[0001] Die Erfindung betrifft eine Schiebetür mit einem magnetischen Antriebssystem und
einer Fluchtwegfunktionalität. Das magnetische Antriebssystem weist eine Linear-Antriebseinheit
mit mindestens einer Magnetreihe auf. Der Begriff der Magnetreihe umfasst auch längliche
Einzelmagneten. Die Magnetreihe kann ortsfest oder ortsveränderlich angeordnet sein.
Das magnetische Antriebssystem ist vorzugsweise als magnetisches Trag- und Antriebssystem
ausgestaltet.
[0002] Aus der DE 40 16 948 A1 ist eine Schiebetürführung bekannt, bei der miteinander zusammenwirkende
Magnete bei normaler Belastung eine berührungsfreie schwebende Führung eines in einer
Schiebeführung gehaltenen Türflügels oder dergleichen bewirken, wobei neben den stationär
angeordneten Magneten der Schiebeführung ein Ständer eines Linearmotors angeordnet
ist, dessen Läufer an der Schiebetür angeordnet ist. Durch die gewählte V-förmige
Anordnung der Permanentmagnete der offenbarten permanent erregten magnetischen Trageinrichtung
kann keine seitlich stabile Führungsbahn realisiert werden, weswegen eine relativ
komplizierte Anordnung und Ausgestaltung von Ständer und Läufer erforderlich ist.
[0003] Aus der WO 00/50719 A1 ist ein kombiniertes Lager- und Antriebssystem für eine automatisch
betriebene Tür bekannt, bei der ein permanent erregtes magnetisches Tragsystem symmetrisch
aufgebaut ist und ortsfeste und ortsveränderbare Magnetreihen aufweist, die jeweils
in einer Ebene angeordnet sind, wobei sich das Tragsystem in einem labilen Gleichgewicht
befindet, und bei dem das Tragsystem symmetrisch angeordnete seitliche Führungselemente
aufweist, die rollenförmig gelagert sein können. Aufgrund der hierdurch erreichten
seitlich stabilen Führungsbahn ergibt sich eine einfache Ausgestaltung und Anordnung
von Ständer und Läufer eines in einem gemeinsamen Gehäuse untergebrachten Linearmotors,
nämlich die Möglichkeit, Ständer und Läufer des Linearmotors in Bezug auf das Tragsystem
beliebig anordnen zu können und hinsichtlich der Formgebung von Ständer und Läufer
nicht durch das Tragsystem beschränkt zu sein.
[0004] Diesen beiden Lagersystemen gemeinsam ist, dass sie nach dem Prinzip der abstoßenden
Kraftwirkung arbeiten, welches Wirkprinzip einen stabilen Schwebezustand ohne aufwendige
elektrische Regeleinrichtung ermöglicht. Nachteilig hieran ist jedoch, dass sowohl
mindestens eine ortsfeste als auch mindestens eine ortsveränderbare Magnetreihe vorhanden
sein müssen, d. h., über den gesamten Weg der Schiebeführung bzw. des Lagers der automatisch
betriebenen Tür und an dem entlang dieser Führung beweglichen Tragschlitten für die
Tür Magnete angeordnet sein müssen, wodurch sich ein solches System, das sich aufgrund
des Wegfalls der mechanischen Reibung zum Tragen der Tür durch extreme Leichtgängigkeit
und geräuschlose Arbeitsweise auszeichnet und nahezu verschleiß- und wartungsfrei
ist, in der Herstellung sehr teuer wird.
[0005] Aus der DE 196 18 518 C1 ist weiter ein elektromagnetisches Antriebssystem für magnetische
Schwebe- und Tragsysteme bekannt, bei dem durch eine geeignete Anordnung von Dauermagnet
und ferromagnetischem Material ein stabiler Schwebe- und Tragzustand erreicht wird.
Hierzu versetzt der Dauermagnet das ferromagnetische Material in den Zustand einer
magnetischen Teilsättigung. Elektromagnete sind so angeordnet, dass die Dauermagneten
allein durch eine Änderung der Sättigung in der Tragschiene bewegt werden, und die
Spulenkerne sind in die dauermagnetische Teilsättigung, die zum Schwebe- und Tragezustand
führt, mit einbezogen.
[0006] Weiter zeigt die WO 94/13055 einen Ständerantrieb für einen elektrischen Linearantrieb
und eine mit einem solchen Ständer versehene Tür, die mittels Magneten im Türsturz
eines Rahmens aufgehängt ist. Hierfür sind an der Türfüllung mehrere Magnete oder
Magnetgruppen angeordnet, deren magnetische Feldstärke so groß ist, dass eine Anziehungskraft
zu einer Führungsplatte erreicht wird, die an der Unterseite des Türsturzes angeordnet
ist, wobei die Anziehungskraft ausreicht, um das Gewicht der Tür anzuheben.
[0007] Den beiden in diesen Druckschriften beschriebenen Systemen ist gemeinsam, dass ein
Anbacken der Magnete an dem ferromagnetischen Material mittels Rollen verhindert wird,
also ein Luftspalt zwischen den Magneten und dem ferromagnetischen Material mittels
Rollen eingestellt wird. Diese Rollen müssen bei den gewählten Anordnungen große Kräfte
aufnehmen, da die magnetische Feldstärke nicht so gewählt werden kann, dass lediglich
die jeweilige magnetisch aufgehängte Tür gehalten wird, sondern aufgrund von Sicherheitsbestimmungen
eine bestimmte zusätzliche Tragkraft vorhanden sein muss, damit die Tür nicht ungewollt
abfällt. Demzufolge müssen die Rollen ähnlich ausgelegt werden, wie bei rein rollengelagerten
Schiebetüren, was dazu führt, dass eine mechanische Reibung zum Einstellen des Luftspalts
vorhanden ist. Diese hebt die extreme Leichtgängigkeit und geräuschlose Arbeitsweise
der nach dem abstoßenden Kraftprinzip arbeitenden Lagerung auf und führt zu Verschleiß
und Wartung. Dazu kommt, dass die magnetische Anziehungskraft schon während der Herstellung
präzise auf die jeweilige zu tragende Last eingestellt werden muss, wodurch diese
Systeme für den praktischen Einsatz ungeeignet oder zu teuer sind.
[0008] Weiter führen diese Druckschriften zwar die Verwendung eines mit einer magnetischen
Trageinrichtung gekoppelten oder integrierten Linearantriebes auf, die Ausgestaltung
eines solchen Linearantriebes, dessen Ansteuerung oder eine geeignete Fluchtwegfunktion
sind jedoch nicht beschrieben.
[0009] Bei solchen Schiebetüren muss, in Deutschland z. B. nach Norm, sichergestellt sein,
dass die Schiebetür im Gefahrenfall auch bei Auftreten eines einzelnen Funktionsfehlers,
z. B. eines defekten Steuerungselementes (Einfehlersicherheit) und Ausfall des Stromnetzes
oder nach Betätigung eines Gefahrenschalters selbstständig rasch öffnet. Bei konventionellen
Schiebetürantrieben mit mechanischen Übertragungselementen, wie Riemen, Bändern, Seile
oder Spindeln, ist hierfür der Einsatz eines elastischen Zugelementes, wie z. B. eines
Gummiseiles, bekannt, das bei geschlossener Tür gespannt wird und bei einem der zuvor
genannten Fälle und regelmäßig zu Testzwecken die Tür öffnet.
[0010] Hierbei bestehen die Nachteile, dass das Seil bei jedem Schließen der Tür gespannt
werden muss, wodurch der Antriebsmotor stärker belastet wird und dass die Tür im geschlossenen
Zustand unter einer Vorspannung steht, so dass diese durch den Motor, eine Kupplung
oder eine Zuhaltevorrichtung in der geschlossenen Position gehalten werden muss. Weiter
ist in der Regel eine zusätzliche elektromagnetische Kupplung im Antriebsstrang notwendig,
um die durch die elastischen Zugelemente beim Öffnen auftretende Reibung im Antriebsstrang
zu reduzieren. Aufgrund von Reibung erzeugen die elastischen Zugelemente im Normalbetrieb
auch meistens Geräusche. Auch stellt das elastische Zugelement ein zusätzliches Bauteil
dar, das zusätzliche Herstellungskosten verursacht und zusätzlichen Bauraum beansprucht.
Schließlich können die elastischen Zugelemente durch die ständige Betätigung und Belastung
je nach verwendetem Werkstoff altern und hierdurch an Elastizität einbüßen, wodurch
die Öffnungskraft nachlässt oder die Zugelemente reißen können, so dass eine regelmäßige
Überprüfung und ggf. ein regelmäßiger Austausch notwendig sind.
[0011] Alternativ zu solchen elastischen Zugelementen ist es bei konventionellen Schiebetürantrieben
mit mechanischen Übertragungselementen für die Fluchtwegfunktion bekannt, einen zweiten
Antriebsmotor mit eigener Notsteuerung und Akkumulator-Speisung einzusetzen. Der zweite
Motor ist oft unmittelbar mit einem zweiten Wellenende des Hauptmotors verbunden,
so dass Hauptmotor und Notmotor eine Einheit bilden.
