(19)
(11) EP 1 688 164 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.08.2006  Patentblatt  2006/32

(21) Anmeldenummer: 05002116.1

(22) Anmeldetag:  02.02.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A62C 2/12(2006.01)
A62C 2/24(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(71) Anmelder:
  • Betz, Dieter
    57299 Burbach (DE)
  • Kolb, Thomas
    90408 Nürnberg (DE)
  • Metzler, Manfred
    35745 Herborn (DE)
  • Steinicke, Eckhard
    14057 Berlin (DE)

(72) Erfinder:
  • Betz, Dieter
    57299 Burbach (DE)
  • Kolb, Thomas
    90408 Nürnberg (DE)
  • Metzler, Manfred
    35745 Herborn (DE)
  • Steinicke, Eckhard
    14057 Berlin (DE)

(74) Vertreter: Zech, Stefan Markus et al
Meissner, Bolte & Partner GbR Widenmayerstrasse 48
80538 München
80538 München (DE)

   


(54) Brandschutz-Verschluss für Strömungskanäle


(57) Brandschutz-Verschluss für Strömungskanäle, insbesondere Lüftungs-, Abzugs-, Fördetkanäle oder Maucröffnuagen oder dergleichen umfassend ein Klappengehäuse (11) mit einem Durchlasskanal (14), der im montierlen Zustand des Brandschutz-Verschlusses einen Abschnitt des Strömungskanals bildel, eine im Klappengehäuse (11) um eine Schwenkachse (A) verschwenkbar gelagerte Klappe (12), deren Form und Größe dem Innenquerschnitt des Durchlasskanals (14) angepasst ist, und eine Antriebseinrichtung für die Klappe, um die Klappe (12) im Bedarfsfall zu schließen. Weiterhin ist vorgeschen, dass die Antriebseinrichtung als Federeinrichtung (13) ausgebildet ist, welche die Klappe (12) unter Vorspannung in einer Offenstellung hält und wobei weiter ein Elektromagnet (15) vorgesehen ist, der die Klappe (12) im strombeaufschlagten Zustand entgegen det Vorspannung der Federeinrichtung (13) in der Offenstellung hält.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Brandschutz-Verschluss für Strömungskanäle, insbesondere Lüftungs-, Abzugs-, Förderkanäle oder Maueröffnungen oder dergleichen umfassend ein Klappengehäuse mit einem Durchlasskanal, der im montierten Zustand des Brandschutz-Verschlusses einen Abschnitt des Strömungskanals bildet, eine im Klappengehäuse um eine Schwenkachse verschwenkbar gelagerte Klappe, deren Form und Größe dem Innenquerschnitt des Durchlasskanals angepasst ist, und eine Antrichseinrichtung für die Klappe, um die Klappe im Bedarfsfall zu schließen sowie ein entsprechendes Verfahren zum Schließen eines Strömungskanals.

[0002] Brandschutzklappen sind bereits bekannt, vgl. DE 26 22 147 oder DE-G 83 22 140. Herkömmlicherweise werden derartige Klappen im Bedarfsfall durch eine zuverlässig arbeitende Getriebeeinheit, die mit einem Elektromotor in Wirkverbindung steht, von einer Offenstellung in eine Schließstellung verbracht.

[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Antriebseinrichtung vorzuschlagen, die einfacher aufgebaut ist, insbesondere weniger bewegliche Teile enthält.

[0004] Diese Aufgabe wird in vorrichtungstechnischer Hinsicht mit einem Brandschutz-Verschluss nach den Merkmalen des Anspruches 1 und in verfahrenstechnischer Hinsicht mit den Merkmalen des Patentanspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0005] Ein Kerngedanke der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Antriebseinrichtung, als Federeinrichtung auszubilden und weitet einen Elektromagneten vorzuschen, der die Klappe im strombeaufschlagten Zustand entgegen einer von der Federeinrichtung ausgeübten Vorspannung in Offenstellung hält. In Abkehr vom Stand der Technik wird damit die für den Schließvorgang der Klappe benötigte Energie in einer Federeinrichtung gespeichert und lediglich eine Auslöseeinrichtung in Form eines Elektromagneten bereitgestellt, der im Bedarfsfall den Schließvorgang auslöst. In dieser Hinsicht ist es denkbar, anstelle eines Elektromagneten auch eine andere Auslöseeinrichtung vorzuschen.

