(19)
(11) EP 1 679 767 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.07.2006  Patentblatt  2006/28

(21) Anmeldenummer: 05000145.2

(22) Anmeldetag:  05.01.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01R 13/629(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(71) Anmelder: Delphi Technologies, Inc.
Troy, MI 48007 (US)

(72) Erfinder:
  • Pantke, Heiko
    51105 Köln (DE)

(74) Vertreter: Manitz, Finsterwald & Partner GbR 
Postfach 31 02 20
80102 München
80102 München (DE)

 
Bemerkungen:
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86 (2) EPÜ.
 


(54) Elektrischer Steckverbinder


(57) Die Erfindung betrifft einen elektrischen Steckverbinder mit einem ersten Gehäuseteil, insbesondere Buchsengehäuse, einem mit dem ersten Gehäuseteil zusammensteckbaren zweiten Gehäuseteil, insbesondere Steckergehäuse, und einem mit dem zweiten Gehäuseteil in Eingriff bringbaren Hebel, welcher derart an dem ersten Gehäuseteil verschwenkbar gelagert ist, dass der Hebel bei seiner Verschwenkung eine lineare Bewegung relativ zu dem ersten Gehäuseteil und parallel zur Steckrichtung ausführt, um das erste Gehäuseteil und das mit dem Hebel in Eingriff stehende zweite Gehäuseteil in einen zusammengesteckten Zustand zu bringen oder aus diesem zu lösen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen elektrischen Steckverbinder mit einem ersten Gehäuseteil, insbesondere Buchsengehäuse, einem mit dem ersten Gehäuseteil zusammensteckbaren zweiten Gehäuseteil, insbesondere Steckergehäuse, und einem mit dem zweiten Gehäuseteil in Eingriff bringbaren Hebel.

[0002] Ein derartiger Steckverbinder ist grundsätzlich bekannt. Durch eine entsprechende Betätigung des Hebels lassen sich die Gehäuseteile in einen Endverriegelungszustand bringen oder aus diesem lösen. Als problematisch erweist sich bei dem bekannten Steckverbinder, dass die Gehäuseteile beim Betätigen des Hebels leicht gegeneinander verkanten können.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen elektrischen Steckverbinder zu schaffen, der sich einfacher und sicherer handhaben lässt.

[0004] Zur Lösung der Aufgabe ist ein elektrischer Steckverbinder mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgesehen.

[0005] Der erfindungsgemäße Steckverbinder umfasst ein erstes Gehäuseteil, insbesondere Buchsengehäuse, ein mit dem ersten Gehäuseteil zusammensteckbares zweites Gehäuseteil, insbesondere Steckergehäuse, und einen mit dem zweiten Gehäuseteil in Eingriff bringbaren Hebel, welcher derart an dem ersten Gehäuseteil verschwenkbar gelagert ist, dass der Hebel bei seiner Verschwenkung eine lineare Bewegung relativ zu dem ersten Gehäuseteil und parallel zur Steckrichtung ausführt, um das erste Gehäuseteil und das mit dem Hebel in Eingriff stehende zweite Gehäuseteil in einen zusammengesteckten Zustand zu bringen oder aus diesem zu lösen.

[0006] Der Hebel ist erfindungsgemäß also nicht mit einer bezüglich des ersten Gehäuseteils fest angeordneten Schwenkachse an dem ersten Gehäuseteil gelagert, sondern der Hebel ist bezüglich des ersten Gehäuseteils sowohl verschwenkbar als auch verschiebbar mit dem ersten Gehäuseteil verbunden. Dabei erstreckt sich die Schwenkachse insbesondere durch einen quer zur Steckrichtung gesehen zentralen Bereich des ersten Gehäuseteils.

[0007] Um die Schwenkbewegung des Hebels in eine Translation der Schwenkachse, d.h. in eine lineare Bewegung des Hebels relativ zu dem ersten Gehäuseteil umzusetzen, ist ein Getriebemechanismus vorgesehen. Durch eine entsprechende Ausbildung des Getriebemechanismus ist es möglich, das Verhältnis vorzugeben, mit welchem die für die Verschwenkung des Hebels aufzubringende Kraft in eine Kraft parallel zur Steckrichtung umgesetzt wird.

