[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein mehrpoliges, insbesondere dreipoliges, elektrisches
Steckverbindersystem.
[0002] Derartige Steckverbindersysteme werden insbesondere im industriellen und gewerblichen
Elektroinstallationsbereich eingesetzt, um das elektrische Versorgungsnetz z.B. eines
Büros, Ladengeschäftes oder Messestands auf Basis von Steckverbindungen einfach, schnell
und flexibel zu realisieren. Steckverbindersysteme bestehen häufig nach Art eines
Baukastens aus einer Vielzahl von miteinander kombinierbaren Modulen zur elektrischen
Verbindung freier Leitungen, Realisierung von elektrischen Netzknoten bzw. Verzweigungsstellen,
zum Anschluss einer Versorgungsleitung an ein elektrisches Gerät, oder dergleichen.
Jedes Modul umfasst dabei mindestens ein Steckerteil oder ein zu diesem komplementäres
Buchsenteil, über welches das Modul mit einem anderen Modul zur Realisierung der Steckverbindung
kombinierbar ist.
[0003] Ein solches Steckverbindersystem ist beispielsweise aus der EP 0 471 943 A1 bekannt.
[0004] Ein Steckverbindersystem unterliegt in Hinblick auf seine Praxistauglichkeit einer
Vielzahl von teils einander widerstrebenden Anforderungen. Insbesondere soll das Steckverbindersystem
im Sinne einer rationalen Herstellung einen hohen Vorfertigungsgrad aufweisen, d.h.
mit vergleichsweise wenigen Einzelteilen die Realisierung von möglichst vielen Modulen
für unterschiedliche Einsatzzwecke ermöglichen. Es soll gleichzeitig einfach und sicher
montierbar sein. Die mittels des Steckverbindersystems ausgebildeten Steckverbindungen
sollen weiterhin gegen unbeabsichtigtes oder unbefugtes Lösen der Steckverbindung
gesichert sein, dem Installateur andererseits aber ein unaufwändiges Lösen der Steckverbindung
ermöglichen. Letzteres ist insbesondere wichtig, um Messestände und andere mobile
Installationen schnell wieder abbauen zu können.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein vor dem Hintergrund der oben genannten
Anforderungen besonders geeignetes, insbesondere flexibel einsetzbares und rationell
herstellbares, mehrpoliges elektrisches Steckverbindersystem anzugeben.
[0006] Diese Aufgabe wird unabhängig gelöst durch die Merkmale des Ansprüche 1 und 9.
[0007] Nach Anspruch 1 umfasst das Steckverbindersystem erfindungsgemäß ein Buchsenteil
und ein korrespondierendes Steckerteil sowie einen Montagerahmen, der dazu ausgebildet
ist, das Buchsenteil oder das Steckerteil aufzunehmen und derart in einer Montageöffnung
einer Wand zu haltern, dass das Stecker- bzw. Buchenteil von einer Außenseite der
Wand zur Ausbildung einer Steckverbindung zugänglich ist. Bei der Wand handelt es
sich insbesondere um die Gehäusewand eines elektrischen Geräts. Das Stecker- oder
Buchsenmodul bildet somit mit dem Montagerahmen, in dem es aufgenommen ist, ein Geräteanschlussmodul,
über welches eine elektrische Versorgungsleitung an das Gerät anschließbar ist. Das
Steckverbindersystem umfasst erfindungsgemäß weiterhin Rastmitteln, die das Buchsenteil
mit dem Steckerteil in zusammengesteckter Position lösbar verriegeln, wobei der Montagerahmen
mit einer Öffnungshilfe versehen ist, durch welche die Rastmittel unter Wirkung einer
von außen durch die Montageöffnung hindurch gerichteten Betätigungskraft entriegelbar
sind.
