[0001] Die Erfindung betrifft ein Unterseeboot mit einem Druckkörper, bei dem der Zugang
zum Druckkörper über einen im Turm vorgesehenen Schacht erfolgt.
[0002] Insbesondere bei Unterseebooten kleinerer und mittlerer Baugröße dient der zentrale,
im Turm befindliche Schacht nicht nur als Ein- und Ausstiegschacht über Wasser, sondern
auch zum Notausstieg unter Wasser. Hierzu ist der Schacht zum einen an seinem oberen
Ende mittels eines druckdichten Deckels verschließbar, zum anderen ein entsprechender
druckdichter Deckel am unteren Ende vorgesehen. Darüber hinaus sind Leitungen und
Armaturen vorgesehen, so dass der Schacht als Schleuse genutzt werden kann.
[0003] Bei einem bekannten Unterseeboot ist der Schacht zum Ausschleusen von zwei Personen
vorgesehen, die in dem Schacht übereinander stehen. Nachdem der Schacht zum Druckkörper
hin abgeschlossen ist, wird dieser geflutet und mit dem umgebenden Druck beaufschlagt.
Erst wenn der Umgebungsdruck erreicht ist, kann der den Schacht nach außen abschließende
Deckel geöffnet werden, wonach zunächst die im Schacht oben befindliche Person und
dann die darunter befindliche Person aussteigen kann.
[0004] Beim Ausstieg in größeren Tiefen kann dies zu Problemen führen, da der Zeitraum,
in welchem der Schacht vollständig geflutet und druckausgeglichen wird, vergleichsweise
lang ist. Darüber hinaus muss die als zweite aussteigende Person bei anstehendem Umgebungsdruck
warten, bis die erste Person den Schacht verlassen hat.
[0005] GB 449,361 und DE 535 593 C1 beschreiben Vorrichtungen zum Verlassen und Betreten
eines getauchten Unterseebootes, bei denen Niedergänge mit Zugängen nach außerhalb
des Unterseeboots als Schleusen ausgebildet sind, wobei ein Schleusenteil offen zu
dem Druckkörper des Unterseebootes ist und barometrisch verschlossen wird. So ist
in GB 449,361 vor dem die Schleuse bildenden Niedergang ein Tank angeordnet, welcher
einseitig offen ist und beim Fluten der Schleuse ebenfalls geflutet wird. Dieser Tank
wird in DE 535 593 Cl von einem unterhalb des Niedergangs angeordneten offenen Wasserbecken
gebildet. Nachteilig an diesen Vorrichtungen ist es, dass der Luftdruck in dem Druckkörper
beim Fluten der Schleuse derart erhöht werden muss, dass er den Druckkörper gegenüber
der Schleuse barometrisch verschließt.
[0006] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
gattungsgemäßes Unterseeboot so auszubilden, dass die Ausstiegszeit unter Wasser verkürzt
werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Unterseeboot mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0008] Das erfindungsgemäße Unterseeboot weist in an sich bekannter Weise einen Druckkörper
und einen Turm auf, in dem ein zum Druckkörper führender Schacht angeordnet ist. Der
Schacht ist zweigeteilt ausgebildet und weist einen ersten Schachtteil mit einem Zugang
zum Druckkörper sowie einen zweiten Schachtteil mit einer druckdicht abschließbaren
Öffnung zu der das Unterseeboot dort umgebenden Atmosphäre auf. Der erste und der
zweite Schachtteil sind übereinander angeordnet.
[0009] Zwischen dem ersten und dem zweiten Schachtteil ist ein druckdicht abschließbarer
Durchgang vorgesehen. Nur der zweite Schachtteil ist als Schleuse zum Ausschleusen
einer Person ausgebildet.
[0010] Grundgedanke der vorliegenden Erfindung ist es, den im Turm befindlichen Schacht,
soweit er Schleusenfunktion ausübt, volumenmäßig zu verringern. Da die lichte Weite
des Schachtes ohnehin nur bedingt verringert werden kann, sieht die erfindungsgemäße
Lösung vor, nur den oberen Schachtabschnitt als Schleuse auszubilden und so zu dimensionieren,
dass nur eine einzelne Person ausgeschleust werden kann. Hierdurch wird das Volumen
des als Schleuse dienenden Schachtes ganz erheblich reduziert, so dass bei gleich
bleibenden Leitungsquerschnitten und Armaturen für das Fluten der Schleuse das Ausschleusen
im Vergleich zum Stand der Technik wesentlich schneller erfolgen kann, so dass die
auszuschleusende Person wesentlich kürzere Zeit dem Tiefendruck ausgesetzt ist.
