Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum halb- oder vollautomatischen Anbringen
eines Kontaktelementes an einem Kabelende, umfassend eine Antriebseinheit mit einem
hin- und herbewegbaren Mitnehmer, eine mit dem Mitnehmer in Eingriff bringbare, modulartig
gestaltete Crimpvorrichtung, die zugleich ein Crimpwerkzeug, eine Speichereinheit
und gegebenenfalls eine Transporteinrichtung zur Zuführung der Kontaktelemente umfasst.
Stand der Technik
[0002] Eine solche Crimpvorrichtung ist aus der EP PS 10 43 814 bekannt. Sie dient zum Ancrimpen
von Crimpkontakten an Kabelenden, wobei die Crimpvorrichtung modulartig ausgebildet
ist und bereits ein Crimpwerkzeug, eine Speichereinheit für die Kontaktelemente und
eine Transporteinrichtung zur Zuführung der Crimpkontakte umfasst. Das Crimpwerkzeug
kann dadurch außerhalb der Antriebseinheit mit der gefüllten Speichereinheit vereint
werden, was die Umrüstzeiten bei der Bestückung der Antriebseinheit wesentlich verkürzt.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine solche Vorrichtung derart weiter
zu entwickeln, dass sich ein noch schnellerer Werkzeugwechsel als bisher ergibt.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff durch
die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 getost. Auf vorteilhafte Weiterbildungen
nehmen die Unteransprüche Bezug.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es vorgesehen, dass ein Magazin für die
Zwischenlagerung mehrerer modulartig gestalteter Crimpvorrichtungen vorgesehen ist,
sowie eine Führungshilfe, durch die die in dem Magazin enthaltenen Crimpvorrichtungen
wahlweise mit der Antriebseinheit in Eingriff bringbar sind. In der Speichereinheit
können nach Größe und/oder Art unterschiedliche Crimpkontakte bevorratet sein und
zusammen mit dem jeweils zugehörigen und bereits justierten Crimpwerkzeug wahlweise
in die Antriebseinheit übernommen und zur Bestückung von identischen oder unterschiedlichen
Kabelenden verwendet werden. Die Umrüstung ist in kürzester Zeit möglich und ohne
dass es der Zuziehung von Fachpersonal bedarf. Für die Steigerung der Wirtschaftlichkeit
des Arbeitsplatzes ist dies von erheblicher Bedeutung. Es lassen sich insbesondere
in Abhängigkeit vom jeweiligen Bedarf auch kleine Losgrößen schnell und zuverlässig
in einer definierten Qualität erzeugen und ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung zuführen.
Die bisherige, vom Verwendungsort getrennte Herstellung kleiner Losgrößen, kann vielfach
aufgegeben und die Herstellung an den Verwendungsort verlagert werden, was die Logistik
stark vereinfacht.
[0006] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass alle Crimpvorrichtungen
auf einheitlich gestalteten Schlitten gelagert sind und dass die Schlitten in dem
Magazin und in der Führungshilfe verschiebbar gelagert sind, zweckmäßig auf Gleitkufen,
auf Kugeln oder auf Rollen. Zu Erleichterung der Verschiebbarkeit kann ein motorischer
Antrieb vorgesehen sein. Dieser ist aber in den meisten Fällen entbehrlich.
[0007] Die Schlitten können in dem Magazin und/oder in der Führungshilfe arretierbar sein,
um unkontrollierte Relativverlagerungen zu vermeiden, die sich als Folge der von der
Antriebseinheit erregten Schwingungen ergeben können. Als besonders zweckmäßig hat
sich die Verwendung von zumindest einem Riegel oder einer Klemmvorrichtung erwiesen,
beispielsweise einer Klemmvorrichtung, die mit einem Kniehebel zusammenwirkt.
[0008] Das Magazin und/oder die Führungshilfe kann zumindest eine Führungsschiene für die
Schlitten umfassen. Im Allgemeinen gelangen zwei derartige Führungsschienen zur Anwendung,
in der die Schlitten aufgenommen sind.
[0009] Die Crimpvorrichtungen können Crimpwerkzeuge umfassen, die durch einen mit einer
C-Aufnahme zusammenwirkenden Pilzkopf mit dem Mitnehmer verbindbar sind, wobei die
C-Aufnahme und der Pilzkopf mittels der Führungshilfe ineinander einfügbar sind. In
die C-Aufnahme, die parallel zu den Führungsschienen in Richtung des Magazins geöffnet
ist, ist der Pilzkopf des jeweils festzulegenden Crimpwerkzeuges mit dem Pilzkopf
von vorn einführbar, so dass das Crimpwerkzeug anschließend durch den Mitnehmer hin-
und herbewegbar ist, im Allgemeinen in einer senkrecht verlaufenden Bewegungsebene.
Es ist für die Funktion grundsätzlich ohne Bedeutung, ob der Pilzkopf auf der Seite
des Crimpwerkzeugs oder auf der Seite des Mitnehmers angeordnet ist. Im Rahmen der
Erfindung wird jedoch eine Anbringung auf der Seite des Werkzeugs bevorzugt, weil
die Herstellung billiger ist als diejenige einer C-Aufnahme und weil die vorstehenden
Pilzköpfe der im Magazin befindlichen Crimpwerkzeuge weniger unfallträchtig sind als
C-Aufnahmen.
