[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruches
1 und eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches 9.
[0002] Beim Erstellen und Reparieren von Strassen und Plätzen werden für verschiedene Arbeitsschritte
Maschinen eingesetzt, die entlang eines vorgegebenen Fahrweges fahren und dabei einen
gewünschten Bearbeitungsschritt durchführen. Beispielsweise werden zum Auftragen von
Asphalt-Belägen Strassenfertiger mit einem Fahrzeug und einem höhenverstellbar daran
befestigten Glättbalken bzw. einer Bohle verwendet. Das Asphaltmaterial wird vom Fahrzeug
entlang des vorderen Randes des Glättbalkens verteilt. Wenn die Maschine auf dem vorbereiteten
Strassenbett vorrückt, streicht der Glättbalken über das Asphaltmaterial und glättet
sowie verdichtet dieses, um einen kontinuierlichen Asphaltbelag mit einem gewünschten
Oberflächenverlauf bereitzustellen.
[0003] Aus dem Stande der Technik sind verschiedene Lösungen bekannt mit denen der Glättbalken
vertikal so positioniert werden kann, dass ein gewünschter Oberflächenverlauf möglichst
genau erzielt wird. Zur vertikalen Positionierung wird beispielsweise eine Referenz
verwendet. Wenn als Referenzlinie etwa ein Seil oder ein Draht entlang der zu asphaltierenden
Strasse gespannt werden muss, so ist dies mit einem grossen Aufwand verbunden. Wenn
die Basisoberfläche, auf welche der Asphalt aufgetragen wird, als Referenz verwendet
wird, so muss diese mit grossem Aufwand sehr genau ausgebildet werden. Gemäss einer
weiteren Lösung wird ein Laserstrahl als Referenz verwendet, wobei dann mit einem
am Glättbalken befestigten Sensor die Höhe des Glättbalkens relativ zum Laser erfasst
und der Glättbalken auf einer gewünschten Höhe gehalten wird.
[0004] Die DE 100 60 903 beschreibt einen Stand der Technik bei dem die Lage einer Referenzfläche
mit einem Tastski oder mit drei in Bewegungsrichtung voneinander beabstandeten Lasermessköpfen
erfasst wird. Um eine aufwändige Konstruktion zum Halten der Lasersensoren zu vermeiden,
wird vorgeschlagen an einer Stelle über dem Glättbalken drei verschieden ausgerichtete
Laser-Distanzmesser anzuordnen, welche die Distanz zu drei in Bewegungsrichtung hintereinander
liegenden Messpunkten erfassen. Die Distanzwerte werden je in eine Höhe und einen
horizontalen Abstand umgerechnet. Abhängig von den erfassten Höhen und von der Sollhöhe
wird ein Höhensteuersignal für den Glättbalken oder ein anderes Bearbeitungswerkzeug
erzeugt.
[0005] Die Genauigkeit der Höhenbestimmung mit den schräg ausgerichteten Laser-Distanzmessern
wird durch die Montagegenauigkeit und durch die Tatsache, dass mindestens ein Messpunkt
auf dem bereits aufgebrachten Belag liegt, reduziert. Bei Strassenbaumaschinen ist
eine exakt gleich bleibende Sensorausrichtung aufgrund von Vibrationen sowie grossen
Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen kaum erzielbar. Bei schräg nach vorne gerichteten
Distanzmessern führt eine kleine unerkannte Winkeländerung bereits zu einem erheblichen
Fehler in der aus der Messung unter Annahme der falschen Ausrichtung berechneten Höhe.
[0006] Aus der US 5,549,412 ist ein Verfahren bekannt, bei dem eine Strassenbearbeitungsmaschine
mit einem höhenverstellbaren Arbeitsteil zusammen mit mindestens einem Sender eingesetzt
wird. Dabei empfängt ein Sensor auf der Maschine mindestens ein Signal des mindestens
einen Senders und aus dem empfangenen Signal wird eine Höhen-Positionsinformation
abgeleitet, die zur vertikalen Positionierung des höhenverstellbaren Arbeitsteiles
verwendet wird. Als System aus Sender und Sensor wird etwa ein GPS-System verwendet.
