[0001] Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einem Verfahren und einer Vorrichtung
zum Transportieren und gleichzeitigen Beschneiden von flexiblen flächigen Produkten,
insbesondere von Druckprodukten wie Zeitungen, Zeitschriften oder Teilen davon, gemäss
den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 bzw. den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 12.
[0002] Druckprodukte durchlaufen während ihrer Herstellung verschiedene Arbeitsstationen,
wobei der Transport der Druckprodukte innerhalb der Arbeitsstationen entsprechend
den unterschiedlichen Anforderungen unterschiedlich ausgestaltet ist. So kann der
Transport innerhalb einer Arbeitsstation z.B. in einer Einstecktrommel mit Taschen
oder einem umlaufenden Taschentransportsystem, oder aber in einer Sammeltrommel oder
einem Sammeltransportsystem mit Satteln erfolgen. Von einer Arbeitsstation zu einer
nächsten Arbeitsstation werden die Druckprodukte in der Regel mittels Fördervorrichtungen
gefördert. Hierbei werden sie typischerweise individuell durch einzelne Greifer meist
an Blume oder Falz gehalten und hängend transportiert. Auch zum Beschneiden der Ränder
müssen die Druckprodukte heute abhängig von den angewendeten Schneidverfahren in besondere
Transporteinheiten übergeben werden, wie beispielsweise in einen Taschentransportsystem
wie dies in CH 668216 beschrieben ist, oder in rotierende Zellenräder, wie dies z.B.
in CH 685153 oder in EP0367715 beschrieben ist. Die Übergabe der Druckprodukte von
den Greifern der Fördervorrichtung an die Transporteinheit der Arbeitsstation und
wieder zurück an eine Fördervorrichtung erfordert einen gewissen Koordinationsaufwand
sowohl beim Antransport wie auch beim Abtransport der Druckprodukte.
[0003] In EP 0762950 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben, mit der dieser
Koordinationsaufwand verringert werden soll, indem die Greifer während des Schneidprozesses
den Druckprodukten zugeordnet bleiben, so dass die Druckprodukte von jeweils denselben
Greifern der Schneidestation zugeführt und auch wieder von dieser weggeführt werden.
Für den Schneidprozess selber werden die Druckprodukte an Einspannklammern übergeben.
Die Greifer werden zum Ausrichten der Druckprodukte geöffnet und die Druckprodukte
zunächst nur in den Einspannklammern senkrecht zur Förderrichtung verschiebbar abgelegt.
Nach dem Ausrichten werden die Druckprodukte in den Einspannklammern eingeklemmt,
und von diesen zum Beschneidenden stabilisiert.
[0004] Auch in DE 10052010 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben, bei denen
der Koordinationsaufwand gering ist, da für das Schneiden keine Übergabe an eine separate
Transporteinheit erfolgt. Die Druckprodukte werden in Transporttaschen an eine Schneidestation
herangeführt, verbleiben während des Beschneidens in ihren Taschen und werden auch
in den Taschen wieder von der Schneidestation wegtransportiert. Die Produkte werden
dabei in Taschen stehend transportiert, wobei die Taschenwände die Produkte grossflächig
seitlich stabilisieren und gegen die Schwerkraft abstützen.
[0005] Da für den Transport der Produkte sehr viele Transportmittel, wie Greifer oder Taschen
erforderlich sind, ist die Ausgestaltung der Transportmittel ein nicht zu vernachlässigender
Kostenfaktor. Dabei spielt die Komplexität der Mechanik ebenso eine Rolle wie die
Materialkosten. Aber auch die Anzahl der benötigten Transportmittel sollte möglichst
gering gehalten werden. Die beiden aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen zum
Transportieren und Beschneiden von flächigen flexiblen Produkten bieten hier keine
befriedigende Lösung.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es eine gegenüber diesen bekannten Verfahren
und zugehörigen Vorrichtungen ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verfügung zu
stellen, die ein einfaches und kostengünstiges Transportieren und Beschneiden von
flächigen, flexiblen Produkten erlauben.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren gemäss Anspruch 1 bzw. eine Vorrichtung
gemäss Anspruch 12.
[0008] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren bzw. mit der erfindungsgemässen Vorrichtung
werden die flächigen, flexiblen Produkte, wie beispielsweise Druckprodukte, durch
den Greifer einer Fördervorrichtung an ihrer nicht zu beschneidenden Kante erfasst
auf der Förderstrecke gefördert, wobei die Produkte zumindest bereichsweise frei hängend
gefördert werden. Die Produkte werden auf diese Weise an einer im Förderweg der Fördervorrichtung
angeordneten Schneidestation vorbeigeführt und dabei derart mit Schneidmitteln der
Schneidstation in Wirkverbindung gebracht, dass wenigstens ein Rand des Produktes
beschnitten wird.
[0009] Handelt es sich bei dem Produkt um ein gefaltetes Druckprodukt, so wird das Druckprodukt
vorzugsweise am Falz erfasst entlang der Förderstrecke gefördert.
[0010] Ein Abstützen oder Stabilisieren der Produkte für das Beschneiden ist nicht nötig,
weil die Produkte zumindest durch Teile der sie beschneidenden Schneidmittel beim
Schneiden in der nötigen Weise gehalten werden. Weder die Fördervorrichtung noch die
Schneidestation weisen daher Mittel zur Stabilisierung der Produkte auf. Damit weist
die vorliegende Erfindung den grossen Vorteil auf, dass herkömmliche Greifertransporteure
oder andere Klammern, welche die Druckprodukte nur schonend im Bereich des Falzes
erfassen, zum Einsatz kommen können.
[0011] Komplexe, mehrfache Übergaben des Druckprodukts, mit entsprechnder Störanfälligkeit,
im Zusammenhang mit dem Schneidvorgang können entfallen.
[0012] Mit der angegebenen Vorrichtung bzw. dem Verfahren lassen sich sehr verschiedene
Schneidverfahren, und dem entsprechend sehr verschiedene Schneidvorrichtungen zum
Beschneiden der Seitenränder und eines dem Greifer gegenüberliegenden freien Randes
einsetzen. So kann der Beschnitt beispielsweise mit einem Messer gegen eine Schneidleiste,
mit einer Schneidwalze oder einem feststehenden Messer gegen ein Gegenlager oder ein
Gegenmesser im Scherschnittverfahren erfolgen, oder aber es können relativ zueinander
bewegte Messer und Gegenmesser im Scherschnitt oder im Impulsschnittverfahren arbeiten.
[0013] Auch das Zusammenführen der Produkte mit zumindest einem Teil der Schneidmittel der
Schneidstation in einem Wirkbereich kann auf sehr unterschiedliche Weise erfolgen.
So ist es z.B. möglich, dass zumindest ein Teil der Schneidmittel den Produktestrom
penetriert oder die Produkte und mindestens ein Teil der Schneidmittel miteinander
kämmen, oder zumindest ein Teil der Schneidmittel mit dem Produkten durch seitliches
Einführen zusammengeführt werden, oder zumindest ein Teil der Schneidmittel mit den
zu beschneidenden Rändern in abstützende Berührung gebracht wird.
[0014] Wird mehr als ein Rand beschnitten, erfolgt das Beschneiden der Seitenränder und
das Bescheiden des dem Greifer gegenüberliegenden freien Randes vorzugsweise zeitlich
nacheinander, um eine bessere Schnittqualität zu gewährleisten. Die Reihenfolge in
der die Seitenränder und der freie Rand beschnitten werden, ist dabei variabel. Die
Seitenränder können auch gleichzeitig beschnitten werden.
