[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauarbeitsgerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
mit einem Mast, einem an einer Vorderseite des Mastes längsverschiebbar geführten
Schlitten zur Halterung eines Werkzeuges, mindestens einer längs des Mastes angeordneten
Antriebskette für den Schlitten, mindestens einem drehbar am Schlitten gelagerten
Antriebsritzel, das mit der Antriebskette in Eingriff steht, und zumindest einer Antriebseinrichtung
zum drehenden Antreiben des Antriebsritzels zum Längsverschieben des Schlittens.
[0002] Ein gattungsgemäßes Bauarbeitsgerät ist aus der JP 10-266762 A bekannt. Diese Druckschrift
beschreibt ein Bauarbeitsgerät mit einem Fahrgestell, an dessen Oberwagen vorderseitig
ein Mast angeordnet ist. An der Vorderseite dieses Mastes ist ein Schlitten längsverschiebbar
geführt. An diesem Schlitten ist, vorderhalb der Vorderseite des Mastes, eine Halterung
für ein Bohrwerkzeug angeordnet. Links- und rechtsseitig des Mastes, d.h. an den beiden
an die Vorderseite des Mastes angrenzenden Längsseiten des Mastes, erstreckt sich
jeweils eine Antriebskette längs am Mast entlang. Zum aktiven Verschieben des Schlittens
ist links- und rechtsseitig des Mastes jeweils ein mit dem Schlitten verbundenes und
mit einem Antrieb versehenes Antriebsritzel vorgesehen, das in die jeweilige Antriebskette
eingreift.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein besonders zuverlässiges und kompaktes gattungsgemäßes
Bauarbeitsgerät anzugeben.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Bauarbeitsgerät mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0005] Das erfindungsgemäße Bauarbeitsgerät ist dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebskette
und das Antriebsritzel in Richtung des Schlittens vor der Vorderseite des Mastes angeordnet
sind.
[0006] Ein Grundgedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, die Antriebskette und das
Antriebsritzel nicht links- oder rechtsseitig des Mastes vorzusehen, sondern diese
Bauteile an der Vorderseite des Mastes anzuordnen, an welcher insbesondere auch das
Werkzeug beziehungsweise eine Aufnahme, d.h. Halterung, für das Werkzeug vorgesehen
ist. Durch die erfindungsgemäße Anordnung von Antriebsritzel und Antriebskette an
der Vorderseite des Mastes kann ein seitlicher Überstand des Schlittens am Mast verringert
werden und somit ein besonders kompakter Schlitten erhalten werden. Dies ist insbesondere
dann von Vorteil, wenn der Mast für den Transport des Bauarbeitsgerätes um eine etwa
parallel zur Vorderseite des Mastes verlaufende Schwenkachse an einem Fahrgestell
verschwenkbar ist, da hier erfindungsgemäß am Fahrgestell keine Freiräume zur Aufnahme
seitlich am Mast vorstehender Antriebsritzel vorgesehen werden müssen.
[0007] Dadurch, dass das Antriebsritzel erfindungsgemäß nicht seitlich am Schlitten hervorsteht
sondern vorderseitig des Mastes in einem Bereich angeordnet ist, in dem auch die Aufnahme
vorgesehen ist, ist das Antriebsritzel, beispielsweise durch die Aufnahme und/oder
das hierin aufgenommene Werkzeug, besonders gut vor äußeren Einwirkungen geschützt,
was die Zuverlässigkeit des erfindungsgemäßen Bauarbeitsgerätes erhöht. Daneben erlaubt
es die erfindungsgemäße Anordnung von Antriebsritzel und Antriebskette, den Schlitten
seitens seiner Aufnahme durch Spannen der Antriebskette an die Vorderseite des Mastes
zu pressen, was eine besonders zuverlässige Schlittenführung gewährleistet.
