[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fertigteil mit Natursteinen, eine Verwendung
eines derartigen Fertigteils zur Herstellung einer Natursteinmauer und ein Verfahren
zur Herstellung eines derartigen Fertigteils.
[0002] Fertigteile werde industriell vorgefertigt und können daher die Baukosten bei Bauvorhaben
wesentlich senken.
[0003] Natursteinmauern werden bisher immer noch zumeinst vor Ort an der Baustelle auf ein
vorbereitetes Fundament nach traditioneller Art aufgemauert und dann dahinter ausgemauert
oder ausbetoniert.
[0004] Alternativ wird eine Natursteinverblendung an eine bestehende und den statischen
Erfordernissen ausgebildete Wand angebracht. Die Verblendung wird üblicherweise auf
einen Fundamentvorsprung der bestehenden Wand vor Ort aufgemauert und ggf. mit Dübelankern
in die tragende Rückwand verankert.
[0005] Die DE 74 19 996 U1 offenbart ein Stützmauer-Element in Fertigbauweise zur Hangbefestigung
in Gartenanlagen. Das Stützmauer-Element weist einen Tragkörper aus eisenarmiertem
Beton auf, der sich in senkrechter und wagerechter Richtung erstreckt, insbesondere
im Querschnitt L-förmig ausgebildet ist. Auf die Forderseite des senkrechten Tragkörperteils
sind Mauersteine, vorzugsweise Natursteine, ausgebracht. Die Mauersteine werden also
direkt an den Tragkörper gemauert. Dies ist ebenso aufwendig wie eine herkömmliche
Natursteinverblendung.
[0006] Die DE 101 21 591 C1 schlägt ein Fertigteilbauelement vor, das ein Fußteil aufweist,
auf dem aneinander gereihte, massive Natursteine, insbesondere Findlinge oder Basaltsäulen,
befestigt sind, die die Mauerhöhe bestimmen. Auch diese Herstellung ist vergleichsweise
aufwendig. Des weiteren ist das Fertigteilbauelement sehr schwer. Zudem ist es schwierig,
eine gewünschte Mauerhöhe zu erhalten, da die entsprechenden Natursteine nicht immer
in den gewünschten Höhen verfügbar sind. Des weiteren führt dieses Fertigteilbauelement
zu einem wesentlich anderen Erscheinungsbild als herkömmliche Natursteinmauern.
[0007] Die EP 1 270 839 A2 offenbart ein vorgefertigtes transportables Bauelement für die
Errichtung von Wänden und/oder Decken. Zuerst wird eine Mauersteinlage aus Mauersteinen
und Mörtel gebildet. Die Mauerwerksschicht dient dann als verlorene Schalung für einen
Betonkern. Insbesondere ist das Bauelement zur Errichtung einer Gewölbedecke vorgesehen
und zumindest die Mauerwerksschicht gewölbt ausgeführt. Auch hier ergibt sich ein
vergleichbarer Aufwand wie bei herkömmlichen Verfahren zur Herstellung einer Natursteinmauer,
da zunächst die Mauersteinlage aus Mauersteinen gemauert wird.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fertigteil, eine Verwendung
eines derartigen Fertigteils und ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Fertigteils
anzugeben, so daß auf einfache und kostengünstige Weise, insbesondere mit geringem
Herstellungsaufwand, die Herstellung des Fertigteils und insbesondere die Errichtung
einer Natursteinmauer oder dergleichen ermöglicht werden.
[0009] Die obige Aufgabe wird durch ein Fertigteil gemäß Anspruch 1, eine Verwendung gemäß
Anspruch 16 oder ein Verfahren gemäß Anspruch 17 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Eine grundlegende Idee der vorliegenden Erfindung liegt darin, plattenförmige Natursteine
einzusetzen und diese flach nebeneinander zu legen und dann eine Betonwand unmittelbar
dagegen zu gießen, so daß dadurch die Natursteine mit der Betonwand verbunden werden.
