[0001] Die Erfindung betrifft ein elektrisches Haarform- oder Haarpflegegerät mit einer
lonengeneratoreinrichtung zum Generieren von dem zu pflegenden Haar zuzuführenden
Ionen, umfassend zumindest eine bei einem Betrieb der Einrichtung Ionen emittierende
Elektrodeneinheit.
[0002] Haarpflegegeräte mit einer lonengeneratoreinrichtung zum Generieren und Abgeben von
Ionen sind bekannt. Die lonengeneratoreinrichtung umfasst einen Generator, der mit
einem Elektrodenkabel an eine Elektrode angeschlossen ist. Als Elektroden dienen typischerweise
Metallnadeln, wobei das Spitze Ende einer solchen Nadel das Ionen abgebende Ende ist.
lonengeneratoreinrichtungen werden regelmäßig nur bei solchen Haarpflegegeräten eingesetzt,
die über ein Gebläse, beispielsweise ein Warmluftgebläse verfügen, mit welchem geförderten
Luftstrom die von der Elektrode abgegebenen Ionen an das zu pflegende und durch die
Ionen elektrostatisch zu neutralisierende Haar transportiert wird. Grundsätzlich lassen
sich Haarpflegegeräte, bei denen die Elektrode innerhalb des einzigen Luftströmungskanals
angeordnet ist, von solchen unterscheiden, bei denen die Elektrode in einem parallel
zu dem Hauptdurchströmungskanal vorgesehenen Seitenkanal angeordnet ist. Regelmäßig
ist dieser Seitenkanal auch von einem Teilluftstrom durchströmt, damit die von der
Elektrodenspitze abgegebenen Ionen von dem Teilluftstrom erfasst, zweckmäßigerweise
dem Hauptluftstrom wiederzugeführt und sodann an das zu behandelnde Haar transportiert
werden.
[0003] Neben Haarpflegegeräten, die zur Ionenabgabe Nadelelektronen aufweisen, sind solche
bekannt, bei denen als Elektrode ein schräg angeschnittenes Litzekabel dient. Bei
diesen Elektroden ist die lonenabgabemenge etwas größer als bei einem Einsatz von
Nadelelektroden.
[0004] Aus US 5 805 406 ist bekannt, dass als Elektrodeneinheiten auch Carbonfaserbündelelektroden
dienen können. Bei dem in diesem Dokument beschriebenen Haartrockner befinden sich
diese im Bereich der Luftaustrittsöffnung in den Öffnungen eines Eingriffschutzgitters.
[0005] Bei Einsatz von derartigen Elektroden in Haarformgeräten oder Haarpflegegeräten wird
regelmäßig darauf geachtet, dass die freie Elektrodenspitze bzw. die freien Elektrodenspitzen
nicht ohne weiteres berührt werden können. Die Elektroden befinden sich mithin immer
innerhalb des Gerätes. Es wird daher der durch das Gebläse generierte Luftstrom benötigt,
um die abgegebenen Ionen zu dem zu pflegenden Haar zu transportieren. Die Elektroden
selbst sind in einer Fassung innerhalb des Haarpflegegerätes gehalten, wobei das freie
Ende der Elektrode jedoch frei im Raum steht. Diese vorbekannten Ionengeneratoreinrichtungen
mit den beschriebenen Elektrodeneinheiten sind daher nicht für solche Haarpflegegeräte
geeignet, bei denen die Elektroden entweder freistehend und somit eine Gefahr von
Berührungen in Kauf nehmend angeordnet werden müssten und/oder die ohne ein Gebläse
arbeitend ausgelegt sind. Bei solchen Haarpflegegeräten handelt es sich beispielsweise
um Haarformgeräte wie etwa Lockeneisen und dergleichen. Für den Fall, dass derartige
Haarpflegegeräte mit einer lonengeneratoreinrichtung und einer Elektrodeneinheit ausgerüstet
werden sollten, müssen die Elektroden insgesamt in einer engen Fassung untergebracht
sein, so dass auch das freie, Ionen abgebende Ende einer solchen Elektrodeneinheit
innerhalb der Fassung angeordnet ist. Mit einer der vorbekannten Elektrodeneinheiten
lässt sich bei einer solchen, dann notwendigen Anordnung der Elektroden jedoch eine
nennenswerte, zum zu pflegenden Haar gelangende lonenmenge nicht darstellen.
