TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Hochspannungstechnik, insbesondere
der Hochspannungsschaltertechnik in elektrischen Energieverteilnetzen. Sie geht aus
von einem Kontaktsystem für ein Schaltgerät und von einem Schaltgerät gemäss Oberbegriff
der unabhängigen Patentansprüche.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bei der Erfindung wird ausgegangen von dem Stand der Technik gemäss der
EP 0 844 631. Dort ist ein Kontaktsystem mit einem beweglichen Kontakt und einem feststehenden
Gegenkontakt für ein elektrisches Schaltgerät offenbart, wobei der Kontakt und der
Gegenkontakt jeweils eine Kontakttulpe oder einen Fingerkorb mit einzeln einfederbaren
Kontaktfingern aufweist. Der bewegliche Kontakt besteht aus einem starren ringzylindrischen
Kontaktrohr mit einer darin versenkt angegeordneten, innenliegenden Kontakttulpe,
die auf den feststehenden Kontaktstift des Gegenkontakts oder kurz Gegenkontaktstift
auffährt. Dabei werden die Kontaktfinger der Innentulpe nach aussen gespreizt und
erzeugen so die nötige Auflagekraft auf dem Gegenkontaktstift. Zugleich fährt das
starre Kontaktrohr in eine aussenliegende Kontakttulpe des Gegenkontakts ein und spreizt
dabei deren Kontaktfinger nach aussen. Es sind also ein innenliegendes Kontaktsystem,
bestehend aus Innentulpe des Kontakts und Kontaktstift des Gegenkontakts, und ein
davon unabhängiges aussenliegendes Kontaktsystem, bestehend aus Kontaktrohr des Kontakts
und Aussentulpe des Gegenkontakts, vorhanden. Das innere Kontaktsystem dient zur Beherrschung
von Lichtbögen und das äussere Kontaktsystem zur Erdung von Kurzschlussströmen oder
Kurzzeitströmen. Dieses doppelte Kontaktsystem mit zwei voneinander unabhängigen Kontakttulpen
entspricht dem bei Leistungsschaltern üblichen System mit Lichtbogen- und Nennstromkontakten.
Dabei erfolgt in beiden Kontakttulpen die Stromübertragung über die Innenflächen der
Kontaktfinger und die Spreizungen der innenliegenden und der aussenliegenden Kontaktfinger
zur Erzeugung der Auflagekräfte geschehen mechanisch und auch zeitlich unabhängig
voneinander.
[0003] In der
DE 29 35 202 wird ein Kontaktsystem für Schaltgeräte mit hohen Kurzschlussströmen gezeigt. Ein
starres Kontaktrohr fährt in eine Kontakttulpe ein und spreizt dabei deren Kontaktfinger
auseinander, so dass wiederum ein Stromübergang von der Aussenfläche des Kontaktrohrs
zu den Innenflächen der Kontaktfinger geschaffen wird. In der Kontakttulpe ist eine
abbrandfeste Stützhülse vorgesehen, um ein Verschweissen der Kontaktfinger im Lichtbogen
zu verhindern. Die Stützhülse hat gegebenenfalls zusätzlich Rippen oder Stifte zum
Auseinanderhalten der Kontaktfinger.
[0004] In der
EP 1 068 624 ist ein kombinierter Trenner/Erder-Schalter gezeigt, der ein in drei Stellungen (Trenner
geschlossen, Trenner geöffnet, Erder geschlossen) verschiebbares Kontaktteil besitzt.
In der Mittelposition ist das Kontaktteil in einem hohlzylindrischen Gehäuseteil der
Strombahn eingefahren, das beidseitig Kontakttulpen zum Kontaktieren von Rohrabschnitten
des Kontaktteils aufweist. Das Kontaktteil besitzt an seinem erderseitigen Ende eine
Erderkontakttulpe, die beim Schliessen des Erders durch die Kontakttulpe des Gehäuseteils
hindurchgefahren wird. Dabei sind beide Kontakttulpen auf gleichem Potential und bilden
keinen Stromübergang.
[0005] In der Erfindung wird Bezug genommen auf die
DE 1 220 927. Dort wird ein elektrischer Schalter offenbart, dessen Schaltstift ein geschlitztes
Rohr ist, welches mit einem starren, ringförmigen Gegenschaltstück zusammenwirkt.
Im Inneren des geschlitzten Rohres ist ein starrer Körper angeordnet, um ein Kollabieren
des Rohres unter Stromkräften zu vermeiden.
[0006] In dem
US 4,628,164 wird ebenfalls ein elektrischer Schalter mit einem geschlitzten Schaltstift offenbart,
der in ein weiter aussenliegendes, starres Kontaktrohr des Gegenkontaktes eingreift.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein alternatives, vereinfachtes Kontaktsystem
für ein Schaltgerät anzugeben. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale
der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0008] Die Erfindung besteht in einem elektrisches Kontaktsystem für ein elektrisches Schaltgerät
für Energieversorgungsnetze, wobei das Schaltgerät eine zentrale Achse und einen ersten
Kontakt oder Gegenkontakt und einen zweiten Kontakt aufweist, wobei mindestens der
zweite Kontakt eine Kontakttulpe mit einer Mehrzahl von Kontaktfingern umfasst und
die Kontaktfinger der zentralen Achse abgewandte Aussenflächen und der zentralen Achse
zugewandte Innenflächen aufweisen, wobei in einem geschlossenen Betriebszustand des
Schaltgeräts die Kontakttulpe in den ersten Kontakt eingefahren ist, wobei ferner
in dem geschlossenen Betriebszustand die Aussenflächen der Kontaktfinger der Kontakttulpe
an dem ersten Kontakt anliegen und eine aussenliegende Kontaktierungsfläche für einen
Stromübergang zu dem ersten Kontakt bilden. Es wird also von der Kontakttulpe über
die Aussenflächen ihrer Kontaktfinger eine Kontaktfläche für den Stromübergang geschaffen.
