[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen gestrickten Strumpf, der einen ersten Bereich,
welcher einen Auftrittsbereich und/oder einen Fersenbereich und/oder einen Hochfersenbereich
und/oder einen Zehenbereich und/oder einen Überzehenbereich des Strumpfes umfasst
und mindestens ein erstes Material enthält, und einen zweiten Bereich umfasst, welcher
einen Schaftbereich und/oder einen Ristbereich des Strumpfes umfasst und mindestens
ein zweites Material umfasst, das von dem ersten Material verschieden ist.
[0002] Solche Strümpfe sind aus dem Stand der Technik bekannt.
[0003] Für die Kombination unterschiedlicher Materialien in einem gestrickten Strumpf sind
insbesondere die Farbjacquard-Musterung mit hinterlegten Fäden und die Musterung durch
das Einsplitten von zusätzlichen Fäden bekannt.
[0004] Bei der Farbjacquard-Musterung für Rechts-/Links-Gestricke gibt es klare Farbabgrenzungen
der aus Materialien unterschiedlicher Farbe gebildeten Maschen. Die Hinterlegungen
können jedoch nicht unbeschränkt breit gearbeitet werden, weil sich sonst beim Stricken
Schwierigkeiten ergeben. Durch die Hinterlegtmusterung entstehen Fadenflottungen,
die aufgrund der benötigten elastischen Gebrauchseigenschaften möglichst kurz gehalten
werden müssen, da sonst keine ausreichende Querelastizität des Strumpfes gewährleistet
ist.
[0005] Beim Einsplitten von zusätzlichen, auf- oder unterplattierten Fäden können in einen
Bereich des Strumpfes zusätzliche Materialien eingearbeitet werden, was jedoch mit
den Nachteil von abgeschnittenen Fadenenden verbunden ist, die auf der Wareninnenseite
liegen und beim Gebrauch des Strumpfes störend sein können.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gestrickten Strumpf
der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welchem der Einsatz unterschiedlicher
Materialien in speziellen Bereichen des Strumpfes möglich ist, wodurch der Tragekomfort
verbessert wird.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einem Strumpf mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch
1 erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der erste Bereich des Strumpfes in Intarsientechnik
als ein mindestens zweischichtiges Gestrick in den Strumpf eingearbeitet ist.
[0008] Unter einem Strumpf im Sinne dieser Beschreibung und der beigefügten Ansprüche ist
jede Art von Strumpfware, insbesondere auch eine Socke, zu verstehen.
[0009] Die Intarsientechnik ist eine Stricktechnik zum Einlegen eines Bereichs aus einem
anderen Material in eine Maschenware, wobei die Fäden aus dem anderen Material im
Gegensatz zur Jacquard-/Hinterlegt-Musterung nicht durch die ganze Ware laufen, sondern
räumlich auf den eingelegten Bereich aus dem anderen Material begrenzt sind.
[0010] Durch die Verwendung der Intarsientechnik werden somit die bei der Hinterlegtmusterung
durch die Fadenflottungen entstehenden Probleme vermieden.
[0011] Außerdem ermöglicht es die Verwendung der Intarsientechnik, unterschiedliche Materialien
bei räumlicher Trennung im selben Strumpf zu verarbeiten, ohne dass, wie beim Einsplitten
von zusätzlichen auf- oder unterplattierten Fäden, störende Fadenenden auf der Gestrickinnenseite
entstehen.
[0012] Der erfindungsgemäße Strumpf kann in seinem ersten Bereich, welcher den Auftrittsbereich
und/oder den Fersenbereich und/oder den Hochfersenbereich und/oder den Zehenbereich
und/oder den Überzehenbereich des Strumpfes umfasst, völlig andere Materialien aufweisen
als in seinem zweiten Bereich, welcher den Schaftbereich und/oder den Ristbereich
des Strumpfes umfasst.
[0013] Dabei werden die Materialien des ersten Bereichs und des zweiten Bereichs als voneinander
verschieden angesehen, sofern mindestens ein Faden des Materials des ersten Bereichs
von dem Material des zweiten Bereichs verschieden ist.
[0014] Grundsätzlich ist es also möglich, dass das Material des ersten Bereichs und das
Material des zweiten Bereichs einzelne Fäden umfassen, welche in beiden Bereich verstrickt
werden; es ist aber auch möglich, dass in dem ersten Bereich ausschließlich solche
Fäden verstrickt werden, welche nicht im zweiten Bereich vorhanden sind.
[0015] Der erfindungsgemäße Strumpf ermöglicht es, in dem als mindestens zweischichtiges
Gestrick gearbeiteten ersten Bereich des Strumpfes gezielt auf den jeweiligen Trageanlass
des Strumpfes abgestimmte Materialien miteinander zu kombinieren, ohne dass auf die
in dem zweiten Bereich des Strumpfes verwendeten Materialien Rücksicht genommen werden
muss.
[0016] Die Unterschiede zwischen dem Material des ersten Bereichs und dem Material des zweiten
Bereichs können grundsätzlich beliebiger Art sein und beispielsweise in einer unterschiedlichen
stofflichen Zusammensetzung, einer unterschiedlichen Fadenstärke und/oder einer unterschiedlichen
Einfärbung bestehen.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Strumpfes ist vorgesehen,
dass der erste Bereich und der zweite Bereich zumindest abschnittsweise im Pendelgang
gestrickt sind.
[0018] Eine besonders saubere und feste Verbindung zwischen den beiden Bereichen wird erzielt,
wenn der erste Bereich in einem Übergangsbereich durch Verzahnungen mit dem zweiten
Bereich verbunden ist.
[0019] Ein solcher Übergangsbereich kann insbesondere Verzahnungsmaschen aus dem Material
des ersten Bereichs umfassen, welche zusammen mit jeweils einer Masche aus dem Material
des zweiten Bereichs abgestrickt sind.
[0020] Ferner kann vorgesehen sein, dass der Übergangsbereich Verzahnungsmaschen aus dem
Material des zweiten Bereichs umfasst, welche zusammen mit jeweils einer Masche aus
dem Material des ersten Bereichs abgestrickt sind.
[0021] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass längs des Übergangsbereichs jeweils eine
Verzahnungsmasche aus dem Material des ersten Bereichs und eine Verzahnungsmasche
aus dem Material des zweiten Bereichs aufeinanderfolgen.
