regelpumpe ergibt sich der Vorteil, dass gegenüber
bekannten Einrichtungen lediglich ein Bruchteil der Motorleistung zur Aufheizung der
Hydraulikflüssigkeit herangezogen wird, insbesondere, wenn sich die Leitungstrommel
in Ruhe befindet, und der Antriebsmotor lediglich ein Haltemoment zum Spannen der
Versorgungsleitung aufbringen muss.
[0014] Der Hauptelektromotor treibt ebenfalls über vorzugsweise die gleiche Antriebswelle
eine weitere Pumpe an, die eine Konstantpumpe ― d.h. eine Pumpe mit konstantem Fördervolumen
- ist, welche in erfindungsgemäßer Weise den Hydraulikdruck zum Lösen einer Bremseinrichtung
zum Abbremsen und Fixieren der Leitungstrommel, vorzugsweise einer Hydraulik-Lamellenbremse
mit einem maximal begrenztem Haltemoment, löst, wenn die Pumpe den Druck bereitstellt.
[0015] Durch den Einsatz einer hydraulisch betätigten Bremse ergibt sich der Vorteil, dass
im Falle eines Ausfallens der elektrischen Steuerungseinrichtung oder im Falle des
Platzens eines Hydraulikschlauches die Stromzuführungstrommel nicht durch die herabgleitende
Versorgungsleitung in schnelle Rotation versetzt werden kann, und dann nach dem Leerlaufen
der Trommel infolge der mitunter beachtlichen Rotationsenergie der Leitungstrommel
die Versorgungsleitung am Ende der Zuführungstrommel abschert.
Die elektronische Steuerungseinrichtung ist vorzugsweise eine speicherprogrammierbare
Steuerung, die einen Speicher umfasst, in dem der Drehwinkel der Leitungstrommel -
der über einen mit der Leitungstrommel gekoppelten digitalen Drehwinkelgeber oder
ein Potentiometer oder dergleichen bestimmt wird - zusammen mit einem zugehörigen
Vorgabewert für den Druck bzw. für eine dem Druck entsprechende Spannung in einem
Kennfeld abgelegt ist, welche dem Proportionalventil als Stellsignal zugeführt wird.
[0016] Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ändert sich hierbei der durch die
Spannung des Stellsignals bestimmte Druck in der Zuleitung zum Antriebsmotor in Abhängigkeit
vom Drehwinkel im Wesentlichen entlang einer Geraden, wobei in vorteilhafter Weise
bei kleinen Drehwinkeln (nahezu abgewickelte Leitungstrommel) ein gegenüber einem
linearen Anstieg überhöhtes höheres Drehmoment bereitgestellt wird.
[0017] In gleicher Weise besteht die Möglichkeit, zusätzlich die Geschwindigkeit der Leitungstrommel,
beispielsweise durch zeitliches Ableiten des Drehwinkelsignals oder durch einen Absolutmesswertgeber,
zu messen, und den hierzu optimalen Spannungswert für das Proportionalventil zusammen
mit dem zugehörigen Drehwinkel in einem Kennfeld abzulegen, wobei die Spannungswerte
bei vorgegebenem Drehwinkel und vorgegebener Geschwindigkeit vorzugsweise ebenfalls
empirisch bestimmt werden.
[0018] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung ergibt sich der Vorteil, dass die Lebensdauer
der eingesetzten Versorgungsleitungen beachtlich gesteigert werden kann, die bei Stromzuleitungen
z.B. im Bereich von 100.000 Auf- und Abwickel-Zyklen liegt.