Durch die Stromübertragung an einer Aussenfläche der Kontakttulpe kann eine grossflächige
Kontakt- oder Stromübergangsfläche auch ohne Gegenkontaktstift am ersten Kontakt realisiert
werden. Durch die Stromabnahme an der Kontakttulpenaussenfläche kann auch bei gleichbleibender
Eintauchtiefe der Kontakttulpe in den ersten Kontakt der Parallelstrompfad in den
Kontaktfingern verkürzt werden und die elektromagnetische Belastbarkeit erhöht werden.
Dadurch kann der erste Kontakt sehr einfach, z. B. als starres Rohr oder als Ringkontakt,
ausgeführt sein. Dabei ist zu beachten, dass die Kontaktfinger eine hinreichend starke,
radial nach aussen gerichtete Federkraft aufweisen, um eine genügend Auflagekraft
an den ersten Kontakt auch dann sicherzustellen, wenn die Kontaktfinger zusätzlich
durch elektromagnetische Stromkräfte radial nach innen gezogen werden.
[0009] Erfindungsgemäß liegen in dem geschlossenen Betriebszustand auch die Innenflächen
der Kontaktfinger der Kontakttulpe an dem ersten Kontakt an und bilden eine innenliegende
Kontaktierungsfläche für einen weiteren Stromübergang zu dem ersten Kontakt. Durch
die Kombination zweier Stromübergange kann eine sehr grosse Kontaktierungsfläche zwischen
dem ersten und zweiten Kontakt geschaffen werden.
[0010] Das Ausführungsbeispiel gemäss Anspruch 2 hat den Vorteil, dass für das Schaltgerät
separate Lichtbogenkontakte vorhanden sind, so dass der Stromübergang über die aussenliegende
Kontaktierungsfläche ohne Lichtbogenabbrand erfolgen kann.
[0011] In einem wichtigen Ausführungsbeispiel weist der erste Kontakt eine Gegenkontakttulpe
mit einer Mehrzahl von Gegenkontaktfingern auf und in einem geschlossenen Betriebszustand
des Schaltgeräts kommen die Kontaktfinger der Kontakttulpe und die Gegenkontaktfinger
in berührenden Kontakt zueinander und bilden eine gemeinsame Kontaktfläche für den
Stromübergang oder den weiteren Stromübergang aus. Durch ein derartiges Tulpe in Tulpe
- Design kann ein kostengünstiger und einschaltfester Erdungskontakt gebaut werden.
Insbesondere kann die Anzahl Kontaktfinger pro Tulpe reduziert werden. Die Kontakttulpe
überträgt an den Kontaktfingerkappen den Lichtbogen und seitlich am Umfang den Kurzzeitstrom
oder Kurzschlussstrom. Diese beiden Funktionen wurden im Stand der Technik bisher
von verschiedenen Bauteilen getrennt erfüllt. Das Tulpe in Tulpe
- Design kann auch in einem Leistungsschalter realisiert sein, wobei die Kontakttulpe
wiederum an den Kontaktfingerkappen den Lichtbogen überträgt und seitlich am Umfang
den Betriebsstrom, Kurzzeitstrom oder Kurzschlussstrom.
[0012] In einer vorteilhaften Ausgestaltung umgreift die Gegenkontakttulpe die Kontakttulpe
von aussen und die gemeinsame Kontaktfläche ist durch die Aussenflächen der Kontaktfinger
und durch Innenflächen der Gegenkontaktfinger gebildet. In diesem Fall dient die gemeinsame
Tulpen-Tulpen Kontaktfläche in vorteilhafter Weise für den Stromübergang bei hohen
Kurzzeitströmen oder Kurzschlussströmen oder gegebenenfalls Betriebsströmen.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung erfahren die Gegenkontaktfinger beim
Einfahren der Kontakttulpe in die Gegenkontakttulpe eine Aufspreizung zur Erzeugung
einer ersten Auflagekraft der Gegenkontaktfinger an die Kontaktfinger; und/oder die
Kontaktfinger erfahren beim Einfahren der Kontakttulpe in die Gegenkontakttulpe ein
Zusammendrücken zur Erzeugung der reaktiven ersten Auflagekraft der Kontaktfinger
an die Gegenkontaktfinger. Durch das Zusammenspiel des elastischen Federverhaltens
der Kontaktfinger und der Gegenkontaktfinger wird ein sehr flexibles, justiertolerantes
und dennoch zuverlässiges Kontaktsystem geschaffen. Insbesondere können Kontakttulpen
mit unterschiedlicher Einfederungscharakteristik problemlos kombiniert werden, da
sich die weichere Kontakttulpe einfach der härteren anpasst. Auch erlaubt das Tulpe
in Tulpe-Design grössere mechanische Toleranzen bei der Ausrichtung der Kontakte sowie
im Betrieb bei Dejustierungan aufgrund von thermischen Belastungen oder elektromagnetischen
Stromkräften.
[0014] Gemäss einem weiteren wichtigen Ausführungsbeispiel umfasst der erste Kontakt ein
rohrförmiges Kontaktteil, insbesondere die Gegenkontakttulpe, und einen innenliegenden
Gegenkontaktstift, wobei beim Schliessen des Schaltgeräts die Kontakttulpe in das
rohrförmige Kontaktteil einfährt und auf den Gegenkontaktstift auffährt. Mit Vorteil
erfahren die Kontaktfinger der Kontakttulpe beim Auffahren auf den Gegenkontaktstift
eine Aufspreizung zur Erzeugung einer weiteren ersten Auflagekraft der Kontaktfinger
an den rohrförmigen Kontaktteil, insbesondere an die Gegenkontaktfinger, und darüberhinaus
zur Erzeugung einer zweiten Auflagekraft der Kontaktfinger auf den Gegenkontaktstift.