[0008] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass bei einem Steckverbindersystem der
oben genannten Art ein Montagerahmen der oben genannten Art zur Erzielung eines hohen
Vorfertigungsgrades vorteilhaft ist, zumal das Steckerteil bzw. Buchsenteil, mit dem
der Montagerahmen bestückbar ist, auch ohne letzteren als Bestandteil einer freien
Leiterverbindung einsetzbar ist. Erkanntermaßen würden aber bei Einsatz des Stecker-
bzw. Buchsenteils in den Montagerahmen die zur Sicherung der Steckverbindung vorgesehenen
Rastmittel durch den Montagerahmen ganz oder teilweise verdeckt werden, so dass diese
Rastmittel nicht mehr oder nur schwer zur Entriegelung zugänglich wären. Durch die
an dem Montagerahmen vorgesehene Öffnungshilfe wird dieses Problem überwunden. Dadurch,
dass die Öffnungshilfe derart ausgebildet ist, dass sie eine Entriegelung der Rastmittel
durch eine von außen einwirkende Betätigungskraft ermöglicht, wird erreicht, dass
in der Montagestellung des Geräteanschlusses, in der der Montagerahmen mit dem darin
aufgenommenen Stecker- oder Buchsenteil in einer Gehäusewand eines Geräts befestigt
ist, die Rastmittel auch dann ohne Öffnung des Geräts entriegelt werden können, wenn
das Stecker- bzw. Buchsenteil, und damit insbesondere die Rastmittel, im Geräteinneren
angeordnet sind.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die Rastmittel einen Rasthaken sowie
eine korrespondierende Rastöffnung, wobei der Rasthaken derart an dem Stecker- oder
Buchsenteil, und die Rastöffnung derart an dem anderen Teil angebracht sind, dass
in zusammengestecktem Zustand des Buchsenteils mit dem Steckerteil der Rasthaken in
der Rastöffnung verrastet ist. Um eine einfaches Entriegeln der Rastmittel zu ermöglichen,
ist die Rastöffnung hierbei zu der Außenseite des anderen Teil offen, so dass zur
Lösung der Rastverbindung der Rasthaken durch die Rastöffnung hindurch zugänglich
ist.
[0010] Als herstellungstechnisch einfach realisierbar und gut handhabbar hat sich eine Öffnungshilfe
in Form eines Umlenkhebels erwiesen. Der Umlenkhebel ist derart an den Montagerahmen
angeformt, dass er durch einen Führungskanal des Montagerahmens hindurch für ein die
Betätigungskraft ausübendes Betätigungswerkzeug, insbesondere einen Schraubendreher
zugänglich ist und unter Wirkung der Betätigungskraft derart auslenkbar ist, dass
er, wenn das Buchsenteil und das Steckerteil in zusammengestecktem Zustand in dem
Montagerahmen gehaltert sind, die Rastmittel entrastet.
[0011] Durch die Ausbildung des Montagerahmens, des Buchsenteils und des Steckerteils als
wahlweise und austauschbar miteinander kombinierbare Teile wird ein besonders hoher
Vorfertigungsgrad des Steckverbindersystems erzielt. In Sinne einer besonders einfachen
Montage ist das Buchsenteil bzw. Steckerteil vorteilhafterweise durch eine Schnappverbindung
an dem Montagerahmen fixierbar.
[0012] Um einen platzsparenden und sicheren Geräteanschluss zu realisieren, ist das Buchsenteil
bzw. Steckerteil vorzugsweise derart in dem Montagerahmen fixierbar, dass das Buchsenteil
bzw. Steckerteil mit einer Steckseite, etwa bündig mit einer Außenseite des Montagerahmens
abschließt, und somit in Montagestellung vollständig oder zumindest größtenteils im
Geräteinneren angeordnet ist. Als "Steckseite" ist dabei diejenige Seite des Steckerteils
oder Buchsenteils bezeichnet, an der zur Realisierung der Steckverbindung bestimmungsgemäß
das jeweils korrespondierende Teil angekoppelt wird.
[0013] Eine bevorzugte Ausbildung des Montagerahmens, in welcher dieser an einer Außenseite
einen Stützkragen zur Abstützung auf dem Rand der Montageöffnung, und dem Stützkragen
gegenüberliegend eine Anzahl von Federarmen zur Verspannung des Montagerahmens in
der Montageöffnung aufweist, ist für eine einfache und mechanisch stabile Befestigung
des Montagerahmens in einer Montageöffnung der Wand vorteilhaft.
[0014] Nach Anspruch 9 umfasst das Steckverbindersystem erfindungsgemäß ein Buchsenteil
und ein korrespondierendes Steckerteil sowie eine erste Gehäusehälfte und eine zweite
Gehäusehälfte. Die Gehäusehälften sind hierbei derart an dem Buchsenteil oder an dem
Steckerteil befestigbar, dass sie sich zu einem im Wesentlichen geschlossenen Isoliergehäuse
ergänzen, welches eine Leiteranschlussseite des Buchsenteils bzw. Steckerteils umgibt.
Dabei weist mindestens eine der Gehäusehälften einen achsenartigen Gelenkansatz auf,
mit welchem die Gehäusehälfte in eine korrespondierende Gelenkaufnahme des Buchsenteils
bzw. Steckerteils einschnappbar ist, so dass die Gehäusehälfte gegenüber dem Buchsenteil
bzw. Steckerteil reversibel in eine Öffnungsstellung, in der die Gehäusehälfte die
Leiteranschlussseite des Buchsenteils oder Steckerteils freigibt, und in eine Schließstellung,
in der das die Gehäusehälfte die Leiteranschlussseite des Buchsenteils oder Steckerteils
umgreift, schwenkbar ist.
