[0001] Die Erfindung betrifft ein Rollenwerkzeug zur linienhaften Blechverformung nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung eine Blechverformungsvorrichtung
mit einem derartigen Rollenwerkzeug.
[0002] Ein derartiges Rollenwerkzeug sowie eine Blechverformungsvorrichtung mit einem derartigen
Rollenwerkzeug sind bekannt aus der DE 695 10 771 T2. Mit einer derartigen Blechverformungsvorrichtung
können gerade verlaufende Verformungen in einem Werkstück erzeugt werden. Die Erzeugung
gebogener Verformungen ist nicht möglich.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Rollenwerkzeug der eingangs
genannten Art derart weiterzubilden, dass auch die Erzeugung gebogener Verformungen
in einem zu bearbeitenden Blech möglich ist.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch ein Rollenwerkzeug mit den im Kennzeichnungsteil
des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0005] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass dann, wenn der Rollenkörper eine Mehrzahl von
unabhängig voneinander drehbaren Rollenscheiben aufweist, eine Erzeugung von gebogenen
Verformungen in einem Werkstück ohne Weiteres möglich ist. Die bogeninnere Rollenscheibe
kann sich dann langsamer drehen als die bogenäußere Rollenscheibe, sodass Spannungen
und Scherkräfte, die das Erzeugen von gebogenen Verformungen bei den bekannten Rollenwerkzeugen
nicht ermöglichten, nun nicht mehr auftreten. Durch die Mehrzahl von Rollenscheiben
wird ein Differential geschaffen, welches auch das Herstellen von gebogenen Verformungen
ermöglicht.
[0006] Rollenkörper mit den verschiedenen Varianten von Rollenscheibenanzahlen nach Anspruch
2 haben sich als für die Praxis besonders gut brauchbar herausgestellt.
[0007] Eine Profilierungsergänzung nach den Ansprüchen 3 und 4 ergibt einen Rollenkörper
mit nahtloser, umlaufender Profilierung. Es resultieren Sicken mit definiertem und
nahtlosem Querschnitt sowohl in den geraden Abschnitten als auch in den Bogenabschnitten.
[0008] Ein Gegenkörper nach Anspruch 5 wirkt vorteilhaft mit dem Rollenkörper zur Blechverformung
zusammen.
[0009] Ein Gegenkörper nach Anspruch 6 hat die gleichen prinzipiellen Vorteile wie der erfindungsgemäße
Rollenkörper. Der Gegenkörper kann insbesondere auch wie der Rollenkörper aus einer
Mehrzahl von Rollenscheiben aufgebaut sein.
[0010] Eine nach Anspruch 7 angeordnete Hülse erleichtert die Herstellung des Rollenkörpers
beziehungsweise des Gegenkörpers insbesondere dann, wenn dieser aus einer größeren
Anzahl von einzelnen Scheiben aufgebaut ist. In diesem Falle gibt die Hülse bei der
Bearbeitung eines Scheibenpakets zur Herstellung der sich ergänzenden Profilierung
einen inneren Anschlag vor, der beim Festspannen des Scheibenpakets genutzt werden
kann.
[0011] Eine Schmiervorrichtung nach Anspruch 8 ermöglicht eine automatisierte Schmierung
des Rollenkörpers und/oder des Gegenkörpers.
[0012] Eine Schmiervorrichtung nach Anspruch 9 stellt elegant das Schmiermittel dort bereit,
wo es zur Schmierung gebraucht wird. Das Schmiermittel-Reservoir kann so groß ausgeführt
sein, dass die Schmierung über einen langen Zeitraum gewährleistet ist, bis ein erneutes
Nachfüllen des Schmiermittel-Reservoirs, z. B. über einen handelsüblichen Schmiernippel,
der von außen zugänglich ist, erforderlich ist. Als Schmiermittel kann z. B. ein Kriechöl
zum Einsatz kommen.
[0013] Eine Mehrzahl von Verbindungskanälen nach Anspruch 10 ermöglicht eine gleichmäßige
Schmierung des Rollenkörpers und/oder des Gegenkörpers.