[0022] Eine besonders feste Verbindung zwischen den beiden Bereichen wird erzielt, wenn
der Übergangsbereich in jeder Maschenreihe jeweils mindestens eine Verzahnungsmasche
enthält.
[0023] Alternativ hierzu ist es jedoch auch möglich, dass der Übergangsbereich außer Maschenreihen
mit Verzahnungsmaschen auch unverzahnte Maschenreihen umfasst.
[0024] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Strumpfes ist vorgesehen,
dass im Übergangsbereich Maschenreihen mit Verzahnungsmaschen und unverzahnte Maschenreihen
in einem wiederkehrenden Strickrapport aufeinanderfolgen.
[0025] Dieser Strickrapport kann insbesondere jeweils eine Maschenreihe mit einer Verzahnungsmasche
aus dem Material des ersten Bereichs, dann mehrere unverzahnte Maschenreihen, dann
eine Maschenreihe mit einer Verzahnungsmasche aus dem Material des zweiten Bereichs
und dann mehrere unverzahnte Maschenreihen umfassen, worauf sich der Strickrapport
wiederholt.
[0026] Der erfindungsgemäße Strumpf kann in einem Übergangsbereich zwischen dem ersten Bereich
und dem zweiten Bereich Lüftungszonen aufweisen, welche den Tragekomfort des Strumpfes
unterstützen, indem sie insbesondere den Feuchtetransport und das Fußklima verbessern,
da Wasserdampf durch die Lüftungszonen besser aus dem Strumpf abgeleitet werden kann.
[0027] Das Gestrick des ersten Bereichs kann beispielsweise als ein plattiertes Gestrick
ausgebildet sein, wobei einem Grundfaden mindestens ein Plattierfaden unterplattiert
oder aufplattiert ist.
[0028] Das Plattieren ist eine Technik zur Herstellung von Maschenwaren, bei welcher der
Grundfaden und der Plattierfaden im gleichen Stricksystem derart verarbeitet werden,
dass der eine dieser Fäden auf die rechte Warenseite aller Maschen und der andere
Faden auf die linke Warenseite aller Maschen kommt.
[0029] Die Technik des Plattierens an sich ist dem Fachmann auf dem Gebiet der Textiltechnik
wohlbekannt und insbesondere in dem Artikel von Dr.-Ing. G. Bühler und O. Widmayer,
"Auswirkung des Fadenzulaufs auf die Qualität plattierter Rundstrickware", erschienen
in der Zeitschrift "Wirkerei- und Strickereitechnik", Band 42 (1992), Heft 10, Seiten
931 ff. beschrieben, so dass auf eine detaillierte Beschreibung der Technik des Plattierens
an sich hier verzichtet werden kann.
[0030] Ergänzend oder alternativ zur Herstellung des Gestricks des ersten Bereichs als ein
plattiertes Gestrick kann auch vorgesehen sein, dass das Gestrick des ersten Bereichs
als ein Grundgestrick mit einer zusätzlichen Plüschpolsterung, die innenliegend oder
außenliegend gearbeitet sein kann, ausgebildet ist.
[0031] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Material
des ersten Bereichs Wolle umfasst. Das Material Wolle weist insbesondere eine sehr
gute Feuchteaufnahme, eine gute Wärmeisolationsfähigkeit und temperaturausgleichende
Eigenschaften auf.
[0032] Besonders günstig ist es, wenn das Gestrick des ersten Bereichs eine innere Schicht
aufweist, welche Wolle umfasst.
[0033] Vorzugsweise ist die innere Schicht des Gestricks des ersten Bereichs vollständig
aus einem Wollmaterial gearbeitet.
[0034] Ferner kann vorgesehen sein, dass das Material des ersten Bereichs Baumwolle umfasst.
Baumwolle verfügt ebenfalls über eine gute Feuchteaufnahme und realisiert, insbesondere
in Kombination mit Wolle, ein angenehmes Tragegefühl und Fußklima.
[0035] Besonders günstig ist es, wenn das Gestrick des ersten Bereichs eine äußere Schicht
aufweist, welche Baumwolle umfasst.
[0036] Vorzugsweise ist die äußere Schicht des Gestricks des ersten Bereichs vollständig
aus einem Baumwollmaterial gearbeitet.
[0037] Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn der erste Bereich eine innere
Schicht aus einem Wollmaterial und eine äußere Schicht aus einem Baumwollmaterial
umfasst.
[0038] Alternativ hierzu kann auch vorgesehen sein, dass das Material des ersten Bereichs
ein Synthetikmaterial, vorzugsweise Polyamid und/oder Polypropylen, umfasst. Durch
die Verwendung solcher Synthetikmaterialien wird eine besonders gute Strapazierfähigkeit
erzielt.
[0039] Besonders günstig ist es, wenn das Gestrick des ersten Bereichs eine äußere Schicht
aufweist, welche ein Synthetikmaterial, vorzugsweise Polyamid und/oder Polypropylen,
umfasst.
[0040] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Strumpfes wird derselbe
so gearbeitet, dass der erste Bereich eine Außenkontur aufweist, welche bezüglich
der Längsmittelebene des Fußteils und/oder des Schaftteils des Strumpfes asymmetrisch
ausgebildet ist.
[0041] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Außenkontur des ersten Bereichs in einem
Auftrittsbereich des Strumpfes an den Verlauf der Außenkontur der Fußauftrittsfläche
eines Trägers des Strumpfes angepasst ist. Durch eine solche an die Fußauftrittsfläche
des Trägers angepasste ergonomische Form des ersten Bereichs wird eine zusätzliche
Verbesserung im Tragekomfort erzielt.
[0042] Ferner kann vorgesehen sein, dass der Zehenbereich des Strumpfes bezüglich der Längsmittelebene
des Fußteils des Strumpfes asymmetrisch ausgebildet ist.
[0043] Hierdurch ist es möglich, die Gestalt des Zehenbereichs des Strumpfes möglichst genau
an den Zehenverlauf des Trägers des Strumpfes anzupassen, wodurch eine weitere Verbesserung
des Tragekomforts erzielt wird.
[0044] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Zehenbereich einen ersten Randabschnitt
auf der Seite des großen Zehs eines Trägers des Strumpfes und einen zweiten Randabschnitt
auf der Seite des kleinen Zehs eines Trägers des Strumpfes aufweist, wobei der erste
Randabschnitt unter einem kleineren Winkel gegen die Längsmittelebene des Fußteils
des Strumpfes geneigt ist als der zweite Randabschnitt.
