[0001] Die Erfindung betrifft ein Stehgerät zur Rehabilitation körperbeeinträchtigter Personen
mit den im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Derartige Stehgeräte sind beispielsweise aus der
DE 43 04 757 A1 bekannt. Sie weisen ein Standgestell, eine gegebenenfalls höhenverstellbare, daran
angebrachte Tischplatte und - je nach Beeinträchtigungsgrad der das Stehgerät nutzenden
Person - gegebenenfalls zusätzliche Handläufe sowie Abstützplatten für Füße und Kniepolster
auf. Ferner ist eine schwenkbare Lagerung der Säulenpartie mit Tischplatte um eine
Horizontalschwenkachse derart vorgesehen, dass die vorgenannte Baugruppe aus Säulenpartie
und Tischplatte zu der zu platzierenden Person hin neigbar ist.
[0003] Die mit dem Stehgerät übende Person wird mit Hilfe eines Patienten-Halte-Gurtes,
der über den unteren Rücken- und Gesäßbereich des Patienten geführt ist, in der Regel
aus einem Rollstuhl in stehende Position an der Tischplatte verbracht und dort gehalten,
indem der Patienten-Halte-Gurt über entsprechende Züge, an denen er angebracht ist,
zur Tischplatte hingezogen wird. Für diese Züge, bei denen es sich beispielsweise
um Gurtbänder handelt, sind zur Längenverstellung am Standgestell Wickelantriebe montiert.
Durch die Ausgestaltung des Stehgerätes gemäß der oben angegebenen
DE 43 04 757 A1 wird der vom oberen Endbereich der Säulenpartie ausgehende und unter der Tischplatte
geführte Zug über die Oberschenkelpartie der Person hin in Richtung dessen Hüfte abgesenkt,
sodass der Gurt-Zug steil zum Patienten-Halte-Gurt hin verläuft und beim Anziehen
des Gurt-Zuges die entsprechende Zugkraftrichtung steiler nach oben weist. Insoweit
wird die Person also physiologisch korrekt angehoben und nicht mehr nach vorne gezogen,
wobei dann diese Zugbewegung über eine Abstützung der Knie und Streckung der Hüftgelenke
vom Körper der Person selbst in eine Anhebebewegung umgesetzt werden muss.
[0004] Aus der
EP 0 911 013 B1 ist ferner ein Stehpult mit integrierter Aufstehhilfe bekannt, bei der die Tischplatte
in horizontaler und vertikaler Richtung an einer Hubsäule verstellbar ist. An der
Tischplatte ist ein Hebegurt angeflanscht, der zum Halten einer behinderten Person
dient. Die Aufstehbewegung wird durch eine überlagerte Verschiebung der Tischplatteneinheit
in Horizontal- und Vertikalrichtung hervorgerufen. Der Hebegurt selbst ist über einen
motorischen Spindelantrieb an der Unterseite der Tischplatte an den Körperbau des
Patienten anzupassen und insbesondere dadurch straffzuziehen. Für eine Anhebebewegung
des Patienten ist dieser Gurtstraffer nicht verantwortlich.
[0005] Ein grundsätzliches Bedürfnis bei derartigen Stehgeräten ist ein möglichst schonender
Umgang mit der am Stehgerät zu platzierenden, körperbeeinträchtigten Person. Diese
sind in ihrer Beweglichkeit oftmals deutlich eingeschränkt und leiden aufgrund mangelnder
Bewegung als Rollstuhlfahrer an Übergewicht. Insoweit ist anzustreben, dass die vom
Patienten-Halte-Gurt mit seiner Zugvorrichtung hervorgerufene Aufstehbewegung der
am Stehgerät zu platzierenden Person möglichst nahe an einen natürlichen Aufstehvorgang
kommt, was insbesondere dann der Fall ist, wenn zumindest anfangs der Aufstehbewegung
die Zugkraftrichtung von Patienten-Halte-Gurt mit dem Zug möglichst steil und nah
am Schwerpunkt der Person verläuft. Ferner sollen für eine schonende Behandlung des
Patienten auch dessen Füße in das anatomische Konzept einbezogen werden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichnungsteil des Anspruches 1 angegebenen Merkmale
gelöst.
