[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der Farbgebung in einer Offsetdruckmaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Beim Drucken wird ein Bedruckstoff nacheinander durch mehrere Druckwerke einer Druckmaschine
bewegt, wobei in jedem Druckwerk in der Regel eine Druckfarbe auf den Bedruckstoff
aufgetragen wird. Beim autotypischen Zusammendruck werden in der Regel die vier Skalenfarben
Schwarz, Magenta, Cyan und Gelb sowie gegebenenfalls Sonderfarben gedruckt, wobei
für jede dieser Druckfarben ein separates Druckwerk und damit Farbwerk vorhanden ist.
Das Farbwerk eines jeden Druckwerks verfügt über eine Farbdosiereinrichtung, wobei
die Farbdosiereinrichtung eine der Anzahl der Farbzonen entsprechende Anzahl von Farbzonenstellelementen
umfasst. Die Farbzonenstellelemente werden auch als Farbschieber oder Farbmesser bezeichnet.
Je nach Stellung der Farbzonenstellelemente wird Druckfarbe auf eine Farbkastenwalze,
die auch als Duktorwalze bezeichnet wird, aufgetragen. Die in Abhängigkeit der Farbzonenstellelemente
je Farbzone auf die Duktorwalze aufgetragene Farbmenge wird von einer Heberwalze oder
von einer Filmwalze auf eine der Haberwalze oder Filmwalze nachgeordnete Farbwerkwalze
des Farbwerks übertragen. Die Druckfarbe wird über mehrere Farbwerkwalzen in Richtung
auf einen Formzylinder bzw. Plattenzylinder des jeweiligen Druckwerks bewegt. Auf
dem Formzylinder eines Druckwerks rollt mindestens eine als Farbauftragwalze dienende
Farbwerkwalze des jeweiligen Farbwerks ab. Über die oder jede Farbauftragwalze gelangt
demnach die Druckfarbe auf mindestens eine auf dem Formzylinder positionierte Druckplatte.
Mit dem Formzylinder wirkt ein sogenannter Übertragungszylinder bzw. Gummizylinder
zusammen, der die Druckfarbe vom Formzylinder auf den Bedruckstoff überträgt.
[0003] Die farbliche Gestaltung eines zu druckenden Druckerzeugnisses wird in einer sogenannten
Druckvorstufe festgelegt. Hierbei werden zum Beispiel für alle zu druckenden Druckfarben
und damit für alle am Druck beteiligten Farbwerke der Druckmaschine für jede Farbzone
sogenannte Flächendeckungswerte festgelegt. In Abhängigkeit dieser Flächendeckungswerte
werden die Farbzonenstellelemente eingestellt und damit die zonale Farbgebung bestimmt.
[0004] Aus dem Stand der Technik ist es bereits bekannt, die sich während des Druckens auf
dem Bedruckstoff einstellende Farbgebung zu messen und abhängig hiervon die zonale
Farbgebung der am Druck beteiligten Farbwerke zu regeln. Hierzu werden in der Regel
außerhalb eines Sujets auf den Bedruckstoff gedruckte Messbereiche, sogenannte Druckkontrollelemente,
vermessen, wobei hierbei ermittelte Istwerte der zonalen Farbgebung an eine Regelungseinrichtung
der Druckmaschine übermittelt werden. In der Regelungseinrichtung werden die Istwerte
mit vorgegebenen Sollwerten verglichen, um abhängig von dem Vergleich zwischen den
Istwerten und den Sollwerten und damit abhängig von der Regelabweichung zwischen den
gemessenen Istwerten und den vorgegebenen Sollwerten Stellsignale für die Farbzonenstellelemente
zu erzeugen. Hiermit ist bereits eine automatische Regelung der zonalen Farbgebung
möglich. Es ist auch möglich als Messbereiche Bereiche innerhalb eines Sujets zu vermessen
und abhängig hiervon die zonale Farbgebung zu regeln. Auch können als Messbereiche
au-βerhalb eines Sujets gedruckte Druckkontrollelemente und Bereiche innerhalb des
Sujets vermessen werden.