[0015] Vorzugsweise weist die Schneidstation Schneidmittel auf, die beispielsweise ein Messer
und eine Schneidleiste umfassen, die über eine Achse miteinander verbunden sind, und
zwar derart, dass bei einem Verschwenken von Messer und Schneidleiste gegeneinander
das Messer gegen die Schneidleiste in der Art eines Messerschnittes arbeitet. Aber
ebenso gut können die Schneidmittel auch eine derartige Verbindung von einem Messer
und einem Gegenmesser über eine Schwenkachse umfassen. Messer und ein Gegenmesser
arbeiten dann beim Verschwenken in der Art eines Scherschnittverfahrens gegeneinander.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Schneidstation Schneidmittel auf,
die den Produktestrom penetrieren. Am einfachsten werden zum Penetrieren des Produktestroms
Schneidmittel vorgesehen, die auf einem endlosen Umlauf von einer Ruhestellung auf
einer ersten Bewegungsbahn in eine Arbeitsposition auf einer zweiten Bewegungsbahn
bewegbar sind, wobei sie durch diese Bewegung zwischen die flächigen flexiblen Produkte
eingebracht werden. Sehr einfach ist diese Ausführungsform des Verfahrens bzw. der
Vorrichtung zu verwirklichen, wenn die Schneidmittel hydraulisch, pneumatisch oder
mechanisch von der ersten Bewegungsbahn auf die zweite Bewegungsbahn bewegbar sind
und die Steuerung hierfür elektronisch oder mit Hilfe von Kulissen erfolgt.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die penetrierenden Schneidmittel
für das Beschneiden im Scherschnittverfahren gegeneinander arbeitende, kreisscheibenförmige
Messer auf oder ein kreisscheibenförmiges Messer, das gegen eine Schneidleiste arbeitet.
Die kreisscheibenförmigen Messer bzw. das kreisscheibenförmige Messer und die Schneidleiste
sind in Führungselementen derart bewegbar gelagert, dass sie das Druckprodukt beschneiden
während die Schneidmittel in den Produktestrom penetrierend eingebracht oder aus diesem
wieder entfernt werden. In besonders bevorzugter Weise ist dies dann möglich, wenn
die kreisscheibenförmigen Messer bzw. das kreisscheibenförmige Messer und die Schneidleiste
derart bewegbar gelagert sind, dass sie eine die Penetrationsbewegung überlagernde,
analoge Bewegung ausführen und dabei die Seitenränder der Produkte beschneiden können.
Die schneidende Bewegung der kreisscheibenförmigen Messer erfolgt vorzugsweise von
der nicht zu beschneidenden Kante des Produktes in Richtung des dem Greifer gegenüberliegenden
freien Randes, bei einem gefalteten Druckprodukt also vom Falz in Richtung der sog.
Blume. Besonders vorteilhaft ist es den beiden kreisscheibenförmigen Messern bzw.
dem einen kreisscheibenförmigen Messer und allenfalls auch der Schneidleiste jeweils
eine während des Schneidens vorlaufende Anpressrolle zuzuordnen. So werden die Produkte
in dem dem Schnitt vorlaufenden Bereich, durch die Anpressrollen eingeklemmt und gestraft,
was einen besonders sauberen Schnitt ermöglicht.
[0018] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung für den Schneidvorgang
in einer oder mehreren der Schneideinheiten eine Impulsschnittvorrichtung auf. Durch
das Impulsschnittverfahren, das sich mit dieser Vorrichtung durchführen lässt, erübrigt
sich das in Anlage bringen eines Messers oder Gegenmessers mit dem zu beschneidenden
flächigen, flexiblen Produkt. Dies deswegen, weil nicht eigentlich gegen ein Messer
bzw. Gegenmesser gearbeitet wird, sondern es kommen (vergleichsweise) schwere Messer
und Gegenmesser zum Einsatz, die aufgrund ihrer Masse und Geschwindigkeit einen entsprechende
Impuls mitbringen. Aufgrund der Geschwindigkeit mit der diese Messer relativ zueinander
bewegt werden, wird ein zwischen die Messer eingebrachtes, zu schneidendes Produkt
durch den eingebrachten Impuls entlang der zu beschneidenden Kante abgeschlagen.
[0019] Für den Beschnitt der Seitenränder eines auf einer annähernden Kreisbahn durch eine
mit einer Impulsschnittvorrichtung versehenen Schneideinheit geförderten Produkts
ist es besonders vorteilhaft, wenn die Impulsschnittvorrichtungen mit einem Käfig
versehen ist, der um eine Rotationsachse rotiert und in Form eines Kegelstumpfes ausgebildet
ist. Innerhalb des rotierenden Käfigs sind, gegenläufig oder entsprechend schneller
oder langsamer in gleicher Richtung, umlaufende Messer auf einer entsprechend etwas
kleineren Kegelmantelfläche vorgesehen. Der Käfig weist Öffnungen auf, deren Kanten
zum Beschneiden der Produkte mit den umlaufenden Messern zusammenwirken. Der Neigungswinkel
des Kegelmantels gegenüber der Rotationsachse wird vorzugsweise so gewählt, dass der
Geschwindigkeitsunterschied vom radial äusseren Rand zum radial inneren Rand des auf
der annähernden Kreisbahn durch die Schneideinheit geförderten Produkts ausgeglichen
wird. Für den Beschnitt des dem Greifer gegenüberliegenden Randes kann die Impulsschnittvorrichtungen
dagegen relativ einfach aufgebaut sein und der Käfig kann die Form eines Zylindermantels
haben, wobei die innerhalb des Zylindermantels rotierenden Messer entsprechend auf
einem Zylindermantel mit einem etwas kleineren Radius angeordnet sind. Statt des Käfigs
mit den Kanten, sind auch Gegenmesser oder andere hauende bzw. schneidende Mittel
denkbar, die auf einer entsprechenden Mantelfläche umlaufen.
[0020] Sind die Greifer in der Fördereinrichtung um 90° schwenkbar und/oder in ihrer Distanz
zueinander variabel förderbar, so erhöht dies die Flexibilität der erfindungsgemässen
Vorrichtung. Sie kann dann noch weitere anders ausgestaltete Schneideinrichtungen
aufweisen und durch das mögliche Bremsen und Beschleunigen der Greifer auf der Förderstrecke
einfacher mit langsameren oder schnelleren Arbeitsstationen kombiniert werden.
[0021] Weitere erfindungsgemässe Ausgestaltungen der erfindungsgemässen Vorrichtung bzw.
des erfindungsgemässen Verfahrens sind in weiteren abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0022] Im Folgenden wird anhand der in den Figuren dargestellten Beispiele die Erfindung
näher beschrieben. Dabei zeigen rein schematisch:
- Fig. 1 bis 3
- prinzipielle Möglichkeiten der erfindungsgemässen Vorrichtung und des erfindungsgemässen
Verfahrens;
- Fig. 4 bis 7
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäss Vorrichtung;
- Fig. 8
- eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung mit einer Variante;
- Fig.9, 10
- in vergrösserter Darstellung die Schneidmittel der beiden Varianten der erfindungsgemässen
Vorrichtung aus Fig.8
- Fig. 11 a
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 11 b, 12
- noch eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
- Fig. 13
- das Prinzip einer ersten Schneideinheit zum Beschneiden des freien, dem Greifer gegenüberliegenden
Randes
- Fig. 14 bis 16
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 17, 18
- noch eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 19 bis 21
- weitere Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 22
- in perspektivischer Darstellung noch eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung;
und
- Fig. 23
- in Draufsicht ein Schneidmittel der Ausführungsform aus Fig. 22
[0023] Gleiche Gegenstände sind in den Figuren prinzipiell mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0024] Die Figuren 1 bis 3 zeigen schematisch das Prinzip der vorliegenden Erfindung: In
einer erfindungsgemässen Vorrichtung 9 mit einer Fördervorrichtung 10 mit Greifern
12 werden Produkte 14 an einer nicht zu beschneidenden Kante 16 - in diesem Beispiel
Druckprodukte 14 an ihrem jeweiligen Falz 16 - gefasst und zum Beschneiden an einer
Schneidestation 20 vorbei in Förderrichtung F transportiert. Die Druckprodukte 14
hängen dabei zumindest bereichsweise auf der Förderstrecke der Schwerkraft folgend
in den Greifern 12 und erstrecken sich dabei in der Regel in ihrer Längsausrichtung
quer zur Förderrichtung F. Unter Produkt 14 ist in diesem Zusammenhang sowohl ein
einzelnes flexibles, flächiges Produkt zu verstehen, das aber zB. auch ein oder mehrmals
gefaltet sein kann, es können aber auch, wie dies z.B. für Druckprodukte häufig vorkommt,
Umschlagbögen mit darin gesammelten bzw. eingesteckten weiteren Druckprodukten sein.
