[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Zwischenmittel für ein Flintenlaufgeschoss
oder eine Schrotladung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zwischenmittel sind in einer Patrone zwischen einer Treibladung und einem Flintenlaufgeschoss
bzw. einem eine Schrotladung enthaltenen Becher angeordnet und haben daher ihren Namen.
Es ist natürlich auch möglich, Flintenlaufgeschosse oder Schrotladungen ohne derartige
Zwischenmittel abzufeuern. Jedoch hat es sich gezeigt, dass ihre Verwendung eine deutlich
besseres Schießergebnis bringt, was darauf zurückzuführen ist, dass eine bessere Abdichtung
zum Lauf und ein besserer Antrieb der Ladung durch eine gleichmäßige Übertragung des
Gasdrucks der gezündeten Treibladung erreicht wird. Bei Flintenlaufgeschossen ist
darüber hinaus ein exakterer Mündungsabgang des Geschosses zu verzeichnen. Die Zwischenmittel
der hier relevanten Art werden in der Fachwelt aufgrund ihrer Querschnittsform auch
als H-Scheiben bezeichnet.
[0003] Die DE 101 56 315 A1 offenbart ein Zwischenmittel, das zwischen Treib- und Schrotladung
in einer Schrotpatrone angeordnet und in einem Ausführungsbeispiel als H-Scheibe ausgeführt
ist. Die beidseitig abragenden Stege bilden einen Ringflansch, der sich zu seinen
freien Enden hin verjüngt, wodurch die Stege als Dichtlippen wirken, die sich nach
Zündung der Ladung aufgrund des Gasdrucks dichtend an die Hülsenwandung anschmiegen.
Die Übertragung des Gasdrucks erfolgt bei dieser H-Scheibe über den an der Unterseite
eines Schrotbechers anliegenden umlaufenden Rand des dem Schrotbecher zugewandten
Steges sowie über einen Zentralbereich der H-Scheibe. In diesem Zentralbereich steigt
die Wandstärke der H-Scheibe auf die Höhe der Stege an, so dass die H-Scheibe vor
Schussentwicklung auch in ihrem Zentralbereich an der Unterseite des Schrotbechers
anliegt. Damit wird eine gleichmäßige Übertragung des Gasdrucks auf die Schrotladung
erreicht.
[0004] Alle auf dem Markt befindlichen H-Scheiben entsprechen in ihrem Aufbau im wesentlichen
der H-Scheibe gemäß der DE 101 56 315 A1, d.h., im laborierten Zustand liegen sie
mit einem umlaufenden Rand des Ringflansches und im Zentralbereich an der Unterseite
eines Flintenlaufgeschosses oder eines Schrotbechers an. Dabei ist der Zentralbereich
bei einigen Ausführungen als Hohlzylinderabschnitt ausgeführt, wie aus Fig. 1 hervorgeht.
Dieser Hohlzylinderabschnitt kann dabei auch, je nach seiner Wandstärke, durch radiale
Rippen verstärkt sein, wie in Fig. 1 mit Strichlinien angedeutet ist.
[0005] In der US 2,773,451 ist ebenfalls ein Zwischenmittel in Form einer H-Scheibe offenbart.
Diese hat eine gleichmäßige Wandstärke und von ihrem Umfang ragen beidseitig Stege
ab, die über ihre Länge ebenfalls eine gleichmäßige Wandstärke aufweisen.
[0006] Flintenlaufgeschosse sind in verschiedenen Ausführungen auf dem Markt. Am wohl bekanntesten
und am weitesten verbreitet sind die schon legendären Original Brenneke-Flintenlaufgeschosse.