[0005] Bei der Regelung der zonalen Farbgebung auf Grundlage der Vermessung von zum Beispiel
außerhalb des Sujets gedruckten Druckkontrollelementen kann es vorkommen, dass, obwohl
die gemessenen Istwerte mit den vorgegebenen Sollwerten für alle Messbereiche übereinstimmen,
im eigentlichen Sujet für einzelne Separationen der Farbgebung eine Abweichung zwischen
Istwerten und Sollwerten festzustellen ist. Bislang sind keine Verfahren zur Regelung
der Farbgebung bekannt, die diesem Phänomen Rechnung tragen.
[0006] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, ein neuartiges
Verfahren zur Regelung der Farbgebung in einer Offsetdruckmaschine zu schaffen.
[0007] Dieses Problem wird durch ein Verfahren zur Regelung der Farbgebung in einer Offsetdruckmaschine
gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß werden die Regelabweichungen zwischen den
gemessenen Istwerten und den vorgegebenen Sollwerten auf Basis eines Modells des jeweiligen
Farbwerks und/oder auf Basis von Daten des Sujets modifiziert.
[0008] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, die Regelabweichungen
zwischen den durch Vermessung von Messbereichen ermittelten Istwerten und den vorgegebenen
Sollwerten auf Basis von Daten des Sujets und/oder auf Basis eines Modells des jeweiligen
Farbwerks zu modifizieren. Der Erfindung liegt dabei der Gedanke zu Grunde, dass eine
Abweichung zwischen den Istwerten des Sujets und den vorgegebenen Sollwerten, obwohl
die Istwerte der Messbereiche mit den vorgegebenen Sollwerten übereinstimmen, von
der Ausprägung des zu druckenden Sujets und/oder vom Abrollverhalten sowie gegebenenfalls
Changierverhalten des Farbwerks abhängen kann. Abhängig von einer Analyse des Sujets
und/oder einem Farbwerksmodell werden demnach die Regelabweichungen zwischen den an
den Messbereichen gemessenen Istwerten und den vorgegeben Sollwerten modifiziert,
um im Sujet eine Übereinstimmung zwischen Sollwerten und Istwerten zu erzielen.
[0009] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird je Farbzone des Sujets
mindestens ein Messbereich vermessen, wobei ein von dem Messbereich abgedeckter Umfangsstreifen
kleiner als ein von der jeweiligen Farbzone abgedeckter Umfangsstreifen ist, und wobei
dann, wenn in dem vom Messbereich abgedeckten Umfangsstreifen ein aus den Daten des
Sujets bestimmter Flächendeckungswert kleiner als ein vorgegebener Grenzwert ist,
der vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement erhöht oder der
gemessene Istwert verringert wird.
[0010] Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird aus den Daten
des Sujets und dem Modell des jeweiligen Farbwerks für den vom Messbereich abgedeckten
Umfangsstreifen ein vom Schablonierverhalten des jeweiligen Farbwerks abhängiger Flächendeckungswert
ermittelt, wobei dann, wenn dieser Flächendeckungswert größer als ein vorgegebener
Grenzwert ist, der vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement
verringert oder der gemessene Istwert erhöht wird.
[0011] Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird abhängig vom Modell
des jeweiligen Farbwerks ein Farbabfall ermittelt, wobei dann, wenn in dem vom Messbereich
abgedeckten Umfangsstreifen ein Maximum des Farbabfalls vorliegt, der vorgegebene
Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement erhöht oder der gemessene Istwert
verringert wird, und wobei dann, wenn in dem vom Messbereich abgedeckten Umfangsstreifen
ein Minimum des Farbabfalls vorliegt, der vorgegebene Sollwert für das entsprechende
Farbzonenstellelement verringert oder der gemessene Istwert erhöht wird.