So wird eine sehr einfache, kostengünstige und schnelle Herstellung eines Fertigteils
bestehend aus einer Betonwand und aus den plattenförmigen Natursteinen ermöglicht.
[0011] Vorzugsweise werden vor dem Gießen der Betonwand Fugen zwischen den Natursteinen
mit Fugenmörtel, insbesondere nur bis zu einer bestimmten Höhe, verfugt. So kann auf
sehr einfache Weise verhindert werden, daß Beton beim Gießen bzw. Betonieren der Betonwand
auf die Sicht- bzw. Vorderseite der Natursteine läuft und diese verschmutzt. Alternativ
oder zusätzlich kann dies auch dadurch erreicht bzw. unterstützt werden, daß die Natursteine
auf eine weiche bzw. elastisch anpaßbare Unterlage bzw. Auflage gelegt oder in ein
entsprechend geeignetes, nicht an der Vorderseite der Natursteine haftendes Material
gelegt werden, um die genannte Verschmutzung zu vermeiden und/oder insbesondere um
ein unerwünschtes Füllen der Fugen zwischen den Natursteinen mit Beton oder Fugenmörtel
bis zur Vorderseite der Natursteine zu vermeiden.
[0012] Vorzugsweise werden die Natursteine bei der Herstellung des Fertigteils auf einer
zumindest im wesentlichen horizontalen und insbesondere ebenen Unterlage ausgelegt.
Je nach Bedarf und je nach den jeweiligen Gegebenheiten kann jedoch die Unterlage
auch eine andere Orientierung aufweisen, insbesondere geneigt sein, und/oder eine
nicht ebene Unterlage eingesetzt werden.
[0013] Besonders bevorzugt weist das Fertigteil beabstandet zur ersten, mit den Natursteinen
verbundenen Betonwand eine zweite Betonwand auf, so daß sich ein zweischaliger Aufbau
ergibt. Bedarfsweise kann dann die zweite Betonwand auf Ihrer Außenseite ebenfalls
mit plattenförmigen Natursteinen entsprechend der ersten Betonwand versehen sein.
Ein derartiges Fertigteilelement ist insbesondere zur Errichtung von Natursteinmauern
geeignet, da das Fertigteilbauelement lediglich vor Ort aufrecht in gewünschter Weise
ausgerichtet, ggf. in ein Fundament einbetoniert oder auf ein Fundament aufgesetzt
wird. Anschließend wird der Zwischenraum zwischen den beiden Betonwänden ausgefüllt,
insbesondere ausbetoniert. Bedarfsweise können auch mehrere Fertigteile fortlaufend
angeordnet werden, um eine durchgehende Natursteinmauer zu bilden. Die Verbindung
der Fertigteile untereinander kann dann durch eine entsprechende, von einen Zwischenraum
in den nächsten Zwischenraum reichende Bewehrung erreicht werden.
[0014] Zur Abdeckung einer aus dem vorschlagsgemäßen Fertigteil gebildeten Natursteinmauer
können bedarfsweise wiederum entsprechende Fertigteile eingesetzt werden, die vorzugsweise
dann nur aus einer einzigen Betonwand mit den plattenförmigen Natursteinen bestehen
und insbesondere die Form von länglichen Abdeckplatten aufweisen. Diese Abdeckplatten
können dann beispielsweise in üblicher Weise mit Mörtel auf der Mauerkrone befestigt
werden.
[0015] Weitere Aspekte, Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus
den Ansprüchen und werden nachfolgend anhand der Zeichnung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines vorschlagsgemäßen Fertigteils;
- Fig. 2
- einen schematischen, nicht maßstabsgerechten Schnitt des Fertigteils; und
- Fig. 3
- eine schematische, ausschnittsweise Schnittdarstellung eines Teils des Fertigteils
während der Herstellung.
[0016] In den Figuren werden für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen verwendet, auch wenn
eine wiederholte Beschreibung weggelassen ist.
