[0001] Die Erfindung betrifft einen Kantenschutz für freiliegende Kanten von Verpackungen
oder Gegenständen mit winkeligem, insbesondere rechtwinkeligem, Querschnitt vorzugsweise
für den Transport mit Gurten, bestehend aus zwei im Winkel zueinander angeordneten,
miteinander verbundenen, an der Innenseite eben ausgebildeten Flanken. Ferner betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Kantenschutzes.
[0002] So sind beispielsweise lang gestreckte Winkelelemente zur Auflage auf die Kanten
und Ecken des zu verpackendes Gutes aus der DE 44 40 196 A1 bekannt.
[0003] Weiters ist aus der DE 20 2004 000 063 U1 ein Kantenschutz bekannt, der jedoch äußerst
kompliziert in seiner Konstruktion und daher unwirtschaftlich in seiner Herstellung
ist.
[0004] Ferner ist noch aus der DE 28 05 698 C2 ein Kantenschutz für freiliegende Kanten
von Verpackungen bekannt, dessen Schenkel durch einen dreiviertelkreisförmigen hohlen
Bogen miteinander verbunden sind und jeder Schenkel einen weiteren, durch hohle Wülste
gebildeten, nach außen gerichteten Vorsprung aufweist.
[0005] Diese bekannten Kantenschutzteile haben aber einige Nachteile. So sind sie in ihrer
Herstellung durch die komplizierte Konstruktion unwirtschaftlich. Ferner treten im
Kantenbereich durch die Flexibilität des Kantenschutzes Deformationen in den verpackten
bzw. zu transportierenden Gegenständen auf. Durch die großen Kräfte können auch Zerstörungen
dieses Kantenschutzes auftreten.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Kantenschutz zu schaffen, der einerseits
die oben erwähnten Nachteile vermeidet und der anderseits einen sicheren Transport
des Gutes gewährleistet.
[0007] Die Aufgabe wird durch die Erfindung gelöst.
[0008] Der erfindungsgemäße Kantenschutz ist dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel der
beiden Flanken kleiner ausgebildet ist als der zu schützende Winkel der Verpackung
bzw. des Gegenstandes. Mit der Erfindung ist es erstmals möglich, einen Kantenschutz
zu schaffen, der den Anforderungen des rauen Transportwesens entspricht. Durch die
ebene flache Ausbildung der Innenseite der Flanken ist eine gute und sichere Auflagefläche
am zu transportierenden Gegenstand gegeben. Darüber hinaus wird diese satte Auflage
dadurch verstärkt, dass durch die spezielle Wahl des Winkels ein gewisser Anpressdruck
beim Anbringen desselben gegeben ist. Insbesondere bei der Verwendung von Transportgurten
hat sich diese erfindungsgemäße Winkelgestaltung als sehr vorteilhaft erwiesen.
[0009] Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung ist der Winkel um 1 bis 15°, insbesondere
um 3 bis 9°, kleiner ausgebildet als der zu schützende Winkel der Verpackung bzw.
des Gegenstandes. Wird dieser Kantenschutz mit einem Transportgurt befestigt, so ist
durch die Spannkräfte des Gurtes eine satte Auflage am Transportgurt gegeben. Die
relativ kleine Winkelverminderung gegenüber der zu schützenden Kante erzeugt weder
Schäden noch bricht der Kantenschutz.
[0010] Gemäß einem weiteren besonderem Merkmal der Erfindung ist im Zenit der beiden aufeinander
treffenden Flanken an der der zu schützenden Kante zugewandten Seite eine Nut vorgesehen
ist. Durch diese relativ kleine Querschnittsverminderung des Kantenschutzes wird eine
gewisse Flexibilität erreicht.
[0011] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist der Querschnitt der Flanken vom Zenit
ihrer Verbindung zu den freien Flankenenden hin verjüngend ausgeführt. Dadurch wird
beispielsweise durch das Aufbiegen des Kantenschutzes beim Anbringen am Transportgut
die ebene Kontinuität zum Auf- oder Abstellen des Transportgutes gewährleistet.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung weisen im Querschnitt die Flanken unterschiedliche
Länge auf. Wie aus Berechnungen hervorgegangen ist, genügt zur Stabilisierung des
erfindungsgemäßen Kantenschutzes eine längere Flanke. Dies trägt natürlich zu einer
Rohstoff Einsparung bei.
[0012] Nach einer weiteren besonderen Ausgestaltung der Erfindung ist auf der dem Gurt zugewandten
Außenfläche der Flanke mindestens ein Steg bzw. eine Versteifungsrippe vorgesehen,
der bzw. die senkrecht zur Längserstreckung des Kantenschutzes gerichtet ist bzw.
sind. Diese Stege oder Versteifungsrippen gewährleisten eine sichere Spanngurthalterung
bzw. -führung.
