[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet elektrischer Heizvorrichtungen, nämlich
Heizvorrichtungen zum Erwärmen von flüssigen oder gasförmigen Medien, insbesondere
eine Dickschicht-Rohr-Heizung gem. Anspruch 1 und ein Herstellungsverfahren gemäß
Anspruch 12 für eine solche Dickschicht-Rohr-Heizung.
[0002] In elektrischen Haushaltsgeräten, insbesondere in solchen zum Waschen und Trocknen
von Wäschestücken bzw. Geschirr, werden zum Erhitzen des Reinigungswassers elektrische
Heizvorrichtungen verwendet. Bei der Entwicklung dieser Haushaltsgeräte wird angestrebt,
einerseits den elektrischen Energiebedarf der Geräte zu senken, im Falle von Waschmaschinen
beispielsweise durch Reduzierung der Wassermenge, andererseits sollen die Herstellkosten
gering gehalten werden, dennoch aber eine niedrige Ausfallrate der Geräte während
ihres Lebenszyklus gewährleistet werden. Schließlich ist eine kompakte Bauweise der
Heizvorrichtung selbst wünschenswert, wobei zum einen eine Bauform mit möglichst geringem
Raumbedarf bei geforderter Wärmeleistung und zum anderen die elektrischen Anschlüsse
der Heizvorrichtung auf Grund ihrer Empfindlichkeit gegenüber Beschädigungen besonders
berücksichtigt werden sollen.
[0003] Einen weiteren Aspekt stellen die modernen Waschmittel da, die nicht nur "waschaktive
Substanzen" enthalten, wie Seife, anionische und nicht ionische Tenside. Den größeren
Anteil machen Hilfsstoffe zur Wasserenthärtung, beispielsweise Zeolithe, Schaumregulatoren,
Bleichmittel und Füllstoffe aus. In fast allen Waschmitteln sind Enzyme enthalten,
so unterstützen Proteasen, Lipasen und Amylasen die Schmutzentfernung, Cellulasen
spalten Zellulose-Ketten, und dienen der Entfernung abgespaltener Fasern aus zu reinigendem
Gewebe. Daher sind die mit dem zu erhitzenden Medium in Kontakt stehende Außenfläche
der Heizelemente neben den thermischen auch starken chemischen Belastungen ausgesetzt.
Somit sollte diese Außenfläche entsprechende Materialeigenschaften besitzen. Hier
wurden in der Vergangenheit zahlreiche Versuche mit Antihaft-Schutzschichten wie beispielsweise
Teflon, Thermoplasten, Duroplasten oder Polypropylen unternommen, die jedoch zu keinen
guten Ergebnissen geführt haben. So kann eine Teflonbeschichtung nicht wirksam den
Ansatz von Kalk verhindern.
[0004] Für den Einsatz in Wäschewaschmaschinen ist daher eine Stabilität gegenüber Laugen
mit einem PH-Wert größer als 7 bis zu einem PH-Wert von 10 (leicht alkalisch), bei
gleichzeitiger chemischer Resistenz gegenüber Oxidations- bzw. Bleichmitteln wie z.
B. Wasserstoffperoxid oder Chlorbleichen notwendig. Für den Einsatz in Geschirrspülmaschinen
sollte die chemische Beständigkeit hinsichtlich des PH-Wertes der eingesetzten Waschlösungen
von einem PH-Wert von 5 bis 10 reichen, da die eingesetzten Spülmittel, insbesondere
durch die Verwendung von Säuren in Klarspülern, den PH-Wert auch in den sauren Bereich
verschieben können.
[0005] Die Fig. 1 zeigt beispielhaft ein Heizmodul 100 mit einem Rohrheizelement 110 des
Standes der Technik, wie es zurzeit in den eingangs genannten elektrischen Haushaltsgeräten
eingesetzt wird. Das Rohrheizelement 110 besteht prinzipiell aus einem korrosionsbeständigen
Rohr 111 mit zwei Enden 112, 114, in dem im Inneren 116 ein in ein Isolationsmaterial
z. B. Magnesiumoxid - als Füllstoff und zur elektrischen Isolierung - eingebetteter
hochohmiger Heizdraht, d. h. der Heizleiter, enthalten sind. Dabei dient das Rohr
111 im Wesentlichen zum Schutz dieses elektrisch isolierenden Füllstoffes und des
Heizleiters gegenüber dem zu erhitzenden und zur Wärmeabgabe an das zu erhitzende
Medium. Der Heizleiter ist von außen über elektrische Anschlüsse 122, 124 an den jeweiligen
Rohrenden 112, 124 kontaktierbar, wobei mittels Dichtungen 132, 134 die elektrischen
Anschlüsse 122, 124 gegenüber dem Rohr 111 isoliert und das Rohr nach außen hin abgedichtet
ist.
[0006] Nachteilig bei Rohrheizelementen des Standes der Technik ist, dass bei deren Herstellung
sehr viele Fertigungsschritte benötigt werden. Auch ist die Anordnung aus dem Heizleiter,
dem Füllstoff, mit dem der Heizleiter gegenüber dem (Schutz-)Rohr isoliert und gesichert
wird, thermisch nicht optimal, da verhältnismäßig große thermische Massen aufzuheizen
sind; dies zeigt sich insbesondere bei der thermischen Reaktionszeit solcher Rohrheizelemente.
Auch ist es bei den vorstehend beschriebenen Rohrheizelementen nicht möglich einen
Temperaturfühler zur Erfassung der Temperatur des zu erhitzenden Mediums in das Rohrheizelement
zu integrieren. Schließlich wird aufgrund der Bauweise des bekannten Heizmoduls sehr
viel Volumen des zu erhitzenden Mediums verdrängt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Heizvorrichtung bereitzustellen, die
eine schnelle Wärmeabgabe an das zu erhitzende Medium mit einem hohen Wirkungsgrad
ermöglicht, wobei die Heizvorrichtung bei gleicher Heizleistung möglichst weniger
Volumen des zu erhitzenden Mediums als ein herkömmliches Rohrheizelement verdrängen
soll.
[0008] Die vorstehende Aufgabe wird durch eine Heizvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. In den sich daran anschließenden Ansprüchen 2 bis 11 finden sich vorteilhafte
Ausgestaltungen hierzu.
[0009] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung ein Herstellungsverfahren für eine erfindungsgemäße
Heizvorrichtung vorzuschlagen, das eine einfache und kürzere Fertigung der erfindungsgemäßen
Heizvorrichtung ermöglicht.
[0010] Die vorstehende Aufgabe wird hinsichtlich der Fertigung durch ein Herstellungsverfahren
gemäß dem Anspruch 12 gelöst. In den sich daran anschließenden Ansprüchen 13 bis 15
finden sich vorteilhafte Ausgestaltungen hierzu.
[0011] Die elektrische Heizvorrichtung zum Erhitzen eines flüssigen Mediums weist einen
Grundkörper bzw. Grundträger, auch Substrat genannt, auf. Als Grundkörper sind prinzipiell
alle denkbaren geometrischen Formen, je nach Anwendungsbedarf denkbar. Wenigstens
auf einer Fläche des Grundkörpers ist in einem Heizbereich der Heizvorrichtung wenigstens
eine Heizleiterbahn in Form einer strukturierten Widerstands-Heizleiterschicht angeordneten,
die der Umwandeln elektrischer Energie in Wärme dienst und wenigstens zwei elektrischen
Anschlüssen besitzt, die in einem Anschlussbereich der Heizvorrichtung ausgeführt
und kontaktierbar sind. Zwischen dem Grundkörper und der Heizleiterschicht ist eine
Dielektrikumsschicht angeordnet. Wenigstens eine Abdeckschicht isoliert die Heizleiterbahn
gegenüber dem Medium elektrisch, wobei die Heizvorrichtung wenigstens im Heizbereich
derart beschichtet ist, dass offen Poren in der Heizleiterschicht und in der Dielektrikumsschicht
gegenüber dem Medium versiegelt sind, d.h. ein Eindringen oder Eindiffundieren des
flüssigen Mediums in die Dielektrikumsschicht bzw. Heizleiterschicht wird verhindert.
Weiter besitzt die Oberfläche der Heizvorrichtung wenigstens im Heizbereich gegenüber
dem Medium Antihaft- bzw. Anti-Soiling-Eigenschaften.
[0012] In einer Ausführungsform der elektrische Heizvorrichtung ist der Grundkörper ein
wenigstens im Bereich eines ersten Rohrendes verschlossenes Rohr, also ein rohrförmigen
Grundkörper. Dabei besitzt dieser rohrförmige Grundkörper einen mit dem zu erhitzenden
Medium in Kontakt bringbaren Heizbereich, der in einer Weiterbildung mit einer Vielzahl
von Strömungsöffnungen versehen ist. Auf einer Innenfläche oder einer Außenfläche
des rohrförmigen Grundkörpers sind dann die Funktionsschichten, nämlich die Dielektrikumsschicht,
die wenigstens eine Heizleiterbahn in Form der strukturierten Widerstands-Heizleiterschicht
und die Abdeckschicht vorgesehen.
[0013] Die Ausführung der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung mit einem offenen Rohrende an
dem Teil des Grundkörpers mit dem Heizbereich bietet beispielsweise die Möglichkeit
dort eine Pumpe anzuschließen, mit der die Zirkulation des zu erhitzenden Mediums
entlang der Innenfläche zusätzlich durch Zufuhr bzw. durch Absaugen gesteigert werden
kann. Dies ist bei den eingangs beschriebenen Rohrheizkörpern nicht möglich. In diesem
Zusammenhang sei angemerkt, dass es auch möglich ist, den rohrförmigen Grundkörper
an beiden Rohrenden zu verschließen.
[0014] Grundsätzlich können Strömungsöffnungen im Grundkörper alle denkbar möglichen Formen
aufweisen, bevorzugt sind sie jedoch als Rundlöcher bzw. Langlöcher ausgeführt. Besonders
bevorzugt sind bei der Ausführung mit dem rohrförmigen Grundkörper die Strömungsöffnungen
in regelmäßigem Abstand über den gesamten Heizbereich verteilt vorgesehen. Aufgrund
dieser Strömungsöffnungen steht dann die Heizvorrichtung im Heizbereich bei erfindungsgemäßer
Verwendung - bis auf den Anschlussbereich - vollständig mit der gesamten Oberfläche,
d. h. der Innenfläche und der Außenfläche des rohrförmigen Grundkörpers, mit dem zu
erhitzenden flüssigen Medium in direktem Kontakt, d.h. der Heizbereich ist in das
Medium ein- bzw. untergetaucht (immersed); dies ist im Anschlussbereich nur für die
Innenfläche der Fall. Dadurch wird eine schnellere Wärmeabgabe an das Medium erzielt,
auch ist der Wirkungsgrad der Heizvorrichtung gegenüber den herkömmlichen Rohrheizkörpern
weiter verbessert. Insbesondere werden durch die gute Wärmeabgabe über den gesamten
Heizbereich in der Heizvorrichtung Materialspannungen aufgrund der thermischen Ausdehnung
der einzelnen Materialien deutlich reduziert bzw. vermieden.