[0008] Die Translation des Hebels erfolgt parallel zur Steckrichtung, und zwar beim Zusammenfügen der Gehäuseteile in Steckrichtung und beim Trennen der Gehäuseteile entgegen der Steckrichtung. Bei seiner Bewegung in Steckrichtung zieht der mit dem zweiten Gehäuseteil in Eingriff gebrachte Hebel die Gehäuseteile gleichmäßig und insbesondere ohne ein Verkanten der Gehäuseteile zusammen, und es wird ein korrektes Zusammenstecken, d.h. eine korrekte Steckverbindung der Gehäuseteile erreicht. Umgekehrt schiebt der Hebel die Gehäuseteile bei seiner Translation entgegen der Steckrichtung auseinander, wodurch die Trennung der Gehäuseteile erleichtert wird.

[0009] Da eine Relativbewegung der Gehäuseteile parallel zur Steckrichtung bei zusammengefügten Gehäuseteilen nicht ohne eine lineare Bewegung des Hebels und somit nicht ohne eine Verschwenkung des Hebels möglich ist, sorgt der Hebel nicht nur für eine korrekte Verbindung der Gehäuseteile, sondern auch für eine Sicherung des Steckverbinders im zusammengesteckten Zustand. Der Hebel erfüllt somit eine Doppelfunktion.

[0010] Vorteilhaft Ausbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung zu entnehmen.

[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Steckverbinders ist der Hebel zwischen einer Einführstellung, in welcher das erste Gehäuseteil und das zweite Gehäuseteil zumindest teilweise zusammensteckbar sind, und einer Verriegelungsstellung verschwenkbar, in welcher das erste Gehäuseteil und das zweite Gehäuseteil vollständig zusammengefügt und gegen eine Relativbewegung in Steckrichtung gesichert sind. Der Hebel erleichtert somit nicht nur das Zusammenstecken der Gehäuseteile, sondern er übt in seiner Verriegelungsstellung auch eine Verriegelungsfunktion aus, so dass die Gehäuseteile vor einer unbeabsichtigten Trennung geschützt sind.

[0012] Vorteilhafterweise wirken der Hebel und das erste Gehäuse mittels einer Verzahnung zusammen, die insbesondere im Bereich der Schwenkachse des Hebels angeordnet ist. Durch die Verzahnung lässt sich die Schwenkbewegung des Hebels auf besonders einfache Weise in eine lineare Bewegung des Hebels relativ zu dem ersten Gehäuseteil umsetzen.

[0013] Bevorzugt ist der Hebel mittels wenigstens eines mit mehreren Zähnen versehenen Lagervorsprungs an dem Gehäuseteil gelagert. Durch den wenigstens einen Lagervorsprung verläuft auch die Schwenkachse des Hebels.

[0014] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das erste Gehäuseteil eine sich in Steckrichtung erstreckende und zumindest bereichsweise mit einer linearen Anordnung von Zähnen versehene Führung für jeden Lagervorsprung des Hebels aufweist. Die Führung erfüllt eine Doppelfunktion, indem sie einerseits den Lagervorsprung des Hebels führt und somit die Richtung der Translation des Hebels vorgibt, und andererseits mittels ihrer linearen Anordnung von Zähnen getriebeartig mit den Zähnen des Lagervorsprungs zusammenwirkt, um bei einer Verschwenkung des Hebels eine Bewegung des Hebels entlang der Führung zu bewirken. Das Zusammenwirken des mit Zähnen versehenen Lagervorsprungs und der mit der linearen Anordnung von Zähnen versehenen Führung des ersten Gehäuseteils stellt eine besonders einfache Form von Getriebemechanismus dar.

[0015] Bevorzugt ist es ferner, wenn das zweite Gehäuseteil zwei quer zur Steckrichtung und/oder in Steckrichtung zueinander beabstandete Führungszapfen und das erste Gehäuseteil zwei zueinander beabstandete und in Steckrichtung verlaufende Führungen für die Führungszapfen aufweist. Durch die in die Führungen eingreifenden Führungszapfen ist das zweite Gehäuseteil an dem ersten Gehäuseteil geführt. Auf diese Weise wird ein Verkanten der Gehäuseteile noch besser vermieden und ein korrektes Zusammenfügen der Gehäuseteile noch besser sichergestellt. Das Zusammenwirken der Führungszapfen mit den Führungen entspricht einem Paralleleinzug, der erfindungsgemäß durch einen einzigen Hebel erreicht wird.