[0011] Der zwischen den Schachtteilen befindliche Durchgang kann im normalen Bootsbetrieb
geöffnet verbleiben und so bei Überwasserfahrt einen ungehinderten Zugang von und
zum Druckkörper ermöglichen. In einer Notsituation, aber auch in jeder anderen Situation,
die einen Unterwasseraus- oder einstieg aus dem oder in das Unterseeboot über den
Schacht erforderlich macht, kann eine Person ausgeschleust werden, wenn sie sich in
den zweiten Schachtteil begibt. Dann wird der Durchgang zwischen dem ersten Schachtteil
und dem zweiten Schachtteil druckdicht abgeschlossen. In dem zweiten Schachtteil kann
nun ein Druckausgleich zu dem in der Umgebung des Unterseeboots herrschenden Tiefendruck
hergestellt werden, der gewährleistet, dass die an dem zweiten Schachtteil angeordnete
Öffnung zur Umgebung des Unterseeboots geöffnet werden kann, und die in diesem Schachtteil
befindliche Person dann das Unterseeboot verlassen kann.
[0012] Der erste und der zweite Schachtteil sind vorteilhaft so dimensioniert, dass sowohl
in dem ersten als auch in dem zweiten Schachtteil in der Regel eine Person aufrecht
stehen kann. Bevorzugt weist der an dem Druckkörper angrenzende erste Schachtteil
eine Höhe von zumindest zwei Metern auf, während die Stehhöhe in dem zweiten Schachtteil
bevorzugt ungefähr zwei Meter beträgt.
[0013] In dem zweiten Schachtteil, der die Öffnung zu der das Unterseeboot umgebende Atmosphäre
aufweist, sind bevorzugt Mittel zum Fluten und Entwässern vorgesehen. Hierbei handelt
es sich zum Beispiel um entsprechende Leitungen, Ventile und Armaturen, die von außerhalb,
vorteilhaft auch von innerhalb des zweiten Schachtteils betätigbar sind.
[0014] Mit diesen Mitteln kann in dem zweiten Schachtteil, wie oben beschrieben, ein Druckausgleich
zwischen dem in dem zweiten Schachtteil herrschenden Druck, bei dem es sich im Allgemeinen
um den Innendruck im Druckkörper handelt wird, sowie dem das Unterseeboot umgebenden
Tiefendruck hergestellt werden. Hierzu wird der zweite Schachtteil geflutet. Nachdem
der zweite Schachtteil mit Wasser gefüllt und unter Tiefendruck steht, kann die darin
befindliche Person die Öffnung zu der Umgebung des Turms öffnen und das Unterseeboot
verlassen. Wenn die Person den zweiten Schachtteil verlassen hat, kann dessen Öffnung
zur Umgebung wieder verschlossen werden. Schwerkraftbedingt wird der zweite Schachtteil
dann entwässert, so dass nach Abschluss dieses Vorgangs und Druckausgleich zum Druckkörper
eine weitere Person den Durchgang zu dem zweiten Schachtteil öffnen kann, den zweiten
Schachtteil betreten kann und das Unterseeboot in der oben beschriebenen Weise ebenfalls
verlassen kann.
[0015] Ein Vorteil der zweigeteilten Ausführung des Schachtes, in der nur der zweite obere
Schachtteil geflutet und entwässert wird, gegenüber einteiligen Schächten, wie sie
bisher zum Unterwasserein- und insbesondere zum Unterwasserausstieg benutzt werden,
ist es, dass das Volumen der zu flutenden und zu entwässernden Schleuse deutlich verringert
wird, wodurch auch die Flutungs- und Entwässerungszeiten deutlich kürzer ausfallen
und auch der Luftverbrauch erheblich verringert wird.
[0016] Der zweite Schachtteil ist gegenüber dem ersten Schachtteil vorzugsweise mit einem
Deckel abschließbar. Dabei ist der Deckel bevorzugt verschwenkbar ausgebildet und
so angeordnet, dass er einerseits in eine den Durchgang zwischen dem ersten und dem
zweiten Schachtteil verschließende Stellung bewegt werden kann und andererseits so
verschwenkt werden kann, dass er den Durchgang einer Person von dem ersten zu dem
zweiten Schachtteil und umgekehrt insbesondere auch während des normalen Betriebs
des Unterseeboots nicht behindert.