[0014] Entsprechendes gilt für Verbindungskanäle nach Anspruch 11. Dort wird zudem gewährleistet,
dass eine in Umfangsrichtung um die Welle einseitige Belastung des Rollenkörpers und/oder
des Gegenkörpers nicht zu einem unerwünschten Verschluss aller Verbindungskanäle im
Bereich ihrer Ausmündungen aus der Mantelwand führt.
[0015] Ein Kraftspeicher nach Anspruch 12 führt zu einer sicheren Schmiermittelversorgung.
Alternativ oder zusätzlich kann die Schmiermittelversorgung z. B. durch Schwerkrafteinfluss,
durch die Kriechfähigkeit des Schmiermittels oder durch einen Kapillareffekt gewährleistet
sein.
[0016] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Blechverformungsvorrichtung zu schaffen,
mit der auch gebogene linienhafte Verformungen in Blechen herstellbar sind.
[0017] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch eine Blechverformungsvorrichtung nach
Anspruch 13.
[0018] Die Vorteile der Blechverformungsvorrichtung entsprechen denjenigen, die vorstehend
schon in Bezug auf das Rollenwerkzeug angesprochen wurden.
[0019] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- einen vertikalen Längsschnitt durch einen gebrochen dargestellten Ausschnitt einer
Blechverformungsvorrichtung mit einem Rollenwerkzeug;
- Fig. 2
- eine Explosionsdarstellung des Rollenwerkzeugs der Blechverformungsvorrichtung nach
Fig. 1;
- Fig. 3
- eine vergrößerte Explosionsdarstellung eines Rollenkörpers des Rollenwerkzeugs mit
einer Hülse;
- Fig. 4
- den Rollenkörper in einer Darstellung, die im Vergleich zur Fig. 1 ebenfalls vergrößert
ist;
- Fig. 5
- eine zu Fig. 3 ähnliche Explosionsdarstellung eines Gegenkörpers des Rollenwerkzeugs
mit einer Hülse;
- Fig. 6
- eine zu Fig. 4 ähnliche Darstellung des Gegenkörpers;
- Fig. 7
- eine weitere Ausführungsform eines Gegenkörpers mit einer in einer Gegenkörper-Welle
untergebrachten Schmiervorrichtung im vertikalen Längsschnitt;
- Fig. 8
- den Gegenkörper mit der Schmiervorrichtung nach Fig. 7 in einer Seitenansicht; und
- Fig. 9
- den Gegenkörper mit der Schmiervorrichtung nach Fig. 7 in einer Explosionsdarstellung.
[0020] Eine in Fig. 1 geschnitten und gebrochen dargestellte Blechverformungsvorrichtung
1 dient zur linienhaften Blechverformung, insbesondere zur Ausformung von Sicken.
Die Blechverformungsvorrichtung 1 umfasst ein Rollenwerkzeug 2, welches von einem
schematisch nur in Ausschnitten 3, 4 dargestellten Rollenwerkzeug-Halter 5 gehalten
wird. Der Rollenwerkzeug-Halter 5 steht, wie in Fig. 1 schematisch angedeutet, mit
einem Antrieb 6 in Verbindung. Mit Hilfe des Antriebs 6 ist ein Verschwenken beziehungsweise
Verdrehen des Rollenwerkzeug-Halters 5 zusammen mit dem Rollenwerkzeug 2 um eine Schwenk-
beziehungsweise Drehachse 7 möglich. Die Schwenkachse 7 steht senkrecht auf einem
mit dem Rollenwerkzeug 2 momentan bearbeiteten Blech, welches in der Zeichnung nicht
dargestellt ist.