[0006] Der hier vvtgeschlagene Aufbau weist eine Reihe von Vorteilen auf. Zunächst ist die Konstruktion wesentlich einfacher, kostengünstiger und gleichzeitig auch noch weniger stötunanfälliget zu realisieren. Zusätzlich ist bei Verwendung eines Elektromagneten als Auslöseeinrichtung das Schließen der Klappe nicht davon abhängig, ob bei Schließanforderung, insbesondere im Brandfall, auch eine ausreichende Stromversorgung für den herkömmlicherweise füt das Schließen eingesetzten Elektromotor gegeben ist; vielmehr wird der Schließvorgang bei Verwendung eines Elektromagneten automatisch ausgelöst, wenn die Sttotnzufulit unterhrvchen ist.

[0007] Es versteht sich von selbst, dass erfindungsgemäß die Klappe nicht zwangsläufig durch genau eine Federeinrichtung angetrieben werden muss. Vielmehr können auch zwei (oder mehr) Federeinrichtungen, beispielsweise je eine Federeinrichtung je Seite des Strömungskanals, vorgesehen sein.

[0008] In einer konkret bevorzugten Ausgestaltung ist die Federeinrichtung als Gasdruckfeder ausgebildet. Unter einer Gasdruckfeder wird hier speziell eine Anordnung bestehend aus einem Zylinder und einem Kolben verstanden, wobei der Kolben im Zylinder linear verschieblich gelagert ist und zwischen Zylinder und Kolben ein Gasvolumen wirksam ist, das zur Erzielung der erfindungsgemäß gewünschten Vorspannung komprimierbar ist. Die für das Schließen der Klappe erforderliche Energie wird durch Expansion des komprimierten Gasvoluments freigesetzt. Es versteht sich von selbst, dass aber auch anderweitige Federeinrichtungen, wie beispielsweise mechanische oder hydraulische Federeinrichtungen eingesetzt werden können. Obwohl hier konkret die Expansion einer zusammengedrückten Feder für das Schlicßen der Klappe ausgenutzt wird, kann selbstverständlich auch die Kontraktion einer zuvor expandierten und im expandierten Zustand unter Vorspannung stehender Feder für den Schließvorgang der Klappe ausgenutzt werden.

[0009] Der Elektromagnet kann wahlweise an der Klappe odet am Klappengchäuse angeordnet sein, wobei eine Anordnung am Klappengehäuse einfacher zu realisieren ist und dementsprechend bevorzugt wird.

[0010] Nach einem besonderen, vorteilhaften Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Klappe derart im Klappengehäuse positioniert, dass ihre Schwenkachse in einem in Montageposition oberen Bereich des Klappengehäuses bzw. des Durchlasskanals angeordnet ist derart, dass die Schwerkraft bei Deaktivierung des Elektromagneten den durch die Federeinrichtung bewirkten Schließvorgang der Klappe unterstützt. In dieser Anordnung ist sichergestellt, dass die Federeinrichtung die Klappe zumindest nicht entgegen der Schwerkraft bewegen muss.

[0011] Ganz generell ist anzumerken, dass die Erfindung auf verschiedene Arten von Klappen angewandt werden kann, nämlich einerseits auf solche Klappen, die zu einer Mittelachse symmetrisch ausgebildet sind und um diese Mittelachse schwenkbar gelagert sind. Auf der anderen Seite ist die Erfindung bevorzugt auf solche Klappen anwendbar, die im Bereich einer ihrer Stirnseiten schwenkbar um eine bezogen auf den Querschnitt des Durchlasskanals außermittige Lagerachse gelagert sind. Insbesondere weist die Klappe eine rechreckförmige Grundform mit vier die Rechteckform begrenzenden Stirnseiten auf. Alternativ kann die Klappe aber auch eine andere Form, insbesondere eine runde oder ovale Grundform aufweisen.

[0012] In einer speziell bevorzugen Ausgestaltung sind am Klappengchäuse Lagereinrichtungen derart angeordnet, dass die Schwenkachse außerhalb des Durchlasskanals verläuft.