[0012] Nachteilig an dieser Lösung ist, dass ein zusätzlicher Motor notwendig ist, der zusätzliche
Herstellungskosten verursacht und zusätzlichen Bauraum beansprucht, und dass diese
Lösung nur eine begrenzte Sicherheit bietet, da der erste Motor bei seinem Durchbrennen
durch Verbacken der Isolationsstoffe blockieren könnte.
[0013] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Schiebetür mit einem magnetischen Antriebssystem
für mindestens einen Türflügel, das eine Linear-antriebseinheit mit mindestens einer
Magnetreihe aufweist, so weiterzuentwickeln, dass die zuvor genannten Vorteile bei
geringen Herstellungskosten bestehen bleiben und eine Fluchtwegfunktion gewährleistet
ist.
[0014] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Schiebetür mit den im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmalen, alternative Lösungen dieser Aufgabe sind jeweils durch die in den Patentansprüchen
2 und 3 angegebenen Merkmale gegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Gegenstände
der Patentansprüche1 bis 3 sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0015] In einer ersten Alternative umfasst die erfindungsgemäße Schiebetür ein magnetisches
Antriebssystem für mindestens einen Türflügel, mit einer in Antriebsrichtung angeordneten
Magnetreihe, deren Magnetisierung in ihrer Längsrichtung in bestimmten Abständen das
Vorzeichen wechselt, und einem mit der Magnetreihe verbundenen Tragschlitten, an dem
der Türflügel befestigt werden kann, sowie mit einer aus mehreren Einzelspulen und
Spulenkernen bestehende Spulenanordnung, die bei entsprechender Ansteuerung der Einzelspulen
eine Wechselwirkung mit der Magnetreihe bewirkt, die Vorschubkräfte hervorruft, wobei
die Einzelspulen der Spulenanordnung mindestens zwei Phasensträngen zugeordnet sind
und die einem jeweiligen Phasenstrang zugeordneten Einzelspulen parallel geschaltet
sind, einem elektrischen Leistungsspeicher und einer Notsteuerung, die mit dem elektrischen
Leistungsspeicher verbunden ist und die Schiebetür bei Stromausfall oder Versagen
der Hauptsteuerung öffnen kann.
[0016] In einer zweiten Alternative umfasst die erfindungsgemäße Schiebetür ein magnetisches
Antriebssystem für mindestens einen Türflügel, mit einer in Antriebsrichtung angeordneten
Magnetreihe, deren Magnetisierung in ihrer Längsrichtung in bestimmten Abständen das
Vorzeichen wechselt, und einem mit der Magnetreihe verbundenen Tragschlitten, an dem
der Türflügel befestigt werden kann, sowie mit einer aus mehreren Einzelspulen und
Spulenkernen bestehende Spulenanordnung, die bei entsprechender Ansteuerung der Einzelspulen
eine Wechselwirkung mit der Magnetreihe bewirkt, die Vorschubkräfte hervorruft, wobei
die Einzelspulen der Spulenanordnung mindestens zwei Phasensträngen zugeordnet sind
und die einem jeweiligen Phasenstrang zugeordneten Einzelspulen in Reihe geschaltet
sind, einem elektrischen Leistungsspeicher und einer Notsteuerung, die mit dem elektrischen
Leistungsspeicher verbunden ist und die Schiebetür bei Stromausfall oder Versagen
der Hauptsteuerung öffnen kann.
[0017] In einer dritten Alternative umfasst die erfindungsgemäße Schiebetür ein magnetisches
Antriebssystem für mindestens einen Türflügel, mit einer in Antriebsrichtung angeordneten
Magnetreihe, deren Magnetisierung in ihrer Längsrichtung in bestimmten Abständen das
Vorzeichen wechselt, und einem mit der Magnetreihe verbundenen Tragschlitten, an dem
der Türflügel befestigt werden kann, sowie mit einer aus mehreren Einzelspulen und
Spulenkernen bestehende Spulenanordnung, die bei entsprechender Ansteuerung der Einzelspulen
eine Wechselwirkung mit der Magnetreihe bewirkt, die Vorschubkräfte hervorruft, einem
elektrischen Leistungsspeicher, einer Notsteuerung, die mit dem elektrischen Leistungsspeicher
verbunden ist und die Schiebetür bei Stromausfall oder Versagen der Hauptsteuerung
öffnen kann, und zwei oder mehr mit der Notsteuerung verbundene Zusatzspulen zum Öffnen
der Schiebetür bei einer entsprechenden Ansteuerung.
[0018] Durch die Erfindung wird demgemäß eine Fluchtwegfunktion realisiert, indem ein einfehlersicher
ausgelegter Linearmotor mit einer durch einen Akkumulator gespeisten Notsteuerung
versehen wird. Der Linearmotor wird einfehlersicher ausgelegt, indem die in diesem
vorhandene große Anzahl von elektromagnetischen Antriebsspulen so verschaltet werden,
dass der Motor bei dem Durchbrennen oder bei Kontaktfehlern einer einzelnen Spule
oder Spulengruppe quasi ohne Beeinträchtigung weiter betrieben werden kann. Die zusätzlich
vorgesehene Notsteuerung mit Akkumulator-Speisung, welche an die vorhandenen Spulenstränge
der einfehlersicher verschalteten Spulen angeschlossen ist, öffnet die Tür bei Stromausfall,
bei der Betätigung eines Notschalters, bei Ausfall der Hauptsteuerung oder in regelmäßigen
Zeitabständen zum Selbsttest der Fluchtwegfunktion, wie es z. B. in Deutschland vorgeschrieben
ist.
[0019] Da die erfindungsgemäße Schiebetür mit einem magnetischen Antriebssystem für die
Fluchtwegfunktion keine mechanischen Übertragungsmittel zwischen Motor und Türflügel
aufweist, ist ein Versagen der Fluchtwegfunktion durch mechanischen Defekt, z. B.
durch Reißen oder Verklemmen des Riemens, ausgeschlossen, so dass erfindungsgemäß
im Vergleich zu den beschriebenen Verfahren bei konventionellen Schiebetürantrieben
mit mechanischen Übertragungselementen eine höhere Sicherheit erreicht wird.
[0020] Die erfindungsgemäße Schiebetür mit einem magnetischen Antriebssystem, insbesondere
der erfindungsgemäße Linearmotor-Schiebetürantrieb, weist für die Fluchtwegfunktion
eine von der Hauptsteuerung unabhängig arbeitende und durch einen elektrischen Leistungsspeicher
gespeiste Notsteuerung auf, die die Schiebetür bei Stromausfall oder bei Versagen
der Hauptsteuerung öffnen kann. Der als elektrischer Leistungsspeicher vorzugsweise
verwendete Akkumulator kann auch alternativ durch einen Kondensator oder eine Batterie
realisiert werden. Bei Einsatz eines wiederaufladbaren elektrischen Leistungsspeichers
wird dieser vorzugsweise automatisch geladen, so dass ständig ein ausreichender Notstrom
zur Verfügung steht.
[0021] Die einfehlersichere Verschaltung der Einzelspulen wird in der ersten Alternative
durch eine parallele Schaltung der einzelnen Spulen eines Phasenstrangs erreicht,
da hier einzelne Spulen ausfallen können, z. B., indem der Draht schmilzt oder ein
Spulenanschluss bricht, ohne dass der Betrieb sicherheitsrelevant negativ beeinflusst
wird.
[0022] In der zweiten Alternative erfolgt die einfehlersichere Verschaltung der Einzelspulen
durch eine Reihenschaltung der Einzelspulen eines Phasenstrangs, da hier Kurzschlüsse
innerhalb einer Spule, z. B. durch Versagen der Drahtisolierung einzelner Spulen,
auftreten können, ohne dass der Linearmotor hierdurch ausfällt, da einzelne ausgefallene
Spulen nicht stören. Da ein entsprechend dicker Draht eingesetzt werden kann, ist
ein Leitungs- bzw. Drahtbruch äußerst unwahrscheinlich und kann bei entsprechendem
mechanischen Schutz des Stators ausgeglichen werden. Weiter können die in Reihe geschalteten
Spulen eines Phasenstranges aus einem einzigen ununterbrochenen Draht gefertigt werden,
so dass ein Brechen eines Spulenanschlusses bei der Reihenschaltung ausgeschlossen
werden kann. Dies zeigt, dass durch die erfindungsgemäße kurzschlusssichere Verschaltung
der Spulen eines Phasenstranges die erforderliche Einfehlersicherheit gegeben ist.