[0021] Das Rollenwerkzeug 2 weist eine Pressrolle 8 auf, die in Fig. 1 unterhalb einer Blechverformungszone
9 der Blechverformungsvorrichtung 1 angeordnet ist. Zur Blechverformung wirkt die
Pressrolle 8 mit einem hydraulisch betätigbaren Gegenkörper 10 in der Blechverformungszone
9 zusammen. Bei der Blechverformung ist das zu bearbeitende Blech in der Blechverformungszone
9 zwischen der Pressrolle 8 und dem Gegenkörper 10 so angeordnet, dass die Blechfläche
senkrecht auf der Zeichenebene der Fig. 1 und in Fig. 1 horizontal orientiert ist.
[0022] Die Pressrolle 8 weist eine Welle 11 und einen um diese rollenden Rollenkörper 12
auf. Zwischen der Welle 11 und dem Rollenkörper 12 ist eine Hülse 13 angeordnet, deren
Ausdehnung längs der Welle 11 derjenigen des Rollenkörpers 12 entspricht. Die Hülse
13 ist um die Welle 11 drehbar.
[0023] Der Rollenkörper ist in eine Mehrzahl einzelner Rollenscheiben 14 bis 23 unterteilt,
die in Fig. 3 aufsteigend von links unten nach rechts oben nummeriert sind. Die Rollenscheiben
14 bis 23 sind jeweils zueinander benachbart und bilden gemeinsam den an das zu bearbeitende
Blech anlegbaren Abschnitt des Rollenkörpers 12. Die Rollenscheiben 14 bis 23 können
sich unabhängig voneinander um die Hülse 13 und damit auch um die Welle 11 drehen.
Um die Relativverdrehung der Rollenscheiben 14 bis 23 zueinander zu erleichtern, sind
die aneinander anliegenden Flächen der Rollenscheiben 14 bis 23 geschmiert.
[0024] Bei der dargestellten Ausführung liegen insgesamt zehn Rollenscheiben 14 bis 23 vor.
Die zehn Rollenscheiben 14 bis 23 bilden ein Rollenscheibenpaket. Die Rollenscheiben
14 bis 23 weisen jeweils Mantelflächen auf, die sich zu einer umlaufenden Profilierung
des Rollenkörpers 12 nahtlos ergänzen, wie insbesondere aus Fig. 4 ersichtlich ist.
Die umlaufende Profilierung des Rollenkörpers 12 weist eine mittig umlaufende Wulst
24 auf, mit der die Sicke im zu bearbeitenden Blech erzeugt wird. Diese Wulst 24,
die einen konvexen Profilabschnitt der umlaufenden Profilierung des Rollenkörpers
12 darstellt, wird aus den Mantelflächen der vier zentralen Rollenscheiben 17 bis
20 gebildet. Die randseitigen Rollenscheiben 14 bis 16 sowie 21 bis 23 sind als Ringe
mit ebenen Mantelflächen ausgeführt.
[0025] Der Gegenkörper 10 ist ebenfalls als Rolle mit einer Gegenkörper-Welle 25 und einem
um diese rollenden Gegen-Rollenkörper 26 ausgebildet. Der Gegen-Rollenkörper 26 weist
zwei ringförmige Rollen 27, 28 auf, die sich unabhängig voneinander um die Gegenkörper-Welle
25 drehen können. Zwischen den Rollen 27, 28 ist eine Distanzhülse 29 auf der Gegenkörper-Welle
25 angeordnet. Zwischen der Gegenkörper-Welle 25 und dem Gegen-Rollenkörper 26 ist
eine Gegenkörper-Hülse 30 angeordnet. Die beiden Rollen 27, 28 sind unabhängig voneinander
um die Gegenkörper-Welle 25 drehbar.
[0026] Die Wellen 11, 25 sind durch Madenschrauben 31 drehfest in zugehörigen Wellenaufnahmen
32 gehalten.
[0027] Die Blechverformungsvorrichtung 1 arbeitet folgendermaßen: Nachdem das zu bearbeitende
Blech in die Blechverformungszone 9 zwischen der Pressrolle 8 und dem Gegenkörper
10 eingebracht wurde, wird der Gegenkörper 10 hydraulisch auf die Pressrolle 8 zugefahren.