[0013] Bevotzugtermaßen bildet das Klappengehäuse an einer Seitenfläche des Dutchlasskanals eine Nische zur Aufnahme der Klappe in geöffnetem Zustand aus. Durch Ausbildung einer derartigen Nische ist es möglich, die Klappe im geöffneten Zustand wenigstens teilweise aus dem Strömungsquerschnitt des Durchlasskanals herauszuschwenken. Besonders bevorzugt sind Maßnahmen getroffen, insbesondere die Nische derart ausgebildet, dass im geöffneten 7ustand dic Klappe komplett aus dem Durchlasskanal hctausgeschwenkt ist.

[0014] In diesem Zusammenhang kann es auch vutteilhaft scin, Nischenabdichtmittel vorzusehen, die derart ausgebildet und angeordnet sind, dass bei einer in die Nische verschwenkten Klappe eine den Durchlasskanal abgewandte Wand vor Verschmutzungen geschützt ist. In einer konkreten Ausgestaltung können diese Nischenabdichtmittel ein zwischen Wandung des Durchlasskanals und Klappe angeordnetes Dichtvlies umfassen.

[0015] In einer besonders zweckmäßigen Ausgestaltung sind weiterhin an den Stirnseiten der Klappe umlaufende Rauchgasabdichtmittel vorgesehen, die insbcsondere in Form einer Dichtlippe ausgebildet sein können, um im verschlossenen Zustand der Klappe eine Rauchgasabdichtung zu gewährleisten.

[0016] In einer konkreten Weiterbildung kann die Klappe mindestens an einer der Durchlasskanal zugewandten Stirnseite eine Abstreiferleiste aufweisen, die zur bereichsweisen Freistreifung des Durchlasskanals bei Verschwenken der Klappe ausgebildet ist. Eine solche Abstreifctieiste kann dementsprechend als seitliche Abstreiferleiste zumindest an den seitlichen Stirnseiten ausgebildet sein, wobei dann diese seitlichen Abstreiferleisten im Bereich der Schwenkachse über den gesamten Schwenkweg permanent eine Freistreifung am Durchlasskanal bewirken. Alternativ oder zusätzlich können eine bzw. zwei frontale Abstreiferleisten auch an der bzw. an den von der Schwenkachse distal beabstandeten Stirnseiten angeordnet sein.

[0017] Bevorzugtermaßen ist die Federeinrichtung außerhalb des Durchlasskanals angeordnet, um hiet den Strömungsquerschnitt nicht zu beeinttächtigen.

[0018] Rein prinzipiell ist es denkbat, dass die Federeinrichtung im flächigen Bereich der Klappe, an ihren. Seiten- oder Stirnrändern angreift. Bevorzugt wird das zum Schließen der Klappe notwendige Drehmoment durch die Federeinrichtung aber auf die Welle bzw. auf einen oder beide Wellenstümpfe der Klappe übertragen.

[0019] Hierzu kann die Welle bzw. der der Federeinrichtung zugeordnete Wellenstumpf ein Hebelstück umfassen, welches drehmvtnentschlüssig mit der Welle bzw. dem Wellenstumpf vetbunden ist. In einer möglichcn Ausgestaltung kann das Hebcistück auch einstückig an der Welle bzw. dem Wellenstumpf angeforml sein.

[0020] Nach einem besonders bevorzugten A.spekt der vorliegenden Erfindung greift die Federeinrichtung so an, dass die von iht ausgeübte Kraft auf die Klappe, insbesondere das auf die Welle bzw. den Wellenstumpf ausgeübte Drehmoment, in Offenstellung der Klappe geringer ist als in verschwenkter Position der Klappe nahe der Schließstellung. Dies kann durch entsprechen de rosidonietung der Federeinrichtung bzw. Wahl der Angriffspunkte der Federeinrichtung erzielt werden und gewährleistet einerseits, dass die vom Elektromagneten aufzubringende Haltekraft gering ist und andererseits für den besonders kritischen letzten Abschnitt des Schließvorgangs, wo ggf. Verschmutzungen freizustreifen sind, höhere Reibungskräfte aufgrund etwaiger Rauchgasabdichtungen auftreten, etc., zur Verfügung stehen.

[0021] Nach einem speziellen Aspekt der vorliegenden Erfindung greift die Federeinrichtung so an, dass das ausgeübte Drehmoment in Offenstellung der Klappe minimal ist.

[0022] Nach einem weiteten bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung greift die Federeinrichtung so an, dass das Drehmoment in Schlicβstellung bzw. in einer verschwenkten Position nahe der Schließstellung maximal ist.

