[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewichtskennzeichnung eines aus Glas, Porzellan
oder einem anderen keramischen Material gefertigten Behältnisses in Form eines Tellers,
einer Schale oder dergleichen, insbesondere zur Aufnahme von Nahrungs- und Genussmitteln.
[0002] Die Anbringung einer Kennzeichnung des Ist-Gewichts eines fertiggestellten Behältnisses
aus Glas, Porzellan oder einem anderen keramischen Material an dem selben ist überall
dort vonnöten, wo es darauf ankommt, das Gewicht von auf oder in das Behältnis eingebrachten
Gegenständen, insbesondere im Bereich der Nahrungs- und Genussmittel beispielsweise
zu Abrechnungszwecken zu bestimmen. In solchen Fällen muss das Gewicht des leeren
Behältnisses vom Gesamtgewicht abgezogen werden, um die genaue Menge an aufgebrachten
Nahrungs- und Genussmitteln oder anderen Gegenständen erfassen und beispielsweise
deren Abgabepreis berechnen zu können. Als Anwendungsbeispiel ist der Einsatz solcher
Behältnisse in großen Kantinen zu nennen. Dort kommen häufig automatische Berechnungssysteme
für den Speisepreis zum Einsatz, wobei sich der Preis nach dem Gewicht der genommenen
Speise berechnet. Üblicherweise ist an in solchen Systemen verwendeten Behältnissen,
insbesondere Tellern bodenseitig ein Barcode angebracht, der in der Regel an der Kasse
über eine entsprechende Leseeinrichtung erfasst wird, so dass das Ist-Gewicht des
Tellers bestimmt wird und von dem an der Kasse ermittelten Gesamtgewicht abgezogen
wird. Das Differenzgewicht ist dann Grundlage für die Preisberechnung.
[0003] Üblicherweise ist die behältnisseitige Angabe des Ist-Gewichts über den Barcode nur
relativ ungenau, was seine Ursache darin hat, dass im Stand der Technik der Barcode
in einem Schiebebildverfahren auf das Behältnis aufgedruckt wird. Zu unterschiedlichen
Ist-Gewichten ist jeweils ein Schiebebild, das einen Barcode abbildet, als Druckvorlage
vorhanden, die entsprechend dem gemessenen Behältnisgewicht aus einem Vorlagenmagazin
manuell zu entnehmen ist und anschließend in die Druckmaschine eingesetzt wird. Üblicherweise
zeigen aber Behältnisse wie beispielsweise Teller selbst innerhalb einer Charge keine
identischen Ist-Gewichte, vielmehr sind mitunter relativ beachtliche Schwankungsbreiten
gegeben. Es ist rein wirtschaftlich nicht möglich, jeden Teller separat zu verwiegen
und zu jedem Teller das jenige Schiebebild aus dem Magazin zu holen und einzulegen,
das vom über den Barcode codierten Gewicht dem real gemessenen Ist-Gewicht am nächsten
kommt. Im Übrigen ist üblicherweise nicht für jedes Ist-Gewicht eine genau diesem
zugeordnete Barcode-Vorlage vorhanden, vielmehr sind in der Regel nur zu bestimmten
Gewichten entsprechende Vorlagen vorhanden, wobei im Rahmen der Behältnisherstellung
versucht wird, möglichst nah an ein solches vorgegebenes Vorlagengewicht heranzukommen.
Es liegt damit auf der Hand, dass die Gewichtskennzeichnungen der einzelnen Behältnisse
in der Regel relativ große Differenzen zum realen Ist-Gewicht des Tellers oder dergleichen
aufweisen.
[0004] Dies ist in Systemen der eingangs genannten Art, wo solche Behältnisse verwendet
werden, beispielsweise im Bereich von Kantinen- oder Restaurationsbetrieben, nachteilig,
als aufgrund der ungenauen Behältnisgewichtsangabe die Preisberechnung fehlerhaft
erfolgt. Die Preisberechnung erfolgt üblicherweise zu Lasten des Systembetreibers,
nachdem in der Regel das über den Barcode codierte Gewicht immer oberhalb des Ist-Gewichts
liegt, da im umgekehrten Fall die Gewichtsberechnung und daraus resultierend die Preisberechnung
zu Lasten des Kunden ginge, was aber keinesfalls gewünscht ist. Je größer also die
sich ergebende Gewichtsdifferenz zwischen Ist-Gewicht und codiertem Barcode-Gewicht,
desto größer sind die Nachteile für den Systembetreiber. Diese Differenzen und sich
daraus ergebenden Preisnachteile zu Lasten des Systembetreibers summieren sich und
werden um so größer, je mehr Behältnisse im System verwendet werden, je stärker also
beispielsweise die Kantine frequentiert ist etc.