Diese besitzen einen Geschosskopf aus Blei und einen zwischen Scheiben aus Pappe oder
Kunststoff angeordneten Filzpfropfen, der zusammen mit den Scheiben durch eine in
der Mittelachse des Geschosses verlaufende Schraube mit dem Geschosskopf verbunden
ist. In der Praxis hat sich gezeigt, dass beim Verschießen dieser Flintenlaufgeschosse
unter Verwendung der aus dem Stand der Technik bekannten H-Scheiben als Zwischenmittel
die Schusspräzision zu wünschen übrig lässt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass
sich nach Schussentwicklung der Kopf der den Filzpfropfen mit dem Geschosskopf verbindenden
Schraube sich in die H-Scheibe einfrisst, so dass sich die H-Scheibe häufig nicht
vom Geschoss trennt und in einer mehr oder weniger großen Schieflage mit diesem verbunden
zum Ziel fliegt. Außerdem verlagert sich der Schwerpunkt nach hinten, wodurch das
Geschoß zusätzlich instabil wird.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Zwischenmittel gattungsgemäßer Art
zur Verfügung zu stellen, welches zumindest bei Flintenlaufgeschossen der oben beschriebenen
Art die Schusspräzision wesentlich verbessert, ohne die Abdichtung des Gasdrucks zum
Lauf zu beeinträchtigen.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Zwischenmittel gelöst, welches die Merkmale
des Anspruchs 1 aufweist.
[0009] Es hat sich gezeigt, dass mit einem erfindungsgemäßen Zwischenmittel eine gleichmäßige
Übertragung des Gasdrucks auf die Ladung erreicht wird. Diese Wirkung wird darauf
zurückgeführt, dass die Scheibe aufgrund der Stärkereduzierung im Übergangsbereich
zu den Stegen durch den Gasdruck nach Art einer Membran nach oben gegen die Ladung
gedrückt wird, wodurch sich eine großflächige Anlage an diese ergibt. Dieser Effekt
führt dazu, dass sich bei Flintenlaufgeschossen der hier relevanten Art der Kopf der
Schraube nicht in das Zwischenmittel einfrisst, so dass sich dieses nach dem Verlassen
des Laufes von dem Geschoss trennt. Dadurch wird die Zielgenauigkeit dieser Flintenlaufgeschosse
gegenüber dem Stand der Technik wesentlich erhöht. Weiterhin wird durch die im Übergangsbereich
umlaufende Nut die wirksame Länge des als Dichtlippe wirkenden Stegs erhöht, so dass
sich trotz der Membranbewegung der Scheibe die Abdichtung zum Lauf hin nicht verschlechtert.
[0010] Es ist von Vorteil, wenn das Zwischenmittel sowohl axial- als auch radialsymmetrisch
ausgeführt ist, weil dann bei der Laborierung eine Einbaurichtung des Zwischenmittels
nicht beachtet werden muss, was die Montage vereinfacht.
[0011] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels, welches ein Flintenlaufgeschoss
der oben beschriebenen Art betrifft, näher erläutert. In der dazugehörigen Zeichnung
zeigt:
- Fig. 2
- eine Seitenansicht eines Flintenlaufgeschosses mit Zwischenmittel in Einbaulage,
- Fig. 3
- einen Schnitt A-A gemäß Fig. 2, und
- Fig. 4
- eine Einzeldarstellung des Zwischenmittels im Schnitt gemäß Fig. 3 und demgegenüber
in einem größerem Maßstab.
[0012] Die Fig. 2 und 3 zeigen ein Flintenlaufgeschoss 1 mit einem Zwischenmittel 2 in Form
einer H-Scheibe, so wie diese beiden Bauteile in einer nicht dargestellten Patrone
laboriert sind. Unterhalb des Zwischenmittels 2 ist in der Patrone die Treibladung
angeordnet.
[0013] Das Flintenlaufgeschoss 1 besitzt einen Bleikopf 3 und ein leichteres Heckteil, bestehend
aus einem zwischen zwei Kunststoffscheiben 4 angeordneten Filzpfropfen 5. Aufgrund
dieser Masseverteilung wird das Flintenlaufgeschoss 1 nach dem Verlassen eines Flintenlaufes
auf dem Flug nach dem Pfeilprinzip stabilisiert, da der Masseschwerpunkt vor dem Luftangriffspunkt
liegt.
[0014] Der Bleikopf 3 hat eine im wesentlichen zylindrische Form und auf seiner vorderen
Stirnfläche eine Spitze 6, die der Verbesserung des Luftwiderstandes dienen soll.