[0023] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Schließen eines Strömungskanals, insbesondere eines Lüftungs-, Abzugs-, Förderkanals oder einer Maueröffnung mittels eines Brandschutz-Verschlusses umfassend ein Klappengehäuse mit einem Durchlasskanal, der im montierten Zustand des Brandschutz-Verschlusses einen Abschnitt des Strömungskanals bildet, eine im Klappengehäuse um eine Schwenkachse verschwenkbar gelagerte Klappe, deren Form und Größe dem Innenquerschnitt des Durchlasskanals angepasst ist und eine Antriebseinrichtung für die Klappe, um die Klappe im Bedarfsfall zu schließen, sieht vor:
  • Halten der Klappe mittels eines Elektromagneten im normalen Betrieb in einer Offenstellung,
  • Deaktivierung des Elektromagneten bei einer Schließanforderung, insbcsondere im Brandfall und
  • Verschwenken der Klappe mittels einer unter Vorspannung stehenden Federeinrichtung von der Offenstellung in eine Schließstellung.


[0024] Nach einem bevorzugten Aspekt des vorliegenden Verfahrens wird der Schließvorgang so bewirkt, dass die Klappe ausgehend von ihrer Offenstellung mit zunehmender Winkelgeschwindigkeit in die Schließstellung verschwenkt wird.

[0025] Obwohl der Brandschutz-Verschluss für Strömungskanäle in den unterschiedlichsten Anwendungen und mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen eingesetzt werden kann, so ist der erfindungsgemäße Brandschutz-Verschluss bei Verwendung in einem der nachfolgenden Anwendungsfälle besonders geeignet. Der Brandschutz-Verschluss kann in einem ersten alternativen Einsatzgebiet in Strömungskanälen von mit Ölen oder Fetten belasteter Luft, insbesondere in Großküchen eingesetzt werden.

[0026] Ein weiteres Einsatzgebiet des erfindungsgemäßen Brandschutz-Verschlusses liegt in der Klimatechnik.

[0027] Ein drittes Anwendungsfeld sind Strömungskanäle, in denen Materialien, insbesondere Partikel pneumatisch gefördert werden.

[0028] Generell ist der erfindungsgemäße Brandschutz-Verschluss einsetzbar, wenn es auf einen möglichst einfachen, störunanfälligen bzw. herstellungstechnisch günstigen Aufbau ankommt. Ein weiteres Anwendungsfeld ist dort gegeben, wo bei einer Schließanforderung eine intakte Stromversorgung nicht mit ausreichender Sicherheit gewährleistet werden kann.

[0029] Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die nachstehenden Zeichnungen nähet erläutert.

Hierbei zeigen:



[0030] 
Fig. 1
eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Branschutz-Verschlusses in einer schematischen Schnittansicht in Schließstellung
Fig. 2
eine schematische Frontansicht des Brandschutz-Verschlusses nach Fig. 1, ebenfalls in Schließstellung
Fig. 3
die Ausführungsform nach Fig. 1 in einer schematischen Schnittansicht in Offenstellung
Fig. 4
eine schematische Frontansicht des Brandschutz-Verschlusses nach Fig. 1 in Offenstellung


[0031] In Fig. 1 ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Brandschutz-Verschlusses in einer schematischen Schnittansicht sowie in Fig. 2 in einer schematischen Frontansicht, jeweils in Schließstellung dargestellt. Der tirandschutz-Verschluss umfasst hier ein im Wesentlichen quaderförmiges Klappengehäuse 11, das einen geradlinig verlaufenden, endscititg jeweils offenen Durchlasskanal 14 begrcnzt und an einer Seite (in Fig. 1 an der oberen Seite) unter Ausbildung einer Nische 19 crweicert ist. Im Klappenfichäuse 11 ist eine Klappe 12 um eine bezogen auf den Strötoungsquetschnitt des Durchlasskanals 1.4 außermittige Schwenkachse A verschwenkbar gelagert und in den Fig. 1 und 2 in Schließstellung, d.h. den Querschnitt des Durch lasskanals 14 versperrend dargestellt. Die Klappe 12 ist mit Wellenstümpfen 16, 17 im Klappengchäuse 11 um die Schwenkachse A verschwenkbar gelagert. An einem der beiden Wellenstümpfe 16, 17 ist ein Hebelstück 18 drehmomentschlüssig angeordnet, an dessen anderer Seite als Antriebseinrichtung für die Klappe 12 eine Gasdruckfeder 13 angreift. Die Gasdruckfeder greift einerseits an einem Anlenkpunkt 20 am Klappengehäuse 11 an, wo sie um einen ausreichenden Winkelbereich verschwenkbar gehalten ist. Ein zweiter Anlenkpunkt 21 ist am dem Wellenstumpf 16 abgewandten Ende des Hebelstücks vorgesehen, wo das andere Ende der Gasdruckfeder 13 angreift. In den Fig. 1 und 2 ist die Gasdruckfeder 13 in ihrem expandierten Zustand dargestellt, d.h. eine innere Kolbenstange 22 ist aus einem äußeren Zylinder 23 durch das eingeschlossene, expandierte Gasvolumen herausgeschoben und hat so über das Hebelstück 18 die Klappe 12 in Schließstellung verschwenkt.