[0015] In dieser Konfiguration fährt also die Kontakttulpe in die Gegenkontakttulpe und
zugleich auf den Gegenkontaktstift auf. Dadurch wird eine starke Kontaktkraft der
Kontaktfinger an den Aussenflächen zu den Gegenkontaktfingern und an den Innenflächen
zum Gegenkontaktstift erreicht. Insbesondere verstärkt die aussenliegende Gegenkontakttulpe
mit ihrer Anpresskraft die Anpresskraft der Kontakttulpe auf den Gegenkontaktstift.
Durch die grossen Kontakt- oder Auflagekräfte und die grossen Kontaktflächen wird
der Übergangswiderstand gegenüber herkömmlichen Anordnungen reduziert und die Stromtragfähigkeit
erhöht.
[0016] Anspruch 8 betrifft weitere Massnahmen zur Verbesserung der Kontaktkraft zwischen
dem ersten und zweiten Kontakt und insbesondere der kombinierten Anpresskräfte der
Kontakttulpe und der Gegenkontakttulpe.
[0017] Anspruch 11 betrifft ein elektrisches Schaltgerät mit einem elektrischen Kontaktsystem
wie zuvor beschrieben und mit den dort genannten Vorteilen.
[0018] Weitere Ausführungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen, aus den Anspruchskombinationen sowie aus der nun folgenden
Beschreibung und den Figuren.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0019] Es zeigen schematisch
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einer aussen kontaktierenden Kontakttulpe
und einem optionalen Gegenkontaktstift; und
- Fig. 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einer Kontakttulpe und einer Gegenkontakttulpe.
[0020] In den Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0021] Fig. 1 zeigt einen Kontaktbereich eines elektrischen Schaltgeräts. Das elektrische
Kontaktsystem 1 umfasst einen ersten Kontakt oder Gegenkontakt 2 und einen zweiten
Kontakt 3, die typischerweise konzentrisch bezüglich einer zentralen Achse 12 angeordnet
sind. Der zweite Kontakt 3 umfasst eine Kontakttulpe 3a, deren Kontaktfinger 30 bezüglich
der Achse 12 im wesentlichen radial nach innen gerichtete Innenflächen 300 und im
wesentlichen radial nach aussen gerichtete Aussenflächen 301 aufweisen. Der erste
Kontakt 2 umfasst im einfachsten Fall ein starres Kontaktrohr 2b und zusätzlich z.B.
einen darin konzentrisch angeordneten Gegenkontaktstift 2c (gestrichelt dargestellt).
Erfindungsgemäss liegen im dargestellten geschlossenen Betriebszustand des Schaltgeräts
die Aussenflächen 301 der Kontaktfinger 30 der Kontakttulpe 3a an dem ersten Kontakt
2 an und bilden eine aussenliegende Kontaktierungsfläche 301 für einen Stromübergang
13 zu dem ersten Kontakt 2, nämlich dem Kontaktrohr oder Ringkontakt 2b. Die Auflagekraft
der Kontaktfinger 30 am ersten Kontakt 2 kann beispielsweise durch Zusammendrücken
oder Aufspreizen der Kontakttulpe 3a oder gegebenenfalls durch andere Mittel erzeugt
sein.
[0022] Mit Vorteil sind die Kontaktfinger 30 nach innen einfedernd ausgeführt. Zur Erhöhung
der Federkraft können innen in der Kontakttulpe 3a zusätzliche Druckfedern montiert
sein, die eine von der zentralen Achse 12 weggerichtete, d. h. im wesentlichen radial
nach aussen gerichtete, Anpresskraft auf die Kontaktfinger 30 ausüben. Auch ist darauf
zu achten, dass an der aussenliegenden Kontaktierungsfläche 301 die nach aussen gerichtete
erste Auflagekraft der Kontaktfinger 30 an den ersten Kontakt 2 hinreichend stark
ist, so dass die Kontaktfinger 30 auch im nach innen eingefederten Zustand zusätzlich
nach innen ziehende Stromkräfte jederzeit aufnehmen und überkompensieren, so dass
jederzeit eine genügende erste Kontaktkraft und damit ein genügend niederohmiger Stromübergang
13 an der aussenliegenden Kontaktierungsfläche 30 sichergestellt ist.
[0023] Der erste Kontakt 2 umfaßt ein Kontaktinnenteil 2c, das beim Schliessen des Schalters
bzw. im geschlossenen Betriebszustand erfindungsgemäß auch mit den Innenflächen 300
der Kontaktfinger 30 der Kontakttulpe 3a elektrischen Kontakt macht und über diese
innenliegende Kontaktierungsfläche 300 einen weiteren Stromübergang 14 zum ersten
Kontakt 2 bildet. Das Kontaktinnenteil 2c ist vorzugsweise der in Fig. 1 und 2 dargestellte
starre Gegenkontaktstift 2c, könnte aber auch eine Innentulpe 2c sein. Auf diese Weise
ist mindestens ein erster stromführender Betriebszustand des Schaltgeräts vorhanden,
in dem die Kontaktfinger 30 der Kontakttulpe 3a einen Stromübergang 13 an ihrer Aussenfläche
301, z. B. für Kurzzeitstrom in einem Erder, und an einem weiteren Stromübergang 14
an ihrer Innenfläche 300, z. B. für einen Lichtbogenstrom, aufweisen. Die beiden Betriebszustände
können gleichzeitig auftreten und sollen vom Begriff des "geschlossenen Betriebszustands"
des Schaltgeräts mitumfasst sein. Der geschlossene Betriebzustand soll auch Schliessvorgänge
umfassen und soll mindestens einen solchen Betriebszustand umfassen, in dem Strom
durch das Kontaktsystem 1 übertragen wird oder werden kann, wie z. B. eine Vorzündphase,
Lichtbogenphase, Kontaktphase für Stromübertragung 13, 14 oder einen vollständig eingefahrenen
Zustand der Kontakte 2, 3.