[0023] In der dritten Alternative wird die einfehlersichere Auslegung der Einzelspulen des
erfindungsgemäßen Linearantriebs durch zwei oder mehr zusätzliche Spulen für die Notöffnungsfunktion
erreicht, die mit der Notsteuerung unabhängig von dem Hauptspulenstrang betrieben
werden können. Die Spulen können wie die Hauptspulen auf den Läufer einwirken. Die
zusätzlichen Spulen für die Notöffnung können einzeln oder in einer oder mehreren
Gruppen zwischen den Hauptspulen sowie vor oder hinter diesen angebracht sein. Weiter
können die für die Notöffnungsfunktion vorgesehenen zusätzlichen Spulen kleiner ausgelegt
werden, als die für den Normalbetrieb vorgesehenen, da diese lediglich in großen zeitlichen
Abständen kurzzeitig, d. h., zum jeweiligen einmaligen Öffnen, betrieben werden.
[0024] Die erfindungsgemäße Schiebetür weist vorzugsweise weiter eine Überwachungseinheit
auf, die den Ladungs- und Alterungszustand des elektrischen Leistungsspeichers überwacht.
[0025] Durch diese erfindungsgemäß vorzugsweise zusätzlich vorhandene elektronische Überwachung
des Ladungs- und Alterungszustands des elektrischen Leistungsspeichers kann ein mangelhafter
Zustand oder eine zeitliche Alterung akustisch, z. B. durch einen Signalton, optisch,
z. B. durch ein Lichtsignal, durch eine Notöffnung oder durch eine Mitteilung an ein
zentrales Überwachungssystem angezeigt werden, wodurch eine notwendige Wartung oder
ein notwendiger Austausch des elektrischen Leistungsspeichers angezeigt wird. Ohne
diese erfindungsgemäß vorzugsweise vorgesehene elektronische Überwachung soll der
elektrische Leistungsspeicher in festen Zeiträumen gewechselt werden, die von der
Art des Leistungsspeichers abhängen. So muss eine Batterie häufiger gewechselt werden,
als ein Akkumulator, welcher wiederum häufiger gewechselt werden muss, als ein Kondensator.
[0026] Alternativ oder zusätzlich weist die erfindungsgemäße Schiebetür vorzugsweise weiter
ein Notsteuerungs-Wegerfassungssystem auf, dessen Ausgangssignal an die Notsteuerung
geführt wird, die auf der Grundlage des empfangenen Ausgangssignals eine wegabhängige
Kommutierung des magnetischen Antriebssystems ausführt.
[0027] Durch den vorzugsweisen Einbau eines eigenen Wegerfassungssystems für die erfindungsgemäße
Notsteuerung, d. h. zusätzlich zu einem Wegerfassungssystem für die den Normalbetrieb
gewährleistende Hauptsteuerung, kann diese den elektromagnetischen Linearmotor wie
im Normalbetrieb wegabhängig kommutieren. Dieses eigene Wegerfassungssystem kann einfacher
ausgelegt sein, als das für den Normalbetrieb vorgesehene, z. B. lediglich durch einen
Inkrementalgeber, mittels dem die absolute Position des Türflügels nicht erfasst werden
kann. Das Notsteuerungs-Wegerfassungssystem kann auch lediglich als Backup für das
im Normalbetrieb verwendete Wegerfassungssystem dienen, d. h. die Notsteuerung verwendet
normalerweise das im Normalbetrieb (von der Hauptsteuerung) verwendete Wegerfassungssystem
und nur bei dessen Ausfall das eigene Notsteuerungs-Wegerfassungssystem.
[0028] Weiter alternativ oder zusätzlich führt die Notsteuerung der erfindungsgemäßen Schiebetür
vorzugsweise eine zeitgesteuerte Kommutierung des magnetischen Antriebssystems aus.
[0029] Diese alternative oder zusätzliche zeitgesteuerte Kommutierung des elektromagnetischen
Linearmotors bei der Notöffnung bietet eine besonders hohe Funktionssicherheit, da
für die Notöffnung kein Wegerfassungssystem erforderlich ist und daher auch nicht
ausfallen kann. Die möglichen Nachteile einer solchen zeitgesteuerten Kommutierung,
wie schlechterer Wirkungsgrad, schlechtere Steuer- und Regelbarkeit und unruhiger
Lauf, sind für den Notfall von sehr geringer Bedeutung. Eine Kontrolle der Bewegung,
d. h., ein gezieltes wegabhängiges Beschleunigen und Abbremsen der Tür, kann bei einem
Stromausfall durch den vorhandenen Inkrementalgeber der Hauptsteuerung erfolgen. Bei
einem Totalausfall des Wegsignales kann die Tür durch die zeitgesteuerte Kommutierung
dennoch ungeregelt öffnen. Es können auch beide Arten der Kommutierung mit einem eigenen
Wegerfassungssystem für die Notsteuerung implementiert werden, wodurch ein besonders
fehlerresistentes System geschaffen wird, insbesondere, wenn das Notsteuerungs-Wegerfassungssystem
nur als Backup für das im Normalbetrieb verwendete Wegerfassungssystem dient.
[0030] Weiter alternativ oder zusätzlich sind in der erfindungsgemäßen Schiebetür mehrere
Einzelspulen der Spulenanordnung aus einem ununterbrochenen Draht gefertigt.
[0031] Durch diese vorzugsweise Fertigung mehrerer in Reihe geschalteter Spulen aus einem
einzigen ununterbrochenen Draht wird das Risiko einer schlechten Kontaktierung reduziert.
Zwischen zwei in Reihe geschaltete Einzelspulen kann ein Anschluss angelegt werden.
Weiter vorzugsweise werden alle Spulen des Antriebes oder zumindest eines Phasenstranges
aus einem ununterbrochenen Draht gefertigt. Neben dem Gewinn an Funktionssicherheit
kann hierdurch auch der Fertigungsprozess vereinfacht werden. Bei einer Dreiecksschaltung
(3-phasig) oder Ringschaltung (4- oder mehrphasig) können alle Spulen des Motors oder
eines Phasenstrangs jeweils aus einem einzigen ununterbrochen Draht gefertigt werden,
wodurch eine besonders hohe Funktionssicherheit erreicht wird.
[0032] Weiter alternativ oder zusätzlich sind in der erfindungsgemäßen Schiebetür Anschlussleitungen
für die Einzelspulen der Spulenanordnung redundant ausgelegt.
[0033] Durch diese mehrfache Ausfertigung der nicht zu vermeidenden Kontakte beim Anschluss
der Motorspannung an das stern-, dreieck- oder ringförmige Spulensystem des Stators
wird eine erhöhte Funktionssicherheit erzielt. Insbesondere wird diese erzielt, wenn
der Sternpunktkontakt zur Erhöhung der Funktionssicherheit bei einer Sternschaltung
der Spulenstränge mehrfach ausgeführt wird.
[0034] Der erfindungsgemäße Stator des Antriebes besteht aus mindestens zwei Spulen, vorzugsweise
wird eine größere Anzahl von Spulen verwendet. Die Spulen sind mindestens zwei Phasensträngen
zugeordnet. Besonders günstig ist ein dreiphasiger Motor, da sich dieser zum einen
bei besonders guten Antriebseigenschaften, wie einem hohen Wirkungsgrad und einem
gleichmäßigen Schub, besonders kostengünstig fertigen lässt. Die Spulen können bei
drei Phasen sowohl im Dreieck als auch im Stern verschaltet sein. Es können auch -
bei entsprechendem Mehraufwand - Antriebsmotoren mit vier, fünf, sechs und mehr Phasen
realisiert werden.
[0035] In der erfindungsgemäßen Schiebetür sind die Einzelspulen der Spulenanordnung vorzugsweise
in Dreieckschaltung oder in Sternschaltung zwischen ein dreiphasiges Ansteuersystem
geschaltet.
[0036] Die erfindungsgemäße Schiebetür weist vorzugsweise weiter für jeden Türflügel eine
mit der Magnetreihe verbundene Rollenanordnung auf, die bezüglich des Türflügels eine
Tragfunktion erfüllt und einen bestimmten spaltförmigen Abstand zwischen der Magnetreihe
und den Spulenkernen gewährleistet.
[0037] Durch eine solche Auslegung des magnetischen Antriebssystems als magnetisches Trag-
und Antriebssystem, bei dem die erforderliche Tragkraft teilweise von dem magnetischen
Trag- und Antriebssystem und teilweise von der Rollenanordnung aufgenommen wird, wird
gegenüber dem Stand der Technik der Vorteil erzielt, dass die Rollenanordnung weder
die gesamte Last des Türflügels tragen muss, noch eine aufgrund von Sicherheitsbestimmungen
erforderliche große Tragkraft bei rein mittels Magneten aufgehängten Türflügeln aufnehmen
muss. Hierdurch werden gegenüber einer reinen Rollenlagerung bzw. einer durch Rollen
abgestützten Magnetaufhängung die folgenden Vorteile erreicht:
- größere Lebensdauer der Rollen,
- Reduzierung der Rollengröße und damit eine Bauraumreduktion bezüglich der Rollenlagerung,
- eine Reduzierung der Rollengeräusche,
- Reduzierung des Rollwiderstandes bzw. der Rollreibung.
