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(11) |
EP 1 675 971 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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19.05.2010 Patentblatt 2010/20 |
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Anmeldetag: 23.09.2004 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2004/010675 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2005/031026 (07.04.2005 Gazette 2005/14) |
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VERFAHREN ZUR BESCHICHTUNG EINER SUBSTRATOBERFLÄCHE UNTER VERWENDUNG EINES PLASMASTRAHLES
METHOD FOR COATING A SUBSTRATE SURFACE USING A PLASMA BEAM
PROCEDE DE REVETEMENT DE LA SURFACE D'UN SUBSTRAT AVEC UTILISATION D'UN JET DE PLASMA
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
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Priorität: |
26.09.2003 CH 163903
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.07.2006 Patentblatt 2006/27 |
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Patentinhaber: Dvorak, Michael |
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3602 Thun (CH) |
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Erfinder: |
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- Dvorak, Michael
3602 Thun (CH)
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| (74) |
Vertreter: Luchs, Willi |
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Luchs & Partner AG
Patentanwälte
Schulhausstrasse 12 8002 Zürich 8002 Zürich (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-01/32949 DE-A- 19 807 086
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WO-A-03/029762 JP-A- 11 043 759
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- SCHUETZE A ET AL: "THE ATMOSPHERIC-PRESSURE PLASMA JET: A REVIEW AND COMPARISON TO
OTHER PLASMA SOURCES" IEEE TRANSACTIONS ON PLASMA SCIENCE, IEEE INC. NEW YORK, US,
Bd. 26, Nr. 6, Dezember 1998 (1998-12), Seiten 1685-1694, XP002933885 ISSN: 0093-3813
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beschichtung einer Substratoberfläche unter
Verwendung eines Plasmastrahles gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine
Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 12.
[0002] Es ist bekannt, mittels eines Plasmastrahles hochschmelzende Schichten auf eine Substratoberfläche
aufzutragen, indem geeignete Stoffe wie z.B. Wolfram oder Oxidkeramik in Pulverform
in einen Plasmafreistrahl zugeführt werden. Es handelt sich dabei um sogenannte thermische
Plasmen, bei denen im Kern des austretenden freien Plasmastrahles Temperaturen bis
zu 20'000°C herrschen. Die Plasmastabilisierung findet hierbei durch hohe Stromstärken
(> 200 A) und einfach zu ionisierende Gase statt. Ein derartiges Plasma bedingt eine
hohe Temperaturbelastung des zu beschichtenden Bauteiles. Findet der Beschichtungsvorgang
unter Atmosphäre statt, oxidieren ausserdem metallische Beschichtungswerkstoffe teilweise.
Daher ist der Verwendungsbereich sehr eingeengt. Die Beschichtung und oder Verarbeitung
niedrigschmelzender Werkstoffe ist, wenn überhaupt, nur durch eine äusserst aufwendige
Prozessführung und dem Einsatz starker Kühlung möglich.
[0003] In der Druckschrift
WO 03/029762 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Zuführung dosierter Mengen eines feinkörnigen
Schüttgutes erläutert.
[0004] Es ist ausserdem erwähnt, dass mit einer solchen Vorrichtung Stoffe dosiert unter
oder ohne Druck in einen Beschichtungsprozess, z.B. Plasma-Pulver-Auftragsschweissen,
und anderen zugeführt werden können, was als allgemeiner Hinweis zu verstehen ist.
[0005] In der Druckschrift
WO 01/32949 ist ein Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen erläutert, bei dem mit Hilfe eines
Plasmas ein Precursormaterial zur Reaktion gebracht und das Reaktionsprodukt dann
auf der zu beschichtenden Oberfläche abgeschieden wird. Dieses Precursormaterial,
sei es flüssig und/oder fest, wird getrennt vom Arbeitsgas in den Plasmastrahl eingespeist.
Sobald, wenn eine Reaktion des eingeleiteten Materials stattfinden soll, muss eine
ausreichende Erhitzung des Recursormaterials erzielt werden.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, mittels welchen gut haftende Schichten auf Metall, Glas,
Kunststoff oder andere Substratoberflächen aufgetragen werden können.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0008] Bevorzugte Weitergestaltungcn des erfindungsgemässen Verfahrens bilden den Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0009] Besonders vorteilhaft ist die Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens zum Aufbringen
einer Zinkschicht auf Schweiss-oder Lötstellen von verzinkten Metallteilen oder Blechen,
idealerweise direkt nach dem Schweiss- bzw. Lötvorgang in dem das Plasmatron hinter
dem Schweissverfahren nachgeführt wird und die Prozesswärme des vorherigen Fügevorganges
ausnutzt, um eine verbesserte Anbindung der Zinkschicht an das Bauteil zu erreichen.