[0007] Dementsprechend wird die Fuß-Abstützplatte des Stehgerätes bei der Verschwenkung
der Säulenpartie mit Tischplatte mit verschwenkt und damit in Richtung zur am Stehgerät
sitzenden Person geneigt. Die Füße können sich damit in anatomisch besonders angepasster
Weise mit den Zehen schräg nach oben weisend auf die Abstützplatte stellen. Da diese
Position im Wesentlichen der Fußposition einer in einem Rollstuhl mit einem Knie-Beugewinkel
von oft deutlich über 90° sitzenden Person entspricht, ist die Umsetzbewegung von
der Rollstuhl-Fußstütze zur Abstützplatte am Stehgerät besonders einfach und bequem
möglich. Damit wird auch einer bei horizontaler Platte bestehenden Rutschgefahr der
Füße beim Beginn des Hebevorgangs vorgebeugt.
[0008] In den Ansprüchen 2 bis 4 sind bevorzugte Ausführungsformen betreffend einen motorischen
Schwenk-Antrieb für die Säulenpartie mit Tischplatte vorgesehen, wobei hierfür besonders
ein Linearantrieb beispielsweise in Form eines Spindeltriebs auf Grund seiner konstruktiven
Einfachheit, problemlosen Steuerung und Robustheit geeignet ist.
[0009] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel an Hand der beigefügten Zeichnungen näher
erläutert wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines Stehgerätes mit einem daran platzierten Patienten,
sowie
- Fig. 2 und 3
- Seitenansichten des Stehgerätes ohne Patient in aufrechter und verschwenkter Stellung.
[0010] Wie aus Fig. 1 deutlich wird, weist das Stehgerät 1 ein Fußteil 2, eine als Ganzes
mit 3 bezeichnete Standsäule sowie eine darauf sitzende Tischplatte 4 als Grundbauteile
auf.
[0011] Das Stehgerät 1 ist beiderseits mit zwei seilartigen Zügen 5 ausgerüstet, die über
Rollenführungen 6 an der Unterseite der Tischplatte 4 zu einem Längenverstellantrieb
7 an der Standsäule 3 laufen. Am freien Ende der Züge 5 sind übliche Gurtbeschläge
9 befestigt. Mit diesen sind die Züge 5 in einen in Fig. 1 schematisch erkennbaren
Patienten-Halte-Gurt 10 einklinkbar, mit dessen Hilfe ein Patient P aus einer sitzenden
Position in einem Rollstuhl R in die in Figur 1 gezeigte stehende Position gezogen
und dort im Stand unterstützt wird.
[0012] Zur Stabilisierung des Patienten sind am Stehgerät 1 noch ein Kniepolster 11, eine
Fußstütze 12 sowie beiderseitige Handläufe 8 (siehe Fig. 2 und 3) in üblicher Weise
vorgesehen.
[0013] Wie aus Fig. 2 und 3 deutlich wird, ist die Standsäule 3 mit Tischplatte 4 zwischen
der in Fig. 2 gezeigten aufrechten Normalposition in die in Fig. 3 gezeigte, zum Patienten
P hin geneigten Position verschwenkbar. Dazu ist die Standsäule 3 an der personenabgewandten
Seite einer im Fußteil 2 schwenkbar angelenkten Abstützplatte 13 befestigt. Die Abstützplatte
13 bildet mit der Standsäule 3 eine Säulenpartie, die zwischen beiderseitigen Streben
14 des Fußteils 2 in einer Horizontalschwenkachse 15 schwenkbar gelagert ist. Letztere
liegt quer zum Patienten P an der personenzugewandten Seite der Abstützplatte 13.
[0014] Als Schwenk-Antrieb für die Standsäule 3 mit Tischplatte 4 ist ein als Ganzes mit
16 bezeichneter Linearantrieb in Form eines Spindeltriebes vorgesehen, der an der
patientenabgewandten Seite des Stehgerätes 1 am Fußteil 2 angeflanscht ist. Die aus-
und einfahrbare Spindelstange 17 des Linearantriebes 16 ist an der Standsäule 3 so
angelenkt, dass durch ein Ausfahren der Spindelstange 17 die Standsäule 3 mit Tischplatte
4 aus der in Fig. 2 gezeigten aufrechten Position in die in Fig. 3 gezeigte, zum Patienten
hin geneigte Position verschwenkbar ist.
