[0001] Die Erfindung betrifft einen Schubtrennschalter mit zwei Stützisolatoren und einem
im eingeschalteten Zustand die Stützisolatoren elektrisch verbindenden Schaltmesser,
welches an seinem in der Einschaltbewegung vorderen Ende eine Kontaktanordnung zur
Kontaktierung eines feststehenden Kontakts des ersten Stützisolators aufweist, und
im Bereich seines in Einschaltrichtung hinteren Endes am zweiten Stützisolator in
einer Führungseinrichtung beweglich geführt ist.
[0002] Derartige Schubtrennschalter werden häufig in den im Mittelspannungsbereich betriebenen
Energieversorgungsnetzen von Bahnanlagen angewendet, wobei sie dann in der Regel einpolig
ausgeführt sind. In mehrpoliger Ausführung kommen solche Schubtrennschalter jedoch
zunehmend auch in Versorgungsnetzen der Elektrizitätsunternehmen zum Einsatz.
[0003] Ein solcher Schubtrennschalter dient hierbei zum Öffnen oder Schließen eines Stromkreises,
wobei er im Normalfalle nur dann betätigt wird, wenn keine zu hohen Stromstärken anliegen
und/oder keine wesentliche Spannungsänderung zwischen den Anschlüssen jedes Trennschalterpoles
vorliegt. Übliche Bemessungsströme solcher Schubtrennschalter liegen beispielsweise
bei 630 A oder 2500 A bei jeweils einer Bemessungsspannung von 12 - 38,5 kV. Solche
Stromstärken können dabei dauernd geführt werden. Unter außergewöhnlichen Bedingungen,
wie einem Kurzschluß, können derartige Schubtrennschalter jedoch auch über einen gewissen
Zeitraum hinweg deutlich höhere Stromstärken von beispielsweise 20 kA bis hin zu 31,5
kA bei derzeit gängigen Ausführungen standhalten.
[0004] Übliche Bauweisen derartige Schubtrennschalter weisen einen Grundrahmen auf, auf
dem zwei Stützisolatoren im Abstand zueinander angeordnet sind. Die Verbindung zwischen
den Kontaktabschnitten im Kopfbereich der Stützisolatoren ist dabei über ein Schaltmesser,
üblicherweise ein Messerpaar, herstellbar. Das Schaltmesser ist dabei in einem Stützisolator
längsverschieblich gelagert, so daß es auf einen feststehenden Kontakt am anderen
Stützisolator zu bzw. von diesem weg bewegbar ist.
[0005] Die DE 20 64 037 beschreibt eine bekannte Bauweise eines Schubtrennschalters mit
einem teilweise isolierstoffummantelten Schaltstift, welcher in einem ortsfesten,
isolierstoffgekapselten Gleitkontaktstück verschieblich angeordnet und nach dem Durchlaufen
einer Trennstrecke in ein ortsfestes, von einer Isolierstoffhülle umgebenes Gegenkontaktstück
einfahrbar ist. Das Gegenkontaktstück wie auch das Gleitkontaktstück ist dabei offenbar
mit Kontaktfingern versehen, welche federelastisch am Schaltstift anliegen und so
neben einer Führungsfunktion zugleich auch den elektrischen Kontakt bereitstellen.
[0006] Eine andere Bauweise eines Schubtrennschalters für Schalt- und Verteileranlagen im
Mittelspannungs- oder Hochspannungsleistungsbereich ist in der DE 32 24 743 C2 offenbart.
Ein als Schubkontakt dienender Schaltstift ist hier vollumfänglich mittels Rollen,
Walzen oder dergleichen in einem Stützisolator gelagert, wobei hiermit zugleich der
elektrische Kontakt hergestellt wird. Die Kontaktierung erfolgt hierbei über eine
der Anzahl der Kugeln bzw. Rollen entsprechende Mehrzahl an punktförmigen Kontaktstellen
zwischen diesen und dem Schaltstift.
