[0001] Die Erfindung betrifft Elemente für eine Karde, die nach einer allfälligen Aufwärmperiode
beim Herstellen von Kardenbändern bei einen bestimmte Produktion, die gewünschte Oberflächeform
erhalten, die eine über die Arbeitsbreite der Walze gleiche Distanz zwischen der Garnitur
der Walze und das Gegenelement garantieren.
[0002] Garnierte Walzen werden im Bereich Spinnereimaschinen an vielen Stellen eingesetzt.
Diese Walzen weisen meistens an der Stirnfläche mindestens zwei Walzeschilde oder
Flanschen auf, in welchen einerseits die Walze drehbar gelagert ist und welchen anderseits
Auflageelemente zur Aufnahme und/oder Abstützung von zusätzlichen Arbeitselementen
umfassen können. Die Arbeitselementen haben gemeinsam, dass sie etwas länger als die
Arbeitsbreite der Walze sind, und links und rechts auf den Auflageelementen aufliegen,
zum Beispiel Segmentbogen, Verdecksegmente oder (flexible-) Bögen, die zum Teil auch
einstellbar sind.
[0003] Diese Arbeitselemente kann man in zwei Hauptgruppen einteilen: stationäre Arbeitselemente,
die ortsfest angeordnet werden, zum Beispiel Kardierelemente, Verschalungselemente,
Messer, Roste, oder Leitlelemente, und bewegte Arbeitselemente, die mit Hilfe eines
endlos umlaufenden Bandes, zum Beispiel einer Kette oder einem Riemen, über die Auflagefläche
der Auflageelemente gezogen werden, zum Beispiel die Deckel einer Karde.
[0004] Walzen in Spinnereimaschinen, insbesondere Putzereimaschinen, zum Beispiel Reiniger
oder Karden, werden neben Verschalungssegmenten auch umgeben von Messern, Rosten,
Kardiersegmenten oder Leitlelementen. Diese können die Form von Platten oder Stäben,
eventuell versehen mit einer Garnitur z.B. Sägezahngarnitur. haben und sie haben immer
eine Seite, die gegenüber der Garnitur der Walze angeordnet ist. Die Distanz zwischen
dieser Seite und der Garnitur der Walze wird möglichst präzise eingestellt. Diese
Einstellung beeinflusst, abhängig von der Funktion des Elements unter anderem die
Kardierqualität und/ oder die Menge der Schmutzausscheidung. Vor allem bei den Kardiersegmenten
erhöht eine enge Distanz die Kardierqualität der Karde und verringert die Nissenzahl
im Kardenband. Eine optimale Einstellung ist dann erreicht, wenn die gewünschte Distanz
während des Betriebs über der ganzen Arbeitsbreite gleich ist. Da diese Einstellungen
im Bereich von Zehntelmillimeter liegen, können Abweichungen von Hundertstelmillimeter
schon einen erhebliche Effekt auf die Funktion der einzelnen Segmente haben. Ausserdem
wird durch die homogene Belastung der Elemente über die gesamte Arbeitsbreite die
Verschleissdauer verlängert.
[0005] Allerdings ist diese gewünschte, feine Einstellung über der gesamte Breite der Karde
schwierig zu erreichen. Die Wärmeausdehnung und ihr Einfluss auf die verschiedenen
Elemente der Karde wird im einzelnen nachfolgend näher erläutert.