[0032] In Fig. 3 ist die vorliegende Ausführungsform des erfindungsgemäßen Brandschutz-Verschlusses in einer schematischen Schnittansicht und in Fig. 4 in einer schematischen Frontansicht, jeweils in Offenstellung veranschaulicht. Die Klappe 12 ist (hier nach oben) in die am Klappengehäuse 11 ausgebildete Nische 19 verschwenkt, so dass die Klappe 12 insgesamt aus dem Strömungsquerschnitt des strömungskanals herausbewegt ist. In dieser Position wird die Klappe 12 durch einen Elektromagneten 15 entgegen der Vorspannung der al Gasdruckfeder ausgebildeten Federeinrichtung gehalten. Hierzu kann die Klappe 12 aus einem Material gebildet sein, das selbst eine magnetische Anziehungskraft hin zum Elektromagneten 15 bewirkt.

[0033] Alternativ oder zusätzlich kann ein mit dem Elektromagneten 15 zusammenwirkendes Gegenstück (nicht gezeigt) an entsprechender Position an der Klappe 12 angeordnet sein. An der Klappe 12 selbst / oder an den Seitenwänden des Durchlasskanals 14 sind zweckmäßigerweise Intumeszenzabdichtungen (nicht gezeigt) vorgeschen, die im Brandfall aufquellen und ein Zurückschwenken der Klappe 12 aus der Schließstellung mit ausreichender Sicherheit vermeiden. Alternativ oder zusätzlich kann auch ein Arretierschloss vorgesehen sein, das ein Zurückschwenken der Klappe 12 verhindert, insbesondere dann, wenn lediglich eine Rauchgasbeeinträchtigung abgewendet werden soll.

Bezugszeichenliste



[0034] 
11
Klappengehäuse
12
Klappe
13
Federeinrichtung, Gasdruckfeder
14
Durchlasskanal
15
Elektromagnet
16, 17
Wellenstümpfe
18
Hebelstück
19
Nische
20
erster Anlenkpunkt
21
zweiter Anlenkpunkt
22
innere Kolbenstange
23
äußerer Zylinder



Ansprüche

1. Brandschutz-Verschluss für Strömungskanäle, insbesondere Lüftung;-, Abzugs-, Förderkanäle oder Maueröffnungen oder dergleichen umfassend

- ein Klappengehäuse (11) mit einem Durchlasskanal (14), der im mon-tierten Zustand des Brandschutz-Verschlusses einen Abschnitt des Strömungskanals bildet,

- eine im Klappengehäuse (11) um eine Schwenkachse (A) verschwenkbar gelagerte Klappe (12), deren Form und Größe dem Innenquerschnitt des Purchlasskanals (14) angepasst ist, und

- eine Antriebseinrichtung füt die Klappe (v2), um die Klappe (12) im Bedarfsfall zu schließen,

dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinrichtung als Federeinrichtung (13) ausgebildet ist, und dass weiter ein Elektromagnet (15) vorgesehen ist, der die Klappe (12) im strombeaufschlagten Zustand entgegen einer von der Federeinrichtung (13) ausgeübten Vorspannung in Offenstellung hält.
 
2. Brandschutz-Verschluss nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federeinrichtung als Gasdruckfeder (13) ausgebildet ist.
 
3. Brandschutz-Verschluss nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Elektromagnet (15) am Klappengehäuse (11) angeordnet ist.
 