[0007] Weitere Schubtrennschalter, welche sich in der Praxis sehr bewährt haben und heute
weithin eingesetzt werden, vertreibt die Anmelderin unter der Schaltertypbezeichnung
L31/59871 und L31/59872. Bei diesen Schubtrennschaltern wird ein Schaltmesser in Gestalt
eines Trennmesserpaars durch einen Kurbelantrieb zum Schließen bzw. Öffnen des Schalters
betätigt. Das bei der Einschaltbewegung vordere Ende des Trennmesserpaars weist dabei
eine Kontaktanordnung auf, welche im geschlossenen Zustand des Schubtrennschalters
einen feststehenden Kontakt am ersten Stützisolator kontaktiert. Im Bereich des in
Einschaltrichtung hinteren Endes des Trennmesserpaars liegt der zweite Stützisolator
vor, in welchem das Trennmesserpaar längsverschieblich sowie, bedingt durch die Schwenkbewegung
des Kurbelantriebs, auch in gewissem Rahmen verschwenkbar gelagert ist. Hierzu ist
im zweiten Stützisolator eine Führungseinrichtung angeordnet, welche zwei aufeinander
zuweisende Gleitführungselemente enthält, die an der Ober- bzw. Unterseite des Trennmesserpaars
vorliegen. Die Gleitführungselemente sind dabei an den Kontaktstellen abgerundet ausgebildet,
so daß sie einen linienförmigen Kontakt zum Trennmesserpaars herstellen und so im
Zusammenwirken mit dem Kurbelantrieb die Führungsfunktion übernehmen. Hierbei dienen
die Gleitführungselemente zugleich jedoch auch der Herstellung des elektrischen Kontakts,
wobei bedingt durch den linienförmigen Kontakt höhere Nennströme als im oben diskutierten
Stand der Technik mit punktförmigen Kontaktstellen geführt werden können.
[0008] Allerdings unterliegen auch diese aus der Praxis bekannten Schubtrennschalter Grenzen
im Hinblick auf die zu führenden Kurzschlußströme. Eine Vergrößerung der Kontaktflächen
am zweiten Stützisolator ist dabei jedoch nur bedingt möglich, da hierunter die Gleitführungseigenschaften
leiden würden. Insbesondere wäre eine solche konstruktive Änderung mit einer Erhöhung
der Reibungswirkung verbunden. Ferner ist eine Abkehr von einer linienförmigen Kontaktierung
bei solchen Schaltertypen konstruktiv kaum möglich, da der Hebelmechanismus das Schaltmesser
nicht in einer reinen Linearbewegung sondern in einer kombinierten Linear- und Kipp-Bewegung
führt. Bei nicht linienförmig mit dem Schaltmesser zusammenwirkenden Führungselementen
würde es daher zu einem Verkanten der Anordnung kommen.
[0009] Dennoch wird aufgrund veränderter Einsatzbedingungen zunehmend ein Schubtrennschalter
gefordert, welcher eine gegenüber bekannten Bauweisen erhöhte Kurzschlußfestigkeit
zeigt.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Schubtrennschalter
derart weiterzubilden, daß damit im Vergleich zu herkömmlichen Schubtrennschaltern
höhere Kurzschlußstromstärken geführt werden können.
[0011] Diese Aufgabe wird durch einen Schubtrennschalter mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst. Dieser zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß das Schaltmesser an seinem
in Einschaltrichtung hinteren Ende eine Kontaktanordnung trägt, deren Kontaktelemente
in Richtung zum zweiten Stützisolator weisen, wobei die Kontaktanordnung im eingeschalteten
Zustand von der in Einschaltrichtung hinteren Seite her einen feststehenden Kontakt
des zweiten Stützisolators kontaktiert und bei der Ausschaltbewegung von diesem entfernt
wird.