Des Weiteren fallen auch zwei oder mehr solcher einzelner gefalteter oder ungefalteter
Produkte, die nebeneinander in einem Greifer 12 angeordnet sind, unter den hier als
Sammel- oder Oberbegriff gebrauchten Begriff Produkt 14. Auch zwei oder mehr nebeneinander
in einem Greifer angeordnete Umschläge mit gesammelten bzw. eingesteckten Produkten,
wie sie in Fig. 1 ganz rechts gezeigt sind, fallen unter den Begriff Produkt 14.
[0025] Damit die Seitenränder 25 und der dem Greifer 12 gegenüberliegende freie Rand 26
möglichst genau beschnitten werden können, sind in diesem Beispiel die Produkte 14
bereits vor Erreichen der Schneidestation 20 in bekannter Weise ausgerichtet worden
(nicht dargestellt). Hierzu sind die Produkte 14 beispielsweise bereits beim Ergreifen
durch die Greifer 12 der Fördervorrichtung 10 ausgerichtet worden, wie dies beispielsweise
in EP 1411011 beschrieben ist, oder sie werden in einer Richtstation ausgerichtet,
wie dies in EP 0518064 offenbart ist. Ebenfalls denkbar ist es, für die Positionierung
der Produkte 14 zur Erlangung einen möglichst präzisen Schnitts die Greifer 12 der
Fördervorrichtung 10 verschiebbar auszubilden, wie dies in WO 01/81217 gezeigt ist.
[0026] Bei den hier dargestellten Druckprodukten 14 werden die Seitenränder 25 auch häufig
als Kopf bzw. Fuss, der freie Rand 26 als Blume bzw. als Front, und die nicht zu beschneidende
Kante 16, in deren Bereich der Greifer 12 das Produkt 14 greift, als Falz bezeichnet.
[0027] Die Produkte 14 werden an der nicht zu beschneidenden Kante 16 (am Falz) erfasst
gefördert. Das bedeutet, dass sie zum Fördern von der Seite der nicht zu beschneidenden
Kante 16 (falzseitig) bzw. an der nicht zu beschneidenden Kante 16 selber (am Falz
selber) oder auch nur im Bereich der nicht zu beschneidenden Kante 16 (im Bereich
des Falzes) von einem oder mehreren Greifern 12 (hier jeweils nur ein Greifer 12 dargestellt)
gehalten werden. Die auf diese Weise in einem frei gehaltenen Zustand geförderten
Produkte 14, werden erfindungsgemäss frei gehalten beschnitten, das heisst sie werden
beschnitten, ohne zum Beschneiden durch separate Elemente für den Angriff von Schneidmitteln
28 bereit gehalten zu werden. Unter frei gehalten bzw. in frei gehaltenem Zustand
geförderten Produkten 14 sind Produkte 14 zu verstehen, die der Schwerkraft folgend
frei hängend gefördert werden, wenn sich die nicht zu beschneidende, vom Greifer 12
gefasste Kante 16 oben befindet.
[0028] Wie in den Fig. 2 und 3 gezeigt, ist es denkbar, die Ränder 25, 26 der im Greifer
12 frei gehaltenen Produkte 14 in unterschiedlicher zeitlicher Reihenfolge zu beschneiden.
So ist es beispielsweise möglich, mit einer geeigneten Vorrichtung alle Ränder 25,
26 gleichzeitig zu beschneiden, wie in Fig. 2 dargestellt. Oder aber es werden, wie
in Fig. 3 gezeigt, erst der dem Greifer 12 gegenüber liegende freie Rand 26 und dann
die beiden Seitenränder 25 beschnitten, wobei die Seitenränder 25 gleichzeitig beschnitten
werden können, wie in Fig. 3 dargestellt oder aber auch sequentiell hintereinander
(nicht dargestellt). Es versteht sich, dass die Reihenfolge des Beschnitts auch vertauscht
werden kann. So können die Seitenränder 25 gleichzeitig oder sequentiell vor dem freien
Rand 26 beschnitten werden, oder der Beschnitt des Randes 26 kann zwischen dem Beschnitt
der Seitenränder 25 erfolgen.
[0029] Im Nachfolgenden werden konkrete Verfahren und Vorrichtungen vorgestellt mit denen
sich diese Prinzipien des erfindungsgemässen Transportierens und Beschneidens verwirklichen
lassen.
[0030] In der in den Fig. 4 bis 7 dargestellten erfindungsgemässen Vorrichtung 9 werden
Produkte 14 - wiederum beispielhaft Druckprodukte 14, die an ihrem Falz 16 von Greifern
12 erfasst sind - in einer Fördervorrichtung 10 entlang einer Förderstrecke in Richtung
F gefördert. Die erfindungsgemässe Vorrichtung 9 umfasst hier eine in der Förderstrecke
angeordnete Schneidstation 20, um welche die Produkte 14 in den Greifern 12 frei gehalten
auf dem Segment einer etwa kreisförmigen Bahn herumgeführt werden. Um die Seitenränder
25 der Produkte 14 sauber beschneiden zu können, weist die Schneidestation 20 Schneidmittel
28 auf, die in diesem Beispiel auf beiden Seiten der Förderstrecke ein ortsfestes
Messer 58 und um eine Drehachse 30 herum angeordnete Gegenmesser 58' umfassen. Die
Drehachse 30 liegt etwa konzentrisch zu der Achse, um welche die Produkte 14 in den
Greifern 12 herumgeführt werden und erstreckt sich etwa senkrecht zur Förderrichtung
F und etwa parallel zu den in den Greifern 24 ausgerichteten Produkten 14. Die Gegenmesser
58' sind radial nach aussen von der Drehachse 30 wegstrebend, in regelmässigen Abständen
zueinander um die Drehachse 30 herum angeordnet und mit einer Welle 31, die um die
Drehachse 30 rotiert, rotationsfest verbunden. Je zwei Gegenmesser 58' sind beabstandet
und parallel zueinander auf der Welle 31 angeordnet, wobei der Abstand der Gegenmesser
58' zueinander variabel einstellbar ist, damit er an das Format des zu beschneidenden
Produktes 14 angepasst werden kann. Ebenso ist die Position der beiden ortsfesten
Messer 58 so veränderbar, dass die Messer 58 angepasst an das Format der zu beschneidenden
Produkte 14 mit den jeweiligen Gegenmessern 58' in schneidende Wechselwirkung gelangen
und die Seitenränder 25 der Produkte 14 beschneiden. Die Gegenmesser 58' werden für
das Beschneiden vor dem Zusammenwirken mit dem Messer 58 mit den in den Greifern 12
geförderten Produkten 14 in Anlage gebracht. Das Beschneiden der Seitenränder 25 (Kopf-/Fussbeschnitt)
ist in Fig. 4 im Bereich S1 angedeutet und in Frontsicht auf das Produkt 14 in Fig.
6 dargestellt.
[0031] Um die Gegenmesser 58' zwischen die von den Greifern 12 an den nicht zu beschneidenden
Kanten 16 erfassten Produkte 14 zu bringen, sind diese aus einer Ruhestellung B auf
einer ersten Bewegungsbahn x im Achsennahenbereich etwa radial nach aussen in eine
achsferne Arbeitsposition A auf einer zweiten Bewegungsbahn y bewegbar. Diese Bewegung
kann durch eine entsprechende Bewegungseinheit 18, zB. über eine entsprechende Hydraulik,
Pneumatik oder Mechanik, gewährleistet werden (vgl. auch Fig. 5 bis 8). Durch diese
in diesem Beispiel die Rotationsbewegung der Gegenmesser 58' überlagernde Bewegung
radial nach aussen, können die Gegenmesser 58' den Produktestrom penetrieren, d.h.
sie können zwischen die in den Greifern 12 frei gehaltenen Produkte 14 eindringen.
Die Rotationsgeschwindigkeit um die Drehachse 30, der Abstand der Gegenmesser 58'
zueinander, die Bewegung von der ersten Bewegungsbahn x auf die zweite Bewegungsbahn
y, sowie der Abstand und die Transportgeschwindigkeit der Greifer 12 der Fördervorrichtung
10 sind entsprechend aufeinander abgestimmt. In dem hier gezeigten Beispiel werden
die Gegenmesser 58' von der Seite der Greifer 12 her zwischen die Produkte 14 eingebracht,
wie dies in den Fig. 4 bis 6 dargestellt ist.