4. Brandschutz-Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klappe (12) derart im Klappcngehäuse (11) gelagert ist, dass die Schwenkachse (A) der Klappe (12) in einem in Montageposition oberen Bereich des Klappengehäuses (11) bzw. des Durchlasskanals (14) angeordnet ist und so die Schwerkraft bei Deaktivierung des Elektromagneten (15) den durch die Federeinrichtung (13) bewirkten Schließvorgang der Klappe (12) unterstüzt.
 
5. Brandschutz-Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkachse (A) durch eine durchgehende Welle oder zwei seitliche Wellenstümpfe (16, 17), über die die Klappe (12) im Klappengehäuse gelagert ist bzw. gelagert sind, definiert ist, wobei die Federein richtung (13) an der Welle bzw. an einem der WellenStümpfe (16, 17) angreift.
 
6. lirandschutz-Vctschluss nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federeinrichtung (13) außerhalb, des Durchlasskanals (14) angeordnet ist.
 
7. Brandschutz-Verschluss nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federeinrichtung (13) zwischen der Welle bzw. den Wellenstümpfen (16, 17) und dem Klappengehäuse (11) angreift.
 
8. Brandschutz-Verschluss nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Welle bzw. an dem der Federeinrichtung (13) zugeordneten Wellenstumpf (16, 17) ein Hebelstück (18) drehmomentschlüssig, insbesondere einstückig angeformt, angcordnet ist, an dem die Federeinrichtung (13) angreift.
 
9. Brandschutz-Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federeinrichtung (13) so angreift, dass das von ihr auf die Welle bzw. den Wellenstumpf ausgeübte Drehmoment in Offenstellung der Klappe (12) geringer als in einer verschwenkten Position nahe der Schließstellung der Klappe (12) ist.
 
10. Brandschutz-Verschluss nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das durch die Federeinrichtung (13) auf die Welle bzw. den Wellenstumpf (16, 17) ausgeübte Drehmoment in Offenstellung der Klappe (12) minimal ist.
 
11. Brandschutz-Verschluss nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das durch die Federeinrichtung (13) auf die Welle bzw. den Wellenstumpf (16, 17) ausgeübte Drehmoment in Schließstellung der Klappe bzw. in einer verschwenkten Position nahe der Schließstellung der Klappe (12) maximal ist.
 
12. Verfahren zum Schließen eines Strömungskanals, insbesondere eines Lüftungs-, Abzugs-, Förderkanals oder einer Maueröffnung mittels eines Brandschutz-Verschlusses umfassend ein Klappengehäuse (11) mit einem Durchlasskanal (14), der im montierten Zustand des Brandschutz-Verschlusses einen Abschnitt des Strömungskanals bildet, eine im Klappengehäuse (11) um eine Schwenkachse (A) verschwenkbar gelagerte Klappe (12), deren Form und Größe dem Innenquerschnitt des Durchlasskanals (14) angepasst ist, und eine Antriebseinrichtung für die Klappe (12), um die Klappe (12) im Bedarfsfall zu schließen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klappe (12) mittels eines Elektromagneten (15) im normalen Betrieb in einer Offenstellung gehalten wird und dass bei einer. Schließanforderung, insbesondere im Brandfall, der Elektromagnet (15) deaktiviert wird und die Klappe (12) mit einer unter Vorspannung stehenden Federeinrichtung (13) in Schließstellung gebracht wird.
 
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schließvorgang so bewitkt wird, dass die Klappe (12) ausgehend von ihrer Offenstellung mit zunehmender Winkelgeschwindigkeit in die Schließstellung verschwenkt wird.
 
14. Verwendung eines Brandschutz-Verschlusses nach einem der Patentansprüche 1 bis 11 zum Einsatz in Strömungskanälen von mit Ölen und Fetten belasteter Luft, insbesondere in Abluftkanälen von Großküchen.
 
15. Verwendung eines Brandschutz-Verschlusses nach einem der Patentansprüche 1 bis 11 in Strömungskanälen im Bereich der Klimatechnik.
 
16. Verwendung eines Brandschutzverschlusses nach einem der Patentansprüche 1 bis 11 zum Einsatz in Strömungskanälen, in denen Materialien, insbesondere Partikel pneumatisch gefördert werden.
 




Zeichnung










Recherchenbericht