[0015] In letzterer steht die Abstützplatte 13 für die Füße des Patienten ebenfalls diesem
zugeneigt, wodurch der Patient besonders bequem seine Füße auf die Abstützplatte 13
setzen und sich wirkungsvoll und sicher abstützen kann.
[0016] Ferner wird - wie aus Fig. 3 deutlich erkennbar ist - der Winkel W, mit dem der Gurt-Zug
5 zum Patienten-Halte-Gurt 10 hin läuft, wesentlich größer und damit steiler, da sich
die unter der Tischplatte 4 befindliche, patientenzugewandte Rollenführung 6 gegenüber
der in Fig. 2 gezeigten aufrechten Position nach unten absenkt und zum Patienten P
hin verschiebt. Durch die Verschiebung zum Becken hin werden die vom Kniepolster 11
auf die Knie ausgeübten Druckkräfte deutlich reduziert. Ferner senken sich beim Verschwenken
auch die Handläufe 8 ab, die von der im Rollstuhl R sitzenden Person P damit leichter
erfasst werden können.
[0017] Aus der in Fig. 3 gezeigten verschwenkten Position von Standsäule 3 und Tischplatte
4 kann schließlich der dort nicht gezeigte Patient durch eine aufeinander abgestimmte
Steuerung des Längenverstellantriebes 7 der Züge 5 und des Linearantriebes 16 für
die schwenkbare Standsäule 3 und damit eine mit der Einholbewegung E des Gurt-Zuges
5 überlagerte Rückschwenkbewegung B der Standsäule 3 mit Tischplatte 4 hervorgerufen
werden, die eine kontrollierte schonende Überführung des Patienten P aus einer in
einem Rollstuhl sitzenden Position in die in Fig. 1 gezeigte stehende Position erlaubt.
1. Stehgerät zur Rehabilitation körperbeeinträchtigter Personen umfassend
- ein Standgestell mit einem Fußteil (2) und einer sich davon nach oben erstreckenden
Säulenpartie (3),
- eine an der Säulenpartie (3) angebrachte Tischplatte (4),
- einen Patienten-Halte-Gurt (10) zum Anheben und zur rückwärtigen Unterstützung der
am Stehgerät (1) zu platzierenden Person (P),
- mindestens einen mittels eines motorischen Antriebes (7) längenverstellbaren, im
Wesentlichen unterhalb der Tischplatte (4) geführten Zug (5) für den Patienten-Halte-Gurt
(10), und
- eine um eine Horizontalschwenkachse (15) schwenkbare Lagerung der Säulenpartie (3)
mit Tischplatte (4) derart, dass diese Baugruppe (3, 4) zu der zu platzierenden Person
(P) hin neigbar ist, wobei die Horizontalschwenkachse (15) im Fußteil (2) des Standgestells
verläuft und das Fußteil (2) eine Abstützplatte (13) für die Füße der am Stehgerät
(1) zu platzierenden Person (P) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Säulenpartie (3) an der personenabgewandten Seite der Abstützplatte (13) montiert
und die Abstützplatte (13) mit der Horizontalschwenkachse (15) im Bereich ihrer personenzugewandten
Seite liegend am Fußteil (2) angelenkt ist.
2. Stehgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Säulenpartie (3) mit Tischplatte (4) mittels eines Schwenk-Antriebes (16) motorisch
verschwenkbar ist.
3. Stehgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Schwenk-Antrieb ein Linearantrieb (16) zwischen dem Fußteil (2) und der Säulenpartie
(3) an der personenabgewandten Seite des Stehgerätes (1) angeordnet ist.
4. Stehgerät nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenk-Antrieb (16) und der motorische Antrieb (7) des mindestens einen Gurt-Zuges
(5) derart aufeinander abgestimmt steuerbar sind, dass die am Stehgerät (1) zu platzierende
Person (P) durch eine mit der Einholbewegung (E) des Gurt-Zuges (5) überlagerte Rückschwenkbewegung
(B) der Säulenpartie (3) mit Tischplatte (4) kontrolliert in ihre stehende Position
überführbar ist.