[0017] Fig. 1 zeigt ein vorschlagsgemäßes Fertigteil 1 mit einer ersten Betonwand 2 und
mit plattenförmigen Natursteinen 3. Die erste Betonwand 2 ist unmittelbar gegen die
Natursteine 3 gegossen. Hierdurch sind die Natursteine 3 mit der Betonwand 2 fest
verbunden.
[0018] Fig. 2 zeigt das Fertigteil 1 in einem schematischen, nicht maßstabsgerechten Schnitt.
Fig. 3 zeigt einen Teil des Fertigteils 1 bei der Herstellung in einer schnittartigen,
nicht maßstabsgerechten, schematischen Darstellung.
[0019] Zur Fertigung des Fertigteils 1 werden zumindest im wesentlichen plattenförmige Natursteine
3, beispielsweise Porphyrplatten oder Buntsandsteinplatten, eingesetzt. Jedoch können
grundsätzlich auch Kunststeinplatten o.dgl. verwendet werden, so daß der Begriff "Natursteine"
vorzugsweise entsprechend weit auszulegen ist.
[0020] Die Natursteine 3 weisen eine mehr oder weniger glatte bzw. ebene Vorderseite V und/oder
Rückseite R auf. Jedoch können auch Natursteine 3 mit einer mehr oder weniger rauhen
bzw. grob behauenen oder in sonstiger Weise strukturierten Oberfläche, insbesondere
Vorderseite V und/oder Rückseite R, verwendet werden. Die Natursteine 3 weisen vorzugsweise
eine mittlere Dikke von 2 bis 8 cm, insbesondere von etwa 3 bis 5 cm, auf.
[0021] Zur Herstellung werden die Natursteine 3 flach ausgelegt, so daß die später mit den
Natursteinen 3 abgedeckte Fläche vorzugsweise möglichst vollständig mit den Natursteinen
3 bedeckt wird, also nur möglichst kleine bzw. schmale Fugen 4 zwischen den Natursteinen
3 gebildet werden. Bedarfsweise kann eine optimale Anordnung und Auswahl der Natursteine
3 durch ein entsprechendes Computerprogramm gesteuert oder unterstützt werden. Bedarfsweise
können auch einzelne Natursteine 3 geschnitten oder in sonstiger Weise bearbeitet
werden, um die erforderlichen bzw. gewünschten Plattengrößen, - formen und/oder -konturen
zu erreichen.
[0022] Vor dem Gießen der sich an die Natursteine 3 anschließenden ersten Betonwand 2 werden
gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante zunächst die Fugen 4 zwischen
den Natursteinen 3 verfugt, insbesondere mit einem geeigneten Fugenmörtel 5 verfüllt
bzw. vergossen. Vorzugsweise werden die Fugen 4 nur in einer Höhe von im wesentlichen
0,5 bis 3 cm, insbesondere im wesentlichen 1 bis 2 cm, gefüllt, so daß der Fugenmörtel
5 gegenüber der Rückseite R der Natursteine 3 zurückversetzt ist, die Fugen 4 insoweit
also nur teilweise mit dem Fugenmörtel 5 ausgefüllt sind. Dies gestattet einen Eingriff
des Betons der sich anschließenden Betonwand 2 in die Fugen 4, wodurch eine bessere
Verzahnung und damit Verbindung zwischen den Natursteinen 3 und der Betonwand 2 erreichbar
ist.
[0023] Weiter werden die Fugen 4 vorzugsweise nicht vollständig bis zur Vorderseite V der
Natursteine 3 mit Fugenmörtel 5 oder Beton der ersten Betonwand 2 gefüllt bzw. verfugt.
Dies wird später noch näher erläutert.
[0024] Zur Verbesserung der Verbindung der Natursteine 3 und der ersten Betonwand 2 können
die Natursteine 3 rückseitig mit einem Haftvermittler oder Klebstoff versehen sein.
Dies ist insbesondere bei verhältnismäßig glatten Rückseiten R der Natursteine 3 sinnvoll.
