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EP 1 669 141 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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19.12.2007 Patentblatt 2007/51 |
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Anmeldetag: 15.10.2005 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zur Regelung des Querschnitts von aus einer Drahtwalzstrasse austretenden
Drähten und Drahtwalzstrasse
Process for the control of the cross-section of wires running out from a wire rolling
mill and metal wire rolling mill
Procédé pour le réglage de la section des fils sortant d'un train de laminage de fil
et train de laminage de fil
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
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Priorität: |
07.12.2004 DE 102004058825 02.08.2005 DE 102005036184
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.06.2006 Patentblatt 2006/24 |
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Patentinhaber: SMS Meer GmbH |
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41069 Mönchengladbach (DE) |
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Erfinder: |
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- Palzer, Ottmar
18100 Praha 8 (CZ)
- Kümmel, Lutz
41363 Jüchen (DE)
- Burkhardt, Matthias
47249 Duisburg (DE)
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Vertreter: Grosse, Wolf-Dietrich Rüdiger et al |
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Valentin, Gihske, Grosse
Patentanwälte
Hammerstrasse 3 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 200 396 US-A- 4 665 730
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GB-A- 1 214 612
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung des Querschnitts von aus einer
Drahtwalzstraße austretenden Drahtsträngen, bei dem der aus einer Zwischenstraße herangeführte
Drahtstrang einer Fertiggerüstanordnung und einer sich dieser optinal anschließenden
Nachwalzgerüstanordnung zugeführt wird, wobei der Querschnitt des Drahtstrangs beim
Walzvorgang durch gesteuerte Zugbeaufschlagung verändert wird. Außerdem betrifft sie
eine Drahtwalzstraße zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Die Industrie verlangt heute von modernen Drahtwalzwerken Toleranzen, die bei klassischer
Ausbildung der Drahtstraße mit manuellen Korrekturen von deren Einstellungen praktisch
nicht mehr erreichbar sind. Es werden sowohl enge als auch über die gesamte Länge
des Drahtstrangs allenfalls minimal variierende Abweichungen gefordert bzw. toleriert.
Die Toleranzen hinter dem Fertigdrahtblock werden von vielen Parametern bestimmt.
Großen Einfluss auf die Toleranzen haben der in den Fertigblock bzw. die Fertiggerüstanordnung
einlaufende Querschnitt des Drahtstrangs und dessen Einlauftemperatur. Diese Querschnitts-
und Temperaturschwankungen haben Zugschwankungen im Fertigblock und diese wiederum
Toleranzschwankungen hinter diesem zur Folge. Der Einlaufquerschnitt in den Fertigblock
hängt u. a. vom Zug in der vorgeschalteten Zwischenstraße bzw. in einem Vorblock ab.
Die Walzbedingungen bleiben während der Walzung des Stabes nicht konstant, sondern
ändern sich während der Walzung ständig. Unter diesen Walzbedingungen sind insbesondere
die Parameter Einlaufquerschnitt, Temperatur und Längszug von Bedeutung, die zu Querschnittsschwankungen
führen.
[0003] Um trotz dieser ständig variierenden Walzbedingungen gute Toleranzen zu erreichen,
müssten permanent die Vorblockeinstellungen den jeweiligen Walzbedingungen angepasst
werden. Dies ist aber in der Praxis außerordentlich schwierig, zumal bei Gruppenantrieb
der Walzen der Walzgerüste nur der Walzspalt, nicht aber die Drehzahlen korrigierbar
sind. Mit den bisher bekannten Systemen wurde durchweg versucht, den negativen Einfluss
der Störfaktoren auf die Fertigtoleranzen mit dem Ziel der Schaffung eines konstanten
Austrittsquerschnitts des Drahtes aus der Fertiggerüstanordnung durch Einsteuerung
eines ebenfalls gleich bleibenden Eintrittsquerschnitts des Drahtes in die Fertiggerüstanordnung
sicher zu stellen.