[0006] Ausgehend von diesem diskutierten Stand der Technik liegt der Erfindung daher die
Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Haarform- oder Haarpflegegerät mit einer
Ionengeneratoreinrichtung dergestalt weiterzubilden, dass mit diesem eine mit einer
ausreichenden lonenmenge gezielte lonenapplikation zum Unterstützen des Haarpflege-
oder Haarformprozesses möglich ist, auch wenn die Elektrode bzw. Elektrodeneinheit
in einer Fassung als Berührungsschutz angeordnet ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein eingangs genanntes Haarform- oder Haarpflegegerät
gelöst, bei dem die zumindest eine Elektrodeneinheit ein in einer zur lonenabgabe
applikationsseitig offenen Fassung gehaltenes, aus einer Vielzahl elektrisch leitender,
steifer Fasern geringen Durchmessers bestehendes Faserbündel ist, wobei das freie,
Ionen emittierende Ende des Faserbündels innerhalb der Fassung angeordnet ist und
die Elektrodeneinheit im Bereich der applikationsseitigen Öffnung der Fassung zumindest
ein elektrisch leitendes Element gleicher Polarität wie die Fasern des Faserbündels
als Leitelektrode aufweist.
[0008] Bei diesem Haarpflegegerät besteht die zumindest eine Elektrodeneinheit aus einem
elektrisch leitenden Faserbündel, aufgebaut aus einer Vielzahl einzelner elektrisch
leitender, steifer Fasern mit einem jeweils sehr geringen Durchmesser. Es werden Fasern
bevorzugt, deren Durchmesser kleiner als 50 µm, insbesondere kleiner 10 µm ist. Diese
Fasern bilden aufgrund ihres Durchmessers an ihrem Ende bereits eine zur lonenabgabe
geeignete Spitze aus. Die große Vielzahl der in einem solchen Faserbündel vereinigten
einzelnen Fasern gestattet eine lonenabgabe in einer überaus großen Menge. Besonders
geeignet zur Ausbildung einer solchen Elektrodeneinheit sind Faserbündel aus Kohlenstofffasern,
welche Fasern in der Regel einen Durchmesser von 5 - 8 µm aufweisen. Diese Fasern
weisen zudem eine ausreichend hohe Steifigkeit auf, dass sie in ihrer bestimmungsgemäßen
Anordnung individualisiert verbleiben und sich mit benachbarten Fasern nicht verdrillen.
[0009] Durch Ausnutzen der besonders wirksamen Ionen emittierenden Eigenschaften eines solche
Faserbündels, ist es möglich, das Ionen emittierende Ende des Faserbündels in einer
Fassung anzuordnen, wobei lediglich die für den Ionenaustritt notwendige Applikationsseite
der Fassung geöffnet ist. Eine solche Fassung kann beispielsweise eine ringzylindrische
Fassung sein, in der das freie Ionen abgebende Ende des Faserbündels bzw. der einzelnen
das Faserbündel aufbauenden Fasern mit Abstand zu der applikationsseitigen Öffnung
der Fassung angeordnet sind. Der Abstand von der äußeren Begrenzung der Fassung ist
zweckmäßigerweise ausreichend groß gewählt, damit eine das Gerät benutzende Person
nicht an die Ionen abgebenden Spitzen der einzelnen Fasern, etwa mit einem Finger
heranreichen kann. Aufgrund der großen Vielzahl der an einem Faserbündel beteiligten
Fasern, wobei grundsätzlich jede Faser eine eigene Ionen abgebende Elektrode darstellt,
braucht aufgrund des geringen Durchmessers der eingesetzten Fasern das Faserbündel
insgesamt nur einen relativ geringen Durchmesser aufzuweisen, um die gewünschte Ionenabgabemenge
realisieren zu können. Es wird als ausreichend angesehen, Faserbündel mit einem Durchmesser
von 1 - 3 mm einzusetzen.