[0010] Das vom freien Plasmastrahl auf die Substratoberfläche aufgebrachte Pulver wird auf
diese gut haftend aufgetragen, ohne dass die Substrattemperatur unzulässig ansteigt.
Dennoch wird durch diesen mikroskopischen Plasmaprozess auch unter Luftatmosphäre
eine ausgezeichnete Haftung der aufgetragenen Schicht erreicht. Metallische Schichten
zeichnen sich ferner durch Ihren äusserst geringen Sauerstoffgehalt aus.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- schematisch ein Prinzip des erfindungsgemässen Verfahrens.
[0012] Fig.1 zeigt eine an sich bekannte Plasmadüse 1 zur Erzeugung eines freien Plasmastrahles
2, der aus einer unteren Düsenöffnung 3 des Plasmatrons 1 austritt und auf eine Substratoberfläche
4 gerichtet ist.
[0013] Das Plasmatron 1 weist üblicherweise ein langgestrecktes, rohrförmiges Gehäuse 5
auf, das sich im unteren Bereich 6 zu der bereits erwähnten Düsenöffnung 3 konisch
verjüngt. Das metallene Gehäuse 5 ist geerdet und bildet mit der Düsenspitze zum Beispiel
eine Aussenelektrode. Ein primäres Ungleichgewichts-Plasma mit niedriger elektrischer
Leistung (< 5 kW) wird innerhalb des Plasmatrons 5 - mit Box 11 angedeutet - durch
hochfrequenten Wechselstrom (> 10 KHz) beispielsweise über ein Magnetron, ein RF-Plasma,
eine direkte Hochspannungsentladung, einer Coronabarriereentladung oder ähnlichem
erzeugt. In das Plasmatron 1 wird von oben durch eine Zuleitung 7 ein Plasma- bzw.
Arbeitsgas so strömungstechnisch eingeleitet, dass dadurch das primäre Plasma stabilisiert
wird (gasstabilisiertes Plasmatron und bspw. auch vortexstabilsiertes Plasmatron).
[0014] Als Plasma- bzw. Arbeitsgas wird vorzugsweise Luft oder auch Wasserdampf eingesetzt
(kostengünstig). Der Luft können bei Bedarf noch z.B. Stickstoff, Kohlendioxid, Methan
oder Edelgase beigemischt werden. Diese anderen Gase können jedoch auch in reiner
Form oder in Mischungen verwendet werden. Auch sind Dämpfe anderer Flüssigkeiten in
reiner Form oder in Mischungen als Plasmagase zu verwenden.
[0015] Der austretende atmosphärische Plasmafreistrahl 2 zeichnet sich insbesondere durch
eine niedrige Temperatur (im Kernbereich < 500 °C) und geringer geometrischer Ausdehnung
aus (Durchmesser typischerweise < 5 mm). Erfindungsgemäss wird nun dem freien Plasmastrahl
2 als ein fluidisiertes, feinkörniges Pulver dasjenige Material in genau dosierter
Menge zugefügt, das die vorgesehene Beschichtung der Substratoberfläche bilden soll.
Dort wird es infolge der Wechselwirkung mit dem Plasma auf- oder auch nur angeschmolzen
und in Richtung der zu beschichtenden Oberfläche beschleunigt, wo es sich letztlich
niederschlägt. Das Pulvermaterial wird dabei aus einem Behälter 15 mittels eines Pulverförderers
16 geliefert und wahlweise in das sekundäre Plasma oder auch primäre Plasma eingeleitet.