[0004] So ist es aus der
EP 200 396 B1 bekannt, vor der Fertiggerüstanordnung in Walzrichtung hintereinander zwei Sizing-Gerüste
anzuordnen, deren Drehzahlen so steuerbar sind, dass zusammen mit den Gerüsten ein
Zug entsteht, der eine entsprechende Verringerung des Drahtquerschnitts zur Folge
hat und es möglich macht, einen gleich bleibenden Endquerschnitt des in die Fertiggerüstanordnung
eintretenden Drahtes einzusteuern.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Regelungsverfahren und eine Drahtwalzstraße
der eingangs genannten Art zu schaffen, die es in einfacher Weise erlauben, die Drahtherstellung
an die variierenden Walzbedingungen anzupassen und unabhängig von diesen einen optimalen
Fertigquerschnitt des Drahtes oder Knüppels zu liefern.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den im Haupt-Verfahrensanspruch und den eine Drahtwalzstraße
betreffenden Haupt-Vorrichtungsanspruch angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen des voll automatischen ablaufenden Regelungsverfahrens und der Drahtwalzstraße
sind in den abhängigen Ansprüchen enthalten.
[0007] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass anders als bei der bekannten Walzgerüstausbildung
ein gleich bleibender Austrittsquerschnitt des aus der Fertiggerüstanordnung oder
- wenn vorhanden - des aus einer Nachwalzgerüstanordnung (Nachwalzblock) austretenden
Drahtstranges aufgrund von Veränderung des Eintrittsquerschnittes des Drahtes in die
jeweilige Gerüstanordnung bestimmt werden kann. Die Zugregelung des Drahtstranges
kann hierbei an einer beliebigen Stelle und im Extremfall noch vor einer letzten Antriebs-
bzw. Einzelgruppe, d. h. dem letzten Walzvorgang erfolgen.
[0008] Das kann erfindungsgemäß durch Messung und Vergleich der Drahtquerschnitte, vorzugsweise
vor und hinter der Fertiggerüstanordnung, und Änderung des Eintrittsquerschnittes
des Drahtes durch auf den eintretenden Draht aufgebrachten Zugkräfte erreicht werden.
Diese Zugkräfte können, wie bekannt, durch vor der Fertiggerüstanordnung angeordnete
Paare von drehzahlregelbaren Horizontal- und Vertikalgerüsten auf den Draht aufgebracht
werden. Zwischen den beiden Walzgerüsten kann aber erfindungsgemäß auch ein Kolbenzylinderaggregat
angeordnet werden, an dessen über einen Weggeber steuerbaren Kolben sich eine den
Drahtstrang beaufschlagende Spannrolle anordnen läßt. Zusätzlich können vor und hinter
dem Horizontal- und Vertikalwalzenpaar sowie hinter der Fertiggerüstanordnung oder
der Nachwalzgerüstanordnung Profilmesseinrichtungen und zudem vor diesen Gerüsten
und vor der Fertiggerüstanordnung oder der Nachwalzgerüstanordnung Pyrometer angeordnet
werden.
[0009] Wenn somit vor den Gerüsten sowohl ein Profilmeßsystem als auch eine Temperaturmesseinrichtung
vorgesehen sind, können der Querschnitt A
0 und die Temperatur T
0 gemessen werden. Bei einer definierten Stahlsorte und Temperatur T
0 kann, wie in Fig. 3 unter Einbeziehung des Bezugszeichenverzeichnisses dargestellt,
durch Korrelationen zwischen A
0 und A
1 eine "Vorwärtsregelung" aufgebaut werden. Es läßt sich damit erreichen, daß der erste
Knüppel bzw. Drahtstrang einer neuen Charge in einem zulässigen Toleranzbereich liegt.
[0010] Die Erfindung ermöglicht eine Adaptive Querschnittsregelung (AQR) als ein hierarchisches
Sizing-System, das mit Hilfe einer kontinuierlichen Adaption des Einstichquerschnittes,
unabhängig von den sich ständig ändernden Walzbedingungen, zu jedem Zeitpunkt den
bestmöglichen Fertigquerschnitt, mit minimalen Toleranzen, sichert. Die AQR setzt
voraus, daß alle untergeordneten Regelungen bzw. Messungen, d. h. die Positions-Zug-Messung
(PZM), Positions-Zug-Regelung (PZR) und die Positions-Querschnitts-Regelung (PQR)
aktiv sind.