[0015] Vorzugsweise sind das Steckerteil, das Buchsenteil, der Montagerahmen und die beiden
Gehäusehälften als Bestandteile desselben baukastenartigen Steckverbindersystems ausgebildet,
so dass wahlweise und gegeneinander austauschbar das Steckerteil oder das Buchsenteil
sowohl in den Montagerahmen eingesetzt als auch mit den Gehäusehälften zu einem freien
Leiterabschluss kombiniert werden kann.
[0016] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
beschrieben. Darin zeigen:
- Fig. 1
- In Explosionsdarstellung ein Buchsenteil des erfindungsgemäßen Steckverbindersystems
sowie zwei mit dem Buchsenteil verbindbare Gehäusehälften,
- Fig. 2
- in perspektivischer Darstellung ein mit dem Buchsenteil gemäß Fig. 1 zur Herstellung
einer elektrischen Steckverbindung korrespondierendes Steckerteil des Steckverbindersystems,
- Fig. 3
- in perspektivischer Darstellung ein wahlweise mit dem Buchsenteil gemäß Fig. 1 oder
dem Steckerteil gemäß Fig. 2 verbindbarer Montagerahmen zur Verrastung des Buchsenteils
bzw. Steckerteils in einer Montageöffnung einer Wand,
- Fig. 4
- in perspektivischer Darstellung die Gehäusehälften gemäß Fig. 1,
- Fig. 5
- in perspektivischer Darstellung das Buchsenteil gemäß Fig. 1 mit daran gelenkig befestigten
und zu einem Gehäuse geschlossenen Gehäusehälften,
- Fig. 6
- in Seitenansicht das Buchsenteil gemäß Fig. 1 mit daran gelenkig befestigten und gegenüber
Fig. 5 in aufgeklappte Stellung verschwenkten Gehäusehälften,
- Fig. 7
- ein aus dem Buchsenteil gemäß Fig. 1 und dem Steckerteil gemäß Fig. 2 gebildetes zusammengestecktes
Stecker-Buchsen-Paar, wo- bei mit jedem der Teile zu einem Gehäuse miteinander kombinierte
Gehäusehälften gemäß Fig. 1 verbunden sind,
- Fig. 8
- in Draufsicht bzw. im Längsschnitt das Steckerbuchsenpaar gemäß Fig. 7,
- Fig.9
- in Draufsicht auf eine Oberseite das Buchsenteil gemäß Fig. 1 mit darauf aufgestecktem
Montagerahmen,
- Fig. 10
- das Buchsenteil mit aufgestecktem Montagerahmen gemäß Fig. 9 in perspektivischer Ansicht
auf eine Unterseite,
- Fig. 11
- in perspektivischer Ansicht das Steckerteil gemäß Fig. 2, sowie darauf aufgesteckt
in längsgeschnittener Darstellung den Montagerahmen gemäß Fig. 3,
- Fig. 12
- in längsgeschnittener Darstellung ein aus dem Buchsenteil gemäß Fig. 1 und dem Steckerteil
gemäß Fig. 2 gebildetes zusammengestecktes Steckerbuchsenpaar, wobei auf das Buchsenteil
ein Montagerahmen gemäß Fig. 3 aufgerastet ist, und wobei an dem Steckerteil zu einem
Gehäuse kombinierte Gehäusehälfte gemäß Fig. 1 befestigt sind,
- Fig. 13
- in Darstellung gemäß Fig. 5 eine alternative Ausführung des Buchsenteils und
- Fig. 14
- in Darstellung gemäß Fig. 10 eine alternative Ausführung des Montagerahmens und des
Buchsenteils.
[0017] Die Figuren 1 bis 3 zeigen in perspektivischer Darstellung Einzelteile eines mehrpoligen
Steckverbindersystems 1. Das dargestellte Steckverbindersystem 1 ist dreipolig ausgeführt.
Doch sind im Rahmen des dargestellten Bauprinzips auch Modifikationen mit davon abweichender
Polzahl, insbesondere mit zwei oder fünf Polen vorgesehen. Das dargestellte Steckverbindersystem
dient insbesondere einem vereinfachten Aufbau von elektrischen Versorgungsnetzen im
industriellen, gewerblichen und Gebäudeinstallations-Bereich, insbesondere zur Realisierung
eines Raumbeleuchtungssystems, der Stromversorgung eines Messestandes oder dgl.
