[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Simulation des Verbrennungsvorgangs
in einer Brennkraftmaschine, wobei ein thermodynamisches Motorsimulationsmodell erstellt
wird.
[0002] Die thermodynamischen Zusammenhänge zur Simulation des Verbrennungsvorganges in Brennkraftmaschinen
sind bekannt.
[0003] Bei Betrieb von Brennkraftmaschinen werden in der Regel elektronische Steuerungsverfahren
eingesetzt. Mit der zunehmenden Komplexität von Motoren werden derartige Steuerverfahren
immer aufwendiger. Es ist in diesem Zusammenhang bekannt, zum Vorgeben von Steuersignalen
thermodynamische Computermodelle zu verwenden.
[0004] Herkömmlicherweise werden für die Steuerung von Brennkraftmaschinen Softwarepakete
zur Motormodellierung eingesetzt, bei denen die Ansätze thermodynamischer Natur sind.
Hierdurch kann bspw. bei einem Einspritzen auf einen elektromotorischen Starter verzichtet
werden, wenn bspw. die Steuerung die einzuspritzende Menge Kraftstoff exakt berechnen
kann und in den Brennraum, dessen zugehöriger Kolben im Arbeitstakt oder Kompressionstakt
steht, einspritzt. Derartige Verfahren sind bspw. aus der DE 197 43 492 A1 und der
DE 100 20 104 A1 bekannt.
[0005] Herkömmliche Modelle sind nicht in der Lage, einen Verbrennungsvorgang in einer Brennkraftmaschine
bei Drehzahlen n = 0 oder n < 0, d.h. entgegengesetzte Drehrichtung, zu berücksichtigen,
sie sind lediglich für Drehzahlen n > 0 einsetzbar.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Simulation von Verbrennungsvorgängen
bereitzustellen, das durch Berücksichtigung aller wichtigen physikalischen Parameter
eine genaue Abbildung der physikalischen Abläufe beim Verbrennungsvorgang insbesondere
für alle Drehzahlen wiedergibt und dabei einen im Hinblick auf den benötigten Zeit-
und Rechenkapazitätsaufwand effektiven Einsatz in Forschung und Entwicklung ermöglicht.
[0007] Vor diesem Hintergrund werden mit der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Simulation
eines Verbrennungsvorganges, weiterhin eine Vorrichtung, die dieses Verfahren verwendet
sowie schließlich ein entsprechendes Computerprogramm und ein Computerprogrammprodukt
gemäß den unabhängigen Patentansprüchen vorgestellt. Vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.
[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Simulation des Verbrennungsvorgangs in einer
Brennkraftmaschine, wird ein thermodynamisches Motorsimulationsmodell unter Berücksichtigung
der Energiebilanz, der Massenbilanz und der Gaszustandsgleichung in jedem Zylinder
der Brennkraftmaschine sowie im Einlaß- und Auslaßsystem erstellt, wobei unter Eingabe
wenigstens eines Eingabeparameters wenigstens ein Ausgabeparameter ausgegeben wird.
Durch dieses Verfahren wird es möglich, für alle Drehzahlen n <0, n = 0 und n >0 Verbrennungen
in einem Zylinder einer Brennkraftmaschine zu simulieren. Dadurch kann insbesondere
eine genaue Simulation des Motorstarts erstellt werden.
[0009] Vorteilhafterweise umfasst das Verfahren folgende Schritte:
- Durchflussberechnung durch ein Drosselklappe der Brennkraftmaschine,
- thermodynamische Berechnung von Druck und Temperatur in einem Saugrohr und im Auslasssystem
der Brennkraftmaschine,
- Durchflussberechnung durch die Steuerventile der Brennkraftmaschine unter Berücksichtigung
von kurbelwinkelabhängigen Ventil-Erhebungskurven oder freier Ansteuerung der Ventile,
- thermodynamische Berechung von Druck und Temperatur im Brennraum der Brennkraftmaschine
mit kontinuierlicher Berechung des resultierenden Moments an der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine,
- Berechung der Temperatur der Brennkraftmaschine.