[0045] Der vorliegenden Erfindung liegt die weitere Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Stricken eines Strumpfes zu schaffen, welches den Einsatz unterschiedlicher Materialien
in speziellen Bereichen des Strumpfes und hierdurch die Verbesserung des Tragekomforts
ermöglicht.
[0046] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Stricken eines Strumpfes mit den folgenden
Verfahrensschritten gelöst:
- Stricken eines ersten Bereichs des Strumpfes, welcher einen Auftrittsbereich und/oder
einen Fersenbereich und/oder einen Hochfersenbereich und/oder einen Zehenbereich und/oder
einen Überzehenbereich des Strumpfes umfasst, aus mindestens einem ersten Material;
und
- Stricken eines zweiten Bereichs des Strumpfes, welcher einen Schaftbereich und/oder
einen Ristbereich des Strumpfes umfasst, aus mindestens einem zweiten Material, das
von dem ersten Material verschieden ist;
wobei der erste Bereich in Intarsientechnik als ein mindestens zweischichtiges Gestrick
in den Strumpf eingearbeitet wird.
[0047] Besondere Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche 24 bis 38, deren Vorteile bereits vorstehend im Zusammenhang mit den besonderen
Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Strumpfes erläutert worden sind.
[0048] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung
und der zeichnerischen Darstellung von Ausführungsbeispielen.
[0049] In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines Strumpfes mit zwei verschiedenen Bereichen (Bereiche
A und B), die aus verschiedenen Materialien gestrickt und in Intarsientechnik miteinander
verbunden sind;
- Fig. 2
- ein Strickschema einer ersten Ausführungsform eines Strumpfes, bei welchem die Bereiche
A und B in jeder Maschenreihe miteinander verzahnt sind;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung des Maschenbilds des Strumpfes, das sich aus dem Strickschema
gemäß Fig. 2 ergibt;
- Fig. 4
- eine fotografische Abbildung der rechten Seite eines rechten Strumpfes mit einem Bereich
A aus dunklem Material und einem Bereich B aus hellerem Material, wobei die Bereiche
A und B in jeder Maschenreihe miteinander verzahnt sind und wobei die Innenseite des
Strumpfes (linke Warenseite) nach außen gekehrt ist;
- Fig. 5
- eine fotografische Abbildung einer rechten Seite eines Strumpfes gemäß dem Stand der
Technik, welcher durch das Einsplitten zusätzlicher Fäden in den Bereich A und das
Abschneiden der zusätzlichen Fäden gebildet ist, wobei die Innenseite des Strumpfes
(linke Warenseite) nach außen gekehrt ist;
- Fig. 6
- ein Strickschema einer zweiten Ausführungsform des Strumpfes, bei welcher die Bereiche
A und B nur in jeder dritten Maschenreihe miteinander verzahnt sind, so dass zwischen
den Verzahnungen Lüftungszonen entstehen;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung des Maschenbilds des Strumpfes, das sich aus dem Strickschema
gemäß Fig. 6 ergibt;
- Fig. 8
- eine fotografische Abbildung der rechten Seite eines linken Strumpfes, wobei der Bereich
A aus dunklem Material und der Bereich B aus hellerem Material nur in jeder dritten
Maschenreihe miteinander verzahnt und zwischen den verzahnten Maschenreihen Lüftungszonen
ausgebildet sind, wobei die Außenseite des Strumpfes (rechte Warenseite) nach außen
gekehrt ist;
- Fig. 9
- eine vergrößerte Darstellung des Bereichs II aus Fig. 8;
- Fig. 10
- eine schematische Draufsicht von unten auf den Sohlenbereich eines rechten Strumpfes
mit einem im Auftrittsbereich asymmetrisch gestrickten Bereich A;
- Fig. 11
- eine schematische Draufsicht von unten auf den Sohlenbereich eines linken Strumpfes
mit einem im Auftrittsbereich asymmetrisch gestrickten Bereich A;
- Fig. 12
- eine schematische Draufsicht von oben auf den Zehenbereich eines linken Strumpfes
mit einem asymmetrisch gestrickten Zehenbereich; und
- Fig. 13
- eine schematische Draufsicht von oben auf den Zehenbereich eines rechten Strumpfes
mit einem asymmetrisch gestrickten Zehenbereich.
[0050] Gleiche oder funktional äquivalente Elemente sind in allen Figuren mit denselben
Bezugszeichen bezeichnet.
[0051] Ein in Fig. 1 dargestellter, als Ganzes mit 100 bezeichneter Strumpf umfasst einen
Fußteil 102 und einen Schaftteil 104, der an seinem oberen Ende mit einem elastischen
Bund 106 versehen ist, welcher beispielsweise als ein Umhänge-Doppelrand ausgebildet
sein kann.
[0052] Der Strumpf 100 umfasst einen mit 108 bezeichneten ersten Bereich A und einen mit
110 bezeichneten zweiten Bereich B, die längs einer Übergangslinie 112 aneinandergrenzen
und aus verschiedenen Materialien gestrickt sind.
[0053] Der Bereich A ist aus einem ersten Grundfaden gestrickt, welchem ein erster Plattierfaden
unterplattiert ist, so dass der erste Plattierfaden an der Innenseite (linke Warenseite)
des ersten Grundfadens liegt und der erste Grundfaden den ersten Plattierfaden zur
Außenseite (rechte Warenseite) des Strumpfes hin im wesentlichen vollständig überdeckt.
[0054] Der Bereich A des Strumpfes 100 ist somit zweischichtig ausgebildet und weist eine
innere Schicht aus dem ersten Plattierfaden und eine äußere Schicht aus dem ersten
Grundfaden auf.
[0055] Wie aus Fig. 1 zu ersehen ist, umfasst der Bereich A bei diesem Ausführungsbeispiel
die beim Tragen des Strumpfes 100 besonders stark beanspruchten Bereiche, nämlich
den Zehenbereich 114, den Überzehenbereich 116, den Fersenbereich 118, den Hochfersenbereich
120 und den zwischen dem Zehenbereich 114 und dem Fersenbereich 118 liegenden Auftrittsbereich
121 des Strumpfes 100.
[0056] Um besonders gute Trageeigenschaften im Bereich der Fußsohle zu erreichen, wird vorzugsweise
ein Wollfaden als erster Plattierfaden verwendet, um die innere, dem Fuß des Trägers
des Strumpfes 100 zugewandte Schicht des Bereichs A zu bilden.