Wenn eine vorgegebene Presskraft zwischen der Pressrolle 8 und dem Gegenkörper 10
vorliegt, verfährt das Rollenwerkzeug 2 linienhaft relativ zur Ebene des Blechs, wobei
die Gestalt der auszubildenden Sicke nachgefahren wird. Die Sicke muss dabei nicht
gerade längs des Bleches verlaufen, sondern kann insbesondere auch gebogen beziehungsweise
gekrümmt verlaufen. Zur Ausformung einer derart gebogenen Sicke fährt das Rollenwerkzeug
2 die Linienführung der Sicke derart nach, dass die Wellen 11, 25 jederzeit in etwa
senkrecht auf dem auszuformenden Sickenabschnitt stehen. Hierzu wird das Rollenwerkzeug
2 über den Antrieb 6 um die Schwenkachse 7 jeweils in die erforderliche Schwenkposition
gedreht, während die Sicke abgefahren wird.
[0028] Während das Rollenwerkzeug 2 einen gebogenen Sickenverlauf nachfährt, müssen die
bogenäußeren Rollenscheiben 14 bis 23 und die bogenäußere Rolle 27, 28 einen größeren
Weg zurücklegen als die bogeninneren Rollenscheiben 14 bis 23 und die bogeninnere
Rolle 27, 28. Die bogenäußeren Komponenten, die am zum bearbeitenden Blech anliegen,
drehen sich dann schneller als die am Blech anliegenden bogeninneren Komponenten.
Die Unterteilung des Rollenkörpers 12 in die Rollenscheiben 14 bis 23 einerseits und
die Unterteilung des Gegenkörpers 10 in die Rollen 27, 28 wirken daher als Differential
beim Nachfahren eines gebogenen Sickenabschnitts.
[0029] Alternativ ist es natürlich möglich, bei feststehendem Rollenwerkzeug 2 das Blech
relativ zum Rollenwerkzeug 2 so zu führen, dass die Sickenlinie durch diese Relativbewegung
abgefahren wird. Auch dann kommt es zur beschriebenen Differentialwirkung der Rollenscheiben
14 bis 23 und der Rollen 27, 28 beim Abfahren eines gebogenen Sickenabschnitts.
[0030] Bei einer alternativen Ausgestaltung des Rollenwerkzeugs 2 ist auch der Gegenkörper
10 aus einer Mehrzahl von Gegenkörper-Rollenscheiben aufgebaut, die gemeinsam ein
Rollenpaket insbesondere mit einer zur Profilierung des Rollenpakets des Rollenkörpers
12 komplementären Profilierung bilden.
[0031] Weitere Ausführungsformen des Rollenkörpers 12 weisen drei, fünf oder acht Rollenscheiben
auf.
[0032] Eine weitere Ausführungsform eines Gegenkörpers 33 zum Einsatz in einer Blechverformungsvorrichtung
nach Art derjenigen, die vorstehend unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 6 beschrieben
wurde, zeigen die Fig. 7 bis 9. Komponenten, die denjenigen entsprechen, wie vorstehend
schon unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 6 erläutert wurden, tragen die gleichen
Bezugsziffern und werden nicht nochmals im Einzelnen diskutiert.
[0033] Der Gegenkörper 33 hat Rollen 34, 35, zwischen denen eine Distanzhülse 36 angeordnet
ist. Bis auf Dimensionierungsunterschiede entsprechen die Rollen 34, 35 sowie die
Distanzhülse 36 den Rollen 27, 28 sowie der Distanzhülse 29 der Ausführung des Gegenkörpers
10 nach den Fig. 1 bis 6. Der Gegenkörper 33 hat keine Gegenkörper-Hülse 30. Eine
Gegenkörper-Welle 37 hat ein Schmiermittel-Reservoir 38 in Form einer zentralen, längs
der Welle 37 verlaufenden Sackbohrung. Stirnseitig, in den Fig. 7 und 8 nach rechts,
verschlossen ist das Schmiermittel-Reservoir 38 durch einen handelsüblichen Schmiernippel
39 mit Rückschlagventil. Gegenüberliegend zum Schmiernippel 39, also am Boden der
Sackbohrung, ist im Schmiermittel-Reservoir 38 eine Druckfeder 40 angeordnet, die
sich zu einer Seite am Boden der Sackbohrung und zur anderen Seite an einem Druckstempel
41 abstützt. Mit Hilfe des Druckstempels 41 übt die Druckfeder 40 Druck auf den Inhalt
des Schmiermittel-Reservoirs 38, also auf das dort befindliche Schmiermittel in Form
z. B. eines Kriechöls aus.