[0019] Gegenüber elektrischen Antrieben ergibt sich zudem noch der Vorteil, dass der eingesetzte
Hydraulikantriebsmotor im Falle eines Blockierens der Leitungstrommel, beispielsweise
durch eine mechanische Störung, nicht zu einem überhöhten Drehmoment, beispielsweise
um den Faktor 3 bis 8, auf die Leitungstrommel einwirkt, wodurch es zu einem erhöhten
Verschleiß der Leitungen beim Anfahren, bzw. sogar einem Reißen der Versorgungsleitungen
kommen kann.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnungen beschrieben. In den
Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebsanordnung
mit den wesentlichen Komponenten, und
- Fig. 2
- ein Beispiel für eine erste und zweite in der elektronischen Steuerungs- und Regelungseinrichtung
der erfindungsgemäßen Anordnung abgelegte Kurve für den Drehwinkel der Leitungstrommel
und das vom Antriebsmotor erzeugte Drehmoment.
[0021] Wie in Fig. 1 gezeigt ist, umfasst eine hydraulische Antriebsanordnung 1 zum Antrieb
einer Leitungstrommel 2 eines nicht näher dargestellten fahrbaren Verbrauchers, insbesondere
eines Krans, einen hydraulischen Antriebsmotor 4, der die Leitungstrommel 2 über eine
Welle 6 antreibt.
[0022] Die Leitungstrommel 2 ist hierbei bevorzugt eine monospiralige Leitungstrommel, das
heißt eine Leitungstrommel, auf der die mit einem Festanschluss 8 verbundene Versorgungsleitung
10 lediglich in einer Ebene aufgewickelt wird.
[0023] Wie der Darstellung von Fig. 1 weiterhin entnommen werden kann, wird der Antriebsmotor
4 über eine Zufuhrleitung 12 durch eine Hydraulikpumpe 14 angetrieben, die in vorteilhafter
Weise als eine hydraulische Regelpumpe ausgestaltet ist, welche von einem mit im Wesentlichen
konstanter Drehzahl laufenden Elektromotor 16 angetrieben wird, und deren Fördermenge
an Hydraulikflüssigkeit in Abhängigkeit vom Druck in der Zuleitung 12 zum Antriebsmotor
4 geregelt wird, derart, dass bei einem Abfallen des Drucks in der Zuleitung 12, beispielsweise
beim Anlaufen des Motors 4, die geförderte Menge an Hydraulikflüssigkeit erhöht wird,
und umgekehrt.
[0024] Die von der Hydraulikpumpe 14 bereitgestellte Hydraulikflüssigkeit wird zuerst bevorzugt
einem Druckbegrenzungsventil 18 zugeführt, dessen maximaler Druckwert von z.B. 160
bar sich vorzugsweise manuell einstellen lässt, und welches beim Überschreiten des
maximalen Druckwertes die Hydraulikflüssigkeit unmittelbar in den Vorratsbehälter
20 einleitet, um den Motor 4 beispielsweise im Falle eines störungsbedingten Blockierens
nicht zu beschädigen.
[0025] Stromaufwärts des Druckbegrenzungsventils 18 ist ein erstes Stellventil 22 angeordnet,
welches über eine nicht näher bezeichnete elektrische Verbindungsleitung mit einer
elektronischen Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24 verbunden ist, welche das erste
Stellventil - bevorzugt ein einfaches Auf-/Zu-Ventil ― öffnet, wenn die elektronische
Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24 beispielsweise von der Antriebssteuerung des
Hauptantriebsmotors des verfahrbaren Verbrauchers das Signal erhält, dass der Verbraucher
sich in Bewegung setzt.
[0026] Dem ersten Stellventil 22 nachgeordnet kann in der Zufuhrleitung 12 weiterhin ein
Drucksensor 26 angeordnet sein, der ebenfalls über eine nicht näher bezeichnete elektrische
Leitung mit der elektronischen Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24 verbunden ist,
und durch den die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung überwacht, ob
der Druck in der Zuleitung 12 einen vorzugsweise vorgebbaren minimalen Wert überschreitet.
Sofern dieser minimale Vorgabewert unterschritten wird, wird dies von der elektronischen
Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24 als eine Störung in der Zuleitung 12 erkannt,
die darauf hin deutet, dass ein störungsbedingter Verlust an Hydrauliköl, beispielsweise
durch einen geplatzten Schlauch, auftritt. In diesem Falle werden von der elektronischen
Steuerungs- und Regelungseinrichtung vorzugsweise sämtliche Ventile geschlossen, sowie
der Elektromotor 16 abgeschaltet.