1. Standing aid device for rehabilitation of physically impaired persons, the standing
aid device comprising
- a base frame with a foot portion (2) and a column section (3) extending upwards
therefrom;
- a table top (4) arranged on the column section (3);
- a patient retaining strap (10) for lifting and supporting the back of the person
(P) to be positioned at the standing aid device (1),
- at least one tensioning device (5) for the patient retaining strap (10), which tensioning
device (5) is length-adjustable by means of a motorized drive (7) and is guided substantially
underneath the table top (4); and
- a mounting arrangement of the column section (3) with table top (4) which mounting
arrangement is pivotable about a horizontal pivot axis (15) in such a way that this
assembly (3, 4) is inclinable towards the person (P) to be positioned, wherein the
horizontal pivot axis (15) extends in the foot portion (2) of the base frame and the
foot portion (2) comprises a support plate (13) for the feet of the person (P) to
be positioned at the standing aid device (1), characterized in that the column section (3) is mounted on the side of the support plate (13) facing away
from the person (P) and the support plate (13) with the horizontal pivot axis (15)
is articulated to the foot portion (2) in the region of its side facing the person
(P).
2. Standing aid device according to claim 1, characterized in that the column section (3) with table top (4) is pivotable in a motorized fashion by
means of a pivot drive (16).
3. Standing aid device according to claim 2, characterized in that the pivot drive is a linear drive (16) which is arranged between the foot portion
(2) and the column section (3) on the side of the standing aid device (1) facing away
from the person (P).
4. Standing aid device according to claim 2 or 3, characterized in that the pivot drive (16) and the motorized drive (7) of the at least one strap tensioning
device (5) are matched to each other for controlled actuation in such a way that the
person (P) to be positioned at the standing aid device (1) is movable to his or her
standing position in a controlled manner by means of a return pivoting movement (B)
of the column section (3) with table top (4) which return pivoting movement (B) coincides
with the retracting movement (E) of the strap tensioning device (5).
1. Dispositif de support pour la réhabilitation de personnes physiquement handicapées
comprenant
- un support présentant une partie formant un pied (2) et une partie formant une colonne
(3) s'étendant vers le haut de celle-ci,
- une tablette (4) aménagée sur la partie formant une colonne (3)
- une ceinture de maintien du patient (10) pour soulever et soutenir vers l'arrière
la personne (P) à placer dans le dispositif de support (1),
- au moins un élément de traction (5) conduit de façon à pouvoir être déplacé longitudinalement
par un entraînement moteur (7), essentiellement sous la tablette (4), de la ceinture
de maintien du patient (10) et
- un palier de la partie formant une colonne (3) avec la tablette (4) pouvant être
basculé autour d'un axe pivot horizontal (15) de telle sorte que cet ensemble (3,
4) puisse être incliné jusqu'à la personne à placer (P),
l'axe pivot horizontal (15) passant dans la partie formant un pied (2) du dispositif
de support et
la partie formant un pied (2) présentant une plaque d'appui (13) pour les pieds de
la personne à placer (P) sur le dispositif de support (1),
caractérisé en ce que la partie formant une colonne (3) est montée sur le côté de la plaque d'appui détourné
de la personne (13) et la plaque d'appui (13) est orientée avec l'axe pivot horizontal
(15) dans la zone du côté tourné vers la personne se trouvant au niveau de la partie
formant un pied (2).
2. Dispositif de support selon la revendication 1, caractérisé en ce que la partie formant une colonne (3) avec la tablette (4) peut être basculée par moteur
au moyen d'un entraînement à pivot (16).
3. Dispositif de support selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'entraînement à pivot est un entraînement linéaire (16) disposé entre la partie
formant un pied (2) et la partie formant une colonne (3) du côté détournée de la personne
du dispositif de support (1).
4. Dispositif de support selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce l'entraînement à pivot (16) et l'entraînement moteur (7) d'au moins un dispositif
de traction de la ceinture (5) peuvent être commandés de façon déterminée l'un sur
l'autre de telle sorte que la personne (P) à placer sur le dispositif de support (1)
puisse passer en position debout de façon contrôlée par un mouvement de basculement
arrière (B) de la colonne (3) avec la tablette (4) superposé au mouvement de rappel
(E) du dispositif de traction de la ceinture (5).