[0008] Unter der Vorderseite des Mastes kann erfindungsgemäß eine Längsseite des geeigneterweise
mit zumindest näherungsweise rechteckigem Querschnitt ausgebildeten Mastes verstanden
werden. Die Vorderseite des Mastes ist vorteilhafter Weise zumindest annähernd eben
ausgebildet. Unter einer erfindungsgemäßen Anordnung eines Elementes vor der Vorderseite
kann insbesondere verstanden werden, dass dieses Element auf einer außerhalb des Mastes
verlaufenden Senkrechten zu der Vorderseite liegt. Bevorzugt weist der Mast zumindest
eine seitlich am Mast vorstehende Führungsschiene auf, wobei die Vorderseite des Mastes
auch die Vorderseite dieser Führungsschiene umfassen kann. Unter der Vorderseite des
Mastes kann insbesondere die Mastseite verstanden werden an der die Halterung für
das Werkzeug am Schlitten vorgesehen ist.
[0009] Bei dem Werkzeug kann es sich beispielsweise um ein Bodenbearbeitungswerkzeug, insbesondere
um einen Bohrer mit Bohrgestänge oder um ein Injektionsgestänge, handeln.
[0010] Die Zuverlässigkeit des erfindungsgemäßen Bauarbeitsgerätes kann weiter dadurch erhöht
werden, dass zwei Antriebsketten und zwei Antriebsritzel vorgesehen sind, die bevorzugt
zumindest annähernd achsparallel, insbesondere koaxial, am Schlitten angeordnet sind.
Die achsparallele bzw. koaxiale Anordnung ist dabei insbesondere hinsichtlich der
Drehachsen der Ritzel zu verstehen. Durch diese erfindungsgemäße Anordnung zweier
Antriebsritzel und zweier Antriebsketten kann der vorderseitige Anpressdruck des Schlittens
an den Mast weiter erhöht werden und somit die Zuverlässigkeit der vorderseitigen
Schlittenführung weiter verbessert werden. Daneben kann auch die seitliche Führung
des Schlittens verbessert werden. Die koaxiale Anordnung der beiden Antriebsritzel
erlaubt darüber hinaus eine besonders einfache Ausführung der Antriebseinrichtung
zum drehenden Antreiben dieser Antriebsritzel. Insbesondere kann eine gemeinsame Antriebswelle
für beide Antriebsritzel vorgesehen sein. Grundsätzlich ist es erfindungsgemäß auch
möglich, drei oder mehr Antriebsketten und/oder drei oder mehr Antriebsritzel vorzusehen.
Es kann auch vorgesehen sein, dass in die mindestens eine Antriebskette je zwei oder
mehr Antriebsritzel eingreifen. Sind mehrere Antriebsketten und/oder Antriebsritzel
vorgesehen, so sind diese vorteilhafterweise in Richtung des Schlittens vor der Vorderseite
des Mastes angeordnet. Zusätzlich zur mindestens einen Antriebskette und dem mindestens
einen Antriebsritzel können auch weitere Ketten und/oder Ritzel, z.B. seitlich am
Mast, vorgesehen sein.
[0011] Besonders bevorzugt ist es nach der Erfindung weiter, dass die Vorderseite des Mastes
mindestens eine Führungseinrichtung für den Schlitten mit einer Führungsfläche aufweist.
Die Führungseinrichtung kann beispielsweise mindestens eine Führungsschiene aufweisen,
die sich insbesondere links- und/oder rechtsseitig des Mastes längs an diesem erstreckt,
sowie mindestens ein am Schlitten angeordnetes Führungselement, das an der Führungsschiene
anliegt. Vorteilhafter Weise ist beiderseits des Mastes jeweils eine Führungsschiene
vorgesehen. Die Führungsfläche erstreckt sich geeigneter Weise an der Vorderseite
des Mastes. Es können jedoch grundsätzlich auch anders angeordnete Führungsflächen
vorgesehen sein.
[0012] Besonders vorteilhaft ist ferner, dass die Drehachse des mindestens einen Antriebsritzels
zumindest annähernd parallel zu der Führungsfläche gerichtet ist. Hierdurch kann eine
besonders zuverlässige Führung des Schlittens an der Führungsfläche erreicht werden.
[0013] Es kann beispielsweise vorgesehen sein, die mindestens eine Antriebskette so anzuordnen,
dass sie auf ihrer gesamten Länge am Mast entlang zumindest annähernd in Form einer
Geraden verläuft. Besonders bevorzugt ist es jedoch, dass die mindestens eine Antriebskette
das zugehörige Antriebsritzel auf einer dem Mast abgewandten Ritzelvorderseite unter
Erzeugung einer zur Vorderseite des Mastes gerichteten Andruckkraft umläuft. Bei einer
derartigen Anordnung wird der Schlitten durch die Andruckkraft an die Vorderseite
des Mastes, insbesondere an die Führungsfläche, gepresst, was eine besonders zuverlässige
Führung auch bei wechselnden Lasten an der Aufnahme erlaubt.