[0010] Die zumindest eine Elektrodeneinheit des Haarform- oder Haarpflegegeräts verfügt
zum richtungsmäßigen Leiten der von den einzelnen Fasern des Faserbündels emittierten
Ionen über zumindest eine Leitelektrode, die im Bereich der applikationsseitigen Öffnung
der Fassung angeordnet ist. Diese Leitelektrode weist dieselbe Polarität auf, wie
die von dem Fasern emittierten Ionen. Infolge dessen werden die von den Fasern emittierten
Ionen von der Leitelektrode abgestoßen. Dieses bedingt, dass die von der Elektrodeneinheit
emittierten Ionen nicht über das Gerät abfließen, sondern dem zu ionisierenden Haar
zugeführt werden. Die Leitelektrode ist zweckmäßigerweise als Ringelektrode ausgebildet,
wobei es grundsätzlich nicht notwendig ist, dass bei einer solchen Ausbildung die
Leitelektrode ein durchgehender geschlossener Ringkörper sein muss. Es wird angenommen,
dass bei einer solchen Ausgestaltung ebenfalls eine Fokussierung der emittierten Ionen
erfolgt und somit von einer solchen Elektrodeneinheit ein gezielter Ionenstrahl abgegeben
werden kann. Eine solche Anordnung ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn die Elektrodeneinheit
zwischen Borstenbüscheln einer Bürste angeordnet ist, da dann ein größerer Anteil
der emittierten Ionen dem Haar zugeführt und diese nicht von den der Elektrodeneinheit
benachbarten Borsten aufgefangen werden. Da diese zumindest eine im Bereich des Ausganges
der Fassung angeordnete Elektrode den emittierten lonenstrom leitet bzw. lenkt, wird
im Rahmen dieser Ausführungen diese Elektrode bzw. diese Elektrodenanordnung als "Leitelektrode"
angesprochen. Eine asymmetrische Ausbildung der Leitelektrode kann in der Abgabe eines
winkligen lonenstromes resultieren.
[0011] Die Leitelektrode jeder Elektrodeneinheit befindet sich im Bereich des Ausgangs der
Fassung der Elektrodeneinheit, wobei unter dem Begriff des Ausgangs der Fassung die
applikationsseitige Mündung des Gerätes zu verstehen ist. Die Leitelektrode ist gemäß
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel passiv arbeitend ausgelegt. Ausgenutzt wird
bei der Konzeption einer solchen Leitelektrode der Umstand, dass mit der aus den zahlreichen
Fasern gebildeten Faserbündel die abgegebene Ionenmenge so groß ist, dass bei einer
ersten Inbetriebnahme der lonengeneratoreinrichtung bei der Anwendung des Gerätes
zunächst die Leitelektrode mit den von der Elektrodeneinheit abgegebenen Ionen aufgeladen
wird, bevor die Leitelektrode ihre eigentliche Leitfunktion einnimmt. Bei einer solchen
passiv arbeitend ausgelegten Leitelektrode handelt es sich beispielsweise um einen
elektrisch leitenden Metallring, der im Bereich der applikationsseitigen Mündung der
Elektrodenfassung angeordnet ist. Eine solche Leitelektrode kann gleichfalls durch
ein ohnehin vorhandenes Bauteil eines Haarform- oder Haarpflegegerätes realisiert
sein, beispielsweise durch eine äußere Metallhülse einer Haarbürste. Haarbürsten verfügen
mitunter über verchromte äußere Metallhülsen, damit das Haar an diesem möglichst reibungsfrei
vorbeibewegt werden kann. Es versteht sich, dass die Leitelektroden zum Ausüben ihrer
vorgesehenen Funktion elektrisch isoliert und nicht elektrisch geerdet sind.
[0012] Bei einer Ausrüstung eines Haarform- oder Haarpflegegerätes der vorbeschriebenen
Art mit einer passiv arbeitenden Leitelektrode der Elektrodeneinheit wird man vor
der eigentlichen Applikation am Haar die lonengeneratoreinrichtung ein oder mehrmalig
kurz betätigen, um die Leitelektroden aufzuladen.
[0013] Neben einer Konzeption der Leitelektroden als passiv arbeitende Elektroden können
diese auch aktiv durch einen Generator aufgeladen werden.
[0014] Aufgrund der starken Ionen abgebenden Wirkung einer solchen Elektrodeneinheit, kann
auch ein solches Haarpflege- oder Haarformgerät mit einer Ionengeneratoreinrichtung
ausgestattet werden, das ohne Luftstrom arbeitend ausgelegt ist. Daher ist das Gerät
gemäß einer Ausgestaltung als gebläseloses Haarformgerät konzipiert, das lediglich
beheizte Haarbehandlungsflächen aufweist. Typischerweise ist ein solches Haarformgerät
als scherenartiges Gerät mit zwei gelenkig gegeneinander verschwenkbaren Armen konzipiert,
wobei die beiden zueinander weisenden Seiten der Arme jeweils eine Wärmeplatte als
Haarbehandlungsfläche aufweisen. Die Wärme wird über eine Widerstandsheizeinrichtung
oder über ein oder mehrere PTC-Elemente produziert. Bei einem solchen Gerät sitzen
zweckmäßigerweise ein oder zwei Elektrodeneinheiten benachbart mit Abstand zu der
beheizten Haarbehandlungsfläche. Die Elektrodeneinrichtungen mit ihren in einer Fassung
gehaltenen Faserbündeln sind in einer Richtung ausgerichtet, dass die abgegebenen
Ionen zumeist an der beheizten Haarpflegeplatte vorbei und an das bei einer Benutzung
des Haarformgerätes zugeführte bzw. weggeführte Haar transportiert wird. Dieses dient
dem Zweck, dass die abgefeuerten Ionen nicht von den beheizten Haarbehandlungsflächen
aufgefangen werden, sondern dem zu behandelnden Haar zugeführt werden.