Um eine gewünschte Belagsoberfläche über einer Referenzfläche zu erzielen, wird die
Referenzfläche ohne Bearbeitung lediglich zum Erfassen der Referenzflächenlage überfahren,
was mit einem doppelten Fahraufwand verbunden ist.
[0007] Aus der EP 1 079 029 A2 ist eine Lösung bekannt bei der zum dreidimensionalen Steuern
bzw. Nivellieren einer Baumaschine ein GPS-System und ein neigungsverstellbares Rotationslasersystem
verwendet werden. Das GPS-System auf der Baumaschine ermittelt zwei Ortskoordinaten
der Baumaschine, welche an das ortsfeste Rotationslasersystem übermittelt werden.
Den aktuellen Ortskoordinaten wird eine Sollhöhe zugeordnet und der Rotationslaser
wird so ausgerichtet, dass er bei einem linearen Laserempfänger der Baumaschine die
Sollhöhe markiert. Der Laserempfänger ermittelt die aktuelle Abweichung des Arbeitswerkzeuges
von der Sollhöhe. Entsprechend dieser Abweichung wird die Höhenlage des Arbeitswerkzeuges
verstellt. Diese Lösung ist sehr aufwendig, weil sie ein GPS-System, ein komplexes
Rotationslasersystem, eine Funkverbindung zwischen diesen Systemen, einen linearen
Laserempfänger und mindestens eine Steuerung umfasst. Zudem ergeben sich Probleme
in Bereichen, beispielsweise unter Brücken, wo die vom GPS-System benötigten Sattelitensignale
nicht empfangen werden können.
[0008] Weitere Möglichkeiten zur Höhenbestimmung des Arbeitsteils können aus der DE 196
47 150 entnommen werden, in der eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Steuern der
Einbauhöhe eines Strassenfertigers beschrieben werden. Die Erfassung der Höhe der
Bohlenkante erfolgt hier durch Potentiometersensoren, Ultraschallsensoren oder Laserempfänger.
[0009] Die DE 199 51 297 C1 bezieht sich auf eine automatische Längssteuerung eines Strassenfertigers
während des Einbauens einer Strassenschicht. Es wird von Lösungen ausgegangen, bei
denen ein am Strassenfertiger angeordnetes Prisma mit einer Laser-Totalstation verfolgt
wird. Diese Station verfolgt das Prisma mittels einer in alle Richtungen ausrichtbaren
Optik. Aus dem Raumwinkel der Optik, der Distanz zwischen Prisma und Optik und der
Position der Totalstation wird die Position der Baumaschine bzw. der Bohle berechnet.
Für die genaue Höhenregulierung der Bohle muss das Prisma möglichst direkt über der
Bohlenhinterkante angeordnet werden. Es ergeben sich dann aber Lenkungsungenauigkeiten,
die den Belagsverlauf negativ beeinflussen. Um die Auswirkungen der Lenkungsungenauigkeiten
zu kompensieren werden quer zur Fahrtrichtung verschiebbare Teile der Bohle vorgeschlagen,
so dass auch bei einem ungenauen Fahrweg durch eine optimale seitliche Verschiebung
dieser Teile ein präzises Auftragen des Belages gewährleistet ist.
[0010] Eine Strassenbearbeitungsmaschine mit seitlich verschiebbaren Bohlenteilen ist mechanisch
aufwändig gebaut. Bei Baumaschinen ohne seitliche Verstellmöglichkeiten bleiben die
von der Lenkungsungenauigkeit hervorgehenden Probleme bestehen.
[0011] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine einfache Lösung zu finden, mit
welcher ein höhenverstellbares Arbeitsteil einer Strassenbearbeitungsmaschine in vertikaler
Richtung präzise positioniert und die Lenkfunktion der Strassenbearbeitungsmaschine
verbessert werden kann.
[0012] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruches 1 und 9 gelöst. Die abhängigen
Ansprüche beschreiben alternative bzw. vorteilhafte Ausführungsvarianten.
[0013] Bei der Lösung der Aufgabe wurde erkannt, dass das Prisma horizontal vom Arbeitsteil
entfernt angeordnet und damit die Lenkfunktion verbessert werden kann, ohne dass dabei
die Höhenregulierung des Arbeitsteiles verschlechtert wird. Dazu muss aber die Höhenbestimmung
beim Prisma unter Verwendung mindestens eines Wertes mindestens einer Referenzbestimmung
in eine Höhe beim Arbeitsteil (Bohle) umgerechnet werden.
