[0001] Die Erfindung betrifft eine Verbundgußplatte für das Stranggießen zur Anordnung im
Bereich der Kokille.
[0002] Eine derartige Verbundgußplatte ist beispielsweise aus der DE 18 09 997 U1 bekannt.
[0003] Die DE 195 04 949 U1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundgußteils
aus mehreren metallischen Werkstoffen mit metallischer Matrix in einer Gießform, bei
dem an einen oder mehreren in den Formhohlraum einzubringenden Körpern deren spätere
Kontaktflächen vor dem Gießvorgang mit einem Überzug versehen werden, eine Schmelze
oder mehrere Schmelzen gleichzeitig angegossen werden.
[0004] Zum Start des Stranggußvorgangs benötigt man in der Kupferkokille einen Anfahrkopf.
Dieser hat eine bestimmte Formgebung, damit ein Kraftschluß mit dem abgekühlten Flüssigstahl
erfolgen kann und das Stranggießen beginnt.
[0005] Der Freiraum zwischen dem Kaltstrang-Anfahrkopf und der Kokille wurde bisher mittels
einer Feuerfestschnur oder mit sonstigen Materialien abgedichtet. Dies ist zum einen
zeitaufwendig und zum anderen besteht hierbei die Gefahr eines Durchbruchs.
[0006] Bei einem Verbundguß - einem Gießstopp mit Verteilerwechsel oder bei Stahl-Qualitätswechsel
- benötigt man ebenso einen Anfahrkopf, der die Verbindung herstellt zwischen dem
zuletzt gegossenen, noch flüssigen Stahl und dem neu anzugießenden Stahl. Das diese
Funktion übemehmende Element wird als Verbundgußplatte bezeichnet. Sie besteht vorzugsweise
aus Stahl.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist cs, Durchbrüche und die dadurch hervorgerufenen Anlagenstillstände
zu vermeiden.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Verbundgußplatte eine
umlaufende Dichtung aufweist.
[0009] Die Dichtung verhindert das Durchlaufen von Stahl zwischen Kokille und Wannstrang.
[0010] Durch die erfindungsgemäße Maßnahme wird es beispielsweise möglich, auf einer Beam-Blank-Stranggießanlage
Verbundguß durchzuführen, was bisher nicht machbar war. Jedoch auch bei anderen Stranggießanlagen,
wie Bramme-, Vorblock- oder Knüppel-Stranggießanlagen kann die erfindungsgemäße Verbundgußplattc
ebenfalls zum Einsatz kammen.
[0011] Durch die Erfindung wird ein kontinuierliches Gießen ohne Gießpause möglich, wodurch
die Anlagenverfügbarkeit und eine höhere Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Auch
wird die Betriebssicherheit gesteigert.
[0012] Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß beidseits der Verbundgußplatte
und im wesentlichen senkrecht zu dieser je mindestens ein, vorzugsweise zwei Rohrstutzen
angeordnet sind.
[0013] Hierbei ist es vorteilhaft, daß die Rohrstutzen jeweils mindestens eine Bohrung aufweisen.
[0014] Durch die Rohrstutzen mit den Bohrungen wird ein Kraftschluß zwischen der Vcrbundgußplatte
und dem jeweils anliegenden flüssigen Metall geschaffen.
[0015] Weiterhin ist es zweckmäßig, daß an der dem Strang zugewandten Seite der Rohrstutzen
eine Spitze vorgesehen ist.
[0016] Verbundgußplatte gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Kokille
zugewandten Seite mindestens eine, vorzugsweise vier Büchsen angeordnet sind.
[0017] Auch diese Büchsen dienen dazu, den Kraftschluß zwischen der Verbundgußplatte und
dem flüssigen Metall zu erhöhen.
[0018] Nachfolgend wird eine beispielhafte Ausgestaltung der Erfindung anhand von Zeichnungen
erläutert.
[0019] Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Verbundgußplatte in Seitenansicht und
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Verbundgußplatte.
[0020] Wie aus den Figuren zu entnehmen ist, besteht die Verbundgußplatte aus einem flächigen
Element 1, das eine umlaufende Dichtung aufweist.
[0021] Beidseits der Verbundgußplatte 1 und im wesentlichen senkrecht zu dieser sind zwei
Rohrstutzen 2 angeordnet, die jeweils mindestens eine Bohrung 3 aufweisen. Der Rohrstutzen
2 an der dem Strang zugewandten Seite A weist eine Spitze 4 auf. Auf der der Kokille
zugewandten Seite B weist die Verbundgußplatte 1 vier Büchsen 5 auf.
[0022] Sowohl die Rohrstutzen 2 mit den Bohrungen 3 als auch die Büchsen 5 dienen der Erhöhung
des Kraftschlusses zwischen der Verbundgußplatte 1 und dem anliegenden flüssigen Metall.
[0023] Der Verbundguß mit einer erfindungsgemäßen Verbundgußplatte 1 zeichnet sich durch
die folgenden Schritte aus:
- Nach Ende einer Sequenz wird der im Feuerfestmaterial verschlissene Verteiler aus
der Gießposition gefahren. Die Warmstränge werden gestoppt, um die Verbundgußplatte
in die Kokille setzen zu können.
- Der Warmstrang wird in der Kokille heruntergefahren. Es wird Kühlschrott eingesetzt.
- Danach wird der neue, vorgchcizte Verteilerwagen über die Kokille gefahren. Er wird
mit Flüssigstahl befüllt und bei ausreichendem Verteilerinhalt die Stränge werden
neu angegossen.
- Nach Erreichen des Gießspiegels in der Kokille werden die Stränge angefahren.
[0024] Durch die Verwendung erfindungsgemäßer Verbundgußplatten, die das Durchlaufen von
Stahl zwischen Kokille und Warmstrang verhindern, könncn Durchbrüche, die Betriebsstillstände
hervorrufen, vermieden werden.
1. Verbundgußplatte für das Stranggießen zur Anordnung im Bereich der Kokille, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbundgußplatte (1) eine umlaufende Dichtung aufweist.
2. Verbundgußplatte gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beidseits der Verbundgußplatte (1) und im wesentlichen senkrecht zu dieser je mindestens
ein, vorzugsweise zwei Rohrstutzen (2) angeordnet sind.
3. Verbundgußplatte gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrstutzen (2) jeweils mindestens eine Bohrung (3) aufweisen.
4. Verbundgußplatte gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der dem Strang zugewandten Seite (A) der Rohrstutzen (2) eine Spitze (4) vorgesehen
ist.
5. Verbundgtißplatte gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Kokille zugewandten Seite (B) mindestens eine, vorzugsweise vier Büchsen
(5) angeordnet sind.