[0025] Nach dem Auslegen der Natursteine 3 und dem optionalen Verfugen der Fugen 4 wird
die erste Betonwand 2 unmittelbar gegen die Natursteine 3 gegossen, insbesondere auf
die nach oben weisenden Rückseiten R der vorzugsweise liegenden Natursteine 3.
[0026] Die erste Betonwand 2 wird vorzugsweise bei noch feuchtem bzw. noch nicht ausgehärtetem
Fugenmörtel 5 auf die Natursteine 3 gegossen, um eine gute Verbindung zwischen dem
Beton und dem Fugenmörtel 5 zu erhalten und/oder eine ausreichende Anpassungsfähigkeit
des Fugenmörtels 5 zum Ausgleich von beim Gießvorgang eventuell auftretenden Bewegungen
oder Verschiebungen der Natursteine 3 relativ zueinander sicher zu stellen.
[0027] Die erste Betonwand 2 weist beim Darstellungsbeispiel vorzugsweise eine mittlere
Dicke von 3 bis 10 cm, insbesondere etwa 4 bis 7 cm, auf.
[0028] Beim Darstellungsbeispiel weist das Fertigteil 1 vorzugsweise eine zweite Betonwand
6 auf, die insbesondere parallel und beabstandet zur ersten Betonwand 2 angeordnet
ist, so daß zwischen den beiden Betonwänden 2 und 6 ein Zwischenraum 7 gebildet wird,
wie in Fig. 2 angedeutet.
[0029] Die beiden Betonwände 2 und 6 sind vorzugsweise mittels eines eingegossenen Verbindungselements,
wie eines Gitterträgers 8, verbunden. Entsprechend wird bei der Herstellung der ersten
Betonwand 2 bereits vorzugsweise der Gitterträger 8 und vorzugsweise eine geeignete
Bewehrung 9 eingegossen. Nach einer ausreichenden Verfestigung oder Aushärtung der
ersten Betonwand 2 sind die Natursteine 3 mit der ersten Betonwand 2 verbunden. Die
erste Betonwand 2 mit den Natursteinen 3 und dem eingegossenen Gitterträger 8 wird
dann umgedreht, so daß dann die zweite Betonwand 6 an den Gitterträger 8 gegossen
werden kann. Vorzugsweise wird auch in die zweite Betonwand 6 eine geeignete Bewehrung
9 oder dergleichen mit eingegossen.
[0030] Die zweite Betonwand 6 weist vorzugsweise zumindest in wesentlichen die gleiche Dicke
wie die erste Betonwand 2 oder wie der aus der ersten Betonwand 2 und den Natursteinen
3 gebildete Verbund auf.
[0031] Der Abstand der beiden Betonwände 2 und 6 beträgt vorzugsweise zwischen 8 und 30
cm, insbesondere etwa zwischen 10 und 20 cm, beim vorschlagsgemäßen Fertigteil 1.
Dies gestattet die Ausbildung von sehr stabilen Mauern, insbesondere von Schwerlastmauem.
[0032] Das vorschlagsgemäße Fertigteil 1 ist zumindest im wesentlichen plattenförmig ausgebildet.
Dies gilt sowohl mit als auch ohne der optional vorgesehenen zweiten Betonwand 6.
[0033] Das Fertigteil 1 ist beim Darstellungsbeispiel nur auf einer Flachseite, nämlich
der Außenseite, der ersten Betonwand 2 mit den Natursteinen 3 versehen. Insbesondere
bedecken die Natursteine 3 diese Flachseite zumindest im wesentlichen vollständig.
[0034] Bedarfsweise kann das Fertigteil 1 jedoch auch zweiseitig mit den Natursteinen 3
versehen sein.
