[0001] Die Erfindung betrifft ein Schiff mit Fundamenten für Ausstattungselemente.
[0002] Derartige Fundamente werden in der Regel im Decksbereich des Schiffes angeordnet
und dienen beispielsweise zur Halterung und Lagerung von Effektoren oder Sensoren.
Die bislang verwendeten Fundamente sind üblicher Weise in das Schiffsdeck eingelassen
oder mit dem Schiffsdeck verschraubt. Die verwendeten Effektoren und Sensoren sind
auf den Fundamenten typischerweise entweder statisch oder in einer horizontalen Richtung
verschwenkbar angeordnet. Die Fundamente selbst sind starr mit dem Schiffsdeck verbunden.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schiff der einleitend genannten Art
derart zu konstruieren, daß der Wirk- und Erfassungsbereich der Sensoren und Effektoren
an die jeweilige Aufgabe angepaßt werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mindestens ein Fundament eine
Schwenkeinrichtung aufweist und in mindestens zwei unterschiedlichen Positionierungen
fixierbar ist, sowie bei dem die Schwenkeinrichtung zur Durchführung einer Verschwenkung
des Fundamentes in einer vertikalen Ebene ausgebildet ist.
[0005] Durch die verschwenkbare Anordnung des Fundamentes ist es möglich, einen auf dem
Fundament angeordneten Effektor oder Sensor derart schräg anzuordnen, daß ein Anwendungsbereich
unmittelbar neben dem Schiff erschlossen wird. Bei einer starren Anordnung der Fundamente
ergibt sich für die vorgesehenen Anwendungen jeweils ein Mindestabstand zum Schiff,
eine unmittelbare Umgebung des Schiffes kann nicht erfaßt werden.
[0006] Eine derartige örtliche Vergrößerung des Anwendungsbereiches auf die unmittelbare
Umgebung des Schiffes erweist sich insbesondere bei militärischen Anwendungen als
vorteilhaft. Es hat sich herausgestellt, daß insbesondere bei terroristischen Angriffen
auf militärische Schiffe bislang eingesetzte verteidigungsstrategien der Schiffe zu
Sicherheitslücken führen, da unbemerkt in die Nähe des Schiffes gelangte Angreifer
geringer Baugröße nur mit erheblichen Einschränkungen erfaßbar und bekämpfbar sind.
[0007] Bei einer waffentechnischen Ausbildung der Effektoren ist es insbesondere möglich,
unmittelbar neben der Bordwand befindliche Ziele effektiv zu bekämpfen. Die erfindungsgemäße
Anordnung der Sensoren ermöglicht eine automatische Zielerkennung in unmittelbarer
Umgebung des Schiffes.
[0008] Eine funktionelle und zugleich mechanisch robuste Ausführung wird dadurch unterstützt,
daß eine der Positionierungen des Fundamentes im wesentlichen horizontal und die zweite
der Positionierungen geneigt zur Horizontalen orientiert ist.
[0009] Eine vorteilhafte Anordnung erfolgt dadurch, daß das Fundament im Bereich eines Decks
des Schiffes angeordnet ist.
[0010] Insbesondere ist daran gedacht, daß das Fundament im Bereich des Schiffsdecks mit
einem höchstens geringen Abstand zu einer Bordwand angeordnet ist.
[0011] Zur Umgebungserfassung erweist es sich als vorteilhaft, daß das Schiff im Bereich
eines die Bordwand seitlich überkragenden Auslegers angeordnet ist.
[0012] Zur Erhöhung der mechanischen Belastbarkeit wird vorgeschlagen, daß der Ausleger
mit einer Abstützung versehen ist.
[0013] Eine Ausbildung zur Erhöhung einer Verteidigungsfähigkeit wird dadurch bereitgestellt,
daß das Ausstattungselement als ein Effektor ausgebildet ist.
[0014] Gemäß einer besonderen Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Effektor als ein Geschütz
mit eigener Sensorik ausgebildet ist.
[0015] Zur Unterstützung einer automatischen Erfassung von Umgebungsparametern ist vorgesehen,
daß das Ausstattungselement als ein Sensor ausgebildet ist.
[0016] Ein besonders großes Erfassungsfeld kann dadurch erreicht werden, daß mindestens
ein Sensor backbordseitig und mindestens ein weiterer Sensor steuerbordseitig angeordnet
ist.