[0015] Durch die Ausführung der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung ohne einen homogenen geschlossenen
Mantel wie bei dem oben beschriebenen herkömmlichen Rohrheizkörper vereinfacht sich
auch die Herstellung wesentlich. Weitere Vorteile sind zusätzlich die Materialeinsparung
durch beispielsweise den Wegfall des Füllstoffes und die damit verbundene Gewichtsreduzierung,
aber auch die deutlich schnellere thermische Reaktionszeit aufgrund der deutlich reduzierten
thermischen Massen. Darüber hinaus kann ohne großen Aufwand im Betrieb ein "trockener"
Anschlussbereich sichergestellt werden.
[0016] Hinsichtlich der Heizleiterschicht ist zu vermerken, dass hierfür gute Ergebnisse
mit Metall, Metalllegierung, z.B. Kanthal oder Nikrothal, aber auch mit Keramik-Metall-Verbundstoffen,
sog. Composits, erzielt wurden. Dabei eigenen sich besonders thermisch gespritzte
bzw. kaltgasgespritzte Metalle bzw. Metalllegierungen.
[0017] Alternativ hat sich eine Auftragung der Heizleiterschicht im Sol-Gel-Schichtverhfahren
als tauglich erwiesen. Dabei ist ein Sol eine kolloidale Lösung mit sehr kleinen,
fein verteilten, freibeweglichen Teilchen, z.B. Graphit, Nickel, Silber. Durch Verdampfen
des Lösungsmittels geliert das Sol zum Sol-Gel, dabei nähern sich die Partikel einander
an und bilden ein dreidimensionales Netzwerk. Weiteres Erhitzen verstärkt die Quervernetzungen.
Nach der Abgekühlung ist das Netzwerk dauerhaft.
[0018] Es ist noch anzumerken, dass bei der Ausführung mit rohrförmigem Grundkörper (abgekürzt:
Rohrausführung) sowohl auf der Innenseite als auch auf der Außenseite des Grundkörpers
der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung WiderstandsHeizelemente vorgesehen sein können.
[0019] Ein weiterer Vorteil des Aufbaus der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung ist, dass
sehr einfach zusätzlich ein oder mehrere elektrische Sensorelemente verschiedenster
Funktionen vorgesehen werden können. Ein solches Sensorelement kann isoliert auf einer
Fläche des Grundkörpers angeordnet sein, wobei dessen elektrische Anschlüsse vorzugsweise
auch im Anschlussbereich angeordnet und kontaktierbar sind. Dabei kann es sich bei
dem Sensorelement prinzipiell um unterschiedlichste Sensorarten handeln, die zur Überwachung
der Heizvorrichtung bzw. des Heizvorgangs oder des zu erhitzenden Mediums dienen können.
[0020] So kann ein Temperatursensor zur Steuerung und/oder thermischen Überwachung sowie
Absicherung des Widerstands-Heizelements dienen. Grundsätzlich besteht aber auch die
Möglichkeit, die Funktion der Überwachung des zu erhitzenden Mediums und die der thermischen
Überwachung sowie Absicherung des Widerstands-Heizelements durch zwei oder mehrere
unterschiedliche Sensorelemente vorzunehmen. Hier sei besonders darauf hingewiesen,
dass insbesondere für die präzise und zuverlässige Steuerung bzw. Regelung eines Heizelements
die Lage eines entsprechenden Temperatursensors entscheidend ist.
[0021] Demnach kann ein Sensorelement ein Temperatursensor sein, der unmittelbar neben oder
auf der wenigstens einen Heizleiterbahn und von dieser und gegebenenfalls gegenüber
dem Medium elektrisch isoliert und abgedichtet angeordnet ist. Damit ist es bei der
Heizvorrichtung gemäß der Erfindung möglich, nahezu ideal eine thermische Überwachung
des Heizelements und/oder Erfassung der Mediumstemperatur zu realisieren. So kann
der entsprechende Temperatursensor nahezu direkt am jeweils relevanten Messort, d.
h. direkt auf oder neben dem Heizleiter bzw. im direkten oder indirekten thermischen
Kontakt zum Medium, angeordnet werden. Damit kann vorteilhaft eine thermische Überlastung
des Heizelements nahezu ausgeschlossen werden. Dabei ist das Vorsehen des hierzu benötigten
Temperatursensors deutlich einfacher zu realisieren, als dies bei einem herkömmlichen
Rohrheizkörper überhaupt möglich wäre. Bevorzugt wird der Temperatursensor auf dem
Grundkörper im Heizbereich angeordnet, wobei bei der Rohrausführung der Temperatursensor
entweder auf der Innenfläche oder auf der Außenfläche angeordnet sein kann. Dies kommt
besonders dem Wunsch entgegen, die Temperatur des zu erhitzenden Mediums möglichst
direkt erfassen zu können. Bei dem eingangs geschilderten herkömmlichen Rohrheizkörper
ist dies so nicht möglich.
[0022] Weiter kann ein bzw. ein weiteres Sensorelement ein Sicherungselement zur Absicherung
der Heizvorrichtung sein. Ein solches Sicherungselement kann beispielsweise den Heizleiter
in einem Fehler- bzw. Störungsfall, wie zum Beispiel ein Trockenlauf der Heizvorrichtung,
unterbrechen. Hierzu ist es bei der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung besonders einfach
möglich - bevorzugt im Anschlussbereich - ein solches Sicherungselement in den Heizleiter
zu integrieren. Die Absicherung kann dabei in einer thermischen Absicherung aber auch
in einer elektrischen Absicherung des Heizelements bestehen. Bei der ersten Variante
wird die Temperatur des Heizleiters mittels eines entsprechenden Temperatursensors
überwacht und der Heizstrom entsprechend unterbrochen oder geregelt. Bei der elektrischen
Absicherung wird der Heizstrom überwacht und bei Überschreiten eines bestimmten Wertes
unterbrochen, begrenzt oder abgeregelt. Es ist jedoch auch möglich extern oder im
Anschlussbereich der Heizvorrichtung eine Regelungsschaltung vorzusehen, die den Heizstrom
überwacht und entsprechend regelt.
[0023] Besonders vorteilhaft hat sich herausgestellt, dass der Aufbau der Heizvorrichtung
die Verwendung von Sensorelementen in Form eines SMD-Bauteils (SMD, surface mounted
device) ermöglicht. Diese können nahezu an jeder gewünschten Stelle auf der Heizvorrichtung
angeordnet werden, d. h. sowohl im Heizbereich, der als "nasser" Bereich mit dem zu
erhitzenden Medium in Kontakt steht als auch im Anschlussbereich, der als "trockener"
Bereich bei der eingebauten Heizvorrichtung in einem Bottich außerhalb, d. h. vom
zu erhitzenden Medium abgeschirmt ist.
[0024] Besonders das verschlossene Ende eines rohrförmigen Grundkörpers ermöglicht auch
eine zuverlässige Erfassung der Mediumstemperatur sogar direkt im dort angeordneten
Anschlussbereich, da die Innenfläche des Grundkörpers hier mit dem Medium im Kontakt
steht. Zusätzlich von Vorteil ist es dann, dass ein dort angeordnetes Sensorelement
nicht gegenüber dem Medium abgedichtet bzw. isoliert werden muss. Dabei besteht eine
vorteilhafte Ausbildung der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung mit einem Temperatursensor
zu Überwachung bzw. Erfassung der Mediumstemperatur in der Möglichkeit, ein handelsübliches
NTC- oder PTC-Element mit einer Hülse, beispielsweise einer Metallhülse aus Chromnickel-Stahl,
in dem verschlossenen Ende des rohrförmigen Grundkörpers anzuordnen. Damit kann dieses
Rohrende besonders einfach verschlossen werden, indem die Hülse des Temperatursensors
als Deckel verwendet wird, die beispielsweise, wenn der rohrförmige Grundkörper und
die Hülse aus Metall sind, durch Schweißen materialschlüssig mit dem Grundkörper aus
Metall verbunden werden kann. Auch steht der Temperatursensor besonders vorteilhaft
mit dem zu erhitzenden Medium in direktem Kontakt.
[0025] Es sei noch angemerkt, dass je nach Anforderung als Sensorelemente an den vorstehenden
Positionen auch Sensoren für andere physikalische Messgrößen verwendet werden können,
wie zum Beispiel ein Drucksensor oder ein Sensor zur Erfassung des PH-Wertes etc.
[0026] Grundsätzlich ist für den Grundkörper, jedes Material mit guten Wärmeleiteigenschaften
und gleichzeitig ausreichend hohem Schmelzpunkt bzw. einem kleinen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
geeignet. Bevorzugt wird für den Grundkörper ein austenitischer oder ein ferritischer
bzw. Duplex-Edelstahl, aber auch Buntmetalle wie Aluminium, Aluminiumlegierungen,
Kupfer, Kupferlegierungen sind geeignet. Besonders bevorzugt bietet sich aus Kostenüberlegungen
als Grundkörpermaterial unlegierter Stahl, wie zum Beispiel Kaltbandstahl, an. Es
sei jedoch angemerkt, dass der Grundkörper auch aus einer Keramik, Glas oder einem
Metall-Keramik-Verbundstoff, wie einem Metal Matrix Composit oder Cermet, bestehen
kann.
[0027] Insbesondere wenn das Material des Grundkörper selber elektrisch leitfähig ist, ist
zur elektrischen Isolation unmittelbar auf dem Grundkörper eine Dielektrikumsschicht
als eine erste Abdeckschicht mit einem thermischen Spritzverfahren. Hierfür hat haben
sich Keramikschichten, vorzugsweise aus Aluminiumoxid, Zirkoniumoxid, Titanoxid, Chromoxid,
Glasfritten wie Borsilikat oder einer Mischung davon, als geeignet herausgestellt.
Gleichermaßen ist als erste Abdeckschicht auch eine Emailleschicht oder Glasschicht
geeignet. Auch kann die Dielektrikumsschicht mittels dem oben genannten Sol-Gel-Verfahren
aufgebracht werden, wobei sich besonders Siliziumoxid-, Titanoxid-, Zirkoniumoxid-
und Aluminiumoxid-Sol-Gels als geeignet erwiesen haben.
[0028] Als besonders problematisch hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass bei einer
thermisch belasteten spröden Schicht, vor allem wenn mehreren Schichten unterschiedliche
Elastizitätseigenschaften (bzw. mit unterschiedlich thermischem Ausdehnungsverhalten)
haben, insbesondere bei keramischen oder gläsernen Schichten, Risse auftreten können.