[0018] Das Steckverbindersystem 1 umfasst gemäß Fig. 1 ein Buchsenteil 2 aus einem Isolierstoff,
insbesondere Kunststoff. Das Buchsenteil 2 weist Führungskanäle 3 zur Aufnahme je
eines Anschlusselements 4 auf. Jedes Anschlusselement 4 ist mit einem in Einbaustellung
einer Steckseite 6 des Buchsenteils 2 zugewandten Buchsenkontakt 5 versehen. Entgegengesetzt
zu dem Buchsenkontakt 5 trägt das Anschlusselement 4 einen Klemmkontakt 7, der in
Einbaustellung einer Leiteranschlussseite 8 des Buchsenteils 2 zugewandt ist und an
welchem ein elektrischer Leiter unter Betätigung einer korrespondierenden Klemmschraube
9 klemmkontaktierbar ist.
[0019] Das Buchsenteil 2 ist mit drei angespritzten und zu der Steckseite 6 abragenden Schutzhülsen
10 versehen, deren jede den Buchsenkontakt 5 des zugehörigen Anschlusselements 4 berührungssicher
umgibt. Die Schutzhülsen 10 sind durch entsprechende unsymmetrische Formgebung derart
codiert, dass nur ein mit dem Buchsenteil 2 eindeutig korrespondierendes Steckerteil
in einer eindeutigen Stellung kontaktierend auf die Schutzhülsen 10 aufschiebbar ist.
Das Prinzip einer solchen Codierung ist an sich in der EP 0 471 943 A1 offenbart.
[0020] Mit geringem Abstand zu den Schutzhülsen 10 ist ein Rasthaken 11 an die Steckseite
6 des Buchsenteils 2 angeformt, der etwa parallel zu den Schutzhülsen 10 frei zu der
Steckseite 6 abragt und zur lösbaren Verrastung des Buchsenteils 2 mit einem korrespondierenden
Steckerteil 12 (Fig. 2) dient.
[0021] In Fig. 1 weiterhin dargestellt zwei Gehäusehälften 15 und 16, die an dem Buchsenteil
2 befestigt werden können und sich zu einem die Leiteranschlussseite 8 des Buchsenteils
2 und damit einen gegebenenfalls dort realisierten Leiteranschluss gegen Berührung,
Beschädigung, etc. schützenden Gehäuse kombinieren lassen.
[0022] Jede Gehäusehälfte 15, 16 weist an einem steckseitigen Ende einen achsenartigen Gelenkansatz
17 auf. Jeder Gelenkansatz 17 ist in eine korrespondierende Gelenkaufnahme 18 des
Buchsenteils 2 einschnappbar, so dass die entsprechende Gehäusehälfte 15 bzw. 16 an
dem Buchsenteil 2 schwenkbar fixiert ist. Hierdurch können die Gehäusehälften 15 und
16 (in eine in Fig. 6 näher dargestellte) aufgeklappte Position verschwenkt werden,
in welcher die Leiteranschlussseite 8 des Buchsenteils 2 zum Anschluss einer elektrischen
Leitung frei zugänglich ist. Nach erfolgtem Leitungsanschluss können die Gehäusehälften
15 und 16 dann in eine (in Fig. 5 näher dargestellte) geschlossene Position verschwenkt
werden, in welcher die Gehäusehälften 15 und 16 zusammen mit dem Buchsenteil 2 zu
einem geschlossenen Gehäuse kombiniert sind.
[0023] Das in Fig. 2 dargestellte, mit dem Buchsenteil 2 korrespondierende Steckerteil 12
nimmt drei Anschlusselemente 20 auf. Jedes Anschlusselement 20 ist mit einem Stiftkontakt
21 versehen, der in Einbauposition einer Steckseite 22 des Steckerteils 12 zugewandt
ist. Das dem Stiftkontakt 21 jeweils entgegengesetzte Ende eines jeden Anschlusselements
20 ist mit einem (dem Klemmkontakt 7 entsprechen) Klemmkontakt 23 versehen. Jeder
Klemmkontakt 23 ist wiederum durch eine Klemmschraube 24 betätigbar. Die in Einbaustellung
an der Steckseite 22 aus dem Steckerteil 12 herausstehenden Stiftkontakte 21 sind
von einem zur Steckseite 22 hin offenen Schutzrahmen 25 umgeben, der an das Steckerteil
12 einstückig angespritzt ist und als Berührungsschutz gegen eine Berührung der Stiftkontakte
21 wirkt.
[0024] Beim Aufstecken des Steckerteils 12 auf das korrespondierende Buchsenteil 2 umgibt
(wie insbesondere in den Fig. 7 und 8 erkennbar ist) der Schutzrahmen 25 die Schutzhülsen
10 des Buchsenteils 2. Um in Zusammenwirkung mit der Formkodierung der Schutzhülsen
10 das Zusammenstecken des Buchsenteils 2 mit dem Steckerteil 12 nur in einer eindeutigen
Position ermöglichen, ist der Schutzrahmen 25 ebenfalls mit einer entsprechenden Formkodierung
versehen.