[0017] Eine genaue Umgebungserfassung wird dadurch unterstützt, daß der Sensor elektro-optisch
ausgebildet ist.
[0018] Eine mechanisch stabile Verankerung im Bereich der Schiffsstruktur kann dadurch erreicht
werden, daß das Fundament über die Schwenkeinrichtung mit einer im Bereich des Decks
verankerten Basisplatte verbunden ist.
[0019] Eine auch bei einem Auftreten von Rückstoßkräften ausreichend stabile Konstruktion
wird dadurch erreicht, daß die Schwenkeinrichtung teleskopierbar ausgebildet ist.
[0020] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines auf einem verschwenkbaren Fundament angeordneten Geschützes
in einer Grundposition,
- Fig. 2
- die Anordnung gemäß Fig. 1 in einem verschwenkten Zustand,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines im Bereich eines verschwenkbaren Fundamentes angeordneten
Sensors, wobei der Sensor auf einem Ausleger montiert ist und
- Fig. 4
- die Anordnung gemäß Fig. 3 in einem verschwenkten Zustand des Fundamentes.
[0021] Fig. 1 zeigt eine teilweise Darstellung einer Seitenansicht eines Fundamentes (1),
das im Bereich eines Decks (2) eines Schiffes (3) angeordnet ist. Das Fundament (1)
ist hierbei in unmittelbarer Nähe einer Bordwand (4) angeordnet. Auf dem Fundament
(1) ist ein Effektor (5) angeordnet, der als ein Geschütz ausgebildet ist. Der Effektor
(5) besteht im wesentlichen aus einem Lauf (6) sowie einem Sockel (7). Relativ zum
Sockel (7) ist der Lauf (6) in einer vertikalen Richtung verschwenkbar.
[0022] Das Fundament (1) ist über ein Schwenkgelenk (8) mit einer Basisplatte (9) verbunden,
die beim dargestellten Ausführungsbeispiel in das Schiffsdeck (2) eingelassen und
fest mit diesen verbunden ist. Das Schwenkgelenk (8) ist im Bereich einer der Bordwand
(4) zugewandten Ausdehnung des Fundamentes (1) angeordnet. Über eine Schwenkeinrichtung
(10) kann das Fundament (1) derart positioniert werden, daß eine Schwenkbewegung relativ
zum Schwenkgelenk (8) durchgeführt wird.
[0023] Fig. 2 zeigt die Anordnung gemäß Fig. 1 in einem verschwenkten Zustand. Das Fundament
(1) ist hierbei relativ zum Deck (2) derart verschwenkt, daß ein Übergangsbereich
zwischen dem Lauf (6) und dem Sockel (7) etwa in lotrechter Richtung oberhalb der
Bordwand (4) angeordnet ist. Der Lauf (6) kann hierdurch relativ zum Sockel (7) soweit
heruntergeschwenkt werden, daß Ziele in unmittelbarer Nähe der Bordwand (4) bekämpft
werden können.
[0024] Die Schwenkeinrichtung (10) kann beispielsweise als eine teleskopierbare Einrichtung
ausgebildet sein, die über Drehgelenke (11, 12) einerseits mit dem Fundament (1) und
andererseits mit der Basisplatte (9) bzw. dem Deck (2) verbunden ist. Bei einer durch
ein Ausfahren bedingten Längenänderung wird der Schwenkvorgang des Fundamentes (1)
durchgeführt.
[0025] In der Regel ist es ausreichend, für die verschwenkung des Fundamentes (1) die in
Fig. 1 dargestellte horizontale Grundpositionierung und eine Schwenkpositionierung
entsprechen der Darstellung in Fig. 2 vorzusehen. Zwischenstellungen sind in der Regel
entbehrlich. Die technische Realisierung lediglich der horizontalen Grundstellung
sowie einer verschwenkten Endpositionierung ermöglicht eine einfache und robuste mechanische
Konstruktion, die insbesondere auch in der in Fig. 2 dargestellten verschwenkten Positionierung
dafür geeignet ist, Rückstoßkräfte des Effektors (5) aufzunehmen.
[0026] Die technische Vorsehung lediglich einer definierten Verschwenkpositionierung des
Fundamentes (1) ermöglicht es darüber hinaus, die verschwenkte Positionierung in einem
Waffenleitsystem zu berücksichtigen und automatisch in ballistische Berechnungen einzubeziehen,
um eine automatische Betätigung des Effektors (5) zu unterstützen.