[0017] Besonders bevorzugt ist der Deckel so angelenkt, dass er beim Öffnen in den ersten
Schachtteil hinein geschwenkt wird. Hierdurch wird eine in dem zweiten Schachteil
befindliche Person nicht durch das Schließen des Deckels bei ihren Vorbereitungen
für einen Unterwasserausstieg behindert. Ferner ist die Höhe des ersten Schachtteils
im Allgemeinen so groß ausgebildet, dass eine in dem ersten Schachtteil befindliche
Person nicht durch den Deckel behindert wird.
[0018] Sowohl in dem ersten als auch in dem zweiten Schachtteil sind zweckmäßigerweise Mittel
zum Öffnen und Schließen des Deckels vorgesehen. Auf diese Weise kann der Zugang zwischen
dem ersten und dem zweiten Schachtteil nicht nur seitens des ersten Schachtteils,
sondern auch seitens des zweiten Schachtteils verschlossen oder geöffnet werden.
[0019] Der Deckel ist vorteilhaft über ein mechanisches Getriebe verschwenkbar. Um den Deckel
von beiden Schachtteilen aus betätigen zu können, ist besonders günstig ein betätigbarer
Antriebsstrang des Getriebes sowohl in dem ersten als auch in dem zweiten Schachtteil
angeordnet. Durch Anordnung einer Handhabe, beispielsweise einer Kurbel oder eines
Handrades, ist eine zuverlässige manuelle Betätigung des Deckels möglich. Über das
Getriebe kann der zum Verschwenken erforderliche Kraftaufwand verringert werden und
es ist möglich die Betätigung des Getriebes gut zugänglich anzuordnen.
[0020] Hierzu weist das Getriebe bevorzugt eine Übertragungswelle auf, welche zweckmäßigerweise
in dem ersten Schachtteil angeordnet ist. In diesem Schachtteil befindet sich der
Deckel über Kopf einer Person, die ihn vom ersten Schachtteil aus öffnen will. Mittels
der Übertragungswelle wird es möglich, die Drehbewegung einer Handhabe des Gefriebes,
zum Beispiel eines Handrades, die so angeordnet ist, dass sie von der Person leicht
zu erreichen und zu benutzen ist, auf andere im Bereich des Deckels angeordnete Getriebekomponenten
zu übertragen.
[0021] Der Deckel weist ferner vorteilhaft eine Verriegelung auf, die von dem ersten und
dem zweiten Schachtteil aus betätigt werden kann. Mit dieser Verriegelung kann beispielsweise
ein versehentliches Öffnen des Deckels verhindert werden, insbesondere dann, wenn
der zweite Schachtteil zum Druckausgleich mit der Umgebung mit Wasser geflutet ist
und dieses Wasser in Öffnungsrichtung auf den Deckel drückt. Die Verriegelung wird
bevorzugt über ein an beiden Seiten des Deckels angeordnetes Handrad, welches jeweils
in dem Deckel integriert ist, betätigt.
[0022] In dem zweiten Schachtteil ist besonders günstig eine rutschfeste Standfläche angeordnet.
Diese Standfläche wird vorzugsweise von einem Gitterrost gebildet.
[0023] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Schachtes sieht vor, dass der erste Schachtteil
und der zweite Schachtteil als separate Bauteile ausgebildet sind, welche vorzugsweise
mittels einer Flanschverbindung miteinander verbunden sind. Dabei sind der erste und
der zweite Schachtteil bevorzugt miteinander verschraubt. Es ist aber auch möglich
die beiden Schachtteile ggf. miteinander zu verschweißen.
[0024] So wird bei dem erfindungsgemäßen Unterseeboot ein Unterwasserausstieg über den im
Turm befindlichen Schacht ermöglicht, wobei das zu flutende bzw. zu entwässernde Volumen
aufgrund der Teilung des Schachts in zwei voneinander trennbare druckdichte Schachtteile
gegenüber nicht geteilten Schächten deutlich verringert wird. Dies gilt auch für den
Atemluftverbrauch durch das Ausschleusen. Eine zweite Person, welche in dem ersten,
nicht gefluteten Schachtteil auf ihren Unterwasserausstieg wartet ist insbesondere
in großer Tiefe während der Wartezeit nicht dem sie gefährdenden Wasserdruck ausgesetzt.