[0015] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf
die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematisierte perspektivische Darstellung eines als Haarformgerät ausgebildeten
Haarpflegegerätes mit einer lonengeneratoreinrichtung,
- Fig. 2:
- einen Teillängsschnitt durch das Haarpflegegerät der Figur 1 darstellend eine Elektrodeneinrichtung
der lonengeneratoreinrichtung,
- Fig. 3:
- eine schematisierte, zum Teil geschnittene Seitenansicht eines elektrischen Haarformgerätes
gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel mit einer Bürste als Haarform- oder Haarpflegewerkzeug
und
- Fig.4:
- einen vergrößerten Ausschnitt eines Teillängsschnittes durch das Werkzeug der Figur
3.
[0016] Ein mit dem Bezugszeichen 1 gekennzeichnetes Haarpflegegerät ist scherenartig konzipiert
und verfügt über zwei gelenkig miteinander verbundene Arme 2, 3. Die zueinander weisenden
Seiten der Arme 2, 3 schließen einen Haarformspalt 4 ein. Die zueinander weisenden
Seiten der Arme 2, 3 sind im wesentlichen eben ausgebildet und tragen jeweils eine
beheizte Wärmeplatte als Haarbehandlungsfläche 5. In der in Figur 1 gezeigten Perspektive
des Haarpflegegerätes 1 ist lediglich die Haarbehandlungsfläche 5 des Armes 3 erkennbar.
Der Arm 2 trägt an der der Haarbehandlungsfläche 5 gegenüberliegende Seite gleichfalls
eine solche. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Haarbehandlungsfläche
5 glatt ausgebildet. Das Haarpflegegerät eignet sich somit zum Glätten von Haar. Anstelle
der in den Figuren gezeigten ebenen Wärmeplatte als Haarbehandlungsfläche kann an
dieser Stelle ebenfalls eine mit einer Wellenstruktur oder einer andersartigen Struktur
eingesetzt sein, wenn das Haarpflegegerät zum Ausbilden von Locken oder zum Crimpen
von Haar vorgesehen ist.
[0017] Das Haarpflegegerät 1 verfügt über eine lonengeneratoreinheit mit einem Generator
und zwei über jeweils ein Elektrodenkabel an den Generator elektrisch angeschlossene
Elektrodeneinheiten 6, 6'. Im Folgenden ist die Elektrodeneinheit 6 beschrieben. Die
Elektrodeneinheit 6' ist identisch ausgebaut. In Figur 1 ist von der Elektrodeneinheit
6 lediglich ihre Fassung 7 erkennbar. Die Fassung 7 bildet einen zylindrischen Hohlraum
aus und ist vorderseitig (applikationsseitig) offen. In der Fassung 7 der Elektrodeneinheit
6 ist als Elektrode ein Faserbündel 8 aus einer Vielzahl einzelner Kohlenstofffasern
- sogenannten Carbonfasern - mit einer Dicke von jeweils etwa 6 µm angeordnet. Die
einzelnen Fasern des Faserbündels 8 sind parallel zueinander verlaufend angeordnet,
wobei zur Beibehaltung dieser Struktur der einzelnen Fasern des Faserbündels 8 die
Steifigkeit des Materials dient. Kohtenstofffasern des Faserbündels 8 sind elektrisch
leitend. Jede einzelne Faser des Faserbündels 8 bildet somit eine eigene Elektrode
aus, so dass das Faserbündel 8 auch als Elektrodenbündel angesprochen werden kann.