[0027] Fig. 3 zeigt einen im Bereich eines verschwenkbaren Fundamentes (1) angeordneten
Sensor (13). Das Fundament (1) ist bei dieser Ausführungsform nicht im Bereich des
Schiffsdecks (2), sondern im Bereich eines seitlich über die Bordwand (4) überstehenden
Auslegers (14) angeordnet. Eine derartige Positionierung des Sensors (13) unterstützt
einen möglichst großen Erfassungsbereich.
[0028] Bei der in Fig. 4 dargestellten verschwenkten Positionierung ist das Fundament (1)
wiederum mittels einer Schwenkeinrichtung (10) gegenüber dem Ausleger (14) relativ
zu einem Schwenkgelenk (8) verschwenkt.
[0029] Ein Betrieb des verschwenkbaren Fundamentes (1) kann standardmäßig derart erfolgen,
daß auf See die in den Figuren 1 und 3 dargestellte horizontale Positionierung vorgesehen
wird. Im Bereich von Häfen oder im Bereich von küstennahen Ankerungen werden hingegen
die in Fig. 2 und Fig. 4 dargestellten verschwenkten Positionierungen eingenommen.
Bei einer Verwendung von Marineleichtgeschützen mit eigener Sensorik ist es möglich,
diese bei der in Fig. 2 dargestellten Positionierung autark und ohne Nutzung weiterer
bordeigener Sensoren zu verwenden.
[0030] Zur Integration in ein bordeigenes Feuerleitsystem ist insbesondere an die Verwendung
von elektro-optischen Sensoren (13) gedacht. Die Sensoren (13) werden vorzugsweise
mittels der Ausleger (14) backbord und steuerbord angeordnet. Vorteilhafterweise sind
die Sensoren (13) in einem der Bordwand (4) zugewandten Endbereich der Ausleger (14)
positioniert.
[0031] Als besonders vorteilhaft erweist es sich, für das Fundament (1) in der verschwenkten
Stellung einen Schwenkwinkel von etwa 45 ° Grad vorzusehen. Bei einem derartigen Schwenkwinkel
werden sowohl ein großer Erfassungsbereich als auch eine ausreichend große mechanische
Stabilität bereitgestellt.
[0032] In Abhängigkeit vom Gewicht der Sensoren (13) ist es möglich, für den Ausleger (14)
eine zusätzliche Abstützung zu verwenden, um auftretende Schwingungen an den Auslegern
(14) zu minimieren.
1. Schiff mit Fundamenten für Ausstattungselemente, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Fundament (1) eine Schwenkeinrichtung (10) aufweist und in mindestens
zwei unterschiedlichen Positionierungen fixierbar ist, sowie bei dem die Schwenkeinrichtung
(10) zur Durchführung einer Verschwenkung des Fundamentes (1) in einer vertikalen
Ebene ausgebildet ist.
2. Schiff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Positionierungen des Fundamentes (1) im wesentlichen horizontal und die
zweite der Positionierungen geneigt zur Horizontalen orientiert ist.
3. Schiff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Fundament (1) im Bereich eines Decks (2) des Schiffes angeordnet ist.
4. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Fundament (1) im Bereich des Schiffsdecks (2) mit einem höchstens geringen Abstand
zu einer Bordwand (4) angeordnet ist.
5. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausstattungselement im äußersten Bereich eines mit der Bordwand (4) abschließenden
Auslegers (13) angeordnet ist.
6. Schiff nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausleger (14) mit einer Abstützung versehen ist.
7. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausstattungselement als ein Effektor (5) ausgebildet ist.
8. Schiff nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Effektor (5) als ein Geschütz mit eigener Sensorik ausgebildet ist.
9. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausstattungselement als ein Sensor (13) ausgebildet ist.
10. Schiff nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Sensor (13) backbordseitig und mindestens ein weiterer Sensor (13)
steuerbordseitig angeordnet ist.
11. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (13) elektro-optisch ausgebildet ist.
12. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Fundament (1) über die Schwenkeinrichtung (10) mit einer im Bereich des Decks
(2) verankerten Basisplatte (9) verbunden ist.
13. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkeinrichtung (10) teleskopierbar ausgebildet ist.