[0001] Die Erfindung betrifft ein Gleitbrett, insbesondere einen Ski, welches in seinem
mittleren Abschnitt mit zumindest einem gegenüber seiner Oberseite vertieft angeordneten
Aufnahmeteil versehen ist, welcher zur gleitbeweglichen Anordnung eines Bindungsteils,
einer Bindung oder eines Tragteils des- oder derselben vorgesehen ist, welches bzw.
welche in bestimmten Positionen in Längsrichtung des Gleitbrettes festlegbar ist.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Form mit einem Formoberteil und einem Formunterteil
zum Verpressen des aus seinen Bestandteilen - einem Laufbelag, einer Deckschicht,
gegebenenfalls weiteren Verstärkungslagen und gegebenenfalls einem ein- oder mehrteiligen
Kern - aufgebauten Gleitbrettes.
[0003] Ein Ski bzw. ein Schneegleitbrett der eingangs genannten Art mit versenkt oder vertieft
angeordneter Skibindungsaufnahme bzw. Führungsschienenanordnung für Bindungsaggregate
ist aus der WO 03/039687 A2 bekannt. Die aus einer Basisschicht und daran angeformten
Führungsschienen bestehende Führungsschienenanordnung wird auf die obere Strukturschicht
des Skis auflaminiert. Die Oberseite des Skis wird nachfolgend durch eine die Führungsschienenanordnung
überdeckende, auflaminierte Deckschicht gebildet, welche zur Erzeugung der erforderlichen
Fenster im Bereich der Führungsschienenanordnung geöffnet, insbesondere ausgestanzt,
wird. Die Führungsschienenanordnung befindet sich daher oberhalb einer zugbelasteten
oberen Strukturschicht des Skis. Die die Biegesteifigkeit und Torsionssteifigkeit
des Skis bewirkenden Bauteile bleiben von der Führungsschienenanordnung unberührt
und sind auf herkömmliche Weise ausgeführt. Die auf den Mittelabschnitt des Skis beschränkte
Führungsschienenanordnung vergrößert den Skiquerschnitt und erhöht auch das Gewicht
des Skis. Während der Skiherstellung werden in die Führungsschienenanordnung Schieberteile
verschiebbar eingesetzt, auf welchen bei fertigem Ski die Skibindungsteile zu montieren
sind.
[0004] Aus der EP 1 329 243 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Skis in einer einen
Formoberteil und einen Formunterteil aufweisenden Pressform bekannt, bei welchem Elemente
zum Anordnen bzw. Befestigen der Skibindung oder von Skibindungsteilen während des
Aufbaus des Skis in zumindest eine der Verstärkungslagen und in die äußere Deckschicht
eingesetzt werden. Bei geschlossener Pressform werden zumindest die in Skilängsrichtung
verlaufenden Stoßbereiche zwischen den Elementen und der Oberflächenfolie bzw. der
Deckschicht unter Pressdruck gesetzt und die Elemente derart in den Skiaufbau eingebunden.
Auch bei dieser Ausführungsform befindet sich die Führungsschienenanordnung an der
Außenseite des sonst herkömmlich aufgebauten Skis.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, in einem Schneegleitbrett, insbesondere
einem Alpinski, den gegenüber seiner Oberseite vertieft angeordneten Aufnahmeteil
für Bindungsaggregate, deren Tragplatten oder sonstigen Bestandteile, auf eine alternative,
den Skiquerschnitt und das Gewicht des Skis weitgehend unbeeinflusst lassende Weise
einzubauen.
[0006] Für das Gleitbrett bzw. den Ski soll eine Form zu Verfügung gestellt werden, die
ein einfaches Handhaben und ein optimales Verpressen ermöglicht.
[0007] Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass der Aufnahmeteil
derart im Ski eingebaut ist, dass er den Kern des Skis, gegebenenfalls auch Verstärkungslagen,
funktionell zumindest teilweise ersetzt.
[0008] Gemäß der Erfindung bildet daher der Bindungsaufnahmeteil einen funktionellen Bestandteil
des Skis, welcher den Kern zur Gänze oder zumindest zum Teil ersetzt und somit einen
wesentlichen Einfluss auf Funktionen und Eigenschaften des Skis, beispielsweise die
Biegesteifigkeit und die Torsionssteifigkeit, nehmen kann.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung nimmt der Aufnahmeteil zumindest
zum Teil jenen Platz im Skiinneren ein bzw. ersetzt diesen, welcher vom Kern oder
von Kernbauteilen eingenommen würde. Die Erfindung verlagert daher Kernfunktionen
auf derart auf den Aufnahmeteil, dass das Gleitbrett bzw. der Ski kompakt und gewichtssparend
hergestellt werden kann.