[0011] Zur Verwirklichung einer langsamen "Rückwärtsregelung", wie in Fig. 4 unter Einbeziehung
des Bezugszeichenverzeichnisses dargestellt, ist hinter der Walzgerüstanordnung ein
Profilmeßgerät erforderlich. Es wird die Rundbreite, d. h. die Kaliberfüllung hinter
der Walzgerüstanordnung als Regelgröße für die Querschnittsregelung vor der Walzgerüstanordnung
eingesetzt. Der Querschnitt A
1 wird durch einen variablen Zug F
z(t) zwischen den Gerüsten 1 und 2 so in A
1(t) variiert, daß es hinter der Walzgerüstanordnung eine optimale Kaliberfüllung und
dadurch eine konstante Breite im Querschnitt A
2 und damit eine gute Ovalität gibt.
[0012] Soll als Option eine schnelle "Rückwärtsregelung" realisiert werden, wie in Fig.
5 unter Einbeziehung des Bezugszeichenverzeichnisses dargestellt, muß auch vor dem
ersten Gerüst der Walzgerüstanordnung ein Profilmeßgerät bzw. -system vorgesehen werden.
Durch eine Produkt zu Produkt Adaption, bei gleichen Stahlsorten und Temperaturen
T
1 und T
2 in der Drahtstraße und durch Korrelationen zwischen den Querschnitten A
1 und A
2 und Adaptionswerten, kann der Regeleingriff vorverschoben werden. So wird eine Querschnittsregelung
mit einer hohen Dynamik aufgebaut, die dafür sorgt, daß die Schwankungen in der Kaliberfüllung,
und in Folge dessen der Ovalität, minimal sind.
[0013] Bei der Adaption mit der langsamen "Rückwärtsregelung" dient diese nur noch zum Ausregeln
von Systemfehlern und Trends.
[0014] Schließlich ist es auch möglich, den Querschnitt des in die Fertiggerüstanordnung
einlaufenden Drahtes noch in der Fertiggerüstanordnung selbst, vor seinem Austritt
aus dieser, dadurch steuernd zu beeinflussen, dass die Fertiggerüstanordnung aus einer
Folge von Gerüstgruppen besteht, die für sich anstellbare Walzen und/oder für sich
antreibbare Walzen aufweisen.
[0015] Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
im Zusammenhang mit einer vor einer Fertiggerüstanordnung / Fertigblock angeordneten
Zugbeaufschlagungseinrichtung bei der Drahtwalzung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Darstellung als Einzelheit eine Vorrichtung zur Zugbeaufschlagung
des Drahtstranges, von der Seite gesehen;
- Figur 2
- die Seitenansicht einer Drahtwalzstraße, in schematischer Darstellung, mit einer einem
Fertigblock vorgeschalteten Zugbeaufschlagungseinrichtung nach Fig. 1;
- Figur 3
- in schematischer Darstellung eine Anordnung zur Adaptiven Querschnitts-Regelung als
"Vorwärtsregelung";
- Figur 4
- in schematischer Darstellung eine Anordnung zur Adaptiven Querschnitts-Regelung als
langsame "Rückwärtsregelung"; und
- Figur 5
- in schematischer Darstellung eine Anordnung zur Adaptiven Querschnitts-Regelung als
schnelle "Rückwärtsregelung".
[0016] Die Anordnung zur Zugmessung und zur Beaufschlagung des Drahtes nach Fig. 1 besteht
aus einem zwischen den Walzen eines Vertikal-Horizontalwalzenpaares VW, HW, von denen
das Vertikalwalzenpaar VW einen drehzahlregelbaren Antrieb DR aufweist, angeordneten
Kolbenzylinderaggregat KZ, auf dessen Kolbenstange KS eine Spannrolle SR lagert, die
den durchlaufenden Drahtstrang DS von unten her beaufschlagt. Der Kolbenzylinder KZ
als hydraulischer oder pneumatischer Regelzylinder ist mit einem Kraftaufnehmer KA
und einem Weggeber WG verbunden. Mit dieser Anordnung kann der Abschnitt des Drahtstrangs
zwischen den Walzenpaaren VW, HW gezielt vorgespannt und die Höhe der Durchbiegung
des Drahtstranges DS bestimmt und gemessen werden. Die der Zugmessung, Zugregelung
und Querschnittsregelung dienende Meß- und Regelzylindereinheit ist vereinfacht strichpunktiert
eingezeichnet.