[0057] Das Material Wolle eignet sich für die Bildung dieser inneren Schicht besonders durch
seine sehr gute Feuchteaufnahme, die gute Wärmeisolationsfähigkeit und die temperaturausgleichenden
Eigenschaften.
[0058] Der gezielte Einsatz von Wolle in der inneren Schicht des Bereichs A des Strumpfes
100 ist für die Aufnahme von Schweiß besonders günstig, da sich aufgrund der Physiologie
des Fußes ungefähr 60 % der Schweißdrüsen in der Fußsohle befinden.
[0059] Zusammen mit dem Überzehenbereich 116 werden durch die Verwendung von Wolle für die
innere Schicht des Bereichs A sogar 70 % aller Schweißdrüsen mit Wolle bedeckt.
[0060] Das als erster Grundfaden zur Bildung der dem Fuß des Trägers des Strumpfes 100 abgewandten
äußeren Schicht des Bereichs A des Strumpfes 100 verwendete Material kann gemäß den
jeweiligen Tragebedürfnissen angepasst werden.
[0061] Besonders günstig ist es, wenn die äußere Schicht des Bereichs A Baumwolle, insbesondere
mercerisierte Baumwolle, umfasst.
[0062] Durch den Einsatz von Baumwolle in der äußeren Schicht in Kombination mit Wolle in
der inneren Schicht des Bereichs A wird in dem Bereich A ein Naturfaserteil von 100
% erreicht.
[0063] Baumwolle verfügt neben Wolle über eine gute Feuchteaufnahme und realisiert insbesondere
in Kombination mit Wolle ein angenehmes Tragegefühl und Fußklima.
[0064] Durch die Kombination von Baumwolle und Wolle im Bereich A wird eine besonders hohe
Feuchtigkeitsaufnahme und ein guter Schweißtransport im Bereich A des Strumpfes 100
erzielt.
[0065] Alternativ oder ergänzend zur Verwendung von Baumwolle in der äußeren Schicht des
Bereichs A kann in der äußeren Schicht des Bereichs A auch ein Synthetikmaterial,
insbesondere Polyamid und/oder Polypropylen, verwendet werden.
[0066] Durch die Verwendung solcher Synthetikmaterialien in der außenliegenden Schicht des
Bereichs A wird eine besonders gute Strapazierfähigkeit erzielt.
[0067] Ferner weisen diese Materialien eine geringe bis verschwindende Feuchtigkeitsaufnahme
auf, so dass sie eine gute Rücktrocknung des Strumpfes 100 ermöglichen.
[0068] Besonders bevorzugt wird die Verwendung von Polypropylen in der äußeren Schicht des
Bereichs A. Polypropylen nimmt keine Feuchtigkeit auf und verfügt daher über gute
Feuchtigkeitstransportfähigkeiten.
[0069] Insbesondere beim Einsatz des Strumpfes 100 in Funktionsschuhen mit wasserdampfdurchlässigen
Membranen wird die Feuchtigkeit in Verbindung mit einer äußeren Schicht, die Polypropylen
umfasst, sehr gut vom Fuß weg und aus dem Schuh heraus transportiert.
[0070] Der die außerhalb des Bereichs A liegenden Abschnitte des Fußteils 102 und des Schaftteils
104 des Strumpfes 100 umfassende Bereich B umfasst bei dem in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel den Ristbereich 122 und den neben dem Hochfersenbereich 120 verbleibenden
Bereich 124 des Schaftteils 104.
[0071] Dieser Bereich B kann einschichtig oder mehrschichtig ausgebildet sein.
[0072] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Strumpfes 100 ist der Bereich B zweischichtig
ausgebildet und umfasst einen zweiten Grundfaden, welchem ein zweiter Plattierfaden
unterplattiert ist, so dass der zweite Grundfaden eine dem Fuß des Trägers des Strumpfes
100 abgewandte äußere Schicht des Bereichs B und der zweite Plattierfaden eine dem
Fuß des Trägers des Strumpfes 100 zugewandte innere Schicht des Bereichs B bildet.
[0073] Als zweiter Grundfaden für die äußere Schicht des Bereichs B wird vorzugsweise Baumwolle
verwendet.
[0074] Baumwolle ist weich, pflegeleicht und angenehm zu tragen und führt daher zu einem
hohen Tragekomfort im Schaft- und Ristbereich.
[0075] Als zweiter Plattierfaden zur Bildung der inneren Schicht des Bereichs B kann beispielsweise
ein elastisches Material, beispielsweise Elastan, verwendet werden.
[0076] Der Strumpf 100 wird auf einer Einzylinder-Rundstrickmaschine mit mindestens zwei
Stricksystemen, einem I. System und einem II. System, welche einander am Umfang des
Zylinders der Rundstrickmaschine diametral gegenüberliegen, hergestellt. (Die Rundstrickmaschine
kann noch weitere Stricksysteme aufweisen, die aber nicht zwingend benötigt werden.)
[0077] Das I. System arbeitet im Bereich A ein Rechts-/Links-Gestrick aus dem Material des
Bereichs A. Das II. System arbeitet im Bereich B ein Rechts-/Links-Gestrick aus dem
Material des Bereichs B. Dabei wird die Rundstrickmaschine in den Maschenreihen, welche
sowohl Maschen des Bereichs A als auch Maschen des Bereichs B enthalten, im Pendelgang
betrieben.
[0078] Dabei wird der Bereich A in Intarsientechnik mit dem Bereich B verbunden.
[0079] Eine erste Möglichkeit zur Verbindung der Bereiche A und B in Intarsientechnik ist
in dem Strickschema der Fig. 2 und in dem zugehörigen schematischen Maschenbild der
Fig. 3 dargestellt. Bei dieser Verbindungsmöglichkeit werden längs der Übergangslinie
112 die Bereiche A und B in jeder Maschenreihe, welche sowohl Maschen des Bereichs
A als auch des Bereichs B enthält, miteinander verzahnt.
[0080] Dazu wird die Rundstrickmaschine im Pendelgang betrieben, wobei das Material 131
des Bereichs A (d.h. der mit dem ersten Plattierfaden plattierte erste Grundfaden)
im I. System und das Material 133 des Bereichs B (d.h. der mit dem zweiten Plattierfaden
plattierte zweite Grundfaden) im II. System der Strickmaschine abgestrickt werden.
Die jeweilige Pendelrichtung ist in den Fig. 2 und 3 durch die Pfeile 123 angegeben.