[0016] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Hebel zwei, insbesondere um die Schwenkachse des Hebels, gekrümmte Führungskulissen zur Führung jeweils eines Führungszapfens auf. Die Krümmung ist derart gewählt, dass sich die Führungszapfen bei einer Verschwenkung des Hebels entlang der Führungskulissen bewegen können. In der Verriegelungsstellung des Hebels verlaufen die Führungskulissen im Bereich der Führungszapfen etwa quer zur Steckrichtung, so dass die Führungszapfen an einer Bewegung parallel zur Steckrichtung gehindert sind. Auf diese Weise wird eine sichere Verriegelung der Gehäuseteile erreicht.

[0017] Die Führungskulissen können zueinander versetzt angeordnet sein und/oder jeweils eine unterschiedliche Krümmung aufweisen. Durch derartige Führungskulissen können auch solche Führungszapfen des zweiten Gehäuseteils aufgenommen bzw. geführt werden, die nicht nur quer zur Steckrichtung, sondern auch in Steckrichtung zueinander beabstandet sind.

[0018] Bevorzugt weist der Hebel zwei in Steckrichtung verlaufende und jeweils in eine Führungskulisse übergehende Einführnuten für die Führungszapfen auf. Durch die Einführnuten ist beim Zusammenstecken der Gehäuseteile das Einführen der Führungszapfen des zweiten Gehäuseteils in die Führungskulissen erleichtert.

[0019] Vorteilhafterweise ist der Hebel U-förmig ausgebildet und an gegenüberliegenden Seiten des Gehäuseteils an diesem gelagert. Dies verleiht dem Hebel eine besondere Stabilität.

[0020] Vorzugsweise ist der Steckverbinder bezüglich einer zur Schwenkachse des Hebels senkrechten Mittelebene symmetrisch ausgebildet. Der Hebel und die Gehäuseteile wirken also an gegenüberliegenden Seiten des Steckverbinders zusammen. Der Hebel ist mit anderen Worten an gegenüberliegenden Seiten des Steckverbinders an dem ersten Gehäuseteil gelagert und mit diesem verzahnt. Ebenso ist das zweite Gehäuseteil an gegenüberliegenden Seiten an dem ersten Gehäuseteil geführt.

[0021] Die Verschwenkung des Hebels wird somit an gegenüberliegenden Seiten des Steckverbinders in eine Translation des Hebels und dadurch in eine Relativbewegung der Gehäuseteile umgesetzt. Dies führt zusammen mit der symmetrischen Führung des zweiten Gehäuseteils am ersten Gehäuseteil zu einem besonders sicheren Zusammenstecken der Gehäuseteile und verhindert insbesondere ein Verkanten der Gehäuseteile.

[0022] Nachfolgend wird die Erfindung rein beispielhaft anhand einer vorteilhaften Ausführungsform unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1
eine Explosionsansicht eines erfindungsgemäßen elektrischen Steckverbinders;
Fig. 2
eine perspektivische Ansicht des Steckverbinders von Fig. 1 mit teilweise zusammengesteckten ersten und zweiten Gehäuseteilen und mit in Einführstellung befindlichem Hebel;
Fig. 3
(A) eine erste Querschnittsansicht, (B) eine zweite Querschnittsansicht und (C) eine Draufsicht auf eine von dem zweiten Gehäuseteil abgewandte Stirnseite des ersten Gehäuseteils mit in Einführstellung befindlichem Hebel, wobei der Draufsicht (C) die Lage der Schnitte von (A) und (B) zu entnehmen sind;
Fig. 4
(A) eine erste Querschnittsansicht und (B) eine zweite Querschnittsansicht des Steckverbinders von Fig. 1 mit einem um etwa 45° verschwenkten Hebel, wobei die Lage der Querschnitte derjenigen von Fig. 3 entspricht; und
Fig. 5
(A) eine erste Querschnittsansicht und (B) eine zweite Querschnittsansicht des Steckverbinders von Fig. 1 mit in Verriegelungsstellung befindlichem Hebel, wobei die Lage der Querschnitte derjenigen von Fig. 3 entspricht.