[0032] Stromab des Bereichs S1 ist in einem Bereich S2 ein weiteres Schneidmittel 28' angeordnet,
das dem Beschnitt des dem Greifer 12 gegenüber liegenden, freien Randes 26 des Produkts
14 dient. Dieses Schneidmittel 28' wird innerhalb der Schneidestation 20 auch erste
Schneideinheit 22 zum Beschnitt des freien Randes 26 (Front- bzw. Blumenbeschnitt)
genannt. Das Schneidmittel 28' ist in dem hier gezeigten Beispiel als eine Art Schneidwalze
29 mit integriertem Gegenmesser ausgebildet, wie es beispielhaft auch anhand von Fig.
13 näher beschrieben ist. Das Schneidmittel 28' zum Beschneiden des Randes 26 kann
aber auch in einer passenden anderen Weise ausgestaltet sein.
[0033] In den Fig. 5 bis 7 sind die Verfahrensschritte, die mit dieser erfindungsgemässen
Vorrichtung 9 ablaufen, zur Verdeutlichung in Frontsicht auf das Produkt 14 dargestellt.
Fig. 5 zeigt das an den Rändern 25, 26 zu beschneidende Produkt 14, frei gehalten
und transportiert im Greifer 12, wie es in die in der Förderstrecke angeordnete Schneidstation
20 hineintransportiert wird. Von der Seite des Greifers 12 her werden im Bereich der
Seitenränder 25 Gegenmesser 58' zwischen das gezeigte Produkt 14 und ein nachlaufendes
(hier nicht dargestelltes) Produkt eingeführt. Dabei werden die Gegenmesser 58' von
einer achsnahen Ruhestellung B auf der ersten Bewegungsbahn x (mit gestrichelter Linie
angedeutet), vgl. Fig. 6, in eine achsferne Arbeitsposition A, vergleiche Fig. 7,
auf der zweiten Bewegungsbahn y (ebenfalls mit gestrichelter Linie angedeutet) bewegt
(Pfeil Z). In dem hier gezeigten Beispiel werden die Gegenmesser 58' in Führungseinheiten
32 hydraulisch verschoben, wobei die Führungseinheiten 32 drehfest mit der Welle 31
verbunden sind. In Fig. 6 auf der linken Seite dargestellt, befindet sich ein Gegenmesser
58' in Arbeitsposition A auf der zweiten Bewegungsbahn y und gelangt mit dem ortsfesten
Messer 58 in Schneideingriff, so dass der Seitenrand 25 beschnitten wird. In Fig.
7 ist gezeigt, wie die Gegenmesser 58' aus der Arbeitsposition A auf der zweiten Bewegungsbahn
y in die Ruhestellung B auf der ersten Bewegungsbahn x zurückbewegt werden (Pfeil
Z), und gleichzeitig das Produkt 14 an der Schneidwalze 29 im Bereich S2 vorbeigeführt
wird, wobei der freie Rand 26 des Produktes 14 beschnitten wird.
[0034] Statt dem ortsfesten Messer 58 und den Gegenmessern 58' können die Schneidmittel
28 auch als Messer 58 und Schneidleiste 56 ausgestaltet sein, die über eine Schwenkachse
60 (durch gestrichelte Linie angedeutet) miteinander wirkverbunden sind. Angedeutet
ist dies in Fig. 6 auf der rechten Seite, wo ein Messer 58 über eine Schwenkachse
60 mit einer Schneidleiste 56 verbunden ist. In dem dargestellten Verfahrensschritt
ist das Schneiden des Messers 58 gegen die Schneidleiste 56 gezeigt. Als weitere Ausführungsform
können die Schneidmittel 28, so ausgebildet sein, wie dies in Fig. 9 und in Fig. 8,
auf der rechten Seite der Schneidestation 20 der Vorrichtung 9 gezeigt ist: Die Schneidmittel
28 weisen statt des verschwenkbaren Messers 58 und einer Schneidleiste 56 oder eines
Gegenmesser 58' ein kreisscheibenförmiges Messer 48 auf, das gegen eine Schneidleiste
54 arbeitet. Die Schneidleiste 54 und das kreisscheibenförmige Messer 48 sind in einem
Führungselement 53 bewegbar gelagert. Wie dies aus Fig. 9 erkennbar ist, handelt es
sich in dem hier gezeigten Beispiel bei dem Führungselement 53 um ein U-förmiges Profil,
das in seinen Seitenbereichen Führungsschienen 50 zur Führung von darauf bewegbaren
Führungsschlitten 52 aufweisen. Statt der Führungsschienen 50 und Führungsschlitten
52 sind aber auch andere bekannte Führungsmittel einsetzbar, wie Laufrollen und Nuten
und ähnliches.
[0035] Über die Führungsschlitten 52 sind die Schneidleiste 54 bzw. das kreisscheibenförmigen
Messer 48 derart bewegbar in den Führungselementen 53 gelagert, dass sie in einer
überlagerten, analogen Bewegung zu der Penetrationsbewegung der Führungselemente 53
- aus der Ruhestellung B in die Arbeitsposition A - aus einer achsnahen in eine achsferne
Position bewegbar sind und dabei die Seitenränder 25 der Druckprodukte 14 beschneiden.
Hierfür schneidet das kreisscheibenförmige Messer 48 gegen die Schneidleiste 54. Die
Bewegung des kreisscheibenförmigen Messers 48 entlang der Schneidleiste 54 bzw. der
Führungselemente 53 kann in bekannter Weise kulissengesteuert oder elektronisch gesteuert
erfolgen. Vorzugsweise erfolgt der Schnitt vom Greifer 12 her in Richtung auf den
dem Greifer 12 gegenüberliegenden freien Rand 26 bzw. bei einem gefalteten Druckprodukt
14 vom Falz 16 her in Richtung Blume 26. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
sind zwei dem kreisscheibenförmigen Messer 48 beim Schnitt vorlaufende Anpressrollen
vorgesehen (nicht dargstellt), die das jeweilige Produkt 14 im Bereich vor dem Schnitt
einklemmen und spannen.
[0036] In einer Variante der in der Fig. 8 rechts dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Vorrichtung 9 sind in der Schneidestation 20 Schneidmittel 28 vorgesehen, die statt
einem kreisscheibenförmigen Messer 48 und einer Schneidleiste 54 (vgl. Fig. 9) zwei
im Scherschnittverfahren gegeneinander arbeitende, kreisscheibenförmige Messer 48
umfassen, vgl. Fig. 10 und Fig. 8 linke Seite. Auch die beiden in Fig. 10 dargestellten,
kreisscheibenförmigen Messer 48 sind in Führungselementen 53 bewegbar gelagert, wobei
die Führungselemente 53 analog zu den in Fig. 9 gezeigten ausgebildet sind und das
Bewegungsmuster für die beiden kreisscheibenförmigen Messer 48 ebenfalls analog zu
dem der Schneidleiste 54 und des Messers 48 sein kann. Es sind aber für beide Varianten
gemäss Fig. 9 und 10, vgl. entsprechend Fig. 8 links und Fig. 8 rechts, auch andere
Bewegungsmuster denkbar.
[0037] Auch für die zwei kreisscheibenförmigen Messer 48 verläuft die bevorzugte Schnittrichtung
von der nicht zu beschneidenden Kante 16 bzw. vom Falz in Richtung des freien Randes
26 bzw. der Blume. Wiederum ist es vorteilhaft zwei gegeneinander arbeitende und das
Druckprodukt 14 einklemmende und spannende Anpressrollen 70 vorzusehen, die den kreisscheibenförmigen
Messern 48 beim Schnitt vorauslaufen, wie dies in Fig. 8 auf der linken Seite dargestellt
ist. Nach dem Beschnitt der Seitenränder 25 durch die beiden kreisscheibenförmigen
Messer 48, werden diese wieder auf die erste Bewegungsbahn x in die Ruhestellung B
zurück bewegt. Gleichzeitig werden die Produkte 14 von den Greifern 12 weiter gefördert
und wiederum an einer ersten Schneideinheit 22 bzw. Schneidmitteln 28' zum Beschneiden
des freien Randes 26 vorbei transportiert. Analog kann natürlich mit Schneidmitteln
28, wie sie in Fig. 9 und der Fig. 8 rechte Seite beschrieben sind, der freie Rand
26 beschnitten werden. Auch ist es denkbar die Seitenränder 25 erst zu beschneiden,
wenn die Schneidmittel 28 wieder auf die erste Bewegungsbahn x zurück bewegt werden.