[0081] So bewegen sich die Nadeln 125 der Strickmaschine zur Bildung einer ersten Maschenreihe
beispielsweise nach links durch das I. System, so dass auf den dem Bereich A zugeordneten
Nadeln die Maschen 126 des Bereichs A abgestrickt werden (siehe Fig. 2).
[0082] Die erste Nadel 127, welche dem Bereich B zugeordnet ist, fängt die Fäden des Materials
des Bereichs A und bildet eine Schlinge 128. Diese Schlinge 128 aus dem Material des
Bereichs A wird anschließend zusammen mit einer Masche 130 aus dem Material des Bereichs
B auf derselben Nadel 127 im II. System in der gleichen Maschenreihe wie die Maschen
126 des Bereichs A abgestrickt, so dass eine Verzahnungsmasche gebildet wird.
[0083] Ferner werden in derselben Maschenreihe im II. System die weiteren Maschen 132 des
Bereichs B abgestrickt.
[0084] Für die Bildung der darauffolgenden zweiten Maschenreihe wird die Pendelrichtung
umgekehrt, so dass sich die Nadeln nunmehr in entgegengesetzter Richtung bewegen.
[0085] Dabei werden zunächst im II. System die Maschen 134 aus dem Material des Bereichs
B abgestrickt.
[0086] Die erste an die Nadeln des Bereichs B angrenzende Nadel 129 des Bereichs A fängt
die Faden des Materials des Bereichs B und bildet daraus eine Schlinge 136.
[0087] Die Schlinge 136 aus dem Material des Bereichs B wird dann anschließend zusammen
mit einer Masche 138 aus dem Material des Bereichs A im I. System in derselben Maschenreihe
wie die Maschen 134 des Bereichs B abgestrickt, so dass eine Verzahnungsmasche gebildet
wird, worauf in derselben Maschenreihe die weiteren Maschen 139 des Bereichs A abgestrickt
werden.
[0088] Durch das gemeinsame Abstricken der Schlingen 128, 136 aus dem Material des einen
Bereichs zusammen mit den Maschen 130 bzw. 138 aus dem Material des jeweils anderen
Bereichs werden die Rechts-/Links-Gestricke der Bereiche A und B längs der Übergangslinie
112 durch Verzahnung in jeder Maschenreihe miteinander verbunden, ohne dass Fadenflottungen
entstehen oder Fäden an der Innenseite des Strumpfes abgeschnitten werden müssen.
[0089] Die vorstehend beschriebene Vorgehensweise wiederholt sich dann entsprechend beim
Stricken der darauffolgenden Maschenreihen 3 und 4, und so fort.
[0090] Das sich aus diesem Strickschema gemäß Fig. 2 ergebende schematische Maschenbild
ist in Fig. 3 dargestellt.
[0091] Dabei ist das Material des Bereichs A in den Fig. 2 und 3 durch größere Strichstärke
von dem Material des Bereichs B unterschieden. Diese unterschiedliche Darstellung
dient jedoch lediglich der Illustration und sagt nichts über etwaige unterschiedliche
Fadenstärken des Materials in den Bereichen A und B aus.
[0092] Ferner sei darauf hingewiesen, dass in den Fig. 2 und 3 (ebenso wie in den entsprechenden
Figuren 6 und 7) das Material für die Bereiche A und B aus Gründen der Übersichtlichkeit
der Darstellung schematisch als jeweils nur ein Faden dargestellt ist, während das
Material beider Bereiche A und B, wie vorstehend bereits erläutert, durchaus aus mehreren
Fäden bestehen kann.
[0093] Die Innenseite (linke Warenseite) eines auf die vorstehend beschriebene Weise durch
Verzahnung zweier Rechts-/Links-Gestricke in Intarsientechnik hergestellten Strumpfes
ist in der fotografischen Abbildung der Fig. 4 dargestellt.
[0094] Deutlich zu sehen ist das Fehlen jeglicher Fadenflottungen oder abgeschnittener Fäden
und die saubere Verbindung der Bereiche A und B längs der Übergangslinie 112, ohne
jeden störenden Materialauftrag.
[0095] Im Gegensatz hierzu ist in Fig. 5 die Innenseite eines herkömmlichen Strumpfes 100'
dargestellt, bei welchem in den Sohlenbereich 140 zusätzliche Fäden durch Einsplitten
eingearbeitet sind, welche abgeschnitten werden, so dass sich längs der Übergangslinie
142 zwischen dem Sohlenbereich 140 und dem Ristbereich 144 dieses Strumpfes 100' eine
Vielzahl von losen Fadenenden 146 erstreckt, welche im Gebrauch des Strumpfes 100'
am Fuß des Trägers anliegen und beim Tragen störend wirken.
[0096] Wie aus Fig. 4 zu ersehen ist, kann bei dem erfindungsgemäßen Strumpf 100 die Lage
der Übergangslinie 112 zwischen den Bereichen A und B längs des Umfangs des Schaftteils
104 bzw. längs des Umfangs des Fußteils 102 variieren, was dadurch bewerkstelligt
wird, dass beim Stricken im Pendelgang die Anzahl der Nadeln, welche jeweils dem Bereich
A bzw. dem Bereich B zugeordnet sind, von Maschenreihe zu Maschenreihe allmählich
verändert wird.
[0097] Auf diese Weise ist es möglich, den Verlauf der Übergangslinie 112 zwischen den Bereichen
A und B an die Anatomie des Fußes des Trägers des Strumpfes 100 möglichst gut anzupassen.
[0098] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Bereich A bezüglich der Längsmittelebene
148 des Fußteils 102 bzw. des Schaftteils 104 des Strumpfes 100 asymmetrisch ausgebildet
ist.
[0099] Wie in den Fig. 10 und 11 schematisch dargestellt ist, kann insbesondere vorgesehen
sein, dass die Übergangslinie 112 zwischen den Bereichen A und B auf derjenigen Seite
des Strumpfes 100, auf welcher sich beim Tragen des Strumpfes 100 das innere Fußgewölbe
des Trägers des Strumpfes 100 befindet, stärker zur Längsmittelebene 148 hin vorgewölbt
ist als auf der gegenüberliegenden Seite des Strumpfes 100. Da der Träger des Strumpfes
100 im Bereich des inneren Fußgewölbes beim Gehen nicht auftritt, entspricht somit
der Verlauf der Übergangslinie 112 zwischen den Bereichen A und B im Auftrittsbereich
121 des Strumpfes 100 im wesentlichen der Außenkontur der Fußauftrittsfläche des Trägers
des Strumpfes 100.