[0023] Der in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße elektrische Steckverbinder umfasst ein erstes Gehäuseteil 10, ein zweites Gehäuseteil 12 und einen Hebel 14. Alle drei Bauteile 10, 12, 14 weisen ein Kunststoffmaterial auf. Vorzugsweise handelt es sich jeweils um ein Spritzgussteil.

[0024] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das erste Gehäuseteil 10 als Buchsengehäuse ausgebildet und zur Aufnahme mehrerer buchsenartiger elektrischer Anschlusselemente vorgesehen. An der dem zweiten Gehäuseteil 12 abgewandten Stirnseite weist das erste Gehäuseteil 10 mehrere hohlzylindrisch ausgebildete Schächte 15 auf, die zur Führung von elektrischen Rundleitern dienen.

[0025] Das zweite Gehäuseteil 12 ist als Steckergehäuse ausgebildet und zur Aufnahme einer angepassten Anzahl von Steckkontakten vorgesehen. Zum Verbinden der buchsenartigen Anschlusselemente mit den Steckkontakten lassen sich die Gehäuseteile 10, 12 zusammenstecken, wobei das zweite Gehäuseteil 12 bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel zumindest abschnittsweise in das erste Gehäuseteil 10 einführbar ist. Die Steckrichtung ist in Fig. 1 durch den Pfeil 16 angedeutet.

[0026] Wie Fig. 1 und 2 zeigen, ist der Hebel 14 U-förmig ausgebildet. Zwei durch eine Basis 17 miteinander verbundene Schenkel 18 greifen an gegenüberliegenden Seiten des ersten Gehäuseteils 10 in dafür vorgesehene seitliche Führungsschächte 19 des ersten Gehäuseteils 10 ein. Der Hebel 14 ist zwischen einer Einführstellung und einer Verriegelungsstellung verschwenkbar und linear relativ zum ersten Gehäuseteil 10 bewegbar an diesem gelagert.

[0027] Zur Lagerung des Hebels 14 an dem ersten Gehäuseteil 10 ist ein Lagervorsprung 20 an der Innenseite 22 jedes Schenkels 18 vorgesehen. Die Lagervorsprünge 20 weisen an ihrer zur Basis 17 des Schenkels zugewandten Seite mehrere, im vorliegenden Fall drei, Zähne 24 auf.

[0028] In einem quer zur Steckrichtung gesehen mittleren Bereich gegenüberliegender Seiten des ersten Gehäuseteils 10 ist jeweils eine sich in Steckrichtung 16 erstreckende Führung 26 vorgesehen. Die Führungen 26 dienen zur Aufnahme und Führung der Lagervorsprünge 20 des Hebels 14.

[0029] Jede Führung 26 weist an einer ihrer Längsseiten eine lineare Anordnung von Zähnen 28 auf. Die Zähne 28 sind relativ zu den Zähnen 24 des Hebels 14 derart angeordnet, dass die Zähne 24 des Hebels und die Zähne 28 des ersten Gehäuseteils 10 zumindest teilweise ineinandergreifen. Dies führt bei einer Verschwenkung des Hebels 14 zu einer linearen Bewegung der Lagervorsprünge 20 entlang der Führungen 26, wie nachfolgend anhand von Fig. 3 bis 5 beschrieben wird.

[0030] Fig. 3 zeigt den Steckverbinder mit in Einführstellung befindlichem Hebel 14. Fig. 3A und 3B zeigen unterschiedliche Querschnittsansichten des Steckverbinders, wobei der in Fig. 3A gezeigte Schnitt E-E weiter innen liegt als der in Fig. 3B gezeigte Schnitt F-F. Die genaue Lage der Schnitte E-E und F-F sind der in Fig. 3C dargestellten Draufsicht auf die dem zweiten Gehäuseteil abgewandte Stirnseite des Steckverbinders zu entnehmen.

[0031] Bei in Einführstellung befindlichem Hebel 14 sind an die Basis 17 angrenzende Abschnitte 30 der Schenkel 18 im Wesentlichen quer zur Steckrichtung 16 orientiert. Die Abschnitte 30 schließen in dieser Hebelstellung ferner annähernd bündig mit den Schächten 15 ab.