Dies ist bei einer Heizvorrichtung, die im Betrieb einen elektrischen Strom führenden
Heizleiter besitzt und in ein zu erhitzendes meist elektrisch leitfähiges Medium eingetaucht
ist, nachteilig, da durch Risse Kurzschlüsse auftreten können. In diesem Zusammenhang
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, in der Dielektrikumsschicht zwischen den Heizleiterbahnen
der Widerstands-Heizleiterschicht Dehnfugen vorzusehen. Durch diese Maßnahme wird
besonders einer Rissbildung in den Funktionsschichten, das sind die Dielektrikumsschicht,
die Widerstands-Heizleiterschicht und die im Folgenden genannte Abdeckschicht, durch
die im Betrieb auftretenden thermischen Belastungen vermindert, insbesondere wird
damit neben der guten Wärmeabfuhr durch den vollständigen Kontakt des Grundkörpers
mit dem flüssigen Medium sichergestellt, dass die Dielektrikumsschicht und die Abdeckschicht
im erfindungsgemäßen Betriebseinsatz sich nicht ablösen bzw. abgesprengt werden.
[0029] Es hat sich herausgestellt, dass die Dielektrikumsschicht und die Widerstands-Heizleiterschicht
bei Erzeugung mittels eines thermischen Spritzverfahrens wie atmosphärischen Plasma
Spritzens (APS), Hochgeschwindigkeitsflammspritzens (HVOF), Pulverflammspritzens,
Lichtbogen- und Kaltgasspritzens oder mittels eines Sol-Gel-Verfahrens besonders gute
mechanische Eigenschaften aufweisen. Dies ist vor allem auf die poröse Schichtstruktur
der mit den genannten Verfahren erzeugten Schichten zu verdanken, da dabei vorteilhaft
eine Kompensation der unterschiedlichen Elastizitätseigenschaften bzw. dem unterschiedlich
thermischem Ausdehnungsverhalten erreicht wird.
[0030] Es wurde weiter festgestellt, dass bei vorstehend genannten porösen Schichten im
"immersed" Betrieb Wassermoleküle in die Poren eindringen bzw. sich dort einlagern.
Dadurch bilden sich in dieser Schicht, die primär zu elektrischen Isolation dient,
leitfähige Pfade aus, die zu Kurzschlüssen bzw. höheren Ableitströmen führen können.
Daher hat es sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, die Poren der Dielektrikumsschicht,
vor allem an den gegebenenfalls vorgesehen Dehnfugen, den gegebenenfalls vorgesehen
Strömungsöffnungen sowie wenigstens an den Stirnseiten der Schicht am Rand des Grundkörpers,
mit der Abdeckschicht zu versehen, d. h. zu versiegeln. Eine Versiegelung der Widerstands-Heizleiterschicht
hat sich dabei zur Vermeidung von Korrosion als vorteilhaft gezeigt. Insgesamt wird
vorteilhaft ein Unterwandern dieser Schichten bzw. ein stirnseitiges Eindringen von
Flüssigkeiten in die poröse Schichten verhindert.
[0031] Zum Schutz der Heizvorrichtung im Betrieb vor äußeren Einflüssen und zur Abdichtung
bzw. Versiegelung und Isolation gegenüber dem Medium ist die Heizvorrichtung daher
wenigstens im Heizbereich, d. h. im nassen Bereich, mit einer aufgetragenen mediumsdichten
und auch elektrisch isolierenden Abdeckschicht versehen. Diese Schicht sollte eine
Wärmeleitfähigkeiten im Bereich von 1 bis 50 W/mK haben.
[0032] Es sei angemerkt, dass diese Abdeckschicht selbstverständlich auch aus mehreren Schichten
zusammengesetzt sein kann, von den jeweils eine eine der benötigten Funktionen "elektrisch
Isolieren", "gegenüber dem zu erhitzenden Medium Abdichten bzw. Versiegeln" und eine
"Anti-Soiling-Eigenschaft" besitzt.
[0033] Als besonders geeignet erwiesen haben sich zum Versiegeln der Poren: Nanokompositlacke,
wie organische Lacke oder Lacke mit anorganischeorganische Polymermatrix mit eingelagerten
anorganischen Partikeln, Siloxane und Silikonöle. Diese Materialien dringen in die
Poren der porösen Schichten ein und versiegeln dies gegen das Eindringen des flüssigen
zu erhitzenden Mediums, wie beispielsweise Wasser.
[0034] Als veredelndes Topcoat bzw. letzte Abdeckschicht wird die Außenfläche mit der Antihaft-
oder Anti-Soiling-Eigenschaft ausgestattet. Das Topcoat ist im Aufbau so ausgelegt,
dass sich weder Kalk noch andere organische Substanzen an der Heizvorrichtung im Heizbereich
ablagern (können). Damit ist ein gleich bleibender und über den Heizbereich gleichmäßiger
Wärmeübergang von der Heizung zum Medium gewährleistet.
[0035] Vorzugsweise weist die versiegelnde bzw. porenabdichtende Abdeckschicht selber schon
Anti-Soiling-Eigenschaften auf. Dabei kann die Abdeckschicht beispielsweise eine nanostrukturierte
Schutzschicht sein, für die bevorzugt nanostrukturierte Werkstoffe bzw. Werkstoffkombinationen
verwendet werden. Für eine Einschichtausführung der Abdeckschicht, d.h. Versiegeln
der Poren, elektrische Isolation und Anti-Soiling-Eigenschaft, eignet sich beispielsweise
ein Hybridpolymer, welches als Sol-Gel-Coating, beispielsweise mit einem Hybridpolymere
mit einer anorganisch-organischen Polymermatrix, aufgebracht wird. Das Hybridpolymer
ist nämlich dünnflüssig genug, um in die offenen Poren der porösen Schichten einzudringen
und bildet zusätzlich auf der Oberfläche durch die Quervernetzung einen dichten Film.
Die hydrophoben Sol-Gel-Oberflächen sind nicht nur schmutzabweisend, sie erhöhen auch
den Korrosionswiderstand des beschichteten Widerstands-Heizleiterschicht.
[0036] Bei einer Abdeckschicht in Mehrschichtausführung haben sich für das Topcoat Silikone
bzw. modifizierte Silikone, Polyimide, Polyamidimid, Polyesterimide bzw. modifizierte
Polyesterimide als geeignet erwiesen. Aber auch Glas- bzw. Keramik-Schichten, die
mittels Siebdruck oder Sprühverfahren mit anschließendem Trocknen und Einbrennen aufgetragen
werden, sind geeignet. Eine wichtige Eigenschaft des Topcoats besteht hier noch darin,
ein Ausgasen der die Poren in der Dielektrikumsschicht und der Widerstands-Heizleiterschicht
versiegelnden Abdeckschicht zu verhindern.
[0037] In einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung ist sowohl die Dielektrikumsschicht
als auch die Abdeckschicht aus Emaille oder Glas, da von diesen Stoffen beide Anforderungen
hinsichtlich der notwendigen elektrischen Isolation als auch der Abdichtung gegenüber
dem zu erhitzenden Medium erfüllt werden.
[0038] In diesem Zusammenhang sei noch hervorgehoben, dass das Überziehen der gesamten Heizvorrichtung
wenigstens im Heizbereich, der im untergetauchten Betrieb mit dem zu erhitzenden Medium
in Kontakt steht, mit der Abdeckschicht besonders vorteilhaft die Verwendung von unedlen
Metallen, z. B. unlegierten Stählen, für den Grundkörper ermöglicht. So kann der Grundkörper
aus günstigem Kaltbandstahl als Ausgangsmaterial hergestellt werden.
[0039] Eine zusätzliche vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung
ist auf die Problematik sog. "Hotspots" gerichtet. Als Hotspots sollen in diesem Zusammenhang
im Betrieb auftretende Stellen bei einer Heizvorrichtung angesehen werden, an denen
teilweise erhebliche Übertemperaturen auftreten. Solche Hotspots können durch lokale
äußere Verunreinigungen auftreten, aber auch bauartbedingt an bestimmten Stellen des
Heizleiters hervorgerufen werden. So ist zum einen im Anschlussbereich der Heizvorrichtung
nicht erwünscht, dass der Heizleiter dort elektrische Energie in Wärme umwandelt.
Aber auch an so genannten Umkehrpunkten des Heizleiters, die wenigstens einmal am
offenen Rohrende notwendig sind, wurde das Auftreten von solchen lokalen Überwärmungen
festgestellt. Daher werden die Heizleiterbahn(en) an Umkehrpunkten und im Anschlussbereich
gegenüber der restlichen Heizleiterbahn so eingestellt, dass diese an solchen Stellen
einen geringeren spezifischen Widerstand aufweisen. Dies kann prinzipiell durch eine
Erhöhung des wirksamen Heizleiterquerschnitts an Umkehrpunkten bzw. im Anschlussbereich,
beispielsweise durch Vorsehen von mehr Heizleitermaterial, erreicht werden. Besonders
bevorzugt ist es jedoch, wenn die Heizleiterbahn an den Umkehrpunkten bzw. im Anschlussbereich
aus einem Widerstandsmaterial mit einer höheren Leitfähigkeit als die restliche Heizleiterbahn
besteht oder dort auf der Heizleiterbahn ein zusätzliches Heizleitermaterial mit einem
niedrigeren elektrischen Widerstand vorgesehen bzw. aufgetragen ist. Bei der Erfindung
kommen bevorzugt thermisch gespritzte bzw. kaltgasgespritzte Metalle oder Metalllegierungen,
aber auch Dickschichtpasten, wie Silber/Palladium-Pasten, oder elektrische leitfähige
Polymere, wie silbergefülltes Epoxid, zur Anwendung.
[0040] Hinsichtlich des Anschlussbereichs sei angemerkt, dass wenn die Anschlüsse und gegebenenfalls
der Teil der Heizleiter vom Anschlussbereich bis zum Heizbereich des wenigstens einen
Heizelements einen gegenüber dem übrigen Teil des Widerstands-Heizelements geringeren
elektrischen Widerstand aufweisen, hierdurch der Anschlussbereich der erfindungsgemäßen
Heizvorrichtung eine "kalte Zone" darstellt, d. h. eine Zone, in der nahezu keine
Wärmeabgabe durch das Heizelement erfolgt. Dadurch wird zusätzlich sichergestellt,
dass bei der Erfassung der Mediumstemperatur im Anschlussbereich diese richtig gemessen
werden kann und nicht durch Wärme vom Heizleiter verfälscht wird.
[0041] Betreffend die Isolation und Abdichtung der elektrischen Widerstands-Heizleiterschicht
gegenüber dem Medium als auch gegenüber dem Grundkörper sei noch angemerkt, dass von
den verwendeten Materialien für die jeweiligen Abdeckschichten eine Hochspannungsfestigkeit
von wenigstens 1250VAC, vorzugsweise 3750VAC, ein maximaler Ableitstrom von 0,75mA,
vorzugsweise 0,25mA, eine chemische Stabilität gegenüber dem Medium in einem PH-Bereich
von 5 bis 10, vorzugsweise 7 bis 10 und eine Wärmeleitfähigkeit von wenigstens 1 W/mK,
vorzugsweise von 10 bis 50W/mK erreicht werden.