[0006] Bei der Inbetriebnahme der Karde, d.h. bei der Produktion vom Kardenband, durchläuft
die Karde eine Aufwärmperiode. Die Dauer der Aufwärmperiode und die erzeugte Aufwärmung
wird durch die Trommeldrehzahl, durch die Produktionshöhe und durch die gewählten
Einstellungen der Elemente zueinander beeinflusst. Bei niedrigerer und bei hoher Produktion
dauert die Aufwärmzeit in etwa gleich lang; die erzeugte Wärme ist jedoch bei hoher
Produktion höher. Während diese Aufwärmperiode dehnen sich die verschiedenen Komponenten
wärmebedingt aus. Bei einer Hochleistungskarde wird mit hoher Produktion gearbeitet,
was zu einer zusätzlichen Erwärmung führt. Vor allem enge Einstellungen zwischen Kardierelement,
Deckel oder Messer, und Trommel stellen eine Gefahr dar, weil sich die Elemente berühren
können. Zum Beispiel: ein gewünschter Kardierspalt zwischen einem Kardierelement,
gebildet aus einem Aluminiumprofil und der Trommel ist bei kalter Einstellung - vor
der Inbetriebnahme der Karde - 0,5 mm. Bei einer Produktion von 150 kg/h ist nach
der Aufwärmzeit der Karde der effektive Spalt nur noch 0,2 mm gross. Diese Verringerung
von 0,3 mm ist zurückzuführen auf die Wärmeausdehnung der Trommeloberfläche und der
Kardier-Oberfläche und der Wärmeausdehnung der Arbeitselemente, sowie auf die Faser/Metall
Reibung, die bei der Kardenbandproduktion zwischen den Kardierelementen auftritt.
[0007] Aus
WO 79/00983 ist ein Verfahren zum Kontrollieren der Arbeitsbedingungen in einer Karde mit zwei
rotierenden Trommeln bekannt. Unter anderem wird zum Ausgleich von Erwärmungen der
Abstand zwischen den beiden Trommeln verändert. Diese Veränderung erfolgt mittels
Zylindern, welche derart längenveränderlich ausgebildet sind, dass sie entsprechend
der vorliegenden Temperatur den Abstand der Achsen der Trommeln verändern können.
In einem anderen Ausführungsbeispiel ist anstelle von zwei Trommeln auch eine Karde
mit einer Trommel und einem Wanderdeckelaggregat dargestellt. Bei diesem Ausführungsbeispiel
(Figur 3) wird der Abstand des Wanderdeckelaggregats von der Achse der Trommel mit
einem Zylinder verändert. Die Erfassung der jeweiligen Temperatur an der Trommel erfolgt
mit einem Sensor, welcher die Veränderung der Zylinder über eine Steuerung veranlasst.
Nachteilig bei dieser Vorrichtung ist der große Aufwand, welcher betrieben werden
muss, um das System zu steuern. Es sind Sensoren sowie Steuereinrichtungen und Stellelemente
erforderlich, welche aufeinander abgestimmt sein müssen, um entsprechend vorher festgelegter
Bedingungen eine Veränderung des Abstandes der Trommel von dem Wanderdeckelaggregat
bzw. den Abstand der beiden Trommeln voneinander zu bewirken. Ein Ausfall der Steuerelemente
bewirkt eine Fehlproduktion, da der Abstand von Trommel zu Wanderdeckelaggregat nicht
mehr in dem erforderlichen Abstand vorliegt und die Fasern nicht mehr mit der erforderlichen
Genauigkeit kardiert werden können.
[0008] Aus
EP 0 077 166 A1 sind Vorrichtungen zum Kühlen der Trommel einer Karde bekannt. Gemäss der Offenbarung
dieser Schrift wird versucht, die Trommel durch Flüssigkeitskanäle, welche innerhalb
der Trommel angeordnet sind, auf einer bestimmten Oberflächentemperatur zu halten.
Damit soll bewirkt werden, dass die Temperatur des Zylinders während des Betriebs
der Karde im wesentlichen konstant gehalten wird und somit die Ausdehnung der Trommel
in Bezug auf ein Wanderdeckelaggregat gering ist oder vermieden werden kann. Nachteilig
bei einer derartigen Ausbildung ist es, dass es sehr aufwendig ist, Flüssigkeit in
das Trommelinnere einzuführen. Es ist hierzu eine Hohlwelle erforderlich, um die Flüssigkeit
in das Trommelinnere zu bringen und wieder daraus zu entfernen. Ausserdem ist die
Temperatur der Flüssigkeit und/oder der Trommel zu überwachen, um auf die entsprechende
Betriebstemperatur reagieren zu können. Die dargestellte Lösung des Problems ist somit
ebenfalls sehr kostenintensiv in der Herstellung sowie im Unterhalt. Aus
EP 0 431 485 B1 und
EP 1 031 650 sind Karden bekannt, bei denen auch eine Lösung der Wärmeabfuhr gesucht wird.