[0010] Die Antriebseinheit und die Crimpwerkzeuge können in einer Werkzeugwechselstellung
arretierbar sein, in der die C-Aufnahme und der Pilzkopf unter Vermeidung von Manipulationen
ineinander einfügbar sind. Die Werkzeugwechselstellung ist dabei zweckmäßig durch
eine Position definiert, in der das Crimpwerkzeug ganz geöffnet ist. Die Arretierung
des Crimpwerkzeugs erfolgt dabei zweckmäßig durch einen Schieber oder einen Riegel,
der mit dem Schlitten oder dem Crimpwerkzeug verbunden sein kann.
[0011] Jede Crimpvorrichtung kann im einfachsten Fall nummeriert sein und nach Bedarf und
ohne körperlichen Kraftaufwand von Hilfskräften aus dem Magazin übernommen, mit der
Antriebseinheit in Eingriff gebracht und sofort anschließend zur Bestückung der jeweils
benötigten Menge von Kabeln mit Kontaktelementen verwendet werden.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0012] Eine beispielhafte Ausführung der Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Sie wird nachfolgend näher erläutert.
Es zeigen:
[0013]
Fig. 1 eine Vorrichtung in einer perspektivischen Ansicht von vorn, bei der ein Magazin
für die Zwischenlagerung mehrerer modulartig gestalteter Crimpvorrichtungen vorgesehen
ist sowie eine Führungshilfe, durch die die Crimpvorrichtungen wahlweise mit der Antriebseinheit
in Eingriff bringbar sind.
Fig. 2. die Vorrichtung nach Fig . 1 in einer perspektivischen Ansicht von hinten.
Fig. 3. einen Ausschnitt aus der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Vorrichtung, bei der
eine der Crimpvorrichtungen mit der Antriebseinheit in Eingriff gebracht ist.
Fig. 4 eine aus der Vorrichtung herausgenommene, modulartig ausgebildete Crimpvorrichtung
in einer perspektivischen Ansicht von vorn.
Ausführung der Erfindung
[0014] Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung dient zum halb- oder vollautomatischen
Anbringen eines Kontaktelementes an einem Kabelende, umfassend eine Antriebseinheit
1 mit einem hin- und herbewegbaren Mitnehmer 2, eine mit dem Mitnehmer 2 in Eingriff
bringbare, modulartig gestaltete Crimpvorrichtung 3, die zugleich ein Crimpwerkzeug
11, eine Speichereinheit 4 und eine Transporteinrichtung 5 zur Zuführung der Kontaktelemente
umfasst, wobei die Vorrichtung ein Magazin 6 für die Zwischenlagerung mehrerer modulartig
gestalteter Crimpvorrichtungen 3 umfasst sowie eine Führungshilfe 7, durch die jede
der Crimpvorrichtungen 3 wahlweise mit der Antriebseinheit 1 in Eingriff bringbar
ist.
[0015] Die Antriebseinheit 1 besteht aus einem Maschinengehäuse, in dem eine Steuerung,
ein Getriebe und elektromotorischer Antrieb angeordnet sind sowie eine horizontal
angeordnete Exenterwelle mit einem am vorderen Ende befindlichen Exzenter, der durch
ein Pleuel mit einem Mitnehmer 2 verbunden und geeignet ist, den Mitnehmer bei einer
Rotation der Exzenterwelle in eine senkrecht hin- und hergehende Relativbewegung zu
versetzen. Der Antrieb ist so gestaltet, dass sich der Mitnehmer 2 bei einer Außerbetriebsetzung
stets an der höchstmöglichen Stelle befindet. Er bewirkt bei halbautomatischen Betrieb
bei einer Ansteuerung durch ein Tastsignal nur eine volle Umdrehung der Exzenterwelle.
Der Mitnehmer befindet sich anschließend wieder an der höchstmöglichen Stelle. Das
Erreichen dieser Position bestimmt zugleich die Werkzeugwechselstellung.
[0016] Der Mitnehmer ist am unteren Ende mit einer C-Aufnahme versehen, die sich parallel
zu der Führungshilfe 7 erstreckt und in die die damit zusammenwirkenden Pilzköpfe
13 der Crimpwerkzeuge 11 beim Einschieben der Crimpvorrichtungen 3 einfügbar sind.
Die Pilzköpfe werden in seitlicher Richtung sowie von oben und von unteren so von
der C-Aufnahme umschlossen, dass die sich bei einer Umdrehung der Exzenterwelle des
Antriebs ergebende, senkrechte Hin- und Herbewegung des Mitnehmers 2 auf das angeschlossene
Crimpwerkzeug 11 überträgt. Der diesbezügliche Hub wird für die Durchführung des Crimpvorgangs
genutzt.