[0014] Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Bauarbeitsgerätes besteht darin,
dass eine Spanneinrichtung, insbesondere mit einem hydraulischen Spannzylinder, zum
Einstellen einer Spannkraft der mindestens einen Antriebskette vorgesehen ist. Sofern
das Arbeitsgerät mehrere Antriebsketten aufweist, kann jede dieser Antriebsketten
mit einer eigenständigen Spanneinrichtung versehen werden. Es kann aber auch eine
gemeinsame Spanneinrichtung für mehrere Antriebsketten vorgesehen werden. Da erfindungsgemäß
die Antriebsketten auf derselben Mastseite angeordnet sind, kann eine solche gemeinsame
Spanneinrichtung in konstruktiv besonders einfacher Weise ausgeführt werden. So kann
beispielsweise ein gemeinsames Spannjoch vorgesehen sein, an dem die Enden mehrerer
Antriebsketten angeordnet sind, und das zum Spannen dieser Antriebsketten beispielsweise
einen gemeinsamen Spannzylinder oder einen sonstigen Spannantrieb aufweist.
[0015] Eine besonders zuverlässige Führung der mindestens einen Antriebskette am mindestens
einen Antriebsritzel kann dadurch gegeben sein, dass oberhalb und/oder unterhalb des
mindestens einen Antriebsritzels jeweils mindestens ein Führungszahnrad vorgesehen
ist, das mit der mindestens einen Antriebskette in Eingriff steht. Sind mehrere Antriebsritzel
und Antriebsketten vorgesehen, ist geeigneter Weise oberhalb und/oder unterhalb jedes
der Antriebsritzel je mindestens ein Führungszahnrad vorgesehen, das mit der dem Antriebsritzel
zugeordneten Antriebskette in Eingriff steht. Im Zusammenhang mit der Erfindung sind
die Angaben oberhalb und unterhalb bezogen auf die Längsrichtung des Mastes zu verstehen.
Unter der Mastunterseite kann dabei insbesondere die Seite verstanden werden, an der
das Werkzeug am Mast vortritt. Grundsätzlich kann der Mast vertikal verlaufen, er
kann jedoch auch geneigt sein oder horizontal verlaufen. Sofern das Bauarbeitsgerät
Führungszahnräder aufweist, umläuft die Antriebskette diese Führungszahnräder geeigneter
Weise auf einer dem Mast zugewandten Zahnradrückseite.
[0016] Sofern mehrere Antriebsritzel vorgesehen sind, ist es erfindungsgemäß möglich, dass
diese Antriebsritzel jeweils eine eigene Antriebseinrichtung aufweisen. Besonders
bevorzugt ist es jedoch, dass die Antriebsritzel eine gemeinsame Antriebseinrichtung
aufweisen. Hierdurch kann ein besonders wirtschaftliches Bauarbeitsgerät erhalten
werden. Die erfindungsgemäße Anordnung der Antriebsritzel an derselben Mastseite erlaubt
dabei eine besonders einfache Ausführung der gemeinsamen Antriebseinrichtung. So kann
beispielsweise eine gemeinsame Antriebswelle für die Antriebsritzel vorgesehen sein,
so dass ein Getriebe der Antriebseinrichtung besonders einfach ausgeführt werden kann.
Geeigneter Weise weist die Antriebseinrichtung neben einem Getriebe einen Antriebsmotor,
insbesondere einen Hydraulikdrehmotor auf.
[0017] Ein konstruktiv besonders einfaches Bauarbeitsgerät kann dadurch erhalten werden,
dass die Antriebsritzel identisch ausgeführt sind.
[0018] Soll das in der Halterung aufzunehmende Werkzeug im Betrieb gedreht werden, ist es
erfindungsgemäß, dass der Schlitten einen Kraftdrehkopf aufweist. Ein derartiger Kraftdrehkopf
weist einen Antrieb, insbesondere einen Hydraulikantrieb auf, mit dem die Aufnahme
und somit das hierin aufnehmbare Werkzeug drehend antreibbar ist. Ein derartiger Kraftdrehkopf
kann beispielsweise vorgesehen sein, wenn es sich bei dem Werkzeug um einen Bohrer
und/oder ein Injektionsgestänge handelt.