[0016] Das Niedertemperaturplasma zeichnet sich dadurch aus, dass das nach Ausbildung eines
elektrisch oder elektromagnetisch erzeugten primären Ungleichgewichts-Plasmas (Nichtthermisches
Plasma) in einem partiell geschlossen Plasmaerzeuger, der durch geeignete Massnahmen
gerichtete primäre Plasmastrahl mittels einer ringförmigen Düse am Übergang zur Umgebung
(Austrittsöffnung 3) stark beschleunigt wird und sich folgedessen nach der Düse ein
sekundäres Plasma bei Umgebungsdruck ausbildet. Ist die Substratoberfläche elektrisch
leitend, kann zudem eine weitere Spannung (sogenannter übertragener Lichbogen oder
auch direktes Plasmatron) zwischen Düse und dem Substrat angelegt werden. Die Temperatur
des Plasmas gemessen mit einem Thermoelement Typ NiCr/Ni, Spitzendurchmesser 4 mm,
in 10 mm Abstand vom Düsenaustritt beträgt weniger als 900°C im Kern des sekundären
Plasmastrahles (2) bei Umgebungsdruck.
[0017] Als Pulverförderer 16 wird vorzugsweise eine aus der PCT-Patentanmeldung Nr.
PCT/EP02/10709 bekannte Vorrichtung zur Zuführung dosierter Mengen eines feinkörnigen Schüttgutes
verwendet, die mindestens zwei wechselweise füll- und entleerbare Dosierkammern aufweist,
wobei die Dosierkammern jeweils durch Anschluss an eine Saug-bzw. Vakuumleitung mit
dem Pulver gefüllt und durch Anschluss an eine Druckgasleitung entleert und dabei
das Pulver vom Druckgas fluidisiert und pneumatisch weitergefördert wird.
[0018] Das Einschalten und Ausschalten des Sauganschlusses sowie das Einschalten und Ausschalten
des Druckgasanschlusses erfolgt über pneumatisch und/oder hydraulisch gesteuerte Ventile.
Eine solche Vorrichtung als Pulverförderer 16 erlaubt eine höchst präzise Dosierung
und sowohl eine gepulste als auch eine kontinuierliche, agglomerationsfreie Zuführung
des feinsten Pulvers, dessen Korngrösse im Nanometerbereich bis Mikrometerbereich
(1 nm bis 100 µm) liegt. Die möglichen Ausgestaltungen eines derartigen Pulverförderers
zur elektronisch steuerbaren Förderung sind der vorstehend genannten Patentanmeldung
zu entnehmen und werden daher hier im Detail nicht näher beschrieben.
[0019] Das fluidisierte, feinkörnige Pulver wird über eine Leitung 20 in das Plasmatron
1 und dort in das sekundäre Plasma eingeführt und/oder über eine Leitung 21 direkt
in den aus der Düsenöffnung 3 austretenden Plasmastrahl 2 eingeleitet. Von Vorteil
ist auch eine Pulverzuführung in den sich zur Düsenöffnung 3 hin verjüngenden Bereich
6 des Plasmatrons 1 (oder in die Düsenöffnung 3 selber) über eine in Fig. 1 gestrichelt
angedeutete Leitung 22. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Pulver über eine
ebenfalls gestrichelt angedeutete Leitung 23 direkt durch das primäre Plasma hindurch
in Strömungsrichtung des Plasmastrahles bis zu der Düsenöffnung 3 zuzuführen.
[0020] Die Menge des für die pneumatische Förderung des Pulvermaterials benötigten Druckgases
beträgt vorzugsweise 2 bis 20% der Plasmagasmenge. Der Plasmagasverbrauch liegt etwa
bei 100 bis 5000 nl/h).
[0021] Das vom Plasmafreistrahl 2 auf die Substratoberfläche 4 aufgebrachte Pulver wird
auf diese gut haftend aufgetragen, ohne dass die Substrattemperatur unzulässig ansteigt.
Die Temperatur des Plasmas gemessen mit einem Thermoelement Typ NiCr/Ni, Spitzendurchmesser
3 mm, in 10 mm Abstand vom Düsenaustritt beträgt weniger als 900°C im Kern des sekundären
Plasmafreistrahles bei Umgebungsdruck. Die Substrattemperaturerhöhung liegt während
und nach dem Beschichtungsprozess deutlich unterhalb 100°C, vorzugsweise unter 50°C.
Dennoch wird durch diesen mikroskopischen atmosphärischen Plasmaprozess eine ausgezeichnete
Haftung der aufgetragenen Schicht erreicht.
[0022] Ein Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass die zu beschichtende
Substratoberfläche 4 keiner speziellen Vorbereitung bedarf.