[0012] Die obigen vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung können entweder alleine, in
Teilkombinationen oder in einer Gesamtkombination bei der erfindungsgemäßen Regelung
der Farbgebung zur Anwendung kommen.
[0013] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- eine schematisierte Darstellung eines Farbwerks einer Offsetdruckmaschine zur Verdeutlichung
des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Regelung der Farbgebung;
- Fig. 2:
- einen Querschnitt durch das Farbwerk der Fig. 1 entlang der Schnittlinie II-II; und
- Fig. 3:
- eine schematisierte Darstellung eines zu druckendes Druckbogens zur weiteren Verdeutlichung
des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Regelung der Farbgebung.
[0014] Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf Fig. 1 bis 3
in größerem Detail beschrieben, um zwar am Beispiel von Messbereichen, die außerhalb
eines Sujets als Druckkontrollelemente vorliegen. Es sei darauf hingewiesen, dass
die Erfindung analog auch bei Messbereichen zum Einsatz kommen kann, die innerhalb
eines Sujets liegen.
[0015] Fig. 1 und 2 zeigen ein als Heberfarbwerk ausgebildetes Farbwerk 10 einer Offsetdruckmaschine,
wobei das Farbwerk 10 eine Duktorwalze 11 umfasst, die in einem Farbkasten 12 bereitgehaltene
Druckfarbe aufnimmt. Mit der Duktorwalze 11 wirkt eine Heberwalze 13 zusammen, wobei
die Heberwalze 13 von der Duktorwalze 11 Druckfarbe in Form eines sogenannten Heberstreifens
aufnimmt und taktweise im Sinne des Pfeils 14 an eine der Heberwalze 13 nachgeordnete
Farbwerkwalze 15 übertragt. Der Farbwerkwalze 15 sind weitere Farbwerkwalzen 16, 17,
18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25 und 26 nachgeordnet, wobei die Farbwerkwalzen 16 bis
26 die Druckfarbe in Richtung auf einen Formzylinder 27 transportieren. Die Farbwerkwalzen
23, 24, 25 und 26 rollen auf dem Formzylinder 27 ab und werden daher auch als Farbauftragwalzen
bezeichnet. Auf dem Formzylinder ist mindestens eine Druckform positioniert, wobei
die Farbauftragwalzen 23 bis 26 die Druckfarbe auf die Druckform auftragen. Die Farbmenge,
die aus dem Farbkasten 12 auf die Duktorwalze 11 übertragen wird, hängt von einer
zonalen Farbgebung eines zu druckenden Sujets ab. Wie Fig. 2 entnommen werden kann,
sind dem Farbkasten 12 sogenannte Farbzonenstellelemente 28 zugeordnet, wobei über
die Farbzonenstellelemente 28 die je Farbzone auf die Duktorwalze 11 übertragene Farbmenge
einstellbar ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel, in welchem das Farbwerk 10 als
Heberfarbwerk ausgebildet ist, sind die Farbzonenstellelemente als Farbschieber ausgeführt.
Die Farbschieber sowie die Heberwalze sind Bestandteil einer sogenannten Farbdosiereinrichtung
des Farbwerks.
[0016] Es sei darauf hingewiesen, dass das in Fig. 1 dargestellte Farbwerk 10 vorzugsweise
bei Bogen-Offset-Druckmaschinen Verwendung findet. Bei Rollen-Offset-Druckmaschinen
kommen Farbwerke zum Einsatz, die anstelle von Farbschiebern sogenannte Farbmesser
als Farbzonenstellelemente und anstelle der Heberwalze eine sogenannte Filmwalze umfassen.