[0005] Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein Verfahren anzugeben, das eine
möglichst genaue Ist-Gewichtskennzeichnung eines Behältnisses ermöglicht.
[0006] Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
vorgesehen, dass das Behältnis nach seiner Fertigstellung zur Erfassung des Ist-Gewichts
gewogen wird, wonach mittels einer Recheneinrichtung ein das Ist-Gewicht codierender
Barcode in Form von Barcodedaten ermittelt wird, wonach die Barcodedaten einer Lasereinrichtung
gegeben werden, mittels der unter Verwendung eines Farbträgers der farbige Barcode
auf das Behältnis gelasert wird.
[0007] Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt mit besonderem Vorteil die Ermittlung eines
Ist-gewichtsgenauen Barcodes unter Verwendung einer entsprechenden Recheneinrichtung,
der das zuvor über eine geeignete Wiegeeinrichtung so exakt wie möglich gemessene
Ist-Gewicht gegeben wird. Die Behältnisauswiegung kann beispielsweise auf ein Gramm
genau erfolgen. Zu dem grammgenau ermittelten Ist-Gewicht wird nun ein exakter, behältnisspezifischer
Barcode über die Recheneinrichtung in Form geeigneter elektronischer Barcodedaten
ermittelt. Um nun den so ermittelten, Ist-gewichtsgenauen Barcode aufbringen zu können,
werden die Barcodedaten an eine Lasereinrichtung gegeben, in der unter Verwendung
eines Farbträgers der Barcode abgebildet wird. Hierzu wird der Farbträger mit dem
Laserstrahl, der in Abhängigkeit der Barcodedaten zur Erzeugung des entsprechenden
Barcodes entsprechend angesteuert wird, beaufschlagt, so dass die im Farbträger enthaltenen
Farbpigmente auf dem Behältnis, beispielsweise dem Tellerboden, appliziert werden
können und der farbige, sich deutlich von der Grundfarbe des Behältnisses unterscheidende
Barcode erzeugt wird.
[0008] Das heißt, beim erfindungsgemäßen Verfahren wird nicht mehr mit umständlichen Schiebebildvorlagen
gearbeitet, sondern es erfolgt eine exakte, gewichtsgenaue Barcodeermittlung und Barcodeaufbringung.
Der aufgebrachte Barcode gibt folglich exakt das ermittelte Ist-Gewicht wieder. Wird
nun ein solches Behältnis in den eingangs beschriebenen Kantinen- oder Restaurationsbetrieben
eingesetzt, kann das Gewicht aufgebrachter Gegenstände absolut exakt ermittelt werden,
etwaige Gewichts- oder Berechnungs- und Preisdifferenzen zu Lasten eines Beteiligten
werden mit besonderem Vorteil vermieden.
[0009] Die erfindungsgemäße Verfahrensweise lässt folglich eine hoch genaue Tarierung des
Behältnisses zu, wobei die Exaktheit abhängig von der Genauigkeit der Behältnisauswiegung
ist. Die Auswiegung sollte wie beschrieben wenigstens auf ein Gramm genau erfolgen,
das heißt, etwaige Kommastellen werden entsprechend auf ein volles Gramm gerundet.
Selbstverständlich sind auch noch feinere Tarierungsstufen möglich.
[0010] In diesem Zusammenhang ist anzuführen, dass exakt tarierte, mit einem Barcode versehene
Behältnisse natürlich nicht nur in den beschriebenen Kantinen- oder Restaurationsbetrieben
eingesetzt werden können. Vielmehr können sie überall dort Verwendung finden, wo auf
ihnen aufgebrachte Gegenstände ausgewogen werden sollen.