[0012] Die Erfindung sieht somit erstmals eine funktionelle Trennung der Führungsfunktion
am zweiten Stützisolator von der Herstellung des elektrischen Kontakts vor. Damit
wird zwar der im Stand der Technik gewünschte und vorteilhafte Effekt einer Vereinfachung
der Bauweise und besonders kompakter Ausgestaltungsweise aufgegeben; durch die erfindungsgemäße
vorgenommene völlige Abkehr von diesen üblichen Ansätzen wird dagegen nun jedoch erstmals
eine erheblich größere konstruktive Freiheit im Hinblick auf die Ausgestaltung der
Kontaktelemente erzielt. Diese läßt sich vorteilhaft dazu nützen, um größere Kontaktflächen
bereitzustellen und somit eine höhere Stromtragfähigkeit der Anordnung insgesamt zu
schaffen.
[0013] In praktischen Versuchen hat sich gezeigt, daß sich mit der erfindungsgemäßen Anordnung
ohne weiteres auch Bemessungs-Halte-Kurzzeitströme von 40 kA führen lassen, ohne daß
es zu einer Zerstörung der Anordnung kommt. Damit erhöht sich der mögliche Einsatzbereich
solcher Schubtrennschalter erheblich, was Kundenwünschen entgegen kommt.
[0014] Zugleich wird erfindungsgemäß in vorteilhafter Weise auch eine größere konstruktive
Freiheit im Hinblick auf die Ausgestaltung der Führungseinrichtung am zweiten Stützisolator
erzielt, so daß sich auch in dieser Hinsicht eine Optimierung insbesondere im Hinblick
auf eine Reduzierung des Reibungswiderstandes sowie eine Erhöhung der Lebensdauer
erreichen läßt.
[0015] Von weiterem Vorteil ist es hierbei, daß sich mit dem erfindungsgemäßen Schubtrennschalter
zudem höhere Schaltgeschwindigkeiten realisieren lassen, wodurch sich die Einsatzmöglichkeiten
in der Praxis erweitern.
[0016] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Schubtrennschalters sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0017] So ist es entsprechend den Ansprüchen 2 und 3 möglich, daß die Kontaktanordnung am
in Einschaltrichtung vorderen Ende des Schaltmessers und/oder die Kontaktanordnung
am in Einschaltrichtung hinteren Ende des Schaltmessers Kontaktfinger aufweist, welche
im Zuge der Einschaltbewegung mit wenigstens einer Kontaktplatte des feststehenden
Kontakts des ersten Stützisolators und/oder mit wenigstens einer Kontaktplatte des
feststehenden Kontakts des zweiten Stützisolators in Eingriff gelangen. Derartige
Kontaktfinger-Kontaktplatten-Zuordnungen haben sich in der Praxis bei anderen Trennschaltern
vielfach mit großem Erfolg bewährt, insbesondere wenn es darum ging, auch hohe Ströme
zuverlässig zu übertragen. Im Rahmen der Erfindung kann somit auf bewährte konstruktive
Mittel zurückgegriffen werden, um einen Schubtrennschalter besonders hoher Zuverlässigkeit,
Robustheit und zugleich mit relativ einfachem konstruktiven Aufbau bereitzustellen.
[0018] Ferner ist es gemäß der Ansprüche 4 und 5 auch möglich, daß der feststehende Kontakt
des ersten Stützisolators und/oder der feststehende Kontakt des zweiten Stützisolators
Kontaktfinger aufweist, welche im Zuge der Einschaltbewegung in Eingriff mit wenigstens
einer Kontaktplatte der Kontaktanordnung am in Einschaltrichtung vorderen Ende und/oder
am in Einschaltrichtung hinteren Ende des Schaltmessers gelangen. Bei dieser Ausgestaltungsweise
sind die Kontaktfinger fest an einem Stützisolator oder an beiden Stützisolatoren
angeordnet, so daß sie nicht oder nur an einer Stelle mit dem Schaltmesser bewegt
werden. Die bewegte Masse läßt sich hierdurch reduzieren, was sich vorteilhaft auf
die Schaltgeschwindigkeit wie auch den Energieverbrauch hierfür auswirkt.