[0038] Statt die Gegenmesser 58' oder die Schneidmittel 28 mit den kreisscheibenförmigen
Messern 48 bzw. Schneidleisten 54, 56 um eine Drehachse 30 anzuordnen ist es auch
denkbar, die Schneidmittel 28 bzw. nur die Gegenmesser 58' in einer Fördereinrichtung
parallel zu den frei in Greifern 12 gehaltenen und transportierten Produkten 14 zu
fördern, wobei die Förderstrecke einen geraden oder beliebig anders ausgestalteten
Verlauf aufweisen kann. Die parallel zu den Produkten geförderten Schneidmittel 28/Gegenmesser
58' werden dann von einer Ruhestellung B auf einer entsprechenden ersten Bewegungsbahn
x in eine Arbeitsposition A auf einer zweiten Bewegungsbahn y bewegt um den Produktestrom
zu penetrieren. Dabei weist die erste Bewegungsbahn x einen entsprechend grösseren
Abstand zur Förderstrecke der Produkte 14 auf als die zweite Bewegungsbahn y.
[0039] Satt den in den Greifern 12 der Fördervorrichtung 10 geförderten Produktestrom mit
den Schneidmitteln 28 zu penetrieren, ist es auch denkbar die Schneidmittel 28 und
die Produkte 14 einkämmend in einem Wirkbereich zusammen zu führen und miteinander
in Wirkverbindung zu bringen, wie dies in Fig. 11a gezeigt ist. Wie in den oben beschriebenen
Ausführungsformen sind auch hier zum Beschneiden der Seitenränder 25 der Produkte
14 Schneidmittel 28 in Form von Messer 58 und Gegenmesser 58' oder Messer 58 und Schneidleiste
56 um eine Drehachse 30' angeordnet. Die Messer 58 und Gegenmesser 58' bzw. Messer
58 und Schneidleisten 56 sind für den eigentlichen Schneidvorgang über eine Achse
60 kulissengesteuert gegeneinander verschwenkbar, wofür mit den Kulissen (nicht dargestellt)
zusammenwirkende Kopplungselemente 62 vorgesehen sind (vgl. Fig. 14 f.). Zum Beschneiden
des freien Randes 26 ist in der erfindungsgemässen Vorrichtung 9 wiederum eine erste
Schneideinheit 22 vorgesehen, wie sie später noch genauer beschrieben wird.
[0040] Das Eindringen der Schneidmittel 28 in den Produktestrom bzw. das Einkämmen der Produkte
14 mit den Schneidmitteln 28 erfolgt mit Hilfe einer entsprechende Steuerung, indem
die jeweiligen Fördergeschwindigkeiten aufeinander und auf die jeweiligen Förderabstände
abgestimmt werden und zusätzlich ein darauf abgestimmtes Öffnen und ein entsprechendes
Verschwenken der Schneidmittel 28 in Bezug auf ihre Drehachse 60 erfolgt. Die Förderstrecken
der Produkte (14) und der Schneidmittel (28) sind für das Einkämmen bzw. Kämmen vorzugsweise
so gewählt, dass die Förderstrecken in einem spitzen Winkel aufeinander zu laufen
und nach einem tangential oder auch parallel verlaufenden Streckenabschnitt wieder
auseinander streben. Im Gegensatz dazu ist z.B. das Abwerfen von Druckprodukten von
einer Anlegestation, d.h. von einer in der Regel erhöhten Position aus (unter Umlenkung
des Bewegungsweges des Druckprodukts), auf oder in eine Trommel nicht als Kämmen bzw.
Einkämmen zu verstehen.
[0041] In Fig. 11 b und 12 ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäss Vorrichtung 9 gezeigt,
in der die Produkte 14 von den Greifern 12 an der nicht zu beschneidenden Kante 16
erfasst gefördert und zunächst in der Schneideinheit 22 an ihrem freien Rand 26 beschnitten
werden. In dem in Fig. 11b gezeigten Beispiel wird hierzu der freie Rand 26 der Produkte
14 dem Wirkbereich der Schneidmitten 28 der Schneideinheit 22 zugeführt. Die Schneidmittel
28 sind in der Schneideinheit 22 in gleichen Abständen zueinander um eine Achse 30
rotierbar angeordnet, und umfassen im Scherschnittverfahren zusammenwirkende Messer-Gegenmesser-Paare
58, 58'. Zum Beschneiden werden die Geschwindigkeit und das Verschwenken der Messer
58 und Gegenmesser 58' so auf die heran geförderten Produkte 14 abgestimmt, das das
Gegenmesser 58' mit dem zu beschneidenden freien Rand 26 in abstützende Berührung
gebracht wird. Das Messer 58 trennt dann den am Gegenmesser 58' berührend abgestützten,
freien Rand 26 im Schneideingriff mit dem Gegenmesser 58' ab.
[0042] In Fig. 13 ist eine Variante 22' dieser Schneideinheit 22 dargestellt, bei der die
Messer 58 und Gegenmesser 58' nicht gemeinsam um eine Achse 30 umlaufen sondern ein
oder mehrere in regelmässigen Abständen zueinander angeordnet Gegenmesser 58' auf
einem Umfang um die Achse 30 rotieren (dargestellt ist hier nur ein Gegenmesser 58').
Dieses Gegenmesser 58' bzw. diese Gegenmesser 58' arbeiten gegen ein ortsfestes Messer
58, wobei das bzw. die rotierenden Gegenmesser 58' radial aussen oder radial innen
(letzteres nicht dargestellt) an dem ortsfesten Messer 58 im Schneideingriff vorbeigeführt
werden. Denkbar ist auch, dass statt des einen ortsfesten Messers 58 mehrere Messer
58 in regelmässigen Abständen zueinander um die Achse 30 vorgesehen sind, die ebenfalls
um die Achse 30 rotieren und an den mit anderer Geschwindigkeit in gleicher Richtung
rotierenden Gegenmessern 58' schneidend vorbeigeführt werden, so dass es keine feste
Zuordnung zwischen bestimmten Messern 58 und Gegenmessern 58' gibt. Ebenfalls ohne
feste Zuordnung zwischen bestimmten Messern 58 und Gegenmessern 58' arbeitet eine
solche Vorrichtung, wenn die um die Achse 30 umlaufenden Messer 58 und Gegenmesser
58' in gegenläufigen Richtungen um die Achse umlaufen.
[0043] In der der ersten Schneideinheit 22 nachgeordneten zweiten Schneideinheit 24 gemäss
Fig. 11 a und 11 b werden nach dem Beschneiden des freien Randes 26 die Seitenränder
25 beschnitten. Hierzu können sie entweder in die um die Achse 30' rotierenden Messer-Gegenmesser-Paare
58, 58' (auch als Messerpaar 28 oder Schneidmittel 28 bezeichnet) eingekämmt werden,
wie dies auch für die Vorrichtung in Fig. 11a beschrieben ist, oder aber sie werden,
wie dies hier in den Fig. 12 und 13 dargestellt ist, zwischen zwei auf der Achse 30'
parallel nebeneinander angeordnete Schneidmittel 28 gefördert (in Fig. 12 gestrichelt
gezeichnete äussere Position der Messerpaare 58/58') und die Schneidmittel 28 werden
dann auf der Achse 30' soweit gegen die Mitte und das dort befindliche Produkt 14
bewegt (in Fig. 12 durchgezogen gezeichnete innere Position der Messerpaare 58/58'),
dass die Seitenränder 25 zwischen Messer 58 und Gegenmesser 58' der beiden Schneidmittel
28 zu liegen kommen und durch Verschwenken von Messer 58 und Gegenmesser 58' gegeneinander
beschnitten werden. Die Schneidmittel 28 sind auch hier in gleichen Abständen zueinander
um eine Achse 30' rotierbar angeordnet und in ausserhalb der Förderstrecke um die
Achse 30' rotierenden Halterungsscheiben 55 gelagert. Die Abstände der Schneidelemente
28 in den beiden Schneideinheiten 22, 24 und die jeweilige Rotationsgeschwindigkeit
sind auf die Transportgeschwindigkeit und die Abstände der Produkte 14 bzw. der Greifer
12 in der Fördervorrichtung 10 abgestimmt, so dass ein Einbringen der Schneidmittel
28 in der zum Schneiden erforderlichen Weise problemlos möglich ist. Analog können
natürlich auch hier wieder Messer 58 und Schneidleisten 56 eingesetzt werden.