[0014] Es versteht sich von selbst, dass anstelle einer Laser-Totalstation und eines passiven
Prismas auch ein aktives Positionselement, beispielsweise ein GPS-Gerät, verwendet
werden kann. Ein aktives Positionselement soll mit der Hilfe von anderen Elementen,
deren Positionen bekannt sind, seine Position ermitteln können. Bei den anderen Elementen
kann es sich wiederum um aktive oder passive Elemente handeln. Wenn als Positionselement
ein GPS-Gerät verwendet wird, so sollte dieses auch die Position in vertikaler Richtung
möglichst genau bestimmen können. Gegebenenfalls wird einem Positionselement in der
Form eines modifizierten GPS-Gerätes noch ein weiteres Signal von einem Vertikalpositioniersender,
z.B. ausgeführt als rotierender Laser, zugeführt, so dass aus den Sattelitensignalen
und dem weiteren Signal die räumliche Lage des Positionselementes auch in vertikaler
Richtung sehr genau bestimmt werden kann.
[0015] Hierfür verwendbare Verfahren und Vorrichtungen zur Positionierung bzw. Höhenmessung
mit Laserempfang werden beispielsweise in der US 4,807,131 beschrieben.
[0016] Wenn das Positionselement über eine feste Verbindung mit dem Arbeitsteil verbunden
ist, so kann für jede mögliche Ausrichtungslage dieser Verbindung ein effektiver Höhenunterschied
zwischen dem Positionselement und einem Punkt beim Arbeitsteil ermittelt werden. Für
die Ermittlung des effektiven Höhenunterschiedes ist es am genauesten, wenn die Neigung
der direkten Verbindungslinie zwischen dem Positionselement und dem Punkt beim Arbeitsteil,
also ein Winkel zur Vertikalen oder zur Horizontalen, ermittelt wird.
[0017] Wenn die Verbindung aus mindestens einem im Wesentlichen vertikal und einem im Wesentlichen
horizontal verlaufenden Teilstück besteht, so können auch die jeweiligen Neigungen
beider Teilstücke erfasst werden. Wenn die feste Verbindung aber im Wesentlichen nur
um eine einzige horizontale Achse gedreht wird, so genügt eine einzige Neigungsbestimmung.
[0018] Die horizontale Schwenkachse des zum Arbeitsteil führenden Gestänges wird von einer
Höhenverstellvorrichtung in der Höhe verändert. Dies ermöglicht es dem Arbeitsteil,
auf dem warmen AsphaltMaterial aufzuschwimmen. Um ausgehend von der erfassten Lage
des Positionselementes die genaue Lage des Arbeitsteiles zu ermitteln, muss mit mindestens
einem aus einer Referenzbestimmung abgeleiteten Wert ein Höhenunterschied zwischen
Positionselement und Arbeitswerkzeug bestimmt werden.
[0019] Die Referenzbestimmung umfasst vorzugsweise eine Neigungsbestimmung, mit der die
aktuelle Ausrichtung der festen Verbindung erfasst wird. Die Ausrichtung der festen
Verbindung kann gegebenenfalls auch mittels zweier Abstandsmessungen zur Basisoberfläche
bzw. zu einer Referenzhöhe ermittelt werden. Dazu werden die Abstände von zwei verschiedenen
Punkten der festen Verbindung zu einer Referenzposition ermittelt.
[0020] Weil die Strassenbearbeitungsmaschine auf der Basisoberfläche vorwärts fährt, sind
zwei Punkte, die in Fahrtrichtung versetzt angeordnet sind, zeitversetzt über dem
gleichen Bereich der Basisoberfläche. Wenn nun der horizontale Abstand zwischen den
beiden Punkten der festen Verbindung durch die Fahrgeschwindigkeit dividiert wird,
so erhält man das Zeitintervall, welches zwischen einer Abstandsmessung beim ersten
und einer Abstandsmessung beim zweiten Punkt verstreichen soll. Mit diesem Zeitintervall
kann gewährleistet werden, dass die beiden Abstandsmessungen an der gleichen Referenzoberfläche
gemacht werden. Alternativ dazu kann auch die Positionsbestimmung mit Hilfe von Totalstation
und Prisma herangezogen werden.