[0009] Oben genannte Lösungen haben den Nachteil, dass sie entweder nur eine Lösung über
die Gesamtbreite anbieten oder die Wärmeeffekte nur lindern, wie es beim Kühlen der
Fall ist.
[0010] Durch das Aufwärmen entsteht aber nicht nur eine Wärmeausdehnung über der gesamten
Arbeitsbreite der Karde, sondern es entstehen auch Wärmegradienten über die Ausführungsformen
der verschiedenen Bauteile der Karde. Zum Beispiel kann an der Trommeloberfläche ein
Temperatur von 45°C entstehen. Ein an der Trommel angeordnetes Festkardiersegment
wird auf der Seite der Trommelgarnitur auch diese Temperatur in etwa erreichen. Dagegen
wird an die Trommel abgewandte Seite des Kardiersegments, die konstruktionsbedingt
(aufgrund der Arbeitsbreite und der Genauigkeit der Elemente) mehrere Zentimeter hohe
Rücken haben, die Temperatur einen deutlich tieferen Wert erreichen (z. B. 28°C) Die
Unterschied in Temperatur über ein Festkardiersegment kann somit einige Grade Celsius
betragen. Wie gross dieser Temperaturunterschied ist, ist abhängig von der Beschaffenheit
des Segments (Konstruktion, Material), der geleisteten Kardierarbeit (Drehzahl, Produktion),
der Abstands des Elements zu der Walze, und wie die Wärme, die entsteht, abgeleitet
werden kann. In
EP 1 031 650 wird ein Beispiel gegeben für eine Kardenkonstruktion, die die entstehende Wärme
besser ableitet.
[0011] Dieser Wärmegradient verursacht ein Durchbiegen der Elemente über der Breite der
Karde. Durch diese Durchbiegung entsteht in der Mitte ein engerer Kardierspalt als
aussen. Hierdurch entsteht ein ungleichmässiger Kardierspalt, der sich nach aussen
verbreitet. Dies führt zu einer verringerten Kardierqualität und/ oder einer schlechteren
Schmutzausscheidung und / oder einer schlechteren Nissenauflösung. Ebenfalls kann
dies zu "Seitenflug" der Fasern führen. Das heisst, dass Fasern sich in der Randregionen
ansammeln, und/ oder sich sogar absetzen, insbesondere ausserhalb der Arbeitsbreite.
[0012] Diese Effekte kommen bei einer handelsüblichen Karde mit einer Arbeitsbreite von
1 Meter weniger zum Ausdruck. Bei der neuen Generation von Hochleistungskarden ist
die Arbeitsbreite aber grösser als 1 Meter, zum Beispiel 1,5 Meter. Die Abweichung,
die durch die obengenannte Effekte entstehen, können hier nicht vernachlässigt werden,
sondern sind ein Problem für die gesamte Kardierqualität der Karde.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Kardenelemente der Eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, die die genannten Nachteile vermeiden, die insbesondere die Elemente
der Karde so gestalten, dass die Wärmeeffekte nach der Aufwärmperiode eliminiert sind
und konstante Kardierabstände bei einen vorgegebenen Produktion erreicht werden.
[0014] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1. Durch die Gestaltung der Elemente über die Arbeitsbreite der Karde als Hohlprofile
wird nach der Aufwärmphase durch der Temperatureinfluss, bei einer vorgegebenen Produktion,
eine Profilform erreicht, die einem gerade gefertigten Profil entspricht. Die Elemente
die dafür geeignet sind, sind insbesondere die Walzen, die Deckel der Wanderdeckel
und die stationären Arbeitselemente, zum Beispiel Messer, Kardiersegmente oder Leitelemente.