[0044] In den Fig. 14 bis 16 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
9 dargestellt, bei der die Schneidmittel 28 zum Beschneiden der Seitenränder 25 in
Form von einem gegen eine Schneidleiste 56 arbeitenden Messer 58 ausgestaltet sind.
Messer 58 und Schneidleiste 56 sind die über eine Achse 60 gegeneinander verschwenkbar.
Anders als in dem Beispiel aus den Fig. 11 b und 12, sind in der hier gezeigten Ausführungsform
die Schneidmittel 28 nicht um eine Achse rotierend gelagert sondern im wesentlichen
parallel zur Förderstrecke der Produkte 14 bzw. Greifer 12 mittels umlaufenden Förderorganen
61 gefördert. Wie dies in Fig. 15 dargestellt ist, werden die Schneidmittel 28 auf
ihrer parallelen Förderstrecke gefördert und gleichzeitig zum Beschneiden der Seitenränder
25 seitlich an die Produkte 14 herangeführt. Das Verschwenken von Messer 58 und Schneidleiste
56 gegeneinander erfolgt in diesem Beispiel kulissengesteuert, wofür die Messer 58
und Schneidleisten 56 mit entsprechenden mit den Kulissen zusammenwirkenden Kopplungselementen
62 ausgestattet sind. Es ist auch denkbar, die Produkte 14 zu den Schneidmitteln hin
zu bewegen (vgl. Fig. 15 und 16).
[0045] Zu dieser Ausführungsform ist in den Fig. 17 und 18 eine Variante abgebildet, in
der parallel und auf beiden Seiten der Förderstrecke der Greifer 12 versetzt und hintereinander
mittels eines Förderorgans 61 umlaufende Schneidmittel 28 gefördert sind. Die hintereinander
versetze Anordnung der Schneidmittel 28 in umlaufenden Fördereinheiten, führt zu einem
sequentiellen Beschnitt der Seitenränder 25 der frei in den Greifern 12 hängend transportierten
Produkte 14. Im Unterschied zur Ausführungsform der Fig. 14 bis 16 werden hier nicht
die Schneidmittel 28 seitlich an die zu beschneidenden Produkte 14 herangeführt, sondern
die Greifer 12 der Fördervorrichtung 10 sind quer zur Förderrichtung F (Pfeil Q) und
in Richtung des hängenden Produktes (Pfeil H) verschiebbar gelagert, so wie dies in
WO 01/81217 beschreiben ist Durch eine Verschiebung der Greifer 12 in Querrichtung
Q zur Förderrichtung F werden die Produkte 14 in den Geifern 12 zunächst zum Beschneiden
des einen Seitenrandes 25 in den Bereich der einen Schneidmittel 28 verschoben (Fig.
17 links unten) und dort beschnitten und anschliessend über ihre in der Mitte gelegene
Förderposition hinaus auf die andere Seite hin bewegt bis dort der andere Seitenrand
25 in Schneideingriff mit den anderen Schneidmitteln 28 gelangt (Fig. 12 rechts oben)
und beschnitten wird. Der dem Greifer 12 gegenüberliegende freie Rand 26 wird beschnitten,
indem die Greifer 12 abgesenkt werden (Fig. 18, Pfeil H) und der Rand 26 mit Schneidmitteln
28 in Eingriff gebracht wird, die unterhalb der frei hängend geförderten Produkte
14 mit Hilfe eines Förderorgans 61 parallel zu den Produkten 14 gefördert werden.
Im Gegensatz zu den Schneidmitteln aus den Fig. 14 bis 16, sind hier die Schneidmittel
28 als Messer 58 und Gegenmesser 58' ausgebildet, die im Scherschnittverfahren gegeneinander
arbeiten.
[0046] In einer weiteren Ausführungsform lassen sich die Greifer 12 um 90° schwenken, so
dass sich die Ausrichtung der Druckprodukte 14 in Bezug auf die Förderrichtung F variieren
lässt. Wie in den Fig. 19 und 20 dargestellt, werden die Greifer 12 der Fördervorrichtung
10 vorzugsweise im Bereich der ersten Schneideinheit 22 mit Schneidmitteln 28 zum
Beschneiden des dem Greifer 12 gegenüberliegenden Randes 26 um 90° geschwenkt. Möglichkeiten
zur Umsetzung des Schwenkens der Greifer 12 sind beispielsweise in EP 854105 gegeben.
Wie in Fig. 19 dargestellt, führt dies zu einer Anordnung der Produkte 14, in welcher
sie einander in Förderrichtung F in einer Art Schuppenformation überlappen. Der Beschnitt
des Randes 26 erfolgt in diesem Beispiel mit zwei kreisscheibenförmigen Messern 48,
die in einer Art Scherschnittverfahren für den Beschnitt zusammenwirken. Statt der
beiden kreisscheibenförmigen Messer 48 kann aber auch ein kreisscheibenförmiges Messer
48 vorgesehen sein, das in den Rand einer als Schneidleiste wirkenden Gegenrolle schneidet,
wie dies in Fig. 19 und 20 mit der hinter dem Produktestrom angedeuteten, dicken Gegenrolle
gezeigt ist.
[0047] Ebenfalls bevorzugt und mit den schwenkbaren Greifern 12 der Fig. 19 kombinierbar
ist eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung 9, bei der die Greifer
12 in Distanz zueinander variabel förderbar sind, so dass ein Beschleunigen und Abbremsen
der Greifer 12 möglich ist. Beide Ausführungsformen und insbesondere auch ihre Kombination
erhöhen die Einsatzflexibilität der erfindungsgemässen Vorrichtung 9, indem z.B. unterschiedliche
Bearbeitungsgeschwindigkeiten von vor- oder nachgeschalteten Arbeitsstationen ausgeglichen
werden können. Des Weiteren ist es durch eine solche Kombination möglich, für einen
Beschnitt des freien Randes 26, wie er in Fig. 19 dargestellt ist, die Überlappung
der Produkte 14 durch das Schwenken der Greifer 12 zu verhindern, indem man die Distanz
zwischen den Greifern 12 erhöht, so dass jedes Produkt 14 einzeln beschnitten werden
kann, wie dies in Fig. 20 dargestellt ist. Sowohl für die in Fig. 19 als auch für
die in Fig. 20 dargestellte Ausführungsform ist es möglich, die durch das Schwenken
in die Produkte 14 eingebrachte, unkontrollierte Bewegung der flächigen flexiblen
Produkte 14 in bekannter Weise durch beidseitig der Förderstrecke angeordnete Bewegungshemmer
64, in diesem Fall parallel mitlaufende Bänder, zu beruhigen.
[0048] In Fig. 21 ist hierzu noch eine Variante gezeigt, in der die Produkte 14 von den
Greifern 12 an der nicht zu beschneidenden Kante 16 gefasst transportiert werden und
durch eine entsprechende Streckenführung der Förderstrecke und mit Hilfe einer Auflage
66, die hier als ein der Streckenführung angepasstes endloses Umlaufband ausgeführt
ist, in eine Schuppenformation gebracht werden. Da die Auflage 66 schmäler ist als
die zu beschneidenden Produkte 14, ist es möglich, die überstehenden Seitenränder
25 der Produkte 14 in der so erhaltenen Schuppenformation in bekannter Weise durch
zwei gegeneinander arbeitende, kreisscheibenförmige Messer 48 zu beschneiden. Neben
den innen liegenden Messern 48 sind (nicht dargestellte) Scheiben angebracht, die
als Gegenstütze zur Auflage 66 dienen.