[0042] Eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung besteht in der Integration
von einer erfindungsgemäßen Heizvorrichtung oder mehreren erfindungsgemäßen Heizvorrichtungen
in ein Heizmodul, wobei im Wesentlichen zwischen dem Anschlussbereich und dem Heizbereich
an der einen Heizvorrichtung oder den mehreren parallel angeordneten Heizvorrichtungen
eine um den Grundkörper herumverlaufende Dichtung zur Abdichtung einer Einbauöffnung
für das Heizmodul angeordnet ist. Eine solche Dichtung kann beispielsweise als eine
Kegeldichtung ausgeführt sein, die beispielsweise mit einem für eine Dichtung geeigneten
Material direkt mit gleichzeitiger entsprechender Formgebung an de Heizvorrichtung
angespritzt wird. Damit ist gleichzeitig eine Abdichtung zwischen Heizbereich und
Anschlussbereich gewährleistet.
[0043] Eine Weiterbildung des Heizmoduls bestehend darin, anstelle der oben genannten Dichtung
eine Flanschbaugruppe mit Standardabmessungen vorzusehen. Eine solche Flanschbaugruppe
weist dann im Wesentlichen wenigstens einen Flansch, ein Spannstück und eine zwischen
Flansch und Spannstück angeordnete Dichtung auf, wobei die wenigstens eine Heizvorrichtungen
an dem Flansch oder dem Spannstück fixiert sind und die Dichtung zwischen dem Anschlussbereich
und dem Heizbereich angeordnet ist.
[0044] Weiter kann bei dem Heizmodul für die elektrische Kontaktierung der wenigstens einen
Heizvorrichtung und gegebenenfalls eines oder mehrerer Sensorelemente ein Anschlusssteckteil,
das beispielsweise einen genormten Steckanschluss bietet, vorgesehen sein.
[0045] Das Verfahren zum Herstellen einer Heizvorrichtung der Erfindung besteht grundsätzlich
aus den folgenden Schritten: Herstellen eines Grundkörpers; Aufbringen einer ersten
elektrisch isolierenden Dielektrikumsschicht auf den Grundkörper mit einem der oben
genannten thermischen Spritzverfahren; Aufbringen wenigstens einer strukturierten
Heizleiterschicht auf die Dielektrikumsschicht mit einem der oben genannten thermischen
Spritzverfahren; und Aufbringen einer elektrisch isolierenden, mediumsdichten und
Antihaft-Eigenschaften aufweisenden Abdeckschicht auf die Heizvorrichtung wenigstens
im Heizbereich, wobei Poren in der Dielektrikumsschicht und der Heizleiterschicht
mediumsdicht versiegelt werden.
[0046] Zusätzlich kann als weiterer Zwischenschritt das Aufbringen einer Haftschicht mit
einem der oben genannten thermischen Spritzverfahren auf den Grundkörper zwischen
dem Grundkörper und der Dielektrikumschicht vorgesehen werden.
[0047] Der Schritt des Aufbringens einer elektrisch isolierenden, mediumsdichten und Antihaft-Eigenschaften
aufweisenden Abdeckschicht kann neben einer Einschicht-Ausführung auch aus folgenden
Zwischenschritten als Zweischicht-Ausführung mit folgenden Schritten ausgeführt werden:
Aufbringen wenigstens im Heizbereich einer ersten die Poren in der Dielektrikumsschicht
und der Heizleiterschicht mediumsdicht versiegelnden Versiegelungsschicht; und Aufbringen
wenigstens im Heizbereich einer zweiten nanostrukturierten Anti-Soiling-Schicht über
der Abdeckschicht. Dabei hat die nanostrukturierten Anti-Soiling-Schicht die Eigenschaften
elektrisch gegenüber dem Medium zu isolieren.
[0048] Schließlich kann als weiterer Zwischenschritt nach dem Aufbringen der Dielektrikumsschicht
zusätzlich ein Schritt vorgesehen sein des Herstellens von Dehnfugen in der Dielektrikumsschicht
neben und/oder zwischen Heizleiterbahnen in der strukturierten Heizleiterschicht.
[0049] Es hat sich weiter als günstig erwiesen, den Grundkörper vor dem Auftragen der ersten
Abdeckschicht mittels Strahlen, Ätzen oder Schleifen aufzurauen. Anschließend wird
die Dielektrikumsschicht mittels einem der oben genannten Verfahren, bevorzugt mittels
thermischen Spritzverfahren oder Kaltgasspritzverfahren aufgetragen.
[0050] Die Heizleiterschicht wird mittels einem der oben genannten Verfahren, vorzugsweise
mittels einem thermischen oder einem kalten Spritzverfahren aufgetragen. Dabei ist
es möglich durch Laserstrukturierung, Wasserstrahlschneiden, Laser Micro Jet Verfahren,
Sandstrahlen, Ätzen, Fräsen oder Schleifen der vollflächig aufgetragenen Heizleiterschicht
die gewünschte Heizleiterstruktur zu geben, wodurch unterschiedliche Temperaturbereiche
geschaffen werden können, aber auch die elektrische Heizleitung der Heizvorrichtung
bei gegebener Versorgungsspannung eingestellt werden kann.
[0051] Es ist auch möglich, die Heizleiterstruktur durch eine Schablonetechnik zu erzeugen.
Dabei wird eine Schablone aus einem Antihaftmaterial auf der Dielektrikumsschicht
aufgebracht (Auflaminiert oder Siebgedruckt) und anschließend die Heizleiterschicht
aufgetragen. Nach dem Auftragen der Heizleiterschicht wird die Schablone dann wieder
entfernt. Jedoch wurden Heizleiterstrukturen auch erfolgreich durch direktes strukturiertes
Beschichten mit einem feinen Beschichtungsstrahl erzeugt.
[0052] Weitere Vorteile der Erfindung werden im Zusammenhang mit den Erläuterungen von Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung zusammen mit den Zeichnungsfiguren erläutert. Die hierbei
verwendeten Begriffe "links", "rechts", "unten" und "oben" beziehen sich auf die Zeichnungsfiguren
mit normal lesbaren Figurenbezeichnungen. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass in
den einzelnen Zeichnungsfiguren mit gleicher Leitziffer (z. B. Leitziffer 2: Fig.
2a, 2b) gleiche Teile durch gleiche Bezugszeichen gekennzeichnet sind. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf ein Rohrheizelement des Standes der Technik;
- Fig. 2a
- eine Seitenansicht, einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung
mit SMD-Temperaturerfassungselement;
- Fig. 2b
- eine Schnittansicht der Dickschicht-Rohr-Heizung der Fig. 2a;
- Fig. 3a
- eine Seitenansicht, einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung,
wobei ein Temperaturerfassungselement in dem verschlossenen Rohrende des Grundkörpers
angeordnet ist;
- Fig. 3b
- eine Schnittansicht der Dickschicht-Rohr-Heizung der Fig. 3a;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf ein Heizmodul mit zwei erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizungen;
- Fig. 5a
- eine Seitenansicht eines Heizmoduls mit einer Flanschbaugruppe;
- Fig. 5b
- eine Schnittansicht des Heizmoduls der Fig. 5a;
- Fig. 6
- eine Detailansicht eines Heizleiterumkehrpunktes auf einer erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung;
- Fig. 7a-7d
- jeweils eine Querschnittsansicht der Anordnung der Funktionsschich- ten in verschiedenen
Ausführungen;
- Fig. 7e
- eine Querschnittdarstellung der Funktionsschichten gemäß einer weiteren Ausführung;
und
- Fig. 8
- eine perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Heizvorrichtung
der Erfindung.
[0053] Fig. 2a zeigt eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Dickschicht-Heizung, die als Dickschicht-Rohr-Heizung 200 ausgeführt ist. Deutlich
zu erkennen ist ein rohrförmige Grundkörper 201 mit einem offenen Rohrende 202 und
einem geschlossenen Rohrende 204, das mit einem Deckel 206 verschlossen ist.
[0054] In der Fig. 1 ist die Dickschicht-Rohr-Heizung 200 schematisch in Einbaulage in eine
Bottichwand 210 dargestellt. Zur Befestigung in und gleichzeitiger Abdichtung der
Einbauöffnung der Bottichwand 210 ist an der Dickschicht-Rohr-Heizung 200 eine Dichtung
220 in Form einer Kegeldichtung aufgespritzt. Der Anschlussbereich liegt damit auf
der trockenen Seite des Bottichs und erstreckt sich von dem geschlossenen Rohrende
204 bis zur Bottichwand 210 definierten Ebene. Damit liegt der Heizbereich der Dickschicht-Rohr-Heizung
200 auf der rechten Seite der Bottichwand 210 im so genannten nassen Bereich, d. h.
steht im Betrieb im direkten Kontakt mit dem zu erhitzenden Medium. Der Heizbereich
erstreckt sich etwa von der Bottichwand 210 bis zum offenen Rohrende 202.
[0055] Deutlich zu erkennen sind Strömungsöffnungen 230, die über den gesamten Heizbereich
regelmäßig zueinander beabstandet angeordnet sind. Die Strömungsöffnungen 230 weisen
hier die Form von Langlöchern auf, die schräg zu einem senkrechten Rohrquerschnitt
mit einem Winkel α in dem Grundkörper 201 der Dickschicht-Rohr-Heizung 200 ausgebildet
sind.
[0056] Weiter ist auf dem Grundkörper 201 der Heizleiter 240 aufgetragen, der sich bifilaren
geführt über den gesamten Heizbereich erstreckt. Dabei verlaufen jeweils eine Leiterbahn
242 als Hin-Leiter und eine Leiterbahn 244 als Rück-Leiter parallel zueinander mit
einer Steigung, die im Wesentlichen dem Winkel α der Strömungsöffnungen 230 entspricht.
[0057] Im Anschlussbereich sind elektrische Anschlüsse 252 und 254 für den Heizleiter 240
angeordnet. Dabei sei angemerkt, dass, wie eingangs erwähnt, die elektrischen Anschlüsse
252, 254 durch Verwendung eines Materials mit einem geringeren elektrischen Widerstand
oder durch Auftrag von zusätzlichem Leiterbahnmaterial im Vergleich zu dem restlichen
Heizleiter 240 als so genannte kalte Anschlüsse ausgeführt sind. Weiter ist in dem
Anschlussbereich ein Temperatursensor 260 zur Erfassung der Temperatur des zu erhitzenden
Mediums vorgesehen. Es sei angemerkt, dass die elektrischen Anschlüsse des Temperatursensors
260 in der Fig. 2a nicht zu erkennen sind, diese sind jedoch grundsätzlich ähnlich
ausgeführt wie die elektrischen Anschlüsse bzw. Leiterbahnen des Heizleiters 240.