[0027] Stromaufwärts des Drucksensors 26 sind in der Zuleitung 12 erfindungsgemäß ein erstes
und ein zweites hydraulisch entsperrbares Ventil 28 und 30 angeordnet, zwischen denen
sich ein durch die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24 angesteuertes
Proportionalventil 32 befindet, welches den Druck in der Zuleitung 12 in Abhängigkeit
von den Signalen der elektronischen Steuerungs- und Regelungseinrichtung verändert.
Stromaufwärts des zweiten hydraulisch entsperrbaren Ventils 30 ist die Zuleitung 12
vorzugsweise unmittelbar mit dem Antriebsmotor 4 verbunden, wobei zur Verhinderung
von Druckstößen infolge eines Überschwingens des Antriebsmotors 4 die Zuleitung 12
und die zum ersten Stellventil 22, bzw. zum Vorratsbehälter 20 zurückführende Rücklaufleitung
34 vorzugsweise über ein bekanntes Schockventil 36 verbunden sind.
[0028] Wie der Darstellung von Fig. 1 weiterhin entnommen werden kann, sind die beiden hydraulisch
entsperrbaren Ventile 28 und 30 sowie das Proportionalventil 32 durch eine hydraulische
Bypass-Leitung 38 überbrückbar, in der vorzugsweise ein manuell betätigbares Stellventil
40 angeordnet ist, mit dem beim Ausfall der elektronischen Steuerungs- und Regelungseinrichtung
ein Notbetrieb der erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebsanordnung 1 möglich ist,
beispielsweise, um den fahrbaren Verbraucher manuell verfahren zu können. Hierzu wird
das Drehmoment, welches der Antriebsmotor 4 auf die Leitungstrommel 2 ausübt, vorzugsweise
über das Druckbegrenzungsventil 18 auf einen mittleren Wert eingestellt.
[0029] Wie der Darstellung von Fig. 1 weiterhin entnommen werden kann, umfasst die erfindungsgemäße
Anordnung 1 eine weitere hydraulische Pumpe 42, die vorzugsweise durch den gleichen
Motor 16 wie die hydraulische Pumpe 14 angetrieben wird, die jedoch im Gegensatz zur
Pumpe 14 eine Konstantpumpe ist, das heißt eine Pumpe mit konstantem Fördervolumen,
die einen gegenüber der Pumpe 14 geringeren Druck und auch eine geringere Fördermenge
an Hydraulikflüssigkeit bereitstellt. Die weitere Pumpe 42 ist über eine weitere Zuleitung
44 und ein zweites Stellventil 46 - vorzugsweise ein durch die elektronische Steuerungs-
und Regelungseinrichtung 24 angesteuertes einfaches Auf-/Zu-Ventilmit einer hydraulisch
deaktivierbaren Bremseinrichtung 48 verbunden, welche vorzugsweise eine bekannte Lamellenbremse
ist, die im Falle einer drucklosen weiteren Zuleitung 44 betätigt wird, um eine uneingeschränkte
Drehung der Leitungstrommel 2 durch die Gewichtskraft der Versorgungsleitung 10 beim
Ausfall der elektrischen Stromversorgung oder eines Druckverlustes zu verhindern.
[0030] Die Bremseinrichtung 48 erzeugt hierbei im betätigten Zustand ein Bremsmoment oder
Drehmoment, welches ein Leerlaufen der Leitungstrommel 2 zuverlässig verhindert, welches
jedoch unterhalb des Drehmomentwertes liegt, der bei vollständig abgewickelter Leitungstrommel
zu einer Zugkraft in der Versorgungsleitung 10 führt, die den maximal zulässigen Wert
für die jeweilige Leitung überschreitet.