[0100] Hierdurch wird ein besonders hoher Tragekomfort erzielt.
[0101] Ferner kann vorgesehen sein, dass der Zehenbereich 114 des Strumpfes 100 ebenfalls
asymmetrisch bezüglich der Längsmittelebene 148 des Fußteils 104 ausgebildet ist,
um eine bessere Anpassung des Strumpfes 100 an den Verlauf der Zehen des Trägers des
Strumpfes 100 zu ermöglichen (siehe Fig. 12 und 13).
[0102] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass ein auf der Seite des großen Zehs des Trägers
angeordneter innerer Randabschnitt 150 unter einem kleineren Winkel gegen die Längsmittelebene
148 des Fußteils 102 geneigt ist als ein auf der Seite des kleinen Zehs des Trägers
angeordneter äußerer Randabschnitt 152.
[0103] Ein Verfahren zur Herstellung eines solchen asymmetrischen Zehenbereichs 114 ist
in der EP 1 049 828 B1 beschrieben.
[0104] Durch die asymmetrische Gestalt des Zehenbereichs 114 wird eine zusätzliche Verbesserung
im Tragekomfort erzielt.
[0105] Aufgrund der Asymmetrie des Zehenbereichs 114 und/oder der Außenkontur des Bereichs
A des Strumpfes 100 sind der linke Strumpf und der rechte Strumpf eines Paares nicht
identisch miteinander, sondern spiegelsymmetrisch zueinander ausgebildet.
[0106] Es kann daher vorgesehen sein, die beiden Strümpfe eines Paares durch eine - beispielsweise
eingestrickte - Markierung, welche beispielsweise den Buchstaben "L" bzw. "R" entsprechen
kann, voneinander unterscheidbar zu machen.
[0107] Eine in den Fig. 8 und 9 dargestellte zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Strumpfes 100 unterscheidet sich von der vorstehend beschriebenen ersten Ausführungsform
dadurch, dass die Gestricke der Bereiche A und B nicht in jeder Maschenreihe, die
sowohl Maschen des Bereichs A als auch des Bereichs B enthält, miteinander verzahnt
sind, sondern nur in jeder n-ten Maschenreihe, wobei n mindestens 2 und vorzugsweise
3 beträgt.
[0108] Dadurch, dass die Gestricke der Bereiche A und B in den zwischen den Maschenreihen
mit Verzahnung liegenden Maschenreihen nicht miteinander verbunden sind, entstehen
im Übergangsbereich zwischen den Bereichen A und B Lüftungszonen 154 in Form von Lüftungsöffnungen,
welche längs der Übergangslinie 112 aufeinanderfolgen und durch die dazwischenliegenden
Verzahnungen aus jeweils einer Verzahnungsmasche 128, 136 und einer zusammen mit der
Verzahnungsmasche abgestrickten Masche 130 bzw. 138 voneinander getrennt sind.
[0109] Diese Lüftungszonen 154 unterstützen den Tragekomfort des Strumpfes 100.
[0110] Insbesondere ermöglichen sie es, den Feuchtetransport und das Fußklima zu verbessern,
da Wasserdampf durch die Lüftungszonen 154 besser aus dem Strumpf 100 abgeleitet werden
kann.
[0111] Ein Strumpf 100 mit Lüftungszonen 154 im Übergangsbereich zwischen den Bereichen
A und B, welche sich über jeweils zwei Maschenreihen hinweg erstrecken, wird mit einem
Strickrapport von sechs Maschenreihen gemäß dem in Fig. 6 dargestellten Strickschema
wie folgt erzeugt:
Die Rundstrickmaschine mit dem I. System, das ein Rechts-/Links-Gestrick im Bereich
A erzeugt, und einem II. System, das ein Rechts-/Links-Gestrick im Bereich B erzeugt,
befindet sich im Pendelgang.
[0112] Zur Erzeugung der Maschenreihe 1 bewegen sich die Nadeln 125 beispielsweise nach
links.
[0113] Nach dem Abstricken der Maschen 126 auf den Nadeln, die dem Bereich A zugeordnet
sind, fängt die erste Nadel 127, die dem Bereich B zugeordnet ist, die Fäden aus dem
Material 131 des Bereichs A und bildet daraus eine Schlinge 128, welche anschließend
im II. System zusammen mit einer Masche 130 aus dem Material 133 des Bereichs B abgestrickt
wird, so dass eine Verzahnungsmasche gebildet wird. Nach Abstricken der weiteren Maschen
132 des Bereichs B wird die Pendelrichtung 123 umgekehrt, und es werden die Maschen
134 der zweiten Maschenreihe im Bereich B im II. System abgestrickt, ohne dass eine
Schlinge auf einer dem Bereich A zugeordneten Nadel gefangen wird. Anschließend werden
die Maschen 156 der zweiten Maschenreihe und, nach einer Umkehr der Pendelrichtung,
die Maschen 158 der dritten Maschenreihe im Bereich A im I. System abgestrickt, ohne
dass eine Schlinge aus dem Material des Bereichs A auf einer dem Bereich B zugeordneten
Nadel gefangen wird.
[0114] In der zweiten und dritten Maschenreihe werden die Bereiche A und B also ohne Verzahnungsmaschen
gearbeitet, so dass eine sich durch diese Maschenreihen erstreckende Lüftungszone
154 entsteht.
[0115] Nachdem im II. System die Maschen 160 des Bereichs B und, nach Umkehr der Pendelrichtung,
die Maschen 134 der vierten Maschenreihe im Bereich B abgestrickt worden sind, fängt
die letzte dem Bereich A zugeordnete Nadel 129 die Fäden des Materials des Bereichs
B und bildet daraus eine Schlinge 136.
[0116] Diese Schlinge 136 wird mit einer Masche 138 aus dem Material für den Bereich A im
I. System auf der gleichen Nadel 129 in derselben Maschenreihe abgestrickt. Dadurch
entsteht in der vierten Maschenreihe, ebenso wie in der ersten Maschenreihe, eine
die Bereiche A und B miteinander verbindende Verzahnung, welche die in der zweiten
und dritten Maschenreihe gebildete Lüftungszone 154 begrenzt.