[0021] Aus den beiden Distanzen zu einer Referenzoberfläche kann der Höhenunterschied zwischen
Positionselement und Arbeitsteil ermittelt werden. Bei bekannter Höhe des Positionselementes
kann mit dem ermittelten Höhenunterschied die Höhenlage des Arbeitsteiles bzw. einer
Arbeitskante exakt bestimmt werden. Diese Höhenbestimmung für das Arbeitsteil kann
auch durchgeführt werden, wenn keine feste Verbindung zwischen Positionselement und
Arbeitsteil vorliegt. Das heisst, dass beispielsweise in Fahrtrichtung vorne an der
Strassenbearbeitungsmaschine ein Positionselement und ein erster Distanzsensor zum
Bestimmen eines Abstandes zur Basisoberfläche angeordnet sind. Am Arbeitsteil ist
ein zweiter Distanzsensor zum ersten Sensor in Fahrtrichtung nach hinten versetzt
angeordnet. Diese Anordnung ist auch ohne feste Verbindung zwischen Arbeitsteil und
Positionselement zur Höhenbestimmung des Arbeitsteiles bei Geradeauslauf der Maschine
einsetzbar. In Kurven kann die Positionsbestimmung herangezogen werden.
[0022] Wenn die Höhenverstellvorrichtung beim Verstellen lediglich eine Parallelverschiebung
der festen Verbindung durchführt, so hängt der Höhenunterschied nicht von der Verstellhöhe
ab. Bei einer Basisoberfläche, deren Ausrichtung im Wesentlichen überall gleich ist,
beispielsweise horizontal, ist die Höhenkorrektur konstant und es muss lediglich kontrolliert
werden, dass keine weitere Korrektur nötig ist. Entsprechend besteht die Referenzbestimmung
darin, die parallele Ausrichtung zu überwachen.
[0023] Bei einer Basisoberfläche, deren Ausrichtung entlang des Fahrweges ändert, kann mit
mindestens einer Neigungsbestimmung die Ausrichtung der Strassenbearbeitungsmaschine
bzw. der darunter liegenden Basisoberfläche ermittelt werden. Die gemessene Neigung
kann als Referenzbestimmung zur Korrektur der Höhe benützt werden. Aus der Lage des
Positionselementes und dieser Höhenkorrektur ergibt sich die aktuelle Höhe des Arbeitsteiles.
[0024] Weil nun auch bei einem vom Arbeitsteil entfernten Positionselement die Höhenlage
des Arbeitsteiles immer genau bestimmbar ist, kann das Positionselement so angeordnet
werden, dass auch der Fahrweg der Strassenbearbeitungsmaschine optimal überwacht werden
kann. Um eine hohe Sensibilität bezüglich Fahrzeugbewegungen vom Fahrweg weg zu gewährleisten,
wird das Positionselement an einer Stelle der Strassenbearbeitungsmaschine befestigt,
die möglichst weit von der Wendeachse entfernt ist.
[0025] Weil Strassenbearbeitungsmaschinen mit einem höhenverstellbaren Arbeitsteil beim
Fahren einer Kurve meist so drehen, dass das Arbeitsteil nicht oder zumindest nur
wenig ausschwenkt, muss das Positionselement so weit wie möglich vom Arbeitsteil entfernt
sein. Wenn das Arbeitsteil im hinteren Endbereich der Maschine angeordnet ist, so
wird das Positionselement im vorderen Endbereich angeordnet. Bei einem unerwünschten
seitlichen Ausschwenken des Fahrzeuges wird das Positionselement erkennbar von der
Fahrlinie weg bewegt. Eine Korrektursteuerung kann die Strassenbearbeitungsmaschine
sofort wieder auf den gewünschten Fahrweg bringen. Das Arbeitsteil bleibt dabei im
Wesentlichen immer auf dem gewünschten Weg.