[0010] Am fertigen Gleitbrett bzw. Ski soll es möglich sein, die Bindung bzw. Skibindung
oder Skibindungsteile auf einfache Weise im Aufnahmeteil zu positionieren. Das Aufnahmeteil
weist daher unterhalb von Führungsabschnitten gebildete, insbesondere nutartige Führungen
zum Einsetzen von Führungsansätzen der Bindung, des Bindungsteiles oder des Tragteiles
auf. Besonders einfach ist das Einsetzen der Bindung über eine oder mehrere Einsetzöffnungen,
die derart gebildet werden können, dass der Aufnahmeteil über einen Teil seiner Längserstreckung
frei von Führungsabschnitten gefertigt wird.
[0011] Um am fertigen Ski Nachbearbeitungsarbeiten möglichst zu reduzieren ist es von Vorteil,
wenn die äußere Deckschicht bereits während des Aufbaus des Gleitbrettes derart ausgenommen
worden ist, dass sie die Führungsabschnitte zumindest bedeckt, dabei aber in Richtung
der Ausnehmung insbesondere nicht überragt.
[0012] Die Erfindung lässt verschiedene Anordnungen der Führungen für die Bindung bzw. die
Bindungsteile zu. Bevorzugt ist dabei eine Ausführung, bei der der Aufnahmeteil im
Querschnitt im Wesentlichen C-förmig ist und die Führungen derart angeordnet sind,
dass sie in Richtung zu den beiden Skiseiten geschlossen sind. Eine weitere bevorzugte
Alternative besteht darin, den Aufnahmeteil mit einem Mittelteil zu versehen, an welchem
die Führungen derart angeordnet sind, dass sie in Richtung zur Skimitte geschlossen
sind.
[0013] Der Aufnahmeteil kann auf verschiedene Weise während der Herstellung des Gleitbrettes
eingebunden werden. Bei einer bevorzugten Möglichkeit wird der Aufnahmeteil zumindest
teilweise durch während des Pressvorganges des Gleitbrettes aushärtenden Schaumstoff
eingebunden. Diese Art der Einbindung kann besonders haltbar sein, insbesondere dann,
wenn der Aufnahmeteil mit Verankerungsteilen versehen ist, welche im ausgehärteten
Schaumstoff gehalten sind. Bei dieser Variante wird daher beim Beginn des Pressvorganges
flüssiges Schaumstoffmaterial eingebracht, welches in den Gleitbrettteilen außerhalb
des Aufnahmeteils den üblichen Schaumstoffkern bildet.
[0014] Bei einer weiteren Variante der Erfindung kann der Aufnahmeteil in eine ausgefräste
oder ausgeschnittene Ausnehmung eines Schaumstoffteils, Schaumstoffblockes oder dergleichen
eingesetzt und mit diesem verbunden, insbesondere verklebt, werden. Auch bei dieser
Variante ist es möglich, außerhalb des Bindungs-Montagebereiches des Gleitbrettes
bzw. Skis den Kern aus diesem Schaumstoffteil bzw. Schaumstoffblock zu bilden bzw.
zu formen.
[0015] Möglich ist auch eine Ausführung, bei welcher der Aufnahmeteil mit mehreren Rest-Kernbauteilen,
beispielsweise zwei Seitenteilen und einem unterhalb der Basis des Aufnahmeteils angeordneten
weiteren Bauteil aus Holz oder aus Kunststoff verbunden, insbesondere verklebt, ist.
[0016] Bei einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung kann der Aufnahmeteil mit den
Gleitbrett-Seitenteilen bzw. -Seitenwangen, welche von der äußeren Deckschicht bedeckt
werden, einteilig ausgeführt sein.
[0017] Es kann ferner für die Handhabung der Gleitbrettteile beim Zusammenbau von Vorteil
sein, wenn der Aufnahmeteil mehrteilig ausgeführt ist, sodass dann im fertigen Gleitbrett
mehrere Aufnahmeteile, die bevorzugt unmittelbar aneinander anschließen, enthalten
sind.