[0035] Beispielsweise können die Natursteine 3 ― wenn keine zweite Betonwand 6 vorgesehen
ist ― auf beiden Flachseiten der ersten Betonwand 2 angeordnet und vorzugsweise unmittelbar
in die erste Betonwand 2 eingegossen sein. Hierzu können die zusätzlich auf der Rückseite
der zweiten Betonwand 2 angeordneten Natursteine 3 beispielsweise unmittelbar nach
dem Gießen der ersten Betonwand 2 in den noch frischen Beton eingelegt bzw. eingedrückt
werden. Alternativ kann die erste Betonwand 2 jedoch auch in zwei Schritten bzw. Schichten
gegossen werden, so daß dem vorschlagsgemäßen Verfahren folgend die Betonwand 2 jeweils
nacheinander gegen die beiden Natursteinschichten gegossen wird.
[0036] Wenn die zweite Betonwand 6 vorhanden ist, kann diese mit einer Natursteinschicht
entsprechend der ersten Betonwand 2 versehen werden, wobei dann die zweite Betonwand
6 vorzugsweise dem vorschlagsgemäßen Verfahren folgend direkt gegen die zweite Natursteinschicht
gegossen wird.
[0037] Wie bereits erläutert, werden zur Herstellung des Fertigteil 1 die Natursteine 3
zunächst flach ausgelegt, vorzugsweise auf einer geeigneten Unterlagen 10, wie in
Fig. 3 angedeutet. Bei der Unterlage 10 handelt es sich insbesondere um eine übliche
Stahlschalung oder dergleichen zur Herstellung von Betonwänden oder dergleichen. Fig.
3 zeigt einen ausschnittsweisen, schematischen Schnitt, wobei entsprechende Seitenwände
der Schalung nicht dargestellt sind.
[0038] Die Unterlage 10 ist vorzugsweise zumindest im wesentlichen eben ausgebildet und/oder
insbesondere horizontal ausgerichtet. Dies gestattet eine einfache Herstellung, da
die erste Betonwand 2 ohne Gegenschalung unmittelbar auf die flach ausgelegten Natursteine
3 gegossen werden kann.
[0039] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante ist die Unterlage 10 oder eine
zunächst darauf angeordnete Auflage 11 derart ausgebildet, daß sich deren Oberfläche
an die Vorderseiten V der Natursteine 3 anschmiegt und/oder zumindest etwas in die
Fugen 4 hineindrückt. Hierzu ist die Unterlage 10 oder ― sofern vorhanden ― die Auflage
11 entsprechend weich bzw. elastisch verformbar ausgebildet, insbesondere aus einem
geeigneten Kunststoff oder gummiartigen Material hergestellt.
[0040] Jedoch kann an Stelle der Auflage 11 auch ein geeignetes, insbesondere flüssiges
oder zähflüssiges Material verwendet werden, das in einer verhältnismäßig geringen
Schichtdicke zunächst auf die Unterlage 10 aufgebracht wird. Wenn die Natursteine
3 dann aufgelegt werden, drücken sie sich mit ihren Vorderseiten V bis auf die Unterlage
10 in das Material. Das Material bedeckt dann dementsprechend die Vorderseiten V der
Natursteine 3 vollständig und wird in die Fugen 4 abhängig von der Füllmenge bis zu
einer gewissen Höhe gedrückt. Das Material ist so gewählt bzw. ausgebildet, insbesondere
hydrophob und/oder zähflüssig, daß es sich nicht mit den Natursteinen 3 und nicht
mit dem Fugenmörtel 5 bzw. dem die erste Betonwand 2 bildeten Beton verbindet oder
gar mischt. Dann folgen das optionale Ausfugen und Gießen der ersten Betonwand 2.
Nach dem Ausschalen bzw. Anheben der ersten Betonwand 2 mit den Natursteinen 3 wird
das genannte Material wieder von der Vorderfront entfernt. Vorzugsweise löst sich
das genannte Material von der Vorderfront sogar wieder selbsttätig aufgrund der Schwerkraft.
[0041] Sowohl durch die genannte weiche bzw. elastische Ausbildung der Unterlage 10 bzw.