[0058] Fig. 2b zeigt eine Schnittansicht der Dickschicht-Rohr-Heizung 200 aus der Fig. 2a.
Es sei angemerkt, dass im Folgenden nur zusätzliche erkennbare Merkmale gegenüber
der Fig. 2a erläutert werden. Gut zu erkennen ist in Fig. 2b einer der grundsätzlichen
Vorteile der erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung 200, der darin besteht, dass
im Heizbereich sowohl die Außenfläche 212 als auch die Innenfläche 214 des rohrförmigen
Grundkörpers 201 mit dem zu erhitzenden Medium in Kontakt steht. Dadurch wird zusammen
mit den regelmäßig beabstandeten Strömungsöffnungen 230 eine optimale Zirkulation
des zu erhitzenden Mediums an bzw. entlang der Oberfläche der Dickschicht-Rohr-Heizung
200 und damit eine schneller Wärmeabtransport sichergestellt.
[0059] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das zu erhitzende Medium auch im Anschlussbereich
an der Innenfläche 214 mit dem Grundkörper 201 der Dickschicht-Rohr-Heizung 200 in
Kontakt steht und somit im Anschlussbereich mittels des Temperatursensors 260 sehr
genau und unverfälscht durch die Heizwirkung des Heizleiters erfasst werden kann.
[0060] Deutlich zu erkennen in der Fig. 2b ist auch die Ausführung der kegelförmigen Dichtung
220, die beispielsweise am Ende der Herstellung der erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung
200 zwischen Anschlussbereich und Heizbereich außen mittels einem Spritzverfahren
aufgeformt werden kann. Zum einen wird durch diese Ausführung eine einfache Abdichtung
des Anschlussbereichs gegenüber dem Medium an dem Übergang zwischen der Außenfläche
212 und der Dichtung 220 sichergestellt und zum anderen stellt die Dickschicht-Rohr-Heizung
200 zusammen mit der Dichtung 220 ein Heizmodul dar, das an dem Ort der bestimmungsgemäßen
Verwendung sehr einfach eingebaut werden kann.
[0061] Die Fig. 3a zeigt eine Seitenansicht eine zweite Ausführungsform der Erfindung. Der
wesentliche Unterschied der in der Fig. 3a dargestellten Dickschicht-Rohr-Heizung
300 gegenüber der in den Fig. 2a und 2b dargestellten Dickschicht-Rohr-Heizung 200
besteht in der Integration eines Temperatursensors 360 (Fig. 3b) am verschlossenen
Rohrende 304 des rohrförmigen Grundköpers 301. Anstelle des Deckels 206 in der Fig.
2a bzw. 2b wird in der Ausführungsform der Dickschicht-Rohr-Heizung 300 in der Fig.
3a das verschlossene Rohrende 304 durch Integration des Temperatursensors 360 in dieses
Rohrende 304 verschlossen. Dabei kann beispielsweise ein handelsübliches NTC/PTC-Element
in einer Metallhülse, z. B. einer Chromnickel-Stahlhülse, zum Einsatz kommen, wobei
die Stahlhülse zugleich als Gehäuse für den Sensor als auch als Deckel für den rohrförmigen
Grundkörper 301 am verschlossenen Rohrende 304 fungiert.
[0062] Als besonders vorteilhaft ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass hier ein handelsüblicher
Temperatursensor mit einem Steckanschluss 362, beispielsweise in Form eines so genannten
RAST-Gehäuses, verwendet werden kann. In der Fig. 3b ist der mit dem gestrichelten
Kreis D gekennzeichnete Ausschnitt der Fig. 3a als Detailschnitt dargestellt. Besonders
gut ist die Integration des Temperatursensors 360 mit einer Hülse in den rohrförmigen
Grundkörper 301 zu erkennen. Die Hülse des Temperatursensors 360 kann beispielsweise
mit dem rohrförmigen Grundköper 301 formschlüssig durch Schweißen am Rohrrand 308
verbunden werden. Bei dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung
300 kann somit eine sehr genaue Temperaturüberwachung des zu erhitzenden Mediums garantiert
werden, da, wie in dem Detailschnitt D der Fig. 3b deutlich zu erkennen ist, die Hülse
des Temperatursensors 360 mit der dem zu erhitzenden Medium zugewandten Außenseite
364 nahezu vollständig in Kontakt steht.
[0063] In der Fig. 4 ist eine Draufsicht auf ein Heizmodul mit zwei erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizungen
401 und 402 gezeigt, die hinsichtlich ihres Aufbaus im Wesentlichen dem der Dickschicht-Rohr-Heizung
200 der Fig. 2a bzw. 2b entsprechen. Das in der Fig. 4 gezeigte Heizmodul 400 ist
ein Beispiel dafür, wie mehrere der erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizungen besonders
einfach und vorteilhaft zueinander parallel angeordnet in ein Heizmodul integriert
werden können. Dabei können die einzelnen Dickschicht-Rohr-Heizungen 401, 402 je nach
Anforderung des jeweiligen Einsatzgebiets sowohl elektrisch parallel als auch in Serie
verschaltet werden.
[0064] Das Heizmodul 400 besitzt zum Einbau in eine Bottichwand 410 eine Dichtung 420, die
wiederum zwischen dem Anschlussbereich und dem Heizbereich der jeweiligen Dickschicht-Rohr-Heizungen
401, 402 angeordnet ist. Bei der Dichtung 420 handelt es sich im Wesentlichen wieder
um eine Kegeldichtung, die einen besonders einfachen Einbau in die Bottichwand 410
ermöglicht. Um ein einfaches elektrisches Anschließen der vorhandenen Absicherungseinrichtungen
bzw. der Anschlüsse der Heizleiterbahnen zu ermöglichen, ist in diesem Ausführungsbeispiel
ein so genanntes RAST-Gehäuse 430 mit zwei Steckanschlüssen 432, 434 zwischen den
beiden Dickschicht-Rohr-Heizungen 401, 402 vorgesehen.
[0065] Da sich auf dem Gebiet der Heizelemente für Waschmaschinen, Geschirrspüler etc. bestimmte
Abmessungen hinsichtlich der Einbauöffnung in den jeweiligen Bottichen als Quasi-Standard
eingebürgert haben, können die erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizungen selbstverständlich
auch besonders vorteilhaft mit einer entsprechenden Flanschbaugruppe in ein Heizmodul
integriert werden, wobei die äußeren Abmessungen der Flanschbaugruppe dann diesem
Quasi-Standard der Haushaltsgerätebranche angepasst sind. Hier ergibt sich der Vorteil,
dass Hersteller der Haushaltsgerätebranche, die diese neuen Heizelemente verwenden
wollen, die Einbauöffnungen an ihren Geräten nicht anpassen bzw. ändern müssen. Damit
kann die alte Technologie der Rohrheizelemente ohne Probleme und ohne jeglichen Zeit-
bzw. Entwicklungsaufwand gegen die neue Technologie gemäß der vorliegenden Erfindung
ausgetauscht werden.
[0066] Ein Beispiel für ein Heizmodul 500 mit Standard-Flanschbaugruppe ist in den Fig.
5a und 5b gezeigt. In Fig. 5a sieht man eine Seitenansicht des Heizmoduls 500 mit
einer Flanschbaugruppe 510, die im Wesentlichen aus einem Flansch 512, einer Dichtung
514 und einem Spannstück 516 besteht. Links von der Flanschbaugruppe 510 ist der Anschlussbereich
einer von den zwei Dickschicht-Rohr-Heizungen (Fig. 5b: 501, 502) des Heizmoduls 500
zu erkennen. In dem Anschlussbereich befinden sich die beiden elektrischen Anschlüsse
522, 524 und auch die entsprechenden Anschlüsse für einen in SMD-Ausführung vorgesehenen
Temperatursensor 530. Weiter ist eine Anschlussfahne 518 zum Anschluss eines Schutzleiters
an den Flansch 512 zu erkennen.
[0067] Etwas genauer ist die Integration der beiden Dickschicht-Rohr-Heizungen 501 und 502
in das Heizmodul 500 in der Fig. 5b dargestellt, die eine Draufsicht auf einen Querschnitt
des Heizmoduls 500 der Fig. 5a zeigt. Dabei ist gut zu sehen, dass die beiden Dickschicht-Rohr-Heizungen
501, 502 jeweils mechanisch in bzw. an dem Flansch 512 fixiert sind, wobei die Dichtung
514 zwischen dem Flansch 512 und dem Spannstück 516 angeordnet ist. Zentral in der
Flanschbaugruppe 510 ist ein Durchgangsloch vorgesehen, das sich sowohl durch das
Spannstück 516, die Dichtung 514 sowie den Flansch 512 erstreckt, wobei durch dieses
Durchgangsloch eine Schraube 542 geführt ist, die mit einem Schraubenende 543 in das
Spannstück 516 eingepresst und dadurch gegen ein Verdrehen gegenüber dem Spannstück
516 gesichert ist. Das dem Schraubenende 543 gegenüberliegende Schraubenende 544 steht
aus dem Flansch hervor und ist dort mit einer Mutter 545 versehen. Wenn die Mutter
545 angezogen wird, presst das Spannstück 516 die Dichtung 514 gegen den an den Dickschicht-Rohr-Heizungen
501, 502 fixierten Flansch 512. Dadurch quillt die Dichtung 514 am Randbereich auf
und dichtet sich gegen die Einbauöffnung des Behälters (nicht gezeigt) ab. Es sei
angemerkt, dass die Flanschbaugruppe 510 auch so konzipiert sein kann, dass das Spannstück
516 an den Dickschicht-Rohr-Heizungen 501, 502 fixiert ist und der Flansch 512 beweglich
bleibt.
[0068] Im Folgenden sollen noch einige Anmerkungen betreffend die Herstellung der erfindungsgemäßen
Dickschicht-Rohr-Heizung gemacht werden. Als Träger für die Funktionsschichten der
erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung eignet sich besonders aufgrund seiner Korrosionsbeständigkeit
ein Edelstahlrohr, insbesondere aus einem austinitischen oder ferritischen Edelstahl.
Als Grundköper kann aber grundsätzlich ein beliebiges Metallrohr verwendet werden,
bei dem gegebenenfalls ein zusätzlicher Korrosionsschutz aufgetragen wird; bevorzugt
wird der rohrförmige Grundkörper, oder jeder andere geometrischer Grundkörper aus
einem Kaltbandstahlabschnitt gefertigt.