[0034] Über eine Mehrzahl von als Stichleitungen ausgeführten Verbindungskanälen 42 bis
44 steht das Schmiermittel-Reservoir 38 mit einer äußeren Mantelwand 45 in Fluidverbindung.
Bei der dargestellten Ausführung sind drei äquidistant zueinander angeordnete Verbindungskanäle
42 bis 44 vorgesehen, die allesamt nach unten ausmünden, sodass auch ohne Wirkung
der Druckfeder 40 ein Schmiermittelaustritt unter Schwerkrafteinfluss erfolgt. Je
nach eingesetztem Schmiermittel und je nach Öffnungsweite der Verbindungskanäle 42
bis 44 kann ein Schmiermittelaustritt auch ohne Einfluss der Druckfeder und ohne Schwerkrafteinfluss
aufgrund eines Kriechvermögens des Schmiermittels bzw. aufgrund eines Kapillareffekts
erfolgen. Ein Schmiermittelaustritt kann auch unter dem Einfluss einer thermischen
Ausdehnung des Schmiermittels im Betrieb der Blechverformungsvorrichtung 1 erfolgen.
[0035] Bei einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel münden die Verbindungskanäle 42
bis 44 in Umfangsrichtung um eine Längsachse der Welle 37 verteilt aus der Mantelwand
45 der Welle 37 aus.
[0036] Auch andere Anzahlen von Verbindungskanälen sind möglich.
[0037] Durch die Komponenten mit den Bezugsziffern 38 bis 44 ist eine Gegenkörper-Schmiervorrichtung
46 gebildet. Entsprechend kann auch eine Rollenkörper-Schmiervorrichtung aufgebaut
sein. Dort kann insbesondere die Anzahl und Anordnung der Verbindungskanäle an die
Anzahl und an die Stärke der Rollenscheiben 14 bis 23 angepasst sein. So kann eine
Rollenkörper-Schmiervorrichtung z. B. genauso viele Verbindungskanäle aufweisen, wie
Rollenscheiben vorliegen.
1. Rollenwerkzeug (2) zur linienhaften Blechverformung
- mit einer Pressrolle (8) mit einer Welle (11) und einem um diese rollenden Rollenkörper
(12),
- mit einem Gegenkörper (10),
- wobei die Pressrolle (8) und der Gegenkörper (10) relativ zu einem zwischenliegenden,
zu bearbeitenden Blech zur Ausbildung der Blechverformung gemeinsam linienhaft führbar
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass der Rollenkörper (12) eine Mehrzahl von Rollenscheiben (14 bis 23) aufweist, die
- einander benachbart sind und gemeinsam den an das zu bearbeitende Blech anlegbaren
Abschnitt des Rollenkörpers (12) bilden,
- sich unabhängig voneinander um die Welle (11) drehen können.
2. Rollenwerkzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mehr als drei, bevorzugt mehr als fünf, mehr bevorzugt mehr als acht, noch mehr bevorzugt
zehn Rollenscheiben (14 bis 23).
3. Rollenwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollenkörper (12) eine umlaufende Profilierung aufweist, die aus mehreren Rollenscheiben
(14 bis 23) gebildet ist, die Mantelflächen haben, die sich zur Profilierung ergänzen.
4. Rollenwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung einen umlaufend konvexen Profilabschnitt (24) aufweist, der seinerseits
aus mehreren Rollenscheiben (17 bis 20) gebildet ist, die Mantelflächen haben, die
sich zu dem Profilabschnitt ergänzen.
5. Rollenwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenkörper (10) ebenfalls als Rolle mit einer Welle (25) und einem um diese
rollenden Gegen-Rollenkörper (26) ausgeführt ist.
6. Rollenwerkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenkörper (10) mindestens zwei Rollen (27, 28) aufweist, die sich unabhängig
voneinander um die Welle (25) drehen können.
7. Rollenwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Wellen (11, 25) des Rollenkörpers (12) und/oder des Gegenkörpers (10)
einerseits und dem Rollenkörper (12) und/oder dem Gegenkörper (10) andererseits jeweils
eine Hülse (13, 30) angeordnet ist, zu der die Rollenscheiben (14 bis 23) des Rollenkörpers
(12) und/oder die Rollen (27, 28) des Gegenkörpers (10) verdrehbar sind.
8. Rollenwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Schmiervorrichtung (46) zur Schmierung des Rollenkörpers (12) und/oder des Gegenkörpers
(10).
9. Rollenwerkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmiervorrichtung (46) ein in der Welle (11, 25, 37) des Rollenkörpers (12)
und/oder des Gegenkörpers (10) untergebrachtes Schmiermittel-Reservoir (38) aufweist,
welches über mindestens einen Verbindungskanal (42 bis 44) mit einer äußeren Mantelwand
(45) der Welle (11, 25; 37) in Fluidverbindung steht.
10. Rollenwerkzeug nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine Mehrzahl von Verbindungskanälen (42 bis 44), über die das Schmiermittel-Reservoir
(38) mit der äußeren Mantelwand (45) in Fluidverbindung steht.
11. Rollenwerkzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungskanäle (42 bis 44) in Umfangsrichtung um die Welle (11, 25; 37) verteilt
aus der Mantelwand (45) der Welle (11, 25; 37) ausmünden.
12. Rollenwerkzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmiervorrichtung (46) einen Kraftspeicher, insbesondere eine Druckfeder (40),
aufweist, der über einen Stempel (41) mit einem Inhalt des Schmiermittel-Reservoirs
(38) in Wirkverbindung bringbar ist.
13. Blechverformungsvorrichtung (1)
- mit einem Rollenwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
- mit einem Rollenwerkzeug-Halter (5),
- mit einem Antrieb (6) zum Verschwenken des Rollenwerkzeug-Halters (5) um eine Achse
(7) senkrecht zum zu bearbeitenden Blech.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Rollenwerkzeug (2) zur linienhaften Blechverformung
- mit einer Pressrolle (8) mit einer Welle (11) und einem um diese rollenden Rollenkörper
(12),
- mit einem Gegenkörper (10),
- wobei die Pressrolle (8) und der Gegenkörper (10) relativ zu einem zwischenliegenden,
zu bearbeitenden Blech zur Ausbildung der Blechverformung gemeinsam linienhaft führbar
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Schaffung eines Differentials, welches auch das Herstellen von gebogenen Verformungen
ermöglicht, der Rollenkörper (12) eine Mehrzahl von Rollenscheiben (14 bis 23) aufweist,
die
- einander benachbart sind und gemeinsam den an das zu bearbeitende Blech anlegbaren
Abschnitt des Rollenkörpers (12) bilden,
- sich unabhängig voneinander um die Welle (11) drehen können.
2. Rollenwerkzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mehr als drei, bevorzugt mehr als fünf, mehr bevorzugt mehr als acht, noch mehr bevorzugt
zehn Rollenscheiben (14 bis 23).
3. Rollenwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollenkörper (12) eine umlaufende Profilierung aufweist, die aus mehreren Rollenscheiben
(14 bis 23) gebildet ist, die Mantelflächen haben, die sich zur Profilierung ergänzen.
4. Rollenwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung einen umlaufend konvexen Profilabschnitt (24) aufweist, der seinerseits
aus mehreren Rollenscheiben (17 bis 20) gebildet ist, die Mantelflächen haben, die
sich zu dem Profilabschnitt ergänzen.