[0024] Beim innenliegenden, vorzugsweise stiftförmigen Gegenkontakt 2c kann während eines
Schliessvorganges des Schaltgeräts zwischen der Kontakttulpe 3a, insbesondere den
Kontaktfingerkappen 31 der Kontaktfinger 30, und dem Pin 2c ein Lichtbogenstrom übertragen
werden. Die Kontaktfingerkappen 31 bilden also an der Kontakttulpe 3a zusammen mit
dem Gegenkontaktstift 2c Lichtbogenkontakte 31, 2c des Schaltgeräts. Beim Einfahren
der Kontakte 2, 3 dient der innenliegende Gegenkontakt 2c vorzugsweise dazu, den zuvor
beschriebenen Stromübergang 14 über die Innenflächen 300 der Kontaktfinger 30 der
Kontakttulpe 3a zu schaffen. Die mechanische Funktion des innenliegenden Gegenkontakts
2c besteht darin, beim Auffahren der Kontakttulpe 3a deren Kontaktfinger 30 aufzuspreizen
und dadurch eine weitere erste Auflagekraft der Kontaktfinger 30 an den rohrförmigen
Kontaktteil 2b, insbesondere an eine Gegenkontakttulpe 2a gemäss Fig. 2, zu erzeugen
und darüberhinaus eine zweite Auflagekraft der Kontaktfinger 30 auf den innenliegenden
Gegenkontakt 2c selber zu erzeugen.
[0025] In der Ausführungsform mit innenliegendem Gegenkontakt 2c übernimmt die Kontakttulpe
3a drei verschiedene Funktionen, nämlich zu Beginn des Schliessvorgangs Lichtbogenkontakt
an den Kontaktfingerkappen 31 und beim Einfahren Übertragung hoher und höchster Ströme
13, 14 an den Kontaktfingeraussenflächen 301 und an den Kontaktfingerinnenflächen
300. Die Kontakttulpe 3a wirkt also je nach Schaltertyp als Lichtbogenkontakt 31 (Erder,
Trenner, Leistungsschalter) und zugleich als Kurzschlussstromkontakt 300, 301 oder
Kurzzeitstromkontakt 300, 301 (Erder, Trenner, Leistungsschalter) oder Nennstromkontakt
300, 301 (Trenner, Leistungsschalter). Insbesondere überträgt die aussenliegende Kontaktierungsfläche
301 der Kontakttulpe 3a einen Kurzzeitstrom bis zu 63 kA während 3 s, und/oder einen
Stossstrom, insbesondere bis zu 170 kA. Bei den Schaltertypen seien mitumfasst: Schnellerder,
kombinierter Trenner/Erder, Switcher und mögliche andere Varianten von Energieverteilungsschaltgeräten.
Das Schaltgerät ist typischerweise in einem Dead Tank Breaker (DTB), in einer gekapselten
gasisolierten Schaltanlage (GIS) oder in einem Freiluftschalter (LTB) angeordnet.
[0026] Fig. 2 zeigt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel, in dem die Kontakttulpe 3a gleichartig
wie in Fig. 1 aufgebaut ist und zusätzlich der erste Kontakt 2 eine weitere Kontakttulpe
2a, hier Gegenkontakttulpe 2a genannt, aufweist. Der Gegenkontakt oder Gegenkontaktstift
2c übernimmt auch hier die gleichen wie zuvor diskutierten Funktionen und könnte auch
tulpenartig sein. Somit hat der erste Kontakt 2 einen Gegenkontaktstift 2c zum Auffahren
der Kontakttulpe 3a und eine Gegenkontakttulpe 2a zum Einfahren der Kontakttulpe 3a.
[0027] Die Kontakttulpen 3a, 2a und gegebenenfalls 2c werden auch als Fingerkörbe bezeichnet
und weisen eine Mehrzahl von typischerweise zylindrisch angeordneten, einzeln und
relativ unabhängig voneinander einfederbaren Kontaktfingern 20, 30 auf. Die Einfederung
kann nach innen zur Achse 12 hin durch Zusammendrücken der Kontaktfinger 30 (z. B.
durch die Gegenkontakttulpe 2a) erfolgen oder nach aussen von der Achse 12 weg durch
Aufspreizen der Gegenkontaktfinger 20 (z. B. durch die Kontakttulpe 3a) oder der Kontaktfinger
30 (z. B. durch den Gegenkontaktstift 2c). Die Kontakttulpen 3a, 2a und gegebenenfalls
2c können aus einem geschlitzten Rohr hergestellt sein. Eine Kontakttulpe soll mindestens
zwei Kontaktfinger aufweisen, die hinreichend radial flexibel und insbesondere spreizbar
sind. Durch das Tulpe in Tulpe - Design kann an jeder der beteiligten Kontakttulpen
3a, 2a die Anzahl Kontaktfinger 30, 20 reduziert und insbesondere halbiert werden.
So konnte an der Gegenkontakttulpe 2a die Anzahl Gegenkontaktfinger 20 von 44 auf
24 reduziert werden ohne Leistungseinbusse bei Tests mit 63 kA Kurzzeitstrom und 170
kA Stossstrom. An der Kontakttulpe 3a können bereits 6 Kontaktfinger ausreichen, um
die gewünschte Stromtragfähigkeit an den Stromübergängen 13, 14 sicherzustellen.
[0028] Mindestens einer der Kontakte 2, 3 soll bewegbar sein. Beispielsweise sind Antriebsmittel
zum axialen Bewegen des zweiten Kontakts 3 und insbesondere zum Einfahren seiner Kontakttulpe
3a in den ersten Kontakt 2 vorhanden. Der erste Kontakt 2 selber kann feststehend
oder beweglich sein. Auch eine Doppelbewegung beider Kontakte 2, 3 oder andere Formen
der Kontaktbewegung sind möglich. Generell besteht bei der Erfindung keine Einschränkung
bezüglich der Bewegung des ersten und zweiten Kontakts 2, 3.