[0018] Die Abmessungen der Bestandteile Aufnahmeteils, insbesondere deren Materialstärken,
sowie die Auswahl des Materials beeinflussen die Biege- und Torsionssteifigkeit des
Gleitbrettes. Eine erwünschte Beeinflussung diverser Eigenschaften kann somit beispielsweise
durch eine Variation der Materialstärken des Aufnahmeteils in Gleitbrettlängs- und
/ oder -querrichtung erfolgen.
[0019] Wie bereits erwähnt kann auch über die Auswahl des Materials auf die Gleitbretteigenschaften
entsprechend Einfluss genommen werden. Neben Kunststoffen kommen für den Aufnahmeteil
vor allem Kompositmaterialien oder faserverstärkte Kunststoffe in Frage.
[0020] Bei einem Aufnahmeteil, welcher im Querschnitt im Wesentlichen C-förmig ausgeführt
ist, kann der Pressvorgang auf einfache Weise mit einer erfindungsgemäß ausgeführten
Pressform, welche einen Formoberteil und einen Formunterteil aufweist, erfolgen. Dazu
wird der Formoberteil mit zumindest einem Vorsprung versehen, welcher bei geschlossener
Form zwischen den Führungsabschnitten auf den Aufnahmeteil drückt. Die Seitenwände
des Vorsprunges können dabei bei geschlossener Form die Stirnseiten der Deckschicht
und der Führungsabschnitte abdichten.
[0021] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der schematischen
Zeichnung, die einige Ausführungsbeispiele darstellt, näher beschrieben. Dabei zeigen
Fig. 1 eine Schrägansicht des Mittelabschnittes einer Ausführungsform eines erfindungsgemäß
ausgeführten Skis,
Fig. 2 bis Fig. 5 Querschnitte durch unterschiedliche Ausführungsformen erfindungsgemäß
ausgeführter Skier und
Fig. 6 einen Teilquerschnitt durch Formteile einer Pressform während des Pressens
eines gemäß Fig. 1 ausgeführten Skis.
[0022] Gemeinsame Bestandteile der in sämtlichen Figuren gezeigten Ausführungsvarianten
eines Skis 1 sind ein Laufbelag 8, ein an diesen anschließender, beispielsweise aus
einer Metalllegierung bestehender Untergurt 9, Stahlkanten 10 und eine Deckschicht
11, welche auch als Oberschale oder Cap bezeichnet wird und als Schlagschutz und Designträger
dient.
[0023] Bei sämtlichen Ausführungsvarianten können zwischen den dargestellten Lagen 8, 9
und 11 und dem Kern, auf welchen noch eingegangen wird, zusätzliche Lagen, etwa Glasfaserverstärkungslagen,
metallische Verstärkungslagen, Prepreglagen und dergleichen, eingebracht sein.
[0024] Fig. 1 zeigt eine Schrägansicht des Mittelabschnittes 2 einer Ausführung eines Skis
1, welcher in Fig. 2 im Querschnitt dargestellt ist. Im Mittelabschnitt 2 des Skis
1 wird eine in sämtlichen Zeichnungsfiguren nicht gezeigte Skibindung, welche insbesondere
aus zwei Skibindungsteilen, einem Vorderbacken und einen Fersenhalter, beseht, angeordnet
und festgelegt. Die Anordnung und die Befestigung der Skibindung bzw. der Skibindungsteile
erfolgt in und an einem im Ski 1 eingebauten Aufnahmeteil 3, welcher ein funktioneller
Bestandteil des Skis 1 ist und Eigenschaften des Skis 1, insbesondere die Torsionssteifigkeit
und die Biegesteifigkeit, zumindest mitbeeinflusst. Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform
ist der Aufnahmeteil 3 einteilig ausgeführt, er kann jedoch über seine Erstreckung
in Skilängsrichtung auch aus mehreren Teilen zusammengesetzt sein. Der Aufnahmeteil
3 ist vorzugsweise ein in einem Spritzgussverfahren hergestellter Kunststoffteil.