[0017] Fig. 3 zeigt schematisiert einen Bedruckstoff 29, der mit einem Sujet 30 sowie außerhalb
des Sujets 30 mit Druckkontrollelementen 31 bedruckt ist, wobei die Druckkontrollelemente
31 außerhalb des eigentlichen Sujets 30 in Form eines Kontrollstreifens 32 auf den
Bedruckstoff 29 gedruckt sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel der Fig. 3 ist das
auf den Bedruckstoff 29 gedruckte Sujet 30 in insgesamt zwölf Farbzonen 33 unterteilt;
wobei die je Farbzone 33 auf den Bedruckstoff 29 aufgetragene Druckfarbe durch eine
entsprechende Anzahl von Farbzonenstellelementen 28 einstellbar ist. Im Beispiel der
Fig. 3 wird je Farbzone 33 ein Druckkontrollelement 31 außerhalb des Sujets 30 auf
den Bedruckstoff 29 gedruckt, wobei ein vom Druckkontrollelement 31 abgedeckter Umfangsstreifen
34 kleiner bzw. schmaler ist als der von der jeweiligen Farbzone 33 abgedeckte Umfangsstreifen.
Die außerhalb des Sujets 30 gedruckten Druckkontrollelemente 31 werden densitometrisch
und/oder farbmetrisch und/oder spektral vermessen und hierbei ermittelte Istwerte
werden in einer Regelungseinrichtung mit vorgegebenen Sollwerten verglichen, um abhängig
von dem Vergleich zwischen den durch Vermessung der Druckkontrollelemente 31 gewonnenen
Istwerten und den vorgegebenen Sollwerten Stellsignale für die Farbzonenstellelemente
28 zur automatischen Regelung der zonalen Farbgebung des Sujets 30 zu erzeugen.
[0018] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird nun vorgeschlagen, die Regelabweichungen
zwischen den an den Druckkontrollelementen 31 außerhalb des Sujets 30 gemessenen Istwerten
und den vorgegebenen Sollwerten auf Basis von Daten des Sujets 30 und/oder auf Basis
von Daten des Farbwerks 10 zu modifizieren.
[0019] Hierdurch kann dem Effekt entgegengewirkt werden, dass, obwohl die im Bereich der
Druckkontrollelemente 31 erfassten Istwerte mit den entsprechenden Sollwerten übereinstimmen,
im Sujet Abweichungen zwischen Istwerten und Sollwerten festzustellen sind. Vorzugsweise
werden die Regelabweichungen sowohl auf Basis von Daten des Sujets als auch auf Basis
eines Modells des jeweiligen Farbwerks modifiziert.
[0020] Bei der Modifikation der Regelabweichungen auf Basis von Daten des Sujets finden
Daten aus einer digitalen Druckvorstufe Verwendung, die entweder als niedrigaufgelöste
Daten im PPF-Format oder JDF-Format oder als hochaufgelöste Bilddaten vorliegen. Bei
den hoch aufgelösten Bilddaten handelt es sich vorzugsweise um sogenannte Bitmaps
der einzelnen Farbseparationen, die üblicherweise zur Herstellung von Druckformen
verwendet werden.
[0021] Das Modell des Farbwerks, welches zur Modifikation von Regelabweichungen verwendet
wird, ist vom Abrollverhalten sowie gegebenenfalls Changierverhalten der Walzen des
Farbwerks abhängig. In das Modell des Farbwerks können auch Daten über im Farbwerk
verwendete Werkstoffe sowie über das dynamische Verhalten des Farbwerks einfließen.
[0022] Wie bereits erwähnt wird je Farbzone 33 des Sujets 30 mindestens ein Druckkontrollelement
31, welches außerhalb des Sujets 30 auf den Bedruckstoff 29 gedruckt ist, vermessen,
wobei ein von dem Druckkontrollelement 31 abgedeckter Umfangsstreifen 34 kleiner bzw.
schmaler als ein von der jeweiligen Farbzone 33 abgedeckter Umfangsstreifen ist.