[0017] Die Drahtstraße nach Fig. 2 weist neben der Vorrichtung zur Zugbeaufschlagung nach
Fig. 1 in Walzrichtung WR hinter dieser ein Profilmessgerät PMI und weiter in Walzrichtung
WR hinter dem Fertigblock FB ein weiteres Profilmessgerät PMII auf. Außerdem sind
in Walzrichtung WR hinter der oben beschriebenen Zugbeaufschlagungseinrichtung und
hinter dem Fertigblock jeweils Pyrometer PYI und PYII angeordnet.
[0018] Für das Verfahren der gesteuerten Veränderung des Eingangsquerschnittes des Drahtstranges
DR in den Fertigblock FB durch auf den Draht aufgebrachte Zugkräfte wird die Vorrichtung
nach Figur 1 verwendet. Diese arbeitet wie folgt: Nach Einlauf des Anfangs des Drahtstranges
DS wird die Spannrolle SR durch den Kolbenzylinder KZ gegen den Drahtstrang DS nach
oben gefahren, so daß dieser eine Durchbiegung erfährt, deren Abmaß die Basis für
die Spannkraft bildet, deren Wert kontinuierlich erfasst und gespeichert einer Rechner-
und Zugregeleinrichtung zugeführt wird. Da der auf den Drahtstrang DR ausgeübte Zug
eine Funktion von Spannkraft und Durchbiegung des Drahtes unter der Spannrolle SR
ist, lässt er sich mit Hilfe einer Positionsregelung der Spannrolle unter dem Weggeber
WG kontrollieren und regeln. Durch Einsteuern eines konstant bleibenden Zuges zwischen
den Vertikal- und Horizontalwalzen VW, HW lassen sich Querschnittsfehler des Drahtstranges
DS beseitigen und ein relativ konstanter Eintrittsquerschnitt in die Fertiggerüstanordnung
FB mit der Folge eines optimalen Austritts- bzw. Fertigquerschnitts aus der Anordnung
erzielen.
[0019] Mit der in Figur 2 wiedergegebenen Ausbildung einer Drahtstraße sind zwei Betriebsarten
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich, nämlich die Zugbeaufschlagung
über eine Drehzahlregelung oder über eine Durchbiegeregelung.
[0020] Bei der Durchbiegeregelung wird eine Soll-Durchbiegung vorgegeben und deren Größe
querschnittsabhängig optimiert. Durch eine produktabhängige Durchbiegung kann das
Verhältnis zwischen Zugkraft und Spannkraft optimiert werden. Um den Referenzwert
der Spannkraft zu erreichen, wird die Drehzahl am zuggeregelten Gerüst VW so lange
korrigiert, bis die Spannkraft, d. h. auch der aktuelle Zug den vorgegebenen Referenzwert
erreicht. Danach wird die Spannkraft durch weitere Drehzahlkorrekturen konstant gehalten.
[0021] Bei der Drehzahlregelung wird, um den Referenzwert der Spannkraft zu erreichen, die
Durchbiegung so geregelt, dass der Referenzwert und damit auch die Zugkraft erreicht
und möglichst konstant gehalten werden. Um in einen optimalen Zugbereich zu arbeiten,
werden Drehzahlkorrekturen am zuggeregelten Gerüst VW vorgenommen. Die Drehzahl der
Gerüste VW und HW wird in diesem Fall nicht geändert.
[0022] Eine weitere Betriebsart basiert auf dem jeweils messbaren Querschnitt des Drahtstranges.
Messmittel sind die in Figur 2 dargestellten Profilmessgeräte PMI hinter dem Vertikal-,
Horizontalwalzenpaar VW und HW der Anordnung nach Figur 1 und hinter der Fertiggerüstanordnung
bzw. dem Fertigblock FB nach Figur 2. Voraussetzung für diese Querschnittsregelung
ist die Zugregelung. Passiert die Spitze des Drahtstranges DS das Horizontalwalzgerüst
HW, wird zunächst die Zugregelung aktiviert. Passiert die Spitze dann das Profilmesssystem
PMI, wird der Walzgutquerschnitt vor der Fertiggerüstanordnung FW kontinuierlich gemessen
und für die Regelung relevante Parameter, wie Profilbreite bzw. -höhe, werden an den
nicht dargestellten Rechner weitergegeben und auf dem Monitor dargestellt. Die Querschnittsregelung
nutzt den Zug zwischen den beiden Gerüsten VH und HW, um den Austrittsquerschnitt
aus diesen Gerüsten zu optimieren. Die Regelgröße für diesen Fall ist nicht der Zug,
wie bei der Zugregelung, sondern der Austrittsquerschnitt. Der Zug wird nicht mehr
konstant gehalten, sondern variiert, um einen Querschnittssollwert zu halten. Der
Zug durch Drehzahlkorrektur kann am zuggeregelten Walzgerüst VW oder durch Variierung
der Durchbiegung realisiert werden.