[0029] Im folgenden werden einige konstruktive Details bezüglich der aussen kontaktierbaren
Kontakttulpe 3a (Fig. 1, 2) und bezüglich der innen kontaktierbaren Gegenkontakttulpe
2a (Fig. 2) diskutiert.
[0030] In der Kontakttulpe 3a kann eine Stützhülse 7 angeordnet sein. Mit Vorteil ist die
Stützhülse 7 zylindrisch ausgebildet und ist konzentrisch in die Kontaktfingertulpe
3a eingeschoben bzw. montiert. Die Innenseiten der Kontaktfinger 30 liegen auf der
Stützhülse 7 auf. Die Hülse 7 stützt insbesondere die Kontaktfinger 30 im Bereich
der Kontaktfingerhälse 32 und lässt an der Tulpenöffnung Raum für die Kontaktfingerkappen
31. Die Stützhülse 7 dient dazu, ein Kollabieren der Kontakttulpe 3a bzw. ihrer Kontaktfinger
30 unter Stromkräften zu verhindern und die Kontakttulpe 3a auch bei asymmetrischen
Stromkräften, verursacht durch elektromagnetische Querkräfte, in einer zentrierten
Position zu halten, um so eine symmetrische Kontaktkraft aller Kontaktfinger 30 zu
gewährleisten. Mit Vorteil enthält die Stützhülse 7 Teflon und insbesondere einen
Anteil Glasfaser. Der Glasfaseranteil kann beispielsweise bis zu maximal 25 betragen.
Die Stützhülse 7 kann auch aus Metall gefertigt sein.
[0031] Die Kontakttulpe 3a ist vorteilhafterweise im Bereich des Tulpenbodens, d. h. in
einem Fusspunktbereich der Kontaktfinger 30, mit einem Aussengewinde 8 versehen zum
Einschrauben der Kontakttulpe 3a in ein Tragrohr 10. Das Tragrohr 10 dient zur Stromübertragung
und weist am anderen Ende Spiralkontaktfedern 11 zur Stromabnahme an eine nicht mehr
dargestellte Strombahn auf. Die Kontakttulpe 3a soll am Tulpenboden auf einer Befestigungsplatte
9 fixiert sein. Beispielsweise kann eine Befestigungsplatte 9 aus Kupfer (Cu) mit
einem Tragrohr 10 aus Aluminium (A1) verschraubt sein. Mit Vorteil ist eine Befestigungs-
oder Bodenplatte 9 aus Kupfer mit einem Tragrohr 10 ebenfalls aus Kupfer durch Elektroschweissen
verbunden. Dadurch kann der Kontaktübergangswiderstand von der Kontakttulpe 3a zum
Tragrohr 10 deutlich reduziert werden.
[0032] Die Gegenkontakttulpe 2a ist ihrerseits an einer Grundplatte 4 befestigt und von
einem Halterohr 5 konzentrisch umgeben. Das Halterohr 5 ist im Öffnungsbereich des
ersten Kontakts 2 von einer abbrandfesten Kappe 50 umgeben. Die Kappe 50 dient als
Schutz gegen Lichtbogenabbrand und als dielektrische Abschirmung des Kontaktsystems
1, insbesondere der Gegenkontakttulpe 2a und im eingefahrenen Betriebszustand auch
der Kontakttulpe 3a. Die Abschirmkappe 50, die Gegenkontaktstiftkappe 21 und die Kontaktfingerkappe
31 bestehen aus oder enthalten besonders abbrandwiderstandsfähiges Material, wie z.
B. eine Wolfram-Kupfer (WCu) Legierung. Die Kappen 50, 21, 31 können mit Kupfer hintergossen
sein. Die Kontaktfinger 30 und/oder die Gegenkontaktfinger 20 bestehen aus oder enthalten
vorzugsweise eine Kupfer-Chrom-Zirkon (CuCrZr) Legierung zur Erzielung einer hohen
Federkraft bei zugleich hoher elektrischer Leitfähigkeit.
[0033] Zur Erhöhung der ersten Auflagekraft der Kontaktfinger 30 an die Gegenkontaktfinger
20 und/oder zur Erhöhung der zweiten Auflagekraft der Kontaktfinger 30 auf den Gegenkontaktstift
2c kann die Kontakttulpe 3a von den Kontaktfingerkuppen 31 zu den Kontaktfingerhälsen
32 hin verbreitert sein, so dass die Kontakttulpe 3a beim Einfahren in das rohrförmige
Kontaktteil 2b (Fig. 1) oder in die Gegenkontakttulpe 2a (Fig. 2) progressiv zusammendrückbar
ist. Auch kann die Gegenkontakttulpe 2a eine sie umgreifende Kontaktfeder 6 zum Zusammendrücken
der Gegenkontaktfinger 20 aufweisen.