[0011] Zweckmäßig ist es nicht zuletzt zu Kontrollzwecken seitens des Behältnisherstellers,
wenn zusammen mit den Barcodedaten auch Ist-Gewichtsdaten an die Lasereinrichtung
gegeben werden, die neben dem Barcode auch das Ist-Gewicht in Zahlenform auflasert.
Das heißt, die Lasereinrichtung erhält in elektronischer Form nicht nur die Barcodedaten,
sondern auch entsprechende Ist-Gewichtsdaten, über die der Laser, der den Farbträger
beaufschlagt, gesteuert wird. Beispielsweise kann das Zahlengewicht unterhalb des
Barcodes appliziert werden.
[0012] Zur Rationalisierung des Verfahrens ist es zweckmäßig, wenn das Ist-Gewicht mittels
einer elektronischen Wiegeeinrichtung erfasst und von dieser in Form von Ist-Gewichtsdaten
automatisch an die Recheneinrichtung übergeben wird, die die Daten dann umgehend zur
Erzeugung des Barcodes beziehungsweise der Barcodedaten verarbeitet. Von der Recheneinrichtung
werden die Barcodedaten vorteilhaft automatisch an die Lasereinrichtung übergeben,
die dann umgehend mit dem Aufbringen des Barcodes beginnen kann, sobald das zu kennzeichnende
Behältnis, also beispielsweise der Teller, in die Lasereinrichtung überführt wurde.
[0013] Besonders zweckmäßig ist es, wenn ein zu wiegendes Behältnis automatisch über eine
Transporteinrichtung auf die Wiegeeinrichtung, nach dem Wiegen von dieser zur Lasereinrichtung
und/oder von dieser nach dem Kennzeichnen abtransportiert wird. Werden alle Wegstrecken
über eine Transporteinrichtung bedient, kann ein vollautomatischer Transportbetrieb
realisiert werden. Die Wiegeeinrichtung ist beispielsweise eine bekannte Durchlaufwaage,
mittels der ein Behältnis, das über die Transporteinrichtung herangefördert und nach
Einlaufen in die Wiegeeinrichtung kurz gebremst wird, ausgewogen wird, wonach das
Behältnis zur Lasereinrichtung transportiert und gekennzeichnet wird. Auch hier kann
es sich bei der Transporteinrichtung um eine Durchlauftransporteinrichtung handeln,
die dann den Abtransport übernimmt. Denkbar ist es aber auch, nur Teilstrecken mit
einer Transporteinrichtung zu bedienen, beispielsweise nur den Transport von der Wiegeeinrichtung
zur Lasereinrichtung. Das Aufstellen beziehungsweise Abnehmen erfolgt dann manuell.
[0014] Als Farbträger wird vorteilhaft ein mit einer bei Einwirken des Laserstrahls auf
dem Behältnis applizierbaren Farbschicht belegtes Trägerband verwendet. Ein solches
Trägerband, mitunter auch Laserübertragungsfolie zum Lasermarkieren genannt, wird
beispielsweise von der Firma tesa AG, DE-Hamburg, hergestellt und unter dem Handelsnamen
"tesa 6932" vertrieben. Es zeichnet sich dadurch aus, dass auf einer Trägerfolie eine
Farbschicht enthaltend keramische Farbpigmente, Glasfritten und ein Energieabsorbermaterial
aufgebracht ist, die über eine Klebeschicht abgedeckt ist. Wird nun der Laserstrahl
appliziert, wird die Laserenergie in dem Absorbermaterial absorbiert, es heizt sich
auf Temperaturen bis ca. 2000° C auf. Mit der extremen Erwärmung schmelzen die Glasfritten
auf, es kommt zu einer Volumenvergrößerung. Aufgrund der Klebeschichtabdeckung bildet
sich innerhalb der Farbschicht bedingt durch die Volumenvergrößerung ein relativ höher
Druck. Bei Erreichen eines hinreichenden Drucks reißt die Klebeschichtabdeckung auf,
die lokal aufgeschmolzene flüssige Glasmasse samt der an ihnen gebundenen Farbpigmente
wird explosionsartig auf die nur ca. 0,5 mm beabstandete Behältnisoberfläche gespritzt.
Da die Farbschicht und mithin das Absorbermaterial nur lokal dort, wo der Laser einstrahlt,
eine Energiezufuhr erfährt, erwärmt sich auch nur dort das Absorbermaterial, nur die
unmittelbar in diesem Bereich vorhandenen Glasfritten schmelzen auf. Infolgedessen
kann ein sehr exaktes Barcodemuster appliziert werden.