[0069] Da sich fertigungstechnisch das Anbringen der Strömungsöffnungen, beispielsweise
in der Form von Bohrungen oder Langlöchern, in ein Rohr als zeitaufwendig und arbeitsintensiv
gestaltet, hat sich bei der Herstellung für den Grundköper in Rohrform für die Dickschicht-Rohr-Heizung
als vorteilhaft herausgestellt, einen rohrförmigen Grundköper aus einem flachen Materialstreifen,
in den die Strömungsöffnungen eingestanzt werden bzw. sind, durch Wickeln und anschließendes
formschlüssiges Verbinden der Stoßkanten herzustellen. Dieser Grundköper wird anschließend
an dem Rohrende, an dem der Anschlussbereich vorgesehen werden soll, mit einem Deckel
verschlossen oder, falls in dem Rohrende der Einbau eines Temperatursensors mit entsprechender
hülsenförmigen Gehäuse vorgesehen ist, offen gelassen. Es kann aber auch an dieser
Stelle eine entsprechende Hülse, bevorzugt aus demselben Material wie der Grundkörper,
anstelle des Deckels angebracht werden.
[0070] Bevor auf den rohrförmigen Grundköper die Funktionsschichten der Dickschicht-Rohr-Heizung
aufgetragen werden, kann noch ein zusätzlicher vorbereitender Verfahrensschritt eingefügt
werden, der darin besteht, die Oberfläche des rohrförmigen Grundköpers durch ein strahlendes,
ätzendes oder schleifendes Verfahren geeignet aufzurauen.
[0071] Da es sich bei dem bevorzugten Material für den Grundköper um ein Metall handelt,
das naturgemäß selber elektrisch leitfähig ist, muss der Grundköper gegenüber dem
aufzutragenden Heizleiter elektrisch isoliert werden. Dazu wird im nächsten Schritt
eine erste elektrisch isolierende Dielektrikumsschicht auf den Grundköper im Wesentlichen
auf die gesamte Oberfläche des Grundkörpers aufgetragen. Schließlich ist auch ein
Mehrlagen- bzw. Mehrschichtaufbau denkbar, beispielsweise zur Verbesserung des thermischen
Ausdehnungsverhaltens. Bevorzugt wird die Dielektrikumsschicht mittels einem der eingangs
genannten Verfahren aufgetragen. Als erste elektrisch isolierende Dielektrikumsschicht
und gleichzeitiger Korrosionsschutz eignet sich auch eine Emaille- oder Glasschicht.
[0072] Um die vorstehend diskutierte Problematik der Rissbildung bei einer Dickschicht-heizung
in den Funktionsschichten weiter zu vermindern, können an dieser Stelle des Herstellungsverfahrens
Dehnungsfugen in der ersten Abdeckschicht vorgesehen werden, vorzugsweise werden diese
Dehnungsfugen so angeordnet, dass diese zwischen und/oder neben den später aufzutragenden
Heizleiterbahnen liegen. Die Dehnungsfugen können mittels einem Wasserstrahlschneidverfahren,
Laserabtragungsverfahren oder anderen geeigneten mechanischen Verfahren, wie beispielsweise
Schleifen, Fräsen, Strahlen (in Schablonentechnik oder direkt angewendet) erzeugt
werden. Aber auch chemische Verfahren, wie Ätzen, können zur Anwendung kommen.
[0073] An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass, da es sich bei der Dielektrikumsschicht
um eine poröse Schicht, insbesondere eine Schicht mit offenen Poren handelt, um eine
ausreichende Abdichtung, vor allem der Stirnflächen der Dielektrikumsschicht gegenüber
dem zu erhitzenden Medium im späteren Einsatz sicherzustellen, auch der Bereich rund
um die Ränder der Strömungsöffnungen und an den Rohrenden bzw. den Kanten des Grundkörpers
nicht von der Dielektrikumsschicht bedeckt werden sollte. Dies kann erreicht werden,
indem die Langlöcher bzw. die Rohrenden vor dem Aufbringen der Dielektrikumsschicht
maskiert werden. Aber es ist auch möglich, die erste Abdeckschicht ganzflächig aufzutragen
und anschließend mittels einem geeigneten abtragenden Verfahren (Abrasivverfahren)
gezielt zu entfernen; hier seien beispielsweise Wasserstrahlschneiden und Laserabtragen
genannt, aber auch jedes andere geeignete mechanische Verfahren, wie Schleifen, Fräsen
oder Abrasivstrahlen mittels Schablonentechnik oder in direkter Anwendung, kann verwendet
werden. Auch chemische abtragende Verfahren, wie Ätzen, sind möglich.
[0074] Nach dem Herstellen der ersten Abdeckschicht und ggf. der Dehnungsfugen wird die
Heizleiterschicht auf dem rohrförmigen Grundköper aufgebracht. Für die Heizleiterschicht
eignen sich grundsätzlich Metalle, Metalllegierungen, Keramik-Metall-Verbundstoffe
(sog. Metal Matrix Composits oder Cermets), die mittels einem der eingangs genannten
Verfahren auf die Dielektrikumsschicht aufgetragen werden. Auch wurden erfolgreiche
Versuche mittels in Siebdruck aufgebrachten und anschließend gebrannten Widerstandspasten
unternommen.
[0075] Da die elektrischen Anschlüsse der Heizleiter vorzugsweise an einem Rohrende des
rohrförmigen Grundkörpers kontaktierbar vorgesehen werden, wird der Heizleiter bevorzugt
bifilar über die Oberfläche des Grundkörpers geführt und daher muss am offenen Rohrende
ein Umkehrpunkt vorgesehen werden. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass beim
Auftragen der Heizleiterschicht die Möglichkeit zur Ausbildung verschiedener Temperaturzonen
durch Variation der Heizleiterdicke, Heizleiterbreite oder auch durch Variation des
Abstands zw. den Heizleiterbahnen möglich ist.
[0076] Dieser Aspekt ist in der Fig. 6 in einer Detailansicht eines Heizleiterumkehrpunktes
630 auf einer erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung 600 dargestellt. Die Detailzeichnung
zeigt das offene Rohrende 602 des rohrförmigen Grundkörpers 601 mit den Heizleiterbahnen
610 und einer Strömungsöffnung 620. An dem Heizleiterumkehrpunkt 630 tritt in der
Heizleiterführung zwangsläufig auf sehr kleinem Raum eine 180°-Wendung auf, an der
beide Heizleiterbahnen 611, 612 des bifilaren Heizleiters 610 aufeinander treffen.
An solchen Heizleiterumkehrpunkten 630 hat sich gezeigt, dass dort deutlich höhere
elektrische Stromdichten auftreten, wodurch ein Hotspot entsteht. Dieser Problematik
wird durch zusätzliches Auftragen von Leiter(bahn)material 632 an solchen Heizleiterumkehrpunkten
630 (dasselbe ist prinzipiell auch an den Kontaktierungsstellen im Anschlussbereich
möglich) entgegengewirkt. Durch diese Maßnahme kann eine wesentliche Verringerung
des spezifischen Widerstands der Leiterbahn 610 an solchen Stellen und damit eine
deutliche Temperaturreduzierung sichergestellt werden. Als zusätzliches Leiter(bahn)material
632 eignen sich besonders Materialien wie beispielsweise eine Silber/Palladium-Paste,
die nach Auftragen der Heizleiterschicht an den Kontaktierungsstellen bzw. den Umkehrpunkten
aufgetragen wird, aber auch elektrisch leitfähige Polymere, wie z. B. silbergefülltes
Epoxid, oder Metalle bzw. Metalllegierungen, die thermisch aufgespritzt bzw. kaltgasgespritzt
werden können.
[0077] Nach dem Auftragen der Heizleiterschicht und entsprechender Behandlung der Kontaktierungsbereiche
bzw. Umkehrpunkte werden die Poren der porösen Dielektrikumsschicht und der porösen
Widerstands-Heizleiterschicht mittels eines Ein- oder Mehrschichtsystems versiegelt
und elektrisch isoliert gegenüber dem Medium im Betrieb isoliert. Dazu werden - wie
eingangs geschildert - eine Versiegelungsschicht und das Topcoat bei einem Zwei-Schichtverfahren
bzw. eine einzige Schicht die alle erforderlichen Eigenschaften besitzt in einem Ein-Schichtverfahren
aufgetragen.
[0078] Im Folgenden sei beispielhaft ein Zwei-Schichtverfahren geschildert: Zuerst wird
eine Abdeckschicht aufgetragen, für die sich grundsätzlich die im Folgenden geschilderten
Materialien bzw. jeweiligen Auftragungsverfahren eignen. Hier können grundsätzlich
anorganische Lacke und Lacke mit einer organischenanorganischen Polymermatrix mit
eingelagerten Partikeln, wie Nanokompositlacke verwendet werden. Auch Silikone und
Silikonöle sind geeignet um die genanten Poren in den porösen Schichten zu versiegeln.
[0079] Abschließend wird die Heizvorrichtung noch mit einem Topcoat, beispielsweise einer
nanostrukturierten Anti-Soiling-Schicht versehen. Die besonders vorteilhafte Wirkung
einer solchen Schicht liegt in der Reduktion der Kochgeräusche bzw. der Verhinderung
von Ankalkungen, d. h. Kalkablagerungen. Des Weiteren sind diese Schichten besonders
mechanisch beständig.
[0080] Wie an anderer Stelle schon ausführlich besprochen, besteht ein wichtiger Aspekt
für die Praxistauglichkeit der Heizvorrichtung der Erfindung zum einen in der stirnseitigen
Abdeckung und Versiegelung der Poren einer ggf. porösen Dielektrikumsschicht bzw.
der Poren in einer Widerstands-Heizleiterschicht. Weiter kann es aus Korrosionsschutzgründen
erforderlich sein, den Grundkörper hermetisch wenigstens gegenüber dem zu erhitzenden
Medium oder bevorzugt vollständig abzudichten. Hierzu zeigen die Fig. 7a bis Fig.
7d schematische Detailansichten jeweils eines Schnitts durch den Rohrmantel 701 des
rohrförmigen Grundkörpers und die Funktionsschichten, wobei insbesondere das offene
Rohrende 702 der Dickschicht-Rohr-Heizung als auch die nächstliegende Strömungsöffnung
730 gezeigt sind.
[0081] Der jeweils in den Fig. 7a bzw. 7b dargestellte Schichtaufbau betrifft die Ausführung
einer Heizvorrichtung der Erfindung, bei der für den Grundkörper ein korrosionsbeständiges
Material verwendet wurde, wie beispielsweise ein legierter Stahl oder eine Keramik.
Hier muss der Grundkörper nicht zwingend vollständig gegenüber dem Medium abgedichtet
werden.
[0082] In der Fig. 7a ist das Material, z. B. Glas oder Emaille, für die Dielektrikumsschicht
710 zur Isolation des Heizleiters 720 gegenüber dem Rohrmantel 701 selbst dicht gegenüber
dem zu erhitzenden Medium. Aus diesem Grund kann hier auf die Abdichtung der Stirnflächen
712 am Rohrende 702 bzw. an den Strömungsöffnungen 730 gegenüber dem Medium verzichtet
werden. Schließlich ist der Heizleiter 720 gegenüber dem zu erhitzenden Medium mittels
einer Abdeckschicht 750 elektrisch isoliert und abgedichtet.