[0117] Anschließend werden die Maschen 162 der vierten Maschenreihe im Bereich A und, nach
Umkehr der Pendelrichtung, die Maschen 164 der fünften Maschenreihe im Bereich A durch
das I. System abgestrickt, ohne dass eine Schlinge aus dem Material des Bereichs A
auf einer dem Bereich B zugeordneten Nadel gebildet wird.
[0118] Darauf werden die Maschen 166 der fünften Maschenreihe im Bereich B und, nach einer
Umkehr der Pendelrichtung, die Maschen 168 der sechsten Maschenreihe im Bereich B
durch das II. System abgestrickt, ohne dass eine Schlinge aus dem Material des Bereichs
B auf einer dem Bereich A zugeordneten Nadel gebildet wird.
[0119] Auch in der fünften und sechsten Maschenreihe werden die Bereiche A und B somit ohne
Verzahnungsmaschen gearbeitet, so dass eine weitere Lüftungszone 154 entsteht.
[0120] Nach Abstricken der Maschen 170 der sechsten Maschenreihe im Bereich A und, nach
einer Umkehr der Pendelbewegung, der Maschen 126 in der siebten Maschenreihe des Bereichs
A durch das I. System fängt wiederum die erste Nadel 127, die dem Bereich B zugeordnet
ist, die Fäden des Materials des Bereichs A und bildet daraus eine Schlinge 128, welche
anschließend im II. System zusammen mit einer Masche 130 aus dem Material des Bereichs
B in derselben Maschenreihe und auf derselben Nadel 127 abgestrickt wird, um eine
Verzahnung zu bilden, welche die zweite Lüftungszone 154 begrenzt.
[0121] Ab der siebten Maschenreihe erfolgt somit eine Wiederholung des Strickrapports.
[0122] Das sich aus dem Strickschema gemäß Fig. 6 ergebende schematische Maschenbild ist
in Fig. 7 dargestellt.
[0123] Im übrigen stimmt die in den Fig. 8 und 9 dargestellte zweite Ausführungsform eines
Strumpfes 100 hinsichtlich Aufbau, Funktion und Herstellungsweise mit der in den Fig.
1 und 4 dargestellten ersten Ausführungsform überein, auf deren vorstehende Beschreibung
insoweit Bezug genommen wird.
[0124] Weitere Möglichkeiten der Verbindungen der Gestricke der Bereiche A und B im Übergangsbereich
sind möglich.
[0125] So könnte beispielsweise vorgesehen sein, dass die die beiden Bereiche miteinander
verbindenden Verzahnungen in jeder Maschenreihe nicht nur jeweils eine Schlinge umfassen,
die zusammen mit einer Masche aus dem Material des jeweils anderen Bereichs abgestrickt
wird, sondern mehrere nebeneinanderliegende Schlingen, welche dann jeweils zusammen
mit einer Masche aus dem Material des jeweils anderen Bereichs abgestrickt werden,
so dass eine entsprechende Anzahl von Verzahnungsmaschen gebildet wird.
[0126] Ferner ist auch denkbar, dass - im Falle der Ausbildung von Lüftungszonen 154 - nicht
nur jeweils eine Maschenreihe mit Verzahnung zwischen zwei längs der Übergangslinie
112 aufeinanderfolgenden Lüftungszonen 154 vorgesehen ist, sondern statt dessen mehrere
aufeinanderfolgende Maschenreihen, welche jeweils mit mindestens einer Verzahnungsmasche
versehen sind.
1. Gestrickter Strumpf, umfassend einen ersten Bereich (108), welcher einen Auftrittsbereich
(121) und/oder einen Fersenbereich (118) und/oder einen Hochfersenbereich (120) und/oder
einen Zehenbereich (114) und/oder einen Überzehenbereich (116) des Strumpfes (100)
umfasst und mindestens ein erstes Material enthält, und
einen zweiten Bereich (110), welcher einen Schaftbereich (124) und/oder einen Ristbereich
(122) des Strumpfes (100) umfasst und mindestens
ein zweites Material umfasst, das von dem ersten Material verschieden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Bereich (108) in Intarsientechnik als ein mindestens zweischichtiges Gestrick
in den Strumpf (100) eingearbeitet ist.
2. Strumpf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (108) und der zweite Bereich (110) zumindest abschnittsweise im
Pendelgang gestrickt sind.
3. Strumpf nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (108) in einem Übergangsbereich durch Verzahnungen mit dem zweiten
Bereich (110) verbunden ist.
4. Strumpf nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich Verzahnungsmaschen (128) aus dem Material des ersten Bereichs
(108) umfasst, welche zusammen mit jeweils einer Masche (130) aus dem Material des
zweiten Bereichs (110) abgestrickt sind.
5. Strumpf nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich Verzahnungsmaschen (136) aus dem Material des zweiten Bereichs
(110) umfasst, welche zusammen mit jeweils einer Masche (138) aus dem Material des
ersten Bereichs (108) abgestrickt sind.
6. Strumpf nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass längs des Übergangsbereichs jeweils eine Verzahnungsmasche (128) aus dem Material
des ersten Bereichs (108) und eine Verzahnungsmasche (136) aus dem Material des zweiten
Bereichs (110) aufeinanderfolgen.
7. Strumpf nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich in jeder Maschenreihe jeweils mindestens eine Verzahnungsmasche
(128, 136) enthält.
8. Strumpf nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich außer Maschenreihen mit Verzahnungsmaschen (128, 136) auch unverzahnte
Maschenreihen umfasst.
9. Strumpf nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Übergangsbereich Maschenreihen mit Verzahnungsmaschen (128, 136) und unverzahnte
Maschenreihen in einem wiederkehrenden Strickrapport aufeinanderfolgen.
10. Strumpf nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Strickrapport jeweils eine Maschenreihe mit einer Verzahnungsmasche (128) aus
dem Material des ersten Bereichs (108), dann mehrere unverzahnte Maschenreihen, dann
eine Maschenreihe mit einer Verzahnungsmasche (136) aus dem Material des zweiten Bereichs
(110) und dann mehrere unverzahnte Maschenreihen umfasst.
11. Strumpf nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Übergangsbereich zwischen dem ersten Bereich (108) und dem zweiten Bereich (110)
Lüftungszonen (154) aufweist.
12. Strumpf nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick des ersten Bereichs (108) als ein plattiertes Gestrick ausgebildet ist.
13. Strumpf nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des ersten Bereichs (108) Wolle umfasst.
14. Strumpf nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick des ersten Bereichs (108) eine innere Schicht aufweist, welche Wolle
umfasst.