[0023] Es liegt nun im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, aus den Daten des Sujets,
die vorzugsweise aus einer digitalen Druckvorstufe bereitgestellt werden, für den
vom Druckkontrollelement 31 abgedeckten Umfangsstreifen einen Flächendeckungswert
zu ermitteln. Ist dieser aus den Daten des Sujets ermittelte Flächendeckungswert kleiner
als ein vorgegebener Grenzwert, so wird im Sinne der hier vorliegenden Erfindung der
vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement erhöht oder es wird
der gemessene Istwert verringert.
[0024] So kann zum Beispiel dann, wenn der aus den Daten des Sujets für den vom Druckkontrollelement
31 abgedeckten Umfangsstreifen ermittelte Flächendeckungswert zwischen 0% und 0,5%
liegt, der Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement um einen Betrag X
erhöht werden, liegt der aus den Daten des Sujets ermittelte Flächendeckungswert hingegen
zwischen 0,5% und 2%, so kann der Sollwert um einen Betrag Y erhöht werden, wobei
der Betrag Y kleiner der Betrag X ist. Ist der für den vom Druckkontrollelement abgedeckte
Umfangsstreifen ermittelte Flächendeckungswert hingegen größer als 2%, so erfolgt
keine Erhöhung des Sollwerts.
[0025] Es sei darauf hingewiesen, dass dieses Verstellgesetz für den Sollwert lediglich
rein exemplarisch ist und dass in Abhängigkeit des ermittelten Flächendeckungswerts
eine beliebige komplexe Modifikation der Regelabweichung zwischen Sollwerten und Istwerten
vorgenommen werden kann.
[0026] Mit der oben beschriebenen Modifikation der Regelabweichung zwischen Sollwerten und
Istwerten in Abhängigkeit eines Flächendeckungswerts, der aus Sujet-Daten eines vom
Druckkontrollelement abgedeckten Umfangsstreifens ermittelt wird, kann dem Effekt
entgegen gewirkt werden, dass dann, wenn in dem Umfangsstreifen des Sujets, in welchem
das Druckkontrollelement liegt, keine Farbabnahme erfolgt, sich im Farbwerk Druckfarbe
aufbaut und so das Druckkontrollelement eine höhere Farbdichte enthält, als dies bei
weiterer Farbabnahme der Fall wäre. Dementsprechend wird im Sinne der hier vorliegenden
Erfindung dann, wenn in dem vom Druckkontrollelement abgedeckten Umfangsstreifen ein
aus Daten des Sujets bestimmter Flächendeckungswert kleiner als ein vorgegebener Grenzwert
ist, der vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement erhöht bzw.
der gemessene Istwert verringert.
[0027] In einer Weiterbildung dieses erfindungsgemäßen Gedankens kann der vom Druckkontrollelement
abgedeckte Umfangsstreifen in mehrere Teilstreifen untergliedert werden, wobei aus
den Daten des Sujets für jeden der Teilstreifen ein Flächendeckungswert ermittelt
wird. Es kann dann eine Mittelung der Flächendeckungswerte dieser Teilstreifen zur
Modifikation der Regelabweichung zwischen Sollwert und Istwert verwendet werden. Alternativ
kann nur der Flächendeckungswert desjenigen Teilstreifens zur Anpassung des Sollwerts
und/oder des Istwerts und damit zur Modifikation der Regelabweichung zwischen Sollwert
und Istwert verwendet werden, innerhalb dessen ein Messfeld des Druckkontrollelements
liegt.
[0028] Ist aus dem Farbwerksmodell des Farbwerks ein Changierverhalten zumindest einer Walze
des Farbwerks bekannt, so wird nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung nicht nur für den vom Druckkontrollelement abgedeckten Umfangsstreifen ein
Flächendeckungswert aus den Sujet-Daten ermittelt, vielmehr werden derartige Flächendeckungswerte
auch für benachbarte Umfangsstreifen ermittelt. Vorzugsweise werden für mehrere benachbarte
Umfangsstreifen aus den Daten des Sujets entsprechende Flächendeckungswerte ermittelt,
wobei bei der Veränderung des Sollwerts und/oder des Istwerts von dem durch das Kontrollelement
abgedeckten Umfangsstreifen weiter entfernt liegende Umfangsstreifen weniger stark
gewichtet werden als näher liegende Umfangsstreifen.