Auflage 11 als auch durch das genannte Material kann erreicht werden, daß weder Fugenmörtel
5 noch Beton der ersten Betonwand 2 die Vorderseiten V der Natursteine 3 verschmutzen
und/oder die Fugen 4 nicht vollständig bis zu den Vorderseiten V der Natursteine 3
verfüllt bzw. verfugt werden. Entsprechend wird ohne großen Reinigungsaufwand eine
Vorderfront geschaffen, die der einer in herkömmlicher Weise hergestellten Natursteinmauer
zumindest im wesentlichen entspricht.
[0042] Vorzugsweise werden die Natursteine 3 nach Herstellung des Fertigteils 1 mit einem
eine Moosbildung hemmenden oder gar verhindernden Mittel, wie Kieselsäure oder dergleichen,
imprägniert.
[0043] Das fertige Fertigteil 1 wird zur Herstellung einer Natursteinmauer mit seinen Betonwänden
2 und 6 zumindest im wesentlichen vertikal ausgerichtet. Hierzu kann das Fertigteil
1 beispielsweise auf ein vorbereitetes Fundament oder eine sonstige Gründung gestellt
und/oder in ein Fundament einbetoniert oder in sonstiger Weise festgelegt werden.
Anschließend wir der Zwischenraum 7 zwischen den Betonwänden 2 und 6 ausgefüllt, insbesondere
ausbetoniert. So kann auf sehr einfache und schnelle Weise eine Natursteinmauer vor
Ort hergestellt bzw. errichtet werden. Je nach Dimensionierung des Fertigteils 1 kann
die Natursteinmauer auch eine selbststehende Schwerlastmauer bilden.
[0044] Die Mauerkrone kann durch geeignete Abdeckplatten, die beispielsweise in Mörtel verlegt
werden, abgedeckt werden. Diese Abdeckplatten können bedarfsweise aus den vorschlagsgemäßen
Fertigteilen 1 ― dann ohne zweite Betonwand 6 ― gebildet werden.
[0045] Das vorschlagsgemäße Fertigteil 1 ist sehr einfach und kostengünstig herstellbar.
Des weiteren ist das vorschlagsgemäße Fertigteil 1 verhältnismäßig leicht, so daß
es kostengünstig und einfach zum gewünschten Aufstellungsort transportierbar ist.
Aus dem vorschlagsgemäßen Fertigteil 1 oder mehreren vorschlagsgemäßen Fertigteilen
1 kann dann sehr einfache eine Natursteinmauer hergestellt werden, wie bereits erläutert,
wobei mehrere Fertigteile 1 durch entsprechende von einem Zwischenraum 7 in den nächsten
Zwischenraum 7 reichende Bewährungen fest miteinander verbunden werden können.
[0046] Bedarfsweise kann das insbesondere ohne zweite Betonwand ausgebildete Fertigteil
1 auch einen nicht dargestellten Fuß aufweisen, der vorzugsweise einstückig mit der
ersten Betonwand 2 ausgebildet bzw. an dieser angeformt ist und sich vorzugsweise
quer zur Haupterstreckungsebene der ersten Betonwand 2, insbesondere auf beide Seiten
der Haupterstreckungsebene, erstreckt.
1. Fertigteil (1) mit einer ersten Betonwand (2) und mit sichtbaren plattenförmigen Natursteinen
(3), wobei die erste Betonwand (2) unmittelbar gegen die flach ausgelegten Natursteine
(3) gegossen ist und dadurch die Natursteine (3) mit der Betonwand (2) fest verbunden sind.
2. Fertigteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Fugen (4) zwischen den Natursteinen (3) vor dem Gießen der ersten Betonwand (2) mit
Fugenmörtel (5) ― insbesondere durch Vergießen ― verfugt sind.
3. Fertigteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Fugenmörtel (5) gegenüber der Vorderseite (V) und/oder Rückseite (R) der Natursteine
(3) zurückversetzt ist, die Fugen (4) insoweit also nur teilweise mit dem Fugenmörtel
(5) ausgefüllt sind.