Ein weiterer Vorteil ist es, dass auch Unterseeboote mit einem einteiligen Schacht
in einfacher Weise mit dem erfindungsgemäßen zweiteiligen Schacht ausgerüstet werden
können, indem nur der obere, dem Druckkörper abgewandte Teil des Schachtes abgetrennt
wird und durch ein Schachtteil mit der erfindungsgemäßen Ausbildung ersetzt wird.
[0025] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch einen zweiteiligen Schacht,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt des Schachts entlang der Linie ∥-∥ in Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine Unteransicht des Deckels zwischen erstem und zweitem Schachtteil gemäß Fig. 1.
[0026] Anhand der Zeichnung wird nun eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung beschrieben,
wobei aus Gründen der Übersichtlichkeit in den Figuren im Wesentlichen nur die Bauteile
und Baugruppen des Unterseeboots abgebildet sind, die sich von der bekannten Schachtausbildung,
wie sie beispielsweise bei Unterseebooten des Typs 209 üblich sind, unterscheiden.
[0027] In den Fig. 1 und 2 ist ein Schacht dargestellt, welcher in einem nicht dargestellten
Turm eines Unterseeboots angeordnet ist und als Einstiegsschacht zu einem in dem Turm
angeordneten Cockpit des Unterseeboots vorgesehen ist. Der Schacht ist zweiteilig
ausgebildet mit einem im Wesentlichen zylindrischen Schachtteil 2 und einem sich daran
nach oben anschließenden Schachtteil 4, welcher sich zu seinem von dem Schachtteil
2 abgewandten Ende hin konisch verjüngt.
[0028] An den einander zugewandten Enden der Schachtteile 2 und 4 ist an dem Schachtteil
2 eine kreisförmige Platte 6 und an dem Schachtteil 4 eine ebenfalls kreisförmige
Platte 8 angeschweißt, wobei die Platten 6 und 8 den gleichen Durchmesser aufweisen
und so dimensioniert und angeordnet sind, dass sie über die Außenwandung des jeweils
mit ihnen verbundenen Schachtteils 2 bzw. 4 auskragen. In diesem Bereich sind die
beiden Platten 6 und 8 miteinander verschraubt, so dass die beiden Schachtteile 2
und 4 in Form einer Flanschverbindung druckdicht miteinander verbunden sind.
[0029] Die Platten 6 und 8 weisen kreisförmige Durchbrechungen auf, die zueinander fluchtend
und exzentrisch zum Mittelpunkt der Platten 6 und 8 angeordnet sind. Sie bilden einen
Durchgang 10 zwischen den Schachtteilen 2 und 4, so dass der Schacht einen Zugang
von dem direkt an den Druckkörper anschließenden unteren Ende des Schachtteils 2 zu
dem oberen Ende des Schachtteils 4 ermöglicht. Der Druckkörper ist in den Figuren
nicht abgebildet. Das obere Ende des Schachtteils 4 ist in Form eines Sülls 12 für
eine in den Figuren ebenfalls nicht dargestellte Luke ausgebildet, welche einen Zugang
zu der Umgebung des Turms ermöglicht und in an sich bekannter Weise ausgebildet ist
und daher hier nicht im Einzelnen beschrieben wird.
[0030] Der Durchgang 10 wird von einem Deckel 14 verschlossen, der an der dem Schachtteil
2 zugewandten Seite der Platte 6 so angebunden ist, dass er von einer den Durchgang
10 verschließenden Stellung in eine den Durchgang 10 freigebende Stellung (Deckel
14') verschwenkt werden kann. In der freigebenden Stellung ist der Deckel 14' um etwa
90° relativ zu der den Durchgang 10 verschließenden Stellung in den Schachtteil 2
verschwenkt.
