[0001] Fig. 1 zeigt ein Beispiel einer Venturi-Mischdüse gemäß dem Stand der Technik. Unter
anderem werden derartige Venturi-Mischdüsen eingesetzt, um ein Gemisch aus einem ersten,
strömenden Fluid und einem zweiten Fluid zu erzeugen. Bei zahlreichen Anwendungen
wie zum Beispiel der Heiztechnik soll das Verhältnis der Fluide auch bei einer Änderung
der Fluidmenge bzw. der Strömungsgeschwindigkeit konstant bleiben. Zu diesem Zweck
ist die von einem ersten Fluid durchströmte Venturi-Mischdüse mit einer ersten Drucköffnung
bei einem Fluideinlassabschnitt 2 und einer zweiten Drucköffnung an einer engsten
Stelle D der Venturi-Mischdüse versehen, wobei bei diesen Drucköffnungen jeweils Unterdrücke
P1, P2 entstehen. Die Drucköffnungen sind mit einer als Ventil ausgeführten Zufuhrvorrichtung
für ein zweites Fluid in Verbindung. Ausgehend von dem Differenzdruck P2 - P1 dieser
Unterdrücke P1, P2 ist es möglich, die Menge des ersten, strömenden Fluids zu bestimmen
und die erforderliche Menge des zweiten Fluids zuzuführen, welches mit dem ersten
Fluid zu mischen ist.
[0002] Im Idealfall sind Venturi-Mischdüsen derart ausgelegt, dass der Druck P1 bei der
ersten Drucköffnung annähernd Null beträgt. Allerdings kann es bei großen Venturi-Mischdüsen
unter bestimmten Betriebsbedingungen vorkommen, dass der Druck P1 bei der ersten Drucköffnung
sinkt, also zu einem Unterdruck P1 wird, wodurch die Steuerung der Zufuhr des zweiten
Fluids beeinträchtigt wird, da durch den kleineren Differenzdruck P2 - P1 die Kapazität
und der Modulationsbereich des Ventils reduziert werden. Der Unterdruck P1 bei der
ersten Drucköffnung kann bis zu 30% des Unterdrucks P2 bei der zweiten Drucköffnung
betragen.
[0003] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Venturi-Mischdüse zu schaffen, in der ein
Differenzdruck zumindest dem Wert des Unterdrucks an der engsten Stelle der Venturi-Mischdüse
entspricht.
[0004] Die Aufgabe wird durch eine Venturi-Mischdüse gemäß Anspruch 1 bzw. durch ein Verfahren
gemäß Anspruch 10 gelöst.
[0005] Gemäß der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Staudrucks in einem
Fluideinlassabschnitt einer Venturi-Mischdüse vorgesehen. Vorteilhaft ist die Vorrichtung
zur Erzeugung eines Staudrucks in Form von mindestens einem Querrohr in einem Fluideinlassabschnitt
einer Venturi-Mischdüse ausgeführt. Das Querrohr weist eine Öffnung in einem Strömungsbereich
eines von dem Fluideinlassabschnitt in Richtung eines Fluidauslassabschnitts durch
die Venturi-Mischdüse strömenden ersten Fluids auf. Außerdem ist das erfindungsgemäße
Querrohr mit einer ersten Drucköffnung in einem Gehäuse der Venturi-Mischdüse in Verbindung.
An der engsten Stelle der Venturi-Mischdüse befindet sich eine zweite Drucköffnung,
durch die ein mit dem ersten Fluid zu mischendes zweites Fluid in die Venturi-Mischdüse
eingebracht wird.
[0006] Beide Drucköffnungen sind mit einer Zufuhreinrichtung für das zweite Fluid derart
verbunden, wobei die Zufuhrmenge des zweiten Fluids durch einen Differenzdruck gesteuert
wird. Bevorzugt ist die Zufuhreinrichtung für das zweite Fluid als Ventil ausgeführt.
[0007] Ein Anteil des durch die Venturi-Mischdüse strömenden ersten Fluids wird durch die
Öffnung derart in das Querrohr geleitet, dass in dem Querrohr ein Staudruck entsteht.
Der Staudruck in dem Querrohr wird verwendet, um einen an der Position der ersten
Drucköffnung entstehenden Unterdruck auszugleichen. Dadurch wird der Differenzdruck
auf dem größtmöglichen Wert gehalten, wodurch die volle Kapazität und der gesamte
Modulationsbereich des Ventils nutzbar sind.
[0008] Die Öffnung liegt derart zu der Strömung des ersten Fluids, dass ein Anteil des ersten
Fluids in das Querrohr geleitet wird. Vorteilhaft ist die Öffnung daher direkt gegen
die Strömungsrichtung des ersten Fluids gerichtet.
[0009] Ein Innendurchmesser des Querrohrs entspricht bevorzugt dem 0,02-fachen bis 0,3-fachen
des Durchmessers an einer engsten Stelle des Fluideinlassabschnitts, also dem geringsten
Durchmesser der Venturi-Mischdüse, während ein Abstand des Querrohrs von der engsten
Stelle dem 0-fachen bis 3-fachen des geringsten Durchmessers entspricht.
[0010] Durch das Variieren von Innendurchmesser und Abstand des Querrohrs ist der Druck
bei der ersten Drucköffnung derart einstellbar, dass der Differenzdruck größer wird
als der Wert des Unterdrucks bei der zweiten Drucköffnung. Wird das Querrohr an der
Stelle des geringsten Durchmessers angeordnet, ist es sogar möglich, die Druckdifferenz
zu verdoppeln und den Modulationsbereich von 1:6 auf 1:8,5 zu erhöhen. Dadurch kann
die Menge des zweiten Fluids verglichen mit einer Venturi-Mischdüse ohne Querrohr
um bis zu 41% erhöht werden.
[0011] Gemäß einem Gesichtspunkt der Erfindung ist die Öffnung in einem mittleren Abschnitt
des Querrohrs vorgesehen.
[0012] Gemäß einem zweiten Gesichtspunkt weist das Querrohr ein freies Ende auf, wobei die
Öffnung in dem freien Ende des Querrohrs ausgebildet ist. Insbesondere weist das freie
Ende einen gekrümmten Abschnitt auf, wobei die Öffnung gegen die Strömungsrichtung
des ersten Fluids gerichtet ist. Außerdem befindet sich das freie Ende des Querrohrs
im Wesentlichen auf der Mittelachse der Venturi-Mischdüse.
[0013] Zum besseren Verständnis der Erfindung dient die folgende Beschreibung bevorzugter
Ausführungsbeispiele. Es zeigt:
Fig. 1 eine aus dem Stand der Technik bekannte Venturi-Mischdüse;
Fig. 2 eine Venturi-Mischdüse mit einem Querrohr gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;
und
Fig. 3 eine Venturi-Mischdüse mit einem Querrohr gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel.
[0014] Fig. 2 zeigt eine Venturi-Mischdüse gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel. Diese
Venturi-Mischdüse besteht im Wesentlichen aus einem Fluideinlassteil 2 mit einem abnehmenden
Innendurchmesser, das von einer Endseite ausgehend in einem Gehäuse 1 aufgenommen
ist. Ein erstes Fluid tritt bei der selben Endseite in die Venturi-Mischdüse ein und
durchströmt diese.
[0015] Das Gehäuse 1 weist einen Aufnahmeraum zur Aufnahme des als Fluideinlassabschnitt
dienenden Fluideinlassteils 2 auf, wobei sich ein Innendurchmesser des Gehäuses 1
anschließend an den Aufnahmeraum in der Strömungsrichtung des ersten Fluids erweitert.
Dieser Bereich des Gehäuses 1 ist als Fluidauslassabschnitt definiert.
[0016] Der Innendurchmesser des Fluideinlassteils 2 verringert sich in Strömungsrichtung
des ersten Fluids, um in dem Endbereich des Aufnahmeraums den geringsten Durchmesser
D aufzuweisen. Dabei ist der geringste Durchmesser D des Fluideinlassteils kleiner
als der geringste Durchmesser des Fluidauslassabschnitts. Zwischen dem Fluideinlassteil
2 und dem Fluidauslassabschnitt befindet sich ein Zwischenraum, wobei der Zwischenraum
durch eine zweite Drucköffnung in dem Gehäuse mit einem außerhalb der Venturi-Mischdüse
vorgesehenen und nicht in den Figuren gezeigten Ventil als Zufuhreinrichtung für ein
zweites Fluid in Verbindung ist.
[0017] Eine erste Drucköffnung P1 ist in der Strömungsrichtung des ersten Fluids vor der
zweiten Drucköffnung P2 in der Wand des Gehäuses 2 vorgesehen und ebenfalls mit dem
Ventil zum Zuführen des zweiten Fluids in Verbindung. Im Bereich der Drucköffnung
P1 ist ein von der Wand des Gehäuses zu dem gegenüberliegenden Wandbereich geführtes
Querrohr 3 derart vorgesehen, dass eine Verbindung von der Drucköffnung P1 zu dem
Inneren des Fluideinlassteils 2 nur durch das Querrohr 3 möglich ist. Das Querrohr
3 liegt dabei in einer Symmetrieebene der Venturi-Mischdüse, wie in den Figuren dargestellt
ist.
[0018] In einem mittleren Abschnitt des Querrohrs 3 ist eine gegen die Strömungsrichtung
des ersten Fluids gerichtete Öffnung Oe vorgesehen. Der Mittelpunkt der Öffnung Oe
befindet sich auf der Symmetrieachse der Venturi-Mischdüse.
[0019] Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung. Da die Venturi-Mischdüse
gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel mit Ausnahme des Querrohrs 4 gleich aufgebaut
ist wie die Venturi-Mischdüse gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel, sind die gleichen
Bezugszeichen für identische Bauteile verwendet, und eine Beschreibung der gleichen
Bauteile wird nicht wiederholt.
[0020] Das Querrohr 4 ist ebenfalls im Bereich der ersten Drucköffnung P1 derart vorgesehen,
dass eine Verbindung von der ersten Drücköffnung P1 zu dem Inneren des Fluideinlassteils
2 nur durch das Querrohr 4 möglich ist.
[0021] Im Gegensatz zum Querrohr 3 des ersten Ausführungsbeispiels weist das Querrohr 4
jedoch ein freies Ende auf, welches gleichzeitig die Öffnung Oe bildet. Die Öffnung
Oe entspricht also einer Kreisfläche, deren Durchmesser dem Innendurchmesser des Querrohrs
4 entspricht. Außerdem weist das Querrohr 4 im Bereich des freien Endes einen entgegen
der Strömungsrichtung um 90° gekrümmten Abschnitt auf, sodass die Ebene der die Öffnung
Oe bildenden Kreisfläche senkrecht auf die Symmetrieachse der Venturi-Mischdüse steht,
wobei der Mittelpunkt der Kreisfläche auf der Symmetrieachse der Venturi-Mischdüse
liegt.
[0022] Beim Durchströmen des ersten Fluids entsteht an der Position des Querrohrs ein von
der Strömungsgeschwindigkeit des ersten Fluids abhängiger Unterdruck. Dieser Unterdruck
wird durch den bei der Öffnung Oe im Rohr entstehenden Staudruck derart ausgeglichen,
dass der gesamte Druck bei der Drucköffnung P1 im Wesentlichen Null entspricht. Dadurch
entspricht die Druckdifferenz zwischen der zweiten Drucköffnung P2 und der ersten
Drucköffnung P1 im Wesentlichen dem zweiten Unterdruck P2. Dies ermöglicht das Ausnutzen
der vollständigen Kapazität und des gesamten Modulationsbereichs eines durch den Differenzdruck
gesteuerten Ventils, das als Zufuhrvorrichtung für das zweite Fluid dient.
1. Venturi-Mischdüse mit einem Gehäuse (1), einem Fluideinlassabschnitt (2), einem Fluidauslassabschnitt,
einem Strömungsbereich für ein erstes Fluid, einer ersten Drucköffnung (P1) in dem
Gehäuse (1), und einer bei der engsten Stelle der Venturi-Mischdüse vorgesehenen zweiten
Drucköffnung (P2) in dem Gehäuse (1), dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Querrohr (3) im Fluideinlassabschnitt (2) der Venturi-Mischdüse vorgesehen
ist, das mit der ersten Drucköffnung (P1) verbunden ist und eine in dem Strömungsbereich
des ersten Fluids liegende Öffnung (Oe) aufweist.
2. Venturi-Mischdüse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (Oe) gegen eine Strömung des ersten Fluids gerichtet ist, das die Venturi-Mischdüse
von dem Fluideinlassabschnitts (2) in Richtung eines Fluidauslassabschnitts durchströmt.
3. Venturi-Mischdüse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Innendruchmesser (s) des Querrohrs (3) dem 0,02-fachen bis 0,3-fachen des Durchmessers
(D) an einer engsten Stelle des Fluideinlassabschnitts (2) entspricht.
4. Venturi-Mischdüse nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (a) des Querrohrs (3) von der engsten Stelle dem 0-fachen bis 3-fachen
Durchmesser (D) der engsten Stelle entspricht.
5. Venturi-Mischdüse nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als ein Querrohr (3) vorgesehen ist.
6. Venturi-Mischdüse nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (Oe) in einem mittleren Abschnitt des Querrohrs vorgesehen ist.
7. Venturi-Mischdüse nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (Oe) in einem freien Ende des Querrohrs (3) ausgebildet ist.
8. Venturi-Mischdüse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das freie Ende einen gekrümmten Abschnitt aufweist.
9. Venturi-Mischdüse nach Anspruch 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das freie Ende des Querrohrs im Wesentlichen auf der Mittelachse der Venturi-Mischdüse
angeordnet ist.
10. Verfahren zum Betrieb einer Venturi-Mischdüse, mit einem Gehäuse (1), einem Fluideinlassabschnitt
(2), einem Fluidauslassabschnitt, einem Strömungsbereich für ein erstes Fluid, einer
ersten Drucköffnung (P1) in dem Gehäuse (1), und einer bei der engsten Stelle der
Venturi-Mischdüse vorgesehenen zweiten Drucköffnung (P2) in dem Gehäuse (1), wobei
das erste Fluid von dem Fluideinlassabschnitt (2) zu dem Fluidauslassabschnitt strömt,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Anteil des ersten Fluids mittels einer in einem mit der ersten Drucköffnung (P1)
verbundenen Querrohr (3) vorgesehenen Öffnung (Oe) in das Querrohr (3) geleitet wird,
um in dem Querrohr (3) einen Staudruck zu erzeugen, der einen durch die Strömungsgeschwindigkeit
des ersten Fluids bei der ersten Drucköffnung (P1) entstehenden Unterdruck zumindest
ausgleicht.