[0023] Für eine geschlossene Regelung wird das Profilmessgerät PMII hinter dem Fertigblock
FB notwendig. Die Kaliberfüllung hinter dieser Gerüstanordnung wird als Regelgröße
für die Querschnittsregelung vor dem Fertigblock eingesetzt. Der Eintrittsquerschnitt
wird durch einen variablen Zug zwischen den Gerüsten VW und HV so variiert, dass hinter
dem Fertigblock FB eine optimale Kaliberfüllung sowie eine konstante Breite im Querschnitt
und damit eine gute Ovalität erreicht wird.
Bezugszeichenverzeichnis
[0024]
- VW
- Vertikalwalze
- HW
- Horizontalwalze
- DS
- Drahtstrang
- KZ
- Kolbenzylinderaggregat
- SR
- Spannrolle
- KA
- Kraftaufnehmer
- WG
- Weggeber
- DR
- Drehzahlregelbaren Antrieb
- DB
- Durchbiegung
- PMI
- Profilmessgerät
- PMII
- Profilmessgerät
- FB
- Fertigblock
- PY
- Pyrometer
- KS
- Kolbensteuerung
- WR
- Walzrichtung
- AQR
- Adaptive Querschnittsregelung
- RE
- Rechner-/Regeleinheit
- PZM
- Positions-Zug-Messung
- PZR
- Positions-Zug-Regelung
- PQR
- Positions-Querschnitts-Regelung
- A1, A2, A0
- Querschnitt
- T0, T1, T2
- Temperatur
- hR
- Durchbiegung
- FS
- Spannkraft
- Δn
- Drehzahlkorrektur
- *
- Kennzeichen für Sollwerte
- 1
- H-Gerüst
- 2
- V-Gerüst
- 3
- Walzgut
- 4
- Spannrolle
- 5
- Kraftaufnehmer
- 6
- Regelzylinder / Zylinder
- 7
- Wegaufnehmer
- 8
- Schopf- und Häckselschere
- 9
- Schlinge
- 10
- Drahtblock (Fertigblock)
- 11
- Profilmesssystem
- 14
- Pyrometer
- 15
- Pyrometer
- 16
- Pyrometer
1. Verfahren zur Regelung des Querschnitts von aus einer Drahtwalzstraße austretenden
Drahtsträngen, bei dem der aus einer Zwischenstraße herangeführte Drahtstrang (DS)
einer Fertiggerüstanordnung (FB) und einer sich dieser optional anschließenden Nachwalzgerüstanordnung
zugeführt wird, wobei der Querschnitt des Drahtstrangs beim Walzvorgang durch gesteuerte
Zugbeaufschlagung verändert wird, wobei die Zugbeaufschlagung
für die Querschnittsveränderungen spätestens vor der letzten gemeinsamen Antriebsgruppe
der Fertiggerüstanordnung (FB) bzw. der Nachwalzgerüstanordnung vorgenommen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zugbeaufschlagung so bemessen wird, dass der Draht mit einem gleich bleibenden
Querschnitt aus der Fertiggerüstanordnung (FB) bzw. der Nachwalzgerüstanordnung, vorzugsweise
der Fertiggerüstanordnung (FB), heraustritt.
2. Regelungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zugbeaufschlagung des Drahtstranges (DS) in an sich bekannter Weise durch ein
Paar von drehzahlregelbaren Horizontal- und Vertikalgerüsten (1, 2) bewirkt wird.
3. Regelungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Drahtstrang (DS) mit einer angedrückten Spannrolle (SR) über einem Weggeber
(WG) eine Soll-Durchbiegung erzeugt wird, die einem vorerrechneten Verhältnis von
Spann- und Zugkraft entspricht, und die Einregelung des Referenzwertes auf der auf
den Drahtstrang (DS) wirkenden Zugkraft durch Drehzahlregelung benachbarter Walzgerüste
erfolgt.
4. Regelungsverfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugbeaufschlagung des Drahtstranges (DS) zwischen einzeln regelbaren Gerüstgruppen
erfolgt.
5. Regelungsverfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugbeaufschlagung des Drahtstranges (DS) über eine temperaturabhängige Breitungskorrektur
vorgesteuert wird.
6. Regelungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die von Profilmessmitteln hinter den zuggeregelten Walzgerüsten erfassten Werte des
Querschnitts des Drahtstrangs (DS) rechnerisch verarbeitet werden und der Eintrittsquerschnitt
des Drahtstrangs (DS) vor Eintritt in die letzten ungeregelten Umformstufen durch
Zugregelung des Drahtstrangs (DS) zwischen zuggeregelten Walzgerüsten und ggf. über
die Spannrolle zur Erzielung eines hinter der Fertiggerüstanordnung (FB) gemessenen
gleich bleibenden Austrittsquerschnitts des Drahtstrangs (DS) verändert wird.
7. Drahtwalzstraße zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Walzgerüstanordnungen aus einer Folge von Gerüstgruppen bestehen, die einzeln
anstellbare Walzen (VW/HW) und / oder einzeln antreibbare Walzen (VW / HW) aufweisen,
und mit an eine Zugregeleinrichtung angeschlossenen Mitteln (PMI, PMII) zur Querschnittsmessung
des Drahtstrangs (DS) versehen sind.
8. Drahtwalzstraße nach Anspruch 7,
gekennzeichnet durch
vor und hinter den zuggeregelten Walzgerüsten sowie hinter der Fertiggerüstanordnung
(FB) angeordnete Profilmesseinrichtungen (PMI / PMII).
9. Drahtwalzstraße nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch
vor und hinter den zuggeregelten Walzgerüsten zur Temperaturmessung des Drahtstrangs
(DS) angeordnete Pyrometer (PYI / PYII).
1. A method for controlling the cross section of wire strands emerging from a wire mill
train, in which the wire strand (DS) arriving from an intermediate train is fed to
a finishing stand arrangement (FB) and a sizing stand arrangement optionally arranged
downstream thereof, wherein the cross section of the wire strand is changed during
the rolling process by exerting tension in a controlled fashion, and wherein tension
is exerted in order to change the cross section no later than upstream of the last
common driving group of the finishing stand arrangement (FB) or the sizing stand arrangement,
respectively,
characterized in
that the tension exerted has such an intensity that the wire respectively emerges from
the finishing stand arrangement (FB) or the sizing stand arrangement, preferably the
finishing stand arrangement (FB), with a constant cross section.
2. The control method according to Claim 1,
characterized in
that tension is conventionally exerted upon the wire strand (DS) with a pair of speed-controllable
horizontal and vertical stands (1, 2).
3. The control method according to Claim 1,
characterized in
that a nominal flection corresponding to a pre-calculated ratio between clamping force
and tension force is produced in the wire strand (DS) with a tension roller (SR) pressed
thereagainst by means of a displacement transducer (WG) and the reference value of
the tension force being exerted upon the wire strand (DS) is adjusted by controlling
the speed of adjacent roll stands.
4. The control method according to Claim 2,
characterized in
that the exerting of tension upon the wire strand (DS) takes place between individually
controllable roll stand groups.
5. The control method according to Claim 4,
characterized in
that the exerting of tension upon the wire strand (DS) is pre-controlled by means of a
temperature-dependent lateral flow correction.
6. The control method according to one of Claims 1 to 5,
characterized in
that the values of the cross section of the wire strand (DS) acquired downstream of the
tension-controlled roll stands with the aid of profile measuring means are computationally
processed and the entry cross section of the wire strand (DS) is changed before the
entry into the last non-controlled forming stages by controlling the tension of the
wire strand (DS) between tension-controlled roll stands and, if applicable, by means
of the tension roller in order to achieve a constant cross section of the emerging
wire strand (DS) measured downstream of the finishing stand arrangement (FB).