[0025] Der Schutzrahmen 25 ist weiterhin mit einer Rastöffnung 26 versehen, die als Wiederlager
für den Rasthaken 11 des Buchsenteils 2 dient. Die Rastöffnung 26 ist hierbei von
außen zugänglich, um den Rasthaken 11 mittels eines geeigneten Werkzeugs, insbesondere
eines Schraubendrehers, zur Lösung des Steckerteils 12 von dem Buchsenteil 2 nach
innen auslenken und hierdurch entriegeln zu können.
[0026] Das Steckerteil 12 ist wie das Buchsenteil 2 mit Gelenkaufnahmen 18 versehen, so
dass die Gehäusehälften 15 und 16 ebenso an dem Buchsenteil 2 wie an dem Steckerteil
12 befestigbar sind.
[0027] In Kombination mit je einem Paar von Gehäusehälften 15 und 16 bilden das Buchsenteil
2 bzw. das Steckerteil 12 einen berührungssicheren Leiterabschluss. Ein mit jeweils
korrespondierenden Gehäusehälften 15 und 16 versehenes und zusammengestecktes Stecker-Buchsen-Paar
ist in Fig. 7 dargestellt. Mittels eines solchen Stecker- Buchsen-Paares lassen sich
insbesondere zwei freie elektrische Leitungen einfach und berührungssicher elektrisch
kontaktieren.
[0028] An den Gehäusehälften 15 und 16 ist hierbei eine besonders einfach und schnell zu
bedienende und wirksame Zugsicherung für ein Leitungsende ausgebildet. Ausbildung
und Funktion dieser Zugentlastung ist insbesondere in zusammenschauender Betrachtung
der Figuren 1, 4 und 5 erkennbar. Die Zugentlastung umfasst eine nachfolgend als Halbschelle
30 bezeichnete bogenartige Kontur, die an der von dem Gelenkansatz 17 abgewandten
Seite der Gehäusehälfte 16 im Inneren der selben angeformt ist. An jedem Querende
der Halbschelle 30 ist hierbei ein Gewindeloch 31 zur Aufnahme einer Klemmschraube
32 angeordnet.
[0029] Eine mit der Halbschelle 30 korrespondierende zweite Halbschelle 35 ist zunächst
einstückig in der Gehäusehälfte 15 integriert. Die Halbschelle 35 ist in Form einer
Lasche ausgebildet, die zwei Durchführungen 36 zur Aufnahme jeweils einer Klemmschraube
32 aufweist und die mit der Gehäusehälfte 15 lediglich über vier diskrete Anspritzpunkte
37 (Fig. 8 und 9) verbunden ist. Die Anspritzpunkte 37 sind jeweils beidseitig einer
jeden Durchführung 36 angebracht und hinsichtlich ihrer Materialstärke derart schwach
dimensioniert, dass sie als Sollbruchstellen wirken.
[0030] Zur Betätigung der Zugentlastung wird nach Anschluss eines Leiters an das Buchsenteil
2 bzw. das Steckerteil 12 die mit diesem verbundenen Gehäusehälften 15 bzw. 16 in
die geschlossene Stellung zusammengeklappt. Dabei verrasten die Gehäusehälften 15
und 16 mittels korrespondierender Rastmittel 38 und 39. Nach Verrasten der Gehäusehälften
15 und 16 werden die Klemmschrauben 32 in die korrespondierenden Gewindelöcher 31
eingeschraubt, wodurch sich die Halbschellen 30 und 35 jochartig um die angeschlossen
Leitung schließen und diese zwischen sich verklemmen. Durch das Anziehen der Klemmschrauben
32 wird die Halbschelle 35 gegenüber der Gehäusehälfte 15 zunehmend verspannt, bis
die Anspritzpunkte 37 bestimmungsgemäß brechen. Die Halbschelle 35 ist nun mechanisch
von der Gehäusehälfte 15 entkoppelt, so dass die Gehäusehälften 15 und 16 auseinandergeklappt
werden können, ohne die Zugentlastung zu beeinträchtigen.
[0031] Alternativ zu den Gehäusehälften 15 und 16 kann ein in Fig. 3 abgebildeter Montagerahmen
40 mit dem Buchsenteil 2 oder dem Steckerteil 12 verbunden werden. Der Montagerahmen
40 dient dabei zur im Wesentlichen bündigen Anbringung des Buchsenteils 2 bzw. Steckerteils
12 an einer in einer Wand 41 ausgebildeten Montageöffnung, so dass das Buchsenteil
2 bzw. Steckerteil 12 von der Wandaußenseite durch das jeweils korrespondierende Teil
2 bzw. 12 kontaktierbar ist. Bei der Wand 41 handelt es sich zum Beispiel um die Wand
eines Gerätegehäuses oder um eine Verkleidung.