15. Strumpf nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des ersten Bereichs (108) Baumwolle umfasst.
16. Strumpf nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick des ersten Bereichs (108) eine äußere Schicht aufweist, welche Baumwolle
umfasst.
17. Strumpf nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des ersten Bereichs (108) ein Synthetikmaterial, vorzugsweise Polyamid
und/oder Polypropylen, umfasst.
18. Strumpf nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick des ersten Bereichs (108) eine äußere Schicht aufweist, welche ein Synthetikmaterial,
vorzugsweise Polyamid und/oder Polypropylen, umfasst.
19. Strumpf nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (108) eine Außenkontur aufweist, welche bezüglich der Längsmittelebene
(148) des Fußteils (102) und/oder des Schaftteils (104) des Strumpfes (100) asymmetrisch
ausgebildet ist.
20. Strumpf nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkontur des ersten Bereichs (108) in einem Auftrittsbereich (121) des Strumpfes
(100) an den Verlauf der Außenkontur der Fußauftrittsfläche eines Trägers des Strumpfes
(100) angepasst ist.
21. Strumpf nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Zehenbereich (114) des Strumpfes (100) bezüglich der Längsmittelebene (148) des
Fußteils (102) des Strumpfes (100) asymmetrisch ausgebildet ist.
22. Strumpf nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass der Zehenbereich (114) einen ersten Randabschnitt (150) auf der Seite des großen
Zehs eines Trägers des Strumpfes (100) und einen zweiten Randabschnitt (152) auf der
Seite des kleinen Zehs eines Trägers des Strumpfes (100) aufweist, wobei der erste
Randabschnitt (150) unter einem kleineren Winkel gegen die Längsmittelebene (148)
des Fußteils (102) des Strumpfes (100) geneigt ist als der zweite Randabschnitt (152).
23. Verfahren zum Stricken eines Strumpfes (100), umfassend die folgenden Verfahrensschritte:
- Stricken eines ersten Bereichs (108) des Strumpfes (100), welcher einen Auftrittsbereich
(121) und/oder einen Fersenbereich (118) und/oder einen Hochfersenbereich (120) und/oder
einen Zehenbereich (114) und/oder einen Überzehenbereich (116) des Strumpfes (100)
umfasst, aus mindestens einem ersten Material; und
- Stricken eines zweiten Bereichs (110) des Strumpfes (100), welcher einen Schaftbereich
(124) und/oder einen Ristbereich (122) des Strumpfes (100) umfasst, aus mindestens
einem zweiten Material, das von dem ersten Material verschieden ist;
wobei der erste Bereich (108) in Intarsientechnik als ein mindestens zweischichtiges
Gestrick in den Strumpf (100) eingearbeitet wird.
24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (108) und der zweite Bereich (110) zumindest abschnittsweise im
Pendelgang gestrickt werden.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (108) in einem Übergangsbereich durch Verzahnungen mit dem zweiten
Bereich (110) verbunden wird.
26. Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass im Übergangsbereich Verzahnungsschlingen (128) aus dem Material des ersten Bereichs
(108) zusammen mit jeweils einer Masche (130) aus dem Material des zweiten Bereichs
(110) abgestrickt werden.
27. Verfahren nach einem der Ansprüche 25 oder 26, dadurch gekennzeichnet, dass im Übergangsbereich Verzahnungsschlingen (136) aus dem Material des zweiten Bereichs
(110) zusammen mit jeweils einer Masche (138) aus dem Material des ersten Bereichs
(108) abgestrickt werden.
28. Verfahren nach einem der Ansprüche 25 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass längs des Übergangsbereichs abwechselnd jeweils eine Verzahnungsmasche (128) aus
dem Material des ersten Bereichs (108) und eine Verzahnungsmasche (136) aus dem Material
des zweiten Bereichs (110) gebildet werden.
29. Verfahren nach einem der Ansprüche 25 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Übergangsbereich in jeder Maschenreihe jeweils mindestens eine Verzahnungsmasche
(128, 136) gebildet wird.
30. Verfahren nach einem der Ansprüche 25 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Übergangsbereich außer Maschenreihen mit Verzahnungsmaschen (128, 136) auch
unverzahnte Maschenreihen gebildet werden.
31. Verfahren nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Übergangsbereich Maschenreihen mit Verzahnungsmaschen (128, 136) und unverzahnte
Maschenreihen in einem wiederkehrenden Strickrapport aufeinanderfolgen.
32. Verfahren nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, dass der Strickrapport jeweils eine Maschenreihe mit einer Verzahnungsmasche (128) aus
dem Material des ersten Bereichs (108), dann mehrere unverzahnte Maschenreihen, dann
eine Maschenreihe mit einer Verzahnungsmasche (136) aus dem Material des zweiten Bereichs
(110) und dann mehrere unverzahnte Maschenreihen umfasst.
33. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 bis 32, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Übergangsbereich zwischen dem ersten Bereich (108) und dem zweiten Bereich
(110) Lüftungszonen (154) gebildet werden.
34. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick des ersten Bereichs (108) als ein plattiertes Gestrick ausgebildet wird.
35. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (108) mit einer Außenkontur gebildet wird, welche bezüglich der
Längsmittelebene (148) des Fußteils (102) und/oder des Schaftteils (104) des Strumpfes
(100) asymmetrisch ausgebildet ist.
36. Verfahren nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkontur des ersten Bereichs (108) in einem Auftrittsbereich (121) des Strumpfes
(100) an den Verlauf der Außenkontur der Fußauftrittsfläche eines Trägers des Strumpfes
(100) angepasst wird.
37. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 bis 36, dadurch gekennzeichnet, dass der Zehenbereich (114) des Strumpfes (100) bezüglich der Längsmittelebene (148) des
Fußteils (102) des Strumpfes (100) asymmetrisch ausgebildet wird.
38. Verfahren nach Anspruch 37, dadurch gekennzeichnet, dass der Zehenbereich (114) des Strumpfes so ausgebildet wird, dass er einen ersten Randabschnitt
(150) auf der Seite des großen Zehs eines Trägers des Strumpfes (100) und einen zweiten
Randabschnitt (152) auf der Seite des kleinen Zehs eines Trägers des Strumpfes (100)
aufweist, wobei der erste Randabschnitt (150) unter einem kleineren Winkel gegen die
Längsmittelebene (148) des Fußteils (102) des Strumpfes (100) geneigt ist als der
zweite Randabschnitt (152).