[0001] Die Erfindung betrifft ein Maschinengehäuse, insbesondere einen Zylinderkopf für
eine Brennkraftmaschine, mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Sie geht von der europäischen Patentanmeldung EP 1 350 928 A2 aus. In dieser ist
eine Vorrichtung zur variablen Betätigung eines Hubventils einer Brennkraftmaschine
beschrieben. Diese Vorrichtung ist in einem Maschinengehäuse angeordnet, und besteht
neben weiteren Bauteilen zumindest aus einer Nockenwelle und einer zur Nockenwelle
parallel angeordneten weiteren Welle, einer Exzenterwelle zur Hubhöhenverstellung
des Hubventils. Die Nockenwelle und die Exzenterwelle sind jeweils drehbar in dem
Maschinengehäuse gelagert. Ein Schlepphebel, der zur Betätigung eines Hubventils vorgesehen
ist, ist einerseits auf einem Hydrosockel, einem hydraulischen Spielausgleichselement
und andererseits auf dem Ventilschaft eines Hubventils gelagert. Der Hydrosockel wird
wie auch die Lagerstellen von Nockenwelle und Exzenterwelle von einem unter Druck
stehenden Schmiermittel versorgt.
[0003] Nachteilig bei der beschriebenen Ausgestaltung ist der hohe bauliche Aufwand, um
alle Lagerstellen mit Schmiermittel zu versorgen. Wie dem Fachmann allgemein geläufig
ist, erfolgt dies normalerweise über Schmiermittelspritzdüsen oder durch Schmiermittelbohrungen,
die in den Lagerstellen enden.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine vereinfachte Schmiermittelversorgung
für die Lagerstellen eines gattungsgemäßen Maschinengehäuses aufzuzeigen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Maschinengehäuse eine
Wandung aufweist, die in Einbaulage des Maschinengehäuses aus einem Lager ausgetretenes
und/oder in dem Maschinengehäuse verspritztes Schmiermittel auffängt, wobei ein weiteres
Lager zumindest abschnittsweise in dem aufgefangenen Schmiermittel angeordnet ist.
Durch die vorgeschlagene Ausgestaltung werden die Fertigungskosten für ein gattungsgemäßes
Maschinengehäuse reduziert, da die Bearbeitung von Schmiermittelbohrungen oder die
Verwendung von zusätzlichen Schmiermittelspritzdüsen entfällt. Ferner weist das erfindungsgemäße
Maschinengehäuse einen reduzierten Schmiermittelförderbedarf auf, wodurch eine kleinere
Schmiermittelpumpe verwendet werden kann. Dies führt ebenfalls zu geringeren Herstellungskosten,
sowie zu einem reduzierten Kraftstoffverbrauch der Brennkraftmaschine.
[0006] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung eignet sich gemäß Patentanspruch 2 insbesondere
für weitgehend parallel zur Nockenwelle angeordnete Wellen. Für diesen Fall kann beispielsweise
wasserfallartig das aus dem Lager der Nockenwelle austretende Schmiermittel in der
geodätisch tiefer gelegenen Mulde aufgefangen werden. Zusätzlich wird auch ein Teil
des beim Betrieb der Brennkraftmaschine beispielsweise von den Nocken der Nockenwelle
verspritztes Schmiermittel in der Mulde aufgefangen.
[0007] Die vorgeschlagene Ausgestaltung ist insbesondere für hubvariable Ventiltriebe mit
einer Hubhöhenverstellung durch eine Exzenterwelle geeignet.
[0008] Im Folgenden ist die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles in
zwei Figuren näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine Aufsicht auf ein erfindungsgemäßes Maschinengehäuse mit einer Nockenwelle
und einer weiteren Welle,
- Fig. 2
- zeigt eine Aufsicht auf das erfindungsgemäße Maschinengehäuse ohne Nockenwelle und
ohne weitere Welle.
[0009] Fig. 1 zeigt die Aufsicht auf ein dreidimensional dargestelltes Maschinengehäuse
1 mit einer Nockenwelle 2, im vorliegenden Fall ein Zylinderkopf für eine Brennkraftmaschine.