Das freie, Ionen emittierende Ende 9 der einzelnen Fasern und damit des gesamten Faserbündels
8 ist von der vorderseitigen Öffnung 10 der Fassung 7 zurückversetzt angeordnet, und
zwar soweit, dass ein Eingriff in die Öffnung 10 von außen bis an das Ionen abgebende
Ende 9 des Faserbündels 8 verhindert ist. Der Innendurchmesser der Fassung 7 beträgt
bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel etwa 2 mm. Das Faserbündel 8 ist durch eine
mechanische Crimpverbindung an das blanke Ende 11 des Elektrodenkabels 12 mechanisch
und elektrisch leitend angeschlossen. Das Elektrodenkabel 12 ist mit seinem anderen
Ende in nicht näher dargestellter Art und Weise an einen in dem Arm 3 des Gerätes
1 angeordneten Generator 13 angeschlossen, der mit einer Spannungsquelle verbunden
ist. Zu diesem Zweck verfügt das Haarpflegegerät 1 über ein Netzanschlusskabel, das
rückseitig aus dem Gerät 1 herausgeführt ist.
[0018] Im Bereich der applikationsseitigen Öffnung 10 der Fassung 7 ist ein hülsenartiges
Ringzylinderstück aus elektrisch leitendem Metall als Leitelektrode 14 eingesetzt.
Die Leitelektrode 14 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel passiv arbeitend
ausgelegt und innerhalb des Gehäuses 3 bzw. der Fassung 7, die beide aus Kunststoff
bestehen, elektrisch isoliert gegenüber anderen Elementen angeordnet. bei einem Betrieb
der lonengeneratoreinheit, lädt sich die Leitelektrode 14 mit von den einzelnen Fasern
des Faserbündels 8 der Elektrodeneinheit 6 emittierten Ionen auf. Die Leitelektrode
14 weist somit dieselbe Polarität auf, wie die von der Elektrodeneinheit 6 emittierten
Ionen. Infolge dessen werden die nach Aufladen der Leitelektrode 14 emittierten Ionen
des Faserbündels 8 von der Leitelektrode 14 abgestoßen bzw. abgelenkt, wodurch ein
unerwünschtes weiteres Abfließen von generierten lonen in das Gehäuse verhindert ist.
In Strömungsrichtung der emittierten Ionen der Leitelektrode 14 nachgeschaltet befindet
sich auf der Oberseite des Gehäuses 3 eine weitere Leitelektrode 15. Wie aus Figur
2 erkennbar, ist auf diese Weise eine asymmetrische Leitelektrodenanordnung gebildet
mit der Folge, dass die von dem Faserbündel 8 emittierten Ionen gehäuseseitig stärker
abgestoßen werden und somit der gesamte lonenstrom eine gewisse Ablenkung erfährt.
Somit kann trotz paralleler Anordnung des Faserbündels 8 zur Außenseite des Gehäuses
des Armes 3 ein lonenstrom generiert werden, der winklig abgegeben wird.
[0019] Wie aus Figur 1 erkennbar, sind die Elektrodeneinrichtungen 6, 6' so ausgerichtet,
dass die von den Faserbündeln 8 emittierten Elektroden an der Haarbehandlungsfläche
5 vorbei, zumindest mit ihrem maßgeblichen Anteil abgefeuert werden. Die jeweils abgegebene
lonenwolke gelangt sodann an das den Haarbehandlungsflächen 5 zugeführten bzw. von
diesem weggeführten Haar, welches durch die lonenwolke wirksam von ihrer elektrostatischen
Aufladung befreit wird. Dieses unterstützt den Haarformvorgang.
[0020] Die zu dem Haarpflegegerät 1 beschriebene lonengeneratoreinrichtung mit ihren Elektrodeneinrichtungen
6, 6' lässt sich gleichermaßen auch in solche Haarpflegegeräte implementieren, die
ein Gebläse, insbesondere ein Warmluftgebläse aufweisen. Der auch bei einem solchen
Haarpflegegerät generierte lonenstrom ist bedeutend größer als bei vorbekannten Haarpflegegeräten.
Aus diesem Grunde könnte aufgrund des Vorhandenseins eines die emittierten Ionen transportierenden
Luftstroms ein Generator grundsätzlich mit einer kleineren Leistung vorgesehen werden.
[0021] Ein weiteres elektrisches Haarform- bzw. Haarpflegegerät 16 umfasst ein als Griffstück
ausgebildetes Handgerät 17, von dem in Figur 3 lediglich der vordere Abschnitt dargestellt
ist. Das Handgerät 17 verfügt über eine Gebläseeinrichtung zum Erzeugen eines Warmluftstroms.
Teil der Gebläseeinrichtung ist eine Heizeinrichtung, zum Erzeugen eines Warmluftstromes.