[0034] Gegenstand der Erfindung ist auch ein elektrisches Schaltgerät für ein Energieversorgungsnetz,
insbesondere ein Erder, Schnellerder, Trenner oder Leistungsschalter, welches das
zuvor beschriebene elektrische Kontaktsystem 1 aufweist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0035]
- 1
- Elektrisches Kontaktsystem
- 2
- erster Kontakt, Festkontakt, Tulpe/ Stift-Kontakt, Strombahnkontakt, Gegenkontakt
- 2a
- Erste Kontakttulpe, Gegenkontakttulpe
- 2b
- Kontaktrohr, Ringkontakt
- 2c
- Innenliegender Gegenkontakt, Gegenkontaktstift, Lichtbogenkontakt
- 20
- Erste Kontaktfinger, Gegenkontaktfinger
- 200
- Innenflächen des ersten Kontakts oder der ersten Kontaktfinger
- 21
- Gegenkontaktfingerkappe, abbrandfeste Kappe, WCu-Kappe
- 3
- Zweiter Kontakt, Laufkontakt, Tulpenkontakt, Erdungskontakt
- 3a
- Zweite Kontakttulpe, Kontakttulpe
- 30
- Zweite Kontaktfinger, Laufkontaktfinger
- 300
- Innenfläche der Kontaktfinger
- 301
- Aussenfläche der Kontaktfinger
- 31
- Kontaktfingerkappe, abbrandfeste Kappe, WCu-Kappe (für Laufkontaktfinger)
- 32
- Kontaktfingerhals (für Laufkontaktfinger), CuCrZr
- 4
- Befestigungsplatte, Grundplatte
- 5
- Halterohr
- 50
- Abschirmkappe, abbrandfeste Kappe, WCu-Kappe (für Halterohr)
- 6
- Kontaktfeder
- 7
- Stützhülse, Teflon-Glashülse
- 8
- Einschraubgewinde (für Kontakttulpe)
- 9
- Befestigungsplatte, Cu-Platte
- 10
- Tragrohr, Aluminiumrohr
- 11
- Spiralkontakte
- 12
- Zentrale Achse, Symmetrieachse
- 13
- Stromübergang an Aussenfläche der Kontakttulpe
- 14
- Stromübergang an Innenfläche der Kontakttulpe
1. Elektrisches Kontaktsystem (1) für ein elektrisches Schaltgerät für Energieversorgungsnetze,
insbesondere für einen Schnellerder oder Leistungsschalter, wobei das Schaltgerät
eine zentrale Achse (12) und einen ersten Kontakt oder Gegenkontakt (2) und einen
zweiten Kontakt (3) aufweist, wobei mindestens der zweite Kontakt (3) eine Kontakttulpe
(3a) mit einer Mehrzahl von Kontaktfingern (30) umfasst und die Kontaktfinger (30)
der zentralen Achse (12) abgewandte Aussenflächen (301) und der zentralen Achse (12)
zugewandte Innenflächen (300) aufweisen, wobei in einem geschlossenen Betriebszustand
des Schaltgeräts die Kontakttulpe (3a) in den ersten Kontakt (2) eingefahren ist,
wobei ferner in dem geschlossenen Betriebszustand die Aussenflächen (301) der Kontaktfinger
(30) der Kontakttulpe (3a) an dem ersten Kontakt (2) anliegen und eine aussenliegende
Kontaktierungsfläche (301) für einen Stromübergang (13) zu dem ersten Kontakt (2)
bilden, dadurch gekennzeichnet, dass in dem geschlossenen Betriebszustand (3) auch die Innenflächen (300) der Kontaktfinger
(30) der Kontakttulpe (3a) an dem ersten Kontakt (2) anliegen und eine innenliegende
Kontaktierungsfläche (300) für einen weiteren Stromübergang (14) zu dem ersten Kontakt
(2) bilden.
2. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Kontaktfingerkappen (31) an der Kontakttulpe (3a) zusammen mit einem innenliegenden
Gegenkontakt (2c) des ersten Kontakts (2), insbesondere einer Innentulpe (2c), Lichtbogenkontakte
(31, 2c) des Schaltgeräts bilden.
3. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der erste Kontakt (2) eine Gegenkontakttulpe (2a; 2c) mit einer Mehrzahl von Gegenkontaktfingern
(20) aufweist und
b) in einem geschlossenen Betriebszustand des Schaltgeräts die Kontaktfinger (30)
der Kontakttulpe (3a) und die Gegenkontaktfinger (20) in berührenden Kontakt zueinander
kommen und eine gemeinsame Kontaktfläche (200, 301; 300) für den Stromübergang (13)
oder den weiteren Stromübergang (14) ausbilden.
4. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass im geschlossenen Betriebszustand des Schaltgeräts
a) die Gegenkontakttulpe (2a) die Kontakttulpe (3a) von aussen umgreift und
b) die gemeinsame Kontaktfläche (200, 301) durch die Aussenflächen (301) der Kontaktfinger
(30) und durch Innenflächen (200) der Gegenkontaktfinger (20) gebildet ist.
5. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach einem der Ansprüche 3-4,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer ersten Auflagekraft der Gegenkontaktfinger (20) an die Kontaktfinger
(30)
a) die Gegenkontaktfinger (20) beim Einfahren der Kontakttulpe (3a) in die Gegenkontakttulpe
(2a) eine Aufspreizung erfahren und/oder
b) die Kontaktfinger (30) beim Einfahren der Kontakttulpe (3a) in die Gegenkontakttulpe
(2a) ein Zusammendrücken erfahren.
6. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Kontakt (2) ein rohrförmiges Kontaktteil (2a, 2b), insbesondere die Gegenkontakttulpe
(2a) gemäss Anspruch 3-5, und einen innenliegenden Gegenkontaktstift (2c) umfasst,
wobei beim Schliessen des Schaltgeräts die Kontakttulpe (3a) in das rohrförmige Kontaktteil
(2a, 2b) einfährt und auf den Gegenkontaktstift (2c) auffährt.
7. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfinger (30) der Kontakttulpe (3a) beim Auffahren auf den Gegenkontaktstift
(2c) eine Aufspreizung erfahren zur Erzeugung einer weiteren ersten Auflagekraft der
Kontaktfinger (30) an den rohrförmigen Kontaktteil (2a, 2b), insbesondere an die Gegenkontaktfinger
(20), und zur Erzeugung einer zweiten Auflagekraft der Kontaktfinger (30) auf den
Gegenkontaktstift (2c).
8. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach einem der Ansprüche 3-7,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Erhöhung der in Anspruch 5 definierten ersten Auflagekraft der Kontaktfinger
(30) an die Gegenkontaktfinger (20) und/oder zur Erhöhung der in Anspruch 7 definierten
zweiten Auflagekraft der Kontaktfinger (30) auf den Gegenkontaktstift (2c)
a) die Kontakttulpe (3a) von den Kontaktfingerkuppen (31) zu den Kontaktfingerhälsen
(32) hin verbreitert ist, so dass die Kontakttulpe (3a) beim Einfahren in das rohrförmige
Kontaktteil (2b) oder die Gegenkontakttulpe (2a) progressiv zusammendrückbar ist und/oder
b) die Gegenkontakttulpe (2a) eine sie umgreifende Kontaktfeder (6) zum Zusammendrücken
der GegenKontaktfinger (20) aufweist.
9. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Kontakttulpe (3a) eine Stützhülse (7) aufweist, um ein Kollabieren der Kontakttulpe
(3a) unter Stromkräften zu verhindern und um die Kontakttulpe (3a) auch bei asymmetrischen
Stromkräften in einer zentrierten Position zu halten und
b) insbesondere dass die Stützhülse (7) Teflon und vorzugsweise einen Anteil Glasfaser
enthält.
10. Elektrisches Kontaktsystem (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Schaltgerät ein Erder, Schnellerder, Trenner oder Leistungsschalter ist und/oder
b) die aussenliegende Kontaktierungsfläche (301) der Kontakttulpe (3a) einen Kurzschlussstrom,
einen Kurzzeitstrom, insbesondere bis zu 63 kA während 3 s, und/oder einen Stossstrom,
insbesondere bis zu 170 kA, überträgt.
11. Elektrisches Schaltgerät für ein Energieversorgungsnetz, insbesondere Erder, Schnellerder,
Trenner oder Leistungsschalter, gekennzeichnet durch ein elektrisches Kontaktsystem (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
1. Electrical contact system (1) for an electrical switching device for power supply
systems, in particular for a high-speed grounding switch or circuit breaker, the switching
device having a central axis (12) and a first contact or mating contact (2) and a
second contact (3), at least the second contact (3) comprising a contact tulip (3a)
having a plurality of contact fingers (30), and the contact fingers (30) having outer
faces (301), which face away from the central axis (12), and inner faces (300), which
face the central axis (12), in a closed operating state of the switching device the
contact tulip (3a) being moved into the first contact (2), in addition, in the closed
operating state, the outer faces (301) of the contact fingers (30) of the contact
tulip (3a) bearing against the first contact (2) and forming an outer contact-making
face (301) for a current transfer (13) to the first contact (2), characterized in that in the closed operating state (3) the inner faces (300) of the contact fingers (30)
of the contact tulip (3a) also bear against the first contact (2) and form an inner
contact-making face (300) for a further current transfer (14) to the first contact
(2).
2. Electrical contact system (1) according to Claim 1, characterized in that contact finger caps (31) on the contact tulip (3a), together with an inner mating
contact (2c) of the first contact (2), in particular an inner tulip (2c), form arcing
contacts (31, 2c) of the switching device.
3. Electrical contact system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that
a) the first contact (2) has a mating contact tulip (2a; 2c) having a plurality of
mating contact fingers (20), and
b) in a closed operating state of the switching device the contact fingers (30) of
the contact tulip (3a) and the mating contact fingers (20) come into touching contact
with one another and form a common contact face (200, 301; 300) for the current transfer
(13) or the further current transfer (14).
4. Electrical contact system (1) according to Claim 3,
characterized in that in the closed operating state of the switching device
a) the mating contact tulip (2a) engages around the contact tulip (3a) from the outside,
and
b) the common contact face (200, 301) is formed by the outer faces (301) of the contact
fingers (30) and by inner faces (200) of the mating contact fingers (20).
5. Electrical contact system (1) according to one of Claims 3-4,
characterized in that, in order to produce a first bearing force of the mating contact fingers (20) against
the contact fingers (30),
a) the mating contact fingers (20) are spread apart when the contact tulip (3a) is
moved into the mating contact tulip (2a) and/or
b) the contact fingers (30) are compressed when the contact tulip (3a) is moved into
the mating contact tulip (2a).
6. Electrical contact system (1) according to one of the preceding claims, characterized in that the first contact (2) comprises a tubular contact part (2a, 2b), in particular the
mating contact tulip (2a) according to Claims 3-5, and an inner mating contact pin
(2c), the contact tulip (3a) moving into the tubular contact part (2a, 2b) and onto
the mating contact pin (2c) when the switching device is closed.
7. Electrical contact system (1) according to Claim 6, characterized in that the contact fingers (30) of the contact tulip (3a) are spread apart when it is moved
onto the mating contact pin (2c) in order to produce a further first bearing force
of the contact fingers (30) against the tubular contact part (2a, 2b), in particular
against the mating contact fingers (20), and in order to produce a second bearing
force of the contact fingers (30) against the mating contact pin (2c).
8. Electrical contact system (1) according to one of Claims 3-7,
characterized in that, in order to increase the first bearing force of the contact fingers (30) against
the mating contact fingers (20) as defined in Claim 5 and/or in order to increase
the second bearing force of the contact fingers (30) against the mating contact pin
(2c) as defined in Claim 7,
a) the contact tulip (3a) is widened toward the contact finger necks (32) by the contact
finger caps (31), with the result that the contact tulip (3a) is capable of being
progressively compressed when it is moved into the tubular contact part (2b) or the
mating contact tulip (2a) and/or
b) the mating contact tulip (2a) has a contact spring (6) engaging around it in order
to compress the mating contact fingers (20).
9. Electrical contact system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that
a) the contact tulip (3a) has a supporting sleeve (7) to prevent the contact tulip
(3a) from collapsing under current forces and in order to keep the contact tulip (3a)
in a centered position even in the event of asymmetric current forces, and
b) in particular the supporting sleeve (7) contains Teflon and preferably a proportion
of glass fibers.
10. Electrical contact system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that
a) the switching device is a grounding switch, a high-speed grounding switch, a disconnector
or circuit breaker and/or
b) the outer contact-making face (301) of the contact tulip (3a) transfers a short-circuit
current, a short-term current, in particular up to 63 kA over 3 s, and/or a surge
current, in particular up to 170 kA.