[0038] Weiter ergeben sich bei dieser Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schiebetür gegenüber
einer mit einem rein magnetischen Trag- und Führungssystem die Vorteile, dass die
Tragkraftkennlinien-Steifigkeit bei der Auslegung des Systems nicht berücksichtigt
werden braucht, beim Beschleunigen und Abbremsen keine Wankbewegungen der getragenen
Last, z. B. des Türflügels, entstehen, und dass unterschiedliche Auslenkungen bei
unterschiedlichen Türflügelgewichten nicht zwingend berücksichtigt bzw. kompensiert
werden müssen. Weiter kann das so ausgestaltete erfindungsgemäße magnetische Trag-
und Antriebssystem für mindestens einen Türflügel ohne Berücksichtigung der tatsächlichen
späteren Verwendung ohne Unterschiede in Serie gefertigt werden, d. h. ohne einen
bei der Fertigung erforderlichen Abgleich an das später zu tragende Gewicht.
[0039] Aus diesen Gründen ist erfindungsgemäß bei einer solchen nach dem anziehenden Kraftprinzip
arbeitenden Lagerung eine sehr gute Leichtgängigkeit und geräuschlose Arbeitsweise
gegeben, wobei aufgrund der eingesetzten Rollenanordnung, welche den bestimmten spaltförmigen
Abstand zwischen der Magnetreihe und der Spulenanordnung gewährleistet, trotz Ausnutzung
eines instabilen Gleichgewichtszustandes keine elektrische oder elektronische Regeleinrichtung
vorgesehen zu werden braucht. Ein spaltförmiger Abstand im Sinne dieser Erfindung
ist ein Abstand zwischen zwei parallelen oder wenig gegeneinander geneigten Flächen.
Hier insbesondere zwischen einer Polfläche einer der (mindestens einen) Magnetreihe
und einer dieser gegenüberliegend im Wesentlichen parallel dazu angeordneten Fläche
der Spulenkerne der Spulenanordnung.
[0040] Bei der erfindungsgemäßen Trageinrichtung ist die Magnetreihe vorzugsweise parallel
zur Tragrichtung und quer zur Antriebsrichtung magnetisiert.
[0041] Nach der Erfindung besteht die Magnetreihe vorzugsweise aus einem oder mehreren Hochleistungsmagneten,
vorzugsweise Seltenenerden-Hochleistungsmagneten, weiter vorzugsweise aus Neodym-Eisen-Bor
(NeFeB) bzw. Samarium-Cobalt (Sm
2Co) oder kunststoffgebundenen Magnetwerkstoffen. Durch die Verwendung von solchen
Hochleistungsmagneten lassen sich wegen der höheren Remanenzinduktion wesentlich höhere
Kraftdichten erzeugen als mit Ferrit-Magneten. Demzufolge lässt sich das Magnetsystem
bei gegebener Tragkraft mit Hochleistungsmagneten geometrisch klein und damit platzsparend
aufbauen. Die gegenüber Ferrit-Magneten höheren Materialkosten der Hochleistungsmagnete
werden durch das vergleichsweise geringe Magnetvolumen zumindest kompensiert.
[0042] Das erfindungsgemäße Antriebssystem oder kombinierte Trag- und Antriebssystem wird
zum Antrieb mindestens eines Türflügels einer Schiebetür eingesetzt, die vorzugsweise
als Bogenschiebetür oder Horizontal-Schiebewand ausgebildet ist. Es kann neben diesem
Einsatz auch zum Antrieb von Torflügeln oder in Zuführeinrichtungen, Handlingseinrichtungen
oder Transportsystemen eingesetzt werden.
[0043] Die Erfindung wird nun anhand von schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben.
[0044] Dabei zeigen:
- Figur 1:
- Eine Längsschnittdarstellung eines erfindungsgemäß prinzipiell verwendeten kombinierten
Trag- und Antriebssystems,
- Figur 2:
- eine elektrische Verschaltung der Spulen der Linear-Antriebseinheit des in Figur 1
gezeigten kombinierten Trag- und Antriebssystems,
- Figur 3:
- ein Diagramm zur Erläuterung einer ersten Möglichkeit des Spannungsverlaufes an den
wie in Figur 2 gezeigt verschalteten Spulen des erfindungsgemäß verwendeten Antriebssystems,
- Figur 4:
- ein Diagramm zur Erläuterung einer zweiten Möglichkeit des Spannungsverlaufes an den
wie in Figur 2 gezeigt verschalteten Spulen des erfindungsgemäß verwendeten Antriebssystems,
- Figur 5:
- ein Diagramm zur Erläuterung einer dritten Möglichkeit des Spannungsverlaufes an den
wie in Figur 2 gezeigt verschalteten Spulen des erfindungsgemäß verwendeten Antriebs-systems,
- Figur 6:
- eine Querschnittsdarstellung einer Schiebetür nach einer bevorzugten Ausführungsform
nach der Erfindung,
- Figur 7:
- eine Prinzipdarstellung der Verschaltung der Steuerungseinheiten und der Energieversorgung
mit dem Linearantrieb nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der Erfindung,
- Figur 8:
- eine einfehlersichere Verschaltung der in Sternschaltung geschalteten Ständerspulen
nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der ersten Alternative der Erfindung,
- Figur 9:
- eine einfehlersichere Verschaltung der in Dreieckschaltung geschalteten Ständerspulen
nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der ersten Alternative der Erfindung,
- Figur 10:
- eine einfehlersichere Verschaltung der in Sternschaltung geschalteten Ständerspulen
nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der zweiten Alternative der Erfindung,
- Figur 11:
- eine einfehlersichere Verschaltung der in Dreieckschaltung geschalteten Ständerspulen
nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der zweiten Alternative der Erfindung,
- Figur 12:
- eine einfehlersichere Verschaltung der in Viereckschaltung geschalteten Ständerspulen
nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der zweiten Alternative der Erfindung,
und
- Figur 13:
- Varianten einer einfehlersicheren Verschaltung der Ständerspulen durch unabhängig
verschaltete Zusatzspulen nach bevorzugten Ausführungsformen nach dritten Alternative
der Erfindung.
[0045] Die Figur 1 zeigt eine schematische Prinzipdarstellung von zwei Antriebssegmenten
eines erfindungsgemäß bevorzugt verwendeten Antriebssystems, hier als kombiniertes
magnetisches Trag- und Antriebssystem, in einem Längsschnitt, bei der der erfindungsgemäß
verwendete magnetische Linearantrieb auf die Magnetreihe 1 wirkt, die an einem Tragschlitten
4 befestigt ist, welcher einen Türflügel 5 hält. Die Magnetreihe 1 ist an einem Tragprofil
6 befestigt und weist jeweils abwechselnd polarisierte Einzelmagnete auf. In Tragrichtung
oberhalb der Magnetreihe 1 sind mit einem bestimmten spaltförmigen Abstand Spulen
2 so angeordnet, dass sich ein jeweiliger Spulenkern 3 in Tragrichtung, d. h. z-Richtung,
erstreckt. Die Spulenkerne stehen in anziehender Kraftwirkung mit der Magnetreihe
1 und bringen somit einen Teil einer Tragkraft für den Türflügel 5 auf.
[0046] Um einen kontinuierlichen Vorschub der Magnetreihe 1 zu gewährleisten, sind die Stator-Spulen
2 mit ihren jeweiligen Spulenkernen 3 in unterschiedlichen relativen Positionen zum
Raster der Dauermagnete angeordnet. Je mehr unterschiedliche Relativpositionen ausgebildet
werden, umso gleichmäßiger lässt sich die Schubkraft über den Verfahrweg realisieren.
Da andererseits jede Relativposition einer elektrischen Phase eines für den Linearantrieb
benötigten Ansteuersystems zuzuordnen ist, sollten möglichst wenig elektrische Phasen
zum Einsatz kommen. Aufgrund des zur Verfügung stehenden dreiphasigen Drehstromnetzes
ist ein dreiphasiges System, wie es beispielhaft in Figur 2 gezeigt ist, sehr kostengünstig
aufzubauen.
[0047] Hierbei besteht ein jeweiliges Antriebssegment und somit ein Spulenmodul der Linear-Antriebseinheit
aus drei Spulen, die eine Ausdehnung von drei Längeneinheiten in Antriebsrichtung,
d. h. x-Richtung, aufweisen, wobei also zwischen den Mittelpunkten benachbarter Spulenkerne
3 ein Raster R
S = 1 Längeneinheit liegt. Die Länge eines Magneten der Magnetreihe 1 in Antriebsrichtung
und die Länge der zwischen den Einzelmagneten der Magnetreihe 1 liegenden Lücke ist
hier so gewählt, dass Länge eines Magneten L
Magnet + Länge einer Lücke L
Lücke = Magnetraster R
M = 3/4 Längeneinheit (= 3/4 R
S).