[0015] Nachdem die Glasmasse im schmelzflüssigen Zustand vorliegt und zusammen mit den gebundenen
Farbsegmenten auf die Behältnisoberfläche aufgebracht wird, kann eine extrem feste,
dauerhafte Beschichtung erreicht werden, da die Glassubstanz nach Abkühlen wieder
in den glasartigen Zustand übergeht, die Farbpigmente sind in der Glasmatrix fest
eingebunden. Eine hohe Spülmaschinenfestigkeit kann hierüber realisiert werden, ohne
dass ein weiterer Schritt zur Abdeckung des aufgelaserten Barcodes etc. vorzunehmen
wäre.
[0016] Des Weiteren ist es zweckmäßig, wenn ein erfasstes Ist-Gewicht zu Zwecken der Nachverfolgung
auch archiviert wird, insbesondere durch Ausdrucken oder auf einem Speichermedium.
Wird beispielsweise über die elektronische Wiegeeinrichtung das Ist-Gewicht bestimmt,
kann es wie beschrieben zum einen in die Recheneinrichtung gegeben werden, zum anderen
beispielsweise auch an eine Druckereinrichtung, wo das Ist-Gewicht zusammen mit gegebenenfalls
weiteren Informationen zum Behältnis (Herstellungstag, Herstellungscharge etc.) ausgedruckt
wird. Auch eine Speicherung auf einem Speichermedium wie Festplatte, CD-ROM oder dergleichen
ist denkbar.
[0017] Weiterhin kann nach dem Aufbringen des Barcodes und gegebenenfalls des Ist-Gewichts
eine Kontrolle hinsichtlich der Erkennbarkeit des Barcodes und gegebenenfalls des
Ist-Gewichts erfolgen. Dieses kann rein optisch durch einen Mitarbeiter erfolgen,
es ist aber auch denkbar, dies automatisch vorzunehmen, gegebenenfalls über einen
integrierten Barcodelaser oder eine entsprechende Zahlenerfassungseinrichtung, der
oder die bevorzugt bereits in der Lasereinrichtung integriert sind und unmittelbar
nach dem Beenden des Laserbetriebs den Barcode erfassen. Es ist aber auch denkbar,
hierfür eine separate Einrichtung vorzusehen, auf die das fertige Behältnis nach dem
Laserkennzeichnen vorzugsweise automatisch aufgebracht wird. Mitunter kann es vor
der Kontrolle erforderlich sein, Farbrückstände durch Abwischen oder dergleichen zu
entfernen.
[0018] Neben dem Verfahren betrifft die Erfindung ferner eine Vorrichtung zur Gewichtskennzeichnung
eines aus Glas, Porzellan oder einem anderen keramischen Material gefertigten Behältnisses
in Form eines Tellers, einer Schale oder dergleichen, insbesondere zur Aufnahme von
Nahrungs- und Genussmitteln, umfassend eine Recheneinrichtung, ausgebildet zum Ermitteln
eines das erfasste Ist-Gewicht des fertiggestellten Behältnisses codierenden Barcodes
in Form von Barcodedaten, sowie eine Lasereinrichtung zum Erzeugen des farbigen Barcodes
unter Verwendung eines Farbträgers anhand der ihr gegebenen Barcodedaten.
[0019] Weiterhin kann mittels der Lasereinrichtung neben dem Barcode auch das Ist-Gewicht
in Zahlenform unter Verwendung von der Lasereinrichtung gegebenen Ist-Gewichtsdaten
aufbrinbar sein.
[0020] Zweckmäßigerweise ist eine elektronische Wiegeeinrichtung vorgesehen, die mit der
Recheneinrichtung zur Übertragung von Ist-Gewichtsdaten zur Barcodeermittlung kommuniziert,
wobei bevorzugt auch die Recheneinrichtung direkt mit der Lasereinrichtung zur Übertragung
der Barcodedaten und gegebenenfalls der Ist-Gewichtsdaten kommuniziert. Hierüber kann
ein schneller Datentransfer realisiert werden, so dass insgesamt ein relativ hoher
Wiege- und Kennzeichnungsdurchsatz erreicht werden kann.