[0031] Das Verschwenken des Deckels 14 erfolgt über eine Kniehebelmechanik. Hierzu ist das
freie Ende eines Hebelarms des Kniehebels an dem Deckel 14 angelenkt und das freie
Ende des anderen Hebelarms des Kniehebels an der Innenumfangsfläche des Schachtteils
2 schwenkbar befestigt. Zwischen den Hebeln ist an dem Kniegelenk eine Spindelmutter
angeordnet, durch welche eine Gewindespindel geführt ist. Eine Drehbewegung der Gewindespindel
kann auf diese Weise in eine Axialbewegung der Spindelmutter umgewandelt werden, die
zu einem Verschwenken des Kniehebels und damit zu einem Verschwenken des Deckels 14
führt. Die Dimensionierung der Kniehebelmechanik ist dabei sowohl den Einbaubedingungen
in dem Schachtteil 2 als auch dem Gewicht und der Größe des Deckels 14 angepasst.
[0032] Die Gewindespindel ist mit einem Getriebe 16 bewegungsgekoppelt, welches im Wesentlichen
neben dem Deckel 14 an der dem Schachteil 2 zugewandten Seite der Platte 6 befestigt
ist. So befindet sich ein Großteil des Getriebes 16 in dem Schachteil 2 überkopf einer
dort stehenden Person, die von dem Getriebe 16 auf diese Weise nicht in ihrer Bewegungsfreiheit
beeinträchtigt wird. An der Innenwandung des Schachtteils 2 ist in gut zugänglicher
Höhe ein weiteres Getriebe 18 angeordnet. Dieses Getriebe 18 ist über eine Welle 22
mit dem Getriebe 16 bewegungsgekoppelt, so dass an dem Getriebe 16 eingeleitete Bewegungen
auf das Getriebe 18 und von dort über den Spindeltrieb und die Kniehebelmechanik auf
den Deckel 14 übertragen werden können. Hierzu verfügt das Getriebe 18 über ein Handrad
20, welches einer Person ein relativ bequemes Öffnen und Verschließen des Deckels
14 ermöglicht, ohne dabei Überkopf arbeiten zu müssen.
[0033] Ein Antriebsstrang 24 des Getriebes 15 ist durch die Platten 6 und 8 hindurchgeführt.
Dieser Antriebsstrang 24 weist einen Vierkant auf, auf den ein passendes Handrad (in
den Figuren nicht dargestellt) aufgesteckt werden kann, so dass der Deckel 14 auch
von dem zweiten Schachtteil 4 aus geöffnet oder verschlossen werden kann.
[0034] Um den Deckel 14 in der den Durchgang 10 verschließenden Stellung verriegeln zu können,
ist eine Verriegelungsmechanik vorgesehen, welche durch Handräder 26 betätigbar ist.
Diese Handräder sind in den Deckel 14 integriert, wobei in der Zeichnung nur in der
Fig. 3 ein Handrad 26 an der dem Schachtteil 2 zugewandten Seite des Deckels 14 dargestellt
ist. Die Verriegelungsmechanik ist so dimensioniert, dass sie auf den Deckel 14 eine
solche Verriegelungskraft ausübt, die auch dem bei gefluteten Schachtteil 4 auf den
Deckel 14 wirkenden Wasserdruck standhält.
[0035] In dem Schacht ist eine in den Figuren nicht eingezeichnete Steighilfe, vorzugsweise
eine Leiter angeordnet, über die eine Person zum Unterwasserausstieg aus dem Unterseeboot
in den oberen, zweiten Schachtteil 4 klettern kann. Um dort sicher stehen zu können,
ist dort eine Standfläche 28 in Form eines rutschfesten Gitterrostes so angeordnet,
dass in dem Schachtteil 4 eine von der Standfläche 28 aus gemessene Standhöhe von
etwa zwei Metern besteht.
[0036] Befindet sich die Person in dem Schachtteil 4, kann der Durchgang 10 zwischen dem
Schachteil 2 und dem Schachtteil 4 durch den Deckel 14 verschlossen werden, so dass
dann der Schachtteil 4 druckdicht von dem Schachtteil 2 getrennt ist. Daraufhin wird
der Schachtteil 4 geflutet, um die an der Oberseite des Schachtteils 4 angeordnete
Luke öffnen zu können. Die hierfür erforderlichen Mittel sind in der Zeichnung der
Übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt, sie entsprechen im Übrigen dem Stand der
Technik. Während des Ausstiegs dieser Person, kann eine weitere Person in dem ersten
Schachtteil 2 auf ihren Ausstieg unter den in dem Druckkörper herrschenden Druckbedingungen
warten und den Deckel 14 öffnen, wenn die obere Luke des Schachtteils 4 verschlossen
und der Schachtteil 4 wieder entwässert ist. Danach kann auch sie in der oben beschriebenen
Weise das Unterseeboot verlassen.