[0019] Ein konstruktiv besonders einfaches und zugleich zuverlässiges Bauarbeitsgerät kann
dadurch erhalten werden, dass der Schlitten zwei, insbesondere zumindest annähernd
parallel verlaufende, Stirnplatten aufweist, an denen jeweils ein Antriebsritzel,
insbesondere einander zugewandt, angeordnet ist. Bei der einander zugewandten Anordnung
der Antriebsritzel werden diese, sowie die gegebenenfalls umlaufenden Antriebsketten,
durch die Stirnplatten in besonders einfacher und wirkungsvoller Weise von Umgebungseinflüssen
geschützt und somit die Zuverlässigkeit des Bauarbeitsgerätes erhöht. Vorteilhafter
Weise ist auch die zumindest eine Antriebseinrichtung an den Stirnplatten vorgesehen.
Bei einem konstruktiv besonders einfachen Bauarbeitsgerät verlaufen die Stirnplatten
zumindest annähernd parallel zur linken und/oder rechten Mastseite. Grundsätzlich
können die beiden Stirnplatten auch mehrteilig ausgebildet sein. So können die Stirnplatten
beispielsweise einen oberen Plattenteil und einen unteren Plattenteil aufweisen, wobei
diese Teile gegebenenfalls lösbar miteinander verbunden und/oder gegeneinander bedämpft
sein können. Dies kann insbesondere dann von Vorteil sein, wenn der Schlitten mehrteilig
ausgeführt ist und ein unterer Schlittenteil für besonders kompakte Transportabmessungen
gegenüber einem oberen Schlittenteil verschwenkbar ist.
[0020] Ein besonders robustes Bauarbeitsgerät ist dadurch gegeben, dass der Schlitten zumindest
zwei Verbindungselemente aufweist, mittels derer die beiden Stirnplatten sowohl oberhalb
als auch unterhalb der beiden Antriebsritzel verbunden sind. Vorteilhafter Weise ist
in einem unteren Verbindungselement der beiden Verbindungselemente die Aufnahme sowie
gegebenenfalls ein der Aufnahme zugeordneter Drehantrieb angeordnet, während ein oberes
Verbindungselement als Joch ausgebildet ist. Insbesondere kann das obere Verbindungselement
die oberen Plattenteile der Stirnplatten verbinden und das untere Verbindungselement
die unteren Plattenteile.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher
beschrieben, das in der einzigen Figur dargestellt ist.
[0022] Es zeigt schematisch:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Bauarbeitsgerätes mit nur teilweise
dargestelltem, geschnittenem Mast.
[0023] Ein erfindungsgemäßes Bauarbeitsgerät ist schematisch in Figur 1 dargestellt. Das
Bauarbeitsgerät weist einen Mast 10 auf, der an einem nicht dargestellten Baufahrzeug,
insbesondere schwenkbar, angeordnet sein kann. Der Mast 10 weist einen annähernd U-förmigen
Querschnitt auf. An der Vorderseite 5 des Mastes 10, die im Querschnitt zwischen den
beiden Schenkeln des U-förmigen Querschnitts ausgebildet ist, ist ein Schlitten 20
am Mast 10 längsverschiebbar gelagert.
[0024] Der Schlitten 20 weist eine hülsenartige Aufnahme 24 auf, in der ein Durchgang mit
etwa kreisförmigem Querschnitt zur Aufnahme eines Bodenbearbeitungswerkzeuges ausgebildet
ist. Daneben sind im Inneren der hülsenartigen Aufnahme 24 drei längs verlaufende
Nuten 25 zur formflüssigen Verbindung der Aufnahme 24 mit dem darin aufzunehmenden
Bohrwerkzeug vorgesehen. Der Schlitten 20 weist ferner einen hydraulischen Drehantrieb
23 zum drehenden Antreiben der Aufnahme 24 mitsamt dem darin aufgenommenen Werkzeug
auf.