[0021] Zweckmäßigerweise ist eine Transporteinrichtung vorgesehen, mittels der ein Behältnis
automatisch von der Wiegeeinrichtung zur Lasereinrichtung förderbar ist, wobei die
Fördereinrichtung des Weiteren auch zum Fördern eines Behältnisses zur Wiegeeinrichtung
und/oder zum Abtransportieren eines Behältnisses von der Lasereinrichtung vorgesehen
sein kann. Der Transporteinrichtung kann dabei am Eingang und/oder am Ausgang ein
Magazin zugeordnet sein, aus dem zu kennzeichnende Behältnisse entnehmbar oder in
das gekennzeichnete Behältnisse einbrinbar sind. Ein solches Magazin kann beispielsweise
ein Stapelmagazin sein, in dem die Behältnisse automatisch in eine Übergabeposition
gefahren werden können, wo sie auf die Transporteinrichtung über einen geeigneten
Übernahmemechanismus gebracht werden, wie umgekehrt am Ausgang ein entsprechendes
Magazin mit einem Übergabemechanismus zum Einbringen in entsprechende, beispielsweise
vertikal förderbare Behältnisaufnahmen vorgesehen sein kann.
[0022] Die Lasereinrichtung arbeitet bevorzugt mit einem Farbträger in Form eines mit einer
Farbschicht belegten Trägerbandes, welche Farbschicht bei Einwirken des Laserstrahls
in der oben beschriebenen Weise auf dem Behältnis applizierbar ist.
[0023] Zu Archivierungszwecken ist des Weiteren der Wiegeeinrichtung oder der Recheneinrichtung
eine Druckeinrichtung oder eine Speichereinrichtung zum Erzeugen eines das Ist-Gewicht
wiedergebenden Ausdrucks oder zum Speichern des Ist-Gewichts auf einem Speichermedium
zugeordnet.
[0024] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im
Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipskizze einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, und
- Fig. 2
- ein mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beziehungsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung
gekennzeichnetes Behältnis in Form eines Tellers, auf dessen Unterseite ein Barcode
und ein Zahlengewicht aufgebracht ist.
[0025] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1, umfassend ein Magazin 2, in dem
eine Vielzahl einzelner Aufnahmen 3 vorgesehen sind, auf denen jeweils ein mit Ist-Gewicht
zu kennzeichnendes Behältnis 4, hier in Form von Tellern, aufgebracht ist. Die Aufnahmen
3 können beispielsweise vertikal verfahrbar sein, so dass über einen entsprechenden
Übergabe- oder Entnahmemechanismus jeweils ein zu kennzeichnendes Behältnis 4 entnommen
und auf eine nachfolgend noch beschriebene Transporteinrichtung übergeben werden kann.
Im Prinzip ist es auch denkbar, die Transporteinrichtung entsprechend höhenmäßig zu
verstellen.
[0026] Als Alternative zum automatischen Magazinentnahmebetrieb ist ferner ein manueller
Betrieb denkbar, wobei hier auf einem Tisch oder Gestell 5 entsprechende Behältnisse
4 aufgestapelt sind, die von einer Person manuell auf die Transporteinrichtung gegeben
werden.
[0027] Die Transporteinrichtung 6 selbst ist in Form eines motorisch angetriebenen Förderbandes
dargestellt, es sind aber auch andere Transporteinrichtungen in Form von angetriebenen
Rollenförderern etc. denkbar. Sie müssen jedoch so ausgeführt sein, dass eine Beschädigung
der Behältnisse 4 vermieden wird.
[0028] Im gezeigten Beispiel wurde ein Behältnis 4a bereits auf die Transporteinrichtung
gebracht, sei es aus dem Magazin 2 oder durch Entnahme vom Gestell 5. Ersichtlich
ist das Behältnis 4a umgekehrt auf die Transporteinrichtung 6 gelegt, so dass sein
Boden 7 nach oben frei liegt. Die Transporteinrichtung 6, die in Richtung des Pfeils
fördert, transportiert das Behältnis 4a zunächst zu einer elektronischen Wiegeeinrichtung
8, bei der es sich um eine Durchlaufwiegestation handelt. Das Transportband 6 stoppt
kurz mit Einlauf des Behältnisses 4a in der Wiegeeinrichtung 8, was beispielsweise
über geeignete Sensoren erfasst werden kann. In der Wiegeeinrichtung 8 wird nun beispielsweise
auf ein gerundetes Gramm genau das Ist-Gewicht des Behältnisses 4a bestimmt. Die Ist-Gewichtsdaten
werden einer Recheneinrichtung 9 gegeben, die mit der elektronischen Wiegeeinrichtung
8 kommuniziert.