[0010] Diese Verfahrensschritte ermöglichen eine genaue Wiedergabe der physikalischen Abläufe
bei einem Verbrennungsvorgang, wobei gleichzeitig der notwendige Zeit- und Rechenkapazitätsaufwand
in einem handhabbaren Rahmen bleibt.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zusätzlich
wenigstens einer der folgenden Schritte durchgeführt:
- Berechnung der aktuellen Einspritzzeiten auf Basis eines einstellbaren Verbrennungsluftverhältnisses,
- Berechung des momentanen Kraftstoffverbrauchs,
- Berechung der Reibleistung,
- Berechung der inneren Arbeit in den Zylindern der Brennkraftmaschine.
[0012] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens setzt in jedem Zylinder
der Brennkraftmaschine ein Ein-oder Zwei-Zonen-Modell zur Simulation der Verbrennung
ein. Dieses Ein- oder Zwei-Zonen-Modell erweist sich als in der Praxis besonders leicht
handhabbar.
[0013] Vorteilhafterweise wird in dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Simulation der Verbrennung
in jedem Zylinder ein quasi-dimensionales Modell eingesetzt. Dadurch ist es möglich,
die Abhängigkeit der Flammenfläche von der Brennraumgeometrie in rechnerisch besonders
einfacher Weise zu berücksichtigen.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens werden Wandwärmeverluste mittels
einer Reynolds-Analogie berücksichtigt. Diese Art der Berücksichtigung der Wandwärmeverluste
erweist sich in der Praxis als besonders zuverlässig.
[0015] Vorteilhafterweise werden in dem Verfahren Leckage-Verluste und Ladungswechsel mit
einer isentropischen Durchflußgleichung berücksichtigt, wobei die Massen und Enthalpien
in jedem Zylinder und in dem Ein- und Auslaßsystemen mit Einbeziehung des Luft-, Kraftstoff-
und Restgasanteils in Abhängigkeit des jeweiligen Temperatur-und Druckwertes berücksichtigt
werden.
[0016] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in der Drehmomentenbilanz
das Gasfederelement jedes Zylinders und die Motorreibung in Abhängigkeit des Kurbelwinkels,
der Drehzahl und des Brennraumdruckes berücksichtigt. Dies erhöht die Genauigkeit
des Verfahrens.
[0017] Besonders bevorzugt ist für das Verfahren, dass mittels einer Arbeitsprozeßrechnung
unter Verwendung des 2-Zonen-Modells der Brennraumdruck in jedem Zylinder berechnet
wird, wobei aus dem berechneten Brennraumdruck das innere Moment der einzelnen Zylinder
berechnet und in die Drehmomentenbilanz eingespeist wird, wobei die Reibung abgezogen
wird.
[0018] Vorteilhafterweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren aus der Drehmomentenbilanz
die Kurbelbeschleunigung bestimmt und daraus durch Integration die Drehzahl und daraus
durch Integration die Kolbenposition, die in der Arbeitsprozeßrechnung eingesetzt
wird, berechnet. Hiermit sind sehr zuverlässige Berechnungen der Drehzahl und der
Kolbenposition möglich.
[0019] Erfindungsgemäß wird ein weiteres Verfahren zur Steuerung und/oder Einstellung einer
Brennkraftmaschine durch Festlegung von wenigstens einem Steuerungs- und/oder Einstellungsparameter
bereitgestellt, wobei der wenigstens eine Steuerungs- und/oder Einstellungsparameter
als Ausgabeparameter einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen ersten Verfahrens
gewonnen wird. Beispielsweise kann die Kraftstoffmenge als Steuerungs-und/oder Einstellungsparameter
gewonnen werden, die optimal geeignet ist, die Brennkraftmaschine bzw. den Motor unter
Einsatz von gezielt bewirkten Verbrennungen in Vorwärtsrichtung zu starten. Zweckmäßigerweise
wird eine erste Verbrennung hierbei im Arbeitstakt eingeleitet.