[0015] Die erfinderische Lösung ist grundsätzlich an alle die Kardeelemente einsetzbar,
die eine Oberfläche aufweisen, die mit Fasermaterial in Kontakt sind oder kommen.
Dies sind sowohl die Arbeitselementen, zum Beispiel Kardiersegmenten, Messer, Zunge
oder Deckel, wie auch alle Walzen, zum Beispiel Trommelwalze, Abnehmerwalze, Vorreisserwalze.
[0016] Mit dem Begriff "hohl" ist gemeint, dass das Element an der Seite die mit dem Fasermaterial
in Kontakt kommen kann, mindestens in einer Dimension des Elements, über die Arbeitsbreite
der Karde konkav geformt ist, oder anders gesagt das Element hat einen konkave Bogenform
über die Arbeitsbreite der Karde.
[0017] Ein Beispiel wäre ein Hohlprofil bei einer Produktion von 60 kg/h und einer Trommeldrehzahl
von 850 min-1. Diese Produktion wird sehr oft eingesetzt für Faserbänder die für qualitative
hochwertige Garnen bestimmt sind, (z.B. gekämmte Ringspinngarne). Das Hohlprofil hat
in kaltem Zustand einem maximalen Unterschied zwischen Mitte des Elements und der
Stirnseite von beispielsweise 0,2 mm oder anders gesagt: Das Profil wurde 0,2mm hohl
gefertigt. Nach der Aufwärmphase ist das Element thermostabil oder anders gesagt in
ein stationäre Wärmezustand. Durch die verschiedenen Aufwärmeffekte hat diese Thermostabilisierung
dazu geführt, dass das Element wieder als eine Gerade geformt ist. Das Hohlprofil
ist über die Arbeitsbreite derart gestaltet, dass der Wärmeeffekt ausgeglichen wurde,
vorzugsweise bei der Produktion von qualitativ hochwertige Garne.
[0018] Vorzugsweise sind alle Walzen und Arbeitselemente derart hohlformig konstruiert,
dass sie nach der Aufwärmphase (wenn der stationäre Wärmezustand der Karde erreicht
ist) eine gerade Fläche formen. Insbesondere die Trommel und denen zugeordnete Arbeitselemente
sind am meisten geeignet für diese erfinderische Konstruktion. An der Trommel werden
die engsten Einstellungen an der Karde gewählt. Aufgrund der engen Einstellungen und
der hohen Umfangsgeschwindigkeit der Trommel (die höchste an den Karde) ist dort die
Faser/Metall Reibung zwischen Trommel und Arbeitselementen am höchsten, was zu der
grössten Wärmeentwicklung an der Karde führt. Somit werden dort die Abstände der Elemente
zur Karde am meisten beeinflusst. Je kleiner dieser Abstand und je präzise dieser
eingestellt und über der Arbeitsbreite der Karde gehalten werden kann, desto höher
ist die Qualität des produzierten Kardenbandes bzw. Endprodukt (z.B. Garn).
[0019] Da Elementen wie Walzen oder Arbeitselementen verschiedene Ausdehnungsformen und
somit verschiede Wärmeausdehnungen haben, sollte die Korrektur auf eine ideale Produktionsmenge
ausgelegt werden, insbesondere kann die Karde gesamthaft auf eine ideale Produktionsmenge
ausgelegt werden. Insbesondere sollen die zu erwartenden Ausdehnungen so berücksichtigt
werden, dass keine Kollision zwischen ihnen möglich und dass insbesondere kein Nachstellen
des Abstandes der einzelnen Komponenten zueinander notwendig ist. Ein Karde nach der
beschriebenen Erfindung hat die einzelnen Elemente derart hohl geformt, dass die Korrektur
aller Elemente ein gleichmässiger Arbeitsspalt zu Folge hat. Die Erfindung ist aber
nicht nur auf die Karde als solches eingeschränkt, sie kann insbesondere auch für
einzelne Baugruppen eingesetzt werden.
[0020] An Hand von den Figuren wird die Erfindung weiter erläutert. Für alle Zeichnungen
werden die gleiche Bezugszeichen verwendet.