[0025] Wie Fig. 1 und Fig. 2 zeigen, besteht der im Querschnitt im Wesentlichen C-förmige
Aufnahmeteil 3 aus einer parallel zum Laufbelag 8 verlaufenden plattenförmigen Basis
4, an welche an ihren in Skilängsrichtung verlaufenden Seiten in Richtung Skioberseite
weisende Abschnitte 5 anschließen, die an ihren oberen Enden in in Richtung Skimitte
weisende kurze Führungsabschnitte 6 übergehen. Auf diese Weise werden unterhalb der
Führungsabschnitte 6 zwei in Skilängsrichtung verlaufende nutartige Führungen 7 gebildet,
in welche korrespondierend ausgebildete Führungsansätze von Skibindungsteilen - Grundplatten,
Montageplatten und Tragplatten - gleitbeweglich verschiebbar angeordnet werden können.
Die Führungen 7 halten die Skibindung bzw. die Skibindungsteile in vertikaler Richtung
und in Querrichtung am Ski 1. Das Einsetzen der Skibindung bzw. des Skibindungsteils
kann durch eine in Fig. 1 gezeigte Einsetzöffnung 12 erfolgen, welche am Aufnahmeteil
3 durch ein Weglassen der beiden Führungsabschnitte 6 über eine gewisse Längserstreckung
gebildet ist, sodass die Skibindung bzw. der Skibindungsteil von der Skioberseite
her in das Aufnahmeteil 3 einsetz- und einführbar ist. Zur Fixierung der nicht gezeigten
Skibindungsteile bzw. der nicht gezeigten Skibindung in Skilängsrichtung können diese
mit von außen betätigbaren Rasteinrichtungen versehen sein, welche Rastteile, Verzahnungen
etc. aufweisen, die in entsprechende, nicht gezeigte Gegenverrastungen, die am Aufnahmeteil
3 ausgebildet sein können, eingreifen. Es kann auch vorgesehen sein, die an jeder
Seite der Öffnung 12 eingesetzten Skibindungsteile über ein flexibles Metallband oder
dergleichen miteinander zu verbinden und dieses mittig zwischen den beiden Skibindungsteilen,
beispielsweise im Bereich der Einsetzöffnung 12, mit der Basis 4, etwa durch Verschrauben,
zu verbinden. Die Fixierung der Skibindung bzw. der Skibindungsteile in Skilängsrichtung
am Aufnahmeteil 3 bzw. am Ski 1 ist nicht Gegenstand der Erfindung und daher auch
nicht dargestellt.
[0026] Die Deckschicht 11 ist im Mittelabschnitt 2 bzw. im Erstreckungsbereich des Aufnahmeteils
3 mittig ausgenommen und bedeckt lediglich die Führungsabschnitte 6 bzw. im Bereich
der Einsetzöffnung 12 die seitlichen Abschnitte 5. Die Öffnung in der Deckschicht
11 wird bereits bei ihrer Herstellung erstellt, der Ski wird daher mit der ausgenommenen
Deckschicht 11 gepresst.
[0027] Bei der in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten Ausführungsform besteht der um den Aufnahmeteil
4 verbleibende Teil 14 des Kerns aus einem Kunststoff-Schaumstoff, welcher in den
fertig aufgebauten Ski 1 eingebracht wird und während des Pressvorganges aushärtet.
Der Aufnahmeteil 3 wird derart durch den aushärtenden Schaumstoff eingebunden. Der
ausgehärtete Schaumstoff kann außerhalb des Mittelabschnittes 2 den Kern des Skis
1 bilden. Im Bereich des Mittelabschnittes 2, demnach in jenem Bereich, wo der Aufnahmeteil
3 eingebracht ist, füllt der Schaumstoff den Hohlraum zwischen der Deckschicht 11,
den Stahlkanten 10 und dem Untergurt 9 einerseits und dem Aufnahmeteil 3 andererseits
auf. Der Aufnahmeteil 3 ersetzt somit teilweise den Kern und gegebenenfalls weitere
Verstärkungslagen, übernimmt dessen bzw. deren Funktion zumindest zum Teil und beeinflusst
daher auch die Biegesteifigkeit und die Torsionssteifigkeit des Skis 1. Die Wandstärke
des Aufnahmeteils 3 kann über dessen Längs- und / oder Quererstreckung, je nach Position
im Ski, variieren, um beispielsweise über die Längserstreckung des Skis die Biegesteifigkeit
und die Torsionssteifigkeit zu ändern.