[0026] Die Anbringung des Positionselements bzw. des Prismas möglichst weit vorne erlaubt
auch eine einfachere Ausgestaltung des Kontrollalgorithmus insofern einfacher wird,
da so die Regelung der Fahrtrichtung direkt auf den horizontalen Fehler abgestellt
werden kann und die Längsachse der Strassenbearbeitungsmaschine nicht bekannt sein
muss. Deren zusätzliche Kenntnis verbessert natürlich die Regelung.
[0027] Bei der erfindungsgemässen Lösung kann mit lediglich einer Positionsverfolgung mit
einem Positionselement, z.B. GPS oder einem Prisma, eine präzise Fahrbewegung und
eine präzise Höhenpositionierung des Arbeitsteiles erzielt werden. Zur Ermittlung
der Höhe des Arbeitsteiles muss lediglich mindestens eine Art von Referenzbestimmung
durchgeführt werden.
[0028] Die Zeichnungen erläutert die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele. Dabei
zeigt
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Strassenbearbeitungsmaschine mit einem
Neigungssensor und
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht einer Strassenbearbeitungsmaschine mit zwei
Distanzmesseinrichtungen
[0029] Die Fig. 1 und 2 zeigen eine auf einer Basisoberfläche 1 fahrende Strassenbearbeitungsmaschine
2. Bei der dargestellten Maschine handelt es sich um einen Strassenfertiger mit einem
Fahrzeug 3 und einem daran höhenverstellbar befestigten Arbeitsteil 4 in der Form
einer Bohle. Das Asphaltmaterial 5 wird von einem Verteilorgan 6 entlang des vorderen
Randes des Arbeitsteiles 4 verteilt. Wenn die Strassenbearbeitungsmaschine 2 auf der
vorbereiteten Basisoberfläche 1 vorrückt, streicht das Arbeitsteil 4 über das Asphaltmaterial
5 und glättet sowie verdichtet dieses, um einen kontinuierlichen Asphaltbelag 7 mit
einem gewünschten Oberflächenverlauf bereitzustellen. Die Positionierung des Arbeitsteiles
4 auf einer gewünschten Höhe erfolgt über eine leichte Schwenkbewegung von zwei beidseits
der Maschine schwenkbar angeordneten Trägern 8, deren Schwenklager 9 als Drehpunkte
von Hydraulikzylindern als Betätigungsorganen 10 bewegbar bzw. in der Höhe verstellbar
sind.
[0030] Um eine exakte Bearbeitung entlang eines gewünschten Fahrweges zu vereinfachen, soll
an Punkten entlang des Fahrweges die jeweils aktuelle Position und/oder Fahrrichtung
ermittelt, die Arbeitshöhe des Arbeitsteiles bestimmt und die ermittelte Position
bzw. Fahrrichtung mit einer Sollposition bzw. Sollrichtung sowie die Arbeitshöhe mit
einer Sollhöhe verglichen werden. Sobald die Position bzw. Fahrrichtung von der Sollposition
bzw. Sollrichtung am entsprechenden Ort abweicht, sollte ein Steuersignal bereit gestellt
werden, mit dem durch eine entsprechende Steuerung der Strassenbearbeitungsmaschine
2 die Abweichung kompensiert werden kann. Wenn die Arbeitshöhe von der Sollhöhe abweicht,
so soll das Arbeitsteil 4 von den Trägern 8 gehoben oder gesenkt werden, bis die gewünschte
Höhe erzielt wird.
[0031] Ein an der Strassenbearbeitungsmaschine 2 angeordnetes Positionselement, kann, bei
Ausführung mit einem Prisma 11, mit einer Laser-Totalstation 12 verfolgt werden. Diese
Station 12 verfolgt das Prisma 11 mittels einer in alle Richtungen ausrichtbaren Optik.
Aus dem Raumwinkel der Optik, der Distanz zwischen Prisma 11 und Optik und der Position
der Totalstation 12 wird die Position des Prismas 11 berechnet. Für einen Vergleich
mit einem gewünschten Fahrweg müssen die Positionen und/oder Richtungen entlang des
gewünschten Fahrweges als Sollwerte für die Strassenbearbeitungsmaschine 2 an der
Stelle, an welcher das Prisma 11 angeordnet ist, vorliegen. Um einen gewünschten Bearbeitungsweg
beim Arbeitsteil zu gewährleisten, sollte das Kurvenverhalten der Strassenbearbeitungsmaschine
2 bei der Bestimmung des Sollweges für das Prisma 11 berücksichtigt werden, so dass
sich das Arbeitsteil 4 entlang des gewünschten Weges bewegt. Die Fahrrichtung kann
aus aufeinander folgenden Positionen bestimmt werden.