[0020] Es ist jedoch auch möglich, eine erstmalige Verbrennung in einem Kompressionstakt
zu bewerkstelligen, um eine Rückwärtsdrehung zu erzeugen, welche eine Vorverdichtung
des Gemisches im Arbeitstakt verursacht. Mit einer derartigen Vorverdichtung kann
dann erst anschließend im Arbeitstakt die Verbrennung einsetzen, wobei die größten
Vorteile einer Verbrennung mit vorverdichtetem Gemisch im Arbeitstakt ausgenutzt werden
können.
[0021] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung führt alle Schritte eines oder beider erfindungsgemäßen
Verfahren durch.
[0022] Das erfindungsgemäße Computerprogramm mit Programmcodemitteln ist dazu ausgelegt
alle Schritte eines oder beider erfindungsgemäßen Verfahren durchzuführen, wenn dieses
Computerprogramm auf einem Computer oder einer entsprechenden Recheneinheit, insbesondere
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, durchgeführt wird.
[0023] Das erfindungsgemäße Computerprogrammprodukt mit Programmcodemitteln, die auf einem
computerlesbaren Datenträger gespeichert sind, ist zur Durchführung eines oder beider
erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen, wenn dieses Computerprogramm auf einem Computer
oder einer entsprechenden Recheneinheit, insbesondere einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
durchgeführt wird.
[0024] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
und der beiliegenden Zeichnung.
[0025] Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0026] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung schematisch
dargestellt und wird im folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
Figurenbeschreibung
[0027]
Figur 1 zeigt den Grundaufbau einer Steuerung mit Softwareeinheiten und
Figur 2 das Grundschema des im Grundaufbau verwendeten Motorsimulationsmodells.
[0028] Eine erste, in Fig. 1 gezeigte, als
Intake System bezeichnete Einheit 10, eine Kraftstoffzufuhreinheit, empfängt einen Eingabeparameter
14
Accelerator betreffend die Drosselklappenstellung. Dieser Parameter kann durch die Stellung eines
Fahrpedals angegeben werden oder von einem Benutzer vorgegebene beliebige zeitlich
veränderbare Werte aufweisen. Jeder der in diesem Ausführungsbeispiel angegebenen
Eingabeparameter ist der Art, dass er von einer technischen Einrichtung vorgegeben
wird oder von einem Benutzer vorgegebene beliebige zeitlich veränderbare Werte aufweist.
Daraus werden gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren Ausgabeparameter bestimmt, die
wiederum als Eingabeparameter in anderen Schritten des Verfahrens verwendet werden
können.
[0029] Die Einheit 10 empfängt einen Eingabeparameter 16
n_Engine betreffend die Motordrehzahl, einen Eingabeparameter 18 p_ Ambient betreffend einen
Umgebungsdruck und einen Eingabeparameter 20
T_Ambient betreffend eine Umgebungstemperatur.
[0030] Die erste Einheit 10 empfängt ebenfalls einen Eingabeparameter 22
T_intenv betreffend die Innentemperatur der Brennkraftmaschine und einen Eingabeparameter
24
flow_IV betreffend die Stellung eines Einlassventils als Ausgabeparameter von der zweiten,
als
Cylinder Block bezeichnete Zylindereinheit 12.
[0031] Aus der ersten Einheit 10 werden ein Ausgabeparameter 26
state_int betreffend den Zustand im Saugrohr und ein Ausgabeparameter
r1 betreffend die relative Last im Saugrohr der zweiten Einheit 12 als Eingabeparameter
zugeführt.