[0019] Dabei ist es auch möglich, daß derartige Kontaktfinger nur an einem Ende des Schaltmessers
oder einem Stützisolator vorliegen und an der anderen Kontaktstelle eine herkömmliche
Kontaktierweise beispielsweise mit einem linienförmigen Kontakt mittels Rollen, Gleitstücken,
etc. angewandt wird. Ferner können Kontaktfinger auch einmal am feststehenden Kontakt
und an der anderen Kontaktstelle am Schaltmesser vorliegen.
[0020] Von weiterem Vorteil ist es, wenn die Führungseinrichtung des Schaltmessers als Rollenführung
ausgebildet ist. Dann läßt sich eine besonders reibungsarme Führungsweise des Schaltmessers
erzielen, wodurch eine noch höhere Schaltgeschwindigkeit bei zugleich reduziertem
Verschleiß und gesteigerter Lebensdauer erreichbar ist.
[0021] Hierbei kann die Rollenführung zwei im Abstand zueinander vorliegende Lagerrollen
aufweisen, welche zwischen sich das Schaltmesser aufnehmen. Dann ist eine zuverlässige
Führung des Schaltmessers mit einfachen Mitteln erzielbar, wobei weiterhin linienartige
Führungsstellen bereitgestellt werden, so daß nicht nur Linearbewegungen des Schaltmessers
sondern auch z.B. durch einen Kurbelantrieb bedingte Kippbewegungen zuverlässig und
ohne erhöhten Verschleiß aufgenommen werden können.
[0022] Alternativ ist es auch möglich, daß die Führungseinrichtung des Schaltmessers als
Gleitführung ausgebildet ist, wodurch sich der konstruktive Aufwand für eine Bereitstellung
der Führungseinrichtung gering halten läßt und beispielsweise im wesentlichen auch
auf bekannte Führungselemente zurückgegriffen werden kann.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der Figuren der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Schubtrennschalters in geöffneter Stellung;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Schubtrennschalters in geschlossener Stellung;
und
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf den erfindungsgemäßen Schubtrennschalter in der geschlossenen
Stellung.
[0024] Gemäß der Darstellung in den Figuren weist ein Schubtrennschalter 1 einen Grundrahmen
2 auf, auf dem ein erster Stützisolator 3 und ein zweiter Stützisolator 4 montiert
sind. Ferner enthält der Schubtrennschalter 1 ein Schaltmesser 5, welches mittels
einem Antrieb 6 zwischen einer offenen Stellung (Fig. 1) und einer geschlossenen Stellung
(Fig. 2 und 3) bewegbar ist. Hierbei ist das Schaltmesser 5 mittels einer Führungseinrichtung
7 im zweiten Stützisolator 4 beweglich gelagert.
[0025] Der erste Stützisolator 3 und der zweite Stützisolator 4 sind im wesentlichen identisch
ausgebildet. Sie weisen jeweils einen Isolatorkörper 31 bzw. 41 sowie an dem vom Grundrahmen
2 entfernten Kopfbereich einen feststehenden Kontakt 32 bzw. 42 auf. Die feststehenden
Kontakte 32 bzw. 42 enthalten jeweils auf der Oberseite Anschlußplatten 33 bzw. 43,
mittels welchen seitliche Kontaktplatten 34 bzw. 44 verbunden sind. Die beiden Kontaktplatten
34 bzw. 44 jedes feststehenden Kontakts 32 bzw. 42 weisen dabei auf den einem nachfolgend
noch im Detail erläuterten Gegenkontakt am Schaltmesser 5 zu weisenden Abschnitt Fasen
35 bzw. 45 auf (vgl. Fig. 3), welche die Herstellung die Verbindung erleichtern.
[0026] Das Schaltmesser 5 weist ein Trennmesserpaar 51 auf, wie insbesondere aus Fig. 3
erkennbar ist. An dem in der Einschaltbewegungsrichtung vorderen Ende des Schaltmessers
5, also dem auf den ersten Stützisolator 3 zuweisenden Ende ist dabei einer erste
Kontaktanordnung 52 angeordnet. Eine zweite Kontaktanordnung 53 ist am in Einschaltbewegungsrichtung
hinteren Ende, also im Bereich des zweiten Stützisolators 4 am Schaltmesser 5 angeordnet.