[0032] Der Montagerahmen 40 ist mit einem Stützkragen 42 versehen, mittels welchem sich
der Montagerahmen 40 in Montagestellung außenseitig der Wand 41 auf den Rand der Montageöffnung
aufstützt. Der Montagerahmen 40 umfasst weiterhin vier Federarme 43, die dazu ausgebildet
sind, sich von innen gegen die Wand 41 aufzuspreizen und somit den Montagerahmen 40
in der Montagöffnung zu fixieren.
[0033] Zur Befestigung des Buchsenteils 2 bzw. Steckerteils 12 an dem Montagerahmen 40 umfasst
letzterer zwei Rasthaken 44 sowie drei gabelartige Rastelemente (nachfolgend als Rastgabeln
45 bezeichnet). Wird das Buchsenteil 2 bzw. das Steckerteil 12 auf den Montagerahmen
40 (wie in den Figuren 9 und 10 dargestellt) aufgeschoben, so greifen die Rasthaken
44 in korrespondierende Schlitze 46 ein, die beidseitig des Rasthakens 11 bzw. der
Rastöffnung 26 am Buchsenteil 2 bzw. Steckerteil 12 ausgebildet sind, und verrasten
dahinter. Als Wiederlage für eine jede Rastgabel 45 ist an einer Unterseite 47 (Fig.
10) des Buchsenteils 2 bzw. Steckerteils 3 je ein pilzartiger Vorsprung 48 vorgesehen,
dessen Stiel von der jeweils korrespondierenden Rastgabel 45 formschlüssig umgriffen
wird.
[0034] Die Vorsprünge 48 dienen gleichzeitig als Anschlussmarkierung. Jeder Vorsprung 48
korrespondiert hierbei mit einer entsprechenden Gehäuseöffnung 49 (Fig. 1), die der
jeweilige Vorsprung 48 bei geschlossenem Gehäuse derart durchsetzt, dass er etwa bündig
mit der Gehäusewand abschließt. Auf diese Weise wird besonders einfach und zweckmäßig
erreicht, dass eine auf dem Vorsprung 48 angebrachte Markierung sowohl bei geöffnetem
Gehäuse als auch bei geschlossenem Gehäuse sichtbar ist.
[0035] Um ein einfaches Entriegeln des Buchsenteils 2 und des Steckerteils 12 auch dann
zu ermöglichen, wenn das Buchsenteil 2 oder das Steckerteil 12 in Kombination mit
dem Montagerahmen 40 verwendet wird, ist an dem Montagerahmen 40 eine Öffnungshilfe
50 vorgesehen. Durch diese Öffnungshilfe 50 wird insbesondere das Problem gelöst,
dass die Rastöffnung 26 im Allgemeinen nicht oder nur sehr schwer zugänglich ist,
wenn das Steckverbindersystem 1 zusammen mit dem Montagerahmen 40 verwendet wird,
insbesondere dann, wenn das Buchsenteil 2 und das Steckerteil 12 im Bereich der Wand
41 gekoppelt sind.
[0036] Die Öffnungshilfe 50 umfasst einen Umlenkhebel 51, der an dem Stützkragen 42 des
Montagerahmens 40 angeformt ist und von dort nach innen, d.h. von dem Stützkragen
42 weg, abragt. Der Umlenkhebel 51 ist im wesentlichen L-förmig oder T-förmig ausgebildet
und endet freiendseitig in einer Anschlagplatte 52, die als Widerlager für ein Entriegelungswerkzeug,
insbesondere einen Schraubendreher 52 wirkt. Zur Betätigung der Öffnungshilfe 50 wird
der Schraubendreher 52, wie in den Fig. 11 und 12 dargestellt, von außen, d.h. durch
den Stützkragen 42 des Montagerahmens 40 und gegebenenfalls durch die Wand 41 hindurch,
angesetzt. Für eine sichere Führung des Schraubendrehers 52 weist der Montagerahmen
40 einen entsprechenden Führungskanal 53 auf, der im Bereich des Stützkragens 42 mündet.
Die Spitze des in den Führungskanal 53 eingeführten Schraubendrehers 52 stößt bestimmungsgemäß
auf die Anschlagplatte 52 des Umlenkhebels 51, so dass bei Druckausübung auf den Schraubendreher
53 der Umlenkhebel 51 entsprechend des in Fig. 12 eingetragenen Richtungsteils 55
nach unten ausgelenkt wird. Dabei stößt der Umlenkhebel 51 gegen den Rasthaken 11,
der hierdurch wiederum entriegelt wird.