[0032] Weil sich bei Strassenbearbeitungsmaschinen 2 Richtungsänderungen durch seitliche
Bewegungen des vorderen Endes der Maschine meist deutlicher zeigen als im Bereich
des Arbeitsteiles, und weil der Regelalgorithmus der Richtungsregelung aufgrund der
Position des Prismas ohne Kenntnis der Längsachse der Maschine einfacher wird, so
wird das Prisma 11 möglichst weit vorne plaziert. Damit ist eine gute Kontrolle der
Maschine mit lediglich einem Prisma möglich.
[0033] Die zulässigen Toleranzen bei der Arbeitshöhe sind kleiner als bei der seitlichen
Ausrichtung des Arbeitsteiles. Für den Vergleich einer erfassten Arbeitshöhe mit einer
Sollhöhe muss die aktuelle Höhe des Arbeitsteiles 4 äusserst genau erfasst werden.
Zwischen der Positionshöhe des Prismas 11 und der Arbeitshöhe des Arbeitsteiles 4
besteht keine feste Beziehung, weil sie in Längsrichtung der Maschine versetzt angeordnet
sind. Wenn die Basisoberfläche 1 in Fahrrichtung geneigt verläuft, so ist das Arbeitsteil
4 relativ zur Höhe des Prismas 11 tiefer als bei einer ebenen Basisoberfläche 1. Hebe-
und Senkbewegungen der Träger 8 und auch variable Neigungen der Basisoberfläche 1
verändern den Höhenunterschied zwischen Prisma und Arbeitsteil 4.
[0034] Um aus der Positionshöhe des Prismas 11 eine möglichst genaue Arbeitshöhe ableiten
zu können, soll mindestens ein Wert mindestens einer Referenzbestimmung für die Berechnung
der Arbeitshöhe beim Arbeitsteil verwendet werden.
[0035] Die Laser-Totalstation 12 ist mit einer nicht dargestellten Auswerte- und Steuereinrichtung
zum Auswerten der Lageinformation des Positionselementes - hier des Prismas 11 - und
zum Bereitstellen von Steuersignalen zum Steuern der Strassenbearbeitungsmaschine
2 und zum Steuern der Höhenverstellung des Arbeitsteiles 4 verbunden. Ebenfalls der
mindestens eine Referenzsensor zum Durchführen mindestens einer Referenzbestimmung
ist mit der Steuereinrichtung verbunden. Mindestens ein Teil der Verbindungen sind
als Funkverbindungen ausgebildet. Die Steuereinrichtung ist vorzugsweise auf der Strassenbearbeitungsmaschine
2 angeordnet, könnte aber gegebenenfalls auch bei der Laser-Totalstation 12 angeordnet
sein. Wenn die Steuereinrichtung auf der Maschine 2 angeordnet ist, so können die
Verbindungen zu Sensoren und Betätigungsvorrichtungen als Leitungsverbindungen ausgebildet
werden.
[0036] Gemäss Fig.1 wird im Rahmen einer ersten Ausführungsform vorgeschlagen eine feste
Verbindung 13 von einem der Träger 8 zum Prisma 11 auszubilden. Diese Verbindung 13
umfasst beispielsweise ein im Wesentlichen horizontal verlaufendes Verbindungsteil
13a und ein damit verbundenes vertikal verlaufende Verbindungsteil 13b. Wenn das Prisma
11 über eine feste Verbindung mit dem Arbeitsteil 4 verbunden ist, so kann für jede
mögliche Ausrichtungslage dieser Verbindung 13 ein effektiver Höhenunterschied zwischen
dem Prisma 11 und einem Punkt beim Arbeitsteil 4 ermittelt werden. Für die Ermittlung
des effektiven Höhenunterschiedes ist es am genauesten, wenn die Neigung der direkten
Verbindungslinie zwischen dem Prisma und dem Punkt beim Arbeitsteil 4, also ein Winkel
zur Vertikalen oder zur Horizontalen, ermittelt wird. Dazu kann ein Neigungssensor
14 ausgerichtet in Richtung der direkten Verbindungslinie an einem Teil der festen
Verbindung 13 befestigt werden.