[0032] Wie Fig. 3A zu entnehmen ist, sind die Lagervorsprünge 20 in der Einführstellung des Hebels 14 in einem dem zweiten Gehäuseteil 12 zugewandten Endbereich der Führungen 26 angeordnet. Ein erster Zahn 24' jedes Lagervorsprungs 20 greift in eine erste Zahnlücke 32 jeder Führung 26 ein.

[0033] An den ersten Zahn 24 jedes Lagervorsprungs 20 schließt sich ein in der Einführstellung des Hebels parallel zur Steckrichtung 16 orientierter erster gerader Abschnitt 34 an, der in einen quer zur Steckrichtung 16 verlaufenden zweiten geraden Abschnitt 36 übergeht. An den zweiten geraden Abschnitt 36 schließt sich ein den Zähnen 24 gegenüberliegender, etwa kreisförmig gekrümmter Abschnitt 38 an, der einen Winkelbereich von etwa 135° umfasst und seinerseits in einen dritten geraden Abschnitt 40 übergeht. Der dritte gerade Abschnitt 40 bildet gleichzeitig eine Flanke des dritten Zahns 24"' des Lagervorsprungs 20.

[0034] Während der erste Zahn 24' jedes Lagervorsprungs 20 in die erste Zahnlücke 32 jeder Führung 26 eingreift, liegen der erste und zweite gerade Abschnitt 34, 36 sowie der gekrümmte Abschnitt 38 an entsprechend geraden bzw. gekrümmt ausgebildeten Wandabschnitten 42, 44, 46 der Führungen 26 an.

[0035] Das erste Gehäuseteil 10 weist im Bereich der Führungen 26 für die Lagervorsprünge 20 jeweils zwei Führungen 48 auf, die sich ausgehend von den Führungen 26 für die Lagervorsprünge 20 parallel zur Steckrichtung 16 erstrecken und an der zum zweiten Gehäuseteil 12 weisenden Seite des Gehäuseteils 10 offen sind. Die Führungen 48 einer Seite des ersten Gehäuseteils 10 sind zueinander beabstandet, wobei der Abstand zwischen den Führungen 48 etwa der Breite der Führung 26 für die Lagervorsprünge 20 entspricht. Die Führungen 48 sind etwa mit den parallel zur Steckrichtung 16 verlaufenden Wandabschnitten 50 der Führungen 26 für die Lagervorsprünge 20 ausgerichtet.

[0036] Jede Führung 48 dient zur Aufnahme bzw. Führung eines Führungszapfens 52 des zweiten Gehäuseteils 12. Die Führungszapfen 52 weisen an ihren zueinander weisenden Seiten jeweils einen parallel zur Steckrichtung 16 orientierten ersten geraden Abschnitt 54 auf. Jeder Führungszapfen 52 umfasst ferner einen zweiten geraden Abschnitt 56, der zum ersten geraden Abschnitt 54 schräg verläuft und mit diesem einen Winkel von etwa 60° bildet. In einem den geraden Abschnitten 54, 56 gegenüberliegenden Bereich weisen die Führungszapfen 52 ein teilkreisförmiges Profil auf.

[0037] Die Führungszapfen 52 einer Seite des zweiten Gehäuseteils 12 sind jeweils quer zur Steckrichtung 16 gesehen zueinander beabstandet, wobei dieser Abstand an den Abstand der Führungen 48 des ersten Gehäuseteils 10 angepasst ist. Darüber hinaus sind die Führungszapfen 52 auch in Steckrichtung 16 gesehen zueinander versetzt angeordnet, d.h. der eine Führungszapfen 52', in der Zeichnung der der Basis 17 des Hebels 14 abgewandte Führungszapfen 52' ist in Steckrichtung 16 gesehen vor dem anderen Führungszapfen 52" angeordnet.

[0038] Beim Zusammenstecken der Gehäuseteile 10, 12 werden die Führungszapfen 52 in die Führungen 48 des ersten Gehäuseteils 10 eingeführt. Dabei liegen die parallel zur Steckrichtung 16 orientierten ersten geraden Abschnitte 54 der Führungszapfen 52 an den die Führungen 48 begrenzenden Wandabschnitten 57 des ersten Gehäuseteils 10 an.