Die erste Kontaktanordnung 52 und die zweite Kontaktanordnung 53 sind dabei im wesentlichen
identisch ausgebildet und weisen jeweils eine Halterung 54 auf, welche beidseits des
Trennmesserpaars 51 Einfahrkontakte 55 hält. Diese weisen jeweils auf die feststehenden
Kontakte 32 bzw. 42 der Stützisolatoren 3 und 4 zu. An jedem Einfahrkontakt 55 sind
dabei zwei aufeinander zuweisende Reihen von Kontaktfingern 56 derart angeordnet,
daß sie, wie aus Fig. 3 erkennbar ist, im geschlossenen Zustand des Schubtrennschalters
1 jeweils eine Kontaktplatte 34 bzw. 44 zwischen sich aufnehmen. Zur Herstellung eines
zuverlässigen Kontakts sind die Kontaktfinger 56 hierbei jeweils federnd in Richtung
zur Kontaktplatte 34 bzw. 44 vorgespannt, so daß diese zwischen den beiden Reihen
an Kontaktfingern 56 eingespannt ist.
[0027] Als Grundwerkstoff für die stromführenden Komponenten wie die Anschlußplatten 33
und 43, die Kontaktplatten 34 und 44, das Trennmesserpaar 51 und die Kontaktanordnungen
52 und 53 wird Elektrolyt-Kupfer verwendet, welches galvanisch versilbert ist.
[0028] Wie insbesondere aus den Fig. 1 und 2 erkennbar ist, weist der Antrieb 6 eine Antriebswelle
61 auf, welche in hier nicht gezeigter Weise mit einem Antriebsmotor oder, insbesondere
für den Notfall, mit einer manuell zu betätigenden Handkurbel koppelbar ist. Die Antriebswelle
61 wirkt in der vorliegenden Ausführungsform auf ein Viergelenkgetriebe ein, welches
eine Schwinge 62, eine Koppel 63 sowie ein Kurbelglied 64 aufweist. Das Kurbelglied
64 ist dabei drehfest mit einer Schaltwelle 65 verbunden, welche im Grundrahmen 2
gelagert ist. Ein Ende eines Betätigungsglieds 66 ist ferner ebenfalls drehfest mit
der Schaltwelle 65 verbunden, so daß sich eine Drehung der Antriebswelle 61 direkt
auf das Betätigungsglied 66 übertragen läßt. Das andere Ende des Betätigungsglieds
66 ist verschwenkbar an das Schaltmesser 5 angekoppelt, um dieses bei Betätigung der
Antriebswelle 61 zwischen einer geschlossenen und einer offenen Stellung des Schubtrennschalters
1 hin und her zu bewegen.
[0029] Zur Führung dieser Bewegung des Schaltmessers 5 ist im Kopfbereich des zweiten Stützisolators
4 innerhalb der Kontaktanordnung 53 die Führungseinrichtung 7 angeordnet, welche zwei
Lagerrollen 71 und 72 aufweist. Wie aus den Figuren erkennbar ist, sind die beiden
Lagerrollen 71 und 72 in den beiden Kontaktplatten 44 gelagert und erstrecken sich
quer zur Längsausrichtung bzw. Bewegungsrichtung des Schaltmessers 5. Die Lagerrollen
71 und 72 sind dabei in einem solchen Abstand zueinander angeordnet, daß sie jedes
Trennmesser des Trennmesserpaares 51 zwischen sich aufnehmen. Jede Lagerrolle 71 bzw.
72 weist hierzu einen Bund 73 auf, der insbesondere in Fig. 3 erkennbar ist. Mittels
diesem sind die beiden Trennmesser des Trennmesserpaares 51 einerseits auf Abstand
zueinander gehalten und andererseits in seitlicher Richtung in Draufsicht gemäß Fig.
3 gesehen geführt, um ein Verkanten zu vermeiden.