4. Fertigteil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe des Fugenmörtels (5) quer zur Plattenebene der Natursteine (3) im wesentlichen
0,5 bis 3 cm, insbesondere im wesentlichen 1 bis 2 cm, beträgt.
5. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Natursteine (3) eine mittlere Dicke von 2 bis 8 cm, insbesondere etwa 3 bis 5
cm, aufweisen.
6. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Natursteine (3) eine Flachseite der ersten Betonwand (2) zumindest im wesentlichen
vollständig bedecken.
7. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Natursteine (3) mit einem eine Moosbildung hemmenden Mittel, wie Kieselsäure,
imprägniert sind.
8. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Natursteine (3) zur Verbesserung der Verbindung mit der ersten Betonwand (2)
rückseitig mit einem Haftvermittler oder Klebstoff versehen sind.
9. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Betonwand (2) in Fugen (4) zwischen den Natursteinen (3) gegossen ist bzw.
von der Rückseite der Natursteine (3) her eingreift.
10. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Betonwand (2) eine mittlere Dicke von 3 bis 10 cm, insbesondere etwa 4
bis 7 cm, aufweist.
11. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Betonwand (2) bewehrt ist.
12. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fertigteil (1) plattenförmig ausgebildet ist.
13. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fertigteil (1) einseitig oder zweiseitig mit rückseitig eingegossenen Natursteinen
(3) versehen ist.
14. Fertigteil nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fertigteil (1) eine zweite Betonwand (6) aufweist, die parallel und beabstandet
zur ersten Betonwand (2) angeordnet und mit dieser ― vorzugsweise mittels eines eingegossenen
Verbindungselements, wie eines Gitterträgers (8) ― verbunden ist.
15. Fertigteil nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der beiden Betonwände (2, 6) zwischen 8 und 30 cm, insbesondere zwischen
10 und 20 cm, beträgt.
16. Verwendung eines Fertigteils (1) nach Anspruch 14 oder 15 zur Herstellung einer Natursteinmauer,
wobei das Fertigteil (1) mit seinen Betonwänden (2, 6) zumindest im wesentlichen vertikal
ausgerichtet und dann der Zwischenraum (7) zwischen den Betonwänden (2, 6) insbesondere
mit Beton ausgefüllt wird.
17. Verfahren zur Herstellung eines Fertigteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
wobei die Natursteine (3) vorderseitig auf eine Unterlage (10) gelegt und Fugen (4)
zwischen den Natursteinen (3) mit einem Fugenmörtel (5) verfugt werden und wobei die
erste Betonwand (3) dann rückseitig auf die Natursteine (3) gegossen wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Natursteine (3) auf eine ebene und/oder horizontale Unterlage (10) gelegt werden.
19. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Natursteine (3) mit ihren Vorderseiten (V) auf eine Oberfläche der Unterlage
(10) oder einer darauf angeordneten Auflage (11) oder auf ein Material gelegt werden,
so daß sich die Oberfläche oder das Material an die Vorderseiten (V) der Natursteine
(3) anschmiegt und/oder in die Fugen (4) ausgehend von den Vorderseiten (V) der Natursteine
(3) hineindrückt, insbesondere so daß die Vorderseite (V) durch den Fugenmörtel (5)
nicht verschmutzt werden bzw. die Fugen (4) ausgehend von den Vorderseiten (V) nicht
vollständig mit Fugenmörtel (5) gefüllt werden.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Fugen (4) nur teilweise bzw. nur bis zu einer bestimmten Höhe mit dem Fugenmörtel
(5) verfugt werden und die Fugen (4) dann rückwärtig von der ersten Betonwand (2)
ausgegossen werden, so daß die Betonwand (2) rückwärtig in die Fugen (2) eingreift.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Betonwand (2) bei noch feuchtem Fugenmörtel (5) auf die Natursteine (3)
gegossen wird.