- Figur 1
- Schematische Seitenansicht eine Karde.
- Figur 2A bis 2E
- Schematische Darstellung der Wärmeeffekte und die erfinderischen Lösungsansätze, über
die Arbeitsbreite der Karde.
[0021] Figur 1 zeigt eine Wanderdeckelkarde, z. B. die Rieter Karde C60 mit einer Arbeitsbreite
von 1,5 Meter, mit einem Füllschacht 1. Faserflocken werden durch Transportkanäle
(nicht gezeigt) durch die verschiedenen Putzereiprozessstufen transportiert und schlussendlich
in dem Füllschacht der Karde zugeführt. Diese gibt die Faserflocken dann als Watte
an die Karde weiter. Die Speisewalze 3 und Speisemulde 4 zusammen speisen die Faserflocken
zu den Vorreissern 5a, 5b und 5c. Die Vorreisser öffnen die Faserflocken und entfernen
einen Teil der Schmutzpartikel. Die letzte Vorreisserwalze 5c übergibt die Fasern
an die Kardentrommel 6. Die Kardentrommel 6 arbeitet mit den Deckeln 7 zusammen und
parallelisiert hierbei die Fasern noch weiter. Nachdem die Fasern zum Teil mehrere
Umläufe auf der Kardentrommel 6 durchgeführt haben, werden sie von der Abnehmerwalze
8 von der Kardentrommel 6 abgenommen, der Quetschwalze 9 zugeführt und schliesslich
als Kardenband 10 in einem Kannenstock in einer Kanne abgelegt (nicht gezeigt).
[0022] Stationäre Arbeitselemente kann man grundsätzlich jeder Walze der Karde zuordnen.
Insbesondere die Vorreisser 5a, 5b und 5c und die Trommel 6 sind sehr oft mit Reinigungselementen
wie Messer 18, oder Kardierelemente 17 ausgestattet. Die genaue Anzahl der Arbeitselemente
und deren Folge kann von Karde zu Karde variieren. Grundsätzlich jedoch sind die meisten
Walzen vollständig abgedeckt, damit keine Fasern, Schmutz und Staub austreten kann.
Bei der Übernahmestelle von Walze zu Walze findet man eher Leitelemente, oder eine
Zunge. Aber auch bei den Walzen im Füllschacht können stationäre Arbeitselemente angeordnet
sein, zum Beispiel offenbart
EP 787841 Reinigungselemente, die der Auflösestelle zugeordnet sind.
[0023] Die Trommel 6 kann in vier Teilgebiete eingeteilt werden. Die Vorkardierzone 12,
die Hauptkardierzone 13, die Nachkardierzone 14 und die Unterkardierzone 15. Bei einer
Wanderdeckelkarde formen die Wanderdeckel 11 die Hauptkardierzone 13, während die
Vor-, Nach-, und Unterkardierzone meistens mit stationären Arbeitselementen ausgestattet
sind. Allerdings gibt es auch Karden, die keinen Wanderdeckel haben, statt dessen
befinden sich dann stationäre Arbeitselemente in der Hauptkardierzone. Diese stationären
Arbeitselemente können Abdeckelemente oder Verschalungselemente 16, Kardierelemente
17, Messer eventuell mit einer Absaugungsvorrichtung 18, oder Leitelemente 19 sein.
[0024] Figur 2A bis 2E stellt die Problematik der Wärmeausdehnung und die erfinderische
Lösungsansätze schematisch dar. Als Beispiel wurde eine Kombination von einem stationären
Arbeitselement 20 und eine Walze 21 gewählt. Die erfinderische Lösung kann aber auch
bei anderen Kombinationen wie z.B. zwei Walze oder ein Deckelstab gegenüber einer
Walze angewendet werden.
[0025] In Figur 2A ist der Arbeitsspalt 22 gleichmässig über die gesamte Arbeitsbreite dargestellt.