[0029] Nach einem weiteren Aspekt der hier vorliegenden Erfindung wird abhängig vom Modell
des jeweiligen Farbwerks ein sogenannter Farbabfall ermittelt. Ein Farbabfall stellt
sich in der Regel dann ein, wenn die auf dem Formzylinder abrollenden Farbauftragwalzen
infolge eines Spannkanals für eine Druckplatte keine Druckfarbe auf die Druckform
auftragen können. Wird aus dem Farbwerksmodell festgestellt, dass ein Druckkontrollelement
von einem derartigen Farbabfall betroffen ist, so findet ebenfalls eine Modifikation
der Regelabweichung zwischen gemessenem Sollwert und vorgegebenem Istwert statt.
[0030] Wird anhand des aus dem Farbwerkmodell ermittelten Farbabfalls festgestellt, dass
in dem von einem Druckkontrollelement abgedecktem Umfangsstreifen ein Maximum des
Farbabfalls vorliegt, so wird der vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement
erhöht oder der gemessene Istwert verringert. Liegt hingegen in dem vom Druckkontrollelement
abgedecktem Umfangsstreifen ein Minimum des Farbabfalls vor, so wird der vorgegebene
Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement verringert oder der gemessene
Istwert erhöht.
[0031] Nach einem weiteren Aspekt der hier vorliegenden Erfindung wird aus den Daten des
Sujets sowie aus dem Modell des Farbwerks für einen vom Druckkontrollelement abgedeckten
Umfangsstreifen ein vom Schablonierverhalten des Farbwerks abhängiger Flächendeckungswert
ermittelt. Ist dieser vom Schablonierverhalten abhängige Flächendeckungswert größer
als ein vorgegebner Grenzwert, so wird im Sinne der hier vorliegenden Erfindung der
vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement verringert oder der
gemessene Istwert erhöht. Dabei wird wie folgt vorgegangen, dass für den vom Druckkontrollelement
abgedeckten Umfangsstreifen ein Flächendeckungswert ermittelt wird, der eine Abwicklungslänge
einer Auftragwalze vor dem vom Druckkontrollelement abgedeckten Umfangsstreifen liegt.
Vorzugsweise wird für die beiden Auftragwalzen mit dem größten Farbfluss jeweils eine
Abwicklungslänge dieser Walzen vor dem vom Druckkontrollelement abgedeckten Umfangsstreifen
ein entsprechender Flächendeckungswert ermittelt. Ist die dabei ermittelte Flächendeckung
größer als ein vorgegebener Grenzwert, so wird vorzugsweise der vorgegebene Sollwert
für das entsprechende Farbzonenstellelement verringert.
[0032] Hierdurch kann dem Effekt Rechnung getragen werden, dass dann, wenn der vom Druckkontrollelement
abgedeckte Umfangsstreifen eine Umfangslänge einer Farbauftragwalze von einem Umfangsstreifen
mit hoher Flächendeckung entfernt ist, das Druckkontrollelement eine geringere Farbdichte
anzeigt, da eine derart starke Farbabnahme nach einer Überrollung der Farbauftragwalze
noch nicht vollständig ausgeglichen werden kann.
[0033] In einem konkreten Ausführungsbeispiel kann so vorgegangen werden, dass dann, wenn
aus den Daten des Sujets und dem Farbwerksmodell für einen Umfangsstreifen, der eine
Abwicklungslänge vor dem vom Druckkontrollstreifen abgedeckten Umfangsstreifen liegt,
ein Flächendeckungswert zwischen 80% und 95% ermittelt wird, der Sollwert für das
entsprechende Farbzonenelement um einen Betrag A verringert wird, wohingegen dann,
wenn dieser Flächendeckungswert zwischen 95% und 100% liegt, der Sollwert um einen
Wert B verringert wird, wobei B größer als A ist. Bei ermittelten Flächendeckungswerten
von weniger als 80% erfolgt keine Verringerung des Sollwerts für das entsprechende
Farbzonenstellelement. Auch hier kann das Verstellgesetz abhängig von dem Schablonierverhalten
des Farbwerks wiederum beliebig komplex gestaltet werden.