[0025] Zur Führung des Schlittens 20 am Mast 10 sind an der Vorderseite 5 des Mastes zwei
Führungsschienen 50, 50' vorgesehen, die auf der rechten Mastseite 8 bzw. auf der
linken Mastseite 7 am Mast 10 hervorstehen. Vorderseitig an diesen Führungsschienen
50, 50' sind Führungsflächen 53, 53' ausgebildet, an denen der Schlitten 20 über hieran
ausgebildete, L-förmige Führungselementen 57, 57' zur Anlage kommt.
[0026] Zum aktiven Längsverschieben des Schlittens 20 entlang des Mastes 10 sind zwei lediglich
abschnittsweise dargestellte Antriebsketten 30, 30' vorgesehen, in welche der Schlitten
20 eingehängt ist. Die Antriebsketten 30, 30' verlaufen dabei an der Vorderseite 5
des Mastes 10 vor den Führungsflächen 53, 53' der Führungsschienen 50, 50' längs am
Mast 10 entlang.
[0027] Am Schlitten 20 sind zwei angetriebene Antriebsritzel 40, 40' vorgesehen, wobei in
der Darstellung der Figur 1 vom Antriebsritzel 40' nur ein kleiner Ausschnitt erkennbar
ist. Die beiden Antriebsritzel sind koaxial zueinander angeordnet und weisen jeweils
eine eigene, als Hydraulikdrehmotor ausgeführte Antriebseinrichtung 49, 49' auf.
[0028] Die Führung der Antriebsketten 30, 30' um die jeweiligen Antriebsritzel 40, 40' herum
wird im Folgenden am Beispiel des rechtsseitig angeordneten Antriebsritzels 40 beschrieben.
Die Kettenführung am linksseitigen Antriebsritzel 40' ist in gleicher Weise ausgebildet.
[0029] Die Antriebskette 30 läuft oberseitig am Schlitten 20 in ein oberes Führungszahnrad
42 ein. Um dieses obere Führungszahnrad 42 ist die Antriebskette 30 auf einer dem
Mast 10 zugewandten Zahnradrückseite herumgeführt und verläuft von dort zum Antriebsritzel
40. Um dieses Antriebsritzel 40 ist die Antriebskette 30 an einer dem Mast 10 abgewandten
Ritzelvorderseite herumgeführt. Vom Antriebsritzel 40 wiederum verläuft die Antriebskette
30 zu einem unteren Führungszahnrad 43, um welches die Antriebskette 30 erneut an
einer dem Mast 10 zugewandten Zahnradrückseite herumgeführt ist. Am unteren Führungszahnrad
43 läuft die Antriebskette 30 aus dem Schlitten 20 aus und weiter längs des Mastes
10 entlang. Die beiden Führungszahnräder 42 und 43 sind identisch ausgeführt und mit
gleichem Abstand zum Antriebsritzel 40 angeordnet. Entsprechende Führungszahnräder
sind auch linksseitig am Schlitten 20 um das Antriebsritzel 40' herum angeordnet.
[0030] Der Schlitten 20 weist ein unteres, als Kraftdrehkopf ausgebildetes Verbindungselement
67 auf, in welchem die Aufnahme 24 sowie der Drehantrieb 23 vorgesehen sind. An diesem
unteren Verbindungselement 67 sind rechts- und linksseitig je eine Stirnplatte 60,
60' angeordnet, wobei die beiden Stirnplatten 60, 60' etwa parallel zur rechten Mastseite
8 sowie zur linken Mastseite 7 laufen. An diesen Stirnplatten 60, 60' sind die beiden
Antriebseinrichtungen 49, 49' für die Antriebsritzel 40, 40' vorgesehen. Die Antriebsritzel
40, 40' selbst sind dabei einander zugewandt und schlitteninnenseitig an den beiden
Stirnplatten 60, 60' vorgesehen. Aufgrund dieser Anordnung sind die beiden Antriebsritzel
40, 40' sowie die umlaufenden Antriebsketten 30, 30' durch die Stirnplatten 60, 60'
vor Umgebungseinflüssen geschützt.
[0031] Oberseitig sind die beiden Stirnplatten 60, 60' durch ein als Joch ausgebildetes,
oberes Verbindungselement 66 verbunden. Ebenfalls oberseitig an den Stirnplatten 60,
60' sind die Führungselemente 57, 57' angeordnet. Entsprechende, nicht dargestellte
Führungselemente können aber auch am unteren Verbindungselement 67 vorgesehen sein.