11. Electrical switching device for a power supply system, in particular grounding switch,
high-speed grounding switch, disconnector or circuit breaker, characterized by an electrical contact system (1) according to one of the preceding claims.
1. Système de contact électrique (1) pour un appareil de commutation électrique pour
des réseaux de distribution d'énergie, en particulier pour une prise de terre rapide
ou un disjoncteur de puissance, dans lequel l'appareil de commutation présente un
axe central (12) et un premier contact ou contact opposé (2) et un deuxième contact
(3), dans lequel au moins le deuxième contact (3) comprend une corolle de contact
(3a) avec une pluralité de doigts de contact (30) et les doigts de contact (30) présentent
des faces extérieures (301) détournées de l'axe central (12) et des faces intérieures
(300) tournées vers l'axe central (12), dans lequel dans un état de fonctionnement
fermé la corolle de contact (3a) est introduite dans le premier contact (2), dans
lequel en outre dans l'état de fonctionnement fermé les faces extérieures (301) des
doigts de contact (30) de la corolle de contact (3a) sont appliqués sur le premier
contact (2) et forment une face de contact extérieure (301) pour une transmission
de courant (13) au premier contact (2), caractérisé en ce que, dans l'état de fonctionnement fermé (3), les faces intérieures (300) des doigts
de contact (30) de la corolle de contact (3a) s'appliquent aussi sur le premier contact
(2) et forment une face de contact intérieure (300) pour une autre transmission de
courant (14) au premier contact (2).
2. Système de contact électrique (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que des capsules de doigts de contact (31) sur la corolle de contact (3a) forment, avec
un contact opposé intérieur (2c) du premier contact (2), en particulier d'une corolle
intérieure (2c), des contacts d'arc (31, 2c) de l'appareil de commutation.
3. Système de contact électrique (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
a) le premier contact (2) présente une corolle de contact opposé (2a; 2c) avec une
pluralité de doigts de contact opposé (20); et
b) dans un état de fonctionnement fermé de l'appareil de commutation, les doigts de
contact (30) de la corolle de contact (3a) et les doigts de contact opposé (20) viennent
en contact physique l'un avec l'autre et forment une face de contact commune (200,
301; 300) pour la transmission de courant (13) ou l'autre transmission de courant
(14).
4. Système de contact électrique (1) selon la revendication 3,
caractérisé en ce que, dans l'état de fonctionnement fermé de l'appareil de commutation,
a) la corolle de contact opposé (2a) entoure par l'extérieur la corolle de contact
(3a); et
b) la face de contact commune (200, 301) est formée par les faces extérieures (301)
des doigts de contact (30) et par les faces intérieures (200) des doigts de contact
opposé (20).
5. Système de contact électrique (1) selon l'une quelconque des revendications 3-4,
caractérisé en ce que, pour produire une première force d'application des doigts de contact opposé (20)
sur les doigts de contact (30),
a) les doigts de contact opposé (20) subissent une expansion lors de l'introduction
de la corolle de contact (3a) dans la corolle de contact opposé (2a); et/ou
b) les doigts de contact (30) subissent une contraction lors de l'introduction de
la corolle de contact (3a) dans la corolle de contact opposé (2a).
6. Système de contact électrique (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le premier contact (2) comprend une pièce de contact tubulaire (2a, 2b), en particulier
la corolle de contact opposé (2a) selon la revendication 3-5, et une broche de contact
opposé intérieure (2c), dans lequel, lors de la fermeture de l'appareil de commutation,
la corolle de contact (3a) s'engage dans la pièce de contact tubulaire (2a, 2b) et
s'engage sur la broche de contact opposé (2c).
7. Système de contact électrique (1) selon la revendication 6, caractérisé en ce que les doigts de contact (30) de la corolle de contact (3a) subissent une expansion
lors de l'engagement sur la broche de contact opposé (2c) pour produire une première
force additionnelle d'application des doigts de contact (30) sur la pièce de contact
tubulaire (2a, 2b), en particulier sur les doigts de contact opposé (20), et pour
produire une deuxième force d'application des doigts de contact (30) sur la broche
de contact opposé (2c).
8. Système de contact électrique (1) selon l'une quelconque des revendications 3-7,
caractérisé en ce que, pour augmenter la première force d'application des doigts de contact (30) sur les
doigts de contact opposé (20) définie dans la revendication 5, et/ou pour augmenter
la deuxième force d'application des doigts de contact (30) sur la broche de contact
opposé (2c) définie dans la revendication 7,
a) la corolle de contact (3a) s'élargit des capsules de doigts de contact (31) vers
les cols de doigts de contact (32), de telle manière que la corolle de contact (3a)
puisse être progressivement comprimée lors de l'engagement dans la pièce de contact
tubulaire (2b) ou la corolle de contact opposé (2a); et/ou
b) la corolle de contact opposé (2a) présente un ressort de contact périphérique (6)
pour la compression des doigts de contact opposé (20).
9. Système de contact électrique (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
a) la corolle de contact (3a) présente une douille de soutien (7), destinée à empêcher
un affaissement de la corolle de contact (3a) sous les forces du courant et à maintenir
la corolle de contact (3a) dans une position centrée même sous des forces de courant
asymétriques; et
b) en particulier la douille de soutien (7) contient du Téflon et de préférence une
proportion de fibres de verre.
10. Système de contact électrique (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
a) l'appareil de commutation est une prise de terre, une prise de terre rapide, un
sectionneur ou un disjoncteur de puissance; et/ou
b) la face de contact extérieure (301) de la corolle de contact (3a) transmet un courant
de court-circuit, un courant instantané, en particulier jusque 63 kA pendant 3 s,
et/ou un courant de choc, en particulier jusque 170 kA.
11. Appareil de commutation électrique pour un réseau de distribution d'énergie, en particulier
prise de terre, prise de terre rapide, sectionneur ou disjoncteur de puissance, caractérisé par un système de contact électrique (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes.