[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer mehrschichtigen
Leichtbauplatte auf Zementbasis aus einer Kernschicht und mindestens einer Deckschicht.
[0002] Ein generelles Problem bei der Verwendung von zementhaltigen Leichtbauplatten unter
feuchten Umgebungsbedingungen ist die hohe kapillare Wasseraufnahme aufgrund der während
des hydraulischen Abbindeprozesses entstehenden Kapillarkanäle und kapillaren Öffnungen
in der Zementsteinmatrix. Diese Wasseraufnahme führt zum Quellen der Platten und zu
Dehnungsrissen des zementhaltigen Materials und damit einhergehend zu Festigkeitsverlusten
und zum Abplatzen bis zur Zerstörung des auf der Leichtbauplatte befestigten Belages,
wie z.B. eines aufgebrachten Fliesenbelages. Außerdem ist die Frostbeständigkeit solcher
zementhaltigen Leichtbauplatten sehr gering.
[0003] Problematisch bei der Produktion zementhaltiger Leichtbauplatten ist außerdem die
Entstehung von Schwindrissen in der Zementsteinmatrix. Diese resultieren daraus, dass
ein Teil des Anmachwassers in die Matrix aufgenommen aber nicht chemisch gebunden
wird. Beim Verdunsten dieses nicht gebundenen Kapillarwassers aus dem bereits erhärteten
Produkt und der daraus resultierenden Spannungen können sich Risse (Schwindrisse)
ergeben, wenn die Schwindspannungen größer als die Zugfestigkeiten der Zementmatrix
sind. Durch diese Schwindrisse kann die kapillare Wasseraufnahme der Zementsteinmatrix
zusätzlich erhöht werden.
[0004] Um eine zementhaltige Leichtbauplatte dennoch in feuchter Umgebung verwenden zu können,
sind mehrere Lösungen bekannt.
[0005] Eine aus der DE 197 04 961 C2 bekannte Leichtbauplatte besteht aus einer Kernschicht
aus einem Leichtbeton, die beiderseits mit einer Deckschicht, in die unterschiedlich
lange, alkaliresistente textile Glasfasern eingebracht sind, belegt ist. In die Kernschicht
sind als Leichtzuschlagstoff geblähte Tonperlen aus gebrannten Blähtongranalien und
als Bewehrung alkaliresistente Fasern, beispielsweise Glas- und/oder Synthetikfasern
eingebracht, wodurch der Verbund zwischen Deck- und Kernschicht verbessert wird. Die
Tonperlen in der Kernschicht verringern aufgrund ihres geschlossenporigen Aufbaus
die Wasseraufnahmefähigkeit der Leichtbauplatte.
[0006] Aus der US 3,284,980 ist eine mehrschichtige Leichtbauplatte zur Verwendung besonders
in feuchter Umgebung und ein Verfahren zu ihrer Herstellung bekannt, die aus einer
Kernschicht aus Beton, vorzugsweise Leichtbeton, bestehend aus hydratisiertem Zement
und Zuschlägen, und zwei auf den beiden Hauptflächen der Kernschicht angeordneten,
im Vergleich zu dieser wesentlich dünneren, Deckschichten ebenfalls auf Zementbasis
mit einem integriertem Armierungsgewebe, beispielsweise mit einem alkaliresistent
beschichteten Glasfasergewebe besteht, das die Wasseraufnahme der Kernschicht verringert.
Als Zuschläge für die relativ leichte und poröse Kernschicht werden beispielsweise
Perlit, Vermiculit, Blähschlacke oder Blähschiefer verwendet, bevorzugt im Verhältnis
2:1 zum Volumen des Zementanteils. Die Deckschicht kann in geringem Maße feine Zusatzstoffe
wie z.B. Sand oder feine Blähschlacke enthalten. Aufgrund ihrer Wetterfestigkeit wird
die Leichtbauplatte gemäß der US 3,284,98 beim Bau von Mauern und Schwimmbädern eingesetzt.
Allerdings ist die Wasseraufnahme einer derartigen Leichtbauplatte mit ca. 10 Gew.-%
immer noch relativ hoch.
[0007] Hergestellt wird die Leichtbauplatte gemäß der US 3,284,980 indem in eine zweckmäßigerweise
mit Polyethylen beschichtete Form eine Gewebelage eingelegt wird und darüber eine
Mischung des Deckschichtmaterials aufgebracht wird, das eine geeignete Konsistenz
aufweist, um das Gewebe zu durchdringen. Darauf wird eine Mischung des Kernmaterials
aufgebracht, deren Oberfläche geglättet und darauf eine weitere Gewebelage und auf
diese eine weitere Schicht aus Zementschlämme und Zusatzstoffen aufgebracht. Um beim
anschließenden Härten die Feuchtigkeit zurückzuhalten, wird auf die letzte Schicht
eine weitere Polyethylenschicht oder dergleichen aufgelegt oder die Platte dampfgehärtet.
Danach wird die gehärtete Platte aus der Form entnommen.
[0008] In der DE 198 04 325 C2 wird eine mehrschichtige Leichtbauplatte auf Zementbasis
und ein Verfahren zu ihrer Herstellung beschrieben, die ebenfalls aus einer Kernschicht
aus hydratisiertem Zement und Leichtzuschlägen und zwei auf den beiden Hauptflächen
der Kernschicht angeordneten, im Vergleich zu dieser wesentlich dünneren, Deckschichten
auf Zementbasis mit integriertem Armierungsgewebe besteht, wobei zumindest die Zementanteile
der Kernschicht durch Zugabe von geeigneten Hydrophobierungsmitteln hydrophobiert
sind, so dass die kapillare Wasseraufnahme der Leichtbauplatte innerhalb von 24 h
unter 1 kg/m
2 liegt. Als Hydrophobierungsmittel haben sich gemäß der DE 198 04 325 C2 Metallstearate,
insbesondere Zink-, Calcium- und/oder Aluminiumstearate, und Oleate, insbesondere
Natriumoleate, als besonders geeignet erwiesen, da diese in chemische Wechselwirkungen
mit dem Zementanteil treten und beispielsweise zur Bildung von Metallseifen führen.
Der Anteil der Hydrophobierungsmittel bezogen auf den zu hydrophobierenden festen
Anteil der Kernschicht beträgt dabei weniger als 1 Gew.-%. Eine besonders wirksame
Verteilung der Hydrophobierungsmittel in der Zementmatrix wird außerdem laut der DE
198 04 325 C2 bei einem relativ geringen Wasseranteil in der Kernschicht erreicht.
Als Zuschläge werden Leichtzuschläge wie Perlit, Vermiculit, insbesondere in geblähter
Form wie Blähschiefer, Schaumglas oder gebrochener Blähton verwendet, die ebenfalls
hydrophobiert werden können, um die Wasseraufnahme der Leichtbauplatte noch weiter
zu verringern. Außerdem kann der Zementanteil der beiden auf den Hauptflächen der
Kernschicht der Leichtbauplatte angeordneten Deckschichten ebenfalls hydrophobiert
sein. Das Armierungsgewebe der Deckschichten ist beispielsweise ein Glasfasergewebe,
das mit einer alkaliresistenten Beschichtung, z.B. aus Kunststoff, versehen ist.
[0009] Bei der Herstellung der Leichtbauplatte wird gemäß der DE 198 04 325 C2 auf eine
erste Deckschicht aus in einem Zementschlamm eingelegtem Glasfasergewebe eine Mischung
des Kernmaterials aufgebracht und dieses mit einer zweiten Deckschicht aus in Zementschlämme
eingelegtem Glasfasergewebe abgedeckt. Anschließend werden die Platten auf ein gewünschtes
Maß geschnitten.
[0010] Des weiteren ist aus einem Prospekt "AESTUVER Die universelle Brandschutzplatte"
der Firma Aestuver vom November 1994 eine mehrschichtige Brandschutzplatte aus Leichtbeton
bekannt, die als Zuschlag Blähglas in Form von Mikro-Glashohlkugeln und Glasfasern
im Matrixaufbau aufweist. Diese Platte soll eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit besitzen.
[0011] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung einer mehrschichtigen Leichtbauplatte, insbesondere
einer Leichtbauplatte gemäß der US 3,284,980 wird in der DE 29 10 432 C2 beschrieben.
Nach diesem Verfahren wird zunächst ein erstes fortlaufendes Gewebe, beispielsweise
ein Glasfasergewebe, durch ein zementhaltiges Mörtelbad durchgeführt und mittels eines
Abstreifblattes oder eines Messgerätes ein dosiertes Ablagern des Mörtels auf dem
Gewebe bewirkt. Danach wird das Gewebe auf mehrere aneinanderstoßende auf einem Förderband
liegende Trägerbleche aufgetragen, wobei der Mörtel mittels einer Zugstange soweit
in die Zwischenräume des Gewebes gedrückt wird, dass noch eine bestimmte Menge auf
der Oberseite des Gewebes bleibt. Anschließend wird das Kernmaterial bestehend aus
einem Leichtbeton aus Zement und leichtem Zuschlagstoff auf das getränkte Gewebe gegeben
und gegebenenfalls mittels eines oder mehrerer hintereinander angeordneter Verteiler
verdichtet und mit dem ersten Gewebe verbunden. Dann wird eine zweite mit Mörtel getränkte
Gewebeschicht analog zu der ersten Gewebeschicht auf die Kernschicht aufgetragen und
angedrückt. Der so gebildete Strang wird in einer Schneideeinrichtung quer zur Förderrichtung
zwischen den aneinanderstoßenden Trägerblechen in einzelne Platten, geschnitten, die
dann zum weiteren Verdichten und Verbinden der Schichten gestapelt und gehärtet werden.
[0012] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung mehrschichtiger Leichtbauplatten auf Zementbasis
mit integrierten Verstärkungsmatten wird in der DE 38 40 377 A1 beschrieben. Gemäß
diesem Verfahren wird auf eine kontinuierlich bewegte Unterlage eine erste Deckschicht
aus einer pastösen Zementmischung, die beispielsweise ein aushärtungs-beschleunigendes
Mittel und/oder Flugasche enthält, und eine Verstärkungsmatte, die kontinuierlich
von einer Rolle abgezogen wird, aufgelegt, wobei die Verstärkungsmatte aufgrund einer
geeigneten Konsistenz der Zementmischung in diese integriert wird. Die entstandene
erste Deckschicht wird beispielsweise mittels Walzen geglättet und kalibriert. Im
Zuge der Weiterbewegung der Unterlage wird auf die erste Deckschicht eine Mittelschicht
aus einer pastösen, erdfeuchten Zementmischung, die mindestens einen Zuschlagstoff
wie z.B. Sand und/oder Flugasche und/oder Perlit und/oder Vermiculit und/oder Styropor
oder dergleichen und gegebenenfalls ebenfalls ein aushärtungsbeschleunigendes Mittel
und einen Verflüssiger enthält, aufgebracht, diese geglättet und kalibriert und darauf
eine weitere Verstärkungsmatte analog zu der ersten Verstärkungsmatte unter Druckanwendung
aufgelegt und wieder geglättet und kalibriert. Anschließend erfolgt die Aufbringung,
Glättung und Kalibrierung einer weiteren pastösen Zementmischung zur Bildung der zweiten
Deckschicht mit der zweiten Verstärkungsmatte. Der erzeugte Plattenstrang durchläuft
zum Vorhärten einen Härtekanal, wird anschließend in Einzelplatten aufgeteilt und
in Stapelform in einem Reifelager gelagert.
[0013] Bei den beschriebenen mehrschichtigen Leichtbauplatten ist zwar die Wasseraufnahme
im Vergleich zu herkömmlichen Leichtbauplatten auf Zementbasis geringer, allerdings
ist die kapillare Wasseraufnahme insbesondere in der Deckschicht immer noch relativ
hoch, so dass das Wasser durch die Deckschicht an die Kernschicht vordringen kann.
[0014] Durch die in der DE 198 04 325 C2 vorgeschlagene Hydrophobierung zumindest des zementhaltigen
Anteils der Kernschicht kann zwar die Wasseraufnahme der Kernschicht deutlich verringert
werden, allerdings ist dieses Verfahren relativ kostenintensiv, da verhältnismäßig
viel Hydrophobierungsmittel benötigt wird.
[0015] Aufgrund des hohen Zementsteinanteils in der Deckschicht können außerdem Schwindrisse
in der Deckschicht auftreten, die zum einen zu einer Erhöhung der Wasseraufnahme führen
und zum anderen die Verbindung des Zementsteins mit dem Armierungsgewebe beeinträchtigen
können, so dass der Verbund des Armierungsgewebe mit der Zementsteinmatrix gestört
wird und die Festigkeit der Leichtbauplatte sinken kann. Auch die auf die Deckschicht
aufgebrachten Beläge können aufgrund der Schwindrisse abplatzen.
[0016] Insbesondere aber kann der unterschiedliche Matrixaufbau der Kernschicht und der
Deckschicht aufgrund der unterschiedlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften,
insbesondere der unterschiedlichen E-Moduli und Festigkeitseigenschaften dazu führen,
dass der Verbund der beiden Schichten vor allem unter Belastung, insbesondere bei
Temperaturschwankungen, und bei Feuchteeinfluss durch die zwischen den Schichten auftretenden
Spannungen beeinträchtigt werden kann.
[0017] Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, mit denen
eine mehrschichtige Leichtbauplatte insbesondere eine mehrschichtige Leichtbauplatte
auf Zementbasis, bei der die Wasseraufnahme der Leichtbauplatte auch schon ohne Hydrophobierung
des Zementsteinanteils der Leichtbauplatte deutlich verringert ist, außerdem bei gleichzeitig
möglichst geringem Gewicht der Leichtbauplatte die Verankerung eines Armierungsgewebes
in der Deckschicht und die Verbindung der Kernschicht mit der Deckschicht verbessert
ist und Abplatzungen vermieden sind.
[0018] Aufgabe der Erfindung ist ferner ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen,
mit denen eine mehrschichtige Leichtbauplatte mit einfachen und kostengünstigen Mitteln
hergestellt werden kann.
[0019] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 und bezüglich der Vorrichtung
durch die Merkmale des Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
werden in den jeweiligen Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0020] Eine erfindungsgemäß herstellbare mehrschichtige Leichtbauplatte weist eine Kernschicht
und mindestens eine, vorzugsweise zwei Deckschichten auf, die an einer bzw. an den
Hauptoberflächen der Kernschicht angeordnet ist bzw. sind, und die Kernschicht abdecken.
Im Verhältnis zur Kernschicht sind die Deckschichten außerdem deutlich dünner ausgebildet.
[0021] Der Kerngedanke bei der Leichtbauplatte besteht im wesentlichen darin, die Deckschicht
mit mechanisch/physikalischen Mitteln derart zu verändern, dass sie physikalisch widerstandsfähiger
als die Kernschicht ist. Dies wird dadurch erreicht, dass die Deckschicht im wesentlichen
aus einer Festmörtelmatrix aus Zementstein und mindestens einem insbesondere geschlossenzellig
und/oder geschlossenporig ausgebildeten Leichtzuschlagstoff besteht, in die mindestens
ein Bewehrungsmittel z. B. ein Armierungsgewebe aus z. B wasserundurchlässigen Fasern
eingebettet ist.
[0022] Geschlossenzellig meint geblähte Körper mit einer geschlossenen Außenoberfläche.
Geschlossenporig ist ein Körper, der geschlossene Blähporen aufweist.
[0023] Bei dem geschlossenzellig aufgebauten Leichtzuschlagstoff handelt es sich insbesondere
um ungebrochenes Blähglasgranulat in Form von Mikro-Glashohlkugeln oder Blähglasperlen.
Geschlossenporige Leichtzuschlagstoffe, sind beispielsweise gebrochenes oder ungebrochenes
Blähtongranulat in Form von Blähtonperlen oder Blähtonkörnern aus gebrannten Tongranalien.
[0024] Der verwendete Leichtzuschlagstoff weist dabei vorzugsweise eine Korngröße von 0
bis 5 mm, bevorzugt von 0,5 bis 2 mm auf.
[0025] Das in die Festmörtelmatrix integrierte Bewehrungsmittel bzw. Armierungsmittel ist
vorzugsweise ein Glasfasergewebe, bevorzugt aus E-Glas oder AR-Glas, das zweckmäßigerweise
mit einer alkaliresistenten Beschichtung versehen ist, oder aber ein Gewebe aus Kunststoff
mit einer Maschenweite von vorzugsweise 2 bis 8 mm, bevorzugt 4 bis 6,5 mm, und Multifilamenten
mit einer Breite von vorzugsweise 0,5 bis 1,5 mm, bevorzugt 0,6 bis 0,7 mm und einer
Dicke von vorzugsweise 0,1 bis 0,5 mm, bevorzugt 0,15 bis 0,3 mm oder Monofilamenten
mit einem Durchmesser von vorzugsweise 0,1 bis 0,5 mm, bevorzugt 0,15 bis 0,3 mm.
Dabei ist ein Armierungsmittel allgemein ein textiles Flächengebilde mit gitterartigen
und/oder gitterähnlichen Öffnungen, beispiels-weise ein Vliesstoff, z.B. ein Spinnvlies
und/oder allgemein beispielsweise ein Netz, Geflecht, Gestricke, oder Gewirke.
[0026] Als Bewehrungsmittel können aber auch z. B. Fasern, Gelege, Vliese, Matten, Papier,
Metallgitter, gelochte Folien oder dergleichen verwendet werden.
[0027] Zur Verbesserung insbesondere der Verarbeitbarkeit enthält der Frischmörtel der Deckschicht
zweckmäßigerweise weitere übliche Zusatzstoffe wie Puzzolane, beispielsweise Flugasche,
insbesondere Steinkohlenflugasche und/oder Hüttensand und/oder Mikrosilika, und/oder
übliche Zusatzmittel wie Luftporenbildner und/oder Fließmittel, beispielsweise Polycarboxylatether
und/oder Stabilisatoren, wie z.B. Methylzellulose und/oder Dispersionsmittel, wie
z.B. ein Terpolymer aus Ethylen, Vinyllaurat und Vinylchlorid. Als Zement wird zweckmäßigerweise
Portlandzement verwendet.
[0028] Im Folgenden werden bevorzugte Zusammensetzungen von Frischmörteln für erfindungsgemäße
Deckschichten angegeben:
| Rohstoff |
[Gew.-%] |
| |
|
insbesondere |
| Portlandzement |
20-35 |
25-32 |
| Puzzolan |
0-35 |
25-32 |
| Wasser |
20-35 |
25-32 |
| Blähglasgranulat |
7-20 |
10-15 |
| Fließmittel |
0-1 |
0,2-0,5 |
| Stabilisator |
0-0,5 |
0,1-0,3 |
| Dispersionsmittel |
0-4 |
2-3,5 |
| Luftporenbildner |
0-0,5 |
0,2-0,4 |
[0029] Vorzugsweise wird ein Wasser/Feststoffwert w/f von 0,35 bis 0,6, bevorzugt von 0,4
bis 0,5 eingestellt, so dass der Frischmörtel für die Aufbringung der Deckschicht
leicht fließ-und spritzfähig ist und ein Ausbreitmaß von vorzugsweise 21 bis 24 cm,
bevorzugt 21,5 bis 23 cm nach DIN aufweist.
[0030] Des weiteren werden im Folgenden bevorzugte Zusammensetzungen von erhärteten Deckschichten
angegeben:
| Rohstoff |
[Gew.-%] |
| |
|
insbesondere |
| Portlandzementstein |
30-60 |
40-50 |
| Puzzolan |
0-50 |
30-40 |
| Blähglasgranulat |
5-30 |
10-20 |
| Gewebe |
0,5-3 |
0,5-1 |
[0031] Die Summe aus dem Anteil an geschlossenzelligem und/oder geschlossenporigem Leichtzuschlagstoff,
insbesondere an Blähglasgranulat und dem Gewebeanteil in den erhärteten Deckschichten
beträgt vorzugsweise 8 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 15 Gew.-%.
[0032] Der Anteil an Luftporen in den erhärteten Deckschichten, der aus der zweckmäßigen
Verwendung des Luftporenbildners resultiert, beträgt vorzugsweise 5 bis 30 Vol.-%,
bevorzugt 8 bis 15 Vol.-%.
[0033] Die Kernschicht der erfindungsgemäß herstellbaren Leichtbauplatte besteht im wesentlichen
aus Zementstein, zweckmäßigerweise Portlandzementstein und mindestens einem, insbesondere
einem geschlossenzelligen und/oder geschlossen-porigen Leichtzuschlag, wobei für die
Kernschicht insbesondere ungebrochene Blähtonperlen und/oder Blähtonkörner mit einer
Korngröße von vorzugsweise 0 bis 5 mm, bevorzugt von 0 bis 2 mm und der folgenden
Kornverteilung verwendet werden.
| Korngröße [mm] |
Kornverteilung |
| |
|
insbesondere |
| |
[Gew.-%] |
| 0,000 bis 0,125 |
0-0,5 |
0-0,4 |
| 0,125 bis 0,250 |
0-0,5 |
0-0,4 |
| 0,250 bis 0,500 |
0-2,5 |
0-2 |
| 0,500 bis 1,000 |
5-17 |
7-15 |
| 1,000 bis 2,000 |
50-70 |
55-66 |
| 2,000 bis 2,500 |
10-35 |
15-30 |
[0034] Als weitere Rohstoffe für den Frischbeton der Kernschicht werden zweckmäßigerweise
übliche Zusatzstoffe wie Puzzolane, beispielsweise Flugasche, insbesondere Steinkohlenflugasche
und/oder Hüttensand und/oder Mikrosilika, und/oder übliche Zusatzmittel wie Luftporenbildner
und/oder Dispersionsmittel, wie z.B. ein Terpolymer aus Ethylen, Vinyllaurat und Vinylchlorid
und/oder Fließmittel, beispielsweise Polycarboxylatether verwendet.
[0035] Im Folgenden werden bevorzugte Zusammensetzungen von Frischbetonen für Kernschichten
der erfindungsgemäß herstellbaren Leichtbauplatte angegeben.
| Rohstoff |
[Gew.-%] |
| |
insbesondere |
| Portlandzement |
15-25 |
18-22 |
| Puzzolan |
0-25 |
18-22 |
| Wasser |
10-20 |
12-18 |
| Blähtongranulat |
30-50 |
35-45 |
| Luftporenbildner |
0-0,5 |
0,1-0,3 |
| Fließmittel |
0-1 |
0,2-0,5 |
| Dispersionsmittel |
0-4 |
1-2 |
[0036] Vorzugsweise wird ein Wasser/Feststoffwert w/f von 0,15 bis 0,3, bevorzugt 0,2 bis
0,25 eingestellt, so dass der Frischbeton für die Kernschicht zweckmäßigerweise eine
erdfeuchte Konsistenz aufweist und ein geringes Ausbreitmaß beispielsweise von 16
bis 18 cm nach DIN aufweist.
[0037] Des weiteren werden im Folgenden bevorzugte Zusammensetzungen von erhärteten Kernschichten
der erfindungsgemäß herstellbaren Leichtbauplatte angegeben.
| Rohstoff |
[Gew.-%] |
| |
insbesondere |
| Portlandzementstein |
20-40 |
25-35 |
| Puzzolan |
0-40 |
20-30 |
| Blähtongranulat |
30-60 |
40-50 |
[0038] Der Anteil an geschlossenzelligem und/oder geschlossenporigem Leichtzuschlagstoff,
insbesondere an Blähtongranulat in der erhärteten Kernschicht beträgt vorzugsweise
40 bis 60 Gew.-%, bevorzugt 45 bis 55 Gew.-%.
[0039] Der Anteil an Luftporen in der erhärteten Kernschicht, der aus der zweckmäßigen Verwendung
des Luftporenbildners resultiert, beträgt 10 bis 50 Vol.-%, bevorzugt 15 bis 25 Vol.-%.
[0040] Des weiteren können sowohl die Kernschicht als auch die Deckschicht zusätzlich hydrophobiert
sein, vorzugsweise mit Hydrophobierungsmittel auf Silikonöl- oder Silan-/ Siloxanbasis,
wobei insbesondere jeweils die Zuschlagstoffe, vor allem die geschlossenzelligen und/oder
geschlossenporigen Zuschlagstoffe wie das Blähglasgranulat und/oder das Blähtongranulat
vor dem Mischen mit dem Zementanteil und gegebenenfalls den Zusatzmitteln und Zusatzstoffen
hydrophobiert werden. Zweckmäßigerweise beträgt der Anteil an Hydrophobierungsmittel
in dem Frischmörtel für die Deckschicht 0,1 bis 0,5 Gew.-%, bevorzugt 0,2 bis 0,3
Gew.-% und in dem Frischbeton für die Kernschicht 0,1 bis 0,5 Gew.-%, bevorzugt 0,2
bis 0,3 Gew.-%.
[0041] In den erhärteten Schichten beträgt der Anteil an Hydrophobierungsmittel zweckmäßigerweise
0,1 bis 0,7 Gew.-%, bevorzugt 0,3 bis 0,5 Gew.-% in der Deckschicht und 0,1 bis 0,6
Gew.-%, bevorzugt 0,3 bis 0,4 Gew.-% in der Kernschicht.
[0042] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
[0043] Es zeigen:
Fig.1: Schematisch einen Querschnitt durch einen Teil einer erfindungsgemäß herstellbaren
Leichtbauplatte
Fig.2: Schematisch einen Längsschnitt durch einen Teil einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Herstellung einer Deckschicht und der Kernschicht einer mehrschichtigen Leichtbauplatte
Fig.3: Schematisch einen Längsschnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung im Bereich
der Herstellung der zweiten Deckschicht
[0044] Eine erfindungsgemäß herstellbare Leichtbauplatte 1 gemäß Fig.1 besteht im wesentlichen
aus einer Kernschicht 2, die vorzugsweise beidseitig mit je einer Deckschicht 3a;3b
abgedeckt ist. Die Deckschichten 3a;3b weisen jeweils eine Matrix aus Zementstein
5 und ungebrochenem Blähglasgranulat 6 und ein in die Matrix integriertes Armierungsgewebe
7 mit Kettfäden 4 und nicht dargestellten Schussfäden auf. Die Kernschicht 2 besteht
im wesentlichen aus einer Matrix aus Zementstein 8 und in den Zementstein 8 eingebettetem
ungebrochenen Blähtongranulaten 9. Des weiteren weisen sowohl die Deckschichten 3a;3b
als auch die Kernschicht 2 Luftporen 10;11 auf.
[0045] Zweckmäßigerweise weisen die Deckschichten 3a;3b eine Dicke von 1 bis 3 mm, bevorzugt
von 1,3 bis 2 mm und die Kernschicht eine Dicke von 5 bis 100 mm, bevorzugt von 8
bis 60 mm auf.
[0046] Die Rohdichte der erfindungsgemäßen Leichtbauplatte liegt vorzugsweise zwischen 500
und 1200 kg/m
3, bevorzugt zwischen 600 und 1050 kg/m
3.
[0047] Die in den Fig.2 und 3 abgebildete erfindungsgemäße Vorrichtung 100 zur erfindungsgemäßen
Herstellung einer mehrschichtigen Leichtbauplatte weist im wesentlichen eine tragende
Hauptförderbahn z. B. eine Hauptbandstraße 101 mit einem sich in einer Hauptvorschubrichtung
A mit einer Hauptvorschubgeschwindigkeit V
A bewegenden Hauptförderband 114 und auf dem Förderband 114 liegenden, im Querschnitt
u-förmigen Formen 115 sowie eine oberhalb der Hauptbandstraße 101 und vorzugsweise
parallel zu dieser angeordnete Nebenbandstraße 102 mit einer zum Hauptförderband 114
parallel geführten tragenden Nebenförderbahn z. B. einem Nebenförderband, insbesondere
einer Kunststofffolienbahn 127 auf, die mit einer der Hauptvorschubrichtung A entgegengesetzten
Nebenvorschubrichtung B und mit einer betragsmäßig der Hauptvorschubgeschwindigkeit
V
A entsprechenden Nebenvorschubgeschwindigkeit V
B mit geeigneten Antriebsmitteln gespannt transportiert wird. Zweckmäßigerweise wird
die Folienbahn 127 an ihrer Unterseite durch geeignete Mittel, wie z.B. Rollen und/oder
ein weiteres Förderband und/oder Bleche unterstützt und/oder angetrieben. Die Dicke
der Kunststofffolienbahn 127 beträgt vorzugsweise 0,1 bis 0,3 mm und ihre Breite entspricht
vorzugsweise der Breite der Formen 115.
[0048] Die auf dem Förderband 114 liegenden und von diesem transportierten Formen 115 weisen
zweckmäßigerweise zwei Seitenwandungen 116a, eine Bodenwandung 116b, sowie zwei Stirnkanten
117 auf und sind nach vorne und hinten offen, wobei sie derart hintereinander auf
dem Förderband 114 der Bandstraße 101 angeordnet sind, dass sie mit ihren Stirnkanten
117 aneinander stoßen. Die Seitenwandungen 116a sind zweckmäßigerweise austauschbar,
indem sie beispielsweise mittels Schienen an die Bodenwandung 116b angesetzt werden
können. Dadurch sind die Formen 115 an die entsprechende Dicke der zu erzeugenden
Leichtbauplatte anpassbar. Vorzugsweise bestehen die Formen 115 aus Metall, bevorzugt
aus Stahl und insbesondere aus Edelstahl und weisen eine bevorzugte Wandstärke von
3 bis 5 mm auf. Des weiteren weisen die Formen 115 vorzugsweise eine Länge von 2000
bis 3000 mm, bevorzugt 2500 bis 2700 mm und z. B. eine Breite von 1000 bis 1500 mm,
bevorzugt 1200 bis 1300 mm auf .
[0049] Oberhalb des Förderbandes 114 ist eine erste Deckschichterzeugungseinrichtung 103
zur Erzeugung und Aufbringung einer ersten Deckschicht 3a der Leichtbauplatte auf
den Formenboden 116b angeordnet. Ebenfalls oberhalb des Hauptförderbandes 114 angeordnet
und der ersten Deckschichterzeugungseinrichtung 103 in Hauptvorschubrichtung A nachgeordnet
ist eine Kernschichterzeugungseinrichtung 104 zum Erzeugen und Aufbringen der Kernschicht
2 auf die erste Deckschicht 3a vorgesehen.
[0050] Der Kernschichterzeugungseinrichtung 104 in Hauptvorschubrichtung A nachgeordnet
ist die Nebenbandstraße 102 oberhalb der Hauptbandstraße 101 angeordnet. Diese weist
in Nebenvorschubrichtung B nacheinander angeordnet zunächst oberhalb der Folienbahn
127 eine zweite Deck-schichterzeugungseinrichtung 105 zum Erzeugen und Aufbringen
der zweiten Deckschicht 3b auf die vorgespannte Kunst-stofffolienbahn 127 und eine
Umlenk-und -auflegeeinrichtung 106 zum Aufbringen der zweiten Deckschicht 3b auf die
Kernschicht 2 auf, wobei die Deckschichtumlenk- und -auflegeeinrichtung 106 in Vorschubrichtung
A der Kernschichterzeugungseinrichtung 104 nachgeordnet und oberhalb des Hauptförderbandes
114 angeordnet ist. Die Nebenbandstraße 102 ist somit in die Hauptbandstraße 101 eingebunden.
[0051] Die erste Deckschichterzeugungseinrichtung 103 besteht im wesentlichen aus einer
ersten Spritzeinrichtung 103a mit einem Vorratsbehälter 111, in dem der vorgemischte
Frischmörtel 110 für die Deckschicht 3a bereit gehalten wird, und an den beispielsweise
über Pumpleitungen 112 ein oberhalb der Bodenwandung 116b und über die gesamte Breite
der Formen 115 und quer zur Hauptvorschubrichtung A oszillierender Spritzkopf 113
angeschlossen ist.
[0052] Des weiteren weist die erste Deckschichterzeugungseinrichtung 103 in Hauptvorschubrichtung
A der Spritzeinrichtung 103a nachgeordnet einen ersten Bewehrungsmittelbereitsteller
z. B. eine erste Gewebeauflegeeinrichtung 103b bestehend im wesentlichen aus einer
ersten Geweberolle 118a, auf der ein erstes Bewehrungsmittel z. B. ein erstes Gewebeband
119 aufgewickelt ist, und einer vorzugsweise schräg unterhalb der Geweberolle 118a
und zweckmäßigerweise entsprechend der Dicke der ersten Deckschicht 3a von der Bodenwandung
116b beabstandet angeordneten Auflegeolle 118b, über die das erste Gewebeband 119
unter Vorspannung geführt wird. Sowohl die Drehrichtung als auch die Drehgeschwindigkeit
der beiden Rollen 118a und 118b entspricht zweckmäßigerweise der Hauptvorschubrichtung
A bzw. der Hauptvorschubgeschwindigkeit V
A.
[0053] Der Gewebeauflegeeinrichtung 103b nachgeordnet ist eine erste Eindrückeinrichtung
103c, die eine auf- und abfahrbare Druckschiene 120 aufweist, wobei die Druckschiene
120 vorzugsweise bis zur halben Dicke der ersten Deckschicht 3a von der Bodenwandung
116b beabstandet herabfahrbar angeordnet ist.
[0054] Der Eindrückeinrichtung 103c in Hauptvorschubrichtung A nachgeordnet ist die Kernschichterzeugungseinrichtung
104 vorgesehen, die eine Zellradschleuse 122 zum Aufbringen des ebenfalls vorgemischten
Frischbetons 121 der Kernschicht 2 auf die erste Deckschicht 3a und eine z.B. quer
zur Hauptvorschubrichtung A über die Breite der Formen 115 oszillierende, der Zellradschleuse
122 nachgeordnete Rakeleinrichtung 123 zur gleichmäßigen Verteilung des Frischbetons
121 auf der ersten Deckschicht 3a aufweist. Bevorzugt ist die Rakeleinrichtung 123
oberhalb der ersten Deckschicht 3a um die gewünschte Dicke der Kernschicht 2 von dieser
beabstandet angeordnet.
[0055] Die oberhalb der Kunststofffolienbahn 127, die von einer Vorratsrolle 128 abgezogen
wird, angeordnete zweite Deckschichterzeugungseinrichtung 105, weist im wesentlichen
eine zweite Spritzeinrichtung 105a zum Aufspritzen des Frischmörtels 110 der zweiten
Deckschicht 3b auf die Kunststofffolienbahn 127 mittels eines zweiten ebenfalls quer
zu den beiden Vorschubrichtungen A bzw. B und über die Breite der Kunststofffolienbahn
127 oszillierenden Spritzkopfes 125 auf, dem beispielsweise wiederum über Pumpleitungen
der Frischmörtel aus einem Vorratsbehälter zugeführt wird (nicht dargestellt). Zudem
weist die Deckschichterzeugungseinrichtung 105 einen in Nebenvorschubrichtung B der
zweiten Spritzeinrichtung 105a nachgeordneten Bewehrungs-mittelbereitsteller z. B.
eine zweite Gewebeauflegeeinrichtung 105b auf, die im wesentlichen eine zweite Geweberolle
130a mit aufgewickeltem Gewebeband 131 und eine zweckmäßigerweise schräg unterhalb
der zweiten Geweberolle 130a und oberhalb der Kunststofffolienbahn 127 angeordnete
Auflegerolle 130b aufweist, über die als Bewehrungsmittel das zweite Gewebeband 131
ebenfalls unter Vorspannung geführt wird. Des weiteren verfügt die Deckschichterzeugungseinrichtung
105 über eine zweite Eindrückeinrichtung 105c, insbesondere in Form einer zweiten
auf- und abfahrbaren Druckschiene 132 zum Integrieren des Gewebebandes 131 in die
Deckschicht 3b, die vorzugsweise bis zur halben Dicke der ersten Deckschicht (3a)
von der Kunststofffolienbahn (127) beabstandet herabfahrbar angeordnet ist.
[0056] Der Eindrückeinrichtung 105c in Nebenvorschubrichtung B nachgeordnet befindet sich
die Umlenk- und -auflegeeinrichtung 106, die im wesentlichen aus einer angetriebenen
Umlenkrolle 133 und einer Andrückrolle 134 besteht, um die ein unter Spannung stehendes,
vorzugsweise von der Umlenkrolle 133 angetriebenes Andrückband 135 mit Hauptvorschubgeschwindigkeit
V
A umläuft.
[0057] Erfindungsgemäß ist die Umlenkrolle 133 derart oberhalb des Förderbandes 114 angeordnet,
dass ihr Abstand von der Oberfläche der Kernschicht 2 in etwa der Dicke der zweiten
Deckschicht 3b entspricht oder etwas geringer ist. Die sich in Hauptvorschubrichtung
A an die Umlenkrolle 133 anschließende Andrückrolle 134 ist zweckmäßigerweise in etwas
geringerem Abstand als die Umlenkrolle 133 von der Kernschichtoberfläche beabstandet
angeordnet.
[0058] Die erfindungsgemäße kontinuierliche Herstellung einer Leichtbauplatte mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 100 erfolgt folgendermaßen:
[0059] Der pump-, spritz- und fließfähige, vorgemischte und zweckmäßigerweise in dem Vorratsbehälter
111 bereit gehaltene Frischmörtel 110 für die Erzeugung der ersten Deckschicht 3a
wird über die Pumpleitungen 112 dem quer zur Hauptvorschubrichtung A oszillierenden,
stationären ersten Spritzkopf 113 zugeführt und mit einem Druckluftstrahl in einer
dünnen Schicht in die sich in Hauptvorschubrichtung A bewegenden Formen 115 eingespritzt,
wobei die Schichtdicke über die Oszilliergeschwindigkeit, die Vorschubgeschwindigkeit
des Bandes und/oder über die Durchflussmenge des Mörtels durch den Spritzkopf 113
einstellbar ist.
[0060] Dann wird von der Geweberolle 118 das endlose Gewebeband 119 für die erste Deckschicht
3a abgezogen und unter leichter Vorspannung auf der sich in der Form 115 befindlichen
Mörtelschicht abgelegt. Zweckmäßigerweise wird zur Einbettung mit der auf- und abfahrbaren
Verdichterschiene 120 das Gewebeband 119 in den Frischmörtel 110 eingedrückt.
[0061] Als nächstes wird der vorgemischte, vorzugsweise erdfeuchte Frischbeton 121 für die
Kernschicht über die Zellradschleuse 122 auf die sich in der Form 115 befindliche
erste Deckschicht 3a aufgebracht und vorzugsweise mit dem quer zur Hauptvorschubrichtung
A oszillierenden Rakelstab 123 gleichmäßig verteilt.
[0062] Für die Herstellung der zweiten Deckschicht 3b wird der pump-, spritz- und fließfähige
Frischmörtel 110 beispielsweise ebenfalls vorgemischt in einem Vorratsbehälter bereit
gehalten und über Pumpleitungen in den quer zur Nebenvorschubrichtung B oszillierenden
zweiten Spritzkopf 125 gepumpt und auf die sich in Nebenvorschubrichtung B bewegende,
mit geeigneten Mitteln vorgespannte Kunststofffolienbahn 127 aufgespritzt. Die Kunststofffolienbahn
127 wird von einer Vorratsrolle 128 abgezogen.
[0063] In die Mörtelschicht für die zweite Deckschicht 3b wird analog zu dem Verfahren bei
der ersten Deckschicht 3a von der zweiten Geweberolle 130a das zweite Gewebeband 131
unter Vorspannung abgezogen, über die vorzugsweise angetriebene Auflegerolle 130b
geführt, zunächst auf der Mörtelschicht abgelegt und dann zweckmäßigerweise mittels
der Druckschiene 132 in diese eingebettet und integriert.
[0064] Folglich wird die zweite Deckschicht 3b derart spiegelverkehrt bzw. invers und vorzugsweise
parallel bzw. gleichzeitig zur Kernschicht 2 erzeugt, dass sie mit ihrer zu bildenden
Leichtbauplattenaußenfläche zu unterst, insbesondere auf der Kunststofffolienbahn
127, angeordnet ist.
[0065] Dann wird die Kunststofffolienbahn 127 samt der darauf aufgebrachten zweiten Deckschicht
3b aus Frischmörtel 110 und Gewebeband 131 über die sich mit der Hauptvorschubgeschwindigkeit
V
A der Bandstraße 101 drehende Umlenkrolle 133 z.B. um 180° nach unten umgelenkt, so
dass die Bewegungsrichtung und die Geschwindigkeit der Kunststofffolienbahn 127 mit
der Deckschicht 3b nach der Umlenkrolle 133 der Hauptvorschubrichtung A bzw. der Hauptvorschubgeschwindigkeit
V
A entspricht und sich die Kunststofffolienbahn 127 oberhalb der zweiten Deckschicht
3b befindet und die zweite Deckschicht 3b mit ihrer Leichtbauplattenaußerifläche zu
oberst angeordnet ist.
[0066] Über die Umlenkrolle 133 wird somit die Kunststofffolienbahn 127 zusammen mit der
Deckschicht 3b auf die sich in der Form befindliche Kernschicht 2 aufgelegt und zweckmäßigerweise
mittels der Andrückrolle 134 und des Andrückbandes 135 an die Kernschicht 2 angedrückt.
[0067] An einem z.B. der Umlenkrolle 133 und/oder der Nebenbandstraße 102 in Hauptvorschubrichtung
A nachgeordnetem Schneidportal (nicht dargestellt) wird der erzeugte endlose Plattenstrang
entlang der Stirnkanten 117 der Formen 115 beispielsweise mittels eines Schneidrades
in einzelne Platten aufgeteilt.
[0068] Als nächstes werden die einzelnen Formen der Bandstraße entnommen, übereinander gestapelt
und einem Abbindekanal zugeführt, in dem sie für z.B. 5-15 Stunden bei z.B. 40-50°C
zum Abbinden verweilen (nicht dargestellt). Danach wird die Kunststofffolienbahn von
der zweiten Deckschicht abgezogen und die Leichtbauplatte aus der Form entnommen.
Die Kunststofffolienbahn dient u. a. durch die Abdeckung der Oberfläche der zweiten
Deckschicht beim Abbindevorgang dazu, das für die Hydratation notwendige Wasser in
der Leichtbauplatte zu halten bzw. den Bauplattenrohling vor einem zu schnellen Austrocknen
zu schützen.
[0069] Anschließend werden die Leichtbauplatten in einem Trockner bei z.B. 50-60°C getrocknet.
Die Formen werden gereinigt und von Neuem der Bandstraße zugeführt.
[0070] Durch den Aufbau einer erfindungsgemäßen Leichtbauplatte mit dem hohen Gewebeanteil
aus z. B. wasserundurchlässigen Fasern, insbesondere dem hohen Glasfasergewebeanteil
und dem geschlossenzelligen Blähglasgranulat in der Deckschicht erhält man eine Leichtbauplatte,
deren Wasseraufnahmefähigkeit bzw. - kapazität auch ohne Zusatz von Hydrophobierungsmittel
ausreichend gering ist, insbesondere weil sowohl das Gewebe als auch das geschlossenzellige
Blähglasgranulat kein Wasser aufnehmen.
[0071] Somit wird weitgehend physikalisch verhindert, dass Wasser durch die Deckschicht
an die Kernschicht dringt, so dass ein Quellen der Leichtbauplatte und die damit verbundenen
Dehnungsrisse und das Abplatzen des Belages verhindert werden können.
[0072] Zudem lässt der hohe Anteil an Glasfasergewebe und Blähglasgranulat in der Deckschicht
einen geringen Wasser/Feststoffwert w/f bei der Produktion zu, woraus resultiert,
dass Schwindrisse insbesondere in der Deckschicht nahezu vollständig vermieden werden
können.
[0073] Der Zement und das Blähglasgranulat in der Deckschicht bilden eine Festmörtelmatrix,
in der das Armierungsgewebe fest bzw. innig eingebettet und verankert ist, so dass
ein fester Verbund gebildet wird, der auch unter Belastung und Feuchteeinfluss bestehen
bleibt.
[0074] Die erfindungsgemäß hergestellte Leichtbauplatte weist einen relativ homogenen, fast
monolithischen Matrixaufbau mit entsprechend homogenen geringen E-Moduli auf, wodurch
unter Belastung und Feuchteeinfluss zwischen der Kernschicht und den Deckschichten
auftretende Spannungen im Gefüge ohne Rissbildung abgebaut werden können.
[0075] Außerdem kann die Wasseraufnahmefähigkeit der Leichtbauplatte zusätzlich durch die
Verwendung des geschlossenzelligen und/oder geschlossenporigen Blähtongranulats in
der Kernschicht, das insbesondere im Vergleich zu üblichen offenporigen Leichtzuschlägen
kaum Wasser aufnimmt, verringert werden.
[0076] Des weiteren weisen beide Oberflächen der Deckschichten zum einen aufgrund des geschlossenzelligen
Leichtzuschlags und zum anderen durch die Herstellung in den Metallformen und auf
der Kunststofffolienbahn nahezu keine sichtbaren Poren auf und sind relativ ebenflächig.
Dies resultiert daraus, dass der Zementleim aufgrund der relativ glatten Oberfläche
des geschlossenzelligen Leichtzuschlags leicht daran vorbei fließen kann und sich
aufgrund der Schwerkraft jeweils eine dünne Schicht aus Zementleim an der jeweiligen
Oberfläche bildet.
[0077] Die Oberflächen sind dadurch außerdem relativ abriebfest. Auch ein dünner Putz kann
problemlos und relieffrei auf diese Oberflächen aufgetragen werden.
[0078] Durch die an die jeweilige Plattendicke anpassbaren Formen wird beim Stapeln der
sich noch in den Formen befindlichen Platten nur soviel Platz benötigt, wie durch
die Plattendicke vorgegeben ist.
[0079] Die Herstellung einer Leichtbauplatte mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist somit
sehr einfach und kostengünstig. Insbesondere wird durch die parallele bzw. gleichzeitige
Erzeugung der zweiten Deckschicht mit gegenläufiger Vorschubrichtung sehr viel Zeit
und Bandlänge eingespart.
[0080] Das erfindungsgemäße Verfahren ist an Hand einer Leicht-bauplatte mit besonderem
Schichtaufbau beschrieben worden. Auf diesen Schichtaufbau kommt es aber nicht an.
Vielmehr können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren auch mehrschichtige Leichtbauplatten,
die nur eine Deckschicht aufweisen, her-gestellt werden, indem zunächst die Kernschicht
und darauf eine Deckschicht aufgebracht wird. Des Weiteren kann auch das Einbringen
eines Bewehrungsmittels entfallen oder andere als beschriebene Bewehrungsmittel in
die Deckschicht eingebracht werden. Dementsprechend kann auch der Aufbau der erfindungsgemäßen
Vorrichtung angepasst sein.
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung einer mehrschichtigen Leichtbauplatte auf
Zementbasis mit einer Kernschicht (2) und mit mindestens einer an einer Hauptoberfläche
der Kernschicht (2) angeordneten Deckschicht (3a;3b) mit folgenden Verfahrensschritten:
- Erzeugen einer Frischbetonkernschicht durch Aufbringen von Frischbeton auf eine
erste sich kontinuierlich bewegende Unterlage.
- Erzeugen einer Deckschicht (3b) auf einer zweiten sich kontinuierlich bewegenden
Unterlage und Aufbringen der vorgefertigten Deckschicht (3b) auf die Kernschicht (2).
- Schneiden des Schichtenstrangs in einzelne Platten.
- Abbindenlassen der Platten.
- Gegebenenfalls Trocknen der Platten.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf die erste sich kontinuierlich bewegende Unterlage zunächst eine erste Deckschicht
(3a) durch Aufbringen eines Frischmörtels erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf den Frischmörtel der Deckschicht (3a) ein Bewehrungsmittel, vorzugsweise ein Gewebeband
eingebracht wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die zweite Deckschicht (3b) ein Bewehrungsmittel, insbesondere ein Gewebeband eingebracht
wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Deckschicht (3b) derart spiegelverkehrt bzw. invers erzeugt wird, dass
sie mit ihrer zu bildenden Leichtbauplattenaußenfläche zu unterst, und insbesondere
auf der sich kontinuierlich bewegenden Unterlage, angeordnet ist, wofür z. B. die
Kernschicht (2) oder die erste Deckschicht (3a) und die Kernschicht (2) auf die sich
in eine Hauptvorschubrichtung A bewegende Unterlage aufgebracht wird und die zweite
Deckschicht (3b) auf der sich in eine der Hauptvorschubrichtung A entgegengesetzte
Nebenvorschubrichtung B bewegenden Unterlage erzeugt und durch Umlenkung der Unterlage
mit Deckschicht um vorzugsweise 180° auf die Kernschicht (2) aufgebracht wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bewehrungsmittel, z. B. die Gewebebänder (119;131), der ersten und zweiten Deckschichten
(3a;3b) in die Deckschichten (3a;3b) eingedrückt werden.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Frischmörtel für die Deckschichten (3a;3b) verwendet wird, der Zusatzstoffe wie
Puzzolane, beispielsweise Flugasche, insbesondere Steinkohlenflugasche und/oder Hüttensand
und/oder Mikrosilika, und vorzugsweise auch übliche Zusatzmittel wie Luftporenbildner
und/oder Fließmittel, beispielsweise Polycarboxylatether und/oder Stabilisatoren,
wie z.B. Methylzellulose und/oder Dispersionsmittel, wie z.B. ein Terpolymer aus Ethylen,
Vinyllaurat und Vinylchlorid enthält.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
bevorzugte Zusammensetzungen von Frischmörteln für die Deckschichten (3a;3b) wie folgt
verwendet werden:
| Rohstoff |
[Gew.-%] |
| |
insbesondere |
| Portlandzement |
20-35 |
25-32 |
| Puzzolan |
0-35 |
25-32 |
| Wasser |
20-35 |
25-32 |
| Blähglasgranulat |
7-20 |
10-15 |
| Fließmittel |
0-1 |
0,2-0,5 |
| Stabilisator |
0-0,5 |
0,1-0,3 |
| Dispersionsmittel |
0-4 |
2-3,5 |
| Luftporenbildner |
0-0,5 |
0,2-0,4 |
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Wasser/Feststoffwert w/f in dem Frischmörtel für die Deckschichten (3a;3b) von
0,35 bis 0,6, bevorzugt von 0,4 bis 0,5 eingestellt wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
für den Frischmörtel für die Deckschichten (3a;3b) ein Ausbreitmaß von 21 bis 24 cm,
bevorzugt 21,5 bis 23 cm nach DIN eingestellt wird.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Frischbeton für die Kernschicht (2) verwendet wird, der übliche Zusatzstoffe wie
Puzzolane, beispielsweise Flugasche, insbesondere Steinkohlenflugasche und/oder Hüttensand
und/oder Mikrosilika, und vorzugsweise übliche Zusatzmittel wie Luftporenbildner und/oder
Dispersionsmittel, wie z.B. ein Terpolymer aus Ethylen, Vinyllaurat und Vinylchlorid
und/oder Fließmittel, beispielsweise Polycarboxylatether enthält.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
bevorzugte Zusammensetzungen von Frischbetonen für die Kernschicht (2) wie folgt verwendet
werden:
| Rohstoff |
[Gew.-%] |
| |
insbesondere |
| Portlandzement |
15-25 |
18-22 |
| Puzzolan |
0-25 |
18-22 |
| Wasser |
10-20 |
12-18 |
| Blähtongranulat |
30-50 |
35-45 |
| Luftporenbildner |
0-0,5 |
0,1-0,3 |
| Fließmittel |
0-1 |
0,2-0,5 |
| Dispersionsmittel |
0-4 |
1-2 |
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Wasser/Feststoffwert w/f in dem Frischbeton für die Kernschicht (2) vorzugsweise
von 0,15 bis 0,3, bevorzugt von 0,2 bis 0,25 eingestellt wird.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
für den Frischbeton für die Kernschicht (2) ein Ausbreitmaß von 16 bis 18 cm nach
DIN eingestellt wird.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Deckschichten (3a;3b) mit einer Dicke von 1 bis 3 mm, bevorzugt von 1,3 bis 2
mm, und die Kernschicht (2) mit einer Dicke von 5 bis 100 mm, bevorzugt von 8 bis
60 mm erzeugt werden.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Deckschicht (3b) nach der Umlenkung und dem Auflegen auf die Kernschicht
(2), insbesondere flächig, z.B. mit einem angetriebenen Andrückband (135), an die
Kernschicht (2) angedrückt wird.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Frischmörtel für die Deckschichten (3a;3b) auf die jeweilige sich bewegende Unterlage,
insbesondere mittels eines quer zur Hauptvorschubrichtung A bzw. Nebenvorschubrichtung
B und über die gesamte Breite der Formen (115) bzw. der Kunststofffolienbahn (127)
oszillierenden Spritzkopfes (113,125) aufgespritzt wird.
18. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Frischbeton für die Kernschicht (2) mittels einer quer zur Hauptvorschubrichtung
A oszillierenden Rakeleinrichtung gleichmäßig verteilt wird.
19. Vorrichtung (100) zur Herstellung einer mehrschichtigen Leichtbauplatte auf Zementbasis
mit einer Kernschicht (2) und an einer Hauptoberfläche der Kernschicht (2) angeordneten
Deckschicht (3b), in die vorzugsweise ein Bewehrungsmittel z. B. ein Gewebeband (119;131)
eingebettet ist, insbesondere zur Herstellung einer Leichtbauplatte nach einem oder
mehreren der Ansprüche 1 bis 18,
gekennzeichnet durch
a) eine Hauptförderbahn z. B. eine Hauptbandstraße (101) mit einem in eine Hauptvorschubrichtung
A mit einer Hauptvorschubgeschwindigkeit vA antreibbaren Hauptfördermittel z. B. einem Förderband (114) und vorzugsweise auf
dem Hauptfördermittel (114) aufliegenden Formen (115)
b) eine oberhalb der Hauptförderbahn (101) und vorzugsweise parallel zu dieser angeordnete
Nebenförderbahn zu einer Nebenbandstraße (102) mit einem zum Hauptfördermittel (114)
parallel geführten Nebenfördermittel, insbesondere in Form einer gespannten Kunststofffolienbahn
(127), das bzw. die in eine der Hauptvorschubrichtung A entgegengesetzte Nebenvorschubrichtung
B mit einer betragsmäßig der Hauptvorschubgeschwindigkeit VA entsprechenden Nebenvorschubgeschwindigkeit VB antreibbar ist,
wobei die Hauptförderbahn (101)
c) eine vorzugsweise oberhalb des Hauptfördermittels (114) angeordnete erste Deckschichterzeugungseinrichtung
(103),
d) eine ebenfalls vorzugsweise oberhalb des Förderbandes (114) angeordnete und gegebenenfalls
der Deckschichterzeugungseinrichtung (103) in Hauptvorschubrichtung A nachgeordnete
Kernschichterzeugungseinrichtung (104)
e) eine Schneideinrichtung zum Aufteilen eines erzeugten Plattenstrangs in Einzelplatten,
f) eine Aushärteeinrichtung bzw. -strecke und
g) vorzugsweise eine Trocknungseinrichtung aufweist,
und wobei die Nebenförderbahn (102) in Nebenvorschubrichtung B vorzugsweise nacheinander
angeordnet
h) eine zweite Deckschichterzeugungseinrichtung (105) und
i) eine Deckschichtumlenk- und -auflegeeinrichtung (106)
aufweist, wobei vorzugsweise die Deckschichtumlenk- und -auflegeeinrichtung (106)
in Hauptvorschubrichtung A der Kernschichterzeugungseinrichtung (104) nachgeordnet
und der Schneideinrichtung vorgeordnet oberhalb des Haüptförderbandes (114) angeordnet
ist, so dass die Nebenförderbahn (102) mit der Hauptförderbahn (101) zusammenwirken
kann.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Deckschichterzeugungseinrichtung (103) jeweils in Hauptvorschubrichtung
A nachgeordnet eine erste Spritzeinrichtung (103a), eine erste Bewehrungsmittelauflegeeinrichtung
(103b) und vorzugsweise eine erste Eindrückeinrichtung (103c) aufweist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Spritzeinrichtung (103a) einen Vorratsbehälter (111), und einen jeweils
oberhalb einer Bodenwandung (116b) der Formen (115) angeordneten und über die gesamte
Breite der Formen (115) sowie quer zur Hauptvorschubrichtung (A) oszillierenden, über
Pumpleitungen (112) mit dem Vorratsbehälter (111) in Verbindung stehenden Spritzkopf
(113) aufweist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 20 und/oder 21,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Auflegeeinrichtung (103b) eine erste Armierungsbandrolle (118a), auf der
ein erstes Armierungsband z. B. ein Gewebeband (119) aufgewickelt ist, und eine vorzugsweise
schräg unterhalb der Rolle (118a) und zweckmäßigerweise entsprechend der Dicke der
ersten Deckschicht (3a) von der Bodenwandung (116b) beabstandet angeordnete Auflegerolle
(118b) aufweist, über die das erste Armierungsband (119) insbesondere unter Vorspannung
geführt wird.
23. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 20 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Eindrückeinrichtung (103c) eine auf- und abfahrbare Druckschiene (120) aufweist,
die vorzugsweise bis zur halben Dicke der ersten Deckschicht (3a) von der Bodenwandung
(116b) beabstandet herabfahrbar angeordnet ist.
24. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kernschichterzeugungseinrichtung (104) eine Zellradschleuse (122) und eine quer
zur Hauptvorschubrichtung A über die Breite der Formen (115) oszillierende, der Zellradschleuse
(122) in Hauptvorschubrichtung A nachgeordnete Rakeleinrichtung (123) aufweist, die
vorzugsweise oberhalb der ersten Deckschicht (3a) um die gewünschte Dicke der Kernschicht
(2) von dieser beabstandet angeordnet ist.
25. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 24,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Deckschichterzeugungseinrichtung (105), jeweils in Nebenvorschubrichtung
B nachgeordnet eine zweite Spritzeinrichtung (105a), eine zweite Gewebeauflegeeinrichtung
(105b), sowie eine zweite Eindrückeinrichtung (105c) aufweist.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Spritzeinrichtung (105a) einen zweiten quer zur Nebenvorschubrichtung B
und über die Breite der Kunststofffolienbahn (127) oszillierenden Spritzkopf (125),
sowie vorzugsweise einen Vorratsbehälter und Pumpleitungen aufweist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 25 und/oder 26,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Auflegeeinrichtung (105b) eine zweite Bandrolle (130a) mit z. B. aufgewickeltem
Gewebeband (131) und eine zweckmäßigerweise schräg unterhalb der zweiten Rolle (130a)
und oberhalb der Kunststofffolienbahn (127) angeordnete Auflegerolle (130b) aufweist,
über die das zweite Gewebeband (131) geführt ist.
28. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 25 bis 27,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Eindrückeinrichtung (105c) eine zweite auf-und abfahrbare Druckschiene
(132) aufweist, die vorzugsweise bis zur halben Dicke der ersten Deckschicht (3a)
von der Kunststofffolienbahn (127) beabstandet herabfahrbar angeordnet ist.
29. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 28,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Deckschichtumlenk- und -auflegeeinrichtung (106) eine Umlenkrolle (133) und eine
Andrückrolle (134) aufweist, um die ein unter Spannung stehendes Andrückband (135),
insbesondere mit Hauptvorschubgeschwindigkeit VA, umlaufend antreibbar ist.