[0013] Gemäß einer besonderen Weiterbildung der Erfindung entspricht der Abstand der Stege
bzw. Versteifungsrippen zueinander mindestens der Gurtbreite. Wie bereits erwähnt,
darf der Gurt während des Transportes keinesfalls verrutschen um die Sicherheit zu
gewährleisten.
[0014] Nach einer weiteren besonderen Weiterbildung der Erfindung ist die Länge des Kantenschutzes
mindestens die dreifache Gurtbreite. Dadurch wird eine optimale Auflagefläche des
Kantenschutzes am Transportgut erreicht.
[0015] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Kante des Flankenendes abgerundet
oder abgeflacht bzw. weiter stark verjüngend im Querschnitt ausgebildet. Dadurch kann
es auch zu keinen Verletzungen des Transportgurtes kommen, so dass die erforderliche
Sicherheit gegeben ist.
[0016] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind auf der dem Gurt zugewandten Außenfläche
der Flanke im Bereich des Zenits Längsrillen vorgesehen. Dadurch wird ein Rutschen
des Transportgurtes vermieden.
[0017] Der Erfindung liegt aber auch die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
eines Kantenschutzes zu schaffen.
[0018] Auch diese Aufgabe wird durch die Erfindung gelöst.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der Kantenschutz
in an sich bekannter Weise im Spritzgussverfahren hergestellt wird, wobei als Ausgangsmaterial
ein recyceltes Kunststoff-Granulat aus Polyvinylchlorid verwendet wird. Wie ja an
sich bekannt, sind Alt-Kunststoffe sehr schwer zu entsorgen. Werden nun derartige
Alt-Kunststoffe für neue, intelligente Produkte genützt, trägt dies nicht nur zur
Einsparung von Rohstoffen bei, sondern erhöht auch die Wirtschaftlichkeit allgemein.
[0020] Nach einem besonderen Verfahrensschritt wird mittels des Spritzgussverfahrens in
einem Arbeitsgang mindestens die doppelte Länge eines Kantenschutzes hergestellt,
wobei anschließend eine Ablängung auf die entsprechende Länge vorgenommen wird. Dieses
rationelle Verfahren zu Herstellung bringt nicht nur Zeiteinsparung sondern erhöht
auch die Ausstoßrate der Maschine. Eine äußerst hohe Wirtschaftlichkeit wird dadurch
erreicht.
[0021] Die Erfindung wird an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0022] Die Fig. zeigt eine Schrägansicht auf einen Kantenschutz.
[0023] Einführend sei festgehalten, dass in der beschriebenen Ausführungsform gleiche Teile
bzw. Zustände mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile bzw. Zustände mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen
übertragen werden können.
[0024] In der Fig. ist ein aus der Gussform kommender Kantenschutz 1 dargestellt.
[0025] Wie bereits erwähnt, wird im Zuge eines bevorzugten Verfahrens mittels des Spritzgussverfahrens
in einem Arbeitsgang mindestens die doppelte Länge eines Kantenschutzes 1 hergestellt,
wobei anschließend eine Ablängung auf die entsprechende Länge vorgenommen wird. Vorzugsweise
wird man die Ablängung mittig, beispielsweise mit einem Schnitt durch den Gusszapfen
2 durchführen. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass für große Transportgüter
die Länge des Kantenschutzes 1 festgelegt werden kann.
[0026] Normalerweise wird als Kantenschutz 1 nur die halbe Länge verwendet.
[0027] Der Kantenschutz 1 ist vorwiegend für freiliegende Kanten von Verpackungen oder Gegenständen
mit winkeligem, insbesondere rechtwinkeligem, Querschnitt vorzugsweise für den Transport
mit Gurten, gedacht. Der Kantenschutz 1 besteht aus zwei im Winkel zueinander angeordneten,
miteinander verbundenen Flanken 3, 4. Die Innenseite der Flanken 3, 4 sind eben ausgebildet.
Vorzugsweise weisen die Flanken 3, 4 im Querschnitt unterschiedliche Längen auf.
[0028] Der Winkel α der beiden Flanken 3, 4 ist kleiner ausgebildet als der zu schützende
Winkel der Verpackung bzw. des Gegenstandes. Im dargestellten Fall wäre der Kantenschutz
1 für ein rechtwinkeliges Transportgut gedacht, wobei der Winkel α um 1 bis 15°, insbesondere
um 3 bis 9°, kleiner ausgebildet ist als der rechte Winkel der Verpackung bzw. des
Gegenstandes. Nach der Anbringung des Kantenschutzes 1 ergibt sich eine satte Auflage.