[0039] Wie Fig. 3B zu entnehmen ist, weisen die Schenkel 18 des Hebels 14 ferner jeweils zwei gekrümmte und zueinander versetzt angeordnete Führungskulissen 58, 60 zur Führung der Führungszapfen 52 des zweiten Gehäuseteils 12 auf. Die Führungskulissen 58, 60 erstrecken sich entlang von Kreisbahnen, deren Mittelpunkte jeweils im Bereich der Schwenkachse des Hebels 14 liegen. Dabei weist die Kreisbahn, entlang der sich die erste Führungskulisse 58 erstreckt, einen kleineren Radius auf als die Kreisbahn, entlang der sich die zweite Führungskulisse 60 erstreckt. Die erste Führungskulisse 58 ist mit anderen Worten stärker gekrümmt als die zweite Führungskulisse 60. Die erste Führungskulisse 58 weist ferner eine geringere Länge als die zweite Führungskulisse 60 auf.

[0040] Im Bereich ihres von der Basis 17 des Hebels 14 abgewandten Endes geht jede Führungskulisse 58, 60 in eine Einführnut 62, 64 über. Die Einführnuten 62, 64 verlaufen parallel zur Steckrichtung 16 und sind an ihren dem zweiten Gehäuseteil 12 zugewandtem Ende jeweils offen. Ferner sind die Einführnuten 62, 64 mit den Führungen 48 des ersten Gehäuseteils 10 ausgerichtet, so dass die Führungszapfen 52 des zweiten Gehäuseteils 12 beim Zusammenstecken der Gehäuseteile 10, 12 nicht nur in die Führungen 48, sondern gleichzeitig auch in die Einführnuten 62, 64 eingeführt werden.

[0041] Um die Gehäuseteile 10, 12 vollständig zusammenzufügen und miteinander zu verriegeln, wird der Hebel 14 verschwenkt, d.h. in der Zeichnung nach unten gedrückt (Fig. 4). Die Verschwenkung des Hebels 14 bewirkt eine Verdrehung der Lagervorsprünge 20 des Hebels 14. Durch das Zusammenwirken der Zähne 24 der Lagervorsprünge 20 mit der linearen Anordnung von Zähnen 28 der Führungen 26 wird die Rotation der Lagervorsprünge 20 in eine lineare Bewegung der Lagervorsprünge 20 innerhalb der Führungen 26 umgesetzt.

[0042] Die Verschwenkung des Hebels 14 führt mit anderen Worten zu einer Translation des Hebels 14 relativ zu dem ersten Gehäuseteil 10. Beim Herunterklappen des Hebels 14 zum Zusammenfügen der Gehäuseteile 10, 12 erfolgt die Translation des Hebels dabei in Steckrichtung 16, d.h. in Richtung der dem zweiten Gehäuseteil 12 abgewandten Seite des ersten Gehäuseteils 10.

[0043] Während der Verschwenkung des Hebels 14 bewegen sich die Führungszapfen 52 des zweiten Gehäuseteils 12 entlang der Führungskulissen 58, 60, wie es in Fig. 4B gezeigt ist. Die Führungszapfen 52 liegen nunmehr nicht nur mit ihren ersten geraden Abschnitten 54 an den die Führungen 48 des ersten Gehäuseteils 10 begrenzenden Wandabschnitten 57, sondern auch mit ihren zweiten geraden Abschnitten 56 an den die Führungskulissen 58, 60 begrenzenden Wandabschnitten 66 des Hebels 14 an.

[0044] Diese Wandabschnitte 66 hintergreifen die Führungszapfen 52 mit anderen Worten an den in Steckrichtung 16 gesehen hinteren, in der Zeichnung also an den unteren Seiten der Führungszapfen 52. Sobald sich die Führungszapfen 52 durch die Verschwenkung des Hebels 14 in die Führungskulissen 58, 60 hineinbewegt haben, sind die Führungszapfen 52 folglich an einer linearen Bewegung parallel zur Steckrichtung 16 relativ zum Hebel 14 gesichert. Stattdessen werden die Führungszapfen 52 und somit das zweite Gehäuseteil 12 zusammen mit dem Hebel 14 in Steckrichtung 16 oder entgegen der Steckrichtung 16 bewegt, je nachdem in welche Richtung die Verschwenkung des Hebels 14 erfolgt.