[0037] Die Integration der Öffnungshilfe 50 an dem Montagerahmen 40 hat insbesondere den
Vorteil, dass die Öffnungshilfe 50 unabhängig davon funktioniert, ob der Montagerahmen
40 mit dem Buchsenteil 2 oder dem Steckerteil 12 verbunden ist. Durch den Führungskanal
53 wird hierbei eine definierte Kraftwirkrichtung erzwungen, die auch unter beengten
Platzverhältnissen ein sicheres und leichtes Entriegeln des Steckerteils 12 von dem
Buchsenteil 2 ermöglichen.
[0038] Die Integration der Öffnungshilfe 50 an dem Montagerahmen 40 hat insbesondere den
Vorteil, dass die Öffnungshilfe 50 unabhängig davon funktioniert, ob der Montagerahmen
40 mit dem Buchsenteil 2 oder dem Steckerteil 12 verbunden ist.
[0039] Die Fig. 13 und 14 zeigen abgewandelte Ausführungen des Steckverbindersystems 1.
So ist gemäß Fig. 13 der Rasthaken 11 des Buchsenteils 2, abweichend von der Darstellung
gemäß Fig. 5, mit einem Längsschlitz 56 versehen. Dieser Längsschlitz 56 korrespondiert
mit einer Federlasche bzw. Rippe, die im Bereich der Rastöffnung 26 derart an dem
Schutzrahmen 25 des Steckerteils 12 angebracht ist, dass beim Zusammenführen von Stecker-
und Buchsenteil 12, bzw. 2 die Federlasche durch den Rasthaken angehoben wird und
mit dem Einschwenken des Rasthakens 11 in die Rastöffnung 26 zugleich in den Längsschlitz
56 des Rasthakens 11 eingreift. In dieser Ausführung ist die Zugbelastbarkeit der
Steckverbindung verbessert. Gemäß Fig. 14 sind anstelle der drei in Fig. 10 abgebildeten
Rastgabeln 48 zwei Rastarme 57 vorgesehen, die mit einer geschlossenen Ausnehmung
oder Bohrung jeweils einen korrespondierenden Vorsprung 48 des Buchsenteils 2 oder
Steckerteils 12 formschlüssig umschließen, wenn dieses Teil 2 bzw. 12 in den Montagerahmen
40 eingeschoben ist. Diese Variation des Montagerahmens 40 dient einem verbesserten
Halt des Buchsenteils 2 bzw. Steckerteils 12 in dem Montagerahmen 40.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Steckverbindersystem
- 2
- Buchsenteil
- 3
- Führungskanal
- 4
- Anschlusselement
- 5
- Buchsenkontakt
- 6
- Steckseite
- 7
- Klemmkontakt
- 8
- Leiteranschlussseite
- 9
- Klemmschraube
- 10
- Schutzhülsen
- 11
- Rasthaken
- 12
- Steckerteil
- 15
- Gehäusehälften
- 16
- Gehäusehälften
- 17
- Gelenkansatz
- 18
- Gelenkaufnahme
- 20
- Anschlusselement
- 21
- Stiftkontakt
- 22
- Steckseite
- 23
- Klemmkontakt
- 24
- Klemmschraube
- 25
- Schutzrahmen
- 26
- Rastöffnung
- 30
- Halbschelle
- 31
- Gewindeloch
- 32
- Klemmschraube
- 35
- Halbschelle
- 36
- Durchführung
- 37
- Anspritzpunkte
- 38
- Rastmittel
- 39
- Rastmittel
- 40
- Montagerahmen
- 41
- Wand
- 42
- Stützkragen
- 43
- Federarme
- 44
- Rasthaken
- 45
- RastgabeIn
- 46
- Schlitz
- 47
- Unterseite
- 48
- Vorsprung
- 49
- Gehäuseöffnung
- 50
- Öffnungshilfe
- 51
- Umlenkhebel
- 52
- Anschlagplatte
- 53
- Schraubendreher
- 54
- Führungskanal
- 55
- Richtungspfeil
- 56
- Längsschlitz
- 57
- Rastarm
1. Mehrpoliges elektrisches Steckverbindersystem (1)
- mit einem Buchsenteil (2) und einem korrespondierenden Steckerteil (12),
- mit einem Montagerahmen (40) zur von außen zugänglichen Befestigung des Buchsenteils
(2) oder des Steckerteils (12) in einer Montageöffnung einer Wand (41), sowie
- mit Rastmitteln (11,26), die das Buchsenteil (2) mit dem Steckerteil (12) in zusammengesteckter
Position lösbar verriegeln,
wobei der Montagerahmen (40) mit einer Öffnungshilfe (50) versehen ist, durch welche
die Rastmittel (11,26) unter Wirkung einer von außen durch die Montageöffnung hindurch
gerichteten Betätigungskraft entriegelbar sind.
2. Steckverbindersystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rastmittel (11,26) einen Rasthaken (11) sowie eine korrespondierende Rastöffnung
(26) umfassen, wobei der Rasthaken (11) derart an dem Stecker- oder Buchsenteil (2),
und die Rastöffnung (26) derart an dem anderen Teil (12) angebracht sind, dass in
zusammengestecktem Zustand des Buchsenteils (2) mit dem Steckerteil (12) der Rasthaken
(11) in der Rastöffnung (26) verrastet ist, wobei die Rastöffnung (26) zu der Außenseite
des anderen Teil (12) offen ist, so dass zur Lösung der Rastverbindung der Rasthaken
(11) durch die Rastöffnung (26) hindurch zugänglich ist.
3. Steckverbindersystem (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Öffnungshilfe (50) einen an dem Montagerahmen (40) angeformten Umlenkhebel (51)
umfasst, der durch einen Führungskanal (54) hindurch für ein die Betätigungskraft
ausübendes Betätigungswerkzeug (53) zugänglich ist,
wobei der Umlenkhebel (51) unter Wirkung der entlang des Führungskanals (54) gerichteten
Betätigungskraft derart auslenkbar ist, dass er, wenn das Buchsenteil (2) und das
Steckerteil (12) in zusammengestecktem Zustand in dem Montagerahmen (40) gehaltert
sind, die Rastmittel (11,26) entrastet.
4. Steckverbindersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Montagerahmen (40) wahlweise und austauschbar zur Halterung des Buchsenteils
(2) oder des Steckerteils (12) ausgebildet ist.
5. Steckverbindersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Buchsenteil (2) bzw. Steckerteil (12) durch eine Schnappverbindung an dem Montagerahmen
(40) fixierbar ist.
6. Steckverbindersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Buchsenteil (2) bzw. Steckerteil (12) derart in dem Montagerahmen (40) fixierbar
ist, dass das Buchsenteil (2) bzw. Steckerteil (12) mit einer Steckseite (6,22), an
der das Buchsenteil (2) mit dem Steckerteil (12) koppelbar ist, etwa bündig mit einer
Außenseite des Montagerahmens (40) abschließt.
7. Steckverbindersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
gekennzeichnet durch,
dass der Montagerahmen (40) an einer Außenseite einen Stützkragen (42) zur Abstützung
auf dem Rand der Montageöffnung, und dem Stützkragen (42) gegenüberliegend eine Anzahl
von Federarmen (43) zur Verspannung des Montagerahmens (40) in der Montageöffnung
aufweist.
8. Steckverbindersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
gekennzeichnet durch eine erste Gehäusehälfte (15) und eine zweite Gehäusehälfte (16), die alternativ
zu dem Montagerahmen (40) an dem Buchsenteil (2) oder dem Steckerteil (12) derart
befestigbar sind, dass sie sich zu einem im Wesentlichen geschlossenen Isoliergehäuse
ergänzen, welches eine Leiteranschlussseite (8) des Buchsenteils (2) bzw. Steckerteils
(12) umgibt.
9. Mehrpoliges elektrisches Steckverbindersystem (1) mit einem Buchsenteil (2) und einem
korrespondierenden Steckerteil (12) sowie mit einer ersten Gehäusehälfte (15) und
einer zweiten Gehäusehälfte (16), wobei die Gehäusehälften (15, 16) derart an dem
Buchsenteil (2) oder dem Steckerteil (12) befestigbar sind, dass sie sich zu einem
im Wesentlichen geschlossenen Isoliergehäuse ergänzen, welches eine Leiteranschlussseite
(8) des Buchsenteils (2) bzw. Steckerteils (12) umgibt, wobei mindestens eine der
Gehäusehälften (15,16) einen achsenartigen Gelenkansatz (17) aufweist, mit welchem
die Gehäusehälfte (15,16) in eine korrespondierende Gelenkaufnahme (18) des Buchsenteils
(2) bzw. Steckerteils (12) einschnappbar ist, so dass die Gehäusehälfte (15) gegenüber
dem Buchsenteil (2) bzw. Steckerteil (12) reversibel in eine Öffnungsstellung, in
der die Gehäusehälfte (15,16) die Leiteranschlussseite (8) des Buchsenteils (2) oder
Steckerteils (12) freigibt, und in eine Schließstellung, in der das die Gehäusehälfte
(15,16) die Leiteranschlussseite (8) des Buchsenteils (2) oder Steckerteils (12) umgreift,
schwenkbar ist.