[0048] Figur 2 zeigt die Verschaltung der Spulen der in Figur 1 gezeigten beiden Antriebssegmente
der erfindungsgemäß bevorzugt verwendeten Linear-Antriebseinheit. Hier ist eine erste
Spule 2a mit einem ersten Spulenkern 3a zwischen eine erste Phase und eine zweite
Phase eines aus drei Phasen bestehenden Drehstromsystems angeschlossen, dessen drei
Phasen gleichmäßig verteilt sind, also die zweite Phase bei 120° und eine dritte Phase
bei 240° liegen, wenn die erste Phase bei 0° liegt. Die in positiver Antriebsrichtung,
d. h. +x-Richtung, neben der ersten Spule 2a mit Spulenkern 3a liegende zweite Spule
2b mit Spulenkern 3b eines Antriebssegments der Linear-Antriebseinheit ist zwischen
die zweite Phase und die dritte Phase geschaltet und die in positiver Antriebsrichtung,
d. h. +x-Richtung neben der zweiten Spule 2b mit Spulenkern 3b liegende dritte Spule
2c mit Spulenkern 3c ist zwischen die dritte Phase und die erste Phase geschaltet.
Neben einem solchen Antriebssegment der Linear-Antriebseinheit liegende Antriebssegmente
der Linear-Antriebseinheit sind in gleicher Weise an die drei Phasen des Drehstromsystems
angeschlossen.
[0049] Ordnet man dem durch die Dauermagnete gebildeten Polraster, analog zur Anordnung
in einem zweipoligen Gleichstrommotor, Phasenwinkel zu, so lassen sich die linearen
Spulenanordnungen in einem kreisförmigen Phasendiagramm abbilden. Da sich dieses sowohl
magnetisch als Antriebswirkung auf die Dauermagnete als auch elektrisch als Ansteuerung
der Spulen interpretieren lässt, kann durch dieses Diagramm der Zusammenhang zwischen
Schaltzuständen und Antriebswirkung einheitlich beschrieben werden.
[0050] Ein solches kreisförmiges Phasendiagramm mit eingezeichneten Spulen ist in Figur
3 gezeigt. Hier ist auf der Ordinate das elektrische Potential in V und auf der Abszisse
das magnetische Potential angegeben. Ein Kreis um den Ursprung dieses Koordinatensystems,
der ein Nullpotential sowohl für das elektrische Potential als auch das magnetische
Potential darstellt, repräsentiert die Phasenlagen der an den jeweiligen Spulen anliegenden
Spannung, wobei eine 0°-Phasenlage bei dem Schnittpunkt des Kreises mit der positiven
Ordinate gegeben ist und sich die Phase im Uhrzeigersinn zu einer 90°-Phasenlage in
dem Schnittpunkt des Kreises mit der negativen Abszisse, der das magnetische Potential
des Südpols darstellt, eine 180°-Phasenlage in dem Schnittpunkt des Kreises mit der
negativen Ordinate, der das minimale Spannungspotential darstellt, einer 270°-Phasenlage
in dem Schnittpunkt des Kreises mit der positiven Abszisse, der das magnetische Potential
des Nordpols darstellt, bis zu einer 360°-Phasenlage, die gleich der 0°-Phasenlage
ist, in dem Schnittpunkt des Kreises mit der positiven Ordinate, der das maximale
Spannungspotential darstellt, ändert.
[0051] Wie in Figur 2 gezeigt, ist eine Beziehung gegeben, bei der die erste Spule 2a mit
Spulenkern 3a zwischen einer 0°-Phasenlage und einer 120°-Phasenlage, die zweite Spule
2b mit Spulenkern 3b zwischen einer 120°-Phasenlage und einer 240°-Phasenlage und
die dritte Spule 2c mit Spulenkern 3c zwischen einer 240°-Phasenlage und einer 360°-Phasenlage
liegen. Bei Drehstrombetrieb drehen sich nun die Zeiger dieser Spulen entsprechend
der Wechselfrequenz des Drehstroms im Uhrzeigersinn, wobei jeweils eine der elektrischen
Potentialdifferenz zwischen den auf die Ordinate projizierten Anfangs- und Endpunkten
des Zeigers entsprechende Spannung an den Spulen anliegt.
[0052] Bei der magnetischen Interpretation des Phasendiagramms entspricht ein Phasendurchlauf
von 180° einer Verschiebung des Läufers um den Abstand zwischen den Mittelpunkten
zweier benachbarter Magnete, also dem Magnetraster R
M. Durch die abwechselnde Polarisierung der Magnete im Läufer wird bei einer Verschiebung
um das Magnetraster R
M ein Polwechsel ausgeführt. Nach einem 360°-Phasendurchlauf beträgt die Läuferverschiebung
zwei R
M. Hierbei befinden sich die Magnete relativ zum Raster R
S der Statorspulen wieder in Ausgangsposition, vergleichbar mit einer 360°-Umdrehung
des Rotors eines zweipoligen Gleichstrommotors.
[0053] Für die elektrische Interpretation des Phasendiagrammes wird die Ordinate betrachtet,
auf der das anliegende elektrische Spannungspotential dargestellt ist. Bei 0° liegt
das maximale Potential, bei 180°, das minimale Potential und bei 90° bzw. 270° ein
mittleres Spannungspotential an. Wie zuvor erwähnt, werden die Spulen im Diagramm
durch Pfeile dargestellt, deren Anfangs- und Endpunkte die Kontaktierungen darstellen.
Die jeweils anliegende Spulenspannung kann durch Projektion von Start- und Endpunkt
der Pfeile auf die Potentialachse abgelesen werden. Durch die Pfeilrichtung wird die
Stromrichtung und hierdurch die Magnetisierungsrichtung der Spule festgelegt.
[0054] Anstelle einer kontinuierlichen sinusförmigen Spannungsquelle, die ein Phasendiagramm
gemäß Figur 3 aufweist, kann aus Kostengründen auch eine Steuerung mit Rechteck-Charakteristik
eingesetzt werden. In einem entsprechenden Phasendiagramm, das in Figur 4 gezeigt
ist, ist die Rechteck-Charakteristik durch Schaltschwellen dargestellt. Hierbei können
die Phasenanschlüsse jeweils die drei Zustände Pluspotential, Minuspotential und potentialfrei
einnehmen. Dabei liegen das Pluspotential z. B. in einem Bereich zwischen 300° und
60° und das Minuspotential in einem Bereich von 120° bis 240° an und die Bereiche
zwischen 60° und 120° sowie 240° und 300° stellen den potentialfreien Zustand dar,
in dem die Spulen nicht angeschlossen sind. Bei der Rechteckspannung-Ansteuerung ist
der im Vergleich zur Sinus-Steuerung ungleichmäßigere Schub nachteilig.
[0055] Es lässt sich natürlich noch eine große Zahl weiterer Spulenkonfigurationen und Potentialverteilungen
aufbauen, z. B. die in Figur 5 gezeigte Potentialverteilung, bei der ein minimales
Potential von 0 V in einem Bereich zwischen 105° und 255°, ein maximales Potential
von 24 V in einem Bereich von 285° bis 75° und potentialfreie Bereiche von 75° bis
105° und von 255° bis 285° vorliegen.
[0056] Durch geeignete Ansteuerungen gemäß den oben dargelegten Prinzipien können verschiedene
Verfahrgeschwindigkeiten und Verfahrwege erreicht werden. Hierzu können Positionssensoren
für die einzelnen Türflügel vorgesehen werden oder es können auch Steuerungen aufgebaut
werden, die ohne Positionssensoren auskommen, wobei die Position der Türflügel geschätzt
wird.
[0057] Die Figur 6 zeigt einen Querschnitt einer Trag- und Antriebseinrichtung einer Schiebetür
nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der Erfindung.
[0058] Ein prinzipiell U-förmiges Tragprofil 6 weist einen Boden 9 und zwei senkrecht auf
diesem stehende Seitenbereiche 10 auf, die jeweils Aussparungen 11 aufweisen, in denen
an dem Tragschlitten 4 befestigte Anordnungen 7, 8 von Einzelrollen laufen, die eine
vertikale Führung bewirken. Hier sind zwei identische Anordnungen 7, 8 von Einzelrollen
gewählt, von denen eine linke Anordnung 7 in positiver Querrichtung y links von einer
rechten Anordnung 8 liegt. Die linke Anordnung 7 ist in positiver Querrichtung y links
an dem Tragschlitten 4 befestigt und die rechte Anordnung 8 ist in positiver Querrichtung
y rechts an dem Tragschlitten 4 befestigt.
[0059] Innerhalb des hier prinzipiell u-förmigen Tragschlittens 4, an dessen Seitenbereichen
12 die Anordnungen 7, 8 von Einzelrollen befestigt sind, ist an dem Boden 13 des Tragschlittens
4 die Magnetreihe 1 angeordnet. Zwischen den Seitenbereichen 12 des Tragschlittens
4 ist mit einem spaltförmigen Abstand a zu der Magnetreihe 1 eine aus Spulen 2 und
Spulenkernen 3 bestehende Spulenanordnung angeordnet, die an dem Boden 9 des Tragprofils
6 befestigt ist. Da das Tragprofil 6 aus nichtmagnetischem Werkstoff bestehen kann,
z. B. Aluminium, ist zwischen der Spulenanordnung 2, 3 und dem Tragprofil 6 eine weichmagnetische
Rückflussschiene 14 angeordnet, die Bohrungen aufweist, durch die die Spulenkerne
3 an dem Boden 9 des Tragprofils 6 befestigt sind. Die Spulenkerne 3 und die weichmagnetische
Rückflussschiene 14 können auch integral ausgebildet sein.