[0034] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird demnach ein Verfahren zur Regelung
der Farbgebung vorgeschlagen, bei welchem Regelabweichungen zwischen an außerhalb
des eigentlichen Sujets gedruckten Druckkontrollelementen erfassten Istwerten und
vorgegebenen Sollwerten abhängig von Daten des Sujets sowie abhängig von einem Farbwerksmodell
modifiziert werden. Hierdurch kann Effekten wie dem Farbwerksschablonieren, dem Farbabfall
sowie dem Umstand, dass ein von einem Druckkontrollelement abgedeckter Umfangsstreifen
kleiner ist als ein von der jeweiligen Farbzone abgedeckter Umfangsstreifen, Rechnung
getragen werden. Hierdurch kann die Farbgebung beim Drucken deutlich optimiert werden.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 10
- Farbwerk
- 11
- Duktorwalze
- 12
- Farbkasten
- 13
- Heberwalze
- 14
- Pfeil
- 15
- Farbwerkwalze
- 16
- Farbwerkwalze
- 17
- Farbwerkwalze
- 18
- Farbwerkwalze
- 19
- Farbwerkwalze
- 20
- Farbwerkwalze
- 21
- Farbwerkwalze
- 22
- Farbwerkwalze
- 23
- Farbauftragwalze
- 24
- Farbauftragwalze
- 25
- Farbauftragwalze
- 26
- Farbauftragwalze
- 27
- Formzylinder
- 28
- Farbzonenstellelement
- 29
- Bedruckstoff
- 30
- Sujet
- 31
- Druckkontrollelement
- 32
- Kontrollstreifen
- 33
- Farbzone
- 34
- Umfangsstreifen
1. Verfahren zur Regelung der Farbgebung in mindestens einem Farbwerk einer Offsetdruckmaschine,
nämlich zur Regelung der durch Farbzonenstellelemente des jeweiligen Farbwerks einstellbaren
zonalen Farbgebung, wobei hierzu Messbereiche vermessen und dabei ermittelte Istwerte
mit vorgegebenen Sollwerten verglichen werden, um abhängig von dem Vergleich zwischen
den Istwerten und den Sollwerten Stellsignale für die Farbzonenstellelemente zu erzeugen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Regelabweichungen zwischen den gemessenen Istwerten und den vorgegebenen Sollwerten
auf Basis eines Modells des jeweiligen Farbwerks und/oder auf Basis von Daten des
Sujets modifiziert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelabweichungen zwischen den gemessenen Istwerten und den vorgegebenen Sollwerten
auf Basis von Daten des Sujets modifiziert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelabweichungen zwischen den gemessenen Istwerten und den vorgegebenen Sollwerten
auf Basis von Daten des Sujets und auf Basis eines Modells des jeweiligen Farbwerks
modifiziert werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Modell des jeweiligen Farbwerks vom Aufbau des Farbwerks, insbesondere von einem
Abrollverhalten und gegebenenfalls Changierverhalten der Walzen des Farbwerks, abhängig
ist.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Daten des Sujets Daten aus einer digitalen Druckvorstufe verwendet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Daten des Sujets niedrigaufgelöste Daten im PPF-Format oder JDF-Format verwendet
werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Daten des Sujets hochaufgelöste Bilddaten verwendet werden, vorzugsweise Bitmaps
der einzelnen Farbseparationen, die auch der Erzeugung von Druckplatten dienen.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Messbereiche außerhalb eines Sujets gedruckte Druckkontrollelemente vermessen
werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass Druckkontrollelemente vermessen werden, die in einem Kontrollstreifen außerhalb des
Sujets positioniert sind.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Messbereiche Bereiche innerhalb eines Sujets vermessen werden.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Messbereiche außerhalb eines Sujets gedruckte Druckkontrollelemente und Bereiche
innerhalb des Sujets vermessen werden.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Messbereiche densitometrisch und/oder farbmetrisch und/oder spektral vermessen