[0030] Nachfolgend wird die Funktionsweise des Schubtrennschalters 1 erläutert.
[0031] Zum Schließen des Schubtrennschalters 1 wird die Antriebswelle 61 angesteuert, um
das Schaltmesser 5 mittels dem Betätigungsglied 66 von der in Fig. 1 gezeigten Offenstellung
in die in den Fig. 2 und 3 gezeigte Schließstellung zu bewegen. Im Zuge dieser Bewegung
wird das Schaltmesser 5 durch die Führungseinrichtung 7 geführt sowie das Betätigungsglied
66 stabilisiert. Dabei gelangt die erste Kontaktanordnung 52 in Eingriff mit dem feststehenden
Kontakt 32 am ersten Stützisolator 3, während die zweite Kontaktanordnung 53 gleichzeitig
in Eingriff mit dem feststehenden Kontakt 42 am zweiten Stützisolator 4 kommt. Die
federnd vorgespannten Kontaktfinger 56 gleiten hierbei über die Fasen 35 bzw. 45 der
Kontaktplatten 34 bzw. 44 hinweg und stellen eine Klemmverbindung zwischen den Einfahrkontakten
55 und den Kontaktplatten 34 bzw. 44 her. Damit ist die Hauptstrombahn des Schubtrennschalters
1 geschlossen.
[0032] Hierbei ist der Antrieb 6 so ausgelegt, daß die Schwinge 62 bzw. die Koppel 63 über
den Totpunkt des Viergelenkgetriebes hinausfahren und so eine Endstellung herstellen,
die eine unbeabsichtigte Kontakttrennung verhindert. Hiermit wird erreicht, daß die
Antriebsmechanik auch unter außergewöhnlichen Bedingungen, wie z. B. einem Kurzschlußfall,
keine selbsttätige Gegendrehbewegung ausführt und die Hauptstrombahn somit unterbricht.
Gerade im Kurzschlußfall können aufgrund der sich ausweitenden Stromschleife enorme
dynamische Kräfte auftreten, die von der Übertotpunktmechanik des Antriebs 6 jedoch
beherrscht werden.
[0033] Zum Öffnen des Schubtrennschalters 1 wird wiederum die Antriebswelle 61 angesteuert,
wobei sie hierzu zu einer Drehung in Gegenrichtung veranlaßt wird. Das Betätigungsglied
66 nimmt dann das Schaltmesser 5 derart mit, daß die elektrische Verbindung zwischen
den beiden Kontaktanordnungen 52 und 53 sowie den feststehenden Kontakten 32 und 42
aufgehoben wird. Fig. 1 zeigt den Schubtrennschalter 1 in der Endstellung bei geöffnetem
Schalter, in welcher eine erforderliche Trennstrecke und somit die dielektrische Festigkeit
des Schubtrennschalters 1 gewährleistet ist.
[0034] Die Funktion des Schubtrennschalters 1 ist dabei erkennbar von der Einbaulage unabhängig.
[0035] Die Erfindung läßt neben der gezeigten Ausführungsform weitere Gestaltungsansätze
zu.
[0036] So ist es auch möglich, daß die Kontaktanordnungen 52 und 53 mit anderen Kontakten
bestückt sind, als die in den Figuren gezeigten Einfahrkontakte. Beispiele hierfür
sind dem Fachmann in großem Umfange geläufig, wie federnd vorgespannte Walzen, Kugeln
oder dergleichen.
[0037] Insbesondere ist es auch möglich, daß die Einfahrkontakte an einer oder an beiden
Kontaktstellen des Schubtrennschalters 1 nicht am Schaltmesser 5 sondern an den Stützisolatoren
3 bzw. 4 angeordnet sind, wobei dann entsprechend Kontaktplatten etc. am Schaltmesser
5 vorzusehen sind.