[0029] In der Recheneinrichtung 9 wird nun das Ist-Gewicht des Behältnisses 4a verarbeitet
und darauf basierend ein gewichtsspezifischer und damit behältnisspezifischer Barcode,
der das Ist-Gewicht codiert, errechnet. Die Recheneinrichtung 9 kommuniziert mit einer
Lasereinrichtung 10, umfassend eine Lasereinheit 11 sowie einen bandförmigen Farbträger
12 in Form einer Laserübertragungsfolie. Dieser bandförmige Farbträger 12 ist über
eine geeignete Fördereinrichtung, hier Abspul- und Aufwickelrollen 13, 14 bezüglich
der Lasereinheit 11 bewegbar. Wird nun ein Behältnis, hier das vorab gewogene Behältnis
4a, weiter gefördert und unter die Lasereinrichtung 10 gebracht, so wird zunächst
ein neues, unverbrauchtes Stück des Farbträgers 12 bezüglich der Tellerunterseite
positioniert und in einen definierten Abstand zur Tellerunterseite fixiert, was beispielsweise
über geeignete Niederhalter oder Abstandshalter oder dergleichen erfolgen kann, die
hier nicht näher dargestellt sind. Der Abstand beträgt beispielsweise 0,5 mm. Anhand
der von der Recheneinrichtung 9 ermittelten und an die Lasereinrichtung 10 beziehungsweise
die Lasereinheit 11 übertragenen Barcodedaten wird nun die Lasereinheit 11 so betrieben,
dass der Laserstrahl 15 gemäß der abzubildenden Barcodeform auf den Farbträger gestrahlt
wird. Der Farbträger besteht aus einer Trägerfolie, auf die eine Farbschicht enthaltend
keramische Farbpigmente, Glasfritten sowie ein Energieabsorbermaterial aufgebracht
ist, die ihrerseits mit einer Klebeschicht bedeckt ist. Die lokal eingetragene Laserenergie
wird von dem Absorbermaterial absorbiert, dieses erwärmt sich auf Temperaturen bis
zu 2000° C. Hierdurch bedingt schmelzen die Glasfritten auf, die flüssige Glasmasse
vergrößert hierbei ihr Volumen. Durch die Abdeckung mit der Kleberschicht stellt sich
zwischen Kleberschicht und Trägerfolie bedingt durch die Volumenvergrößerung eine
Druckerhöhung ein. Bei hinreichendem Druck reißt die Klebeschicht auf, das lokal vorliegende
schmelzflüssige Glasmaterial zusammen mit den in ihm gebundenen Farbpigmenten wird
explosionsartig auf die Bodenfläche 7 des Behältnisses 4a gespritzt. Die Lasereinheit
11 bestrahlt nun den bandförmigen Farbträger 12 in Abhängigkeit der gegebenen Barcodedaten,
das heißt der Laserstrahl 15 wandert entsprechend der ihn steuernden Barcodedaten
über den feststehenden Farbträger, so dass der Barcode entsprechend appliziert wird.
Die aufgespritzte, im Auftreffzeitpunkt noch flüssige Glasmasse mit den eingebundenen
Farbpigmenten erstarrt auf dem Behältnisboden 7, so dass sich ein extrem fester, auch
hohen Beanspruchungen standhaltender Farbauftrag ergibt.
[0030] Neben den Barcodedaten überträgt die Recheneinrichtung 9 auch die seitens der Wiegeeinrichtung
4 ermittelten Ist-Gewichtsdaten an die Lasereinrichtung 10, die diese Ist-Gewichtsdaten
in Zahlenform zusätzlich zum Barcode auf die Bodenseite 7 des Behältnisses 4a in der
oben beschriebenen Weise abbildet.