In dem Handgerät 17 ist ferner ein Hochspannungsgenerator 18 angeordnet. Der Hochspannungsgenerator
18 ist mittels eines Elektrodenkabels 19 an ein im Bereich eines Kupplungsabschnittes
20 des Handgerätes 17 angeordnetes Kontaktelement 21 angeschlossen. Das Kontaktelement
21 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel an der Innenseite des Gehäuses des
Handgerätes 17 angeordnet. Der von dem Handgerät 17 generierte Luftstrom ist in Figur
3 durch die darin eingetragenen Pfeile schematisiert wiedergegeben.
[0022] Teil des Gerätes 16 ist ein Bürstenaufsatz 22 als Haarform- bzw. Haarpflegewerkzeug.
Der Bürstenaufsatz 22 ist lösbar an das Handgerät 17 angeschlossen. Der Bürstenaufsatz
22 kann von dem Handgerät 17 getrennt und mit anderen Aufsätzen bestückt werden. Der
Bürstenaufsatz 22 ist als Aircurling-Bürste ausgebildet und besteht im Wesentlichen
aus einem zylindrischen Rohr 23, in das ein Teil des von dem Handgerät 17 generierten
Luftstroms einströmt. In die Rohrwandung 24 sind Luftaustrittsöffnungen 25 zum Auslassen
der in das Rohrinnere einströmenden Luft eingebracht. Das Rohr 23 ist bestückt mit
nach außen abragenden Borstenbüscheln B, von denen in Figur 1 der Übersicht halber
nur einzelne Borstenbüschel B dargestellt sind. Die Borstenbüschel B sind typischerweise
in der Längserstreckung des Rohres 23 folgenden Reihen angeordnet. Die Luftaustrittsöffnungen
25 befinden sich bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel zwischen den Borstenbüschelreihen.
Sodann ist eine der Längserstreckung des Rohrs 23 folgende Reihe von Luftaustrittsöffnungen
25 wechselweise zu einer Reihe der Borstenbüschel angeordnet sein. Im Bereich ihres
Kupplungsabschnittes 26 weist der Bürstenaufsatz 22 luftstromteilende Elemente auf,
um einen Anteil des in dem Handgerät 17 generierten Luftstroms aus dem Inneren heraus
und auf die Außenseite des Bürstenaufsatzes 22 zu lenken. Zu diesem Zweck dienen unter
anderem auch Luftsaustrittsöffnungen 27, die im Bereich des Kupplungsabschnittes 26
angeordnet sind.
[0023] In das durch die Rohrwandung 24 gebildete Gehäuse des als Haarform- bzw. Haarformgerät
dienenden Bürstenaufsatzes 22 sind mehrere Elektroden eingelassen angeordnet, von
denen in einer vergrößerten Darstellung in Figur 2 eine solche Elektrode, insgesamt
mit dem Bezugszeichen 28 gekennzeichnet, gezeigt ist. Die Elektrode 28 ist an den
Hochspannungsgenerator 18 elektrisch leitend angeschlossen und dient zum Emittieren
von Ionen zum Unterstützen des Haarform- oder Haarpflegevorganges. Die Elektrode 28
ist über ein dem Bürstenaufsatz 22 zugeordnetes Elektrodenkabel 29 an ein elektrisches
Kontaktelement 30 (siehe Figur 3) angeschlossen, das seinerseits bei auf das Handgerät
17 aufgesetztem Bürstenaufsatz 22 elektrisch mit dem Kontaktelement 21 des Handgerätes
17 verbunden ist. Bei dem dem Bürstenaufsatz 22 zugeordneten elektrischen Kontaktelement
30 handelt es sich um ein steckerartiges Element, dessen elektrisch leitender Stift
31 bei einer Kontaktierung des dem Handgerät 17 zugeordneten elektrischen Kontaktelementes
21 unter Federvorspannung stehend an diesem anliegt. Zu diesem Zweck ist der Stift
31 in einer Stifthülse in längsaxialer Richtung beweglich geführt.
[0024] Die Elektrode 28 ist in einer Haltebuchse 32 angeordnet, die ihrerseits an der Innenseite
der Rohrwandung 24 befestigt ist. Die Elektrode 28 ist in der Haltebuchse 32 festgesetzt.