werden.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass je Farbzone des Sujets mindestens ein Messbereich vermessen wird, wobei ein von dem
Messbereiche abgedeckter Umfangsstreifen kleiner als ein von der jeweiligen Farbzone
abgedeckter Umfangsstreifen ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn in dem vom Messbereich abgedeckten Umfangsstreifen ein aus den Daten des
Sujets bestimmter Flächendeckungswert kleiner als ein vorgegebener Grenzwert ist,
der vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement erhöht oder der
gemessene Istwert verringert wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig vom Modell des jeweiligen Farbwerks zusätzlich zu dem Flächendeckungswert
des von dem Messbereich abgedeckten Umfangsstreifens ein Flächendeckungswert mindestens
eines benachbarten Umfangsstreifens zur Veränderung des Sollwerts und/oder Istwerts
verwendet wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Veränderung des Sollwerts und/oder Istwerts auf Basis von Flächendeckungswerten
mehrerer benachbarten Umfangsstreifen durchgeführt wird, wobei weiter entfernt liegende
Umfangsstreifen bei der Veränderung des Sollwerts und/oder Istwert weniger stark gewichtet
werden als näher liegende Umfangsstreifen.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der von dem Messbereich abgedeckte Umfangsstreifen in mehrere Teilstreifen untergliedert
wird, wobei aus den Daten des Sujets für jeden der Teilstreifen ein Flächendeckungswert
ermittelt wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mittelung der Flächendeckungswerte der Teilstreifen zu Anpassung des Sollwerts
und/oder Istwerts verwendet wird.
19. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass nur der Flächendeckungswert desjenigen Teilstreifens zu Anpassung des Sollwerts und/oder
Istwerts verwendet wird, innerhalb dessen ein Messfeld des Messbereichs liegt.
20. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig vom Modell des jeweiligen Farbwerks ein Farbabfall ermittelt wird, wobei
dann, wenn in dem vom Messbereich abgedeckten Umfangsstreifen ein Maximum des Farbabfalls
vorliegt, der vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement erhöht
oder der gemessene Istwert verringert wird.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn in dem vom Messbereich abgedeckten Umfangsstreifen ein Minimum des Farbabfalls
vorliegt, der vorgegebene Sollwert für das entsprechende Farbzonenstellelement verringert
oder der gemessene Istwert erhöht wird.
22. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 13 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass aus den Daten des Sujets und dem Modell des jeweiligen Farbwerks für den vom Messbereich
abgedeckten Umfangsstreifen ein vom Schablonierverhalten des jeweiligen Farbwerks
abhängiger Flächendeckungswert ermittelt wird, und dass dann, wenn dieser Flächendeckungswert
größer als ein vorgegebener Grenzwert ist, der vorgegebene Sollwert für das entsprechende
Farbzonenstellelement verringert oder der gemessene Istwert erhöht wird.
23. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass für den vom Messbereich abgedeckten Umfangsstreifen ein Flächendeckungswert ermittelt
wird, der eine Abwicklungslänge mindestens einer Farbauftragwalze vor dem vom Messbereich
abgedeckten Umfangsstreifen vorliegt.
24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass für die beiden Farbauftragwalzen mit dem größten Farbfluss jeweils eine Anwicklungslänge
dieser Farbauftragwalzen vor dem vom Messbereich abgedeckten Umfangsstreifen ein Flächendeckungswert
ermittelt wird, wobei abhängig von diesen Flächendeckungswerten der Sollwert und/oder
der Istwert verändert wird.