Auf den Umfang verteilt sind schräggestellte Führungsrippen 7 angeordnet. Die Führungsrippen
7 ermöglichen einen Durchgang durch den Choke einer Flinte, da sie beim Passieren
des Chokes aufgrund der Duktilität des legierten Bleies weggedrückt werden. Die Belastung
des Chokes ist daher beim Verschießen von Flintenlaufgeschossen nicht größer als bei
Bleischrot.
[0015] Die Verbindung zwischen dem Bleikopf 3 und dem Heckteil erfolgt über eine Schraube
8, die mittig durch die beiden Kunststoffscheiben 4 und den dazwischenliegenden Filzpfropfen
5 hindurchgesteckt und in eine mittige Sackbohrung 9 des Bleikopfes 3 selbstschneidend
eingedreht ist. Der Kopf 8.1 der Schraube 8 ist versenkt und schließt bündig mit der
Außenseite der hinteren Kunststoffscheibe 4 ab.
[0016] Das Zwischenmittel 2 ist einstückig als Spritzgussteil aus Polyethylen gefertigt.
Es besteht aus einer Scheibe 10 mit einer Wandstärke a. Vom Rand der Scheibe 10 ragen
Stege 11 nach oben und unten ab, die einen peripheren Ringflansch der Scheibe 10 bilden.
Die Außenseiten 12 der Stege 11 liegen auf einer Umfangsfläche und sind parallel zur
Mittelachse 13 des Zwischenmittels 2 ausgerichtet, die mit der Mittelachse 14 des
Flintenlaufgeschosses 1 zusammenfällt. Die Innenseiten 15 der Stege 11 divergieren
zum freien Ende hin, so dass die Stege 11 sich in bekannter Weise verjüngen, um die
Funktion von Dichtlippen übernehmen zu können. Im Übergangsbereich zwischen den Stegen
11 und der Scheibe 10 ist deren Wandstärke durch eine auf ihrer Ober- und Unterseite
umlaufende Nut 16 reduziert.
[0017] Im laborierten Zustand liegt die Stirnseite des oberen Steges 11 des Zwischenmittels
2 an der Unterseite der hinteren Kunststoffscheibe 4 an, wie aus der Schnittdarstellung
gemäß Fig. 3 hervorgeht. Der gesamte übrige Bereich des Zwischenmittels 2 ist von
der Unterseite der Kunststoffscheibe 4 beabstandet. Der nach Zündung der Treibladung
sich aufbauende Gasdruck drückt die Scheibe 10 membranartig nach oben, so dass diese
großflächig zur Anlage an die Unterseite der hinteren Kunststoffscheibe 4 gelangt.
Dadurch wird der Gasdruck gleichmäßig auf das Flintenlaufgeschoss 1 übertragen und
gleichzeitig ein Einfressen des Schraubenkopfes 8.1 in die Scheibe 10 vermieden.
[0018] In die Einzeldarstellung des Zwischenmittels 2 gemäß Fig. 4 sind Bemaßungen eingetragen,
die einem Kaliber 12 des Flintenlaufgeschosses 1 entsprechen. Im einzelnen hat das
Zwischenmittel 2 folgende Abmessungen:
a = 3,5 mm
b = 7,4 mm
c=2,3mm
d = ∅ 14,50 mm
e = ∅ 15,77 mm
f = ∅ 17,40 mm und
g = ∅ 18,40 mm.
1. Zwischenmittel für ein Flintenlaufgeschoss oder eine Schrotladung, wobei das Zwischenmittel
eine Kunststoffscheibe ist, an deren Umfang einstückig mit ihr ausgebildet, beidseitig
abragende Stege vorgesehen sind, deren Außenseiten parallel zur Mittelachse der Scheibe
verlaufen und deren Innenseiten zu den freien Enden hin divergieren, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe (10) eine im wesentlichen gleichmäßige Wandstärke (a) aufweist, die in
den Übergangsbe-. reichen zu den Stegen (11) durch eine umlaufende Nut (16) reduziert
ist.
2. Zwischenmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sowohl axial- als auch radialsymmetrisch ausgebildet ist.