[0045] Beim Herunterklappen des Hebels 14, wie es in der Sequenz der Fig. 3, 4 und 5 dargestellt ist, wird das zweite Gehäuseteil 12 durch den Hebel 14 und die in die Führungskulissen 58, 60 eingreifenden Führungszapfen 52 in Steckrichtung 16 bewegt, d.h. in das erste Gehäuseteil 10 hineingezogen.

[0046] Fig. 5 zeigt den Steckverbinder im vollständig zusammengefügten und verriegelten Zustand. Der Hebel 14 befindet sich in seiner Verriegelungsstellung, in welcher er so weit umgeklappt ist, dass die Basis 17 des Hebels 14 an dem ersten Gehäuseteil 10 anliegt. Durch die Verschwenkung des Hebels 14 haben sich die Lagervorsprünge 20 entlang der Führungen 26 bis in die dem zweiten Gehäuseteil 12 abgewandten Endbereiche der zugehörigen Führungen 26 bewegt.

[0047] Der Hebel 14 hat mit anderen Worten eine maximale Translation relativ zum ersten Gehäuseteil 10 erfahren, und das zweite Gehäuseteil 12 wurde maximal in das erste Gehäuseteil 10 hineingezogen. In dieser Endlage des zweiten Gehäuseteils 12 relativ zum ersten Gehäuseteil 10 befinden sich die Führungszapfen 52 im Bereich der geschlossenen Enden der Führungen 48 sowie im Bereich der geschlossenen Enden der Führungskulissen 58,60.

[0048] Ein der zweiten Führungskulisse 58 gegenüberliegender gerader Rückseitenabschnitt 68 der Schenkel 18 des Hebels 14 verläuft in der Verriegelungsstellung des Hebels 14 parallel zu einer Oberseite der Schächte 15 des ersten Gehäuseteils 10 und schließt nahezu bündig mit diesen ab. Dadurch weist der Steckverbinder im verriegelten Zustand eine besonders kompakte Bauweise auf.

[0049] Zur Trennung der Gehäuseteile 10, 12 muss der Hebel 14 lediglich wieder zurückgeklappt, d.h. in der Zeichnung hochgeklappt zu werden. Eine derartige Verschwenkung des Hebels 14 bewirkt eine lineare Bewegung des Hebels 14 relativ zum ersten Gehäuseteil 10 entgegen der Steckrichtung 16, wodurch das zweite Gehäuseteil 12 aus dem ersten Gehäuseteil 10 herausgedrückt wird.

[0050] Dabei bewegen sich die Führungszapfen 52 des zweiten Gehäuseteils 12 nicht nur entgegen der Steckrichtung 16 entlang der Führungen 48 des ersten Gehäuseteils 10, sondern auch entlang der Führungskulissen 58, 60 des Hebels 14. Sobald der Hebel 14 seine Einführstellung erreicht hat, befinden sich die Führungszapfen 52 wieder im Bereich der Einführnuten 62, 64, so dass die Führungszapfen 52 aus den Einführnuten 62, 64 und aus den Führungen 48 entnommen werden und die Gehäuseteile 10, 12 vollständig voneinander getrennt werden können.

Bezugszeichenliste



[0051] 
10
Gehäuseteil
12
Gehäuseteil
14
Hebel
15
Schacht
16
Steckrichtung
17
Basis
18
Schenkel
19
Führungsschacht
20
Lagervorsprung
22
Innenseite
24
Zahn
26
Führung
28
Zahn
30
Außenseite
32
Zahnlücke
34
gerader Abschnitt
36
gerader Abschnitt
38
gekrümmter Abschnitt
40
gerader Abschnitt
42
gerader Wandabschnitt
44
gerader Wandabschnitt
46
gekrümmter Wandabschnitt
48
Führung
50
Wandabschnitt
52
Führungszapfen
54
gerader Abschnitt
56
gerader Abschnitt
57
Wandabschnitt
58
Führungskulisse
60
Führungskulisse
62
Einführnut
64
Einführnut
66
Wandabschnitt
68
Rückseitenabschnitt