Die stationäre Arbeitszustand ist die gewünschte Situation. Um eine Kollision zwischen
den beiden Elementen zu vermeiden, wird dieser Arbeitsspalt sehr oft in der Praxis
bei kalter Karde etwas weiter eingestellt. Nachdem die Karde ihren stationäre Wärmezustand
erreicht hat, wird der Arbeitsspalt auf das gewünschte Mass nachgestellt.
[0026] Figur 2B zeigt die Situation nach der Erwärmung der Kardenelementen, wobei die Oberfläche
der Elementen durch die Wärmeausdehnung bombiert (oder bauchig) verformt sind. Die
grössten Ausdehnungseffekten befinden sich in der Mitte der Arbeitsbreite, in der
Zeichnung angegeben mit 23. Dadurch ist hier der Arbeitsspalt erheblich enger als
in der Randbereichen geworden. Figur 2C zeigt zusätzlich zu diesen Erwärmungseffekten
die Temperaturunterschiede über Aussen und Mitte 24.
[0027] Dies kann, abhängig von der Beschaffenheit und der Lage der Elemente, sowohl in Richtung
der Arbeitsbreite, wie gezeigt bei der Walze oder radial, wie gezeigt bei dem Arbeitselement,
verlaufen. Bei Arbeitselemente wie Deckelstab oder stationäre Arbeitselementen zum
Beispiel, kann dies zu einer gesamten Krümmung des gesamten Elementes führen.
[0028] Ein erfinderischer Lösungsansatz ist in Figur 2D wiedergegeben. Die Arbeitsseite
wird genügend hohl bearbeitet oder gerichtet, so dass nach den Aufwärmphase der Kardierspalt
wieder gleichmässig über die gesamte Arbeitsbreite ist. Das mass der hohle Bearbeitung
25 entspricht der zu erwartenden Wärmeausdehnung bei der angestrebte Produktion. Vorzugsweise
werden gegenüberliegende Elemente derart korrigiert, dass sie gemeinsam den gewünschten
Arbeitsspalt nach der Wärmeausdehnung erzielen, ohne das eine Notwendigkeit besteht
nachzustellen. Figur 2E zeigt ein weitere erfinderische Variante. Bei diese Variante
wird nur einer der beiden Elemente korrigiert, in Zeichnung z.B. das Arbeitselement,
während die gegenüberliegende Walze nicht korrigiert wird. Nach der Wärmestabilisierung
entsteht so ein Arbeitsspalt, der über die ganzen Arbeitsbreite konstant ist, obwohl
die Form der Spalt selber nicht gerade ist, wie beschrieben in Figur 2A. Dieser Lösungsansatz
hat als den Vorteil, dass nur ein Teil der Kardenelementen angepasst werden müssen.
[0029] Die Elementen könne entweder nur auf der Arbeitsoberfläche bearbeitet werden oder
das Element als Ganzes kann gerichtet werden. Die Bearbeitung kann während der Produktion
des Elements und/oder in der Nachbearbeitung stattfinden. Als Arbeitsverfahren eigenen
sich zum Beispiel Drehen, Biegen, Fräsen oder Schleifen. Die Korrektur ist im Allgemeiner
grösser als die Fertigungstoleranz, die bei der Produktion von Kardenelementen normal
angehalten werden.
[0030] Die erfinderische Lösung ist unabhängig von der Materialwahl der einzelne Komponenten
einsetzbar.