[0060] Zur Stabilisierung weist der prinzipiell nach oben, d. h. in die negative Tragrichtung,
also die -z-Richtung, offene u-förmige Tragschlitten 4 an den Oberkanten seiner Seitenbereiche
12 in Querrichtung, d. h. positive und negative y-Richtung, abstehende Rippen auf,
die im Bereich der Einzelrollen der Anordnungen 7, 8 der Rollenanordnung unterbrochen
sind.
[0061] In dieser Ausführungsformen der Erfindung sind die Aussparungen 11 des Tragprofils
6 in vertikaler Richtung neben den Spulen 2 und Spulenkernen 3 angeordnet, weswegen
der Tragschlitten 4 so ausgestaltet ist, dass nicht nur die an diesem befestigte Magnetreihe
1 innerhalb seiner Seitenbereiche 12 angeordnet ist, sondern auch Teile der an dem
Tragprofil 6 befestigten Spulen 2 und Spulenkerne 3. Hierdurch ergibt sich eine besonders
flache Bauweise.
[0062] Weiter sind die Aussparungen 11 mit Laufflächen 15 versehen, die so ausgestaltet
sind, dass ein Abrollen der Einzelrollen der Anordnungen 7, 8 der Rollenanordnung
geräuscharm erfolgt. Die Laufflächen 15 können hierzu aus zwei oder mehr Materialkomponenten
bestehen, z. B. aus einer weichen Dämpfungsschicht 15b, die an dem Tragprofil 6 vorgesehen
ist, und einer harten Laufschicht 15a, auf der die Einzelrollen laufen.
[0063] An dem Tragschlitten 4 ist weiter ein (nicht gezeigtes) horizontales Führungselement
vorgesehen, das den Tragschlitten 4 in einer stabilen Position in der y-Richtung hält.
Unterhalb des Tragschlittens 4 ist an der Außenseite von dessen Boden 13 noch eine
Skala 16 eines Wegmesssystems angebracht, die mit einem in dem Tragprofil 6 vorgesehenen
Messwertaufnehmer 17 kooperiert, um die Position des in dem Tragprofil 6 laufenden
Tragschlittens 4 festzustellen.
[0064] Weiter ist um das Tragprofil 6 eine Verkleidung 19 vorgesehen, innerhalb der auch
eine Schaltungsanordnung 18 zur Ansteuerung der Linear-Antriebseinheit aufgenommen
ist, die eine Steuerung 21 zum Ansteuern der Einzelspulen 2 aufweist und elektrisch
mit dem Messwertaufnehmer 17 des Wegmesssystems, mit den Spulen 2 der Spulenanordnung,
mit einer (nicht gezeigten) Energieversorgung und mit einer (nicht gezeigten) Sensorik
zur Initiierung des Öffnens und Schließens der erfindungsgemäßen Schiebetür verbunden
ist.
[0065] Erfindungsgemäß können natürlich auch die Magnetreihe 1 an dem Gehäuse 6 und die
aus Spulen 2, Spulenkernen 3 und ggf. einer weichmagnetischen Rückflussschiene 14
bestehende Spuleneinheit an dem Tragschlitten 4 befestigt sein.
[0066] Eine Steuerung 21 kann durch Auswahl der angesteuerten Einzelspulen 2 einen oder
mehre Türflügel 5, d. h. mit jeweils einer Magnetreihe 1 versehene Tragschlitten 4
bewegen.
[0067] Die Figur 7 zeigt eine Prinzipdarstellung der Verschaltung der Steuerungseinheiten
und der Energieversorgung mit dem Linearantrieb nach einer bevorzugten Ausführungsform
nach der Erfindung.
[0068] Der gezeigte Linearantrieb ist ein dreiphasiges System, bei dem drei Einzelspulen
2 der Spulenanordnung vier Einzelmagnete der Magnetreihe 1 gegenüberstehen, wie es
in Bezug auf die Figuren 1 bis 5 beschrieben wurde. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel
sind zur Vereinfachten Darstellung 15 den Stator bildende Einzelspulen 2a, 2b, 2c
und 12 den Läufer bildende Einzelmagnete gezeigt. Die Erfindung ist nicht auf diese
Ausführung begrenzt und weist vorzugsweise eine größere Anzahl von Einzelspulen 2
und Einzelmagneten auf. An der mittleren Einzelspule sind ein Sensor 17 eines an eine
Hauptsteuerung 24 angeschlossenen Wegmesssystems für den Normalbetrieb und ein Sensor
23 eines an die Notsteuerung 20 angeschlossenen Wegmesssystems für den Notfallbetrieb
angeordnet. Diese Anordnung ist gewählt, da ein dort angeordneter Sensor die Türposition
sowohl im vollständig geöffneten als auch im vollständig geschlossenen Zustand und
in allen dazwischen liegenden Zuständen erfassen kann.
[0069] Von der Hauptsteuerung 24 kommende dreiphasige Motor-Stromleitungen 25 sind an einer
Seite des Stators an diesen angeschlossen und von der Notsteuerung 20 kommende dreiphasige
Motor-Stromleitungen 26 sind von der anderen Seite an den Stator angeschlossen. Die
Hauptsteuerung 24 ist mit dem Stromversorgungsnetz 27 verbunden, hier z. B. mit einem
230V Netz. Die Hauptsteuerung 24 versorgt die Notsteuerung 20 über Stromversorgungsleitungen
28 mit Energie. Weiter ist zwischen der Hauptsteuerung 24 und der Notsteuerung 20
eine Datenaustauschleitung 29 vorhanden, über die die Notsteuerung 20 einen Ausfall
der Hauptsteuerung 24 erkennen kann.
[0070] Die Notsteuerung 20 ist weiter mit einem elektrischen Energiespeicher 21 verbunden,
der im Falle des Ausfalles des Stromversorgungsnetzes 27 eine Energieversorgung der
Notsteuerung 20 gewährleistet, damit diese die Schiebetür öffnen kann. Der elektrische
Energiespeicher 21 wird von einer Überwachungseinheit 22 hinsichtlich des Ladezustandes
und des Alterungszustandes überwacht. Die Überwachungseinheit 22 kann einzeln aufgebaut
sein oder in die Notsteuerung 20 integriert sein.
[0071] Die Figur 8 zeigt eine einfehlersichere Verschaltung der in Sternschaltung geschalteten
Ständerspulen nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der ersten Alternative der
Erfindung.
[0072] Die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 25 von der Hauptsteuerung 24 sind an ein Ende
von drei Phasenleitungen, je eine für die erste Phase, die zweite Phase und die dritte
Phase, angeschlossen, an deren anderes Ende die dreiphasigen Motor-Stromleitungen
26 von der Notsteuerung 20 angeschlossen sind. Zwischen die drei Phasenleitungen sind
jeweils Spulengruppen von drei sternförmig verschalteten Einzelspulen 2a, 2b, 2c parallel
geschaltet. Hierzu sind in jeder Spulengruppe eine Einzelspule 2a mit einem ersten
Ende mit der Phasenleitung für die erste Phase und mit einem zweiten Ende mit einer
Sternleitung, die alle zweiten Enden der Einzelspulen miteinander verbindet, eine
Einzelspule 2b mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung für die zweite Phase und
mit einem zweiten Ende mit der Sternleitung und eine Einzelspule 2c mit einem ersten
Ende mit der Phasenleitung für die dritte Phase und mit einem zweiten Ende mit der
Sternleitung verbunden.
[0073] Die Figur 9 zeigt eine einfehlersichere Verschaltung der in Dreieckschaltung geschalteten
Ständerspulen nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der ersten Alternative der
Erfindung.
[0074] Die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 25 von der Hauptsteuerung 24 sind an ein Ende
von drei Phasenleitungen, je eine für die erste Phase, die zweite Phase und die dritte
Phase, angeschlossen, an deren anderes Ende die dreiphasigen Motor-Stromleitungen
26 von der Notsteuerung 20 angeschlossen sind. Zwischen die drei Phasenleitungen sind
jeweils Spulengruppen von drei in Dreieckschaltung verschalteten Einzelspulen 2a,
2b, 2c parallel geschaltet. Hierzu sind in jeder Spulengruppe eine Einzelspule 2a
mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung für die erste Phase und mit einem zweiten
Ende mit der Phasenleitung für die zweite Phase, eine Einzelspule 2b mit einem ersten
Ende mit der Phasenleitung für die zweite Phase und mit einem zweiten Ende mit der
Phasenleitung für die dritte Phase und eine Einzelspule 2c mit einem ersten Ende mit
der Phasenleitung für die dritte Phase und mit einem zweiten Ende mit der Phasenleitung
für die erste Phase verbunden.