[0083] Bei der Ausführung, die in Fig. 7b gezeigt ist, wurde zusätzlich eine Abdeckung der
Stirnflächen 712 der Dielektrikumsschicht 710 vorgesehen, weil diese hier aus einem
porösen, d. h. gegenüber dem zu erhitzenden Medium nicht dichten Schicht, wie sie
gerade bei thermisch gespritzten Materialen entstehen, besteht. Um diese vollständige
Abdeckung der entsprechenden Stirnflächen 712 der Dielektrikumsschicht 710 am offenen
Rohrende 702, an den Strömungsöffnungen 730 sowie an den Dehnungsfugen 740 sicherzustellen,
kann vor dem Auftragen der Abdeckschicht 750 mithilfe eines abtragenden Verfahrens
sichergestellt werden, dass die Dielektrikumsschicht 710 bis auf den Rohrmantel 701
abgetragen ist. Dies ist beispielsweise durch Laserabtragen, Wasserstrahlschneiden,
Ätzen, Fräsen oder Abrasivstrahlen (mit Schablonen oder im direkten Verfahren) möglich.
Dies kann gleichzeitig mit der Fertigung der Dehnungsfugen 740 erfolgen.
[0084] Der jeweils in den Fig. 7c bzw. 7d dargestellte Schichtaufbau betrifft die Ausführung
einer Heizvorrichtung der Erfindung, bei der für den Grundkörper ein korrosionsanfälliges
Material verwendet wurde, wie z. B. ein unlegierter Stahl. Daher ist bei diesen Ausführungen
der Grundkörper gegenüber dem Medium vollständig durch die Abdeckschicht 750 abgedichtet
worden.
[0085] Bei einer weiteren Ausführungsform bestehen sowohl die Dielektrikumsschicht 710 als
auch die zweite Abdeckschicht 750 aus einer Emaille- bzw. einer Glasschicht (nicht
gezeigt). In den Fig. 7c und 7d ist weiter gut zu erkennen, dass die Abdeckschicht
750 den Grundkörper 701, die Dielektrikumsschicht 710 sowie die Widerstands-Heizleiterschicht
720 vollständig nach außen hin abdichtet und elektrisch isoliert.
[0086] In der Fig. 7e ist eine weitere Ausführungsform für den Schichtaufbau der erfindungsgemäßen
Dickschicht-Heizung gezeigt. Dabei ist zwischen der Oberfläche des Grundkörpers 701
und der Dielektrikumschicht 710 eine Haftschicht 705 vorgesehen, die für eine verbesserte
Haftung der Funktionsschichten auf dem Grundkörper 701 sorgt. Auf der Haftschicht
ist die Dielektrikumsschicht 710 angeordnet, auf der sich die Heizleiterbahnen der
strukturierten Widerstands-Heizleiterschicht 720 befinden. Die Schichten 705, 710
und 720 wurden mit einem Verfahren aufgetragen, bei dem die erzeugten Schichten eine
poröse Struktur aufweisen; was wie eingangs erläutert erwünscht ist. Insbesondere
die offenen Poren dieser Schichten werden mittels einer Versiegelung 751 verschlossen,
d.h. gegenüber dem zu erhitzenden flüssigen Medium abgedichtet. Diese Versiegelung
751 ist in der Fig. 7e durch die Punkte in den Schichten 705, 710 und 720 angedeutet.
Schließlich ist der gesamte Schichtaufbau aus den Schichten 705, 710 und 720 einschließlich
der Versiegelung abschließend mit einem sogenannten Topcoat bzw. einer Oberflächen
Anti-Soiling-Schicht 752 veredelt, die insbesondere derartige Antihaft-Eigenschaften
aufweist, dass sich im Betrieb der Heizvorrichtung im Heizbereich keine Stoffe wie
Kalk oder Waschsubstanzen an der Heizvorrichtung anlagern können.
[0087] Schließlich ist in den Fig. 7a bis 7d auch der Querschnitt des Heizleiterumkehrpunktes
724 Schichtaufbau zu erkennen (in den Fig. 7a und 7d mit Bezugszeichen versehen).
Dabei sind die beiden zu dem Heizleiterumkehrpunkt 724 hinführenden bzw. wegführenden
Heizleiter 721, 722 zu erkennen, die beide mit Leiterbahnmaterial 727 (in etwa der
gleichen Schichtdicke wie die Widerstands-Heizleiterschicht 720) miteinander verbunden
und mit einer zusätzlichen Schicht Leiterbahnmaterial 728 beschichtet sind. Durch
diese Maßnahme wird der elektrische Widerstand des Heizleiterumkehrpunkts 724 deutlich
niedriger eingestellt als an den übrigen Stellen des Heizleiters 720. Damit kann an
dieser Stelle im Betrieb kein Hotspot auftreten. Als zusätzliches Leiterbahnmaterial
728 kann beispielsweise bei der Herstellung eine Silber/Palladium-Paste verwendet
werden.
[0088] Ein weiterer vorteilhafter Aspekt der erfindungsgemäßen Dickschicht-Heizung besteht
in der Möglichkeit, die elektrische Wärmeleistung bei der Fertigung individuell, d.
h. z. B. entsprechend der jeweilig geplanten Anwendung bzw. Einbaulage in der Anwendung,
anpassen zu können. Dabei stehen bei der Dickschicht-Heizung der Erfindung zwei verschiede
Ansätze zur Verfügung. Einmal ist es möglich, die Widerstands-Heizleiterschicht auf
der Dielektrikumsschicht vollflächig ohne Strukturierung aufzubringen und anschließend
durch ein abtragendes Verfahren die Widerstands-Heizleiterschicht entsprechend den
Anforderungen zu strukturieren. Diese Strukturierung kann durch Abrasivtechniken beispielsweise
durch Laserstrukturieren, Wasserstrahlschneiden, Abrasivstrahlen, Ätzen, Fräsen sowie
Schleifen erfolgen.
[0089] Eine zweite Möglichkeit die elektrische Leistung der Heizleiterbahn einzustellen
besteht darin, die Widerstands-Heizleiterschicht mit der gewünschten Struktur direkt
aufzutragen. Dafür eignen sich Schablonentechniken, bei denen beispielsweise eine
Maske durch Aufbringen eines Antihaftmaterials mittels Siebdruck auf die erste Abdeckschicht,
wobei anschließend auf den nicht maskierten Bereichen das Heizleitermaterial aufgetragen
wird. Es ist jedoch auch möglich durch ein direktes strukturierendes Beschichten ohne
Schablone, beispielsweise mit einem feinen Beschichtungsstrahl oder automatisierten
Handlingsystemen, die Widerstands-Heizleiterschicht aufzutragen. Dabei kann die Auftragbreite
beispielsweise über die Variation des Abstandes der Strahldüse gegenüber der ersten
Abdeckschicht gesteuert werden.
[0090] An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass neben der hier hauptsächlich geschilderten
Ausführungsform mit einer einzigen bifilaren Heizleiterbahn auch Multitracking verwendet
werden kann, wobei beispielsweise vier elektrisch parallel geschaltete einzelne Heizleiterbahnen
anstelle einer einzelnen Leiterbahn über dem Grundköper geführt werden. Der Vorteil
besteht dabei darin, dass festgestellt wurde, dass sich hierdurch im Betrieb der Heizvorrichtung
weiter das Auftreten von Hotspots durch Anlagerungen von Fremdstoffen vermeiden lassen.
Zusätzlich ist bei Ausfall einer einzelnen Heizleiterbahn der Betrieb der Dickschicht-Rohr-Heizung
weiter - mit entsprechend geringerer Wärmeleistung - möglich. Weiter ist es auch möglich,
mehrere einzeln im Anschlussbereich kontaktierbare Heizleiter auf dem Grundkörper
vorzusehen.
[0091] Schließlich kann die elektrische Leistung der Heizvorrichtung auch bzw. zusätzlich
über Widerstandstrimmen eingestellt werden. Dabei wird der elektrische Widerstand
und damit die in der Heizleiterbahn umgesetzte Wärmeleistung über Einstellen der Heizleiterbahnbreite
bzw. Heizleiterbahndichte vorgenommen. So kann das Widerstandstrimmen über die Bahnbreite
des Heizleiters folgendermaßen durchgeführt werden: Zuerst wird die Heizleiterbahn
mit einer ausreichenden Breite und Dicke auf dem vorbereiteten Grundkörper strukturiert,
anschließend wird der elektrische Widerstand des Heizleiters gemessen, hieraus kann
der aktuelle Quotient aus dem spezifischen Widerstand des Heizleiters und dem Querschnitt
und damit die aktuell notwendige Leiterbahnbreite berechnet werden. Diese berechnete
Breite wird abschließend durch entsprechendes Abtragen von Heizleiterbahnmaterial
eingestellt. Als alternative Vorgehensweise ist das Widerstandstrimmen über die Heizleiterbahndicke
möglich: Hierbei wird zuerst die Heizleiterbahn mit einer ausreichenden Dicke und
Breite auf dem vorbereiteten Grundkörper strukturiert, anschließend wird der elektrische
Widerstand des Heizleiters gemessen und durch so genanntes "Mikroschmieden" der Heizleiteroberfläche
ohne abtragende (abrasive) Wirkung unter gleichzeitiger Messung des aktuellen Widerstands
wird der gewünschte elektrische Widerstand eingestellt.
[0092] Hinsichtlich der Temperaturüberwachung bei der erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung
sei angemerkt, dass hier zwei Aspekte von Interesse sind. Zum einen soll im Betrieb
die Heizleistung in Abhängigkeit von der gewünschten Temperatur des zu erhitzenden
Mediums geregelt werden können. Aber andererseits soll auch eine Überwachung der Heizleitertemperatur
erfolgen, um einen anormalen Betrieb erkennen zu können und ggf. die Zufuhr elektrischer
Energie zu dem Heizleiter zu unterbrechen. Zur Temperaturregelung kann bei der erfindungsgemäßen
Dickschicht-Rohr-Heizung besonders vorteilhaft ein Temperatursensor in SMD-Bauform
an jeder gewünschten Stelle, d. h. im trockenen oder auch nassen Bereich, vorgesehen
werden. An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass dies sowohl auf der
Außenfläche als auch der Innenfläche des rohrförmigen Grundkörpers denkbar ist. Ebenso
können Sicherungselemente zur Absicherung des Heizleiters gegen Überhitzung unmittelbar
neben oder auf einer aktiven Heizleiterbahn vorgesehen werden. Auch hier eignen sich
grundsätzlich Sensorbauteile in SMD-Ausführung. Es können aber auch Dickschichtsicherungen
an der jeweils gewünschten Stelle auf der Oberfläche der Dickschicht-Rohr-Heizung
im vorstehend geschilderten Herstellungsverlauf mittels Siebdruck bzw. Plasmaspritzen
integriert werden.