[0037] In den Figuren ist der Übergang von dem Schacht zu dem Druckkörper des Unterseebootes
nicht dargestellt. Es sei daher an dieser Stelle angemerkt, dass die Unterseite des
Schachtteils 2, welche direkt an den Druckkörper anschließt, sowohl als eine mit einem
Deckel abschließbare Luke als auch als offener Zugang ausgebildet sein kann. Beispielsweise
kann ein ursprünglich zum Ausschleusen von zwei Personen vorgesehener Schacht, der
an seiner Unterseite mit einer Deckel gegenüber dem Druckkörper des Unterseebootes
druckdicht abschließbar ausgebildet ist, so umgerüstet werden, dass ein oberer Teil
des Schachtes abgetrennt wird und ein zweiter Schachtteil 4 aufgeflanscht wird, wobei
zwischen dem ersten Schachtteil 2 und dem zweiten Schachtteil 4 in der erfindungsgemäßen
Weise ein mittels eines Deckels 14 druckdicht abschließbarer Durchgang 10 vorgesehen
ist. Der Deckel an der Unterseite des Schachtteils 2 ist dann eigentlich nicht mehr
erforderlich, da der Deckel 14 die Aufgabe einer Abschottung des Druckkörpers gegenüber
dem Wasserdruck übernimmt, allerdings bietet der Deckel an der Unterseite des Schachtteils
2 eine doppelte Sicherheit gegen einen möglichen Wassereinbruch.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 2
- Schachtteil
- 4
- Schachtteil
- 6
- Platte
- 8
- Platte
- 10
- Durchgang
- 12
- Süll
- 14,14'
- Deckel
- 16
- Getriebe
- 18
- Getriebe
- 20
- Handrad
- 22
- Übertragungswelle
- 24
- Antriebseinheit
- 26
- Handrad
- 28
- Standfläche
1. Unterseeboot mit einem Druckkörper, mit einem Turm und mit einem darin befindlichen
Schacht, welcher zweigeteilt ausgebildet ist und einen ersten Schachtteil (2) mit
einem Zugang zum Druckkörper aufweist und einen zweiten Schachtteil (4) mit einer
druckdicht abschließbaren Öffnung zu der das Unterseeboot dort umgebenden Atmosphäre
aufweist, wobei der erste und der zweite Schachtteil (2, 4) übereinander angeordnet
sind und wobei zwischen dem ersten Schachtteil (2) und dem zweiten Schachtteil (4)
ein druckdicht abschließbarer Durchgang (10) vorgesehen ist und nur der zweite Schachtteil
(4) als Schleuse zum Ausschleusen einer Person ausgebildet ist.
2. Unterseeboot nach Anspruch 1, wobei in dem zweiten Schachtteil (4) Mittel zum Fluten
und Entwässern vorgesehen sind.
3. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der zweite Schachtteil
(4) gegenüber dem ersten Schachtteil (2) mit einem Deckel (14) abschließbar ist, welcher
zum Öffnen bevorzugt in den ersten Schachtteil (2) verschwenkbar ist.
4. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in dem ersten und in dem
zweiten Schachtteil (2, 4) Mittel (16, 18, 20, 22) zum Öffnen und Schließen des Deckels
(14) vorgesehen sind.
5. Unterseeboot nach Anspruch 4, wobei der Deckel (14) über ein Getriebe (16) verschwenkbar
ist und wobei ein betätigbarer Antriebsstrang (18, 24) des Getriebes (16) jeweils
in dem ersten und dem zweiten Schachtteil (2, 4) angeordnet ist.
6. Unterseeboot nach Anspruch 5, wobei das Getriebe (16) eine Übertragungswelle (22)
aufweist.
7. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Deckel (14) eine Verriegelung
aufweist, welche von dem ersten und dem zweiten Schachtteil (2, 4) aus betätigbar
ist.
8. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in dem zweiten Schachtteil
(4) eine bevorzugt rutschfeste Standfläche (28) angeordnet ist.
9. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der erste Schachtteil und
der zweite Schachtteil (4) als separate Bauteile ausgebildet sind, welche mittels
einer Flanschverbindung miteinander verbunden sind.