Bei der in den Figuren dargestellten Elektrode 28 handelt es sich um eine Faserbündelelektrode,
bestehend aus einer Vielzahl einzelner Kohlenstofffasern - sogenannten Carbonfasern
- mit einer Dicke von jeweils etwa 6 µm. Die einzelnen Fasern dieser Elektrode 28
sind parallel zueinander verlaufend angeordnet, wobei zur Beibehaltung dieser Struktur
der einzelnen Fasern die Steifigkeit des eingesetzten Materials dient. Die zu einem
Faserbündel vereinigten einzelnen Carbonfasern der Elektrode 28 sind in Figur 2 mit
dem Bezugszeichen 33 gekennzeichnet. Das Faserbündel 33 der Elektrode 28 erstreckt
sich aus der Haltebuchse 32 hinaus in einen als lonenkanal 34 bezeichneten Durchbruch
der Rohrwandung 24 des Bürstenaufsatzes 22. Das Ende des Faserbündels 33 endet vor
der außenseitigen Mündung des lonenkanals 34 und ist somit zurückversetzt angeordnet.
Die Fassung für die Elektrode bzw. Elektrodeneinheit 28 ist somit gebildet durch die
Haltebuchse 32 und den daran anschließenden lonenkanal 34 bzw. die den lonenkanal
34 begrenzenden Abschnitte der Rohrwandung 24. Die von dem Faserbündel 33 emittierten
Ionen werden sodann unmittelbar auf direktem Wege dem mit dem Bürstenaufsatz 22 zu
behandelnden Haar zugeführt.
[0025] Bei dem in den Figuren 3 und 4 dargestellten Haarform-/Haarpflegegerät bildet eine
die äußere Oberfläche des Rohrs 23 einfassende Metallhülse 35 die Leitelektrode für
die Elektrode 28. Die Metallhülse 35 ist verchromt, um ein möglichst reibungsfreies
Vorbeigleiten der mit dem Gerät 16 zu behandelnden Haare zu gewährleisten.
[0026] Der Bürstenaufsatz 22 verfügt über mehrere Elektrodeneinheiten, die konzipiert sind
wie die Elektrode 28 und die einem bestimmten Muster entsprechend in der Rohrwandung
24 des Bürstenaufsatzes 22 angeordnet sind. Die jeweiligen Elektrodenkabel sind im
Bereich des Kupplungsabschnittes 26 des Bürstenaufsatzes 22 zusammengeführt, so dass
eine Spannungsversorgung sämtlicher Elektroden über die durch das Kontaktelement 21
des Handgerätes 32 und das Kontaktelement 30 des Bürstenaufsatzes 22 gebildete elektrische
Schnittstelle mit Spannung versorgt werden. Sämtliche Elektrodeneinheiten des Gerätes
16 werden mit gleicher Polarität betrieben. Die das Rohr 23 einfassende Metallhülse
35 bildet gleichermaßen für alle in dem Aufsatz 22 enthaltene Elektrodeneinheiten
die Leitelektrode.
[0027] In nicht dargestellter Art und Weise verfügt das Handgerät 17 über einen elektrischen
Schalter, mit dem der Betrieb des Hochspannungsgenerators 18 ein- und ausgeschaltet
werden kann. Ein Betrieb der aus dem Hochspannungsgenerator 18 und den einzelnen Elektroden
28 gebildeten lonisierungseinrichtung ist sodann abhängig von einer Betätigung dieses
Schalters.
[0028] Bei dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Faserbündel mit
einem kreisrunden Querschnitt entsprechend der Form der Fassung konzipiert. Ohne weiteres
können die einzelnen Fasern, insbesondere wenn es sich bei diesen um Kohlenstofffasern
handelt, auch zu anderen geometrischen Formen zusammengefasst werden. So lassen sich
beispielsweise Ringelektroden mit einer ringförmigen lonenabgabefläche oder auch längliche
oder langgestreckte Elektrodenflächen konzipieren.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Haarpflegegerät
- 2
- Arm
- 3
- Arm
- 4
- Haarformspalt
- 5
- Haarbehandlungsfläche
- 6, 6'
- Elektrodeneinheit
- 7
- Fassung
- 8
- Faserbündel
- 9
- Ionen abgebendes Ende
- 10
- Öffnung
- 11
- blankes Ende
- 12
- Elektrodenkabel
- 13
- Generator
- 14
- Leitelektrode
- 15
- Leitelektrode
- 16
- Haarform-/Haarpflegegerät
- 17
- Handgerät
- 18
- Hochspannungsgenerator
- 19
- Elektrodenkabel
- 20
- Kupplungsabschnitt
- 21
- Kontaktelement
- 22
- Bürstenaufsatz
- 23
- Rohr
- 24
- Rohrwandung
- 25
- Luftaustrittsöffnung
- 26
- Kupplungsabschnitt
- 27
- Luftsaustrittsöffnung
- 28
- Elektrode
- 29
- Elektrodenkabel
- 30
- elektrisches Kontaktelement
- 31
- Stift
- 32
- Haltebuchse
- 33
- Faserbündel