[0028] Am Aufnahmeteil 3 sind im Querschnitt hakenförmige Verankerungsteile 3a angeformt,
die auch beliebige andere Querschnittsformen annehmen können, beispielsweise zapfen-
oder tropfenförmig, und mit Einschnitten, Nuten und dergleichen versehen sein können,
um ein Verankern des Aufnahmeteils 3 im aushärtenden Schaum zu unterstützen. Die Verankerungsteile
können auch längliche, in Skilängsrichtung verlaufende Ansätze des Aufnahmeteils 3
sein.
[0029] Alternativ zum Ausschäumen kann vorgesehen sein, in einem bereits geschäumten Kernbauteil
durch entsprechendes Ausfräsen und / oder Ausschneiden eine Ausnehmung zum Einsetzen
des Aufnahmeteils 3 zu erstellen und den Aufnahmeteil 3 im Schaumblock einzukleben.
In diesem Fall sind keine Verankerungsteile erforderlich.
[0030] Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform ist der Aufnahmeteil 3' im Wesentlichen
analog zum Aufnahmeteil 3 der Fig. 2, jedoch ohne Verankerungsteile, ausgeführt und
weist daher eine Basis 4', Abschnitte 5' und Führungsabschnitte 6' auf. Unterhalb
der Basis 4' des Aufnahmeteils 3' ist ein Rest-Kernteil 14a, beispielsweise aus Holz,
seitlich sind gesonderte Seitenteile 14b eingebaut, die aus Holz oder aus Kunststoff
(Schaumstoff) bestehen können. Die Verbindung der Teile 14a, 14b mit dem Aufnahmeteil
3' kann durch Verkleben, durch beim Pressen des Skis aushärtenden Harz, durch Harz
aus Prepreglagen oder dergleichen, erfolgen.
[0031] Bei der in Fig. 4 gezeigten Ausführungsvariante ist der Aufnahmeteil 3" mit den Seitenwangen
des Skis 1 einteilig ausgeführt und wird unmittelbar von der Deckschicht 11 bedeckt,
auch im Bereich der Führungsabschnitte 6". Unterhalb der Basis 4" des Aufnahmeteils
3" befindet sich ein Rest-Kernteil 14" aus Holz oder aus Kunststoff (Schaumstoff).
[0032] Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform, bei der die beiden nutartigen Führungen 7' für
die gleitbewegliche Anordnung der Skibindung bzw. der Skibindungsteile in einem massiver
ausgebildeten Mittelteil 3"'b des Aufnahmeteils 3'" ausgebildet sind und zur Skimitte
weisen. Der Aufnahmeteil 3'" weist eine Basis 4'" und seitliche Abschnitte 5"' auf,
die Führungsabschnitte 6'" sind am Mittelteil 3"'b ausgebildet und weisen zu den Skiseitenkanten.
Der im Inneren des Skis zwischen der Deckschicht 11 , dem Gurt 9 und dem Aufnahmeteil
3'" gebildete Raum kann, wie bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1, mit flüssigem beim
Pressvorgang des Skis aushärtenden Schaumstoff gefüllt werden oder aus Rest-Kernbauteilen
aus Holz oder aus Schaumstoff bestehen. Auch bei dieser Ausführungsform kann eine
Einsetzöffnung ein Einfügen und Einschieben der Skibindungsteile ermöglichen, wobei
im Bereich der Einsetzöffnung die beiden Führungsabschnitte 5"' weggelassen sind.
[0033] Fig. 6 zeigt einen Querschnitt durch den Ski 1 gemäß Fig. 2, eingebracht in eine
Pressform, von welcher Teilbereiche des Formoberteils 16 und des Formunterteils 17
dargestellt sind. Der Formoberteil 16 ist entsprechend der Außenkontur des Skis geformt
und weist einen Vorsprung 16a auf, welcher bei geschlossener Form ein Anpressen der
Deckschicht 11 und des Aufnahmeteils 3 sowie ein Verbinden der einzelnen Skibauteile
unter entsprechender Druckaufbringung und Zufuhr von Wärme sicher stellt. Im Bereich
der Einsetzöffnung wird der Vorsprung des Formoberteils entsprechend breiter ausgeführt.