[0031] Nach der Aufbringung des Barcodes und gegebenenfalls des Zahlengewichts, das sich
in seiner Farbe je nach den verwendeten Farbpigmenten ausprägt, vornehmlich aber schwarz
ist, wird das gelaserte Behältnis 4a über die Transporteinrichtung 6 zu einer Reinigungseinrichtung
16 weitertransportiert, bei der beispielsweise in einem automatischen Betrieb eine
Reinigung des Behältnisbodens 7 erfolgt, beispielsweise durch Abwischen oder dergleichen.
Hierüber werden Farbreste, die nicht in die Glasmatrix der Glasmasse am Behältnisboden
7 eingebunden sind, entfernt werden können. Die Reinigungseinrichtung 16 ist optional
und kann gegebenenfalls entfallen oder durch eine manuelle Reinigung bei nachfolgender
optischer Sichtkontrolle ersetzt werden.
[0032] Anschließend erfolgt ein Weitertransport des Behältnisses 4a zu einer Kontrolleinrichtung
17, beispielsweise einem Barcodeleser oder dergleichen, in der der aufgebrachte Barcode
hinsichtlich seiner Lesbarkeit überprüft wird. Ferner ist die Kontrolleinrichtung
17 beispielsweise zum Lesen der aufgebrachten Zahlen ausgebildet, so dass auch diese
überprüft werden können. Die Kontrolleinrichtung 17 kommuniziert mit der Recheneinrichtung
9, so dass ein Abgleich der codierten Barcodedaten beziehungsweise des Zahlengewichts
mit den jeweils seitens der Recheneinrichtung 9 errechneten Barcodedaten beziehungsweise
den Ist-Gewichtsdaten erfolgen kann. Ergibt sich, dass der Barcode oder die Zahlen
nicht lesbar sind, oder sind diese falsch, kann eine Fehlermeldung an der Recheneinrichtung
9 oder der Kontrolleinrichtung 17 ausgegeben werden. Die Kontrolle kann aber auch
nur optisch durch eine Person erfolgen.
[0033] Anschließend wird das Behältnis 4a beispielsweise automatisiert in ein weiteres Magazin
18 überführt, wo ebenfalls entsprechende Aufnahmen 19 für jeweils ein Behältnis 4
vorgesehen sind. Dieses Magazin kann entsprechend dem Magazin 2 ausgebildet sein.
Alternativ kann auch hier eine manuelle Abnahme eines Behältnisses von der Transporteinrichtung
6 und Übergabe auf ein Gestell 20 erfolgen.
[0034] Wie Fig. 1 ferner zeigt, kommuniziert die elektronische Wiegeeinrichtung 8 mit einem
Drucker 21 oder einem sonstigen Speichermedium, das zum Archivieren der Ist-Gewichtsdaten
zu Kontrollzwecken dient. Diese können beispielsweise zusammen mit Zusatzangaben hinsichtlich
der Chargennummer, des Herstellungsdatum etc. zusammen ausgedruckt oder abgespeichert
werden.
[0035] Fig. 2 zeigt schließlich ein erfindungsgemäß gekennzeichnetes Behältnis 4 in Form
eines Tellers. Auf dem Tellerboden 7 ist im gezeigten Beispiel zum einen ein Barcode
22 über die Lasereinrichtung 10 aufgebracht worden, daneben aber auch das Ist-Gewicht
in Form des Zahlengewichts 23, hier "0823", gleichbedeutend mit einem Gewicht des
Behältnisses 4 von 823 Gramm. Dieses Ist-Gewicht ist auf ein gerundetes Gramm genau
bestimmt worden.
[0036] Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass die Kennzeichnung nicht nur auf die in
den Figuren beschriebenen Behältnisse in Tellerform beschränkt ist. Es ist selbstverständlich
auch möglich, andere Porzellan- oder Keramikgegenstände wie Untertassen, Tassen, Schüsseln,
Schalen etc. zu kennzeichnen, auch entsprechende Glasgegenstände können selbstverständlich
hierüber gekennzeichnet werden.