- 34
- Ionenkanal
- 35
- Metallhülse, Leitelektrode
- B
- Borstenbüschel
1. Elektrisches Haarform- oder Haarpflegegerät mit einer lonengeneratoreinrichtung (6,
6', 13; 18, 28) zum Generieren von dem zu pflegenden Haar zuzuführenden Ionen, umfassend
zumindest eine bei einem Betrieb der Einrichtung Ionen emittierende Elektrodeneinheit
(6, 6'; 28), dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Elektrodeneinheit (6, 6'; 28) ein in einer zur lonenabgabe applikationsseitig
offenen Fassung (7; 32, 34) gehaltenes, aus einer Vielzahl elektrisch leitender, steifer
Fasern geringen Durchmessers bestehendes Faserbündel (8; 33) ist, wobei das freie
Ionen emittierende Ende des Faserbündels (8; 33) innerhalb der Fassung (7; 28) angeordnet
ist und die Elektrodeneinheit (6, 6'; 28) im Bereich der applikationsseitigen Öffnung
(10) der Fassung (7; 32,34)zumindest ein elektrisch leitendes Element (14, 35) gleicher
Polarität wie die Fasern des Faserbündels (14, 35) als Leitelektrode aufweist.
2. Haarform- oder Haarpflegegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitelektrode (14, 35) als Ringelektrode ausgebildet ist.
3. Haarform- oder Haarpflegegerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitelektrode (14) ein ringförmiger Einsatz in der applikationsseitigen Öffnung
(10) der Fassung (7) der Elektrodeneinheit (6, 6') ist.
4. Haarform- oder Haarpflegegerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitelektrode (35) durch eine die Applikationsseite des Haarform- oder Haarpflegegerätes
(16) bildende elektrisch leitende Schicht gebildet ist.
5. Haarform- oder Haarpflegegerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch leitende Schicht durch eine Metallhülse (35) gebildet ist.
6. Haarform- oder Haarpflegegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitelektrode (14, 35) passiv arbeitend ausgelegt ist.
7. Haarform- oder Haarpflegegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Fasern des Faserbündels (8, 33) einen Durchmesser von weniger als 50
µm aufweisen.
8. Haarform- oder Haarpflegegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Faserbündel (8, 33) aus Kohlenstofffasern (Carbonfasern) besteht.
9. Haarform- oder Haarpflegegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Faserbündel (8, 33) mittels einer mechanischen Verbindung elektrisch leitend
mit einem an einen Generator angeschlossenen Elektrodenkabel (12, 29) verbunden ist.
10. Haarform- oder Haarpflegegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerät (1) ohne Gebläse arbeitend ausgelegt ist.
11. Haarform- oder Haarpflegegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Elektrodeneinheit (28) Teil eines dem Haarform- oder Haarpflegegerät
zugeordneten Haarform- oder Haarpflegewerkzeugs (22) ist und in oder an dem Werkzeug
(22) dergestalt angeordnet ist, dass die von der zumindest einen Elektrodeneinheit
(28) emittierten Ionen unmittelbar und auf direktem Wege dem mit dem Werkzeug (22)
zu behandelnden Haar zugeführt werden.
12. Haarform- oder Haarpflegegerät nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fassung für die zumindest eine Elektrodeneinheit (28) eine Aussparung in dem
Gehäuse (24) des Werkzeuges (22) ist und die Elektrodeneinheit (28) damit in das Gehäuse
(24) des Werkzeuges eingelassen und durch einen an der äußeren Oberfläche des Werkzeuges
(22) mündenden Ionenkanal (34) mit der Außenseite des Werkzeuges (22) verbunden ist.
13. Haarform- oder Haarpflegegerät nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug ein Haarform- oder Haarpflegeaufsatz (22) zum Aufsetzen desselben auf
ein einen Hochspannungsgenerator (18) der lonisierungseinrichtung enthaltendes Handgerät
(17) ist und in die Anschlussleitung (19, 29) zum elektrischen Anschließen der zumindest
einen Elektrodeneinheit (28) an den Hochspannungsgenerator (18) ein elektrischer Kontakt
(21, 30) eingeschaltet ist, der bei auf das Handgerät (17) aufgesetztem Werkzeug (22)
geschlossen ist.