[0075] Die Phasenleitungen können allgemein redundant ausgelegt sein, z. B. wie es in der
Figur 9 für die Phasenleitung der dritten Phase gezeigt ist, indem eine zweite Leitung
zwischen den entsprechenden Anschluss für die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 25
von der Hauptsteuerung 24 und die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 26 von der Notsteuerung
20 angeschlossen wird. Jetzt kann diese Phasenleitung an einer beliebigen Stelle unterbrochen
werden, ohne dass eine Fehlfunktion auftritt.
[0076] Die Figur 10 zeigt eine einfehlersichere Verschaltung der in Sternschaltung geschalteten
Ständerspulen nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der zweiten Alternative
der Erfindung.
[0077] Die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 25 von der Hauptsteuerung 24 sind an ein Ende
von drei Phasenleitungen, je eine für die erste Phase, die zweite Phase und die dritte
Phase, angeschlossen, an deren anderes Ende die dreiphasigen Motor-Stromleitungen
26 von der Notsteuerung 20 angeschlossen sind. Zwischen die drei Phasenleitungen sind
jeweils Äste von einer sternförmig verschalteten Reihenschaltung von (hier jeweils
beispielhaft vier) Einzelspulen 2a, 2b, 2c geschaltet. Hierzu sind eine erste Reihenschaltung
von vier Einzelspulen 2aa, 2ab, 2ac, 2ad mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung
für die erste Phase und mit einem zweiten Ende mit einem Sternpunkt, der alle zweiten
Enden der Reihenschaltungen von Einzelspulen miteinander verbindet, eine zweite Reihenschaltung
von vier Einzelspulen 2ba, 2bb, 2bc, 2bd mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung
für die zweite Phase und mit einem zweiten Ende mit dem Sternpunkt und eine dritte
Reihenschaltung von vier Einzelspulen 2ca, 2cb, 2cc, 2cd mit einem ersten Ende mit
der Phasenleitung für die dritte Phase und mit einem zweiten Ende mit dem Sternpunkt
verbunden.
[0078] An dem Sternpunkt sind die Kontaktierungen redundant ausgelegt, d. h. es gibt einen
Punkt, an dem alle zweiten Enden der Reihenschaltungen zusammenlaufen und eine Kreisleitung
um diesen Punkt, die ebenfalls alle zweiten Enden der Reihenschaltungen verbindet.
[0079] Figur 10 zeigt im oberen Teil die lineare Anordnung der so verschalteten Einzelspulen
im erfindungsgemäßen Stator, wo von links nach rechts die Abfolge der Einzelspulen
2aa, 2ba, 2ca, 2ab, 2bb, 2cb, 2ac, 2bc, 2cc, 2ad, 2bd, 2cd gegeben ist.
[0080] Die Figur 11 zeigt eine einfehlersichere Verschaltung der in Dreieckschaltung geschalteten
Ständerspulen nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der zweiten Alternative
der Erfindung.
[0081] Die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 25 von der Hauptsteuerung 24 sind an ein Ende
von drei Phasenleitungen, je eine für die erste Phase, die zweite Phase und die dritte
Phase, angeschlossen, an deren anderes Ende die dreiphasigen Motor-Stromleitungen
26 von der Notsteuerung 20 angeschlossen sind. Zwischen die drei Phasenleitungen sind
jeweils Äste von einer Dreieckschaltung von (hier jeweils beispielhaft vier) Einzelspulen
2a, 2b, 2c geschaltet. Hierzu sind eine erste Reihenschaltung von vier Einzelspulen
2aa, 2ab, 2ac, 2ad mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung für die erste Phase
und mit einem zweiten Ende mit der Phasenleitung für die zweite Phase, eine zweite
Reihenschaltung von vier Einzelspulen 2ba, 2bb, 2bc, 2bd mit einem ersten Ende mit
der Phasenleitung für die zweite Phase und mit einem zweiten Ende mit der Phasenleitung
für die dritte Phase und eine dritte Reihenschaltung von vier Einzelspulen 2ca, 2cb,
2cc, 2cd mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung für die dritte Phase und mit
einem zweiten Ende mit der Phasenleitung für die erste Phase verbunden.
[0082] Figur 11 zeigt im oberen Teil die lineare Anordnung der so verschalteten Einzelspulen
im erfindungsgemäßen Stator, wo von links nach rechts die Abfolge der Einzelspulen
2aa, 2ba, 2ca, 2ab, 2bb, 2cb, 2ac, 2bc, 2cc, 2ad, 2bd, 2cd gegeben ist.
[0083] Die Phasenleitungen können allgemein redundant ausgelegt sein, z. B. wie es in der
Figur 11 für die Phasenleitung der dritten Phase gezeigt ist, indem eine zweite Leitung
zwischen den entsprechenden Anschluss für die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 25
von der Hauptsteuerung 24 und die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 26 von der Notsteuerung
20 angeschlossen wird. Jetzt kann diese Phasenleitung an einer beliebigen Stelle unterbrochen
werden, ohne dass eine Fehlfunktion auftritt.
[0084] Die Figur 12 zeigt eine einfehlersichere Verschaltung der in Viereckschaltung geschalteten
Ständerspulen nach einer bevorzugten Ausführungsform nach der zweiten Alternative
der Erfindung.
[0085] Hier sind vierphasige Motor-Stromleitungen von der Hauptsteuerung 24 an ein Ende
von vier Phasenleitungen, je eine für die erste Phase, die zweite Phase, die dritte
Phase und die vierte Phase, angeschlossen, an deren anderes Ende vierphasige Motor-Stromleitungen
von der Notsteuerung angeschlossen sind. Zwischen die vier Phasenleitungen sind jeweils
Äste von einer Viereckschaltung von (hier jeweils beispielhaft zwei) Einzelspulen
2a, 2b, 2c, 2d geschaltet. Hierzu sind eine erste Reihenschaltung von zwei Einzelspulen
2aa, 2ab mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung für die erste Phase und mit einem
zweiten Ende mit der Phasenleitung für die zweite Phase, eine zweite Reihenschaltung
von zwei Einzelspulen 2ba, 2bb mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung für die
zweite Phase und mit einem zweiten Ende mit der Phasenleitung für die dritte Phase,
eine dritte Reihenschaltung von zwei Einzelspulen 2ca, 2cb mit einem ersten Ende mit
der Phasenleitung für die dritte Phase und mit einem zweiten Ende mit der Phasenleitung
für die vierte Phase und eine vierte Reihenschaltung von zwei Einzelspulen 2da, 2db
mit einem ersten Ende mit der Phasenleitung für die vierte Phase und mit einem zweiten
Ende mit der Phasenleitung für die erste Phase verbunden.
[0086] In analoger Weise können auch System mit noch mehr Phasen aufgebaut werden.
[0087] Die Figur 13 zeigt Varianten einer einfehlersicheren Verschaltung der Ständerspulen
durch unabhängig verschaltete Zusatzspulen nach bevorzugten Ausführungsformen nach
der dritten Alternative der Erfindung.
[0088] Grundsätzlich können die dreiphasigen Motor-Stromleitungen 25 von der Hauptsteuerung
24 an ein Ende von drei Phasenleitungen, je eine für die erste Phase, die zweite Phase
und die dritte Phase, angeschlossen sein, an deren anderes Ende die dreiphasigen Motor-Stromleitungen
26 von der Notsteuerung 20 angeschlossen sind.
[0089] Um aber auch eine Sicherheit zu gewährleisten, wenn bezüglich dieser Redundanz ein
Fehler auftritt, sind in dieser Alternative erfindungsgemäß ausschließlich mit der
Notsteuerung 20 verbundene Zusatzspulen 30 vorgesehen, die ein Öffnen der Schiebetür
bewirken können. Im oberen Teil der Figur 8 ist gezeigt, dass diese Zusatzspulen 30
an beiden Enden des erfindungsgemäßen Stators in einer solchen Vielzahl und eine solche
Länge überdeckend angeordnet sind, dass die gewünschte Funktionalität der Notfallöffnung
der Schiebetür gewährleistet ist. Im gezeigten Beispiel überdecken die Zusatzspulen
an jedem Ende des Stators einen Bereich, der einem Drittel der Länge der für den Normalbetrieb
vorgesehenen Spulen entspricht. Im gezeigten Beispiel sind an jedem Ende drei Zusatzspulen
30 vorgesehen, während dazwischen neun Einzelspulen 2 für den Normalbetrieb liegen.
[0090] Die Anordnung hängt aber im Wesentlichen von den den Antrieb bestimmenden Abmessungen
der Schiebetür, also der Statorlänge und der Läuferlänge, ab. Der mittlere Teil der
Figur 13 zeigt eine Anordnung, bei der drei Zusatzspulen 30 in der Mitte zwischen
je neun für den Normalbetrieb vorgesehenen Einzelspulen 2 angeordnet sind und der
untere Teil der Figur 13 zeigt eine Anordnung, bei der sechs mit für den Normalbetrieb
vorgesehenen Einzelspulen 2 abwechselnd angeordnete Zusatzspulen 30 in einem Mittelbereich
des Stators angeordnet sind.