[0037] In der dargestellten Ausführungsform ist der Neigungssensor 14 am horizontal verlaufenden
Verbindungsteil 13a befestigt. Gegebenenfalls wird auch noch ein zweiter Neigungssensor,
senkrecht zum ersten Neigungssensor ausgerichtet, an der festen Verbindung angeordnet,
so dass die Neigung der festen Verbindung in zwei verschiedenen Richtungen erfasst
werden kann. Ein quer zur Fahrtrichtung angebrachter Neigungssensor kann somit Zusatzinformationen
bereitstellen.
[0038] Gemäss Fig. 2 wird im Rahmen einer zweiten Ausführungsform zur Referenzbestimmung
beim Prisma 11 mit einer ersten Distanzmesseinrichtung 15 mindestens eine erste Distanzmessung
zur Basisoberfläche 1 und zeitlich versetzt beim Arbeitsteil 4 mit einer zweiten Distanzmesseinrichtung
16 mindestens eine zweite Distanzmessung zur Basisoberfläche 1 durchgeführt. Der Zeitversatz
zwischen zusammen gehörenden Messungen soll anhand der Fahrgeschwindigkeit so gewählt
werden, dass die beiden Messungen im Wesentlichen an der gleichen Referenzstelle erfolgen.
Zwischen dem Prisma 11 und dem Arbeitsteil 4 muss nun keine feste Verbindung vorliegen.
Das Prisma ist über eine Haltestange 13c mit der Strassenbearbeitungsmaschine 2 verbunden.
[0039] Zwischen dem Prisma 11 und der ersten Distanzmesseinrichtung 15 ist in vertikaler
Richtung ein fester und in horizontaler Richtung im Wesentlichen ein verschwindender
Abstand gegeben. Analog muss zwischen dem Arbeitsteil 4 und der zweiten Distanzmesseinrichtung
16 in vertikaler Richtung ein fester und in horizontaler Richtung ein möglichst kleiner
Abstand gegeben sein. Weil beim Arbeitsteil 4 Asphaltmaterial 5 von einem Verteilorgan
6 verteilt wird, muss vorzugsweise die zweite Distanzmessung direkt vor dem Verteilorgan
6 durchgeführt werden, damit die Basisoberfläche noch freiliegt. Wenn die Distanzmessung
seitlich neben dem ausgetragenen Asphalt gemacht wird, so kann sie auch direkt neben
dem Arbeitsteil durchgeführt werden. Es versteht sich von selbst, dass die Anordnung
der zweiten Distanzmesseinrichtung 16 an das jeweilige Arbeitsteil 4 angepasst werden
kann.
[0040] Es versteht sich von selbst, dass auch Verfahren mit mindestens einer Neigungsbestimmung
und zusätzlich mindestens einer ersten Distanzmessung zur Basisoberfläche 1 sowie
zeitlich versetzt beim Arbeitsteil 4 mindestens einer zweiten Distanzmessung zur Basisoberfläche
1 vorteilhaft eingesetzt werden können.