[0032] Die Einheit 12 empfängt ebenfalls den Parameter 18 betreffend einen Umgebungsdruck
und de Parameter 20 betreffend eine Umgebungstemperatur. Weiterhin empfängt sie von
einer Einheit 13 bereitgestellte Ausgabeparameter 28 phi betreffend einen Winkel und
32
dphi betreffend eine zeitliche Veränderung des Winkels der Nockenwelle als Eingabeparameter.
[0033] Einheit 13 bestimmt diese Parameter 28 und 30 aus dem erhaltenen Eingabeparameter
16 betreffend die Motordrehzahl.
[0034] Einheit 12 empfängt ferner einen Eingabeparameter 32
al_Ignition betreffend den Zündwinkel, einen Eingabeparameter 34
phi_InjectStart betreffend die Vorgabe des Einspritzbeginns und von einer vierten Einheit 38, der
als
ECU bezeichneten Steuereinheit, einen Ausgabeparameter
36 ControlValves betreffend die Steuerung der Ventile und einen Ausgabeparameter 37
t_Inject betreffend die Einspritzzeit als Eingabeparameter.
[0035] Ferner wird der Einheit 12 ein Ausgabeparameter 40
m_AirAtIgnition betreffend die Luftmenge bei der Zündung aus der Einheit 38 als Eingabeparameter
zugeführt.
[0036] In dem Motormodell werden der Durchfluss durch die Drosselklappe des Motors ermittelt,
es werden Druck und Temperatur im Saugrohr thermodynamisch berechnet, ferner wird
der Durchfluss durch die Steuerventile berechnet. Die Stellung der Ventile kann frei
angesteuert sein. Es kann auch eine sogenannte Ventilerhebungskurve, d.h. die Ortskurve
des Ventils als Funktion des Kurbelwinkels, verwendet werden.
[0037] Es findet ferner eine thermodynamische Berechnung von Druck und Temperatur im Brennraum
statt, und das resultierende Moment wird kontinuierlich berechnet. Daraus wird die
Motortemperatur als ganzes berechnet.
[0038] Berechnungen betreffend die aktuellen Einspritzzeiten auf Basis des einstellbaren
Verbrennungsluftverhältnisses können angestellt werden. Der momentane Kraftstoffverbrauch,
die Reibleistung und die innere Arbeit im Zylinder können berechnet werden.
[0039] In diesem Verfahren wird eine Vielzahl von Parametern verwendet, die mechanische
und thermodynamische Größen betreffen.
[0040] Schematisch sind diese Größen in Fig. 2 dargestellt. Es werden in einem Block 210
eine Energiebilanz und eine Massenbilanz erstellt, wobei die Gaszustandsgleichungen
verwendet werden. In einem Block 211 erfolgt eine Arbeitsprozessrechnung aufgrund
eines thermodynamischen Ein- oder Zwei-Zonen-Modells. Dabei spielen Flammenfläche
und Brennraumgeometrie eine Rolle. Wandwärmeverluste werden berücksichtigt. Dieses
Verfahren wird erfindungsgemäß in jedem Zylinder 212 durchgeführt. Als Ausgabeparameter
wird der Brennraumdruck p auf den Kolben in jedem Zylinder bereitgestellt. Daraus
wird das innere Moment M
i 214 in jedem Zylinder bestimmt.
[0041] Die Momentenbilanz 215 wird aus den einzelnen Momenten 214 in jedem Zylinder erstellt.
Dabei wird auch ein Reibungsmoment M
r 216 berücksichtigt. Als Ausgabeparameter wird das effektive Gesamtmoment M
e 217 bereitgestellt.
[0042] In einem Block 218 wird das Gesamtmoment mit der Trägheit in Beziehung gesetzt. Daraus
werden die
Kurbelbeschleunigung α 219, daraus die
Kurbelgeschwindigkeit ω 220 und daraus der Kurbelwinkel ϕ 221 bestimmt. Der Kurbelwinkel
ϕ wird der Arbeitsprozessrechnung im Block 211 als Eingabeparameter bereitgestellt.