[0038] Dementsprechend müssen die feststehenden Kontakte an den Stützisolatoren 3 und 4
eines Schubtrennschalters 1 nicht identisch ausgebildet sein. Auch die Kontaktanordnungen
52 und 53 am Schaltmesser 5 können unterschiedliche Gestalt aufweisen und unterschiedliche
Kontaktierungsmöglichkeiten bereitstellen.
[0039] Die Lagerrollen 71 und 72 der Führungseinrichtung 7 können zudem auch eine von der
gezeigten Ausführungsform abweichende Gestalt aufweisen. Beispielsweise ist es möglich,
auf den Bund 73 zu verzichten und/oder weitere Bünde seitlich vom Schaltmesser 5 vorzusehen.
[0040] Ferner ist es auch möglich, daß anstelle der gezeigten Rollenführung eine Gleitführung
als Führungseinrichtung für das Schaltmesser 5 dient.
[0041] Überdies ist es auch möglich, daß der Antrieb 6 in anderer Gestalt als ein Viergelenkgetriebe
ausgestaltet ist. Zudem kann der Antrieb für die Bewegung des Schaltmessers 5 auch
an anderer Stelle und mit anderen Mitteln auf das Schaltmesser 5 aufgebracht werden.
1. Schubtrennschalter (1) mit zwei Stützisolatoren (3, 4) und einem im eingeschalteten
Zustand die Stützisolatoren (3, 4) elektrisch verbindenden Schaltmesser (5), welches
an seinem in der Einschaltbewegung vorderen Ende eine Kontaktanordnung (52) zur Kontaktierung
eines feststehenden Kontakts (32) des ersten Stützisolators (3) aufweist, und im Bereich
seines in Einschaltrichtung hinteren Endes am zweiten Stützisolator (4) in einer Führungseinrichtung
(7) beweglich geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schaltmesser (5) an seinem in Einschaltrichtung hinteren Ende eine Kontaktanordnung
(53) trägt, deren Kontaktelemente in Richtung zum zweiten Stützisolator (4) weisen,
wobei die Kontaktanordnung (53) im eingeschalteten Zustand von der in Einschaltrichtung
hinteren Seite her einen feststehenden Kontakt (42) des zweiten Stützisolators (4)
kontaktiert und bei der Ausschaltbewegung von diesem entfernt wird.
2. Schubtrennschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktanordnung (53) am in Einschaltrichtung hinteren Ende des Schaltmessers
(5) Kontaktfinger (56) aufweist, welche im Zuge der Einschaltbewegung mit wenigstens
einer Kontaktplatte (44) des feststehenden Kontakts (42) des zweiten Stützisolators
(4) in Eingriff gelangen.
3. Schubtrennschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktanordnung (52) am in Einschaltrichtung vorderen Ende des Schaltmessers
(5) Kontaktfinger (56) aufweist, welche im Zuge der Einschaltbewegung mit wenigstens
einer Kontaktplatte (34) des feststehenden Kontakts (32) des ersten Stützisolators
(3) in Eingriff gelangen.
4. Schubtrennschalter nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der feststehende Kontakt des zweiten Stützisolators Kontaktfinger aufweist, welche
im Zuge der Einschaltbewegung in Eingriff mit wenigstens einer Kontaktplatte der Kontaktanordnung
am in Einschaltrichtung hinteren Ende des Schaltmessers (5) gelangen.
5. Schubtrennschalter nach Anspruch 1, 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der feststehende Kontakt des ersten Stützisolators Kontaktfinger aufweist, welche
im Zuge der Einschaltbewegung in Eingriff mit wenigstens einer Kontaktplatte der Kontaktanordnung
am in Einschaltrichtung vorderen Ende des Schaltmessers (5) gelangen.
6. Schubtrennschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungseinrichtung (7) des Schaltmessers (5) als Rollenführung ausgebildet ist.
7. Schubtrennschalter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollenführung zwei im Abstand zueinander vorliegende Lagerrollen (71, 72) aufweist,
welche zwischen sich das Schaltmesser (5) aufnehmen.
8. Schubtrennschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungseinrichtung des Schaltmessers als Gleitführung ausgebildet ist.