1. Verfahren zum Kontrollieren des Fahrweges einer auf einer Basisoberfläche (1) fahrenden
Strassenbearbeitungsmaschine (2) und der Arbeitshöhe eines daran höhenverstellbar
angeordneten Arbeitsteiles (4) bei welchem Verfahren die räumliche Lage eines Positionselementes
(11) erfasst, gegebenenfalls aus mindestens zwei räumlichen Lagen, insbesondere zu
zwei Zeitpunkten oder aus zwei Positions-Koordinaten, eine Fahrrichtung ermittelt,
und die Arbeitshöhe des Arbeitsteiles (4) bestimmt wird, wobei
- die Arbeitshöhe mit einer Sollhöhe, und/oder
- die erfasste Lage mit einer Solllage und/oder
- die ermittelte Fahrrichtung mit einer Sollrichtung verglichen werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Positionselement (11) an einer Position angeordnet ist, die horizontal vom Arbeitsteil
(4) entfernt ist, und dass die Positionshöhe der räumlichen Lage des Positionselementes
(11) unter Verwendung mindestens eines Wertes mindestens einer Referenzbestimmung
in die Arbeitshöhe beim Arbeitsteil (4) umgerechnet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Positionselement (11) und dem Arbeitsteil (4) eine feste Verbindung ausgebildet
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Referenzbestimmung mindestens eine Neigungsbestimmung mit einem an der festen
Verbindung angeordneten Neigungssensor (14) durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Referenzbestimmung zwei Neigungsbestimmungen durch zwei an der festen Verbindung
angeordnete, unterschiedlich ausgerichtete Neigungssensoren (14) durchgeführt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
aus der mindestens einen Neigungsbestimmungen ein Höhenunterschied zwischen der Positionshöhe
des Positionselementes (11) und der Arbeitshöhe beim Arbeitsteil (4) abgeleitet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Referenzbestimmung beim Positionselement (11) mindestens eine erste Distanzmessung
zur Basisoberfläche (1) und zeitlich versetzt beim Arbeitsteil (4) mindestens eine
zweite Distanzmessung zur Basisoberfläche (1) durchgeführt wird, wobei der Zeitversatz
anhand der Fahrgeschwindigkeit oder einer Positionsbestimmung so gewählt wird, dass
die beiden Messungen im Wesentlichen an der gleichen Referenzstelle erfolgen.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
aus der Positionshöhe des Positionselementes (11) und der mindestens einen ersten
Distanzmessung die Lage der Referenzstelle abgeleitet wird und beim Fahren der Strassenbearbeitungsmaschine
vorzugsweise eine Basishöhe der Basisoberfläche (1) zumindest entlang einer Linie
erfasst wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
aus der Positionshöhe des Positionselementes (11), der mindestens einen ersten Distanzmessung
und der mindestens einen zweiten Distanzmessung mindestens eine Arbeitshöhe abgeleitet
wird und beim Fahren der Strassenbearbeitungsmaschine vorzugsweise die Arbeitshöhe
des Arbeitsteiles (4) zumindest entlang einer Linie erfasst wird.
9. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens zum Kontrollieren des Fahrweges einer
auf einer Basisoberfläche (1) fahrenden Strassenbearbeitungsmaschine (2) und der Arbeitshöhe
eines daran höhenverstellbar angeordneten Arbeitsteiles (4), mit einem Positionselement
(11), mindestens einer Station (12) zum Erfassen der räumlichen Lage des Positionselementes
(11), einer Auswerte- und Steuereinrichtung zum Auswerten der Lageinformation des
Positionselementes (11) und zum Bereitstellen von Steuerinformationen für das Steuern
der Strassenbearbeitungsmaschine (2) und der Höhenverstellung des Arbeitsteiles (4),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung mindestens einen Referenzsensor (14, 15, 16) zum Durchführen mindestens
einer Referenzbestimmung umfasst, wobei die Positionshöhe eines entfernt vom Arbeitsteil
(4) angeordneten Positionselementes (11) unter Verwendung mindestens eines vom Referenzsensor
(14, 15, 16) abgeleiteten Referenzwertes in eine Arbeitshöhe beim Arbeitsteil (4)
umzurechnen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Referenzsensor als Neigungssensor (14) ausgebildet ist, der an einer
festen Verbindung (13) zwischen dem Positionselement (11) und dem Arbeitsteil (4)
anzuordnen ist und einen Höhenunterschied zwischen der Positionshöhe des Positionselementes
(11) und der Arbeitshöhe des Arbeitsteiles (4) ableitbar macht.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens zwei Referenzsensoren als erster und zweiter Distanzsensor (15, 16) ausgebildet
sind, wobei der erste Distanzsensor (15) beim Positionselement (11) und der zweite
(16) beim Arbeitsteil (4) anzuordnen sind, so dass Distänzmessungen zur Basisoberfläche
(1) anhand der Fahrgeschwindigkeit so zeitlich versetzt erfasst werden, dass die beiden
Messungen im Wesentlichen an der gleichen Referenzstelle erfolgen.