Dieses Verfahren erlaubt die Berechnung eines Verbrennungsvorganges bei allen Drehzahlen
n, auch bei n < 0, d.h. umgekehrte Drehrichtung, und n = 0, d.h. beim Starten der
Brennkraftmaschine.
[0043] Im einzelnen:
Die mechanische oder elektronische Drosselklappe wird modelliert, wobei ihre mechanischen
Eigenschaften einbezogen werden. Damit wird die effektive freie Querschnittsfläche
und die tatsächliche absolute Winkelstellung der Drosselklappe bestimmt.
Es wird der gesamte Massenfluss in das Saugrohrvolumen berechnet. Evtl. werden Steller
für Leerlaufsteller, Abgasrückführventil, Tankentlüftungsventil und Einspritzventil
einbezogen.
Es wird der gesamte Enthalpiefluss in das Saugrohrvolumen berechnet. Die Zuführung
thermodynamischer Größen wie Druck und Temperatur dient diesen Berechnungen.
Der Wärmeübergang aus dem Saugrohrvolumen in die Saugrohrwand wird berechnet, die
Wandtemperatur aus der Wärmeflussbilanz wird berechnet.
[0044] Anschließend werden die Steuerventile modelliert. Die freie Querschnittsfläche wird
berechnet, danach der Massendurchfluss. Hierbei kann eine Ventilerhebungskurve einbezogen
werden, die Ventile können aber auch extern frei angesteuert werden.
[0045] Zusätzlich gibt es ein Modell für die Einspritzventile. Der aktuelle Kurbelwellenwinkel
muss dabei berücksichtigt werden sowie der Zylinder-Offset, die Einspritzzeit und
der Einspritzbeginn. Es wird der aktuelle Kraftstoff-Fluss durch das Einspritzventil
berechnet.
[0046] Zentrales Element des Verfahrens ist das thermodynamische Zylinderdruckmodell, in
dem der Massenstrom (durch Einlassventil, Auslassventil und Einspritzventil) in den
Brennraum, die Zusammensetzung des Brennrauminhalts (Frischluft, Kraftstoff und Inertgas
bzw. Verbrennungsprodukt), der Enthalpiestrom in den Brennraum unter Berücksichtigung
dieser Größen und der Zustand (Druck, Temperatur) berechnet werden. Zylinderwandtemperatur
(Bilanzgleichung von zufließender und abfließender Wärme), Wandwärmeverluste (Verwendung
der Hohenbergformel mit Zylinderdurchmesser und Kurbelradius, Kolbenposition etc.)
und Kinematik des Kurbeltriebs werden einbezogen. Aus Brennraumdruck und der Kinematik
des Kurbeltriebs wird das Drehmoment auf die Kurbelwelle berechnet. Zustandsgrößen
im Brennraum werden als Vektor erfasst. Hierzu gehören Kolbenposition, Kolbengeschwindigkeit,
das Brennraumvolumen und Hilfsgrößen für die Berechnung des Drehmoments auf die Kurbelwelle
und für die Brennraum-Zustandsberechnung.
[0047] Die Berechnung der Verbrennung wird gestartet, wenn der Kurbelwinkel den Zündwinkel
überschritten hat.
[0048] Das momentane Drehmoment auf die Kurbelwelle ergibt sich als Differenz aus den Momenten,
die aus den Gaskräften auf die Kolben (Verbrennung) resultieren, und den Momenten,
die aus den Zentrifugalkräften auf den Kurbeltrieb resultieren.