[0093] Für die Kontaktierung der elektrischen Anschlüsse des Heizleiters bzw. der elektrischen
Anschlüsse der an der Dickschicht-Rohr-Heizung integrierten Sensorelemente können
die oben beschriebenen Anschlusssteckteile mit entsprechend geeigneter Kontaktierung
auf den Anschlussbereich des Rohrs aufgeschoben werden. Dabei kann die Temperaturregelung
bzw. Temperaturüberwachung und der Leitungsteil getrennt voneinander oder in einem
Steckteil integriert ausgeführt werden. Zum Verbinden der Anschlüsse mit den Anschlussstellen
auf der Dickschicht-Rohr-Heizung eignen sich Verfahren wie Weichlöten, Reibschweißen,
Ultraschallschweißen oder Laserschweißen. Aber auch eine Kontaktierung über geeignete
Federkontakte ist möglich.
[0094] Abschließend seien nochmals anhand einer perspektivischen Darstellung eines Heizmoduls
800 mit einer erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung in der Fig. 8 die wesentlichen
Vorteile, die sich aus dem erfindungsgemäßen Aufbau ergeben, zusammengefasst. Dargestellt
ist ein Heizmodul 800 mit dem rohrförmigen Grundkörper 801, der sich funktional in
den Heizbereich 810 und den Anschlussbereich 820 aufteilt. Hieraus ergibt sich die
Möglichkeit mittels einer Dichtung 870 zwischen dem Heizbereich 810 und dem Anschlussbereich
820, eine einfache Montage des Heizmoduls 800 zu ermöglichen. Es wurde gezeigt, dass
anstelle der (Kegel-)Dichtung auch andere standardisierte Einbaumaßnahmen vorgesehen
sein können. Am rechten Ende des Heizbereichs 810, in dem der Heizleiter 840 bifilar
über den rohrförmigen Grundkörper 801 verläuft, befindet sich das offene Rohrende
802, in dem die Strömungsöffnungen 830 zu erkennen sind. Die rohrförmige Ausführung
der Heizung mit dem offenen Rohrende 802 und den Strömungsöffnungen 830 stellt einen
wesentlichen Vorteil dar, da durch diese Bauart gegenüber den herkömmlichen Rohrheizkörpern
eine Reduzierung des verdrängten Volumens des zu erhitzenden Mediums von ca. 25 %
erreicht wird. Zusätzlich wird hierdurch eine besonders effektive Wärmeübertragung
auf das zu erhitzende Medium und somit eine schnellere Erhitzung als mit herkömmlichen
Rohrheizkörpern erreicht. Weiter eignet sich der rohrförmige Aufbau der erfindungsgemäßen
Dickschicht-Rohr-Heizung hervorragend für die direkte Integration von Temperatursensorelementen
862, 864 aber auch anderen Sensoren (Drucksensoren, Verschmutzungssensoren etc.) in
SMD-Ausführung sowohl innerhalb, d. h. im Heizbereich 810, als auch außerhalb des
zu erhitzenden Mediums, d. h. im Anschlussbereich 820, sowie zur Überwachung und Absicherung
des Heizleiters 840. Vorteilhaft ist auch, dass im Anschlussbereich am geschlossenen
Rohrende 804 besonders einfach ein Anschlussgehäuse 850 mit RAST-Steckern 852, 854
vorgesehen werden kann, die einen einfachen und sicheren Anschluss des Heizleiters
840 und auch der Temperatursensorelemente 862, 864, die zur Temperaturüberwachung
des zu erhitzenden Mediums und zur thermischen Absicherung bzw. Überwachung des Heizleiters
640 dienen, ermöglichen. Durch die deutliche Reduzierung der Bestandteile der Dickschicht-Rohr-Heizung
gegenüber einem herkömmlichen Rohrheizelement - beispielsweise gezeigt in der Fig.
1 - wird eine erhebliche kürzere Fertigungszeit erreicht. Dies führt zu nicht unerheblichen
Kosteneinsparungen aufseiten des Herstellers und stellt damit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil
dar. Letztlich besitzt die erfindungsgemäße Dickschicht-Rohr-Heizung aufgrund der
vorgesehenen zweiten bzw. dritten Abdeckschicht einen besonders effektiven Schutz
gegen Verkalken und Anbacken organischer Stoffe, wodurch sich die Zuverlässigkeit
und Langlebigkeit einer erfindungsgemäßen Dickschicht-Rohr-Heizung deutlich gegenüber
den bekannten Rohrheizkörpern erhöht.
[0095] Mit der vorliegenden Erfindung wurden eine Heizvorrichtung zum Erhitzen eines flüssigen
Mediums sowie ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Heizvorrichtung vorgeschlagen.
Die elektrische Heizvorrichtung weist einen Grundkörper, der in einem Heizbereich
mit einer Vielzahl von Strömungsöffnungen versehen sein kann und in einer Weiterbildung
ein wenigstens im Bereich eines ersten Endes verschlossenes Rohr ist. Wenigstens auf
einer Fläche des Grundkörpers sind die Funktionsschichten der Heizvorrichtung angeordnet,
wobei wenigstens eine Heizleiterbahn in Form einer strukturierten thermisch gespritzten
Widerstands-Heizleiterschicht zum Umwandeln elektrischer Energie in Wärme mit wenigstens
zwei elektrischen Anschlüssen, die in einem Anschlussbereich ausgeführt und kontaktierbar
sind, vorgesehen ist und sich zwischen der Heizleiterschicht und dem Grundkörper eine
thermisch gespritzte Dielektrikumsschicht befindet. Dabei sind wenigstens im Heizbereich
Poren der Widerstands-Heizleiterschicht und der Dielektrikumsschicht gegenüber dem
Medium versiegelt und die Widerstands-Heizleiterschicht gegenüber dem Medium elektrisch
isoliert, insbesondere weist die mit dem zu erhitzenden flüssigen Medium im Betrieb
in Kontakt stehende Oberfläche Antihaft-Eigenschaften auf.
1. Elektrische Heizvorrichtung zum Erhitzen eines flüssigen Mediums, aufweisend
- einen Grundkörper, mit wenigstens einer auf einer Fläche des Grundkörpers in einem
Heizbereich in Form einer strukturierten Widerstands-Heizleiterschicht angeordneten
Heizleiterbahn zum Umwandeln elektrischer Energie in Wärme mit wenigstens zwei elektrischen
Anschlüssen, die in einem Anschlussbereich ausgeführt und kontaktierbar sind,
- einer zwischen dem Grundkörper und der Heizleiterschicht angeordneten Dielektrikumsschicht,
und
- wenigstens eine Abdeckschicht, welche die Heizleiterbahn und die Dielektrikumsschicht
gegenüber dem Medium elektrisch isoliert,
wobei die Heizvorrichtung wenigstens im Heizbereich derart beschichtet ist, dass offene
Poren in der Heizleiterschicht und in der Dielektrikumsschicht gegenüber dem Medium
versiegelt sind und die Oberfläche der Heizvorrichtung wenigstens im Heizbereich gegenüber
dem Medium Antihaft-Eigenschaften aufweist.
2. Heizvorrichtung gemäß Anspruch 1, wobei in der Dielektrikumsschicht neben und/oder
zwischen benachbarten in der Widerstands-Heizleiterschicht ausgebildeten Heizleiterbahnen
Dehnfugen vorgesehen sind.
3. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Grundelement wahlweise
aus Edelstahl, Buntmetall, Keramik, Glas oder einem Verbundstoff davon besteht.
4. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Dielektrikumsschicht
thermisch gespritzt ist und aus Aluminiumoxid (A-lO3), Zirkoniumoxid (ZrO2), Titanoxid (TiO2) Siliziumoxid (SiO2), Chromoxid (Cr2O3), Borsilikat oder einer Mischung davon besteht.
5. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3,
wobei die Dielektrikumsschicht eine Sol-Gel-Schicht ist, basierend auf Aluminiumoxid
(AlO3), Zirkoniumoxid (ZrO2) Titanoxid (TiO2) oder Siliziumoxid (SiO2).
6. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abdeckschicht
ein Nanokompositlack, ein Siloxan oder ein Silikonöl ist.
7. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Antihaft-Schicht
eine Glas- oder Keramik-Schicht, oder eine Sol-Gel-Schicht, oder eine Schicht aus
einem Silikon, einem modifizierten Silikon, einem Polyimid, einem Polyamidimid, einem
modifizierten Polyesterimid ist.
8. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Heizleiterschicht
thermisch gespritzt ist und aus einem Metall, einer Metalllegierung oder einem Keramik-Metall-Verbundstoff
besteht.
9. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zwischen der Dielektrikumsschicht
und dem Grundkörper zusätzlich eine thermisch gespritzte Haftschicht aus Metall oder
einer Metalllegierung vorgesehen ist.
10. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Grundkörper ein
im Bereich eines ersten Rohrendes verschlossenes Rohr ist.
11. Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Grundkörper im Heizbereich
eine Vielzahl von Strömungsöffnungen (230) aufweist.
12. Verfahren zum Herstellen einer Heizvorrichtung gemäß der Ansprüche 1 bis 11 mit den
Schritten:
- Herstellen eines Grundkörpers;
- Aufbringen einer ersten elektrisch isolierenden Dielektrikumsschicht auf den Grundkörper
mit einem thermischen Spritzverfahren;
- Aufbringen wenigstens einer strukturierten Heizleiterschicht auf die Dielektrikumsschicht
mit einem thermischen Spritzverfahren; und
- Aufbringen einer elektrisch isolierenden, mediumsdichten und Antihaft-Eigenschaften
aufweisenden Abdeckschicht auf die Heizvorrichtung wenigstens im Heizbereich, wobei
Poren in der Dielektrikumsschicht und der Heizleiterschicht mediumsdicht versiegelt
werden.
13. Verfahren zum Herstellen einer Heizvorrichtung gemäß Anspruch 12, zusätzlich mit Aufbringen
einer Haftschicht auf den Grundkörper.
14. Verfahren zum Herstellen einer Heizvorrichtung gemäß Anspruch 12 oder 13, wobei der
Schritt des Aufbringens einer elektrisch isolierenden, mediumsdichten und Antihaft-Eigenschaften
aufweisenden Abdeckschicht aus folgenden Zwischenschritten besteht:
- Aufbringen wenigstens im Heizbereich einer ersten die Poren in der Dielektrikumsschicht
und der Heizleiterschicht mediumsdicht versiegelnden Versiegelungsschicht; und
- Aufbringen wenigstens im Heizbereich einer zweiten nanostrukturierten Anti-Soiling-Schicht
über der Abdeckschicht.
15. Verfahren zum Herstellen einer Heizvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 12 bis 14,
zusätzlich mit Herstellen von Dehnfugen in der Dielektrikumsschicht neben und/oder
zwischen Heizleiterbahnen in der strukturierten Heizleiterschicht.