[0032] Wie insbesondere am Beispiel der linksseitig angeordneten Stirnplatte 60' gezeigt
ist, sind die beiden Stirnplatten 60, 60' zweiteilig ausgebildet und weisen jeweils
eine obere Teilplatte 62 sowie eine untere Teilplatte 63 auf. Die untere Teilplatte
63 ist dabei am unteren Verbindungselement 67 über Bolzenverbindungen angelenkt. Gegebenenfalls
können die beiden Teilplatten 62, 63 lösbar ausgeführt sein, wobei gegebenenfalls
das untere Verbindungselement 66 gegenüber dem oberen Verbindungselement 67 verschwenkbar
ausgebildet sein kann. Zwischen den beiden Teilplatten 62, 63 können auch Dämpfungselemente
vorgesehen sein, die den unteren Schlittenteil gegenüber dem oberen Schlittenteil
bedämpfen.
[0033] Die beiden Antriebsritzel 40, 40' weisen eine gemeinsame Drehachse auf, welche parallel
zur Vorderseite 5 des Mastes 10, insbesondere zu den beiden Führungsflächen 53, 53',
und senkrecht zur Längsrichtung des Mastes 10 verläuft.
1. Bauarbeitsgerät mit
- einem Mast (10),
- einem an einer Vorderseite (5) des Mastes (10) längsverschiebbar geführten Schlitten
(20) zur Halterung eines Werkzeuges,
- mindestens einer längs des Mastes (10) angeordneten Antriebskette (30, 30') für
den Schlitten (20),
- mindestens einem drehbar am Schlitten (20) gelagerten Antriebsritzel (40, 40'),
das mit der Antriebskette (30, 30') in Eingriff steht, und
- zumindest einer Antriebseinrichtung (49, 49') zum drehenden Antreiben des Antriebsritzels
(40, 40') zum Längsverschieben des Schlittens (20),
dadurch gekennzeichnet ,
- dass die Antriebskette (30, 30') und das Antriebsritzel (40, 40') in Richtung des Schlittens
(20) vor der Vorderseite (5) des Mastes (10) angeordnet sind.
2. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zwei Antriebsketten (30, 30') und zwei Antriebsritzel (40, 40') vorgesehen sind,
die bevorzugt zumindest annähernd achsparallel, insbesondere koaxial, am Schlitten
(20) angeordnet sind.
3. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Vorderseite (5) des Mastes (10) mindestens eine Führungseinrichtung für den Schlitten
(20) mit einer Führungsfläche (53, 53') aufweist.
4. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehachse des mindestens einen Antriebsritzels (40, 40') parallel zu der Führungsfläche
(53, 53') gerichtet ist.
5. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die mindestens eine Antriebskette (30, 30') das zugehörige Antriebsritzel (40, 40')
auf einer dem Mast (10) abgewandten Ritzelvorderseite unter Erzeugung einer zur Vorderseite
(5) des Mastes (10) gerichteten Andruckkraft umläuft.
6. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet ,
dass eine Spanneinrichtung, insbesondere mit einem hydraulischen Spannzylinder, zum Einstellen
einer Spannkraft der mindestens einen Antriebskette (30, 30') vorgesehen ist.
7. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet ,
dass oberhalb und/oder unterhalb des mindestens einen Antriebsritzels (40, 40') jeweils
mindestens ein Führungszahnrad (42, 43) vorgesehen ist, das mit der mindestens einen
Antriebskette (30, 30') in Eingriff steht.
8. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Antriebsritzel (40, 40') eine gemeinsame Antriebseinrichtung aufweisen.
9. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Antriebsritzel (40, 40') identisch ausgeführt sind.
10. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Schlitten (20) einen Kraftdrehkopf aufweist.
11. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Schlitten zwei, insbesondere zumindest annähernd parallel verlaufende, Stirnplatten
(60, 60') aufweist, an denen jeweils ein Antriebsritzel (40, 40'), insbesondere einander
zugewandt, angeordnet ist.
12. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Schlitten (20) zumindest zwei Verbindungselemente (66, 67) aufweist, mittels
derer die beiden Stirnplatten (60, 60') sowohl oberhalb als auch unterhalb der beiden
Antriebsritzel (40, 40') verbunden sind.