Legende:
[0031]
- 1. Füllschacht
- 2. Auflösestelle
- 3. Speisemulde
- 4. Speisewalze
- 5. a, b, c, Vorreisser
- 6. Trommel
- 7. Deckelstab
- 8. Abnehmerwalze
- 9. Quetschwalze
- 10. Faserband
- 11. Wanderdeckelvorrichtung
- 12. Vorkardierzone
- 13. Hauptkardierzone
- 14. Nachkardierzone
- 15. Unterkardierzone
- 16. Abdeckelement oder Verschalungselement
- 17. Kardiersegment
- 18. Messer mit eventuell eine Absaugungsvorrichtung
- 19. Leitelement
- 20. Arbeitselement
- 21. Walze
- 22. Kardierspalt oder Arbeitsspalt
- 23. Wärmeausdehnung
- 24. Temperaturgradient
- 25. Korrektur
- 26. Form in kalte Zustand
- 27. Form nach Aufwärmphase
1. Element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) für eine Karde, das mit mindestens einer Seite
mit dem Fasermaterial in Kontakt kommen kann, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) an dieser Seite über der Arbeitsbreite der
Karde einen konkaven Bogen aufweist, wobei die Bogenkrümmung des Elements (7, 16,
17, 18, 19, 20, 21) so gewählt ist, dass die thermische Durchbiegung des Elements
korrigiert wird.
2. Element nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass diese Seite eine Kardierfunktion und/oder Reinigungsfunktion und/oder Abnahmefunktion
und /oder Abdeckfunktion hat.
3. Element nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass das Element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) ein Arbeitselement ist (20), insbesondere
ein Kardiersegment (17), ein Deckel (7), ein Messer (18), ein Leitelement (19), ein
Verdecksegment (16) oder eine Zunge (19).
4. Element nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass das Element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) eine Walze (21) ist, insbesondere eine Trommel
(6), oder eine Abnehmerwalze (8).
5. Karde mit Elementen nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Bogenkrümmung des Elements (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) so gewählt ist, dass nur
die thermische Durchbiegung des Elements korrigiert wird.
6. Karde mit Elementen nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Bogenkrümmung des Elements (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) so gewählt ist, dass die
thermische Durchbiegung des Elements und des Gegenelements korrigiert wird.
1. Element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) for a card which, at least with one of its sides,
can come into contact with the fibre material, characterized in that the element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) at this side comprises a concave curve across
the work width of the card, whereby the curvature of the curve of the element (7,
16, 17, 18, 19, 20, 21) is selected in such a way that the thermal deflection of the
element is corrected.
2. Element according to claim 1, characterized in that this side has a carding function and/or a cleaning function and/or a doffing function
and/or a covering function.
3. Element according to claim 1 or 2, characterized in that the element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) is a work element (20), in particular a carding
segment (17), a flat (7), a knife (18), a guide element (19), a cover segment (16)
or a tongue (19).
4. Element according to claim 1 or 2 characterized in that the element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) is a roller (21), in particular a drum (6),
or a doffer roller (8).
5. Card with elements according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the curvature of the curve of the element (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) is selected
in such a way that only the thermal deflection of the element is corrected.
6. Card with elements according to one of the claims 1 to 4 characterized in that the curvature of the curve of the element (7,16,17, 18, 19, 20, 21) is selected in
such a way that the thermal deflection of the element and of the counter element is
corrected.
1. Elément (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) pour carde, pouvant venir en contact par au moins
une face avec la matière fibreuse, caractérisé en ce que l'élément (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) présente sur cette face, sur la largeur opérationnelle
de la carde, une courbure concave, la courbure arquée de l'élément (7, 16, 17, 18,19,
20, 21) est définie de manière à ce que la déflexion thermique de l'élément soit corrigée.
2. Elément selon la revendication 1, caractérisé en ce que cette face a une fonction de cardage et/ou de nettoyage et/ou une fonction d'enlèvement
et/ou de recouvrement.
3. Elément selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'élément (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) est un élément fonctionnel (20), notamment
un segment de cardage (17), un couvercle (7), une lame (18), un élément conducteur
(19), un segment de masquage (16) ou une longuette (19).
4. Elément selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'élément (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) est un cylindre (21), notamment un tambour
(6), ou un peigneur (8).
5. Carde comportant des éléments selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la courbure arquée de l'élément (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) est définie de manière
à ce que la déflexion thermique de l'élément soit corrigée.
6. Carde comportant des éléments selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la courbure arquée de l'élément (7, 16, 17, 18, 19, 20, 21) est définie de manière
à ce que la déflexion thermique de l'élément et de l'élément conjugué soit corrigée.