[0001] Die Erfindung betrifft einen Turbolader gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Ein derartiger Turbolader ist aus der EP 1 398 463 A1 bekannt. Bei diesem Turbolader
ist um dessen Welle herum auf der Turbinenseite ein Hitzeschild vorgesehen, der dazu
dient, das Lagergehäuse vor Beschädigungen durch überhöhte Temperaturen aufgrund der
durch die Turbine strömenden Abgase des Verbrennungsmotors zu schützen. Der bekannte
Hitzeschild besteht aus einem einlagigen Bauteil, dessen Wärmedämmeigenschaften jedoch
verbesserungsbedürftig sind.
[0003] In der EP 0 160 460 B1 ist eine weitere Anordnung dargestellt, wobei hier eine Scheibenfeder
zum Einsatz kommt, die eine axiale Vorspannkraft auf den axial zu fixierenden Schaufellagerring
ausübt. Die Funktion der Wärmedämmung ist aufgrund der Turbinenradferne an dieser
Stelle nicht gefordert.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Turbolader der im Oberbegriff
des Anspruches 1 angegebenen Art zu schaffen, der zum einen mittels Scheibenfeder
eine axiale Fixierung der Kartusche der variablen Turbinengeometrie in Turbinenradnähe
gewährleistet und zum anderen mittels Hitzeschild eine verbesserte Wärmedämmung in
Richtung des Lagergehäuses ermöglicht.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0006] Die Scheibenfeder des erfindungsgemäßen Turboladers ist aus zumindest zwei, gegebenenfalls
jedoch mehreren Materiallagen ausgebildet und beinhaltet sowohl die Funktion der Vorspannkrafterzeugung
als auch die Verbesserung der Abschirmfunktion durch Erhöhung des Wärmewiderstandes.
Dadurch ist es möglich, die Funktion, insbesondere auch bei erhöhten Abgastemperaturen,
sicherzustellen.
[0007] Zusätzlich kann u. U. vorteilhafterweise auf eine Flüssigkeitskühlung des Lagergehäuses
verzichtet werden.
[0008] Die Unteransprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zum Inhalt.
[0009] Durch das Vorsehen mehrerer Materiallagen wird es möglich, zur weiteren Verbesserung
der Vorspannkraft- und/oder der Wärmedämmeigenschaften zwischen den Materiallagen
einen Luftspalt vorzusehen.
[0010] Hierzu ist es vorzugsweise möglich, eine der Materiallagen topfartig bzw. topfähnlich
mit einem erhöhten umlaufenden Rand auszubilden, während die andere Materiallage vorzugsweise
als ebene Scheibe ausgebildet ist.
[0011] Die Materiallagen können sowohl ein einstückiges Teil bilden wie auch zwei separate
Teile, die im Montagezustand aufeinander aufliegen.
[0012] Ferner ist es grundsätzlich möglich, dass die Materiallagen aus demselben Material
bestehen oder dass unterschiedliche Materialien gewählt werden.
[0013] In Anspruch 10 ist ein Hitzeschild für einen erfindungsgemäßen Turbolader als selbständig
handelbares Objekt definiert.
[0014] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus nachfolgender Beschreibung anhand der Zeichnung. Darin zeigt:
- Fig. 1
- einen Teil eines erfindungsgemäßen Turboladers mit einer erfindungsgemäßen Scheibenfeder,
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Scheibenfeder,
und
- Fig. 3
- eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Scheibenfeder.
[0015] In Fig. 1 ist ein Teilbereich eines erfindungsgemäßen Turboladers 1 dargestellt,
da diese Darstellung für die Erläuterung der erfindungsgemäßen Prinzipien ausreichend
ist. Natürlich weist der Turbolader 1 sämtliche üblicherweise vorgesehenen Konstruktionselemente
auf, die, wie gesagt, in Fig. 1 jedoch zur Vereinfachung der Darstellung weggelassen
sind.
[0016] Somit ist in Fig. 1 ein Turbinengehäuse 2 einer Turbine dargestellt, das benachbart
zu einem Lagergehäuse 3 angeordnet ist. Dieses Lagergehäuse 3 ist zwischen dem Turbinengehäuse
2 und einem Verdichtergehäuse (nicht dargestellt) eines ebenfalls nicht gezeichneten
Verdichterrades angeordnet. Das Lagergehäuse 3 weist die Lagerung für eine Welle auf,
die in Fig. 1 durch die strichpunktierte Mittellinie W symbolisiert ist, da Fig. 1
nur den oberen Teilbereich des erfindungsgemäßen Turboladers 1 wiedergibt.
[0017] Die Welle W trägt die Turbine und das Verdichterrad und ist über eine geeignete Lageranordnung
im Lagergehäuse 3 gelagert.
[0018] Zwischen dem Lagergehäuse 3 und einer Kartusche K, die von einer VTG Scheibe 12 mit
axialem Anschlag 14 und einem Schaufellagerring 15 gebildet wird und die in dem Turbinengehäuse
2 axial verschieblich angeordnet ist, ist eine erfindungsgemäße Scheibenfeder 4 eingespannt,
die mehrlagig ausgebildet ist. Im Beispielsfalle sind hier zwei Materiallagen 5 und
6 vorgesehen, die nachfolgend anhand der Fig. 2 und 3 näher erläutert werden.
[0019] Fig. 1 verdeutlicht die Anordnung der Scheibenfeder 4 zwischen dem Turbinengehäuse
2 und dem Lagergehäuse 3, wobei sich aufgrund des abgestuften Aufbaues der Scheibenfeder
4 zwei Abstützbereiche 10, 11 ergeben, mit denen sich die Scheibenfeder, wie im Einzelnen
der Fig. 1 entnehmbar ist, an den entsprechenden Teilen des Turbinengehäuses 2 bzw.
der Kartusche der variablen Turbinengeometrie und des Lagergehäuses 3 abstützt.
[0020] In Fig. 2 ist eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Scheibenfeder 4 dargestellt.
Die beiden Materiallagen 5 und 6 sind bei dieser Ausführungsform einstückig miteinander
verbunden, so dass sich ein einheitliches Teil ergibt. Fig. 2 verdeutlicht, dass die
Materiallage 5, die die axiale Vorspannkraft aufbringt, eine topfähnliche Ausgestaltung
mit einem umlaufenden erhöhten Rand 13 aufweist. Ferner weist die Materiallage 5 eine
Mittelausnehmung 9 auf, die koaxial zu einer Mittelausnehmung 8 der Materiallage 6,
die als Hitzeschild für die Materiallage 5 dient, angeordnet ist, jedoch einen gleich
großen oder größeren Durchmesser hat. Zwischen den Materiallagen 5 und 6 ist ein Luftspalt
7 vorgesehen, der die Wärmedämmeigenschaften weiter verbessert.
[0021] In Fig. 3 ist eine alternative Ausführungsform der Scheibenfeder dargestellt, die
in dieser Figur mit der Bezugsziffer 4' in ihrer Gesamtheit bezeichnet ist. Alle übrigen
einander entsprechenden Teile sind mit den gleichen Bezugsziffern wie in Fig. 2 versehen.
[0022] Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß Fig. 2 sind hier die Materiallagen 5 und
6 separate getrennte Teile, die in Fig. 3 im Montagezustand, also in aufeinander aufliegender
Stellung dargestellt sind. Ansonsten kann auf die Beschreibung zu Fig. 2 verwiesen
werden.
[0023] Wie die Zusammenschau der Fig. 2 und 3 verdeutlicht, ist die Materiallage 6 in beiden
Fällen eine ebene Scheibe.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Turbolader/Abgasturbolader
- 2
- Turbinengehäuse
- 3
- Lagergehäuse
- 4, 4'
- Scheibenfeder
- 5, 6
- Materiallagen (5: Scheibenfederlage für Vorspannung; 6: Wärmeschutzlage für Lage 5
ohne Anlage/Berührung am Lagergehäuse)
- 7
- Luftspalt
- 8, 9
- Mittelausnehmungen
- 10, 11
- Anlagebereiche
- 12
- VTG Scheibe
- 13
- Erhöhter umlaufender Rand
- 14
- Axialer Anschlag
- 15
- Schaufellagerring
- 16
- Zentrierung der Kartusche K am Turbinengehäuse 2
- W
- Welle
- K
- Kartusche der variablen Turbinengeometrie
1. Turbolader (1)
- mit einem Turbinengehäuse (2) eines Turbinenrades;
- mit einer im Turbinengehäuse (2) angeordneten Kartusche (K) für die variable Turbinengeometrie;
- mit einem Lagergehäuse (3), das zwischen dem Turbinengehäuse (2) und einem Verdichtergehäuse
eines Verdichterrades angeordnet und in dem eine Lageranordnung für eine Welle (W)
angeordnet ist, die das Turbinenrad und das Verdichterrad trägt; und
- mit einer Scheibenfeder (4; 4'), die zwischen der Kartusche (K) und dem Lagergehäuse
(3) angeordnet ist;
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Scheibenfeder (4) aus zumindest zwei Materiallagen (5, 6) aufgebaut ist.
2. Turbolader nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Materiallagen (5, 6) ein Luftspalt (7) angeordnet ist.
3. Turbolader nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Materiallage (5) topfartig ausgebildet ist.
4. Turbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die andere Materiallage (6) als ebene Scheibe ausgebildet ist.
5. Turbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (5) die Kartusche (K) axial im Turbinengehäuse (2) fixiert.
6. Turbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallagen (5, 6) einstückig miteinander verbunden sind.
7. Turbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallagen (5, 6) separate Teile sind.
8. Turbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallagen (5, 6) im Montagezustand aufeinander aufliegend angeordnet sind.
9. Turbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallagen (5, 6) aus demselben Material bestehen.
10. Turbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallagen (5, 6) aus unterschiedlichen Materialien bestehen.
11. Turbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (6) eine Wärmedämmung für die Materiallage (5) darstellt.
12. Scheibenfeder (4; 4') für einen Turbolader (1) gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1, gekennzeichnet durch wenigstens eines der kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 bis 11.