1. Verfahren zur Simulation des Verbrennungsvorgangs in einer Brennkraftmaschine,
dadurch gekennzeichnet, dass ein thermodynamisches Motorsimulationsmodell unter Berücksichtigung der Energiebilanz,
der Massenbilanz und der Gaszustandsgleichung in jedem Zylinder der Brennkraftmaschine
sowie im Einlaß- und Auslaßsystem erstellt wird, wobei unter Eingabe wenigstens eines
Eingabeparameters wenigstens ein Ausgabeparameter ausgegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, mit folgenden Schritten:
- Durchflussberechnung durch eine Drosselklappe der Brennkraftmaschine,
- thermodynamische Berechnung von Druck und Temperatur in einem Saugrohr der Brennkraftmaschine,
- Durchflussberechnung durch die Steuerventile der Brennkraftmaschine unter Berücksichtigung
von kurbelwinkelabhängigen Ventil-Erhebungskurven oder freier Ansteuerung der Ventile,
- thermodynamische Berechung von Druck und Temperatur im Brennraum der Brennkraftmaschine
mit kontinuierlicher Berechung des resultierenden Moments an der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine,
- Berechung der Temperatur der Brennkraftmaschine
3. Verfahren nach Anspruch 2, zusätzlich mit wenigstens einem der folgenden Schritte:
- Berechnung der aktuellen Einspritzzeiten auf Basis eines einstellbaren Verbrennungsluftverhältnisses,
- Berechung des momentanen Kraftstoffverbrauchs,
- Berechung der Reibleistung,
- Berechung der inneren Arbeit in den Zylindern der Brennkraftmaschine.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Zylinder der Brennkraftmaschine ein Ein- oder Zwei-Zonen-Modell zur Simulation
der Verbrennung eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Simulation der Verbrennung in jedem Zylinder ein quasi-dimensionales Modell eingesetzt
wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Wandwärmeverluste mittels einer Reynolds-Analogie berücksichtigt werden.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Leckage-Verluste und Ladungswechsel mit einer isentropischen Durchflußgleichung berücksichtigt
werden, wobei die Massen, Enthalpien in jedem Zylinder und in dem Ein- und Auslaßsystemen
mit Einbeziehung des Luft-, Kraftstoff- und Restgasanteils in Abhängigkeit des jeweiligen
Temperatur- und Druckwertes berücksichtigt werden.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in der Drehmomentenbilanz das Gasfederelement jedes Zylinders und die Motorreibung
in Abhängigkeit des Kurbelwinkels, der Drehzahl und des Brennraumdruckes berücksichtigt
wird.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mittels einer Arbeitsprozeßrechnung unter Verwendung des 2-Zonen-Modells der Brennraumdruck
in jedem Zylinder berechnet wird, wobei aus dem berechneten Brennraumdruck das innere
Moment der einzelnen Zylinder berechnet und in die Drehmomentenbilanz eingespeist
wird, wobei die Reibung abgezogen wird.
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß aus der Drehmomentenbilanz die Kurbelbeschleunigung bestimmt wird, und daraus durch
Integration die Drehzahl und daraus durch Integration die Kolbenposition, die in der
Arbeitsprozeßrechnung eingesetzt wird, berechnet wird.
11. Verfahren zur Steuerung und/oder Einstellung einer Brennkraftmaschine durch Festlegung
von wenigstens einem Steuerungs- und/oder Einstellungsparameter dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens eine Steuerungs-und/oder Einstellungsparameter als Ausgabeparameter
eines Verfahrens nach den vorstehenden Ansprüchen gewonnen wird.
12. Vorrichtung um alle Schritte eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 durchzuführen.
13. Computerprogramm mit Programmcode-Mitteln, um alle Schritte eines Verfahrens gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 11 durchzuführen, wenn das Computerprogramm auf einem Computer
oder einer entsprechenden Rechnereinheit ausgeführt wird.
14. Computerprogrammprodukt mit Programmcode-Mitteln, die auf einem computerlesbaren Datenträger
gespeichert sind, um alle Schritte eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
11 durchzuführen, wenn das Computerprogrammprodukt auf einem Computer oder auf einer
entsprechenden Rechnereinheit ausgeführt wird.