[0049] In den Fig. 22, 23 ist perspektivisch eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen
Vorrichtung 9 dargestellt. Der prinzipielle Aufbau entspricht demjenigen aus Fig.
11 b wobei in dem hier in den Fig. 22, 23 gezeigten Beispiel eher von einem Einkämmen
gesprochen werden muss. Für den Schneidvorgang in den Schneideinheiten 22, 24 (erstere
nicht dargestellt) sind hier Impulsschnittvorrichtungen 34 vorgesehen.
[0050] Die Impulsschnittvorrichtung 34 ist rotationssymmetrisch aufgebaut und weist einen
in eine erste Rotationsrichtung 36 um die Rotationsachse 37 rotierenden Käfig 38 mit
Öffnungen 40 auf. Die Öffnungen 40 erstrecken sich im Wesentlichen in Längsrichtung
des Käfigs 38 und sind an ihren langen Kanten 42, auf der der Rotationsachse 37 zugewandten
Seite vorzugsweise als Messer ausgebildet oder mit austauschbaren Messern versehen.
In einer zweiten, zur Rotationsrichtung 36 gegenläufigen Drehrichtung 44 sind innerhalb
des Käfigs 38 ebenfalls sich in Längsrichtung des Käfigs 38 erstreckende Messer 46
vorgesehen. Die Rotation von Käfig 38 und Messern 46, ist so auf den Transport der
Druckprodukte 14 abgestimmt, dass der zu beschneidende Rand 25, 26 des Produktes 14
beim Erreichen der Impulsschnittvorrichtung 34 mit einer Öffnung 40 des Käfigs 38
kämmt und dort durch das Gegeneinanderlaufen von Messer 46 und langer Kante 42 der
Käfigöffnung 40 aufgrund des auf den Rand 25, 26 einwirkenden Impuls' abgehauen wird.
Hierzu sind das Gewicht der umlaufenden Messer 46 und des Käfigs 38 sowie weitere
Parameter, wie die Ausgestaltung der Messerkanten und die Lage der Messer 46 in Bezug
auf die Käfigöffnung 40 etc., auf Parameter des zu beschneidenden Produktes, wie beispielsweise
die Dicke des zu beschneidenden Druckprodukts 14, Papierart, Papierfeuchte und -qualität
etc., abgestimmt, um die nötige Trägheit und die nötigen Schneideigenschaften für
einen Impulsschnitt zu erhalten. Die Lage der Messer 46 zu den langen Kanten 42 der
Öffnungen 40 kann parallel oder leicht schräg sein, so dass ein zwischen Messer 46
und langer Kante 42 zu schneidendes Produkt, entweder auf der gesamten Länge gleichzeitig
durch den Impuls abgeschlagen werden (parallele Lage) oder aber kontinuierlich an
einem Ende der Öffnung 40 beginnend bis zum anderen Ende der Öffnung 40. Die Schräglage
darf hier nicht allzu gross gewählt werden, damit der wirkende Impuls nicht zu klein
wird. Der Verlauf der Fördereinrichtung 10 ist räumlich so ausgerichtet, dass eine
optimale Abstimmung auf die Schneideinheiten 22, 24 erreicht wird.
[0051] Für eine zweite Schneideinheit 24 zum Beschnitt des dem Greifer gegenüberliegenden
freien Randes 26 ist der Käfig 38 in Form eines Zylindermantels ausgebildet (nicht
dargestellt) und die innerhalb des Zylindermantels gegenläufig rotierenden Messer
46 sind entsprechend auf einem Zylindermantel mit einem etwas kleineren Radius angeordnet.
Für den Beschnitt eines Seitenrandes 25 von einem auf einer annähernden Kreisbahn
durch die Schneideinrichtung geförderte Produkt 14 ist der Käfig 38 vorzugsweise in
Form eines Kegelstumpfes ausgebildet, wie dies in den Fig. 23, 24 dargestellt ist.
Die Messer 46 laufen auf einer entsprechend etwas kleineren Kegelmantelfläche um,
als der Käfig 38. Der Neigungswinkel α des Kegelmantels gegenüber der Rotationsachse
37 ist dabei so gewählt, dass der Geschwindigkeitsunterschied vom radial äusseren
Rand zum radial inneren Rand eines auf einer annähernden Kreisbahn an den Schneideinheiten
24 vorbeigeführten Produkts 14 ausgeglichen wird. die Impulsschnittvorrichtung 34
ist dabei so angeordnet, dass die Kegelmantelfläche radial zur Kreisbahnachse der
Förderstrecke der Produkte 14 ausgerichtet ist.
[0052] Zu den hier vorgestellten Ausführungsformen sind weitere Varianten denkbar. So kann
beispielsweise immer der dem Greifer gegenüberliegende Rand beschnitten werden, indem
das erfindungsgemässe Verfahren wiederholt angewandt wird, bis alle gewünschten Seiten
beschnitten sind. Dabei wird das Produkt im Greifer, z.B. durch Umgreifen oder Übergabe
an einen anderen Greifer, in seiner Position im Greifer so verändert, dass die zu
beschneidende Kante dem Greifer gegenüber angeordnet ist. Diese Variante ist mit einem
entsprechenden konstruktiven Aufwand verbunden, kann aber zum Beispiel mit einer Vorrichtung,
wie sie in EP 854105 offenbart ist, verwirklicht werden.
[0053] Anstelle der hier angeführten Ausführungsform der Schneidmittel 28 ist es auch möglich,
die Produkte mit Ultraschall zu beschneiden, wie dies z.B. in CH 690296 beschrieben
ist oder mit einem bewegten Messer, wie es aus DE 19638307 bekannt ist. Auch ein Schneidverfahren,
wie es in EP 0367715 im ersten Anspruch definiert ist, ist anwendbar, um im Greifer
12 transportierte an ihrem Falz gefasste Produkte zu beschneiden.
[0054] Alle Figuren dienen der Illustration. Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist nicht
auf die in den Figuren dargestellten Varianten beschränkt. Der Fachmann weiss, welche
Merkmale der beschriebenen Vorrichtungen und Verfahren er in sinnvoller Weise miteinander
kombinieren kann. Es ist auch klar, dass und wie sich die Vorrichtung 9 und das Verfahren
mit oder ohne zusätzliches Fachwissen variieren lassen, ohne dass der erfinderische
Gedanke verlassen wird.
[0055] Obwohl die oben beschriebenen Schneideinheiten 22, 24 mit ihren Schneidmitteln 28
hier nur im Zusammenwirken mit frei gehalten in Greifern 12 geförderten Produkten
14 beschreiben wurden, so eigenen sich doch die meisten dieser Schneideinrichtungen
- allenfalls in konstruktiv leicht angepasster Form - um auch mit anders ausgestalteten
Fördereinrichtungen, wie Taschen- oder Satteltransporteuren oder Satteltrommeln oder
Zellrädern oder dergleichen, zusammenzuwirken. Dies gilt insbesondere auch für die
in den Fig. 4 bis 10 und 22, 23 dargestellten Schneideinrichtungen.