[0031] Gemäß der Darstellung von Fig. 1 ist die weitere Zuleitung 44 ebenfalls strömungsmäßig
mit einem dritten Stellventil 50 verbunden, das in erfindungsgemäßer Weise ebenfalls
durch die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24 angesteuert wird,
und das die Zuleitung 52 zum ersten und zum zweiten hydraulisch entsperrbaren Ventil
28, 30 mit Druck aus der weiteren Hydraulikpumpe 42 beaufschlagt. Hierdurch ergibt
sich in erfindungsgemäßer Weise der Vorteil, dass erst durch Beaufschlagen der beiden
Ventile 28 und 30 das Proportionalventil 32 überhaupt aktiviert wird, so dass im Falle
einer Störung des Proportionalventils 32, bzw. der elektronischen Steuerungs- und
Regelungseinrichtung 24, die Zuleitung 12 geschlossen und dadurch der Antriebsmotor
4 sozusagen hydraulisch gesperrt wird, um einem Leerlaufen der Leitungstrommel 2 durch
ein Herabfallen der Versorgungsleitung 10 zusätzlich entgegenzuwirken. Zudem wird
erst durch die erfindungsgemäße Anordnung eines mit vergleichsweise niedrigem Druck
beaufschlagten ersten und zweiten hydraulisch entsperrbaren Ventils 28, 30 stromaufwärts
und stromabwärts des Proportionalventils sichergestellt, dass auch im Falle eines
vollständigen Ausfalls der elektronischen Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24
ein Notbetrieb über das Ventil 40, bzw. das Druckbegrenzungsventil 18 überhaupt noch
möglich ist.
[0032] Gemäß der Erfindung ist die Leitungstrommel 2 mit einem Drehwinkelgeber 60 gekoppelt,
der der elektronischen Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24 ein dem jeweiligen
Drehwinkel der Leitungstrommel 2 entsprechendes Drehwinkelsignal zuführt.
[0033] Die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung 24 ist vorzugsweise eine speicherprogrammierbare
Steuerung, die einen Speicher 62 enthält, in dem die den jeweiligen Drehwinkeln a
der Leitungstrommel 2 zugeordneten Werte für das Drehmoment T und/oder das Stellsignal,
welches dem Proportionalventil 32 zugeführt wird, abgelegt sind. Sofern im Zusammenhang
mit der Erfindung von einem auf die Leitungstrommel 2 ausgeübten Drehmoment T gesprochen
wird, bedeutet dies, dass die Leitungstrommel 2 durch den Antriebsmotor 4 stets in
der Aufwickelrichtung der Leitungstrommel 2 mit einem Drehmoment beaufschlagt wird,
dessen Wert auch beim Abwickeln der Leitungstrommel 2 durch den hierbei in Gegenrichtung
drehenden Antriebsmotor 4 ebenfalls bereitgestellt wird. Die elektronische Steuerungs-
und Regelungseinrichtung 24 kann hierzu einen nicht dargestellten Mikroprozessor umfassen,
der die elektrischen Stellsignale für das Proportionalventil 32 aus den elektrischen
Signalen des Drehwinkelgebers 60 bestimmt.
[0034] Hierzu können in dem Speicher 62 die in der Fig. 2 gezeigten Werte für den Drehwinkel
a
i und das zugehörige Drehmoment T
i als Wertepaare abgelegt sein, die vorzugsweise empirisch bestimmt und von der elektronischen
Steuerungs- und Regelungseinrichtung im Speicher 62 abgelegt werden.
[0035] Wie der Fig. 2 hierbei zu entnehmen ist, liegen die Wertepaare a
i ,T
i für das Drehmoment und den Drehwinkel vorzugsweise im Wesentlichen auf einer Geraden
70, wobei der minimale Wert für den Drehwinkel a
min vorzugsweise durch eine Kalibration des Drehwinkelgebers 60 ermittelt wird, und der
vollständig abgewickelten Leitungstrommel entspricht.