7. A wire mill train for carrying out the method according to Claims 1 to 6,
characterized in
that the roll stand arrangements consist of a sequence of roll stand groups that feature
individually adjustable rolls (VW/HW) and/or individually drivable rolls (VW/HW) and
are provided with means (PMI, PMII) for measuring the cross section of the wire strand
(DS) which are connected to a tension control device.
8. The wire mill train according to Claim 7,
characterized in
profile measuring devices (PMI/PMII) that are arranged upstream and downstream of
the tension-controlled roll stands, as well as downstream of the finishing stand arrangement
(FB).
9. The wire mill train according to one of Claims 1 to 4,
characterized in
pyrometers (PYI/PYII) that are arranged upstream and downstream of the tension-controlled
roll stands in order to measure the temperature of the wire strand (DS).
1. Procédé de réglage de la section transversale de fil sortant d'un train de laminage
de fil, dans lequel la barre de fil (DS) approchée depuis un train intermédiaire est
acheminée à un dispositif de cage finisseuse (FB) et à un dispositif de cage de post-laminoir
se raccordant facultativement à celui-ci, la section transversale du fil étant modifiée
lors de l'opération de laminage par sollicitation à la traction contrôlée, la sollicitation
à la traction pour les modifications de section transversale étant réalisée au plus
tard avant le dernier groupe moteur commun du dispositif de cage finisseuse (FB) ou
du dispositif de cage de post-laminage,
caractérisé en ce que la sollicitation à la traction est dosée de manière à ce que le fil sorte avec une
section transversale restant constante du dispositif de cage finisseuse (FB) ou du
dispositif de cage de post-laminage, de préférence du dispositif de cage finisseuse
(FB).
2. Procédé de réglage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la sollicitation à la traction de la barre de fil (DS) est assurée de manière connue
en soi par une paire de cages horizontales et verticales à régime réglable (1, 2).
3. Procédé de réglage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
il est généré dans la barre de fil (DS), à l'aide d'un rouleau tendeur comprimé (SR)
par l'intermédiaire d'un indicateur de trajectoire (WG), une courbure théorique qui
équivaut à un rapport calculé d'avance de la force de tension à la force de serrage
et que le réglage de la valeur de référence sur la force de traction agissant sur
la barre de fil (DS) a lieu par réglage du régime des cages de laminoir voisines.
4. Procédé de réglage selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
la sollicitation à la traction de la barre de fil (DS) a lieu entre des groupes de
cages réglables individuellement.
5. Procédé de réglage selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
la sollicitation à la traction de la barre de fil (DS) est contrôlée à l'avance par
une correction d'élargissement dépendant de la température.
6. Procédé de réglage selon une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
les valeurs enregistrées par les moyens de mesure de profil derrière les cages de
laminoir dont la traction est réglée de la section transversale de la barre de fil
(DS) sont traitées arithmétiquement et que la section transversale d'entrée de la
barre de fil (DS) est modifiée avant l'entrée dans les derniers étages de déformation
non régulés par réglage de traction de la barre de fil (DS) entre les cages de laminoir
dont la traction est réglée et éventuellement à l'aide du rouleau tendeur pour obtenir
une section transversale de sortie restant constante de la barre de fil (DS) mesurée
derrière le dispositif de cage finisseuse (FB)
7. Train de laminage pour la réalisation du procédé selon une des revendications 1 à
6,
caractérisé en ce que
les dispositifs de cage de laminoir sont composés d'une suite de groupes de cages
qui présentent des cylindres pouvant être approchés individuellement (VW/HW) et/ou
des cylindres pouvant être entraînés individuellement (VW/HW) et comportant des moyens
(PMI, PMII) se raccordant à un dispositif de réglage de traction pour mesurer la section
transversale de la barre de fil (DS).
8. Train de laminage selon la revendication 7,
caractérisé par
des systèmes de mesure de profil disposés devant et derrière les cages de laminoir
dont la traction est réglée ainsi que derrière le dispositif de cage finisseuse (FB).
9. Train de laminage selon une des revendications 1 à 4,
caractérisé par
des pyromètres (PYI/PYII) disposés devant et derrière les cages de laminoir dont la
traction est réglée pour mesurer la température de la barre de fil (DS).
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