[0034] Dabei ist es von Vorteil, wenn die Stirnseiten der Führungsabschnitte 6 und der Deckschicht
11 mit den Seitenflächen des Vorsprunges 16a in Kontakt treten. Hinterschnitte in
diesen Bereichen des Skis, die den Kontakt stören können, sind daher zu vermindern.
Die in Fig. 5 gezeigte Ausführung kann mit einem Formoberteil ohne Vorsprung verpresst
werden.
[0035] In der Kontaktfläche zwischen der Deckschicht 11 und den Führungsabschnitten 6 des
Aufnahmeteils 3 kann eine abdichtende Masse eingebracht werden, um ein unerwünschtes
Austreten des vorerst noch flüssigen Schaumstoffes zu verhindern.
1. Gleitbrett, insbesondere Ski, welches in seinem mittleren Abschnitt mit zumindest
einem gegenüber seiner Oberseite vertieft angeordneten Aufnahmeteil versehen ist,
welcher zur gleitbeweglichen Anordnung eines Bindungsteils, einer Bindung oder eines
Tragteils des- oder derselben vorgesehen ist, welches bzw. welche in bestimmten Positionen
in Längsrichtung des Gleitbrettes festlegbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufnahmeteil (3, 3', 3", 3"') derart im Ski eingebaut ist, dass er den Kern des
Skis, gegebenenfalls auch Verstärkungslagen, funktionell zumindest teilweise ersetzt.
2. Gleitbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3, 3', 3", 3"') zumindest zum Teil jenen Platz im Ski einnimmt,
welcher sonst vom Kern oder von Kernbauteilen eingenommen würde.
3. Gleitbrett nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3, 3', 3") unterhalb von Führungsabschnitten (6, 6', 6", 6"') gebildete,
insbesondere nutartige Führungen (7, 7') zum Einsetzen von Führungsansätzen der Bindung,
des Bindungsteils oder des Tragteils aufweist.
4. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Deckschicht (11) bereits während des Aufbaus des Gleitbrettes derart mittig
ausgenommen worden ist, dass sie die Führungsabschnitte (6, 6', 6") zumindest bedeckt.
5. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3, 3', 3") im Querschnitt im Wesentlichen C-förmig ist und die
Führungen (7) derart angeordnet sind, dass sie in Richtung zu den beiden Skiseiten
geschlossen sind.
6. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3"') einen Mittelteil (3"'b) aufweist, an welchen die Führungen
(7') derart angeordnet sind, dass sie in Richtung zur Skimitte geschlossen sind.
7. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3) zumindest teilweise durch während des Pressvorganges des Gleitbrettes
aushärtenden Schaumstoff im Gleitbrettinneren eingebunden ist.
8. Gleitbrett nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3) im ausgehärtetem Schaumstoff gehaltene Verankerungsteile (3a)
aufweist.
9. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil in eine ausgefräste oder ausgeschnittene Ausnehmung eines Schaumstoffteils
eingesetzt und mit diesem verbunden, insbesondere verklebt, ist.
10. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3') mit Rest-Kernbauteilen (14'a, 14'b) aus Holz und / oder aus
Kunststoff verbunden, insbesondere verklebt, ist.
11. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3") mit den Skiseitenteilen bzw. den Skiseitenwangen, welche von
der äußeren Deckschicht (11) bedeckt sind, einteilig ausgeführt ist.
12. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3, 3', 3", 3"') über einen Teil seiner Längserstreckung frei von
Führungsabschnitten (6, 6', 6", 6"') ist.
13. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Aufnahmeteile enthalten sind.
14. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass entsprechend der erwünschten Biege- und Torsionssteifigkeit der Materialquerschnitt
des Aufnahmeteils in Gleitbrettlängs- und / oder -querrichtung variiert.
15. Gleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeteil (3, 3', 3", 3") aus einem Kunststoff, einem faserverstärkten Kunststoff
oder einem Kompositmaterial besteht.
16. Pressform mit einem Formoberteil und einem Formunterteil zum Pressen des Gleitbrettes
gemäß einem oder mehrerer der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Formoberteil (16) mit zumindest einem Vorsprung (16a) versehen ist, welcher bei
geschlossener Form zwischen den Führungsabschnitten (6) auf den Aufnahmeteil (3) Druck
ausübt.
17. Pressform nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwände des Vorsprunges (16a) bei geschlossener Form die Stirnseiten der
Deckschicht (11) und der Führungsabschnitte (6) abdichten.