[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Steigerung der Präzision heckflügelstabilisierter,
ungelenkter Munition bzw. Artilleriegeschosse.
[0002] Dralllose Geschosse haben als so genannte dumme Munition den Nachteil, dass ihr Verbringen
ins Ziel mit Ungenauigkeiten verbunden ist.
[0003] Bekannt zur Präzisions- und Reichweitensteigerung im Bereich der Artilleriemunition
ist die kostenintensive Nutzung von Lenkmunition.
Des Weiteren wird bei diversen Luftwaffen innerhalb der NATO auf Bomben ein Lenkmodul
aufmontiert, teilweise auch mit einem Laserzielsuchkopf, durch welches die Bombe ins
Ziel gelenkt wird, man bezeichnet sie auch als JDAM (Joint Direct Attack Munition)
(vgl. dazu
http://www.globaldefence.net/index.htm?http://www.globaldefence.net/deutsch/archive/monat
e/02-10-mil.htm). Diese Kits bestehen hier aus einem GPS -Empfänger, Mikrocomputer, verstellbaren Leitwerken
und einer Stromversorgung (siehe auch
http://www.fas.org/man/dod-101/sys/smart/jdam.htm).
[0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine einfache Einrichtung aufzuzeigen, durch
welche die ungelenkte Munition intelligent gemacht werden kann.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0007] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, durch ein so genanntes Guidance-Kit (Rüstsatz)
aus einer konventionellen heckflügelstabilisierten Munition kostengünstig eine gelenkte
Munition zu machen, d.h., durch Integrieren des Kits die Präzision der Munition im
Ziel der der Lenkmunition annähernd anzupassen. Dazu ist vorgesehen, beim Geschoss
den herkömmlichen Zünder durch das Kit mit integriertem Zünder auszutauschen. Dazu
wird ein bei bereits fertiger Munition vorhandener Zünder beispielsweise herausgedreht
und das Guidance - Kit mit gleichem Gewinde und gleichem Zündausgang auf das verbleibende
Heckteil der Munition aufgeschraubt. Ist der Zünder Bestandteil des Kits, hat man
bereits eine neue Munition. Ist der Zünder nicht Bestandteil, wird dieser an das Kit
aufgedreht. Auch eine aerodynamische Lenkung kann Bestandteil des Kits sein. Durch
ein aerodynamisches Stellglied, Canards (Flügel), Mikroreaktionstriebwerke etc. als
Lenkung, erfolgt eine Geschosslenkung präzise ins Ziel. Alternativ kann neben einem
GPS -Empfänger mit Navigationssensorik ein Laserzielsuchkopf im Kit oder in der Munitionsspitze
eingebunden werden. Auch Kombinationen der Systeme sind möglich.
[0008] Ein wesentlicher Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass die konventionelle dumme
Munition durch einfaches Aufschrauben des autonomen Guidance- Kit zur intelligenten
Präzisionsmunition umgewandelt werden kann.
[0009] Das Guidance -Kit sollte dabei u. a. folgende Einheiten einzeln als auch in Kombinationen
aufweisen:
- einen GPS -Empfänger mit Oberflächenantenne
- Stellmotor für die aerodynamische Lenkung
- aktivierbare Batterien, z.B. Thermalbatterien, die mit dem Abschuss aktiviert werden
- eine Navigationssensorik (Elektronik, Mikrocomputer, Sensoren) mit entsprechender
Software
- einen Zünder mit beispielsweise einem Detonations Train und alternativ bzw. zusätzlich
- einen Zielsuchkopf (Basis: Laser, IR, MMW) inklusive Navigationssensorik.
[0010] Anhand zweier Ausführungsbeispiele mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert
werden. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine erste Anordnung des Kits am Geschoss,
- Fig. 2
- eine weitere Anordnung,
- Fig. 3
- die aerodynamische Lenkung aus Fig. 1 bzw. Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Darstellung der Flugphase des Geschosses.
[0011] In Fig. 1 ist mit 1 ein Geschoss dargestellt, welches heckflügelstabilisiert ist.
Ein mit 2 gekennzeichnetes Guidance - Kit ist im vorderen Bereich 3 des Geschosses
integriert und enthält hierbei einen Geschosszünder 4 bzw. ein Zielsuchkopf 5 mit
einem Geschosszünder 6 (Fig. 2). Vorzugsweise Bestandteil der Guidance - Kits 2 ist
eine aerodynamische Lenkung 7, beispielsweise ein ringförmiges, aerodynamisches Stellglied
7.1 oder ausklappbare Spoiler (nicht näher dargestellt) oder, wie in Fig. 2 aufgezeigt,
Mikroreaktionstriebwerke 12, die vorzugsweise gleichmäßig am Umfang verteilt sind,
wie auch die Flügel 7.2. Die Flügel 7.2 des Stellgliedes 7.1 werden beispielsweise
durch Stellmotore 7.3 in Position gebracht.
Zum Guidance -Kit 2 gehört auch eine mit dem Abschuss aktivierbare Batterie 10, die
u. a. die Stellmotore 7.3 ansteuert.
[0012] Die aerodynamische Lenkung 7 ist während des Geschossdurchlaufes in einem nicht näher
dargestellten Waffenrohres vorzugsweise eingefahren und sollten bevorzugt erst nach
einer ballistisch festlegbaren Flugphase ausgeklappt werden, um dann das Geschoss
1 ins Ziel E (Fig. 4) zu lenken. Im Heckbereich 8 befinden sich nur skizzenhaft angedeutete
Heckflügel 9. Mit 11 ist eine Navigationssensorik gekennzeichnet.
[0013] Fig. 4 zeigt die einzelnen Flugphasen anhand des ballistischen Fluges des Geschosses
1. Nach dem Abschuss in Position A werden die skizzenhaft dargestellten Heckflügel
9 in Position B direkt ausgefahren. Das Ausklappen der aerodynamischen Lenkung 7 erfolgt
vorzugsweise im Punkt C. Spätestens ab Position D wird die Gleitphase und die damit
verbundene Reichweitensteigerung eingeleitet.
1. Einrichtung zur Steigerung der Präzision heckflügelstabilisierter, ungelenkter Munition
(1), aufweisend ein Guidance-Kit (2).
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Guidance - Kit (2) aufschraubbar mit gleichem Gewinde und Zündausgang, wie ein
zu ersetzender herkömmlicher Zünder der Munition (1) ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Guidance Kit (2) aufweist
- einen GPS -Empfänger mit Oberflächenantenne und / oder
- eine Navigationssensorik (11) und / oder
- einen Zünder (4) und / oder
- einen Zielsuchkopf (5) sowie
- eine aerodynamische Lenkung (7) und
- wenigstens eine aktivierbare Batterie (10).
4. Einrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Suchkopf (5) ein Laser-, IR - , MMW - Suchkopf ist.
5. Einrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die aerodynamische Lenkung (7) ein ringförmiges Stellglied (7.1) oder Canards sind.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das ringförmige Stellglied (7.1) zumindest einen Stellmotor (7.3) zum Stellen der
Flügel (7.2) aufweist.
7. Einrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die aerodynamische Lenkung (7) Mikroreaktionstriebwerke (12) sind.