[0023] Eine Oberflächenreinigung kann durch den Plasmaprozess selber durchgeführt werden.
Mit Vorteil wird zu diesem Zweck anfänglich ein- oder mehrmals der Plasmastrahl ohne
Pulverzusatz auf die zu beschichtende Fläche gerichtet, bevor die eigentliche Beschichtung
erfolgt. Dieser Vorgang dient vor allem zur Temperierung der Oberfläche und zu deren
Mikro- bzw. Nanostrukturierung.
[0024] Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich ausgezeichnet beispielsweise zum Aufbringen
einer Zinkschicht auf Schweiss- oder Lötstellen von verzinkten Metallteilen oder Blechen,
die insbesondere in der Autoindustrie verwendet werden. Bekanntlich wird die Zinkschicht
der konventionell verzinkten Metallteile oder Bleche beim Schweissen oder Löten entfernt,
wodurch eine Korrosionsgefahr an solchen Stellen besteht. Mit dem erfindungsgemässen
Verfahren kann ein Plasmastrahl mit genau definierter Breite auf die zu behandelnde
Stelle, beispielsweise eine Schweissnaht, gerichtet werden und durch einen relativen
Vorschub Substrat/Plasmadüse (z.B. 0,3 m/s) eine Zinkschicht mit einer entsprechenden
Breite (z.B. 2 bis 8 mm) exakt aufgetragen werden. Als das feinkörnige, dem Plasmastrahl
zugefügte Pulvermaterial wird kommerziell erhältlicher Zinkstaub verwendet. Die Pulverzufuhr
liegt im Bereich von ca. 0,5 bis 10 g/min. Die erzielbaren Schichtdicken betragen
typischerweise 0,1 bis 100 Mikrometer pro Überlauf. Die Vorrichtung kann direkt dem
Schweissprozess nachlaufend angewendet werden (In-Line Prozess).
[0025] Selbstverständlich können auch andere Materialien (Metalle, Keramiken, Thermoplaste
oder auch deren Mischungen etc.) auf andere Substratflächen (Metall, Glas, Kunststoff
etc.) mit dem erfindungsgemässen Verfahren aufgetragen werden und Funktionsschichten
wie beispielsweise Schutz-, Verschleiss-, Isolierschichten oder auch Schichten mit
antibakteriellen, selbstreinigenden oder auch katalytischen Eigenschaften bilden.
Das Verfahren kann aber auch zu medizinischen Zwecken genutzt werden und beispielsweise
zum Aufbringen von biologisch aktiven Schichten auf Hautersatz oder Knochenimplantaten
dienen, mit Ziel einer schnelleren und verbesserten Integration des Implantates in
das menschliche Gewebe.
[0026] Das Verfahren kann auch zum dosierten bzw. schonenden und gezielten Vormetallisieren
oder Metallisieren von Kunststoffen, Papier, Halbleitern oder Nichtleitern, beispielsweise
zur Herstellung elektrisch leitfähiger Schichten aus Zn, Cu oder Ag auf Si-Wafern,
angewendet werden.
[0027] Des Weiteren kann das Verfahren angewendet werden zur zersetzungsfreien Aufbringung
von gut haftenden Schichten aus Kunststoffen, wie Polyamid, oder Hochleistungs-Kunststoffen,
wie PEEK ohne oder mit Zusätzen von anorganischen nanometer- bis einige mikrometergrosse
Partikel auf Kunststoffe, Holz, Papier oder Metalle.
[0028] Wird das in den Plasmastrahl eingegebene Pulver oder Pulvergemisch nachfolgend nicht
auf eine Oberfläche als Schicht aufgetragen, sondern über eine geeignete Vorrichtung
gefangen, ergeben sich Pulver mit gezielt chemisch und oder physikalisch veränderter
Oberfläche. Diese Pulver können dann als verbessertes oder neues Vorprodukt für andere
Prozesse dienen (bspw. Änderung des hydrophoben Verhaltens von Russ in ein hydrophiles
Verhalten).