[0091] Durch die in tatsächlichen Anordnungen vorgesehene größere Anzahl von für Normalbetrieb
bestimmten Einzelspulen 2 bei einer den obigen Ausführungsbeispielen entsprechenden
Anzahl von Zusatzspulen 30 entstehen für den Normalbetrieb keine Nachteile hinsichtlich
der Laufruhe oder allgemein der Ansteuerung der erfindungsgemäßen Schiebetür.
[0092] Der so mit einer Hauptsteuerung 24 und einer im Notfallbetrieb über einen elektrischen
Energiespeicher 21 versorgte Notsteuerung 20 versehene Linearantrieb, wobei die Hauptsteuerung
24 und die Notsteuerung 20 in der Schaltungsanordnung 18 aufgebaut sein können, dessen
Einzelspulen 2 in parallel zwischen die Antriebsphasen der Motor-Stromleitungen 25
von der Hauptsteuerung 24 und der Motor-Stromleitungen 26 von der Notsteuerung 20
geschaltete Spulengruppen aufgeteilt ist, die sternförmig oder ringförmig (Dreieckschaltung
bei einem dreiphasigen System, Viereckschaltung bei einem vierphasigen System, ...)
geschaltet sind, leistet alle oben allgemein beschriebenen Merkmale für eine Fluchtwegfunktion.
Insbesondere wird die Einfehlersicherheit des mit einer Vielzahl von Einzelspulen
versehenen Linearmotors ausgenutzt, um mittels minimaler zusätzlicher externer Beschaltung
und minimalem zusätzlichen Verdrahtungsaufwand bei der Verschaltung der Einzelspulen
eine Normgerechte Fluchtwegeigenschaft zu erreichen.
Bezugszeichenliste
[0093]
- 1
- Magnetreihe
- 2a, b, c
- Spule
- 3a, b, c
- Spulenkern
- 4
- Tragschlitten
- 5
- Türflügel
- 6
- Tragprofil
- 7
- Rollenanordnung, linke Anordnung
- 8
- Rollenanordnung, rechte Anordnung
- 9
- Boden des Tragprofiles
- 10
- Seitenbereich des Tragprofiles
- 11
- Aussparungen in den Seitenbereichen des Tragprofiles
- 12
- Seitenbereich des Tragschlittens
- 13
- Boden des Tragschlittens
- 14
- Rückflussschiene
- 15
- Laufflächen
- 16
- Skala eines Wegmesssystems
- 17
- Messwertaufnehmer des Wegmesssystems
- 18
- Schaltungsanordnung
- 19
- Verkleidung
- 20
- Notsteuerung
- 21
- elektrischer Leistungsspeicher
- 22
- Überwachungseinheit
- 23
- Notsteuerungs-Wegerfassungssystem
- 24
- Hauptsteuerung
- 25
- dreiphasige Motor-Stromleitungen von der Hauptsteuerung
- 26
- dreiphasige Motor-Stromleitungen von der Notsteuerung
- 27
- Netz-Energieversorgung
- 28
- Stromversorgungsleitungen
- 29
- Datenaustauschleitung
- a
- Abstand
- x
- Antriebsrichtung
- y
- Querrichtung
- z
- Tragrichtung
- RM
- Magnetraster
- LLücke
- Lücke
- LMagnet
- Magnetlänge
1. Schiebetür mit einem magnetischen Antriebssystem für mindestens einen Türflügel (5),
mit einer in Antriebsrichtung angeordneten Magnetreihe (1), deren Magnetisierung in
ihrer Längsrichtung in bestimmten Abständen das Vorzeichen wechselt, und einem mit
der Magnetreihe (1) verbundenen Tragschlitten (4), an dem der Türflügel (5) befestigt
werden kann, sowie mit einer aus mehreren Einzelspulen (2) und Spulenkernen (3) bestehende
Spulenanordnung, die bei entsprechender Ansteuerung der Einzelspulen (2) eine Wechselwirkung
mit der Magnetreihe (1) bewirkt, die Vorschubkräfte hervorruft, wobei die Einzelspulen
(2) der Spulenanordnung mindestens zwei Phasensträngen zugeordnet sind und die einem
jeweiligen Phasenstrang zugeordneten Einzelspulen (2) parallel geschaltet sind, einem
elektrischen Leistungsspeicher (21) und einer Notsteuerung (20), die mit dem elektrischen
Leistungsspeicher (21) verbunden ist und die Schiebetür bei Stromausfall oder Versagen
einer Hauptsteuerung (24) öffnen kann.
2. Schiebetür mit einem magnetischen Antriebssystem für mindestens einen Türflügel (5),
mit einer in Antriebsrichtung angeordneten Magnetreihe (1), deren Magnetisierung in
ihrer Längsrichtung in bestimmten Abständen das Vorzeichen wechselt, und einem mit
der Magnetreihe (1) verbundenen Tragschlitten (4), an dem der Türflügel (5) befestigt
werden kann, sowie mit einer aus mehreren Einzelspulen (2) und Spulenkernen (3) bestehende
Spulenanordnung, die bei entsprechender Ansteuerung der Einzelspulen (2) eine Wechselwirkung
mit der Magnetreihe (1) bewirkt, die Vorschubkräfte hervorruft, wobei die Einzelspulen
(2) der Spulenanordnung mindestens zwei Phasensträngen zugeordnet sind und die einem
jeweiligen Phasenstrang zugeordneten Einzelspulen (2) in Reihe geschaltet sind, einem
elektrischen Leistungsspeicher (21) und einer Notsteuerung (20), die mit dem elektrischen
Leistungsspeicher (21) verbunden ist und die Schiebetür bei Stromausfall oder Versagen
einer Hauptsteuerung (24) öffnen kann.
3. Schiebetür mit einem magnetischen Antriebssystem für mindestens einen Türflügel (5),
mit einer in Antriebsrichtung angeordneten Magnetreihe (1), deren Magnetisierung in
ihrer Längsrichtung in bestimmten Abständen das Vorzeichen wechselt, und einem mit
der Magnetreihe (1) verbundenen Tragschlitten (4), an dem der Türflügel (5) befestigt
werden kann, sowie mit einer aus mehreren Einzelspulen (2) und Spulenkernen (3) bestehende
Spulenanordnung, die bei entsprechender Ansteuerung der Einzelspulen (2) eine Wechselwirkung
mit der Magnetreihe (1) bewirkt, die Vorschubkräfte hervorruft, einem elektrischen
Leistungsspeicher (21), einer Notsteuerung (20), die mit dem elektrischen Leistungsspeicher
(21) verbunden ist und die Schiebetür bei Stromausfall oder Versagen einer Hauptsteuerung
(24) öffnen kann, und zwei oder mehr mit der Notsteuerung (20) verbundene Zusatzspulen
(30) zum Öffnen der Schiebetür bei einer entsprechenden Ansteuerung.
4. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Überwachungseinheit (22), die den Ladungs- und Alterungszustand des elektrischen
Leistungsspeichers überwacht.
5. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Notsteuerungs-Wegerfassungssystem (23), dessen Ausgangssignal an die Notsteuerung
(20) geführt wird, die auf der Grundlage des empfangenen Ausgangssignales eine wegabhängige
Kommutierung des magnetischen Antriebssystems ausführt.
6. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Notsteuerung (20) eine zeitgesteuerte Kommutierung des magnetischen Antriebssystems
ausführt.
7. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Einzelspulen (2) der Spulenanordnung aus einem ununterbrochenen Draht gefertigt
sind.
8. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Anschlussleitungen für die Einzelspulen (2) der Spulenanordnung redundant ausgelegt
sind.
9. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelspulen (2) der Spulenanordnung in Dreieckschaltung zwischen ein dreiphasiges
Ansteuersystem geschaltet sind.
10. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelspulen (2) der Spulenanordnung in Sternschaltung zwischen ein dreiphasiges
Ansteuersystem geschaltet sind.
11. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine mit der Magnetreihe (1) verbundene Rollenanordnung (7, 8), die bezüglich des
Türflügels (5) eine Tragfunktion erfüllt und einen bestimmten spaltförmigen Abstand
(a) zwischen der Magnetreihe (1) und den Spulenkernen (3) gewährleistet.
12. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetreihe (1) parallel zur Tragrichtung (z) und quer zur Antriebsrichtung (x)
magnetisiert ist.
13. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetreihe (1) aus einem oder mehreren Hochleistungsmagneten, vorzugsweise Seltenenerden-Hochleistungsmagneten,
weiter vorzugsweise vom Typ NeFeB oder Sm2Co besteht.
14. Schiebetür nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiebetür als Bogenschiebetür oder Horizontal-Schiebewand ausgebildet ist.