1. Verfahren zum Transportieren von flächigen flexiblen Produkten, insbesondere von Druckprodukten,
wie Zeitungen, Zeitschriften oder Teilen davon, bei dem das Produkt von einem Greifer
einer Fördervorrichtung gehalten und entlang einer Förderstrecke gefördert wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Produkt (14) durch den Greifer an der nicht zu beschneidenden Kante (16) erfasst
auf der Förderstrecke zumindest bereichsweise frei hängend gefördert wird, und dass
es, während es auf der Förderstrecke auf diese Weise gefördert wird, mit Schneidmitteln
(28) derart in Wirkverbindung gebracht wird, dass wenigstens ein Rand (25, 26) des
Produktes (14) beschnitten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Produkt (14) ein gefaltetes Druckprodukt und die nicht zu beschneidende Kante
(16) der Falz des Druckproduktes ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschnitt mit einem Messer (48, 58) gegen eine Schneidleiste (54, 56), mit einem
Messer (48, 58) gegen ein Gegenmesser (48, 58') im Scherschnittverfahren und/oder
im Impulsschnittverfahren erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zum Beschneiden die in einem Produktestrom geförderten Produkte (14) und zumindest
ein Teil der Schneidmittel (28) in einem Wirkbereich zusammengeführt werden und dass
dieses Zusammenführen dadurch erfolgt, dass zumindest ein Teil der Schneidmittel (28) den Produktestrom penetriert
oder die Produkte (14) und mindestens ein Teil der Schneidmittel (28) miteinander
kämmen, oder zumindest ein Teil der Schneidmittel (28) mit den Produkten (14) durch
seitliches Einführen zusammengeführt werden, oder zumindest ein Teil der Schneidmittel
(28) mit den zu beschneidenden Rändern (25, 26) in abstützende Berührung gebracht
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Penetrieren dadurch erfolgt, dass der penetrierende Teil der Schneidmittel (28) zumindest abschnittsweise
parallel zu den Produkten (14) bewegt wird, wobei für das Penetrieren des Produktestroms
die penetrierenden Schneidmittel (28) von einer Ruhestellung B auf der ersten Bewegungsbahn
(x) in eine Arbeitsposition A auf einer zweiten Bewegungsbahn (y) bewegt werden und
die erste Bewegungsbahn (x) einen genügend grossen Abstand zum Produktestrom aufweist,
dass Schneidmittel (28) und Produkte (14) berührungsfrei aneinander vorbei geführt
werden können und die zweite Bewegungsbahn (y) einen Abstand zum Produktestrom aufweist
der sicher stellt, dass sich die Produkte (14) und die Schneidmittel (28) in einem
relevanten Bereich überlappen, insbesondere in genügender Weise für einen sauberen
Beschnitt eines Randes (25, 26).
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidmittel (28) hydraulisch, pneumatisch oder mechanisch vom einer Bewegungsbahn
(x, y) auf die andere Bewegungsbahn (x, y) und zurück bewegt werden und die Steuerung
hierfür elektronisch oder mit Hilfe von Kulissen erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei kreisscheibenförmige Messer (48) oder ein kreisscheibenförmiges Messer (48)
und eine Schneidleiste (54) schneidend zusammenwirken und als Bestandteile der Schneidmittel
(28) derart mit diesen bewegbar sind, dass sie die Seitenränder der Produkte (14)
beschneiden, wobei die schneidende Bewegung vorzugsweise von der nicht zu beschneidenden
Kante (16) in Richtung des freien Randes (26) eines Produktes (14) erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass den zwei kreisscheibenförmigen Messern (48) oder dem einen kreisscheibenförmigen
Messer (48) und der einen Schneidleiste (54) beim Schnitt vorlaufende Anpressrollen
zugeordnet sind, die während des Schneidens das jeweilige Produkt (14) einklemmen
und straffen.
9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das seitliche Einführen dadurch erfolgt, dass zumindest ein Teil der Schneidmittel (28) und die Seitenränder (25)
der Produkte (14) seitlich einander zugeordnet werden, wobei dies durch eine Bewegung
der Schneidmittel (28) und/oder durch eine Bewegung der Produkte (14) erfolgen kann.
10. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass beim Impulsschnittverfahren ein Messer 46 und eine vorzugsweise mit einem Messer
versehene oder als Messer ausgebildete Kante 40 je genügend Masse aufweisen und mit
genügend grosser Geschwindigkeit relativ zueinander bewegt werden, dass ein sich in
dem Moment, in dem Messer (46) und Kante (40) aneinander vorbeibewegt werden, zwischen
ihnen befindlicher Rand (25, 26) eines Produktes (14) aufgrund des vorhandenen Impulses
abgetrennt wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschnitt der Seitenränder (25) und der Beschnitt des freien Randes (26) zeitlich
nacheinander erfolgen.
12. Vorrichtung zum Transportieren von flächigen flexiblen Produkten, insbesondere von
Druckprodukten wie Zeitungen, Zeitschriften oder Teilen davon, mit einer Fördervorrichtung
mit Greifern, dadurch gekennzeichnet, dass die Produkte (14) durch die Greifer (12) zumindest bereichsweise auf der Förderstrecke
an ihrer nicht zu beschneidenden Kante (16) erfasst, frei gehalten förderbar sind
und dass in der Förderstrecke der Fördervorrichtung (10) eine Schneidestation (20)
angeordnet ist, deren Schneidmittel (28) so ausgebildet sind, dass sie beim Beschneiden
des Produktes (14) das Produkt (14) so halten, dass in Wirkverbindung der Schneidmittel
(28) mit dem Produkt (14) wenigstens ein Rand (25, 26) des Produktes (14) beschneidbar
ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass Schneidmittel (28) auf einem endlosen Umlauf geführt sind und von einer Ruhestellung
(B) auf einer ersten Bewegungsbahn (x) in eine Arbeitsposition (A) auf einer zweiten
Bewegungsbahn (y) zwischen die auf der Förderstrecke (10) geförderten Produkte (14)
bewegbar sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidmittel (28) zwei im Scherschnittverfahren gegeneinander arbeitende, kreisscheibenförmige
Messer (48) aufweisen oder ein kreisscheibenförmiges Messer (48) und eine Schneidleiste
(54, 56) oder Gegenrolle, die im Messerschnittverfahren gegeneinander arbeiten.
15. Vorrichtung nach den Ansprüchen 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, dass die kreisscheibenförmigen Messer (48) oder das eine kreisscheibenförmige Messer (48)
und die Schneidleiste (54, 56), jeweils in einem Führungselement (53) des Schneidmittels
(28) bewegbar gelagert sind, und das insbesondere den kreisscheibenförmigen Messern
(48) bzw. dem einen kreisscheibenförmigen Messer (48) und allenfalls auch der Schneidleiste
(54) oder Gegenrolle eine beim Schnitt vorlaufende Anpressrolle (70) zugeordnet ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidmittel (28) ein Messer (58) und eine Schneidleiste (56) aufweisen, die
über eine Achse (60) gegeneinander derart verschwenkbar verbunden sind, dass zum Schneiden
das Messer (58) gegen die Schneidleiste (56) arbeitet.
17. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidmittel (28) ein Messer (58) und ein Gegenmesser (58') aufweisen, die über
eine Achse (60) gegeneinander verschwenkbar verbunden sind.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zum Beschneiden wenigstens eines Randes (25, 26) eine Impulsschnittvorrichtung (34)
vorgesehen ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass für den Beschnitt der Seitenränder eine Impulsschnittvorrichtungen (34) vorgesehen
ist, die eine erste um eine zentrale Rotationsachse (37) rotierenden Einheit (38)
mit Kanten (42) aufweist, die vorzugsweise mit Messern versehen oder selbst als Messer
ausgebildet sind, und eine zweite konzentrisch um die zentrale Rotationsachse (37),
vorzugsweise in gegenläufiger Richtung zur ersten Einheit (38) rotierende, zweite
Einheit mit Messern (46), wobei die Messer (46) und die Kanten (42) eine Masse haben,
so ausgebildet sind und durch die Rotation in schneidende Wechselwirkung so aneinander
vorbei bewegbar sind, dass ein im Moment des Vorbeiführens zwischen Messer (46) und
Kante (42) befindliches Produkt (14) aufgrund des auf die Kante (40) einwirkenden
Impulses durchtrennt wird.
20. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die erste rotierende Einheit (38) ein Käfig ist, der vorzugsweise in Form eines Zylindermantels
ausgebildet ist, und der Öffnungen (40) mit Kanten (42) aufweist, die mit innerhalb
des Zylindermantels gegenläufig rotierenden Messer (46) zusammenwirken.
21. Vorrichtung nach Anspruch 19 dadurch gekennzeichnet, dass die erste rotierende Einheit (38) ein Käfig ist, der vorzugsweise in Form eines Kegelstumpfes
ausgebildet ist, wobei der Neigungswinkel (a) des Kegelmantels gegenüber der Rotationsachse
(37) so gewählt ist, dass der Geschwindigkeitsunterschied von einem auf einer annähernden
Kreisbahn durch die Schneideinheiten (22) geführten Produkts (14) am radial äusseren
Rand zum radial inneren Rand ausgeglichen wird.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifer in der Fördereinrichtung schwenkbar und/oder quer dazu verschiebbar und/oder
in ihrer Distanz zueinander variabel förderbar sind.