1. Verfahren zur Gewichtskennzeichnung eines aus Glas, Porzellan oder einem anderen keramischen
Material gefertigten Behältnisses in Form eines Tellers, einer Schale o.dgl., insbesondere
zur Aufnahme von Nahrungs-und Genussmitteln, bei welchem Verfahren das Behältnis nach
seiner Fertigstellung zur Erfassung des Ist-Gewichts gewogen wird, wonach mittels
einer Recheneinrichtung ein das Ist-Gewicht codierender Barcode in Form von Barcodedaten
ermittelt wird, wonach die Barcodedaten einer Lasereinrichtung gegeben werden, mittels
der unter Verwendung eines Farbträgers der farbige Barcode auf das Behältnis gelasert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusammen mit den Barcodedaten auch Ist-Gewichtsdaten an die Lasereinrichtung gegeben
werden, die neben dem Barcode auch das Ist-Gewicht in Zahlenform auflasert.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ist-Gewicht mittels einer elektronischen Wiegeeinrichtung erfasst und von dieser
in Form von Ist-Gewichtsdaten automatisch an die Recheneinrichtung übergeben wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Barcodedaten von der Recheneinrichtung automatisch an die Lasereinrichtung übergeben
werden.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein zu wiegendes Behältnis automatisch über eine Transporteinrichtung auf die Wiegeeinrichtung,
nach dem Wiegen von dieser zur Lasereinrichtung und/oder von dieser nach dem Kennzeichnen
abtransportiert wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Farbträger ein mit einer bei Einwirken des Laserstrahls auf dem Behältnis applizierbaren
Farbschicht belegtes Trägerband verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein erfasstes Ist-Gewicht archiviert wird, insbesondere durch Ausdrucken oder auf
einem Speichermedium.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufbringen des Barcodes und gegebenenfalls des Ist-Gewichts eine Kontrolle
hinsichtlich der Erkennbarkeit des Barcodes und gegebenenfalls des Ist-Gewichts erfolgt.
9. Vorrichtung zur Gewichtskennzeichnung eines aus Glas, Porzellan oder einem anderen
keramischen Material gefertigten Behältnisses in Form eines Tellers, einer Schale
o.dgl., insbesondere zur Aufnahme von Nahrungs-und Genussmitteln, umfassend eine Recheneinrichtung
(9), ausgebildet zum Ermitteln eines das erfasste Ist-Gewicht des fertiggestellten
Behältnisses codierenden Barcodes (22) in Form von Barcodedaten, sowie eine Lasereinrichtung
(10) zum Erzeugen des farbigen Barcodes (22) unter Verwendung eines Farbträgers (12)
anhand der ihr gegebenen Barcodedaten.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Lasereinrichtung (10) neben dem Barcode (22) auch das Ist-Gewicht in
Zahlenform (23) unter Verwendung von der Lasereinrichtung (10) gegebenen Ist-Gewichtsdaten
aufbringbar sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine elektronische Wiegeeinrichtung (8) vorgesehen ist, die mit der Recheneinrichtung
(9) zur Übertragung von Ist-Gewichtsdaten zur Barcodeermittlung kommuniziert.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinrichtung (9) direkt mit der Lasereinrichtung (10) zur Übertragung der
Barcodedaten und gegebenenfalls der Ist-Gewichtsdaten kommuniziert.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Transporteinrichtung (6) vorgesehen ist, mittels der ein Behältnis automatisch
von der Wiegeeinrichtung (8) zur Lasereinrichtung (10) förderbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung (6) zum Fördern eines Behältnisses (4, 4a) zur Wiegeeinrichtung
(8) und/oder zum Abtransportieren eines Behältnisses (4, 4a) von der Lasereinrichtung
(10) vorgesehen ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Transporteinrichtung (6) am Eingang und/oder am Ausgang ein Magazin (2, 18) zugeordnet
ist, aus dem zu kennzeichnende Behältnisses (4, 4a) entnehmbar oder in das gekennzeichnete Behältnisse (4, 4a) einbringbar sind.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbträger (12) ein mit einer bei Einwirken des Laserstrahls (15) auf dem Behältnis
(4, 4a) applizierbaren Farbschicht belegtes Trägerband ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Wiegeeinrichtung (8) oder der Recheneinrichtung (9) eine Druckeinrichtung (21)
oder eine Speichereinrichtung zum Erzeugen eines das Ist-Gewicht wiedergebenden Ausdrucks
oder zum Speichern des Ist-Gewichts auf einem Speichermedium zugeordnet ist.