[0036] Wie der Darstellung von Fig. 2 weiterhin entnommen werden kann, besteht gemäß einer
weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung die Möglichkeit, dass das Drehmoment
T, bzw. die diesem entsprechenden elektrischen Stellsignale für das Proportionalventil
32 gemäß der Kurve 72 bei kleinen Wickeldurchmessern im Bereich von amin gegenüber
einem linearen Anstieg überhöht sind, um dem Erfordernis einer erhöhten Winkelbeschleunigung
der Leitungstrommel 2 bei kleinen Wickeldurchmessern Rechnung zu tragen, die zum Erhalt
einer im Wesentlichen konstanten Zugspannung in der Versorgungsleitung 10 dadurch
bedingt ist, dass bei kleinen Wickeldurchmessern die Leitungstrommel 2 innerhalb des
gleichen Zeitintervalls auf eine erhöhte Drehzahl/Winkelgeschwindigkeit beschleunigt
werden muss, um dieselbe Aufwickelgeschwindigkeit zu erhalten, wie bei großen Wickeldurchmessern.
[0037] Hierbei kann gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung in gleicher Weise
auch die Drehrichtung der Leitungstrommel 2 von der elektronischen Steuerungs- und
Regelungseinrichtung 24 mit berücksichtigt werden, derart, dass die Überhöhung der
Drehmomentwerte gemäß der Kurve 72 nur beim Aufwickeln berücksichtigt wird, beim Abwickeln
hingegen die auf der Geraden 70 angeordneten Werte zur Ansteuerung des Proportionalventils
32 herangezogen werden.
[0038] In diesem Zusammenhang kann es weiterhin vorgesehen sein, dass der Anstieg des Drehmoments
T in Abhängigkeit vom Drehwinkel a zusätzlich in Abhängigkeit von der jeweiligen Drehzahl
der Leitungstrommel 2 verändert wird, insbesondere die Überhöhung des Drehmoments
T bei niedrigen Drehwinkeln. Hierzu kann der Speicher 62 als bekanntes Kennfeld ausgestaltet
sein, in dem Wertepaare für den Drehwinkel a
i, das Drehmoment T
i und die zugehörige Geschwindigkeit der Leitungstrommel 2 abgelegt sind, die zur Ansteuerung
des Proportionalventils 32 verwendet werden.
1. Hydraulische Antriebsanordnung (1) zum Antrieb einer Leitungstrommel (2) eines fahrbaren
Verbrauchers, insbesondere eines Krans, mit einem hydraulischen Antriebsmotor (4),
welcher antriebsmäßig mit der Leitungstrommel (2) gekoppelt ist, einer Hydraulikpumpe
(14) zur Bereitstellung von Hydraulikflüssigkeit hohen Drucks sowie mit einer Stelleinrichtung
zur Veränderung des Drucks der dem Antriebsmotor (4) von der Hydraulikpumpe (14) zugeführten
Hydraulikflüssigkeit,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stelleinrichtung ein elektrisch ansteuerbares Proportionalventil (32) umfasst,
dass die Drehwinkelposition (ai) der Leitungstrommel (2) durch einen Drehwinkelgeber (60) erfasst wird, und dass
eine elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung (24) vorgesehen ist, welche
das Proportionalventil (32) in Abhängigkeit von den Signalen des Drehwinkelgebers
(60) in der Weise steuert, dass der Antriebsmotor (4) die Leitungstrommel (2) bei
abgewickelter Leitungstrommel mit einem niedrigen Drehmoment (T) und bei aufgewickelter
Leitungstrommel mit einem hohen Drehmoment (T) beaufschlagt.
2. Hydraulische Antriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Proportionalventil (32) mit dem hydraulischen Antriebsmotor (4) über eine Zufuhrleitung
(12) verbunden ist, und dass in der Zufuhrleitung (12) stromaufwärts und stromabwärts
des Proportionalventils (32) ein erstes und zweites hydraulisch entsperrbares Ventil
(28, 30) angeordnet sind.
3. Hydraulische Antriebsanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die hydraulisch entsperrbaren Ventile (28, 30) und das Proportionalventil (32) über
eine hydraulische Bypassleitung (38) mit einem manuell betätigbaren Ventil (40) überbrückbar
sind.
4. Hydraulische Antriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hydraulikpumpe (14) eine hydraulische Regelpumpe ist, deren Fördervolumen in
Abhängigkeit von dem Druck der dem hydraulischen Antriebsmotor (4) zugeführten Hydraulikflüssigkeit
verändert wird.
5. Hydraulische Antriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stelleinrichtung ein durch die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung
(24) betätigbares erstes Stellventil (18), insbesondere ein Auf-/Zuventil, umfasst,
über welches der hydraulische Antriebsmotor (4) strömungsmäßig mit der Hydraulikpumpe
(14) verbindbar ist.
6. Hydraulische Antriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine weitere Hydraulikpumpe (42), insbesondere eine Innenzahnradpumpe, vorgesehen
ist, welche Hydraulikflüssigkeit niederen Drucks bereitstellt.
7. Hydraulische Antriebsanordnung nach Anspruch 4 und 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die hydraulische Pumpe (14) und die weitere Hydraulikpumpe (42) durch einen gemeinsamen
Motor (16), insbesondere einen Elektromotor, angetrieben werden.
8. Hydraulische Antriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leitungstrommel (2) mit einer Bremseinrichtung (48), insbesondere einer Lamellenbremse,
gekoppelt ist, welche durch Beaufschlagen mit Hydraulikdruck entgegen der Kraftwirkung
von federelastischen Mitteln lösbar ist.
9. Hydraulische Antriebsanordnung nach Anspruch 6 und 8,
dadurch gekennzeichnet, die Stelleinrichtung ein durch die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung
(24) betätigbares zweites Stellventil (46), insbesondere ein Auf-/Zuventil, umfasst,
über welches die Bremseinrichtung (48) zum Lösen der Bremseinrichtung strömungsmäßig
mit der weiteren Hydraulikpumpe (42) verbindbar ist.
10. Hydraulische Antriebsanordnung nach Anspruch 2 und 6,
dadurch gekennzeichnet,
die Stelleinrichtung ein durch die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung
(24) betätigbares drittes Stellventil (50), insbesondere ein Auf-/Zuventil, umfasst,
über welches das erste und zweite hydraulisch entsperrbare Ventil (28, 30) strömungsmäßig
mit der weiteren Hydraulikpumpe (42) verbindbar sind.
11. Hydraulische Antriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung (24) einen elektronischen
Speicher (62) umfasst, in dem die einem Drehwinkel (ai) der Leitungstrommel (2) zugeordneten Werte für das Drehmoment (Ti) und/oder die den elektrischen Signalwerten des Drehwinkelgebers (60) zugeordneten
elektrischen Werte für das Stellsignal, mit denen das Proportionalventil (32) beaufschlagt
wird, abgelegt sind.
12. Hydraulische Antriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung (24) das vom hydraulischen
Antriebsmotor (4) auf die Leitungstrommel (2) ausgeübte Drehmoment beim Aufwickeln
der Leitungstrommel (2) in Abhängigkeit vom Wickeldurchmesser im Wesentlichen linear
(70) erhöht.
13. Hydraulische Antriebsanordnung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung (24) das vom hydraulischen
Antriebsmotor (4) auf die Leitungstrommel (2) ausgeübte Drehmoment (T) im Bereich
von Drehwinkeln (ai), die einer im Wesentlichen abgewickelten Leitungstrommel (2) entsprechen, über den
linearen Anstieg (70) hinausgehend erhöht.
14. Hydraulische Antriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtung (24) das vom hydraulischen
Antriebsmotor (4) auf die Leitungstrommel (2) ausgeübte Drehmoment (T) zusätzlich
in Abhängigkeit von der jeweiligen Drehgeschwindigkeit der Leitungstrommel (2) regelt.