[0017] Die Crimpvorrichtungen 3 sind auf einheitlich gestalteten Schlitten 8 gelagert, hier
auf rechteckigen Stahlplatten, die in dem Magazin 6 und in der Führungshilfe 7 verschiebbar
gelagert sind. Die Crimpvorrichtungen 3 können durch Verschieben des Magazins mit
Hilfe des Griffes 15 wahlweise in eine Position vor der Führungshilfe 7 gebracht und
durch diese der Antriebseinheit 1 zugeführt werden. Das Magazin 6 und/oder die Führungshilfe
7 können zumindest eine Führungsschiene 10 für die Schlitten 8 umfassen. Die Handhabung
beim Verschieben der Crimpwerkzeuge 11 wird dadurch erleichtert.
[0018] Jede der Crimpvorrichtungen 3 umfasst eine Speichereinheit 4 für die anzucrimpenden
Kontaktelemente. Die Speichereinheiten bestehen im gezeigten Fall aus Rollen, auf
denen die als Bandware bereitgestellten Kontaktelemente aufgespult sind. Anders gestaltete
Speichereinheiten können bei Bedarf ebenfalls verwendet werden.
[0019] Die Schlitten 8 sind in dem Magazin 6 und/oder in der Führungshilfe 7 bei Bedarf
arretierbar, beispielsweise durch einen nicht dargestellten Riegel oder durch einen
Kniehebelverschluss. Hierdurch wird verhindert, dass sich beim Betrieb der Crimpvorrichtung
3 unerwünschte Relativverlagerungen der Crimpwerkzeuge 11 ergeben.
[0020] In der Werkzeugwechselstellung sind neben der Antriebseinheit 1 auch die Crimpvorrichtungen
3 arretierbar, und zwar in einer Position, in der die C-Aufnahme 12 des Mitnehmers
2 und der Pilzkopf 13 des jeweiligen Crimpwerkzeugs 11 unter Vermeidung von Manipulationen
unmittelbar ineinander einfügbar sind. Dazu ist ein Schieber 14 oder Riegel vorgesehen,
der ebenfalls mit dem Schlitten 8 oder dem Crimpwerkzeug 11 verbunden ist und in der
Werkzeugwechselstellung unter den Drehkopf 16 bringbar ist. Dieser dient ansonsten
zur Justierung des Crimpwerkzeugs 11 und ist entsprechend robust gestaltet. Das Crimpwerkzeug
11 ist dabei ganz geöffnet.
[0021] Das jeweils in die Arbeitsstellung überführte und mit der Antriebseinheit 1 verbundene
Crimpwerkzeug 11 ist in dieser Position durch einen Schieber 14 oder einen Riegel
arretierbar, wobei der Schieber 14 oder Riegel mit dem Schlitten 8 oder dem Crimpwerkzeug
11 verbunden ist. Das jeweils in Arbeitsteilung befindliche Crimpwerkzeug 11 kann
sich dadurch nicht mehr relativ verlagern, was die Betriebssicherheit verbessert und
Unfallgefahren vermeidet.
1. Vorrichtung zum halb- oder vollautomatischen Anbringen eines Kontaktelementes an einem
Kabelende, umfassend eine Antriebseinheit (1) mit einem hin- und herbewegbaren Mitnehmer
(2), eine mit dem Mitnehmer (2) in Eingriff bringbare, modulartig gestaltete Crimpvorrichtung
(3), die zugleich ein Crimpwerkzeug (11), eine Speichereinheit (4) und gegebenenfalls
eine Transporteinrichtung (5) zur Zuführung der Kontaktelemente umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Magazin (6) für die Zwischenlagerung mehrerer modulartig gestalteter
Crimpvorrichtungen (3) umfasst sowie eine Führungshilfe (7), durch die die Crimpvorrichtungen
(3) wahlweise mit der Antriebseinheit (1) in Eingriff bringbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Crimpvorrichtungen (3) auf einheitlich gestalteten Schlitten (8) gelagert sind
und dass die Schlitten (8) in dem Magazin (6) und in der Führungshilfe (7) verschiebbar
gelagert sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitten (8) in dem Magazin (6) und/oder in der Führungshilfe (7) arretierbar
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitten (8) durch zumindest einen Riegel (9) oder eine Klemmvorrichtung arretierbar
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Magazin (6) und/oder die Führungshilfe (7) zumindest eine Führungsschiene (10)
für die Schlitten (8) umfasst.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Crimpvorrichtungen (3) Crimpwerkzeuge (11) umfassen, die durch einen mit einer
C-Aufnahme (12) zusammenwirkenden Pilzkopf (13) mit dem Mitnehmer (2) verbindbar sind,
wobei die C-Aufnahme (12) und der Pilzkopf (13) mittels der Führungshilfe (7) ineinander
einfügbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (1) und die Crimpwerkzeuge (3) in einer Werkzeugwechselstellung
arretierbar sind, in der die C-Aufnahme (12) und der Pilzkopf (13) unter Vermeidung
von Manipulationen ineinander einfügbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugwechselstellung durch eine Position definiert ist, in der das Crimpwerkzeug
(11) ganz geöffnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Crimpwerkzeug (11) in der Werkzeugwechselstellung durch einen Schieber (14) oder
einen Riegel arretierbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber (14) oder Riegel mit dem Schlitten (8) oder dem Crimpwerkzeug (3) verbunden
ist.