Der Blick ist auf eine Teilungsebene 1' von einem in Fig. 2 erkennbaren Lager 3 einer
weiteren Welle 4 gerichtet. Die weitere Welle 4 weist an ihrem Außenumfang ein Zahnradsegment
4' mit einer Außenverzahnung 4" auf. Dieses Zahnradsegment 4' dient beim Betrieb der
Brennkraftmaschine zur Verdrehung der weiteren Welle 4, in der vorliegenden Ausführung
eine Exzenterwelle, mittels einem nicht dargestellten Schneckenrad. Das Zahnradsegment
4' ist abschnittsweise in einer geodätisch tieferen Mulde 6 angeordnet und ragt bis
in ein in der Mulde 6 gesammeltes Schmiermittel. Die Mulde 6 wird von drei Außenwänden
1" des Maschinengehäuses 1 gebildet, sowie einer erfindungsgemäß in Einbaulage weitgehend
senkrecht ausgerichteten Wandung 5, die sich in dem Ausführungsbeispiel zwischen zwei
Außenwänden 1" erstreckt, dargestellt durch einen Doppelpfeil. Neben dem Zahnradsegment
4' ist auch ein Teil des Lagers 3 im dem in der Mulde 6 gesammelten Schmiermittel
angeordnet.
[0010] Beim Betrieb der Brennkraftmaschine wird die Mulde 6 im vorliegenden Ausführungsbeispiel
durch von dem Ventiltrieb und Schmiermittelspritzdüsen verspritztes Schmiermittel
aufgefüllt. In einem weiteren Ausführungsbeispiel kann auch ein weiteres Lager geodätisch
oberhalb der Mulde 6 angeordnet sein, wobei in diesem Fall die Mulde 6 von aus diesem
Lager austretendem Schmiermittel und je nach konstruktiver Ausgestaltung zusätzlich
von verspritztem Schmiermittel aufgefüllt wird.
[0011] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die weitere Welle 4, wie bereits oben kurz
bemerkt, eine Exzenterwelle für einen hubvariablen Ventiltrieb, wobei die weitere
Welle 4 parallel zur Nockenwelle 2 angeordnet ist. Selbstverständlich können auch
noch weitere im Maschinengehäuse 1 angeordnete Lagerstellen von Wellen oder bewegte
Bauteile auf die erfindungsgemäße Art und Weise geschmiert werden. In weiteren Ausführungsformen
kann die Wandung 5 auch becherförmig, freistehend auf einer Bodenfläche des Maschinengehäuses
1 angeformt sein, ohne einen direkten Kontakt zu den Seitenwänden 1' aufzuweisen.
In diesem Fall ist wird die Mulde 6 nur von der Wandung 5 und der Bodenfläche des
Maschinengehäuses gebildet.
[0012] Fig. 2 zeigt den gleichen Aufbau von Fig. 1, jedoch ohne Nockenwelle 2 und ohne weitere
Welle 4. Für gleiche Bauteile gelten die gleichen Bezugsziffern.
[0013] Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung werden die Herstell- bzw. Fertigungskosten
für ein gattungsgemäßes Maschinengehäuse reduziert, da keine Schmiermittelbohrungen
bzw. separate Schmiermittelspritzdüsen für das Lager 3 und/oder die Außenverzahnung
4" notwendig sind. Auch wird der Schmiermittelbedarf des Maschinengehäuses 1 deutlich
reduziert, wodurch die Schmiermittelpumpe baulich verkleinert werden kann. Hierdurch
sind Kosteneinsparpotentiale realisiert. Ferner ist der Energiebedarf einer kleineren
Schmiermittelpumpe geringer, wodurch der Kraftstoffverbrauch beim Betrieb der Brennkraftmaschine
reduziert ist.
Bezugszeichenliste
[0014]
- 1
- Maschinengehäuse
- 1'
- Teilungsebene
- 1"
- Außenwand
- 2
- Nockenwelle
- 3
- Lager
- 4
- Weitere Welle
- 4'
- Zahnradsegment
- 4"
- Außenverzahnung
- 5
- Wandung
- 6
- Mulde
1. Maschinengehäuse (1), insbesondere ein Zylinderkopf für eine Brennkraftmaschine, in
dem eine Nockenwelle (2), deren Lager (3) von einem unter Druck stehenden Schmiermittel
beaufschlagt sind, sowie eine weitere Welle (4), die in zumindest einem weiteren Lager
(5) drehbar gelagert ist, angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass das Maschinengehäuse (1) eine Wandung (5) aufweist, die in Einbaulage des Maschinengehäuses
(1) aus einem Lager (3) ausgetretenes und/oder in dem Maschinengehäuse (1) verspritztes
Schmiermittel auffängt, wobei das weitere Lager (5) zumindest abschnittsweise in dem
aufgefangenen Schmiermittel angeordnet ist.
2. Maschinengehäuse nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Welle (4) eine weitgehend parallel zur Nockenwelle angeordnete Welle
mit zumindest einer radialen Steuerbahn ist.
3. Maschinengehäuse nach Patentanspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Welle (4) eine Steuerwelle für einen hubvariablen Ventiltrieb ist.