1. Verfahren zur Beschichtung einer Substratoberfläche (4) unter Verwendung eines Plasmastrahles
(2), dem ein feinkörniges, die Beschichtung bildendes Pulver mittels eines steuerbaren
Pulverförderers (16) in dosierter Menge zugefügt wird, dadurch gekennzeichnet, dass
auf die Substratoberfläche (4) ein Strahl (8, 2) eines Niedertemperaturplasmas gerichtet
wird, welchem dieses Pulver in dosierter Menge zugeführt wird, wobei die Substrattemperaturerhöhung
während und nach dem Beschichtungsprozess unterhalb 100°C, vorzugsweise unter 50°C,
liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Korngrösse des feinkörnigen Pulvers oder der Pulvergemische im Nanometerbereich
zwischen 1 Nanometer bis 100 Mikrometer liegen kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das feinkörnige Pulver aus einen Behälter (15) mittels eines mindestens zwei wechselweise
füll-und entleerbare Dosierkammern aufweisenden Pulverförderers (16) geliefert wird,
wobei die Dosierkammern jeweils durch Anschluss an eine Saug- bzw. Vakuumleitung mit
dem Pulver gefüllt und durch Anschluss an eine Druckgasleitung entleert und dabei
das Pulver vom Druckgas fluidisiert und pneumatisch weitergefördert wird, wobei das
Einschalten und Ausschalten des Sauganschlusses sowie des Druckgasanschlusses über
pneumatisch und/oder hydraulisch gesteuerte Ventile erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Plasma in einer Plasmadüse (1) unter Zuführung eines Arbcitsgases und/oder einer
verdampfbaren Flüssigkeit und Erzeugung einer Entladung die durch Hochspannung oder
hochfrequenter elektrischer und/oder elektromagnetischer Einkopplung entsteht und
der primäre Plasmastrahl (8) durch eine als Düse ausgeformte Öffnung (3) des Plasmatrons
(1) zu der Substratoberfläche (4) ausgeblasen wird, wobei das feinkörnige Pulver in
das primäre Plasma eingeleitet und von dort in den sekundären Plasmastrahl (2) gelangt
und/oder direkt in den aus der Düsenöffnung (3) austretenden sekundären Plasmastrahl
(2) eingeleitet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das feinkörnige Pulver in einen sich zur Düsenöffnung (3) hin verjüngenden Bereich
(6) der Plasmadüse (1) eingeleitet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das feinkörnige Pulver direkt (23) in das primäre Plasma eingegeben wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckgasmenge zur pneumatischen Förderung (20) des feinkörnigen Pulvers 2 bis
20% der Plasmagasmenge (7) beträgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Arbeits-bzw. Plasmagas Luft verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Niedertemperaturplasma nach Ausbildung eines elektrisch oder elektromagnetisch
erzeugten primären Ungleichgewichts-Plasmas in einem partiell geschlossen Plasmaerzeuger,
der gerichtete primäre Plasmastrahl mittels einer ringförmigen Düse (3) am Übergang
zur Umgebung stark beschleunigt wird und sich folgedessen nach der Düse ein sekundäres
Plasma bei Umgebungsdruck ausbildet.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Substratoberfläche (4) durch den sekundären Plasmastrahl (2) ohne Pulverzufuhr
gereinigt und/oder Mikro- bzw. Nanostrukturiert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung des primären Plasmas (8) ein hochfrequenter Wechsel- oder Gleichstrom
mit Frequenzen von 10 kHz bis 10GHz und einer elektrischen Leistung von weniger als
5 kW verwendet werden.
12. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das feinkörnige Pulver in eine wässrige Suspension überführt und mit Hilfe wenigstens
einer Fördereinheit dem Plasma zugefügt wird.
13. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zum Aufbringen einer Zinkschicht
auf Schweiss- oder Lötstellen von verzinkten Metallteilen oder Blechen.
14. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zum Aufbringen von Loten
mit und ohne Flussmittel auf Bauteile.
15. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zum Aufbringen Kupferschichten.
16. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zum dosierten Vormetallisieren
oder Metallisieren von Kunststoffen, Papier, Halbleitern oder Nichtleitern, wie zur
Herstellung elektrisch leitfähiger Schichten aus Zn, Cu oder Ag auf Si-Wafern.
17. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zur zersetzungsfreien Aufbringung
von Schichten aus Kunststoffen, wie Polyamid, oder Hochleistungs-Kunststoffen, wie
PEEK ohne oder mit Zusätzen von anorganischen nanometer- bis einige mikrometergrosse
Partikel auf Kunststoffe, Holz, Papier oder Metalle.
1. Method for coating a substrate surface (4) using a plasma beam (2), to which a fine
granular powder forming the coating is added in metered amount by a controllable device
as powder feed (16), characterised in that
a beam (8, 2) of a low-temperature plasma is directed at the substrate surface (4),
to which this powder is added in metered amount, whereby the substrate temperature
increase during and after the coating process lies below 100°C, preferably under 50°C.
2. Method according to claim 1, characterised in that the particle size of the fine granular powder or of the powder mixture can be in
the nanometre range between 1 nanometre to 10 micrometres.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the fine granular powder is supplied from a container (15) by means of a powder feeder
(16) which has at least two dosing chambers which alternately can be filled and emptied,
whereby the dosing chambers are each filled with the powder by connection to a suction
or vacuum line, and emptied by connection to a pressure gas line and thereby the powder
is fluidized by the pressure gas and conveyed onwards pneumatically, whereby the suction
and the pressure gas connections are opened and closed via pneumatically and/or hydraulically
controlled valves.
4. Method according to anyone of the claims 1 to 3, characterised in that the plasma is created in a plasma nozzle (1) under the introduction of a working
gas and/or of a vaporable fluid and generation of a discharge which is initiated by
high voltage and/or high-frequency electrical and/or electromagnetic coupling and
the primary plasma beam (8) is blown out through an opening (3) of the plasmatron
(1) in the form of a nozzle onto the substrate surface (4), whereby the fine granular
powder is introduced into the primary plasma, and from there goes into the secondary
plasma beam (2) and/or is introduced directly into the secondary plasma beam (2) emerging
from the nozzle opening (3).
5. Method according to claim 4, characterised in that the fine granular powder is introduced into an area (6) of the plasma nozzle (1)
tapering towards the nozzle opening (3).
6. Method according to claim 4, characterised in that the fine granular powder is fed directly (23) into the primary plasma.
7. Method according to one of the claims 3 to 6, characterised in that the volume of pressure gas for pneumatic feeding (20) of the fine granular powder
amounts to 2 to 20% of the plasma gas volume (7).
8. Method according to one of claims 4 to 7, characterised in that air is used as working and/or plasma gas.
9. Method according to one of the claims 1 to 8, characterised in that in the low-temperature plasma, after forming an electrically or electromagnetically
generated primary non-equilibrium plasma in a partially-closed plasma generator, the
primary plasma beam, directed by suitable means, is powerfully accelerated by means
of an annular nozzle (3) at the transition to the environment and consequently a secondary
plasma forms after the nozzle at ambient pressure.
10. Method according to one of the claims 1 to 8, characterised in that the substrate surface (4) is cleansed and/or micro- or nanostructured by the secondary
plasma beam (2) without the addition of powder.
11. Method according to one of the claims 4 to 10, characterised in that a high-frequency alternating or direct current at frequencies of between 10 kHz to
10 GHz and an electrical power of less than 5 kW is used to generate the primary plasma
(8).
12. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the fine granular powder is converted into an aqueous suspension and added to the
plasma with the aid of at least one feeder unit.
13. Application of the method according to one of claims 1 to 12 to deposit a zinc coating
on welding or solder points of galvanised metal parts or sheets.
14. Application of the method according to one of the claims 1 to 12 for the deposition
of solder, with and without flux, onto components.
15. Application of the method according to one of the claims 1 to 12 for the deposition
copper coatings.
16. Application of the method according to one of the claims 1 to 12 for metered pre-metallisation
or metallisation of plastics, paper, semiconductors or dielectrics, like for the manufacture
of electrically-conductive coatings made from Zn, Cu or Ag on Si wafers.
17. Application of the method according to one of the claims 1 to 12 for non-decomposing
deposition of coatings made from plastics, such as polyamide, or high-performance
plastics, such as PEEK with or without additives of anorganic particles with a size
in the nanometre to a few micrometres range, made from plastics, wood, paper or metals.
1. Procédé de revêtement d'une surface de substrat (4) réalisé en utilisant un jet de
plasma (2), auquel on ajoute en quantité dosée une poudre de fine granulométrie formant
le revêtement au moyen d'un convoyeur de poudre pouvant être commandé (16), caractérisé en ce que
l'on dirige sur la surface de substrat (4) un jet (8, 2) de plasma à faible température,
auquel est ajoutée cette poudre en quantité dosée, de sorte que l'augmentation de
température du substrat se situe, pendant et après le processus de revêtement, en
dessous de 100 °C, de préférence, en dessous de 50 °C.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la taille particulaire de la poudre de fine granulométrie ou du mélange pulvérulent
peut se situer dans la plage nanométrique comprise entre 1 nanomètre et 100 micromètres.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la poudre de fine granulométrie est délivrée à partir d'un récipient (15) au moyen
d'un convoyeur de poudre (16) présentant au moins deux chambres de dosage pouvant
être remplies ou vidées en alternance, les chambres de dosage étant, respectivement,
remplies de poudre par raccordement à une conduite d'aspiration ou à une conduite
sous vide, et vidées de la poudre par raccordement à une conduite de gaz comprimé,
de sorte que la poudre soit fluidisée par le gaz comprimée, puis acheminée par voie
pneumatique, dans lequel la mise en marche et hors marche du raccordement d'aspiration,
ainsi que du raccordement à gaz comprimé, sont réalisées par le biais de soupapes
à commande pneumatique et/ou hydraulique.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le plasma est formé dans une buse à plasma (1) en acheminant un gaz de travail et/ou
un liquide évaporable et en produisant une décharge qui est générée sous haute tension
ou par le biais d'une alimentation électrique et/ou électromagnétique à haute fréquence,
et en ce que le jet de plasma primaire (8) est projeté, à travers une ouverture (3) du plasmatron(1),
conformée en buse, sur la surface de substrat (4), dans lequel la poudre de fine granulométrie
est délivrée dans le plasma primaire et, de là, dans le jet de plasma secondaire (2)
et/ou est directement délivrée dans le jet de plasma secondaire (2) qui sort de l'ouverture
(3) de la buse.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la poudre de fine granulométrie est acheminée dans une zone (6) de la buse à plasma
(1) s'amincissant vers l'ouverture (3) de la buse.
6. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la poudre de fine granulométrie est délivrée directement (23) dans le plasma primaire.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 3 à 6, caractérisé en ce que la quantité de gaz comprimé destinée au transport pneumatique (20) de la poudre de
fine granulométrie représente 2 à 20 % de la quantité de gaz de plasma (7).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 7, caractérisée en ce que l'on utilise de l'air comme gaz de travail ou gaz de plasma.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le plasma à faible température obtenu après formation d'un plasma primaire en déséquilibre
généré par voie électrique ou électromagnétique dans un générateur de plasma partiellement
fermé, accélère fortement le jet de plasma primaire dirigé au moyen d'une buse en
forme d'anneau (3) à la jonction avec l'environnement et il se forme, en conséquence,
après la buse, un plasma secondaire à pression ambiante.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la surface de substrat (4) subit un nettoyage ou une microstructuration ou une nanostructuration
par le jet de plasma secondaire (2) en l'absence d'une alimentation en poudre.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 10, caractérisé en ce que l'on utilise, pour la production du plasma primaire (8), un courant alternatif ou
continu à haute fréquence, dont les fréquences se situent dans la plage de 10 kHz
à 10 GHz, et une puissance électrique inférieure à 5 kW.
12. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la poudre de fine granulométrie est transférée dans une suspension aqueuse et est
acheminée au plasma à l'aide d'au moins une unité de transport.
13. Utilisation du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12 dans le but
d'appliquer une couche de zinc sur des points de brasage ou de soudure de pièces métalliques
ou de tôles galvanisées.
14. Utilisation du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12 dans le but
d'appliquer des soudures avec et sans fondant sur des composants.
15. Utilisation du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12 dans le but
d'appliquer des couches de cuivre.
16. Utilisation du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12 en vue d'effectuer
une pré-métallisation ou une métallisation dosée de matériaux synthétiques, de papier,
de semi-conducteurs ou de composants non conducteurs, notamment pour la fabrication
de couches électroconductrices de Zn, Cu ou Ag, sur des tranches de Si.
17. Utilisation du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12 dans le but
d'appliquer, sans provoquer de décompositions, des couches de matériaux synthétiques,
tels que du polyamide, ou de matériaux synthétiques de hautes performances, tels que
le PEEK, en ajoutant ou non des particules inorganiques d'une taille allant du nanomètre
à quelques micromètres, sur des matériaux synthétiques, du bois, du papier ou des
métaux.

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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