In Zusammenwirken mit einem Transportgurt ist damit ein sicherer Transport gewährleistet.
[0029] Um nun beim Anbringen des Kantenschutzes 1 eine gewisse Flexibilität zu erreichen,
ist im Zenit der beiden aufeinander treffenden Flanken 3, 4 an der der zu schützenden
Kante zugewandten Seite eine Nut 5 vorgesehen.
[0030] Um nun durch das Aufspreitzen des Kantenschutzes 1 eine ebene Auf- oder Abstellebene
zu erhalten, wird der Querschnitt der Flanken 3, 4 vom Zenit ihrer Verbindung zu den
freien Flankenenden hin verjüngend ausgeführt.
[0031] Zur sicheren Gurthalterung ist auf der dem Gurt zugewandten Außenfläche der Flanken
3, 4 mindestens ein Steg 6 bzw. eine Versteifungsrippe vorgesehen, der bzw. die senkrecht
zur Längserstreckung des Kantenschutzes 1 gerichtet ist bzw. sind, wobei der Abstand
der Stege 6 bzw. Versteifungsrippen zueinander mindestens der Gurtbreite entspricht.
[0032] Für eine optimale Transportsicherheit ist die Länge des Kantenschutzes 1 mindestens
die dreifache Gurtbreite. Ferner werden die Kanten der Flankenenden 7 abgerundet oder
abgeflacht bzw. weiter stark verjüngend im Querschnitt ausgebildet.
[0033] Eine weitere Erhöhung der Transportsicherheit sind auf der dem Gurt zugewandten Außenfläche
der Flanke 3, 4 im Bereich des Zenits Längsrillen 8 vorgesehen.
[0034] Wie bereits erwähnt, wird der Kantenschutz 1 in an sich bekannter Weise im Spritzgussverfahren
hergestellt. Als Ausgangsmaterial wird ein recyceltes Kunststoff-Granulat aus Polyvinylchlorid
verwendet.
[0035] Abschließend sei der Ordnung halber darauf hingewiesen, dass in der Zeichnung einzelne
Bauteile und Baugruppen zum besseren Verständnis der Erfindung unproportional und
maßstäblich verzerrt dargestellt sind.
1. Kantenschutz für freiliegende Kanten von Verpackungen oder Gegenständen mit winkeligem,
insbesondere rechtwinkeligem, Querschnitt vorzugsweise für den Transport mit Gurten,
bestehend aus zwei im Winkel zueinander angeordneten, miteinander verbundenen, an
der Innenseite eben ausgebildeten Flanken, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (α) der beiden Flanken (3, 4) kleiner ausgebildet ist als der zu schützende
Winkel der Verpackung bzw. des Gegenstandes.
2. Kantenschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (α) um 1 bis 15°, insbesondere um 3 bis 9°, kleiner ausgebildet ist als
der zu schützende Winkel der Verpackung bzw. des Gegenstandes.
3. Kantenschutz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Zenit der beiden aufeinander treffenden Flanken (3, 4) an der der zu schützenden
Kante zugewandten Seite eine Nut (5) vorgesehen ist.
4. Kantenschutz nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Flanken (3, 4) vom Zenit ihrer Verbindung zu den freien Flankenenden
hin verjüngend ausgeführt ist.
5. Kantenschutz nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Querschnitt die Flanken (3, 4) unterschiedliche Länge aufweisen.
6. Kantenschutz nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf der dem Gurt zugewandten Außenfläche der Flanke (3, 4) mindestens ein Steg (6)
bzw. eine Versteifungsrippe vorgesehen ist, der bzw. die senkrecht zur Längserstreckung
des Kantenschutzes (1) gerichtet ist.
7. Kantenschutz nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Stege (6) bzw. Versteifungsrippen zueinander mindestens der Gurtbreite
entspricht.
8. Kantenschutz nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Kantenschutzes (1) mindestens die dreifache Gurtbreite ist.
9. Kantenschutz nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kante (7) des Flankenendes abgerundet oder abgeflacht bzw. weiter stark verjüngend
im Querschnitt ausgebildet ist.
10. Kantenschutz nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf der dem Gurt zugewandten Außenfläche der Flanke (3, 4) im Bereich des Zenits
Längsrillen (8) vorgesehen sind.
11. Verfahren zur Herstellung eines Kantenschutz nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass er in an sich bekannter Weise im Spritzgussverfahren hergestellt wird, wobei als
Ausgangsmaterial ein recyceltes Kunststoff-Granulat aus Polyvinylchlorid verwendet
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Spritzgussverfahrens in einem Arbeitsgang mindestens die doppelte Länge
eines Kantenschutzes (1) hergestellt wird, wobei anschließend eine Ablängung auf die
entsprechende Länge vorgenommen wird.