Ansprüche

1. Elektrischer Steckverbinder mit einem ersten Gehäuseteil (10), insbesondere Buchsengehäuse, einem mit dem ersten Gehäuseteil (10) zusammensteckbaren zweiten Gehäuseteil (12), insbesondere Steckergehäuse, und einem mit dem zweiten Gehäuseteil (12) in Eingriff bringbaren Hebel (14), welcher derart an dem ersten Gehäuseteil (10) verschwenkbar gelagert ist, dass der Hebel (14) bei seiner Verschwenkung eine lineare Bewegung relativ zu dem ersten Gehäuseteil (10) und parallel zur Steckrichtung (16) ausführt, um das erste Gehäuseteil (10) und das mit dem Hebel (14) in Eingriff stehende zweite Gehäuseteil (12) in einen zusammengesteckten Zustand zu bringen oder aus diesem zu lösen.
 
2. Steckverbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Hebel (14) zwischen einer Einführstellung, in welcher das erste Gehäuseteil (10) und das zweite Gehäuseteil (12) zumindest teilweise zusammensteckbar sind, und einer Verriegelungsstellung verschwenkbar ist, in welcher das erste Gehäuseteil (10) und das zweite Gehäuseteil (12) vollständig zusammengefügt und gegen eine Relativbewegung parallel zur Steckrichtung (16) gesichert sind.
 
3. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hebel (14) und das erste Gehäuseteil (10) mittels einer Verzahnung (24, 28) zusammenwirken, die insbesondere im Bereich der Schwenkachse des Hebels (14) angeordnet ist.
 
4. Steckverbinder nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Hebel (14) mittels wenigstens eines mit mehreren Zähnen (24) versehen Lagervorsprungs (20) an dem ersten Gehäuseteil (10) gelagert ist.
 
5. Steckverbinder nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet ,
dass das erste Gehäuseteil (10) eine sich in Steckrichtung (16) erstreckende und zumindest bereichsweise mit einer linearen Anordnung von Zähnen (28) versehene Führung (26) für jeden Lagervorsprung (20) des Hebels (14) aufweist.
 
6. Steckverbinder nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass das zweite Gehäuseteil (12) zwei quer zur Steckrichtung (16) und/oder in Steckrichtung (16) zueinander beabstandete Führungszapfen (52) aufweist und das erste Gehäuseteil (10) zwei zueinander beabstandete und in Steckrichtung (16) verlaufende Führungen (48) für die Führungszapfen (52) aufweist.
 
7. Steckverbinder nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Hebel (14) zwei, insbesondere um die Schwenkachse des Hebels (14), gekrümmte Führungskulissen (58, 60) zur Führung jeweils eines Führungszapfens (52) aufweist.
 
8. Steckverbinder nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Führungskulissen (58, 60) zueinander versetzt angeordnet sind und/oder jeweils eine unterschiedliche Krümmung aufweisen.
 
9. Steckverbinder nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Hebel (14) zwei in Steckrichtung (16) verlaufende und in jeweils eine Führungskulisse (58, 60) übergehende Einführnuten (62, 64) für die Führungszapfen (52) aufweist.
 
10. Steckverbinder nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Hebel (14) U-förmig ausgebildet ist und an gegenüberliegenden Seiten des ersten Gehäuseteils (10) an diesem gelagert ist.
 
11. Steckverbinder nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Steckverbinder bezüglich einer zur Schwenkachse des Hebels (14) senkrechten Mittelebene symmetrisch ausgebildet ist.
 


Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.


1. Elektrischer Steckverbinder mit einem ersten Gehäuseteil (10), insbesondere Buchsengehäuse, einem mit dem ersten Gehäuseteil (10) zusammensteckbaren zweiten Gehäuseteil (12), insbesondere Steckergehäuse, und einem mit dem zweiten Gehäuseteil (12) in Eingriff bringbaren Hebel (14),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hebel (14) derart an dem ersten Gehäuseteil (10) verschwenkbar gelagert ist, dass er bei seiner Verschwenkung eine lineare Bewegung relativ zu dem ersten Gehäuseteil (10) und parallel zur Steckrichtung (16) ausführt, um das erste Gehäuseteil (10) und
das mit dem Hebel (14) in Eingriff stehende zweite Gehäuseteil (12) in einen zusammengesteckten Zustand zu bringen oder aus diesem zu lösen.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht